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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Prägewerkzeugs zur Erzeugung wenigstens eines mit einer Oberflächenstrukturierung versehenen Bereiches auf wenigstens einer Oberfläche einer Metallplatte. Das Prägewerkzeug weist zwei sich gegenüberliegende Prägeformen auf, die zwischen sich einen Raum zur Aufnahme der Metallplatte definieren. Wenigstens eine der Prägeformen besitzt auf ihrer der anderen Prägeform zugewandten Oberfläche wenigstens einen strukturierten Prägebereich, dessen Strukturierung zu der zu erzeugenden Oberflächenstrukturierung komplementär ausgebildet ist und sich miteinander abwechselnde Vertiefungen und Erhebungen aufweist. Werden entsprechend strukturierte Prägebereiche in eine Metallplatte eingeprägt, wird in der Metallplatte eine Oberflächenstrukturierung erzeugt, die ebenfalls miteinander abwechselnde Vertiefungen und Erhebungen aufweist, wobei die Vertiefungen in der Metallplatte den Erhebungen im Prägebereich der Prägeform entsprechen und Erhebungen in der Metallplatte dort gebildet werden, wo im Prägebereich der Prägeform Vertiefungen vorhanden sind. Derartige Oberflächenstrukturierungen in Metallplatten werden beispielsweise eingesetzt, um eine Oberflächenvergrößerung in der Metallplatte zu erreichen. In Bereichen vergrößerter Oberfläche der Metallplatte kann beispielsweise die Haftung bestimmter Materialien wie Kunststoffbeschichtungen auf der Metalloberfläche verbessert werden. Außerdem kann durch die Oberflächenstrukturierung eine Materialverdickung der Metallplatte erreicht werden, ohne dass dafür zusätzliches Material auf die Metallplatte aufgebracht werden muss. Für derartige Oberflächenstrukturierungen von Metallplatten gibt es eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, und entsprechend vielfältig sind die Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich der Form und Ausdehnung der Oberflächenstrukturierung auf der Metallplatte sowie die Materialauswahl.
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Es besteht deshalb ein Bedarf an einem Prägewerkzeug, mit welchem nicht nur unterschiedlichste Arten von Metallplatten verarbeitet, sondern auch unterschiedlichste Arten von Oberflächenstrukturierungen mit an die jeweiligen Anforderungen angepassten Strukturen, Größen und Formen erzeugt werden können. So sollten die Vertiefungen und Erhebungen des Prägebereiches aus einem möglichst harten und widerstandsfähigen Material bestehen, um einerseits auch in harte Metallplatten eingeprägt werden zu können und andererseits beim Prägen auch einen möglichst geringen Verschleiß zu zeigen. Die Form der Vertiefungen und Erhebungen sollte möglichst variabel sein, um die Art der Oberflächenstrukturierung in der geprägten Metallplatte möglichst vielfältig gestalten zu können, andererseits sollte die Strukturierung des Prägebereiches aber auch auf einfache und kostengünstige Weise zu erzeugen sein. Außerdem sollten die Prägebereiche insgesamt in ihrer Form auf einfache Weise variiert und schnell den vorgefundenen Gegebenheiten angepasst werden können, so dass sich die benötigten Prägewerkzeuge schnell und kostengünstig herstellen lassen.
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Aufgabe der Erfindung ist es entsprechend, ein Verfahren zur Herstellung eines Prägewerkzeuges anzugeben, welches die vorstehend genannten Anforderungen erfüllt.
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Die Lösung der Aufgabe gelingt mit dem Verfahren gemäß Anspruch 1. Bevorzugte Verfahrensvarianten sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
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Die Erfindung betrifft demnach ein Verfahren zur Herstellung eines Prägewerkzeugs zur Erzeugung wenigstens eines mit einer Oberflächenstrukturierung versehenen Bereiches auf wenigstens einer Oberfläche einer Metallplatte. Das Prägewerkzeug weist zwei sich gegenüberliegende Prägeformen auf, die zwischen sich einen Raum zur Aufnahme der Metallplatte definieren. Wenigstens eine der Prägeformen weist auf ihrer der anderen Prägeform zugewandten Oberfläche wenigstens einen strukturierten Prägebereich auf, der zu der zu erzeugenden Oberflächenstrukturierung in der Metallplatte komplementär ausgebildet ist und Vertiefungen und Erhebungen aufweist, die miteinander abwechseln. Erfindungsgemäß werden die Vertiefungen derart erzeugt, dass sie rillenförmig ausgebildet sind und auf wenigstens einer Schar im Wesentlichen parallel über die gesamte Ausdehnung des strukturierten Prägebereichs verlaufender virtueller gerader Linien liegen.
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Die Erzeugung rillenförmiger Vertiefungen auf wenigstens einer Schar im Wesentlichen parallel zueinander verlaufender virtueller gerader Linien hat den Vorteil, dass sich die Vertiefungen über den gesamten strukturierten Prägebereich auf einfache Weise und in wenigen Verfahrensschritten maschinell erzeugen lassen. Unter einem im Wesentlichen parallelen Verlauf soll hier eine Abweichung von der Parallelität von maximal 5 ° und insbesondere maximal 2 ° verstanden werden. Die geraden Linien, denen die Vertiefungen folgen, verlaufen über die gesamte Ausdehnung des strukturierten Prägebereiches durchgehend. Dies bedeutet, dass Vertiefungen und Erhebungen über die gesamte vom Prägebereich eingenommene Fläche sehr regelmäßig verteilt sind, was die Herstellung dieses Prägebereiches sehr erleichtert. Zwischen den erzeugten Vertiefungen bleiben Erhebungen bestehen, die von den Vertiefungen begrenzt werden. Insgesamt wechseln sich daher im Prägebereich Erhebungen und Vertiefungen ab.
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Die Vertiefungen werden zweckmäßig durch folgende Verfahren erzeugt: Schleifen, insbesondere Profilschleifen, Fräsen, insbesondere Walz-, Scheiben-, Schaft- oder Formfräsen, Erodieren, Laserstrahlung, Ultraschallabtragung oder Gravieren. Grundsätzlich ist zur Erzeugung der Vertiefungen jedes abtragende Verfahren geeignet. Die vorstehend genannten Verfahren eignen sich jedoch besonders gut zur Erzeugung der rillenförmigen Vertiefungen. Besonders bevorzugt ist es dabei aus Gründen der Verfahrensökonomie, wenn sämtliche Vertiefungen mit ein und demselben Verfahren, also beispielsweise ausschließlich durch Profilschleifen, erzeugt werden. Es ist jedoch ebenfalls denkbar, verschiedene Verfahren in Kombination miteinander einzusetzen. Mit den vorstehend genannten Verfahren können Vertiefungen und damit strukturierte Prägebereiche selbst in gehärteten Werkzeugplatten, beispielsweise gehärtetem Stahl, erzeugt werden. Dies wiederum führt dazu, dass auch harte Metallplatten wie beispielsweise Federstahlplatten mit dem erfindungsgemäß hergestellten Prägewerkzeug geprägt und strukturiert werden können. Alternativ ist es selbstverständlich ebenfalls möglich, den strukturierten Prägebereich in einer ungehärteten, weichen Werkzeugplatte durch Einbringen der Vertiefungen zu erzeugen und die Werkzeugplatte mit dem wenigstens einen strukturierten Prägebereich anschließend zu härten.
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Die Formen der Vertiefungen und Erhebungen des strukturierten Prägebereiches können auf vielfältige Art und Weise variiert werden. Form, Größe und Lage der Vertiefungen bedingen entsprechend Form, Größe und Lage der verbleibenden Erhebungen des Prägebereiches. Dabei können insbesondere die Tiefe, mit welcher die Vertiefungen in den Prägebereich eingetieft werden, die Querschnittsform der Vertiefungen in einer zu ihrer Längserstreckungsrichtung senkrechten Richtung, die Breite der Vertiefungen und ihr Abstand zueinander in geeigneter Weise variiert werden. Um die entsprechende Querschnittsform der Vertiefungen zu erzeugen, wird zweckmäßig ein Werkzeug zur Erzeugung der Vertiefungen eingesetzt, das mit wenigstens einem Profilbereich versehen ist, dessen Querschnittsform der Querschnittsform der Vertiefungen in einer zu deren Längserstreckung senkrechten Richtung entspricht. Der Profilbereich des Werkzeugs gräbt sich also beim Erzeugen der Vertiefungen in die Werkzeugplatte ein und erzeugt dort eine Vertiefung mit einer Form, die im Wesentlichen der Form des Profilbereiches entspricht. Dabei ist es grundsätzlich möglich, eine Vertiefung nach der anderen dadurch zu erzeugen, dass das Werkzeug mit seinem Profilbereich zunächst entlang einer ersten der virtuellen geraden Linien über den Prägebereich der Werkzeugplatte geführt wird und anschließend seitlich versetzt entlang einer weiteren der parallelen virtuellen geraden Linien geführt wird, um eine weitere Vertiefung zu erzeugen, und so weiter, bis sämtliche Vertiefungen des strukturierten Prägebereiches erzeugt sind. Effektiver ist es jedoch, wenn das Werkzeug mehrere parallel zueinander angeordnete Profilbereiche besitzt, so dass mehrere Vertiefungen gleichzeitig im Prägebereich erzeugt werden. Dabei müssen die Profilbereiche nicht unbedingt den gleichen Abstand zueinander aufweisen, wie ihn später unmittelbar benachbarte Vertiefungen im strukturierten Prägebereich besitzen sollen. Gerade bei sehr eng zueinander benachbarten Vertiefungen ist es sinnvoller, wenn die Profilbereiche des Werkzeugs einen Abstand zueinander aufweisen, der einem Vielfachen des Abstandes zwischen den zu erzeugenden Vertiefungen entspricht. Zwischen den zunächst im strukturierten Prägebereich erzeugten Vertiefungen ist also noch ein unstrukturierter Bereich vorhanden, der nach und nach durch seitliches Versetzen des Werkzeugs und anschließendes Erzeugen weiterer Vertiefungen strukturiert wird, bis der gesamte Prägebereich mit der gewünschten Strukturierung versehen ist.
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Besonders leicht automatisieren lässt sich das Einbringen der Vertiefungen, wenn die einzelnen Vertiefungen entlang virtueller gerader Linien erzeugt werden, die einen gleichen Abstand voneinander aufweisen. Dies ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Es ist ebenso gut möglich, dass die virtuellen geraden Linien, entlang derer die Vertiefungen des strukturierten Prägebereiches verlaufen, zumindest in einem Teilbereich des Prägebereiches voneinander unterschiedliche Abstände aufweisen. Beispielsweise können in einem oder mehreren Bereichen des Prägebereiches die Vertiefungen in einem größeren Abstand zueinander eingebracht werden, so dass in diesem Bereich breitere Erhebungen verbleiben, während in anderen Bereichen die Vertiefungen näher beieinander liegen und so schmalere Erhebungen erzeugt werden. Auf diese Weise lässt sich auch die Stabilität der verbleibenden Erhebungen gezielt einstellen. Beispielsweise können durch eng beieinander liegende Vertiefungen oder breite Vertiefungen, zwischen denen nur schmale Erhebungen verbleiben, Erhebungen erhalten werden, die leichter plastisch verformbar sind als breitere Erhebungen. Außerdem ist es beispielsweise möglich, die Vertiefungen nach oben, zur Oberfläche der Werkzeugplatte hin, so breit zu machen, dass benachbarte Vertiefungen im Bereich der Oberfläche miteinander überlappen. Auf diese Weise werden Erhebungen erhalten, deren höchster Punkt niedriger liegt als die Ausgangsoberfläche der Werkzeugplatte, in welche die Vertiefungen eingebracht wurden. Durch entsprechende Variation der Vertiefungen ist es möglich, über den Prägebereich Erhebungen zu erhalten, die in ihrer Höhe variieren. Außerdem sind auch Variationen der Form der Erhebungen durch Variation der Form der eingebrachten Vertiefungen möglich. Die Variation der Form der Vertiefungen ist, wie erwähnt, am einfachsten durch Variation des Profilbereiches des Werkzeugs möglich, mit dem die Vertiefungen in den Prägebereich eingebracht werden.
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Nachfolgend sollen einige bevorzugte Werkzeuge genannt werden, mit welchen sich die Vertiefungen im strukturierten Prägebereich besonders gut erzeugen lassen. Ein bevorzugtes Werkzeug ist ein Profilschleifwerkzeug, das eine Schleifscheibe aufweist, an deren Außenumfang mindestens ein Profilbereich ausgebildet ist. Die Schleifscheibe wird um eine senkrecht zur Scheibenfläche gelagerte Achse rotiert. Das Profilschleifwerkzeug wird in einer senkrecht zur Achsrichtung verlaufenden Richtung entlang der virtuellen geraden Linien über die zu strukturierende Fläche geführt. Dabei gräbt sich der mindestens eine Profilbereich am Außenumfang der Schleifscheibe in die Werkzeugplatte ein. Die nächste Vertiefung wird erzeugt, indem das Profilschleifwerkzeug in Achsrichtung seitwärts auf die nächste virtuelle Linie gesetzt und auf dieser entlang geführt wird, bis die zweite Vertiefung über den gesamten zu strukturierenden Prägebereich eingetieft ist. Diese Schritte werden so lange wiederholt, bis sämtliche für den Prägebereich vorgesehenen Vertiefungen erzeugt sind. Bei Verwendung einer Schleifscheibe, die am Außenumfang mehrere parallel zueinander angeordnete Profilbereiche aufweist, kann das Verfahren beschleunigt werden.
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In ähnlicher Weise wie die Schleifwerkzeuge können auch Fräswerkzeuge eingesetzt werden, die wenigstens eine Frässcheibe aufweisen, an deren Außenumfang erneut ein Profilbereich ausgebildet ist. Anstelle eines Fräswerkzeugs mit Frässcheiben kann auch eine Walzfräse verwendet werden, die die Form einer Walze aufweist, auf deren Außenumfang umlaufend mehrere parallel zueinander verlaufende Profilbereiche vorhanden sind. Damit durch Vorantreiben der Walzfräse in einer Richtung senkrecht zur Achsrichtung Vertiefungen erhalten werden, die auf parallel verlaufenden virtuellen geraden Linien liegen, sind die Profilbereiche so auf der Außenumfangsfläche angeordnet, dass sie entlang einer Linie umlaufen, auf der die Außenumfangsfläche von einer senkrecht zur Achsrichtung der Walze liegenden Ebene geschnitten wird.
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Während bei den vorgenannten Verfahren die Rotationsachse des Werkzeugs im Wesentlichen parallel zur Oberfläche der zu strukturierenden Werkzeugplatte gehalten wird, ist die Rotationsachse in den folgenden Verfahren im Wesentlichen senkrecht oder schräg zur Oberfläche des zu bearbeitenden Bereiches angeordnet. Im Falle eines Schaftfräsers wird das Fräswerkzeug in der Regel schräg zu der zu behandelnden Oberfläche angesetzt, und die Vertiefung wird mit dem vorderen stirnseitigen Kantenbereich der Fräswalze in die Oberfläche eingegraben, wobei dieser Kantenbereich hier bevorzugt als Profilbereich ausgebildet ist, um der erzeugten Vertiefung ein gewünschtes Profil zu verleihen. Beim Formfräsen ist der Profilbereich im Spitzenbereich des Stichels oder Einschneiders ausgebildet. Zum Erzeugen der Vertiefungen wird der Stichel um seine Längsachse rotiert und dabei gleichzeitig entlang einer virtuellen geraden Linien vorgeschoben. In ähnlicher Weise kann anstelle eines Formfräswerkzeuges auch ein Formstift zum Schleifen verwendet werden. Zum Erzeugen der Vertiefungen sind außerdem Ultraschall-gestützte Abtragungswerkzeuge besonders geeignet, deren Spitze einen Profilbereich aufweist. Derartige Abtragungsverfahren sind auch als "Ultrasonic"-Verfahren bekannt. Geeignete Werkzeuge werden beispielsweise von der Sauer GmbH, D-55758 Stipshausen, siehe auch www.gildemeister.com, angeboten.
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Eine weitere Möglichkeit zur Erzeugung der Vertiefungen im strukturierten Prägebereich ist das Senkerodieren mittels einer geeignet geformten Elektrode. Das Senkerodieren hat den Vorteil, dass sehr viele und bevorzugt sämtliche Vertiefungen des strukturierten Prägebereiches auf einmal erzeugt werden können. Die Erosionselektrode liegt also bevorzugt über den gesamten zu strukturierenden Prägebereich auf der Werkzeugoberfläche auf. Im Elektrodenmaterial, das bevorzugt aus Kupfer oder Graphit besteht, sind dafür Erhebungen vorhanden, welche den zu erzeugenden Vertiefungen des Prägebereiches entsprechen. Diese Erhebungen müssen zunächst in der Elektrodenoberfläche erzeugt werden. Besonders bevorzugt geschieht dies mittels einem der vorstehend beschriebenen Verfahren, also beispielsweise durch Fräsen oder Schleifen des Elektrodenmaterials in der Weise, dass die benötigten Erhebungen des Elektrodenmaterials stehen bleiben. Das Verfahren mag zunächst etwas umständlich erscheinen, da sozusagen das Negativ vom Negativ hergestellt werden muss, jedoch wird der Mehraufwand bei der Herstellung der Elektrode dadurch ausgeglichen, dass bei der Herstellung des Prägewerkzeugs sämtliche Vertiefungen des Prägebereiches in einem Arbeitsschritt erzeugt werden können.
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Werden die Vertiefungen im erfindungsgemäßen Verfahren derart erzeugt, dass sie auf lediglich einer Schar im Wesentlichen parallel über die gesamte Ausdehnung des strukturierten Prägebereichs verlaufender virtueller gerader Linien liegen, wird ein Prägebereich erhalten, in dem wellenartig parallel zueinander verlaufende Vertiefungen mit dazwischen liegenden erhöhten Rippen gebildet sind. Form und Größe der Vertiefungen und der dazwischen liegenden Rippen können auf die schon beschriebene Weise variiert werden. Größere Variationsmöglichkeiten im Hinblick auf die Struktur des Prägebereiches ergeben sich jedoch, wenn die Vertiefungen auf mehr als einer Schar paralleler virtueller gerader Linien verlaufen. Allerdings erhöht sich hierdurch der Aufwand bei der Herstellung des Prägebereiches, da zusätzliche Vertiefungen erzeugt werden müssen. Die Vertiefungen verlaufen dann also entlang mindestens zweier sich schneidender Scharen virtueller gerader Linien. Bevorzugt ist es dabei, wenn die Vertiefungen so erzeugt werden, dass sie in einem Winkel von 30 bis 150 °, bevorzugt 45 bis 135 ° und besonders bevorzugt von 80 bis 100 ° verlaufen. In einer ganz besonders bevorzugten Verfahrensvariante werden die Vertiefungen so erzeugt, dass zwei Scharen sich schneidender virtueller gerader Linien rechtwinklig zueinander verlaufen. In allen Fällen ergeben sich netzartige Strukturen der Vertiefungen mit dazwischen liegenden Erhebungen, die im Falle rechtwinklig zueinander angeordneter Linienscharen eine rechteckige oder quadratische Grundfläche aufweisen.
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Es ist ebenfalls möglich, die Vertiefungen so zu erzeugen, dass sie auf mehr als zwei Scharen sich schneidender virtueller gerader Linien verlaufen. Wegen des zunehmenden Aufwands der Erzeugung der Vertiefungen ist es jedoch nicht bevorzugt, mehr als drei Scharen virtueller gerader Linien als Strukturmuster für die Vertiefungen zu verwenden. Liegen die Vertiefungen auf drei Scharen virtueller gerader Linien, so schneiden sich diese bevorzugt in einem Winkel von 60 °. Die Erhebungen des strukturierten Prägebereiches haben entsprechend jeweils die Grundfläche eines gleichschenkligen Dreiecks.
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Wie bereits mehrfach erwähnt, gibt es hinsichtlich Verlauf, Größe und Form der Vertiefungen eine Vielzahl von Variationsmöglichkeiten, mit welchen auf die Eigenschaften des Prägebereiches und letztendlich auf die Eigenschaften der Oberflächenstrukturierung in der zu prägenden Metallplatte Einfluss genommen werden kann. Die Vertiefungen des wenigstens einen Prägebereiches des Prägewerkzeuges entsprechen letztendlich Erhebungen der Oberflächenstrukturierung der geprägten Metallplatte. Entsprechend wird die Querschnittsform der Vertiefungen so gewählt, dass die zu ihnen komplementären Erhebungen der erzeugten Oberflächenstrukturierung die gewünschte Form erhalten. Diese Form ist grundsätzlich beliebig. Bevorzugt sind jedoch Querschnitte, die trapezförmig, dreieckig, gerundet oder rechteckig sind. Die Erhebungen, die stehenbleiben, nachdem die Vertiefungen in den Prägebereich eingetieft wurden, weisen bevorzugt einen kuppenförmigen, rechteckigen, dreieckigen oder trapezförmigen Querschnitt auf. Da im erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt netzartige Vertiefungen erzeugt werden - also Vertiefungen, die entlang mehrerer sich schneidender Scharen virtueller gerader Linien verlaufen - sind solche Erhebungen bevorzugt, die die Form eines Polyederstumpfes aufweisen.
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Die Erhebungen können nicht nur in ihrer Form, sondern auch in ihrer Höhe über den Prägebereich variiert werden. Sind pro Prägeform mehrere Prägebereiche vorhanden, ist auch eine Variation von Form und Höhe der Erhebungen von Prägebereich zu Prägebereich möglich. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Höhe der Erhebungen bereits durch entsprechende Ausgestaltung der Vertiefungen während deren Erzeugung variiert werden kann. Eine andere Möglichkeit der Höhenvariation der Erhebungen besteht darin, dass ihre Höhe nach der Erzeugung der Vertiefungen verändert wird. Beispielsweise ist es grundsätzlich möglich, die Erhebungen zunächst mit größerer als der gewünschten Höhe zu erzeugen und die Höhe der Erhebungen anschließend über den gesamten Prägebereich zu verringern. Dies kann beispielsweise zu dem Zweck geschehen, eine über den gesamten Prägebereich einheitliche Höhe der Erhebungen zu erreichen. Anstelle der gleichmäßigen Höhenreduktion ist aber auch eine bereichsweise Reduktion der Höhe der Erhebungen möglich. Auf diese Weise kann gezielt eine Höhentopographie innerhalb des strukturierten Prägebereiches des Prägewerkzeugs erzeugt werden. Diese Topographie des Prägebereiches wiederum führt zu einer Topographie innerhalb der Oberflächenstrukturierung der mit dem Prägewerkzeug geprägten Metallplatte.
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Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass es für die Herstellung des Prägewerkzeugs von besonderem Vorteil ist, dass sich sämtliche Vertiefungen auf wenigstens einer Schar parallel zueinander verlaufender gerader Linien befinden, die sich über den gesamten Prägebereich erstrecken. Dies bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass der Prägebereich immer eine in sich geschlossene und relativ einfache Struktur aufweisen muss. Der Prägebereich kann beispielsweise auch ringförmig ausgebildet sein und in seiner Mitte einen Bereich aufweisen, in dem keine Vertiefungen und Erhebungen vorhanden sind. Ebenso gut sind Formen mit stark eingewölbten Außenkonturen oder Ausstülpungen möglich. Es ist also möglich, dass eine Vertiefung durch einen eingebuchteten Bereich ohne Vertiefungen und Erhebungen (also ohne strukturierten Bereich) in ihrer Längserstreckung unterbrochen wird. Dies steht jedoch nicht im Widerspruch zu der Aussage, dass die Vertiefungen derart erzeugt werden, dass sie auf wenigstens einer Schar im Wesentlichen parallel über die gesamte Ausdehnung des strukturierten Prägebereichs verlaufender gerader Linien liegen, denn bei diesen Linien handelt es sich um virtuelle Linien. So verläuft beispielsweise eine virtuelle gerade Linie über die gesamte Breite eines strukturierten Prägebereiches hinweg, während die Vertiefung, die dieser virtuellen Linie folgt, von einem Bereich ohne Strukturierung unterbrochen wird, sich dann aber nach der Unterbrechung auf derselben virtuellen Linie fortsetzt.
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Die Herstellung eines solchen strukturierten Prägebereiches erfolgt beispielsweise derart, dass zunächst Vertiefungen in einem Bereich erzeugt werden, der größer ist als der benötigte strukturierte Prägebereich. Dieser größere Bereich ist vollständig mit Vertiefungen überzogen. Im Falle eines ringförmigen Prägebereiches beispielsweise werden Vertiefungen also zunächst auch im Inneren des ringförmigen Bereiches und gegebenenfalls auch noch um dessen Außenkontur herum fortlaufend erzeugt. Anschließend werden diejenigen mit Vertiefungen versehenen Bereiche, die außerhalb des benötigten Prägebereiches liegen, entfernt. Dies kann prinzipiell auf verschiedene Art und Weise geschehen. In einer Variante wird der benötigte Prägebereich vollständig aus der bearbeiteten Werkzeugplatte herausgetrennt und als gesondertes Teil in eine dafür vorgesehene Stelle einer der Prägeformen eingesetzt. Das Heraustrennen des Prägebereiches aus der bearbeiteten Werkzeugplatte kann beispielsweise durch Drahterosion oder durch irgendein anderes geeignetes Schneid- oder Trennverfahren erfolgen.
In einer anderen Variante bleibt der als Prägebereich benötigte strukturierte Bereich in der bearbeiteten Werkzeugplatte als erhabener Bereich erhalten, während die umliegenden Bereiche in ihrer Höhe reduziert werden. Dies bedeutet, dass die Erhebungen, welche durch das Eingraben der Vertiefungen außerhalb des Prägebereiches erhalten wurden, in ihrer Höhe so deutlich reduziert werden, dass sie keine Prägewirkung auf die zu bearbeitende Metallplatte mehr ausüben können. Besonders bevorzugt werden die Erhebungen vollständig abgetragen. Es bleibt also nur noch der mit Vertiefungen und Erhebungen versehene Prägebereich als erhabener Bereich in der Werkzeugplatte erhalten. Das Abtragen der Erhebungen außerhalb des Prägebereiches kann in jeder geeigneten Art und Weise durchgeführt werden. Bevorzugt werden die Erhebungen durch Schleifen oder Fräsen in ihrer Höhe reduziert oder ganz abgetragen.
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Das nachträgliche Herausarbeiten der benötigten Prägebereiche aus einer größerflächig mit Erhebungen und Vertiefungen versehenen Werkzeugplatte hat den Vorteil, dass auch sehr kompliziert ausgebildete Prägebereiche auf einfache und kostengünstige Weise erhalten werden können, ohne dass diese Form bereits bei der Erzeugung der Vertiefungen berücksichtigt werden müsste. Außerdem ist es möglich, Werkzeugplatten mit verschiedensten Oberflächenstrukturierungen bereitzuhalten und aus diesen nach Bedarf gezielt Prägebereiche herauszuarbeiten und in Prägewerkzeugen zu verwenden. Auf diese Weise stehen schnell und einfach geeignete Prägewerkzeuge für bestimmte Anwendungen zur Verfügung. Das Prägewerkzeug selbst muss dabei - abgesehen von der Auswechslung des Prägebereiches - nicht geändert werden. Das Einsetzen separater Prägebereiche in die Prägeformen erlaubt es zudem, in einer einzigen Prägeform ganz unterschiedlich strukturierte Prägebereiche zu verwenden und die Prägebereiche sehr variabel den Erfordernissen anzupassen.
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In der einfachsten Ausführungsform wird lediglich ein einziger Prägebereich in einer der Prägeformen des Prägewerkzeugs verwendet, so dass nur auf einer Oberfläche der zu bearbeitenden Metallplatte eine Oberflächenstrukturierung eingeprägt wird. Bevorzugt ist es allerdings, Prägeformen zu verwenden, die auf ihren sich gegenüberliegenden Oberflächen jeweils einen strukturierten Prägebereich aufweisen. Zweckmäßig sind diese Prägebereiche gleichartig ausgebildet, dies ist jedoch nicht zwingend nötig. Um sicherzustellen, dass sich gegenüberliegende Prägebereiche die gleiche Form aufweisen, ist es möglich, zwei strukturierte Werkzeugplatten gegenüberliegend anzuordnen und in einem Arbeitsgang aus beiden Platten gemeinsam die gewünschten Prägebereiche herauszutrennen. In gleicher Weise können an den sich gegenüberliegenden Platten auch in einem gemeinsamen Abtragungsschritt nicht benötigte Erhebungen um die strukturierten Prägebereiche herum entfernt werden. Bei sich gegenüber liegenden Prägebereichen ist es bevorzugt, dass die Vertiefungen so erzeugt werden, dass die Erhebungen eines Prägebereiches einer der Prägeformen in die Vertiefungen des gegenüberliegenden Prägebereiches der anderen Prägeform eingreifen können.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann auf verschiedenste metallische Materialien zur Herstellung der strukturierten Prägebereiche angewendet werden. Wie bereits erwähnt, eignet sich das Verfahren auch zur Herstellung strukturierter Prägebereiche in gehärteten Werkzeugplatten wie beispielsweise gehärtetem Stahl. Alternativ ist es möglich, die Vertiefungen in weiche, nicht gehärtete Werkzeugplatten einzubringen und die strukturierten Platten anschließend zu härten. Das Material der zu strukturierenden Werkzeugplatten richtet sich in erster Linie nach der beabsichtigten Anwendung. Üblicherweise sind Materialstärken von 5 bis 200 mm, bevorzugt 10 bis 80 mm, für die zu erwartenden Kraftbeanspruchungen ausreichend. Bei Erhebungen mit großer Höhe sind eventuell auch dickere Platten erforderlich.
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Das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltene Prägewerkzeug eignet sich zur Erzeugung vielfältigster Oberflächenstrukturierung in den unterschiedlichsten Materialien und insbesondere zur Oberflächenstrukturierung von Metallplatten wie beispielsweise Dichtungslagen einer Flachdichtung, insbesondere einer Zylinderkopfdichtung, Abgaskrümmerdichtung oder Flanschdichtung. Gleichermaßen können auch Teile solcher Metallplatten geprägt werden, also beispielsweise so genannte Inserts, die in Aussparungen größerer Platten eingesetzt werden. Beispielhaft seien ringförmige Abschnitte erwähnt, die um die Durchgangsöffnungen in Dichtungsplatten gebildet werden. Die eingeprägten Strukturen - und entsprechend die Strukturierung des Prägebereiches des Prägewerkzeugs - können dabei so ausgelegt sein, dass sie die Haftung von Kunststoffen (zum Beispiel für elastomere Dichtelemente oder Oberflächenbeschichtungen) auf der metallischen Oberfläche verbessern, verdickte Bereiche zur Abstützung benachbarter elastischer Dichtelemente bilden, Bereiche mit vorgegebener plastischer Verformbarkeit und/oder bestimmter Topographie bilden oder ähnliches.
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Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert werden. Die Zeichnungen beschreiben ausschließlich beispielhaft bevorzugte Varianten der vorliegenden Erfindung, ohne dass die Erfindung jedoch auf diese Beispiele beschränkt wäre. In den Zeichnungen bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche Teile. Die Figuren sind schematisch und zeigen:
- Figur 1
- eine Zwischenstufe bei der Herstellung eines Prägewerkzeugs mittels Schleifen;
- Figur 2
- ein Zwischenstadium bei der Herstellung eines Prägewerkzeugs mittels Fräsen;
- Figur 3 (a)
- eine Vorderansicht auf ein Schleifwerkzeug während des Einbringens von Vertiefungen in eine Werkzeugplatte;
- Figur 3 (b)
- den Bereich O in Figur 3 (a) in einer vergrößerten Darstellung;
- Figuren 4 und 5
- zwei unterschiedlich ausgebildete Schaftfräser beim Einbringen von Vertiefungen in eine Werkzeugplatte;
- Figuren 6 und 7
- zwei unterschiedlich ausgebildete Fräswerkzeuge beim Einfräsen von Vertiefungen in eine Werkzeugplatte;
- Figur 8
- das Einbringen von Vertiefungen in eine Werkzeugplatte mittels Senkerodieren;
- Figur 9
- das Einbringen von Vertiefungen in eine Werkzeugplatte durch Fräsen mit einem Einschneider;
- Figur 10
- das Einbringen von Vertiefungen in eine Werkzeugplatte mittels Laserstrahlung;
- Figur 11
- das ultraschall-unterstützte Einbringen von Vertiefungen in eine Werkzeugplatte;
- Figur 12
- das Einbringen von Vertiefungen in eine Werkzeugplatte mittels Formschleifen;
- Figuren 13 bis 17
- Draufsichten auf verschiedene strukturierte Prägebereiche eines Prägewerkzeugs;
- Figuren 18 und 19
- Draufsichten auf strukturierte Prägebereiche, in denen die Vertiefungen auf zwei sich senkrecht schneidenden Scharen gerader Linien verlaufen;
- Figur 20
- eine Teilansicht eines Prägewerkzeugs mit zwei jeweils mit Vertiefungen und Erhebungen versehenen Prägeformen, die ineinandergreifen;
- Figur 21 (a)
- eine Teilansicht eines Prägewerkzeugs, das im Wesentlichen demjenigen der Figur 19 entspricht, wobei jedoch in der unteren Prägeform die Erhebungen unterschiedliche Höhen aufweisen;
- Figur 21 (b)
- ein Querschnitt durch das Prägewerkzeug gemäß Figur 21 (a) im eingekreisten Bereich;
- Figuren 22 (a) bis (d)
- verschiedene Verfahrensstadien bei der Herstellung separater Prägebereiche mit Darstellung der unteren und oberen Prägeplatte; und
- Figur 23
- eine Querschnittsansicht eines Prägewerkzeugs mit zwei Prägeformen und dazwischen eingelegter geprägter Metallplatte.
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Figur 1 zeigt ein Zwischenstadium bei der Herstellung eines Prägewerkzeugs, nämlich konkret ein Zwischenstadium bei der Herstellung eines strukturierten Prägebereiches 9. Der Prägebereich 9 ist als erhabener Bereich, hier beispielhaft in rhombischer Form, auf einem hier nur ausschnittweise gezeigten Aufspanntisch 30 angeordnet. Aufspanntisch 30 und Prägebereich 9 bestehen zweckmäßig aus Metall, beispielsweise aus gehärtetem Edelstahl. Der Prägebereich 9 soll über seine gesamte Oberfläche mit einer Strukturierung versehen werden. Die Strukturierung des Prägebereiches 9 besteht im vorliegenden Fall aus einer Vielzahl parallel zueinander verlaufender linearer Vertiefungen 10. Gezeigt ist hier ein Zwischenstadium, in dem der Prägebereich 9 etwa zur Hälfte, im Bild links, mit Vertiefungen 10 versehen ist.
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Die Vertiefungen 10 werden im gezeigten Beispiel durch Schleifen in die Oberfläche des Prägebereiches 9 eingetieft. Hierfür wird ein Profilschleifwerkzeug WPS verwendet. Dieses Profilschleifwerkzeug umfasst eine Profilschleifscheibe (S), die auf einer Rotationsachse R angeordnet ist und zwei Profile P1 und P2 aufweist, die parallel und mit einem Abstand zueinander angeordnet sind. Die Rotationsachse R wird mittels einer Antriebsvorrichtung, die hier nicht näher dargestellt ist, in Rotation versetzt, wodurch die Profilschleifscheibe S ebenfalls gedreht wird. Das rotierende Profilschleifwerkzeug WPS wird nun solange entlang der Pfeile X und Y über den zu strukturierenden Bereich 9 geführt, bis die Vertiefungen 10 die erforderliche Tiefe erreicht haben. Anschließend wird das Profilschleifwerkzeug in Richtung des Pfeils Z um eine definierte Strecke seitlich versetzt, und es werden auf die vorstehend beschriebene Weise zwei weitere Vertiefungen in den Profilbereich 12 eingebracht. Dieses Vorgehen wird solange fortgesetzt, bis der gesamte Profilbereich mit Vertiefungen strukturiert ist. Dabei werden jeweils zwei voneinander beabstandete Vertiefungen 10 gleichzeitig erzeugt. Diese Vertiefungen weisen dabei einen Abstand voneinander auf, der größer ist als der Abstand zwischen zwei unmittelbar benachbarten Vertiefungen. Im konkreten Fall ist der Abstand A zwischen den benachbarten Profilen P1 und P2 der Schleifscheibe S dreimal so groß wie der Abstand a zwischen unmittelbar benachbarten Vertiefungen 10. Dies ist am besten an Figur 3 (a) zu erkennen, welche eine Draufsicht auf den Außenumfangsbereich des Profilschleifwerkzeugs WPS zeigt.
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Figur 3 (a) ist außerdem zu entnehmen, dass die Außenumfänge der Profile P1 und P2 der Schleifscheibe S einen Querschnitt aufweisen, der dem Querschnitt der Vertiefung 10 des strukturierten Prägebereiches 9 entspricht. Das Außenumfangsprofil der Profile P1 und P2 ist trapezförmig ausgebildet. Entsprechend ergeben sich Vertiefungen 10 mit trapezförmigem Querschnitt. Benachbarte Vertiefungen 10 werden in einem solchen Abstand zueinander angeordnet, dass zwischen ihnen Erhebungen 11 verbleiben, deren Querschnittsprofil dem Querschnittsprofil der Vertiefungen 10 entspricht, also ebenfalls trapezförmig ist. Auf diese Weise wird auf der Oberfläche der Werkzeugplatte 12 ein Prägebereich 9 mit einer sehr regelmäßigen wellenartigen Struktur mit abwechselnden, gleich breiten Vertiefungen und Erhebungen erhalten. Ein solcher strukturierter Prägebereich ist auch in Figur 13 dargestellt.
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Figur 3 (b) zeigt eine Vergrößerung des mit der Punktlinie bezeichneten Ausschnitts O der Figur 3 (a). Die Figur soll einige bevorzugte Abmessungen des Schleifwerkzeugs WPS und des mit diesem hergestellten strukturierten Prägebereiches 9 mit seinen Vertiefungen 10 und Erhebungen 11 veranschaulichen. Dabei bezeichnet α den Winkel der Flanken des Profilbereiches P (wobei hier P1 gleich P2 ist), der gleichzeitig dem Neigungswinkel der Flanken der Vertiefungen 10 im Prägebereich 10 entspricht. Der Winkel α beträgt bevorzugt zwischen 60 und 150 °, besonders bevorzugt 70 bis 140 ° und insbesondere 90 bis 120 °. Die Höhe H der Profilbereiche liegt bevorzugt in einem Bereich von 0,05 bis 0,5 mm und insbesondere zwischen 0,08 und 0,2 mm. Die Breite B der stirnseitigen Kantenflächen der Profilbereiche liegt bevorzugt in einem Bereich von 0 bis 1 mm, bevorzugt bei 0,1 bis 0,3 mm, wobei sich bei 0 mm Vertiefungen mit dreieckigem Querschnitt ergeben. Die Breite b der Sattelflächen der Erhebungen 11 wird durch den Abstand bestimmt, mit dem die Vertiefungen 10 im zu strukturierenden Bereich erzeugt werden. Bevorzugte Werte liegen hier bei 0 bis 1 mm, wobei 0 mm bedeutet, dass die Vertiefungen abstandslos nebeneinander gesetzt werden. Die Seitenlänge an den Basen der Erhebungen ergibt sich aus den übrigen Abmessungen.
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Figur 2 zeigt eine weitere Möglichkeit der Erzeugung von Vertiefungen 10 im strukturierten Prägebereich 9: Im Unterschied zu dem in Figur 1 gezeigten Verfahren werden hier die Vertiefungen nicht geschliffen, sondern eingefräst. Zum Fräsen wird ein Fräswerkzeug WFS mit zwei parallel zueinander angeordneten Frässcheiben FS1 und FS2 verwendet. Bis auf die Frässcheiben anstelle der Schleifscheiben entspricht das Fräswerkzeug dem Profilschleifwerkzeug der Figur 1. Das Einfräsen der Vertiefungen 10 unterscheidet sich vom Schleifvorgang insofern, als das Fräswerkzeug WFS entsprechend der Ausrichtung der Fräszähne nur in einer Richtung, nämlich in Richtung des Pfeils X, über den Profilbereich 12 geführt wird.
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Figuren 6 und 7 zeigen Fräswerkzeuge, wie sie im Verfahren gemäß Figur 2 eingesetzt werden können. In beiden Fällen sind die Profilbereiche P1 und P2 in einem Abstand A zueinander angeordnet, der dem dreifachen des Abstandes a zwischen benachbarten Vertiefungen 10 entspricht. In Figur 7 sind die Profilbereiche P1 und P2 auf dem Außenumfang WA einer Walzfräse WWF ausgebildet. Der Abstand zwischen den Profilbereichen P1 und P2 ist daher, wie beim Schleifwerkzeug nach Figuren 1 und 3, nicht variabel. Anders ist dies beim Fräswerkzeug WFS, das in Figur 6 dargestellt ist. Hier sind zwei voneinander getrennte Frässcheiben FS1 und FS2 auf einer Rotationsachse R montiert. Der Abstand A zwischen den Frässcheiben FS1 und FS2 kann daher grundsätzlich auch auf einen anderen Abstand A eingestellt werden als der dreifache Abstand zwischen den Vertiefungen 10. Das Fräswerkzeug WFS der Figur 6 kann also auch dafür verwendet werden, Vertiefungen 10 mit anderen Abständen zueinander als in Figur 6 gezeigt zu erzeugen, indem die Frässcheiben FS1 und FS2 auf der Achse R gegeneinander verschoben werden. Dabei kann der Abstand der Vertiefungen 10 zueinander innerhalb desselben Prägebereiches 9 variiert werden, oder, falls gewünscht, von Prägebereich zu Prägebereich unterschiedlich ausgebildet werden. Die Profilbereiche P1 und P2 am Außenumfang der Frässcheiben FS1 und FS2 sowie auf der Außenumfangsfläche WA der Walzfräse WWF in Figur 7 sind jeweils so gestaltet, dass sich Vertiefungen mit trapezförmigem Querschnitt ergeben.
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In Figuren 4 und 5 ist die Erzeugung der Vertiefungen des strukturierten Prägebereiches 9 mittels Schaftfräsern dargestellt. Mit den Schaftfräsern WSF werden jeweils einzelnen Vertiefungen erzeugt, indem der Schaftfräser nacheinander entlang einzelner gerader Linien über den zu strukturierenden Prägebereich geführt wird. Dabei rotiert der Schaftfräser um die Rotationsachse R. Gefräst wird mit der vorderen Stirnkante des Schaftfräsers WSF, der hierzu mit einem Profilbereich P versehen ist, dessen Profil der Querschnittsform der Vertiefungen 10 entspricht. Die Schaftfräser werden dabei jeweils von Vertiefung zu Vertiefung im gleichen Winkel zur Oberfläche des zu strukturierenden Prägebereichs 12 angestellt. Der Profilbereich P1 des in Figur 4 dargestellten Schaftfräsers WSF ist so gestaltet, dass sich Vertiefungen mit dreieckigem Querschnittsprofil ergeben. Mit dem in Figur 5 dargestellten Schaftfräser WSF werden dagegen trapezförmige Profile erzeugt.
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Figur 8 verdeutlicht das Erzeugen von Vertiefungen durch Senkerodieren mittels einer Elektrode WSE. Die Elektrode besteht aus einem leitfähigen Material wie beispielsweise Kupfer oder Graphit. Während des Senkerosionsvorgangs wird die Elektrode WSE mit Spannung beaufschlagt, und die auf einer der Elektrodenoberflächen vorhandenen Erhebungen E graben sich dabei in die Oberfläche des zu strukturierenden Prägebereiches 9 ein und erzeugen auf diese Weise dort die Vertiefungen 10. Im vorliegenden Fall werden Vertiefungen 10 mit einem trapezförmigen Querschnitt erzeugt, weshalb die Querschnitte der Erhebungen E der Elektrode WSE ebenfalls einen trapezförmigen Querschnitt aufweisen. Das Einbringen der Vertiefungen V zur Strukturierung der Elektrodenoberfläche erfolgt zweckmäßig mit einem der vorstehend beschriebenen Schleif- oder Fräsverfahren. Es kann jedoch auch jedes andere geeignete Strukturierungsverfahren eingesetzt werden, beispielsweise eines der nachfolgend beschriebenen Verfahren. Der Vorteil des Senkerosionsverfahrens besteht darin, dass die gesamte Strukturierung des Prägebereiches 9 in einem einzigen Arbeitsschritt erzeugt werden kann.
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In Figur 9 werden die Vertiefungen 10 des Prägebereiches 9 mit einem Formfräswerkzeug WFF erzeugt. Hierzu wird ein Stichel oder Einschneider verwendet, der um seine Längsachse R rotiert wird, wie dies mit dem ringförmigen Pfeil verdeutlicht wird. Im Spitzenbereich des Formfräsers WFF ist ein Profilbereich P vorhanden, der so gestaltet ist, dass Vertiefungen 10 mit einem vorgegebenen Querschnittsprofil - hier erneut einem trapezförmigen Querschnittsprofil - erzeugt werden. Der Materialabtrag erfolgt mit der Schneide SC im Profilbereich. Die Vertiefungen 10 werden erneut einzeln und nacheinander erzeugt, indem der Stichel entlang paralleler Linien über den Prägebereich 9 geführt wird.
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Figur 10 verdeutlicht die Erzeugung der Vertiefungen 10 auf dem Prägebereich 9 mittels eines berührungsfreien Verfahrens, nämlich durch Laserabtrag mit einer Laservorrichtung WLS. Auch hier werden die Vertiefungen einzeln und nacheinander erzeugt, indem metallisches Material verdampft wird. Dabei kann es erforderlich sein, den Laserstrahl pro Vertiefung mehrmals entlang der Erstreckungsrichtung einer Vertiefung 10 zu führen, um ein bestimmtes Querschnittsprofil zu erzeugen.
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In Figur 11 wird das Erzeugen von Vertiefungen durch ein Ultraschall-unterstütztes Verfahren verdeutlicht. Hierbei wird ein Stift mit profilierter Spitze nacheinander in parallel zueinander verlaufenden Linien über den Prägebereich 9 geführt, um parallel zueinander verlaufende lineare Vertiefungen 10 zu erzeugen, die hier erneut ein trapezförmiges Querschnittsprofil besitzen. Der Stift WUS wird dabei erneut rotiert, wie mit dem kreisförmigen Pfeil verdeutlicht. Gleichzeitig wird zur Verbesserung der Abtragung der Stift mittels Ultraschall in Schwingung versetzt. Dies soll durch die kreisförmigen Linien im unteren Bereich des Stiftes und den Doppelpfeil Z verdeutlicht werden. Derartige Ultraschall-gestützte Abtrageverfahren sind auch unter dem Namen "Ultrasonic"-Verfahren bekannt. Geeignete Geräte sind beispielsweise von der Sauter GmbH (www.gildemeister.com) erhältlich.
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Figur 12 veranschaulicht die Erzeugung der Vertiefungen 10 mittels Formschleifen. Im Formschleifwerkzeug WS wird dabei ein profilierter Schleifstift verwendet, der um seine Längsachse R gedreht wird. Der Profilbereich P ist so ausgebildet, dass Vertiefungen mit trapezförmigem Querschnitt entstehen. Das Vorgehen entspricht demjenigen, das in Zusammenhang mit Figur 9 beschrieben wurde.
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In den vorangegangenen Figuren wurden hauptsächlich Verfahren zur Strukturierung des Prägebereiches eines Prägewerkzeugs beschrieben, welche zu vollständig symmetrischen Strukturen mit Vertiefungen und Erhebungen führen, die jeweils einen trapezförmigen Querschnitt aufweisen. Dies ist jedoch nur eine mögliche Art von Oberflächenstrukturierung des Prägebereiches. In Figur 4 wurde bereits ein weiteres Beispiel gezeigt, in dem Vertiefungen 10 und Erhebungen 11 einen dreieckigen Querschnitt aufweisen. Figuren 14 bis 17 zeigen weitere Beispiele von Strukturierungen des Prägebereiches 9, in denen sich jeweils lineare Vertiefungen 10 mit linearen Erhebungen 11 abwechseln. Im Prägebereich 9 der Figur 14 weisen die Vertiefungen 10 erneut einen dreieckigen Querschnitt auf. Verglichen mit Figur 4 sind hier aber die Vertiefungen in einem größeren Abstand zueinander angeordnet, so dass die Erhebungen 11 nicht dreieckförmig, sondern trapezförmig im Querschnitt senkrecht zu ihrer Längserstreckungsrichtung sind.
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In Figur 15 weist der Prägebereich 9 ein Wellenprofil mit jeweils gerundeten Querschnitten der Vertiefungen 10 und Erhebungen 11 auf. Auch in Figur 16 sind die Erhebungen 11 von annähernd gerundetem Querschnitt. Lediglich der obere Scheitelbereich der Erhebungen 11 ist abgeplattet. Diese Form der Erhebungen 11 kann entweder durch eine entsprechende Formgebung des Profilbereichs des Werkzeugs erhalten werden, mit dem die Vertiefungen 10 in den zu strukturierenden Bereich 9 eingebracht werden. Andererseits ist es möglich, die Erhebungen 11 zunächst mit einer größeren Höhe als der endgültigen Höhe zu erzeugen und die Oberfläche der Erhebungen 11 anschließend vollflächig oder partiell in ihrer Höhe zu reduzieren, beispielsweise indem der strukturierte Prägebereich 9 großflächig abgeschliffen wird.
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In Figur 17 ist eine Strukturierung des Prägebereiches 9 gezeigt, bei welcher der Querschnitt der Vertiefungen 10 und entsprechend der Querschnitt der von den Vertiefungen 10 begrenzten Erhebungen 11 asymmetrisch ist. Diese Asymmetrie wird zweckmäßig durch entsprechende Profilgebung des Profilbereiches des Werkzeugs vorgegeben. Im gezeigten Beispiel besteht die Asymmetrie darin, dass die in der Figur jeweils linken Flanken der Erhebungen 11 weniger steil ansteigen als die in der Figur rechten Flanken der Erhebungen.
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Alle bisher beschriebenen Beispiele der strukturierten Prägebereiche 9 wiesen Vertiefungen 10 auf, die jeweils nur auf einer Schar parallel zueinander verlaufender Linien angeordnet waren. Entsprechend verlaufen sowohl die Vertiefungen als auch die Erhebungen ununterbrochen über die gesamte Breite des strukturierten Prägebereiches 9 hinweg. Figuren 18 und 19 verdeutlichen Beispiele der Strukturierung von Prägebereichen 9, in denen die Vertiefungen auf mehreren, nämlich konkret zwei Scharen virtueller linearer Linien verlaufen. In den gezeigten Fällen verlaufen die entlang der geraden Linien erzeugten Vertiefungen 11 jeweils in einem Winkel von 90 ° zueinander. Damit ergeben sich Erhebungen 11, deren Länge geringer ist als die Ausdehnung des Prägebereiches 9. In beiden Beispielen ist der Querschnitt der Vertiefungen 10 jeweils erneut trapezförmig. Im Beispiel der Figur 18 werden die im Bild schräg nach oben verlaufenden Vertiefungen 10 von zwei senkrecht zu diesen verlaufenden Vertiefungen 10' und 10" geschnitten. Dadurch werden barrenartige Erhebungen 11 unterschiedlicher Länge erhalten.
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In Figur 19 sind sowohl die schräg nach oben im Bild verlaufenden Vertiefungen 10 als auch die quer zu diesen verlaufenden Vertiefungen 10' in gleichem Abstand zueinander angeordnet. Dadurch ergeben sich Erhebungen 11, die die Form eines Pentaederstumpfes besitzen. Auch in den beiden Beispielen der Figuren 18 und 19 können die planen Oberflächen der Erhebungen 11 entweder bereits durch entsprechendes Erzeugen der Vertiefungen 10, 10' und 10" erzeugt werden oder aber nachträglich durch Abtragen (z. B. Abschleifen, Abfräsen) der Oberfläche der Erhebungen 11.
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Figur 20 zeigt die Anordnung zweier sich gegenüberliegender Prägebereiche 9. Wie erkennbar, sind die Vertiefungen 10 bzw. 10' und Erhebungen 11 bzw. 11' gleichförmig über die gesamte Fläche der Prägebereiche 9 und 9' ausgebildet. Dadurch können die Erhebungen des einen Prägebereiches in die Vertiefungen des anderen Prägebereiches eingreifen und umgekehrt. Eine zwischen beide Prägebereiche 9 und 9' eingelegte Metallplatte wird deshalb durch Zusammenpressen der beiden Prägebereiche 9 und 9' auf beiden Oberflächen mit einer komplementären Oberflächenstrukturierung versehen. Im auf diese Weise geprägten Material wird nicht nur ein hoher Umformgrad erreicht, sondern es wird auch eine Materialaufdickung im geprägten Bereich erzielt.
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Figur 21 (a) zeigt eine Anordnung der Prägebereiche 9 und 9', die in wesentlichen Teilen derjenigen der Figur 20 entspricht. Die untere Prägeplatte 9' unterscheidet sich von derjenigen der Figur 20 dadurch, dass ein Teil der Erhebungen 11' eine geringere Höhe aufweist als die benachbarten Erhebungen. Dies ist am besten in Figur 21 (b) zu erkennen, die einen Querschnitt durch die Anordnung der Figur 21 (a) in dem eingekreisten Bereich zeigt. Wie erkennbar, weist der untere Prägebereich 9' eine Topographie in der Art auf, dass die im mittleren Bereich der Figur dargestellten Erhebungen 11' eine geringere Höhe aufweisen als die weiter außen liegenden Erhebungen. Dabei nimmt die Höhe zur Mitte des gezeigten Bereiches hin kontinuierlich ab. Die dargestellte Topographie überträgt sich beim Prägen einer Metallplatte zwischen den Prägebereichen 9 und 9' auf diese.
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Figuren 22(a) bis (d) veranschaulichen verschiedene Möglichkeiten zur Herstellung isolierter Prägebereiche 9. Dies soll am Beispiel einer Strukturierung des Prägebereiches geschehen, die derjenigen der Figur 19 entspricht. Dafür werden auf einer Werkzeugplatte 12 zunächst über deren gesamte Fläche parallel zueinander verlaufende lineare Vertiefungen 10 erzeugt. Anschließend werden senkrecht zu diesen erneut über die gesamte Fläche der Platte 12 weitere lineare Vertiefungen 10' in die Platte eingebracht. Dadurch ergibt sich das in Figur 19 gezeigte Rastermuster. Aus dieser strukturierten Werkzeugplatte 12 können nun die benötigten Prägebereiche 9 hergestellt werden.
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Eine erste Möglichkeit ist in Figur 22 (c) dargestellt. Hierzu werden die außerhalb der benötigten Prägebereiche liegenden Erhebungen 11, welche durch die vorangegangenen Strukturierungsschritte auf der gesamten Plattenoberfläche erzeugt wurden, abgetragen. Das Abtragen der Erhebungen kann beispielsweise durch Schleifen oder Fräsen geschehen. Außerhalb der Prägebereiche 9 werden also Rücksprünge 19 erzeugt, ähnlich wie dies in Figur 23 noch gezeigt wird.
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Eine andere Möglichkeit ist in Figur 22 (d) gezeigt. Hierbei werden die benötigten Prägebereiche 9 aus der strukturierten Platte 12 herausgetrennt. Dies kann beispielsweise durch Drahterosion geschehen. Diese herausgetrennten Prägebereiche 9 werden dann an der vorgesehenen Stelle einer Prägeform so eingesetzt, dass die strukturierte Oberfläche über die benachbarten Oberflächen der Prägeform vorsteht (vgl. Figur 23). In Figur 22 (d) sind die Erhebungen um die Prägebereiche 9 herum erneut abgetragen. Dies ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, wenn die strukturierten Prägebereiche 9 aus einer strukturierten Werkzeugplatte 12 herausgetrennt werden. Vielmehr können die Prägebereiche auch direkt aus der strukturierten Platte 12 der Figur 22 (b) herausgelöst werden, ohne dass die zu den Prägebereichen benachbarte Erhebungen 11 in ihrer Höhe reduziert oder ganz entfernt werden. Das Erzeugen von Prägebereichen einer benötigten Form aus den vorgefertigten strukturierten Werkzeugplatten 12 hat den Vorteil, dass bei Bedarf Prägebereiche beliebiger Form schnell und einfach erzeugt werden können.
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In Figur 23 ist ein Prägewerkzeug 1 dargestellt, das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist. Das Prägewerkzeug 1 weist zwei sich gegenüberliegende Prägeformen 3 und 4 auf, die mittels Gestellbauteilen 13 und 14 unter Zuhilfenahme einer Presse entlang den Führungsstiften 15 aufeinander zu und voneinander weg bewegt werden können. Die obere Prägeform 3 weist auf ihrer Oberfläche 6 drei Prägebereiche 9 auf, die jeweils eine strukturierte Oberfläche besitzen, die in Richtung auf die andere Prägeform 4 hinweist. Über die gesamte Oberfläche des jeweiligen Prägebereiches 9 verlaufen parallel zueinander angeordnete lineare Vertiefungen, zwischen denen jeweils lineare Erhebungen liegen. Im gezeigten Fall besitzt jeder Prägebereich beispielsweise eine Oberflächenstruktur, wie sie in Figur 15 dargestellt ist. Jedem der Prägebereiche 9 der oberen Prägeform 3 liegt ein Prägebereich 9' auf der Oberfläche 7 der unteren Prägeform 4 gegenüber. Die Strukturierung ist erneut wellenartig und entspricht derjenigen der oberen Prägebereiche 9, wobei jedoch die Vertiefungen und Erhebungen der unteren Prägebereiche 9' so seitlich gegenüber denjenigen der Prägebereiche 9 versetzt sind, dass die Erhebungen 11' in die Vertiefungen 10 der oberen Prägebereiche 9 eingreifen können, ähnlich wie dies für die trapezförmigen Strukturen in Figur 20 dargestellt ist. Beim Zusammenpressen von oberer und unterer Prägeform 3, 4 prägen sich die strukturierten Prägebereiche 9 und 9' in die Oberflächen 16 und 17 einer zwischen die Prägeformen eingelegten Metallplatte 2 ein.
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Figur 23 zeigt eine Metallplatte 2 unmittelbar nach Abschluss des Prägevorgangs. Wie erkennbar, ist nicht die gesamte Oberfläche der Metallplatte mit Oberflächenstrukturierungen 8 versehen worden, sondern zwischen den Oberflächenstrukturierungen 8 sind nicht strukturierte Bereiche 18 verblieben. Um zu verhindern, dass die Oberflächen 16 und 17 der Metallplatte 2 in den Bereichen 18 durch den Prägevorgang beeinflusst werden, sind in den den Bereichen 18 entsprechenden Abschnitten der Prägeformen Rücksprünge 19 vorhanden. Bei der in Figur 23 gezeigten Metallplatte 2 kann es sich beispielsweise um eine Dichtungslage einer metallischen Flachdichtung handeln. In die nicht mit einer Oberflächenstrukturierung 8 versehenen Bereiche 18 kann beispielsweise in einem anschließenden Prägevorgang mit einem anderen Prägewerkzeug eine Sicke zum Zweck der Abdichtung einer Durchgangsöffnung eingeprägt werden. Da in den mit der Oberflächenstrukturierung 8 versehenen Bereichen die Materialdicke der Dichtungslage gegenüber der originären Dicke der Dichtungslage vergrößert ist, können diese oberflächenstrukturierten Bereiche 8 auch dazu dienen, die Sicke im Betrieb vor dem vollständigen Abflachen zu bewahren.