DE4440586C2 - Vorrichtung und Verfahren zur Reinigung von Flüssigkeit beispielsweise mit Schadstoffen belasteten Grundwassers - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zur Reinigung von Flüssigkeit beispielsweise mit Schadstoffen belasteten GrundwassersInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Reinigung von Flüssigkeiten,
beispielsweise mit Schadstoffen belasteten Grundwassers, mit einem mit der zu
reinigenden Flüssigkeit gefüllten äußeren Behälter mit Flüssigkeitseintritts- und
-austrittseinrichtungen und mit einem oder mehreren im wesentlichen horizontal
verlaufenden Rohren im Inneren dieses Behälters, in die eine Gaszuführungs
einrichtung mündet und die mehrere Gasaustrittsöffnungen in die Flüssigkeit
aufweisen. Sie betrifft ferner ein Verfahren zur Reinigung von Flüssigkeiten, bei
spielsweise von mit Schadstoffen belastetem Grundwasser, mittels einer Vor
richtung gemäß einem der Ansprüche 1-17.
Vorrichtungen, die eine Reinigung von Flüssigkeiten durch Gaszufuhr ver
suchen, sind in vielen Ausführungsformen bekannt.
So beschreibt die DE 40 40 820 A1 eine Einrichtung zur Reinigung von bei
spielsweise mit Schadstoffen belastetem Grundwasser unter Verwendung von
Luft oder anderen Gasen, die in einem Brunnenschacht angewandt wird.
Aus der US-PS 4,273,731 ist es bekannt, in einem mit der zu reinigenden
Flüssigkeit gefüllten großen Tank am Boden mehrere parallele kleine dünne
Rohre anzuordnen, in die von außen Gas zugeführt wird. Die Rohre sind per
foriert, und durch die Perforationen kann das Gas in die Flüssigkeit strömen. Es
tritt eine Verwirbelung der Flüssigkeit durch das eintretende und aufsteigende
Gas ein, die einen Reinigungseffekt ausüben soll.
Aus der JP 63-209784 A ist ein weiterer Tank bekannt, in den von außen Gas
eingeführt wird, welches dann vom Boden des Tanks mittels Löchern in einem
Zufuhrrohr aufsteigt.
Problematisch bei diesen letztgenannten Vorrichtungen ist, daß der die
Reinigung bewirkende Flüssigkeit-/Gas-Kontakt zwar zustande kommt, eine an
sich erstrebenswerte Verwirbelung aber allenfalls unmittelbar im Bereich der
Gasaustrittsöffnungen stattfindet und der Reinigungseffekt daher unbefrie
digend bleibt. Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, eine Vorrichtung
und ein Verfahren zu finden, bei denen der Reinigungseffekt für mit Schad
stoffen belastete Flüssigkeiten verbessert werden kann.
Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung dadurch gelöst, daß der äußere
Behälter ein im wesentlichen horizontal verlaufendes an seinen Stirnseiten
geschlossenes Rohr mit größerem Querschnitt, aber etwa gleicher Länge wie
das oder die inneren Rohre ist, mit Flüssigkeitseintritts- und -austrittseinrich
tungen an den gegenüberliegenden Stirnseiten, wobei die Flüssigkeitsaustritts
öffnung in Höhe der Oberkante des oder der Innenrohre angeordnet ist und mit
mindestens einer Gasaustrittsöffnung, und dadurch, daß die Innenrohr-Gasaus
trittsöffnungen seitlich im unteren Bereich des oder der Innenrohre angeordnet
sind.
Mit einer derartigen Anlage wird der Reinigungseffekt ganz erheblich verbessert.
Die aus den Gasaustrittsöffnungen gelangenden Gasbläschen verwirbeln nicht
nur das dort befindliche zu reinigende Wasser (bzw. die sonstige Flüssigkeit),
sie verringern auch das spezifische Gewicht des entstehenden Flüssigkeits-/Gasgemisches
und führen so dazu, daß es aufsteigt. Oberhalb des Innen
rohres findet wiederum eine Trennung von Gas und Flüssigkeit statt, wobei das
Gas einen Teil der Schadstoffe mit sich nimmt und aus dem Außenrohr letztlich
entweicht (in entsprechende Filter). Das jetzt wegen des Fehlens der Gas
komponente wieder schwerer werdende Wasser sinkt jetzt auf der anderen
Seite des Innenrohres wieder herab, und zwar aufgrund seines höheren
spezifischen Gewichts. In dem Bereich der Unterkante des Innenrohres
gelangend, wird es durch den Unterdruck wieder hindurch gesogen und gelangt
so erneut in den Bereich der Gasaustrittsöffnungen. Es entsteht so eine
ständige Zirkulation um das Innenrohr. Gleichzeitig jedoch wird das Wasser
(bzw. die sonstige zu reinigende Flüssigkeit) parallel zum Rohr transportiert, und
zwar durch das nachströmende verunreinigte Wasser. Das Wasser strömt also
spiralförmig um das Innenrohr von seinem Eintritt in das Außenrohr bis zu
seinem Austritt. Während dieses Strömens wird es immer wieder mit ein
strömenden Gasbläschen in Kontakt gebracht, so daß der Reinigungseffekt
immer wieder eintritt und erheblich ist.
Von besonderem Vorteil ist es dabei, wenn zwei parallele Innenrohre vorhanden
sind und die beiden Spiralen sich gegensinnig ausbilden. Außerhalb der beiden
inneren Rohre strömt das Wasser mit den Gasbläschen nach oben und fällt
zwischen den beiden Innenrohren aufgrund seiner Schwerkraft wieder nach
unten.
Die Gasaustrittsöffnungen des Innenrohres können, je nach Gestalt der
Anordnung, auch anders als parallel zur Symmetrieachse des Innenrohres
verlaufen. Sie können z. B. schlitz- oder lochförmig sein und auch mehrreihig
verlaufen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht aus nur wenigen, wenig auf
wendigen Elementen, bei deren Herstellung im allgemeinen größere Toleranzen
zulässig sind. Daher ist diese Vorrichtung äußerst preisgünstig und einfach
herzustellen. Die zu reinigende Flüssigkeit ist der Vorrichtung lediglich
zuzuführen und kann ihr anschließend gereinigt wieder entnommen werden.
Damit entfällt für die Reinigung mit belastetem Grundwasser die Notwendigkeit
des Vorhandenseins eines speziellen, aufwendig gestalteten Brunnen
schachtes.
Je nach verwendeten Materialien und der gewählten Dimensionen der Vor
richtung kann die gesamte Vorrichtung auch zum Transport geeignet sein,
wodurch sich ein unkomplizierter, schneller Einsatzortwechsel ermöglichen läßt.
Die Erfindung eignet sich insbesondere für die Reinigung von mit chlorierten
Kohlenwasserstoffen oder aromatischen Kohlenwasserstoffen (wie Toluol,
Benzol) verunreinigtem Wasser. Es können damit aber auch andere
Schadstoffe entfernt werden und auch die Reinigung von anderen Flüssigkeiten
ist mit dieser Vorrichtung möglich.
Als Gas kann beispielsweise Luft, deren Vorteil die geringen Kosten sind, oder
(z. B. bei eisenhaltigem Wasser) Stickstoff eingesetzt werden. In letzterem Falle
wird eine Verockerung weitgehendst vermieden.
Die Innenrohr-Gasaustrittsöffnungen sind seitlich im unteren Bereich des
Rohres angeordnet. Hierdurch wird gewährleistet, daß aus dem Innenrohr aus
tretendes Gas über eine möglichst große Strecke mit der Flüssigkeit in Kontakt
tritt, woraus sich auch eine möglichst gute Durchmischung von Gas und Flüssig
keit ergibt. Es resultiert darum eine sehr hohe Effektivität der Schadstoffauf
nahme im Gas.
Es ist sinnvoll, wenn die Innenrohr-Gasaustrittsöffnungen entlang einer Linie
angeordnet sind. Man erzielt dann eine sehr gleichmäßige Einleitung des Gases
über den Bereich, in dem sich die Öffnungen erstrecken.
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß die Flüssigkeits
eintrittsöffnung oberhalb des Innenrohres angeordnet ist. Auf diese Weise ist es
möglich, auch ohne Einpressen der Flüssigkeit unter Druck in das Außenrohr
dieses bis zu einem Niveau, welches sich niedriger als die Flüssigkeits
eintrittsöffnung befindet, zu füllen.
Die Flüssigkeitseintrittsöffnung befindet sich an einer Stirnseite des Außen
rohres, die Flüssigkeitsaustrittsöffnung an der anderen Stirnseite des Außen
rohres. Die zu reinigende Flüssigkeit strömt also im wesentlichen längs durch
das Außenrohr, welches sich allerdings auch in Form von Zu- und Ableitungen
jenseits der Stirnwände fortsetzen kann.
Dadurch, daß die Flüssigkeitsaustrittsöffnung in Höhe der Oberkante des
Innenrohres angeordnet ist, ergibt sich ein Flüssigkeitsniveau in dem Außen
rohr, welches dem Niveau der Flüssigkeitsaustrittsöffnung entspricht. Außerdem
ist es dadurch möglich, daß die Flüssigkeit durch die Flüssigkeitseintrittsöffnung
ohne Druck in das Außenrohr strömt.
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß die Außenrohr-Gasaustrittsöffnung
im oberen Bereich des Außenrohres angeordnet ist. Auf
diese Weise wird gewährleistet, daß das Gas nach Aufnahme von Schadstoffen
aus der Flüssigkeit besonders einfach aus dem Außenrohr entfernt werden
kann, in dem es einfach nach oben steigt und dort durch die Gasaustrittsöffnung
entweicht. Hierfür ist dann beispielsweise kein Einsatz von Saugpumpen
notwendig.
Eine vorteilhafte Ausführungsform bei einem Innenrohr im Außenrohr sieht vor,
daß die beiden Rohre einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen. Diese
Querschnittsform eignet sich besonders zur Erleichterung der rotationsförmigen
Bewegung der zu reinigenden Flüssigkeit um das Innenrohr.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn an der oberen Seite des Innenrohres im
wesentlichen in Ebenen senkrecht auf der Symmetrieachse des Innenrohres,
gegenseitig beabstandete Flüssigkeits-Leitsegmente angeordnet sind. Diese
können beispielsweise halbmondförmig sein und bewirken, daß die zu
reinigende Flüssigkeit sich besonders langsam in Richtung der Symmetrieachse
des Außenrohres ausbreitet.
Besonders einfach wird die Gaszuführungsöffnung in das Innenrohr dadurch
realisiert, daß das Innenrohr wenigstens an einer Stirnseite aus dem Außenrohr
heraus ragt.
Vorteilhaft ist es, wenn das Innenrohr vor der Stirnseite des Außenrohres endet,
an der die Flüssigkeitsaustrittsöffnung angeordnet ist. Hierdurch wird vermieden,
daß auch das die Schadstoffe aufnehmende Gas durch die Flüssigkeits
austrittsöffnung entweicht.
Sehr günstig ist es auch, wenn die Flüssigkeitsaustrittsöffnung durch ein von
oben in die Flüssigkeit hineinragendes, z. B. einen rechten Winkel aufweisendes
Rohr realisiert wird.
Besonders günstig ist es, wenn das Außenrohr einen Durchmesser von ca. 400
mm und das Innenrohr einen Durchmesser von ca. 180 mm aufweist und der
kleinste Abstand zwischen den Rohren an ihrer Unterseite ca. 25 mm beträgt.
Ferner ist auch ein erfindungsgemäßes Verfahren vorgesehen. Dieses zeichnet
sich dadurch aus, daß dem Außenrohr durch die Flüssigkeitseintrittsöffnung die
Flüssigkeit zugeführt und über die Flüssigkeitsaustrittsöffnung aus dem Außen
rohr so wieder abgeführt wird, daß sich ein Flüssigkeitspegel einstellt, der das
Innenrohr gerade überdeckt, daß in ein oder mehrere der Innenrohre durch die
Gaszuführungsöffnung unter Druck Gas gepreßt und über deren Gasaus
trittsöffnung in die Flüssigkeit im Außenrohr eingeblasen wird, und daß das die
Schadstoffe mit sich führende Gas dann durch die im Außenrohr befindliche
Gasaustrittsöffnung aus dem Außenrohr entweicht.
Besonders günstig ist es, daß durch einseitig in der Rohrwandung angeordnete
Gasaustrittsöffnungen gleichzeitig die Flüssigkeit in Zirkulation versetzt und
durch Kontakt mit dem Gas gereinigt wird.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Gaszufuhr in das Innenrohr konstant
gehalten wird, während die Zufuhr der zu reinigenden Flüssigkeit in Abhän
gigkeit des Schadstoffgehaltes und der Art der Flüssigkeit sowie der
Schadstoffe erfolgt.
Eine konstante Gaszufuhr kann beispielsweise dann erforderlich sein, wenn das
mit Schadstoffen belastete Gas nach dem Austritt aus der Vorrichtung einem
Aktivkohlefilter zugeführt werden soll. Ein solcher Filter wird nämlich
normalerweise entsprechend der Menge des ihn durchströmenden Gases
dimensioniert. Als Gas kommen insbesondere Luft oder Stickstoff in Betracht.
Eine Anpassung der Flüssigkeitszufuhr kann leicht mit Hilfe von z. B. Ventilen
erfolgen. Im Normalfall wird die Flüssigkeitszufuhr kontinuierlich erfolgen, sie
kann jedoch, insbesondere bei unterschiedlich stark belasteter Flüssigkeit, auch
schubweise erfolgen.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn vor der Einleitung von Flüssigkeit die
Gaszufuhr begonnen wird, so daß ein Einströmen der Flüssigkeit in das
Innenrohr durch die Gasaustrittsöffnungen vermieden wird.
Die Erfindung soll im folgenden anhand zweier Ausführungsbeispiele erläutert
werden, welche anhand der folgenden Figuren erläutert werden:
Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Anordnung;
Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch die Anordnung nach Fig. 1, entspre
chend der Ansicht A;
Fig. 3 zeigt einen Querschnitt der Anordnung aus Fig. 1, entsprechend
der Ansicht B;
Fig. 4 zeigt einen Längsschnitt durch eine zweite Ausführungsform der
Erfindung;
Fig. 5 zeigt einen Querschnitt durch die Ausführungsform aus Fig. 4 ent
sprechend der dortigen Ansicht A; und
Fig. 6 zeigt einen Querschnitt durch die Ausführungsform aus Fig. 4 ent
sprechend der dortigen Ansicht B.
Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in
einer Längsschnitt-Darstellung. Ein kleineres Rohr 11 verläuft in einem Rohr 10,
welches etwa den doppelten Durchmesser aufweist, unterhalb dessen
Symmetrieachse. Beide Rohre verlaufen horizontal. Das innere Rohr 11 ist an
der Stirnseite A aus dem Außenrohr 10 herausgeführt. An dieser Seite ist das
Innenrohr 11 offen und bildet eine Gaszuführungsöffnung 4. Das andere Ende
des Innenrohres 11 ist verschlossen und endet vor der Stirnseite B des
Außenrohres 10. Das Innenrohr 11 weist an seiner Unterseite seitlich entlang
einer zu seiner Symmetrieachse parallelen Linie Gasaustrittsöffnungen 5 auf,
welche in das Außenrohr 10 münden. An der Stirnseite A der Anordnung ist eine
Flüssigkeitseintrittsöffnung 3 vorhanden, welche oberhalb des Innenrohres 11
angeordnet ist. Durch diese strömt beispielsweise zu reinigendes Wasser in das
Außenrohr 10.
An der anderen Stirnseite B des Außenrohres befindet sich eine Flüssig
keitsaustrittsöffnung 9 oberhalb des Innenrohres 11, jedoch höchstens auf dem
Niveau der Flüssigkeitseintrittsöffnung 3, so daß sich innerhalb des Außen
rohres 10 ein Flüssigkeitsspiegel ergibt, der das Innenrohr 11 gerade bedeckt.
Die Flüssigkeitsaustrittsöffnung 9 ist durch ein nach unten abgewinkeltes
Knierohr realisiert, dessen nach unten weisende Öffnung bei gefülltem
Außenrohr 10 in die Flüssigkeit mündet.
Im oberen Teil des Außenrohres 10 befindet sich eine Gasaustrittsöffnung. An
der oberen Seite des Innenrohres 11 sind, in Ebenen senkrecht auf der Sym
metrieachse des Innenrohres 11, Flüssigkeits-Leitsegmente 8 angeordnet,
welche halbmondförmig sind.
Günstig ist es, wenn schon vor Einleiten der zu reinigenden Flüssigkeit Gas
unter Druck dem Innenrohr 11 durch die Gaszuführungsöffnung 4 zugeführt
wird. Hierdurch wird ein Einströmen der Flüssigkeit in das Innenrohr 11 durch
die Gasaustrittsöffnungen 5 vermieden. Es kann sinnvoll sein, wenn eine
konstante Gaszufuhr erfolgt, beispielsweise wenn das durch die Gasaus
trittsöffnung 6 aus dem Außenrohr ausströmende Gas einem Aktivkohlefilter
zugeführt wird.
Nun kann durch die Flüssigkeitseintrittsöffnung 3 eine mit Schadstoffen
belastete Flüssigkeit dem Außenrohr 10 zugeführt werden. Nach einer Weile
stellt sich ein Flüssigkeitspegel ein, der das Innenrohr 11 gerade überdeckt. Die
Geschwindigkeit der zuströmenden Flüssigkeit kann an deren Verschmut
zungsgrad angepaßt werden. Die Regelung des Flüssigkeitszuflusses geschieht
außerhalb der abgebildeten Anordnung. Die Flüssigkeits-Leitsegmente 8 ver
hindern, daß neu zuströmende Flüssigkeit schnell durch das Außenrohr 10 in
Richtung Flüssigkeitsaustrittsöffnung 9 fließen kann.
Fig. 2 zeigt, wie das Gas aus dem Innenrohr 11 durch die Gas
austrittsöffnungen 5 auf der einen Seite 2 des Innenrohres 11 in die Flüssigkeit
im Außenrohr 10 eingeblasen wird, wobei die Flüssigkeit verwirbelt wird und mit
dem Gas an der Seite 2 des Innenrohres 11 aufsteigt, wobei vom Gas Schad
stoffe aus der Flüssigkeit aufgenommen werden, so daß sich auf der Seite 2 ein
höherer Wasserspiegel 7 ergibt als auf der Seite 1 des Innenrohres 11, an der
sich keine Gasaustrittsöffnungen befinden. Anschließend findet eine
Entmischung von Gas und Flüssigkeit statt, woraufhin das die Schadstoffe sich
führende Gas durch die Gasaustrittsöffnung 6 aus dem Außenrohr 10 entweicht
und beispielsweise einem Aktivkohlefilter (nicht dargestellt) zugeführt wird.
Gleichzeitig fällt die Flüssigkeit an der anderen Seite 1 des Innenrohres 11
herab und wird anschließend durch den engen Spalt zwischen den Unterseiten
der beiden Rohre 10, 11 gedrückt.
Je nach Zustromgeschwindigkeit der Flüssigkeit und Länge der Anordnung führt
die Flüssigkeit eine Vielzahl der soeben beschriebenen Reinigungszyklen durch,
während sie sich in Richtung Flüssigkeitsaustrittsöffnung 9 bewegt. Auf diese
Weise wird gewährleistet, daß die Flüssigkeit auch bei den unterschiedlichsten
Belastungsgraden gründlichst gereinigt werden kann.
Wie in Fig. 1 zu sehen, ist zwischen dem geschlossenen Ende des Innenrohres
11 und der Flüssigkeitsaustrittsöffnung 9 ein gewisser Abstand ausgespart.
Hierdurch wird sichergestellt, daß sämtliches Gas nur durch die Gasaus
trittsöffnung 6 aus dem Außenrohr 10 entweicht und nicht durch die Flüssig
keitsaustrittsöffnung 9. Aus demselben Grund ist das die Flüssigkeits
austrittsöffnung 9 bildende Rohr ein nach unten in die Flüssigkeit hinein
ragender Stutzen. Die sich in diesem Bereich befindliche Flüssigkeit ist bereits
vollständig vom Gas entmischt.
Fig. 3 zeigt die Ansicht B der Fig. 1. Dargestellt sind die beiden Rohre 10,11,
die Gasaustrittsöffnung 6 und die Flüssigkeitsaustrittsöffnung 9.
Für die Reinigung von mit Schadstoffen belastetem Wasser mit Hilfe von Luft
bei hohen Schadstoffgraden ist ein typisches Mischungsverhältnis 1 : 50.
Typische Werte sind beispielsweise für die Zuströmgeschwindigkeit 8 m³/h für
das zugeführte Wasser und entsprechend 400 m³/h für die eingesetzte Luft.
Die Fig. 4 bis 6 zeigen eine zweite Ausführungsform, in der ähnliche
Elemente mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet worden sind.
Mit dieser Ausführungsform wird die Leistungsfähigkeit weiter erhöht, wie
Versuche gezeigt haben. Die Zirkulation (Rotation) des Wassers um jetzt zwei
Innenrohre 11 erhöht die Reinigungsfähigkeit auf wie Versuche ergeben haben
98,5-99,5% der enthaltenen Schadstoffe. Hierzu wurde das Innenrohr in zwei
jeweils halbkreisförmig im Querschnitt zu erkennende Hälften geteilt (siehe Fig.
5 und 6).
Beide Halbrohre (Innenrohre 11) sind mit Löchern von 5 mm Durchmesser im
unteren Bereich versehen, den Gasaustrittsöffnungen 5. Beide Halbrohre sind
vollständig geschlossen; natürlich bis auf die Gasaustrittsöffnungen 5 und die
Gaseintrittseinrichtungen 4.
Die beiden im Querschnitt halbkreisförmigen Innenrohre 11 schließen mit den
flachen Seiten der Halbkreise einen V-förmigen Winkel von ungefähr 15 Grad
zwischeneinander ein, der nach oben geöffnet ist. Das Verhältnis des Durch
messers der Innenrohre 11 zum Außenrohr 10 liegt ungefähr in einer Größen
ordnung von 1 : 3.
Die beiden Innenrohre sind im Verhältnis zum Außenrohr 10 in ihrer Anordnung
festgelegt und auch über die gesamte Rohrerstreckung stets gleich. Hierbei sind
Leit- und Stützelemente 8 vorgesehen, die die Halbrohre halten und zugleich für
die Exzentrizität verantwortlich sind. Sie teilen darüber hinaus das Rohr 10 in
seinem Innenraum in vier ungefähr gleich große Bereiche mit Überlaufkanten,
verlangsamen so auch die Fließgeschwindigkeit der Flüssigkeit im Außenrohr 10
und trennen die verschiedenen Reinigungsstufen zugleich voneinander, indem
sie ungewünscht in den hinteren Bereich des Rohres vordringenden noch relativ
stark verschmutzten Flüssigkeitsanteilen den Weg versperren.
Die trichterförmige Anordnung der Innenflächen der beiden halbkreisförmigen
Innenrohre 11 führt zu einer besonders exzellenten Wasserführung innerhalb
des Trichters nach unten und damit zu einer gegensinnigen Zirkulation des
Wassers bzw. der Flüssigkeit um beide Halbrohre, wie insbesondere Fig. 5
zeigt, wo dies durch Pfeile angedeutet ist.
Das in die Flüssigkeit in dem Bereich außerhalb des Trichters eingepreßte Gas
bildet in den so entstehenden halbmondförmigen Bereichen zwischen der
kreisförmigen Außenwand der beiden halbkreisförmigen Innenrohre 11 und der
gegenüberliegenden kreisförmigen Innenseite des Außenrohres 10 einen nach
oben steigenden, stark verwirbelten Flüssigkeits-/Gas-Kontaktbereich.
Tests haben gezeigt, daß die Rotationsbewegung um die beiden Halbrohre
eines Wasserpartikels bei etwa acht Zirkulationen liegt, allerdings durch
entsprechende Einflußnahme auf die Durchflußmenge stark beeinflußt werden
kann. Ein Feldtest mit einer belasteten Flüssigkeit von 26 mg/l Chlor
kohlenwasserstoffen führte zu einer Reinigungsleistung von 99,5% nach
Durchlauf des Rohres.
Dabei wurde eine Gaszugabe von etwa 600 m³/h bei 1200 Pascal Druck
vorgenommen. Die versuchsgemäße Anlage kann auch mit einem
Niederdruckventilator betrieben werden, was die Stromkosten verringert. Die
Wassermenge betrug dabei ca. 6 m³/h. Die Gas-Wasser-Kontaktzeit wird durch
das Zirkulieren des Wassers um die beiden Halbrohre extrem erhöht, was
entsprechend auf die Reinigungsleistung durchschlägt. Die gleichzeitige
"Verwendung" des zugeführten Gases zum einen zur Reinigung und zum
zweiten auch als Antrieb für die Zirkulationsbewegung ist besonders effektiv und
ermöglicht eine Reinigung auf kleinstem Raum. Die Anlage ist auch trans
portabel; ferner kann durch Verschweißen etwa der beiden Halbrohre mit einem
Deckel (so in den Fig. 4 bis 6 dargestellt) die Konstruktion mit den beiden
Halbrohren aus dem Außenrohr separat entnommen werden, etwa zur
Reinigung.
Claims (21)
1. Vorrichtung zur Reinigung von Flüssigkeiten, beispielsweise von mit Schad
stoffen belastetem Grundwasser, mit einem mit der zu reinigenden Flüssig
keit zu füllenden äußeren Behälter (10) mit Flüssigkeitseintritts- und -austritts
einrichtungen (3, 9) und mit einem oder mehreren im wesentlichen horizontal
verlaufenden Rohren (11) im Inneren dieses Behälters (10), in die eine Gas
zuführungseinrichtung (4) mündet und die mehrere Gasaustrittsöffnungen (5)
in die Flüssigkeit aufweisen,
dadurch gekennzeichnet,
daß der äußere Behälter ein im wesentlichen horizontal verlaufendes an sei nen Stirnseiten geschlossenes Rohr (10) mit größerem Querschnitt, aber et wa gleicher Länge wie das oder die inneren Rohre (11) ist, mit Flüssigkeits eintritts- und -austrittseinrichtungen (3, 9) an den gegenüberliegenden Stirn seiten, wobei die Flüssigkeitsaustrittsöffnung (9) in Höhe der Oberkante des oder der Innenrohre (11) angeordnet ist, und mit mindestens einer Gasaus trittsöffnung (6) und
daß die Innenrohr-Gasaustrittsöffnungen (5) seitlich im unteren Bereich des oder der Innenrohre (11) angeordnet sind.
daß der äußere Behälter ein im wesentlichen horizontal verlaufendes an sei nen Stirnseiten geschlossenes Rohr (10) mit größerem Querschnitt, aber et wa gleicher Länge wie das oder die inneren Rohre (11) ist, mit Flüssigkeits eintritts- und -austrittseinrichtungen (3, 9) an den gegenüberliegenden Stirn seiten, wobei die Flüssigkeitsaustrittsöffnung (9) in Höhe der Oberkante des oder der Innenrohre (11) angeordnet ist, und mit mindestens einer Gasaus trittsöffnung (6) und
daß die Innenrohr-Gasaustrittsöffnungen (5) seitlich im unteren Bereich des oder der Innenrohre (11) angeordnet sind.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenrohr-Gasaustrittsöffnungen (5) entlang einer Linie angeordnet
sind.
3. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Innenrohr (11) vorgesehen ist und daß das Durchmesserverhältnis
von Innenrohr (11) zu Außenrohr (10) etwa zwischen 1 : 5 und 1 : 2 liegt.
4. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei Innenrohre vorgesehen sind, die jeweils Gasaustrittsöffnungen (5)
auf voneinander abgewandten Seiten tragen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zwei Innenrohre (11) ungefähr halbkreisförmigen Querschnitt be
sitzen, wobei die flachen Seiten leicht geneigt einander zugewandt sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Winkel zwischen den beiden flachen Seiten nach oben geöffnet ist
und zwischen 5 und 20 Grad liegt.
7. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Querschnitt des Außenrohres (10) kreisförmig ist.
8. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser der Innenrohr-Gasaustrittsöffnungen (5) zwischen 4
und 7 mm liegt.
9. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeitseintrittsöffnung (3) in das Außenrohr (10) oberhalb des
Innenrohres (11) angeordnet ist.
10. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenrohr-Gasaustrittsöffnung (6) im oberen Bereich des Außen
rohres (10) angeordnet ist.
11. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rohre (10, 11) einen kreisförmigen Querschnitt aufweisen.
12. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gaszuführungsöffnung (4) in das oder die Innenrohre (11) dadurch
realisiert ist, daß das oder die Innenrohre (11) an wenigstens einer Stirnseite
(A, B) aus dem Außenrohr (10) herausragen.
13. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das oder die Innenrohre (11) vor der Stirnseite (B) des Außenrohres (10)
enden, an der die Flüssigkeitsaustrittsöffnung (9) angeordnet ist.
14. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeitsaustrittsöffnung (9) durch ein Knierohr gebildet wird, wel
ches nach unten in das Außenrohr (10) ragt.
15. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Außenrohr (10) einen Durchmesser von ca. 400 mm und das Innen
rohr (11) einen Durchmesser von ca. 180 mm aufweist und
daß der kleinste Abstand zwischen den Rohren (10, 11) an ihrer Unterseite
ca. 25 mm beträgt.
16. Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß vorzugsweise drei bis fünf Flüssigkeits-Leitelemente (8) vorgesehen
sind, die in Ebenen senkrecht zur Achse der Rohre (10, 11) angeordnet sind.
17. Vorrichtung gemäß Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Flüssigkeits-Leitelemente (8) halbmondförmig ausgestaltet sind.
18. Verfahren zur Reinigung von Flüssigkeiten, beispielsweise von mit Schad
stoffen belastetem Grundwasser, mittels einer Vorrichtung gemäß einem der
Ansprüche 1-17,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Außenrohr durch die Flüssigkeitseintrittsöffnung die Flüssigkeit zu
geführt und über die Flüssigkeitsaustrittsöffnung aus dem Außenrohr so wie
der abgeführt wird, daß sich ein Flüssigkeitspegel einstellt, der das Innenrohr
gerade überdeckt, daß in ein oder mehrere der Innenrohre durch die
Gaszuführungsöffnung unter Druck Gas gepreßt und über deren Gasaus
trittsöffnung in die Flüssigkeit im Außenrohr eingeblasen wird, und daß das die
Schadstoffe mit sich führende Gas dann durch die im Außenrohr befindliche
Gasaustrittsöffnung aus dem Außenrohr entweicht.
19. Verfahren nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gaszufuhr in das oder die Innenrohre konstant gehalten wird, wäh
rend die Zufuhr der zu reinigenden Flüssigkeit in das Außenrohr in Abhän
gigkeit des Schadstoffgehaltes und der Art der Flüssigkeit sowie der Schad
stoffe erfolgt, wobei die Flüssigkeitszufuhr kontinuierlich oder schubweise
erfolgen kann.
20. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 18 oder 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß vor der Einleitung von Flüssigkeit die Gaszufuhr begonnen wird, so daß
ein Einströmen der Flüssigkeit in das Innenrohr (11) durch die Gasöffnungen
(5) vermieden wird.
21. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 18-20,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gas Luft oder Stickstoff ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4440586A DE4440586C2 (de) | 1993-11-12 | 1994-11-14 | Vorrichtung und Verfahren zur Reinigung von Flüssigkeit beispielsweise mit Schadstoffen belasteten Grundwassers |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4338808 | 1993-11-12 | ||
| DE4440586A DE4440586C2 (de) | 1993-11-12 | 1994-11-14 | Vorrichtung und Verfahren zur Reinigung von Flüssigkeit beispielsweise mit Schadstoffen belasteten Grundwassers |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4440586A1 DE4440586A1 (de) | 1995-05-18 |
| DE4440586C2 true DE4440586C2 (de) | 1997-04-30 |
Family
ID=6502526
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4440586A Expired - Fee Related DE4440586C2 (de) | 1993-11-12 | 1994-11-14 | Vorrichtung und Verfahren zur Reinigung von Flüssigkeit beispielsweise mit Schadstoffen belasteten Grundwassers |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4440586C2 (de) |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| GB1531015A (en) * | 1975-10-31 | 1978-11-01 | Laurie A | Aeration and mixing of liquids |
| SE434215B (sv) * | 1982-06-04 | 1984-07-16 | Vico Kem Tekn Fabrik Ab | Reningsanordning |
-
1994
- 1994-11-14 DE DE4440586A patent/DE4440586C2/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4440586A1 (de) | 1995-05-18 |
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