DE4404735A1 - Verfahren zur Abfrage einer Kennung und Anordnung zur Durchführung des Verfahren - Google Patents

Verfahren zur Abfrage einer Kennung und Anordnung zur Durchführung des Verfahren

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DE4404735A1
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abfrage einer Kennung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und eine Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 8.
Die Erfindung ist insbesondere in der Radartechnik anwend­ bar zur Ermittlung einer Kennung eines Zieles, z. B. eines Luftfahrzeuges oder eines Schiffes. Eine solche Kennung kann dann dem Ziel zugeordnet und z. B. als alphanumeri­ sche Zeichen auf einem Radar-Sichtgerät dargestellt wer­ den. In der militärischen Radartechnologie wird ein sol­ ches Verfahren auch Freund-Feind-Kennung genannt, in der englisch sprachigen Literatur auch IFF (Idenfication Fri­ end Foe). Bei einem solchen Verfahren wird von einer Sende-/Empfangsstation, z. B. einer Bodenradaranlage an ein erfaßtes (Radar-)Ziel ein (Radar-)Abfragesignal ge­ sandt. Dieses kann bei dem Ziel ein (Radar-)Antwortsignal, das eine Kennung enthält, veranlassen.
Das Antwortsignal wird von Sende-/Empfangsstation (abfra­ genden Station) empfangen und ausgewertet. Diese Auswer­ tung kann nach verschiedenen Merkmalen erfolgen, z. B. le­ diglich eine Freund-Feind-Kennung oder auch eine Zuordnung einer alphanumerischen Kennung, z. B. zur automatischen Überwachung der Radarziele in der Umgebung eines Flugha­ fens oder einer Wasserstraße.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsge­ mäßes Verfahren anzugeben, das mit wenigen Bauelementen und/oder Baugruppen auskommt und das zuverlässig arbeitet und das kostengünstig herstellbar ist. Der Erfindung liegt außerdem die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zur Durch­ führung des Verfahrens anzugeben.
Die Aufgabe wird gelöst durch die in den kennzeichnenden Teilen der Patentansprüche 1 und 8 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte Ausgestaltungen und/oder Weiterbildungen sind den Unteranspürchen entnehmbar.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungs­ beispiels unter Bezugnahme auf eine schematisch darge­ stellte Figur näher erläutert.
Die Erfindung beruht auf einem (Radar-)Reflektor mit defi­ niertem (Radar-)Rückstreuquerschnitt, z. B. mindestens ei­ nem Triple-Spiegel. Der Rückstreuquerschnitt wird nun mit Hilfe eines elektrischen Schaltnetzwerkes, das vorteilhaf­ terweise PIN-Dioden enthält, geändert, vorteilhafterweise verkleinert. Auf diese Weise kann ein an dem Reflektor re­ flektiertes Abfragesignal in ein amplitudenmoduliertes Antwortsignal umgewandelt werden. Diese Amplitudenmodula­ tion kann entsprechend der gewünschten Kennung erfolgen. Es ist vorteilhaft, lediglich zwischen zwei sehr unter­ schiedlichen Rückstreuquerschnitten umzuschalten, da dann in der Sende-/Empfangsstation nach der Demodulation unmit­ telbar ein in digitaler Technologie auswertbares Kennungs- Signal entsteht.
Die Figur zeigt ein Blockbild eines Ausführungsbeispiel, das in einem sogenannten Standby-Betrieb arbeitet, das heißt, erst auf Anforderung der Sende-/Empfangsstation wird eine Kennung erzeugt. Es wird angenommen, daß das von der Sende-/Empfangsstation ausgesandte (Radar-)Signal zumindest für einen vorherbestimmbaren Zeitabschnitt, z. B. 100 ms, ein HF-Signal mit konstanter Amplitude Ao und konstanter Frequenz fo enthält. Ein solches HF-Signal wird im folgenden Abfragesignal genannt. Dieses gelangt nun im wesentlichen auf den zunächst passiv arbeitenden (Radar-)Reflektor RE sowie eine vorzugsweise rich­ tungsunabhängige (Radar-)Empfangsantenne E. Diese empfängt das von der Sende-/Empfangsstation ausgesandte (Radar-)Signal. In dem nachgeschalteten Bandpaßfilter BP wird le­ diglich ein dem Abfragesignal entsprechender Signalanteil mit der Frequenz fo ausgefiltert und einem darauf abge­ stimmten Detektor DET zugeleitet. Dieser erzeugt bei einem vorhandenen Signalanteil der Frequenz fo ein Schaltsignal, das einem Zeitschaltglied TI zugeleitet wird. Dieses kann z. B. prüfen, ob das Schaltsignal lediglich zufällig vor­ handen ist, z. B. infolge eines Störsignales, oder in be­ absichtigter Weise über einen längeren Zeitabschnitt, z. B. mindestens 10 µs anliegt. Erst nach Ablauf dieses vorgebbaren Zeitabschnittes wird durch das Zeitschaltglied TI ein Speicher ROM aktiviert, in welchem die Kennung vor­ zugsweise in digitaler Form gespeichert ist. Der Speicher ROM ist vorzugsweise als sogenannter Nurlesespeicher (Read Only Memory) ausgebildet. Es ist vorteilhaft, das Zeit­ schaltglied TI zusätzlich so zu gestalten, daß der Spei­ cher ROM lediglich für ein vorgebbares Zeitintervall, z. B. 200 ms, aktiviert wird. In diesem Zeitintervall kann die Kennung ein- oder mehrmals aus dem Speicher ROM ausge­ lesen werden. Die Kennung wird einem Modulator MOD zuge­ führt, der elektrische Modulationssignale zur Änderung des Rückstreuquerschnittes des Reflektors RE erzeugt. Diese werden über einen (PIN-Dioden-)Treiber DR dem Reflektor RE, der nachfolgend erläutert wird, zugeleitet. Die Ver­ sorgungseinheit ST, z. B. eine Batterie oder ein Netzge­ rät, dient zur Spannungs- und/oder Stromversorgung der be­ schriebenen Anordnung.
Der Reflektor RE enthält mehrere an sich bekannte Triple- Spiegel TS, die auch Corner (Eck-)-Reflektoren genannt werden, von denen in der Figur aus zeichnerischen Gründen lediglich drei dargestellt sind. Ein derartiger Triple- Spiegel TS hat die Eigenschaft, daß ein auf ihn treffendes Abfragesignal in dieselbe Richtung reflektiert wird. Die Triple-Spiegel TS sind in Form einer Kugel mit dem Radius R angeordnet. Ein solcher Refelektor RE besitzt für alle Einfallsrichtungen des Abfragesignals den Rückstreuquer­ schnitt einer kreisförmigen ebenen metallischen Platte mit dem Radius R und einer Flächennormalen, welche in die Ein­ fallsrichtung zeigt. Diese kugelförmig angeordneten Tri­ pel-Spiegel TS befinden sich innerhalb einer Hohlkugel HK, welche den Radius R besitzt und an sich aus einem für das Abfragesignal und das (reflektierte) Antwortsignal durch­ lässigem Material besteht. Ein solches wird z. B. bei der Herstellung sogenannter Radome verwendet.
Die Hohlkugel HK besitzt nun auf und/oder innerhalb ihrer Kugelschale eine elektrische Leiterstruktur, die aus meh­ reren elektrischen Leitern besteht, welche an sich vonein­ ander elektrisch isoliert angeordnet sind.
Diese Leiterstruktur ist derart dimensioniert, daß mög­ lichst vernachlässigbare Dämpfungen für das Abfrage- und das Antwortsignal entstehen.
Werden nun die Leiter elektrisch leitend miteinander ver­ bunden, vorzugsweise mit Hilfe schaltbarer PIN-Dioden, so entsteht ein Reflektor RE mit einer metallischen Ku­ geloberfläche, welche den Radius R besitzt. Eine solche metallische Kugeloberfläche besitzt aber für das Abfrage­ signal einen Rückstreuquerschnitt, der erheblich geringer ist als derjenige für die erwähnten kugelförmig angeordne­ ten Triple-Spiegel TS.
Werden nun die PIN-Dioden entsprechend der aus dem Spei­ cher ROM ausgelesenen Kennung von einem hochohmigen (sper­ renden) in einen niederohmigen (leitenden) Zustand ge­ schaltet, so wird der Rückstreuquerschnitt des Reflektors RE dementsprechend geschaltet.
Aus dem Abfragesignal mit der konstanten Amplitude Ao und der Frequenz fo entsteht daher nach der Reflexion ein ent­ sprechend der Kennung amplitudenmoduliertes Antwortsignal mit der (Träger-)Frequenz fo.
Die Änderung des Rückstreuquerschnittes wird ergänzend am folgendem Beispiel dargestellt:
Die Tripel-Spiegel TS werden mechanisch so angeordnet, daß sie die Form einer Kugel mit dem Radius R einnehmen, wobei jeder Normalenvektor der Apertur eines jeden Tripel-Spie­ gels TS radial nach außen zeigt. Dabei sollen die Apertu­ ren auf der Kugeloberfläche liegen. Dieser Reflektor bie­ tet nun den (Radar-)Rückstreuquerschnitt σ₁ einer kreis­ runden ebenen Platte mit dem Radius R gemäß der Formel
Dabei bedeuten
A die Fläche der kreisrunden ebenen Platte und
λo die Wellenlänge, die zu dem Abfragesignal mit der Fre­ quenz fo gehört.
Für eine metallische Kugeloberfläche mit den Radius R er­ gibt sich ein (Radar-)Rückstreuquerschnitt a₂ gemäß der Formel
σ₂ = πR²
Daraus ergibt sich ein Verhältnis σ₁/σ₂ der Rückstreuquer­ schnitte gemäß der Formel
Durch die Wahl der geometrischen Abmessungen des Reflek­ tors und der Frequenz können sehr große Unterschiede in der Größe der Rückstreuquerschnitte realisiert werden und damit auch eine gute und zuverlässige Detektion der Ken­ nung in dem von der Sende-/Empfangsstation empfangenen und demoduliertem Antwortsignal.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Beispiel be­ schränkt, sondern sinngemäß auf weitere anwendbar, bei­ spielsweise als sogenannte (Radar-)Bojen oder (Radar-)Baken zur Kennzeichnung und/oder Identifikation von Hin­ dernissen, z. B. einer Untiefe in einem Schiffahrtsweg, einem hohen Gebäude in einer Anflugschneide oder zur Über­ wachung des rollenden Verkehrs, insbesondere der Landfahr­ zeuge auf dem sogenannten Vorfeld eines Flughafens bei schlechten optischen Sichtbedingungen.

Claims (10)

1. Verfahren zur Abfrage einer Kennung, wobei auf ein Ab­ fragesignal einer Sende-/Empfangsstation von einem zu identifizierenden Ziel ein Antwortsignal ausgesandt und von der Sende-/Empfangsstation empfangen und ausgewertet wird, dadurch gekennzeichnet,
  • - daß das Abfragesignal an einem an dem Ziel ange­ brachtem Reflektor (RE) reflektiert wird,
  • - daß der Reflektor (RE) einen elektrisch änderbaren Rückstreuquerschnitt besitzt derart, daß aus dem Abfragesignal ein amplitudenmoduliertes Antwortsi­ gnal entsteht und
  • - daß die Änderung des Rückstreuquerschnittes und damit die dem Antwortsignal aufgeprägte Amplitu­ denmodulation nach Maßgabe einer vorgebbaren Ken­ nung erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Abfragesignal ein unmoduliertes Signal ausgesandt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch ge­ kennzeichnet, daß bezüglich der Einfallsrichtung des Ab­ fragesignals zwischen den Rückstreuquerschnitten entspre­ chend einer kreisrunden ebenen metallischen Platte und ei­ ner metallischen Kugel elektrisch umgeschaltet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß auf das Abfragesignal in dem Ziel aus einem Speicher (ROM) die Kennung ausgelesen wird und daß die Rückstreuquerschnitte nach Maßgabe der Kennung geschaltet werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß als Abfragesignal ein Radarsi­ gnal verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß das Abfragesignal von einer Emp­ fangsantenne (E) sowie einem daran angeschlossenem Detektor (DET) empfangen und detektiert wird und daß in Abhängig­ keit von der Zeitdauer des Abfragesignals die Kennung aus dem Speicher (ROM) ausgelesen und über einen Modulator (MOD) sowie einen Treiber (DR) dem Reflektor (RE) zugelei­ tet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß die Kennung innerhalb eines vor­ gebbaren Zeitintervalls ein oder mehrmals aus dem Speicher (ROM) ausgelesen wird und daß damit innerhalb des Zeitintervalls an dem Reflektor (RE) ein oder mehrmals eine Am­ plitudenmodulation des Abfragesignals nach Maßgabe der Kennung erfolgt.
8. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
  • - daß der Reflektor (RE) aus mehreren zu einer Kugel angeordneten Triple-Spiegeln (TS) besteht, deren Aperturen die Oberfläche der Kugel bilden,
  • - daß die Triple-Spiegel (TS) im Inneren einer Hohl­ kugel (HK), die an sich aus einem für das Abfrage­ signal und das Antwortsignal durchlässigem Mate­ rial besteht, angeordnet sind,
  • - daß auf der Hohlkugel (HK) eine elektrisch schalt­ bare metallische Leiterstruktur angebracht ist,
  • - daß die Leiterstruktur mit elektrischen Schaltmit­ teln koppelbar ist derart, daß durch Umschalten der Schaltmittel von einem hochohmigen in einen niederohmigen Zustand, eine Änderung des Rück­ streuquerschnittes der Hohlkugel (HK) für das Ab­ fragesignal erfolgt.
9. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Innendurchmesser der Hohlkugel (HK) im wesentlichen gleich dem Durchmesser der Kugel der Triple-Spiegel (TS) ist.
10. Anordnung nach Anspruch 6 oder Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Schaltmittel als PIN- Dioden ausgebildet sind.
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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP2725381A1 (de) 2012-10-26 2014-04-30 BAE Systems Plc Identifikationsetikette
GB2507351A (en) * 2012-10-26 2014-04-30 Bae Systems Plc Identification tag for modulating and returning an incident RF signal
WO2014064463A1 (en) * 2012-10-26 2014-05-01 Bae Systems Plc Identification tag

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