DE4335397C2 - Vorrichtung zur Infiltration von Flüssigkeiten - Google Patents
Vorrichtung zur Infiltration von FlüssigkeitenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur
Infiltration von Flüssigkeiten und/oder Gasen zur
Regenerierung kontaminierter Böden.
Bei der Behandlung von Böden in dieser Art ist es be
kannt, über in den Erdboden eingebrachte Lanzen mikro
biologische Mittel zuzuführen. Hierdurch ist es nicht
möglich, eine kontrollierte mikrobiologische Sanierung
von Böden über eine größere Fläche und Tiefen in unge
sättigten Bodenzonen erfolgreich durchzuführen.
Nach der DE-PS 38 11 714 ist bereits ein Verfahren mit
perforierter Lanzen bekannt geworden. Bei diesem Ver
fahren handelt es sich um eine biologische in-situ-
Sanierung ohne hydraulischer Unterstützung. Hierbei
werden die Lanzen abgeteuft, in denen Injektionsgeräte
installiert sind, die die Biomasse und Feuchte (Wasser)
über einen sehr hohen Druck (bis 100 bar) in dem Boden
einbringen. Der zusätzlich installierte Brunnen
dient nur der Überwachung der Sanierung. Der
mobilisierte Schadstoff aus den Porenräumen wird bei
diesem Verfahren nicht berücksichtigt und kann in das
Grundwasser abwandern sowie eine ungewollte Schadstoff
ausbreitung und eine zusätzliche Grundwasserkontamina
tion verursachen. Bei einer reinen biologischen
Sanierung hat sich gezeigt, daß der Schadstoff nicht
wie vermutet in CO₂ und Wasser abgebaut wird, sondern
daß die teilweise langkettigen Moleküle in kurze Ketten
umgewandelt werden und somit die Mobilisierung der
Schadstoffe ermöglicht wird. Die Umsetzung der Schad
stoff in CO₂ und H₂O erfolgt erst in späteren Schritten.
Weiterhin ist nach der DE-OS 38 12 364 ein biologisches
Verfahren bekannt geworden, wobei die Mikroorganismen
auf einen Träger aufgebracht werden und der Träger nur
aufgrund der Strömung im Grund-, Oberflächen- und/oder
Sickerwasser über den kontaminierten Boden verteilt
wird. Lediglich das eingebrachte Wasser wird über einen
Förderbrunnen gefördert und aufbereitet.
Gemäß DE-OS 42 10 295 sind ebenfalls für ein bio
logisches Verfahren Lanzen vorgesehen, die Aus
trittsöffnungen in Form von Schlitzen aufweisen. Auch
nach der DE-PS 39 37 593 sind Lanzen mit Durchtritts
öffnungen bekannt.
Ferner ist es bekannt, mit hydraulischen Verfahren und
Maßnahmen ohne Bodenaushub zu arbeiten und an flüssigen
Phasen im Grund- und Stauwasser anzusetzen. Eine
derartige Ausbildung ist nach DE-OS 37 39 126 bekannt
geworden. Hierbei werden Saug- und Diffusionsschächte
installiert, die horizontal über Kanäle zueinander in
Verbindung stehen und eine künstliche Grundwasser
strömung erzeugen.
Es hat sich dabei gezeigt, daß bei bebauten Flächen
Probleme auftreten, da durch Beeinflussung des Grund
wassers oftmals Schäden durch Verschiebungen entstehen.
Weiterhin bleibt unberücksichtigt, daß Grundwasser
kontaminationen in den meisten Fällen auf primäre Ver
unreinigungen in den ungesättigten durchlässigen
Schichten oberhalb von sogenannten Wasserstauen be
ruhen.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung für
kontaminierte Böden zu schaffen, die eine Infiltration
ermöglicht und optimale Milieubedingungen für einen
schnellen Schadstoffabbau gewährleistet. Weiterhin soll
eine hydraulische und/oder biologische Sanierung
ermöglicht werden.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale
des Patentanspruches.
Hierdurch wird ein geschlossener Flüssigkeitskreislauf
ermöglicht, der eine ungewollte zusätzliche Ausbreitung
von Schadstoffen verhindert. Durch eine tropfenweise
kontinuierliche Versorgung in kleinen Mengen werden
Schadstoffe gegebenenfalls durch die Zuführung von
Wasser als rein hydraulische Maßnahme im Boden
aktiviert und mobilisiert. Ebenso ist eine
kontrollierte mikrobiologische Sanierung möglich, wobei
dem Untergrund die fehlenden Parameter für optimale
Milieubedingungen im Boden zugeführt werden. Dieses
führt zu einem schnelleren Schadstoffabbau und somit
zur Verkürzung der Sanierungszeit. Damit wird eine um
weltfreundliche und kostengünstige Vorrichtung zur
Sanierung von Böden geschaffen. Weiterhin wird durch
die spezielle Ausbildung der Versorgungsschläuche er
möglicht, kontrollierte Austrittsmengen bei vorge
gebenem Druck zu bestimmen bzw. überhaupt Sauerstoff
austreten zu lassen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfin
dung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine schaubildliche Darstellung einer Ge
samtanordnung,
Fig. 2 einen Versorgungsschlauch mit integrierten
Tropfaustritten.
Bei der Anwendung von Versorgungsschläuchen 1 zur
Durchführung des Verfahrens sind diese senkrecht oder
schräg in den kontaminierten Boden 2 eingebracht. Für
das Einsetzen der Versorgungsschläuche 1 in den Boden 2
werden Bohrungen mit Verrohrungen in den Boden 2 einge
bracht und nach Einsetzen des nach unten abge
schlossenen Versorgungsschlauches 1 wird die Verrohrung
wieder entfernt. Gegebenenfalls wird vor dem Entfernen
der Verrohrung Kies zwischen Verrohrung und Versor
gungsschlauch 1 eingefüllt sowie entsprechende Wasser-
Sperren eingesetzt.
Der Versorgungsschlauch 1 ist in diesem Fall als
selbstreinigender Tropfschlauch aus PE-HD-Material
(hochverdichtetes Polyethylen) mit integrierten Tropf
austritten 3 ausgebildet. Hierbei sind die Tropfaus
tritte 3 in Abständen 4 angeordnet, die abhängig vom
Sanierungsfall bestimmt werden. Um eine definierte
Tropfmenge druckabhängig austreten zu lassen, ist der
Versorgungsschlauch 1 mit einem parallel zur Außen
wandung ausgebildeten Spiralkanal 5 versehen, der als
Zuführkanal für die nach außen gerichteten Tropfaus
tritte 3 dient. Die einzelnen gebildeten Abschnitte
sind getrennt und weisen am Anfang der Abschnitte bezogen
auf die Fließrichtung 6 des einzubringenden Mediums
Zuführungen 7 zum Spiralkanal 5 und am Ende die
entsprechenden Tropfaustritte 3 auf.
Diese in den Boden 2 eingebrachten Versorgungsschläuche
1 sind mit oberirdischen Versorgungsleitungen 8 verbun
den, um das einzubringende Medium zuzuführen. Die Ver
sorgungsleitung 8 steht mit einer Versorgungseinheit 9
als Flüssigkeitsbehälter in Verbindung, wobei gege
benenfalls aus einem Zusatzbehälter erforderliche
Beimengungen zum Wasser gemacht werden. Hierbei sind im
Flüssigkeitsbehälter 9 gegebenenfalls Heizvorrichtun
gen, Rührwerke und Dosierpumpe angeordnet.
Der Flüssigkeitsbehälter 9 ist in diesem Fall über eine
Leitung 10 mit einem zusätzlichen Mischbehälter 11 ver
bunden und wird von dort über eine Zuleitung 12 zur
Versorgungsleitung 8 über eine Steuer- und Regelein
richtung 13 kontrolliert zugeführt.
Zusätzlich ist in Fließrichtung oberhalb von Wasser
stauern ein Förderbrunnen 14 im Boden 2 abgeteuft, der
parallel zum Zuführsystem über die Versorgungsschläuche
1 angeordnet ist. Das geförderte beladene, und schad
stoffhaltige Porenwasser über den Förderbrunnen 14 wird
einer Wasseraufbereitungsanlage 15 zugeführt und ge
reinigt. Anschließend wird es über entsprechende Meß- und
Steueranordnungen dem System wieder über die
Leitung 16 zugeführt. Somit ist der Wasserkreislauf
geschlossen, und es wird eine ungewollte zusätzliche
Ausbreitung von Schadstoffen verhindert. In diesem Fall
ist ein zusätzlicher Brunnenschacht 17 angeordnet, um
überschüssiges abgereinigtes Wasser abzuführen.
Hierdurch ist es somit möglich, eine
Sanierung von kontaminierten Böden mit biologisch ab
baubaren und wasserlöslichen Schadstoffen durchzu
führen. Hierbei kann durch entsprechende Vorunter
suchungen der Kontamination eine künstliche Erstellung
von optimalen Bedingungen für
die Mikroorganismen im Boden erzielt werden, wobei
Temperatur, pH-Werte, Sauerstoff und Nährstoffe vorge
geben werden. Die zugeführten Mikroorganismen werden
dabei genau dosiert und kontrolliert und dort hinge
bracht, wo sie für den Abbau von Schadstoffen genutzt
werden können.
Zur Durchführung der Sanierung werden die
ermittelten Parameter, wie horizontale und vertikale
Kontaminationsausbreitung, Grad und Art der Kontamina
tion, Wasserstand, Wasserfließrichtung ermittelt und
ein Bohrungsraster auf der zu sanierenden Fläche er
stellt.
Das Verbringen und die Anordnung der Versorgungs
schläuche geschieht dann nach folgenden Kriterien:
- - Bohrungen werden bis zum kontaminierten Wasser spiegel geteuft und mit einen Schutzrohr versehen,
- - Bohrungen werden senkrecht oder schräg eingebracht, schräge Anordnung zur Vergrößerung der Tropffläche,
- - Abstände der Bohrungen ergeben sich aus der mittle ren Durchlässigkeit des Bodens und der Konzentra tion der Kontamination,
- - Versorgungsschläuche werden im unteren Teil abge dichtet und in den Bohrungen eingesetzt,
- - Schutzrohre werden gezogen und die Versorgungs schläuche mit den oberirdischen Versorgungs schläuchen verbunden,
- - Versorgungsleitungen sind mit der Versorgungsein heit sowie Steuer- und Regeleinrichtungen ver bunden.
Um eine gesicherte und erfolgreiche Sanierung zu garan
tieren, wird vorgesehen, während der ersten Einlaufzeit
den Boden nur mit Wasser (ohne Zusatzstoffe oder Mikro
organismen) zu injizieren.
- - Das eingeführte Wasser wird mit einem Farbindikator gemischt, um die Ankunftszeit im Förderbrunnen zu testen und zu kontrollieren.
- - im Flüssigkeitsbehälter wird ebenfalls mit ver schiedenen Temperaturen gefahren, um Temperatur veränderungen der zu sanierenden Fläche zu messen.
- - Luft, Wasser, Luft/Wassergemisch werden durch einen ölfreien Kompressor in den Böden injiziert oder nur Luft eingeblasen und Boden-Luft gemessen.
- - Hierbei wird mit verschiedenen Druckstufen gearbei tet.
Durch diese Maßnahmen werden die
Milieubedingungen ermittelt, um die
zu adaptierenden Mikroorganismen
festzuliegen, die in
den Boden injiziert werden.
Hierbei ist es wichtig zu bemerken, daß diese Phase für
die gesamte Sanierungsdauer keineswegs eine verlorene
Zeit ist. Durch das Abpumpen des Grundwassers entsteht
eine Art Trichter- bzw. Sogeffekt. Dies wird ausge
glichen durch die Zufuhr von Wasser und Luft durch die
Versorgungsschläuche. Auf der gesamten Fläche entsteht
einerseits eine zusätzliche hydraulische Bewegung in
dem Grundwasser und andererseits eine aktive Boden- und
Porenwäsche durch die Tropfinjektion.
Durch den Einsatz der Versorgungsschläuche 1 ist es
somit möglich, die Dosierung von quantitativen Anteilen
(Wasser, Temperatur, Luft, Nährstoffe, Mikroorganismen
usw.) nach den Vorgaben aus dem Flüssigkeitsbehälter
durch die Steuer- und Regeleinheit zu dosieren und in
den Boden weiterzuleiten. Hierbei wird durch das
engmaschige Schlauchsystem im Boden mit dem
integrierten Tropfaustritten fast jedes Teil und jedes
Korn in dem Boden genau dosiert erreicht. Da die
Versorgungsschläuche 1, das Wasser bzw. die Misch
flüssigkeit tropfenweise abgeben, wird die vorhandene
Bodenluft nicht verdrängt. Es wird sogar Sauerstoff den
Poren zusätzlich zugeführt.
Nach Verteilung der Kontamination auf der gesamten
Fläche ist es möglich, bei der Planung zusätzliche
Sperrventile in den Versorgungsleitungen anzuordnen.
Damit können bestimmte Bereiche der zu sanierenden
Fläche mit zusätzlichen Stoffen für bestimmte Zeit
injiziert werden.
Auch durch die einfache und variable Montagemöglichkeit
können kontaminierte Bereiche selbst unter Bauwerken
saniert werden. Aufgrund der ständigen Zufuhr von
Flüssigkeit in den Boden bzw. in das Sicker- und Grund
wasser entfällt die Gefahr, daß eine Absenkung des
Grundwassers und damit verbundene Bauwerksrisse mit
allgemeinen Schäden entstehen.
Weiterhin ist es möglich, in ungesättigten Bodenzonen
unterschiedlicher Tiefen, selbst beim Vorliegen einer
übergeordneten Deckschicht, eine in-situ-Bodensanierung
durchzuführen, selbst wenn sie durch eine oberhalb
liegende Deckschicht (Lehm, Ton usw.) abgegrenzt wird.
Diese Ausbildung ist nicht auf mikrobielle in-situ-
Sanierungen begrenzt, sondern bietet aufgrund des viel
fältigen Einsatzes ebenso hydraulische wie auch chemi
sche Bodenbehandlungsmöglichkeiten durch Mobilisierung
wie auch Immobilisierung von Schadstoffen.
Claims (1)
- Vorrichtung zur Infiltration von Flüssigkeiten und/oder Gasen zur Regenerierung kontaminierter Böden, bestehend aus einen-am Ende abgeschlossenen Schlauch (1) mit einem parallel zur Wandung liegen den separaten Spiralkanal (5), der eine Vielzahl von getrennten Abschnitten mit jeweils im Abstand angeordnetem Eintritt (7) von der Schlauchinnen seite und Tropfenaustritt (3) an der Schlauchaußen seite aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4335397A DE4335397C2 (de) | 1993-10-16 | 1993-10-16 | Vorrichtung zur Infiltration von Flüssigkeiten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4335397A DE4335397C2 (de) | 1993-10-16 | 1993-10-16 | Vorrichtung zur Infiltration von Flüssigkeiten |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4335397A1 DE4335397A1 (de) | 1995-04-27 |
| DE4335397C2 true DE4335397C2 (de) | 1997-01-09 |
Family
ID=6500366
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4335397A Revoked DE4335397C2 (de) | 1993-10-16 | 1993-10-16 | Vorrichtung zur Infiltration von Flüssigkeiten |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
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| DE3937593C2 (de) * | 1989-11-11 | 1998-03-26 | Hans Helmut Prof Dr Hanert | Verfahren zur biologischen in-situ-Reinigung |
| DE4210295A1 (de) * | 1992-03-28 | 1993-09-30 | Guenter Meyer | Verfahren zur biologischen Sanierung von Böden und/oder Grundwässern |
-
1993
- 1993-10-16 DE DE4335397A patent/DE4335397C2/de not_active Revoked
Also Published As
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| DE4335397A1 (de) | 1995-04-27 |
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