DE3908573C2 - - Google Patents
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Classifications
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Description
Die Erfindung betrifft ein Unterseeboot,
in dem, z. B. durch die Antriebsanlage, Abwärme
erzeugt wird, die mit einem ersten Kühlsystem
an das umgebende Meerwasser abgeführt wird,
mit einem zweiten Kühlsystem, das die Abwärme
in einen Wärmespeicher überführt und einem dritten
Kühlsystem, das die Wärme aus dem Wärmespeicher
an das umgebende Meerwasser abführt.
Ein Unterseeboot der vorstehend genannten Art ist aus der
DE-PS 36 34 936 bekannt.
Es ist bekannt, getauchte Unterseeboote auf verschiedene Art
und Weise zu orten. Man unterscheidet dabei zwischen den
sog. "aktiven" und den "passiven" Ortungsmethoden. Bei den
"aktiven Ortungsmethoden" sendet ein Suchfahrzeug, beispielsweise
eine Fregatte, ein Suchsignal, beispielsweise ein Ultraschallsignal,
aus und detektiert das Vorhandensein sowie ggf.
die Position des getauchten Unterseebootes anhand der vom
Unterseeboot reflektierten Signale. Bei den "passiven" Ortungsmethoden
wird hingegen eine Umfeldstörung detektiert, die vom
Unterseeboot in seiner Umgebung hervorgerufen wird. Diese
Umfeldstörung kann z. B. in einer Verwerfung des magnetischen
Erdfeldes oder in einer Überlagerung des natürlichen Umgebungsgeräusches
mit Eigengeräuschen des Unterseebootes bestehen.
Jede der vorstehend genannten Ortungsmethoden hat ihre spezifischen
Vor- und Nachteile. Ein gemeinsamer Nachteil dieser
Methoden ist, daß eine Ortung getauchter Unterseeboote um so
schwieriger wird, je größer der Abstand des Unterseebootes
vom Suchfahrzeug ist. Zwar ist es bekannt, die Ortung getauchter
Unterseeboote auch von Bord eines Flugzeuges vorzunehmen,
indem das Flugzeug an einer langen Leine eine extrem empfindliche
Magnetsonde (Kernresonanzsonde) hinter sich herschleppt,
mit der die vom Unterseeboot verursachten Verwerfungen des
Erdmagnetfeldes detektiert werden, auch diese Ortungsmethode
stößt jedoch schnell an ihre Grenzen, und zwar um so mehr, je
mehr moderne Unterseeboote aus unmagnetischen Stählen hergestellt
werden. Auch ist eine halbwegs präzise Ortung des
getauchten Unterseebootes auch bei dieser Methode erst nach
mehrmaligem kreuzweisen Überfliegen eines bestimmten Bereiches
des Meeres möglich.
Da Unterseeboote motorisch angetrieben werden, fällt an Bord
des Unterseebootes stets eine bestimmte Menge an Abwärme an,
deren Betrag davon abhängt, von welcher Bauart der Antrieb
des Unterseebootes ist, mit welcher Antriebsleistung gerade
gefahren wird usw.
In aller Regel werden Unterseeboote zur Kühlung des Antriebssystems
mit einem Kühlsystem ausgestattet, bei dem die Abwärme
des Antriebssystems an das umgebende Meerwasser abgegeben wird.
So ist es beispielsweise bekannt, Leitungen eines internen
Kühlkreislaufes des Antriebes außerhalb der Außenhülle des
Unterseebootes entlang zu führen, damit das umgebende kalte
Meerwasser beim Fahren des Unterseebootes an diesen Leitungen
entlangstreicht und Wärme von diesen abführt.
Darüber hinaus entwickeln auch andere Elemente des Unterseebootes,
insbesondere eine Innenraumheizung und dgl., eine
beträchtliche Abwärme, die über die gesamte Außenhaut des
Unterseebootes an das umgebende Meerwasser abgegeben wird.
Ein kleines Unterseeboot erzeugt beispielsweise bei Marschfahrt
in der Größenordnung von 100 kW Abwärme, so daß, wenn man im
Kühlwasser eine Temperaturerhöhung um 50°C zuläßt, pro Stunde
etwa 2 m³ warmes Kühlwasser erzeugt werden. Bei großen Unterseebooten,
insbesondere bei mit Kernkraft angetriebenen Unterseebooten,
ist die Wärmeleistung wesentlich höher und kann
bis in die Größenordnung von einigen 100 MW reichen, so daß
sich die Menge des abgegebenen warmen Kühlwassers entsprechend
erhöht.
Ein auf Tauchfahrt fahrendes Unterseeboot zieht daher eine
Schleppe warmen Kühlwassers hinter sich her, die infolge der
geringeren Dichte, verglichen mit dem umgebenden kalten Meerwasser,
an die Oberfläche des Meeres steigt. Dies bedeutet,
daß ein in Tauchfahrt befindliches Unterseeboot an der Meeresoberfläche
eine Spur von erwärmtem Wasser hinter sich herzieht.
Andererseits ist es bekannt, mit Hilfe moderner Detektionsmethoden
bereits geringste Temperaturvariationen an der Erdoberfläche
zu vermessen, beispielsweise mit Hilfe von eigens
dafür eingerichteten Aufklärungssatelliten. Selbst wenn man
daher einmal berücksichtigt, daß das von einem auf Tauchfahrt
befindlichen Unterseeboot abgegebene warme Kühlwasser durch
die Antriebsschrauben des Unterseebootes verwirbelt und damit
verteilt wird und sich noch um so mehr verteilt, je tiefer
das Unterseeboot getaucht ist bzw. je weiter das erwärmte
Wasser aufsteigen muß, um an die Oberfläche des Meeres zu
gelangen, so ist es doch mit verfeinerten Nachweismethoden
durchaus möglich, an der Meeresoberfläche die Wärmespur eines
auf Tauchfahrt befindlichen Unterseebootes zu detektieren.
Aus der eingangs genannten DE-PS 36 34 936 sind ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Verringerung der Infrarot-Ortbarkeit
von Unterseebooten bekannt. Die Verringerung der Infrarot-
Ortbarkeit wird dadurch erreicht, daß im Unterseeboot anfallende
Abwärme in geeigneter Weise zwischengespeichert wird. Als
Speicher ist bei dem bekannten Unterseeboot vorgesehen, den
zylinderförmigen Innenraum außerhalb des Druckkörpers im
radialen Abstand mit einer zylindrischen Hülle zu umgeben, so
daß ein insgesamt hohlzylindrischer Speicherraum entsteht,
der mit Meerwasser gefüllt wird. Dieser Speicherraum ist an
zwei diametral gegenüberliegenden Positionen des Innenraum-
Umfanges an Leitungen angeschlossen, die über Ventile zum
Ausgang eines Wärmetauschers führen. Die Ausgänge des Wärmetauschers
können alternativ auch über weitere Ventile mit dem
Außenraum, also dem umgebenden Meerwasser, verbunden werden.
Der Wärmetauscher steht eingangsseitig mit den Wärmeerzeugern
im Innenraum des Unterseebootes in Verbindung.
Im normalen Betrieb wird die von den Wärmeerzeugern erzeugte
Wärme über den Wärmetauscher direkt in das umgebende Meerwasser
abgeleitet, indem die zweitgenannten Ventile geöffnet werden.
Bei einer Gefechts- oder sonstigen Gefahrensituation wird
hingegen die von den Wärmeerzeugern erzeugte Wärme über den
Wärmetauscher mittels der erstgenannten, nunmehr geöffneten
Ventile, in den Speicherraum auf dem Umfang des Unterseebootes
eingeleitet und dort so lange gespeichert, bis entweder die
Gefahrensituation vorüber oder die maximale Kapazität des
Wärmespeichers erreicht ist.
Bei dem bekannten Unterseeboot ist alternativ vorgesehen,
einen weiteren Wärmetauscher unmittelbar im Speicherraum
anzubringen, so daß insoweit mit einem vollständig geschlossenen
System gearbeitet werden kann, das vom üblichen Wärmetauscher,
der die wärmeleitende Verbindung zum Außenraum herstellt,
getrennt ist.
Bei dem bekannten Verfahren bzw. dem bekannten Unterseeboot
ist von Nachteil, daß eine relativ starr mechanische, d. h. akustische Kopplung
zwischen den Wärmeerzeugern und den Ausgangsventilen besteht,
die zum umgebenden Meerwasser-Außenraum führen.
Unter akustischer Kopplung soll in diesem
Zusammenhang verstanden werden, daß eine
den Körperschall leitende Verbindung vorhanden
ist. Da es sich
bei den Wärmeerzeugern im wesentlichen aber um die Antriebsmaschine
oder sonstige schallverursachenden Aggregate des Unterseebootes
handelt, bedeutet dies, daß trotz des zwischengeschalteten
Wärmetauschers eine akustische Kopplung zwischen den
schallverursachenden Wärmeerzeugern und der Außenhaut des
Unterseebootes besteht. Diese akustische
Kopplung kann auch nicht unterbrochen werden, weil dann zugleich
das Kühlsystem für die Wärmeerzeuger außer Betrieb gesetzt
würde.
Auf diese Weise ergibt sich bei dem bekannten Unterseeboot im
normalen Betrieb ein nachteiliger Zustand, weil die akustische
Ortbarkeit des Unterseebootes gut, also für das Unterseeboot
ungünstig ist.
Dies gilt sinngemäß auch in dem Betriebszustand, in dem die
Wärmeerzeuger wärmeleitend über einen der erläuterten Wärmetauscher
an den Speicher angeschlossen sind, weil dann nämlich
die schallverursachenden Wärmeerzeuger akustisch an
den Speicher angekoppelt sind, der sich, wie erwähnt, in der
Außenhülle des Unterseebootes befindet.
Auch in diesem Betriebszustand wird daher die Verringerung
der Infrarot-Ortbarkeit durch eine Erhöhung der akustischen
Ortbarkeit erkauft.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Unterseeboot
der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß
unter Erhaltung des Vorteils einer verringerten Infrarot-
Ortbarkeit auch die akustische Ortbarkeit verringert wird.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst,
daß der Wärmespeicher im druckfesten Innenraum 17
angeordnet und in mindestens zwei Teilspeicher 40a, b
unterteilt ist und daß jeweils ein erster Teilspeicher 40a
an das zweite Kühlsystem 30, 31 angeschlossen ist und
ein anderer Teilspeicher F40b an das dritte Kühlsystem 45
angeschlossen ist, so daß der erste Teilspeicher 40a
mit Wärme aufgeladen und der andere Teilspeicher
40b entladen werden kann, ohne daß
auf dem Weg über das zweite Kühlsystem 30, 31
Schall an das umgebende Meerwasser
abgestrahlt wird.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird auf diese
Weise vollkommen gelöst, weil eine sehr gute Geräuschabkopplung
zwischen den Wärmeerzeugern und der Außenhaut möglich wird.
Es ist nämlich mit der Erfindung möglich, die Wärmeerzeuger,
die zugleich Schallerzeuger sind, mit einem der mehreren Wärme-
Teilspeicher zu koppeln, der in diesem Betriebszustand akustisch
von der Außenhaut abgekoppelt ist.
Wenn die Gefahr der Infrarotortung nicht mehr
besteht, kann ein jeweils anderer Wärme-Teilspeicher akustisch von den
Wärme- und Schallerzeugern abgekoppelt werden und seine gespeicherte
Wärme an den Außenraum abgeben, ohne daß dadurch zugleich
Schallenergie an die Umgebung abgegeben wird. Sobald dann der
eine Wärmespeicher wieder geladen und der andere entladen
ist, werden die Ein- und Ausgänge umgeschaltet, und das Spiel
kann von neuem beginnen.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Unterseebootes wird die Wärme auf ein erhöhtes Temperaturniveau
gepumpt und auf dem erhöhten Temperaturniveau zwischengespeichert.
Hierzu ist der Wärmespeicher über eine Wärmepumpe
mit den Wärmeerzeugern verbunden.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, die Kapazität des Wärmespeichers
deutlich zu erhöhen, weil die Wärmepumpe die erzeugte Wärme
beispielsweise auf ein Temperaturniveau von 500°C hochpumpen
kann. Zwar entsteht beim Hochpumpen der Wärme wiederum Abwärme,
nämlich Abwärme der Wärmepumpe, dieser Nachteil wird jedoch
durch den Gewinn an Wärmekapazität mehr als ausgeglichen.
Bei bevorzugten Ausgestaltungen der Erfindung werden verschiedenartige
Speichermedien für den Wärmespeicher eingesetzt.
Bei einem Ausführungsbeispiel wird als Speichermedium Salzwasser
eingesetzt, das ohne weiteres aus der Umgebung des Unterseebootes
entnommen und im erwärmten Zustand ohne weiteres wieder
an die Umgebung abgegeben und durch kaltes Salzwasser ersetzt
werden kann. Dies hat den Vorteil, daß zwischen Wärmespeicher
und umgebendem Meerwasser nicht nochmals ein gesonderter
Wärmetauscher vorgesehen werden muß.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung wird
Kalilauge als Speichermedium eingesetzt.
Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß sie sich besonders für
solche Unterseeboote eignet, bei denen ein sogenannter Kreislaufdiesel-
Antrieb verwendet wird. Bei einem derartigen Antrieb
wird bekanntlich das Abgas des Dieselmotors in Kalilauge
gewaschen, so daß das Kohlendioxid der Abgase in der Kalilauge
gelöst wird und das Abgas nach dem Entfernen des Kohlendioxids
und nach erneuter Anreicherung mit Sauerstoff wieder dem
Dieselmotor zugeführt werden kann. Man macht sich daher bei
diesem Ausführungsbeispiel der Erfindung die Tatsache zunutze,
daß an Bord des Unterseebootes ohnehin ein Flüssigkeitstank
enthalten ist, der im Doppelnutzen zusätzlich als Wärmespeicher
verwendet wird.
Bei einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung wird
Glaubersalz als Speichermedium eingesetzt. Glaubersalz hat
bekanntlich einen Schmelzpunkt von 32,4°C, so daß die Schmelzwärme
dieses Salzes zum Speichern der Wärme eingesetzt werden
kann.
Entsprechendes gilt, wenn Natriumthiosulfat als Speichermedium
eingesetzt wird. Dieses hat einen Schmelzpunkt von 48,2°C und
es kann somit ebenfalls die Schmelzwärme vorteilhaft eingesetzt
werden.
Ein weiteres geeignetes Speichermedium ist Kaliumfluorid-
Tetrahydrat, das bei einem Schmelzpunkt von 18,5°C eine Speicherkapazität
von etwa 100 kWh/m³ aufweist.
Ferner kommen für höhere Temperaturen auch eutektische Gemische
als Speichermedien in Frage.
Bei den vorgenannten Speichermedien (mit Ausnahme des Salzwassers)
ist es allerdings erforderlich, zwischen dem Wärmespeicher
und der Umgebung einen Wärmetauscher einzusetzen, um
zu gegebener Zeit das Speichermedium wieder mittels des kalten
Meerwassers abkühlen zu können.
Ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der
nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine äußerst schematisierte Schnittdarstellung
eines Unterseebootes nach dem Stande
der Technik.
Fig. 2 eine Darstellung, ähnlich Fig. 1, jedoch für ein
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
In Fig. 1 bezeichnet 10 insgesamt ein Unterseeboot
nach dem Stand der Technik im getauchten
Zustand. An Bord des Unterseebootes 10 befinden sich ein erster
Wärmeerzeuger 11, beispielsweise eine Antriebsmaschine, ein
zweiter Wärmeerzeuger 12, beispielsweise ein Generator oder
eine Pumpe sowie ein dritter Wärmeerzeuger 13, der in
Fig. 1 für die sonstigen Wärmeerzeuger
des Unterseebootes, beispielsweise die Mannschaft, steht.
Mit 14 ist ein erster Wärmefluß angedeutet, der vom ersten
Wärmeerzeuger 11 zum Innenraum 17 des Unterseebootes 10 führt.
In entsprechender Weise bezeichnet 15 einen zweiten Wärmefluß
vom zweiten Wärmeerzeuger 12 an den Innenraum 17 und 16 zeigt
einen dritten Wärmefluß vom dritten Wärmeerzeuger 13 an den
Innenraum 17.
Beim ersten und zweiten Wärmeerzeuger 11, 12, nämlich den
Aggregaten, ist es mit bekannten Mitteln möglich, einen Großteil
von deren Abwärme durch geeignete Mittel an den Außenraum 18
außerhalb des Unterseebootes 10 zu überführen, was beim dritten
Wärmeerzeuger 13 nicht möglich ist.
Zur Wärmeabfuhr vom ersten und zweiten Wärmeerzeuger 11, 12
sind ein erstes Kühlsystem 20 sowie ein zweites Kühlsystem 21
vorgesehen. Die Kühlsysteme 20, 21 weisen jeweils ein erstes
Ventil 22 bzw. ein zweites Ventil 23 und einen ersten Wärmetauscher
24 bzw. einen zweiten Wärmetauscher 25 auf. Die
Wärmetauscher 24, 25 sind mit einem ersten Auslaß 26 bzw.
einem zweiten Auslaß 27 verbunden, so daß ein vierter Wärmefluß
28 bzw. ein fünfter Wärmefluß 29 an den Außenraum 18 abgegeben
werden kann.
Es versteht sich dabei, daß die Kühlsysteme 20, 21 nur äußerst
schematisch angedeutet sind, so daß zahlreiche Varianten
ebenfalls möglich sind. So ist es beispielsweise möglich, die
Wärmetauscher 24, 25 so auszubilden, daß Rohre von den Wärmeerzeugern
11, 12 über die Außenhaut des Unterseebootes 10
geführt und dann wieder zu den Wärmeerzeugern 11, 12 zurückgeführt
werden, mit der Folge, daß die an der Außenhaut befindlichen
Rohrabschnitte selbst als Wärmetauscher 24, 25 wirken,
weil sie vom umströmenden kalten Meerwasser des Außenraumes
18 abgekühlt werden.
Im normalen Fahrbetrieb des Unterseebootes 10 sind die Ventile
22, 23 geöffnet, so daß die Abwärme der Wärmeerzeuger 11, 12
an den Außenraum 18 abgegeben wird und die Wärmeflüsse 14, 15
entsprechend gering bemessen sind.
Wenn jedoch eine Wärmeabgabe an den Außenraum 18 vermindert
oder eingestellt werden soll, müssen die Ventile 22, 23 geschlossen
werden. In diesem Falle würden die Wärmeflüsse 14,
15 erheblich ansteigen und die im Innenraum 17 herrschende
Temperatur T₁ schnell auf die in den Wärmeerzeugern 11, 12
herrschende Temperatur T₂ oder T₃ anheben. Wenn T₄ die Temperatur
des dritten Wärmeerzeugers 13 darstellt, also beispielsweise
die Körpertemperatur der Mannschaft, andererseits aber
die Temperaturen T₂ und T₃ der Wärmeerzeuger 11, 12, nämlich
der motorisch angetriebenen Aggregate wesentlich höher liegen,
so wird ersichtlich, daß die Temperatur T₁ des Innenraums 17
sehr schnell ansteigt und schon nach kurzer Zeit ein für
Menschen nicht mehr erträgliches Niveau erreicht.
Um dieses zu verhindern, sind ein erstes Speichersystem 30
sowie ein zweites Speichersystem 31 für die Wärmeerzeuger 11,
12 vorgesehen. Die Speichersysteme 30, 31 weisen in Kühlleitungen
der Wärmeerzeuger 11, 12 zunächst ein drittes Ventil
34 bzw. ein viertes Ventil 35 auf, an die sich ein dritter
Wärmetauscher 32 bzw. ein vierter Wärmetauscher 33 anschließen.
Die Wärmetauscher 32, 33 sind ausgangsseitig mit einem Wärmespeicher
40 verbunden, dessen Innentemperatur mit T₅ bezeichnet
ist. Ein sechster Wärmefluß 41 gibt die Wärmeabgabe des Wärmespeichers
40 an den Innenraum 17 an.
Ausgangsseitig ist der Wärmetauscher 40 mit einem dritten
Kühlsystem 45 versehen. Dies führt über ein fünftes Ventil
46 und einen fünften Wärmetauscher 47 an einen dritten Auslaß
48, so daß ein siebter Wärmefluß 49 vom Ausgang des Wärmespeichers
40 zum Außenraum 18 hergestellt werden kann.
Durch die vorstehend beschriebene Anordnung wird erreicht,
daß bei geschlossenen Ventilen 22, 23 ein Großteil der Abwärme
des Wärmeerzeugers 11, 12 zwischengespeichert werden kann,
indem die Ventile 34, 35 geöffnet werden und die Abwärme der
Wärmeerzeuger 11, 12 über die Wärmetauscher 32, 33 an den
Wärmespeicher 40 abgegeben werden. Dessen Innentemperatur T₅
steigt auf diese Weise kontinuierlich an, so daß die Temperatur
T₁ im Innenraum 17 zumindest näherungsweise konstant bleibt.
Allerdings wird sich auch infolge des sechsten Wärmeflusses
41, nämlich der unvermeidbaren Wärmeabgabe des Wärmespeichers
40 die Temperatur T₁ im Innenraum 17 langsam erhöhen.
Wenn nun entweder die Gefahrensituation vorbei ist und die
Ventile 22, 23 zum Kühlen der Wärmeerzeuger 11, 12 wieder
geöffnet werden können, oder aber wenn die Kapazität des
Wärmespeichers 40 erschöpft ist, so muß dieser entladen werden,
indem das fünfte Ventil 46 geöffnet und die im Wärmespeicher
40 gespeicherte Wärme über den fünften Wärmetauscher 47 und
den dritten Auslaß 48 an den Außenraum 18 abgegeben wird.
Zusätzlich ist dabei vorzugsweise noch ein erster Wärmekollektor
60 im Innenraum 17 angeordnet, um die dort anfallende und
anderweitig nicht abführbare Wärme aufzunehmen und über ein
viertes Kühlsystem 61, nämlich ein sechstes Ventil 62, einen
sechsten Wärmetauscher 63 sowie einen vierten Auslaß 64 mit
einem achten Wärmefluß 65 an den Außenraum 18 abzugeben.
Allerdings kann das vierte Kühlsystem 61 durch Öffnen des
sechsten Ventils 62 nur dann in Betrieb gehen, wenn eine
Wärmeabgabe vom Unterseeboot 10 an den Außenraum 18 außerhalb
einer Gefahrensituation möglich ist.
Aus der vorstehenden Schilderung wird deutlich, daß der Wärmespeicher
40 eine möglichst niedrige Ausgangstemperatur T₅
haben sollte, um eine möglichst große Wärmemenge speichern zu
können. Auch ist der Wärmespeicher 40 dann für einen der
Wärmeerzeuger 11, 12 nicht mehr speicherfähig, wenn die Innentemperatur
T₅ des Wärmespeichers 40 die jeweilige Innentemperatur
T₂ oder T₃ eines der Wärmeerzeuger 11 oder 12 überschreitet.
Wenn beispielsweise die Innentemperatur T₃ des
zweiten Wärmeerzeugers 12 höher liegt als die Innentemperatur
T₂ des ersten Wärmeerzeugers 11, so kann sich zwar die Innentemperatur
T₅ des Wärmespeichers 40 über den Wert T₂ hinaus
erhöhen, eine Wärmeabfuhr vom ersten Wärmeerzeuger 11 ist
dann indes nicht mehr möglich und es muß sogar das dritte
Ventil 34 geschlossen werden, um einen Wärmefluß vom zweiten
Wärmeerzeuger 12 über den Wärmespeicher 40 zum ersten Wärmeerzeuger
11 zu unterbinden.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist daher im Gegensatz zu dem in Fig. 1 dargestellten Stand der Technik
insoweit eine Abwandlung getroffen, als die
Wärmeerzeuger 11a, 12a nicht mehr unmittelbar an den Wärmespeicher,
sondern vielmehr zunächst an eine Wärmepumpe 70
angeschlossen sind. Die Wärmepumpe 70 pumpt die einkommende
Wärme der Wärmeerzeuger 11a, 12a auf ein wesentlich höheres
Temperaturniveau T₆ hoch und gibt diese Wärme dann über einen
siebten Wärmetauscher 71 an einen Wärmespeicher ab. Durch die
Verwendung der Wärmepumpe 70 kann auch der Innenraum 17a
unmittelbar gekühlt werden, indem ein zweiter Wärmekollektor
72 zur Aufnahme der Umgebungswärme im Innenraum 17a ebenfalls
an die Wärmepumpe 70 (oder eine weitere von mehreren parallel
geschalteten Wärmepumpen) angeschlossen ist.
Das Ausführungsbeispiel der Fig. 2 hat darüber hinaus noch
eine Besonderheit insoweit, als zwei parallele Wärmespeicher
40a und 40b verwendet werden. Bei der in Fig. 2 mit durchgezogenen
Strichen eingezeichneten Betriebsart ist der erste
Wärmespeicher 40a an den siebten Wärmetauscher 71 mechanisch
angeschlossen, während der zweite Wärmespeicher 40b auf den
ausgangsseitigen fünften Wärmetauscher 47a arbeitet. Auf diese
Weise sind die Wärmepumpe 70 und damit auch die schallerzeugenden
Wärmeerzeuger 11, 12 akustisch von der Außenhaut des Unterseebootes
10a abgekoppelt, da die Wärmepumpe 70 akustisch
nur mit dem ersten Wärmespeicher 40a in Verbindung steht. In
diesem Betriebsfall kann sich der zweite Wärmespeicher 40b
ohne Schallkopplung in den Außenraum 18a entladen.
Werden nun am Eingang und Ausgang der Wärmespeicher 40a, 40b
die jeweiligen Leitungsverbindungen umgesteckt oder sonstwie
umgeschaltet, so kann der zuvor ohne Schallkopplung entladene
zweite Wärmespeicher 40b über die Wärmepumpe 70 wieder geladen
und der soeben geladene erste Wärmespeicher 40a über den fünften
Wärmetauscher 47a entladen werden, ohne daß auch in diesem
Falle eine Schallkopplung zwischen der Wärmepumpe 70 und der
Außenhaut des Unterseebootes 10a besteht.
Für die Wärmespeicher 40, 40a, 40b können verschiedenartige
Speichermedien verwendet werden. Das einfachste Speichermedium
ist Salzwasser, weil bei dessen Verwendung auf den fünften
Wärmetauscher 47 verzichtet werden kann. In diesem Falle muß
nämlich lediglich kaltes Salzwasser aus der Umgebung 18 in
den Wärmetauscher 40 zunächst eingepumpt werden, um dann zu
einem späteren Zeitpunkt das erhitzte Salzwasser wieder in
den Außenraum 18 auszupumpen.
Will man hingegen eine höhere Speicherkapazität haben, so
kann alternativ auch ein Kalilaugenspeicher als Wärmetauscher
40 verwendet werden. Ein solcher Kalilaugenspeicher ist an
Bord von solchen Unterseebooten angeordnet, die mit einem
Kreislaufdiesel-Antrieb arbeiten. Bei derartigen Antrieben
wird nämlich ein Kalilaugen-Speicher dazu benötigt, um aus
dem Abgas des Dieselmotors das Kohlendioxid auszuwaschen. Man
kann daher bei diesem Ausführungsbeispiel der Erfindung den
ohnehin vorhandenen Flüssigkeitstank, nämlich den Kalilaugenbehälter
zugleich als Wärmespeicher 40 einsetzen.
Darüber hinaus ist es auch möglich, zur Speicherung der Wärme
Schmelzvorgänge oder Gefügeveränderungen von Werkstoffen
auszunutzen. So kann als Speichermedium auch Glaubersalz mit
einem Schmelzpunkt von 32,4°C, Natriumthiosulfat mit einem
Schmelzpunkt von 48,2°C oder Kaliumfluorid-Tetrahydrat mit
einem Schmelzpunkt von 18,5°C eingesetzt werden, wobei die
Speicherfähigkeit jeweils etwa 100 kWh/m³ beträgt.
Darüber hinaus kann aber auch Öl als Speichermedium eingesetzt
werden.
Claims (8)
1. Unterseeboot (10), in dem, z. B. durch die
Antriebsanlage, Abwärme erzeugt wird,
die mit einem ersten Kühlsystem (20, 21) an
das umgebende Meerwasser abgeführt
wird, mit einem zweiten Kühlsystem (30, 31),
das die Abwärme in einen Wärmespeicher
(40) überführt und einem dritten
Kühlsystem (45), das die Wärme aus dem
Wärmespeicher (40) an das umgebende
Meerwasser abführt, dadurch gekennzeichnet,
daß der Wärmespeicher (40) im
druckfesten Innenraum (17) angeordnet
und in mindestens zwei Teilspeicher
(40a, b) unterteilt ist und daß jeweils
ein erster Teilspeicher (40a) an das zweite
Kühlsystem (30, 31) angeschlossen ist und
ein anderer Teilspeicher (40b) an das
dritte Kühlsystem (45) angeschlossen
ist, so daß der erste Teilspeicher (40a)
mit Wärme aufgeladen und der
andere Teilspeicher (40b) entladen werden
kann, ohne daß auf dem Weg über das zweite
Kühlsystem (30, 31) Schall an das
umgebende Meerwasser abgestrahlt
wird.
2. Unterseeboot nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das zweite Kühlsystem (30, 31) eine Wärmepumpe
(70) umfaßt.
3. Unterseeboot nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teilspeicher (40a, b) Salzwasser als
Speichermedium enthalten.
4. Unterseeboot nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teilspeicher (40a, b) Kalilauge als
Speichermedium enthalten.
5. Unterseeboot nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teilspeicher (40a, b) Glaubersalz als Speichermedium
enthalten.
6. Unterseeboot nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teilspeicher (40a, b) Natriumthiosulfat
als Speichermedium enthalten.
7. Unterseeboot nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teilspeicher (40a, b) Kaliumfluorid-
Tetrahydrat als Speichermedium enthalten.
8. Unterseeboot nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teilspeicher (40a, b) Öl als Speichermedium
enthalten.
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|---|---|---|---|
| DE19893908573 DE3908573A1 (de) | 1989-03-16 | 1989-03-16 | Verfahren zum betreiben getauchter unterseeboote und unterseeboot |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE19893908573 DE3908573A1 (de) | 1989-03-16 | 1989-03-16 | Verfahren zum betreiben getauchter unterseeboote und unterseeboot |
Publications (2)
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|---|---|
| DE3908573A1 DE3908573A1 (de) | 1990-09-20 |
| DE3908573C2 true DE3908573C2 (de) | 1992-03-12 |
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Family Applications (1)
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1989
- 1989-03-16 DE DE19893908573 patent/DE3908573A1/de active Granted
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Also Published As
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