DE3907733A1 - Verfahren und einrichtung zur funkuebertragung in untertaegigen grubenbauen ohne wellenleiter - Google Patents
Verfahren und einrichtung zur funkuebertragung in untertaegigen grubenbauen ohne wellenleiterInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur gerichteten
Führung elektromagnetischer Wellen zwischen festen und
mobilen Einheiten im untertägigen Berg- und Tunnelbau.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Richtfunkübertra
gungssystem zur Durchführung des Verfahrens.
Derartige Verfahren und Systeme dienen im untertägigen
Bergbau, vor allem im Bereich der Gewinnung und des
Transportes zur Übertragung von Informationen zwischen
zwei und/oder mehreren Stationen. Gerade im Transport
wesen ist es wichtig, daß die Fahrzeuge im Streckenbe
reich untereinander, aber auch mit einer Zentrale, kom
munizieren können. Die aus dem übertägigen Bereich be
kannten Systeme lassen sich wegen der ungünstigen Aus
breitungsbedingungen für Funkwellen unter Tage nicht
einsetzen.
Dennoch hat es nicht an Versuchen gefehlt, ein Kommuni
kationsnetz dieser Betriebsart aufzubauen. Versuche mit
leistungsfähigen Funkgeräten und freistrahlenden Anten
nen versagten, weil die elektromagnetischen Wellen das
Gebirge, Erz oder die Kohle nicht nennenswert durch
dringen können. Oft können sie den Bereich der Hohlräu
me, in denen sich die Funkgeräte befinden, deshalb
nicht verlassen, weil dieser aus gebirgsmechanischen
Gründen mit Stahlausbauten versehen ist. Ferner ist die
Ausbreitungsdämpfung längs einer freien Strecke bei den
bisher benutzten Frequenzen bis ca. 500 MHz im Bergbau
im günstigsten Falle nach wenigen 100 Metern für eine
Funkübertragung zu groß.
Um diesem Mangel abzuhelfen, ist man auch andere Wege
gegangen, um die elektromagnetischen Wellen über nen
nenswerte Entfernungen zu transportieren. So hat man
über ausgelegte Leitungen oder mit Hilfe sogenannter
Schlitzkabel, die sich überall dort befinden müssen, wo
Funkübertragungen stattfinden sollen, elektromagneti
sche Wellen über einige Kilometer fortgeleitet. Mit
dieser Lösung sind jedoch vier entscheidende Nachteile
verbunden, die im Gegensatz zu freistrahlenden Systemen
vorhanden sind:
- 1. Ein Sender oder Empfänger einer mobilen Einrichtung muß relativ dicht an den Wellenleiter herangeführt werden, was einer freizügigen Beweglichkeit inner halb der jeweiligen Hohlräume entscheidend hinder lich entgegensteht.
- 2. In der Regel kann nur eine langgestreckte Kommunikations möglichkeit hergestellt werden. Nur mit großem Aufwand ist es möglich, auch entlang dieser Strecke vorhandene Großhohlräume und Abzweige sowie abgesetzte Grubenbaue an die Kommunikation anzuschließen.
- 3. Die Wellenleiter unterliegen in der betrieblich rauhen Umgebung, insbesondere in den abbaunahen Grubenbereichen, einer großen Zerstörungsgefahr. Fällt ein solches Teilsy stem aus, kann das gesamte System lahmgelegt werden.
- 4. Wegen der großen Koppel- und Längsdämpfung des Wellenlei ters bei Leitungslängen von mehreren Kilometern kann der praktisch nutzbare Frequenzbereich nur bis zu etwa 100 Hz betragen und liegt damit in einem durch elektromecha nische Störungen, hervorgerufen durch Schalt-, Regel- und Kommutierungsvorgänge elektrischer Anlagen, stark gestör ten Bereich.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren und ein System zur Übertragung von elektromag
netischen Wellen mit vorteilhafter Beweglichkeit für den je
weiligen Anwender zu schaffen, mit dem eine Kommunikation in
allen untertägigen Räumen auch über Abzweige und Kurven hin
weg und unter den rauhen untertägigen Bedingungen möglich
ist.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mit
Hilfe von Richtantennen und von diesen abgestrahlten pola
risierten Wellenfronten einander ergänzende Funkfelder mit
Frequenzbereichen oberhalb 1 GHz bis zum Erreichen des räum
lichen Endpunktes der physikalischen Ausbrteitung errichtet
und ihnen jeweils ortsfeste Sende-/Empfangsanlage zugeordnet
werden.
Es hat sich nämlich zunächst herausgestellt, daß die Längs
dämpfung des Funks den freien Strecken und Hohlräumen mit
zunehmender Frequenz oberhalb etwa 1 GHz geringer wird. Dies
ist durch Messungen bestätigt worden und ist auf Hohlleiter-
und Reflexionseffekte zurückzuführen. Zusätzlich ist die
elektromagnetische Beeinflussung durch die Anlagen und Gerä
te im untertägigen Bergbau auf den Empfänger des Funküber
tragungssystems bei diesem hohen Frequenzbereich wesentlich
geringer als unterhalb des genannten Wertes. Wenngleich die
Wahl dieser Frequenz für die Benutzung der Richtfunkübertra
gung unter Tage von Wichtigkeit ist, so ist eindeutig die
richtige Wahl der Polarisationsebene der abgestrahlten
Wellen für die Möglichkeit überhaupt entscheidend, eine sol
che freie Wellenabstrahlung unter Tage mit Erfolg durchzu
führen. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß im untertägigen
Bergbau zum Einsatz kommende Stahlausbauten innerhalb der
Grubenräume eine ausgeprägte Glocken- und Ringprofilstruktur
aufweisen, so ist bei der Abstrahlung einer elektromagneti
schen Welle damit zu rechnen, daß diese einen Sekundäreffekt
durch die Stahlausbauten erfährt. Dieser Sekundäreffekt kann
einmal die abgestrahlte Welle zum Teil reflektieren oder zum
anderen absorbieren. Beides ist nachteilig für eine gute
Wellenausbreitung. Andererseits ist es aber auch bewiesen,
daß durch Reflexion an den besagten Stahlausbauten selbst
bei der Anwendung der als vorteilhafter gegenüber der verti
kalen Polarisation gefundenen horizontalen Polarisation es
zu Wellenauslöschungen in bestimmten, räumlich engbegrenzten
Bereichen kommen kann. Die Anwendung einer Anlage mit
über das gesamte Grubenfeld verteilten Antennen und mit ei
ner ortsfesten Sende-/Empfangsanlage läßt sich unter Tage
nicht verwirklichen; die besondere Anordnung mehrerer ver
teilter Sende- und Empfangsanlagen mit entsprechend polari
sierten Richtantennen im entsprechenden Abstand aber durch
aus, so daß dies genau die Lösung darstellt, die sich für
den untertägigen Bergbau als optimal herausstellt.
Nach einer zweckmäßigen Ausbildung der Erfindung ist vorge
sehen, daß im Bereich von Abzweigen, Kurven und abgesetzten
Hohlräumen eigene und der jeweiligen Konfiguration angepaßte
Funkfelder erzeugt werden. Dadurch ist es möglich, auch ab
weichend von einem geradlinig Ausbreiten der Funkfelder die
im untertägigen Bergbau eine besondere Problematik darstel
lenden Abzweige, Kurven und abgesetzten Hohlräume zu über
winden und diese damit für das Übertragungssystem erreichbar
zu machen.
Als besonders vorteilhaft gerade für den Einsatz im untertä
gigen Bergbau erweist es sich, wenn mehrere an einem Punkt
zusammentreffende Funkfelder von einer Sende-/Empfangsanlage
gespeist werden. Damit wird die Wirtschaftlichkeit des Ver
fahrens und des erfindungsgemäßen Systems gezielt in einen
Bereich gebracht, wo ein Einsatz sich durchaus rechnet und
erhebliche wirtschaftliche und technische Vorteile mit sich
bringt.
Zur Durchführung des Verfahrens dient ein Richtfunkübertra
gungssystem, bei dem Feststationen, bestehend aus Sende-
und Empfangsanlagen mit zugeordneten Richtantennen, in einem
den jeweiligen untertägigen Gegebenheiten angepaßten Abstand
angeordnet sind, die eine horizontale oder zirkulare Wellen
front abstrahlend ausgelegt sind, wobei den so erzeugten
Funkfeldern beliebig viele mobile Sende- und Empfangsanlagen
mit zugehörigen polarisierten Richtantennen zugeordnet sind.
Damit ist ein System geschaffen, das genau unter Berücksich
tigung der untertägigen Gegebenheiten eine optimale Übertra
gung von Informationen über freie Wellenabstrahlung ermög
licht. Mit Hilfe eines solchen Systems können nicht nur gro
ße Entfernungen überbrückt werden, sondern vielmehr ist es
auch möglich, in Teilbereiche, beispielsweise abgezweigte
Großhohlräume mit der Informationsübertragung vorzudringen.
Vorteilhaft ist weiter, daß die entsprechenden Informationen
sowohl zwischen einer Feststation und den Mobilstationen
wie auch beliebigen weiteren Feststationen möglich ist, wo
bei einfach über das erfindungsgemäße System sichergestellt
werden kann, daß die entsprechenden Distanzen sicher über
brückt werden.
Weiter ist vorgesehen, daß eine Sende-/Empfangsanlage mehre
ren, vorzugsweise an einem Punkt zusammentreffende Funkfel
dern diese speisend zugeordnet ist, um so insbesondere die
Wirtschaftlichkeit des Systems zu erhöhen und damit einen
Einsatz möglichst in allen Bereichen unter Tage zu ermögli
chen. Gerade bei der Planung einer untertägigen Anlage mit
ihren vielfältigen Strecken- und Hohlraumkonfigurationen
kommt diesem wirtschaftlichen Aspekt eine besondere Bedeu
tung zu, weil so eine drastische Verminderung der benötigten
Sende-/Empfangsanlagen zu erreichen ist.
Um die Übertragung in abgezweigte Strecken hinein und in ge
sonderte Hohlräume hinein zu ermöglichen, sieht die Erfind
ung vor, daß an Abzweigen, Kurven und Einzelhohlräumen, wo
es erforderlich ist, gesonderte Richtantennen vorgesehen
sind.
Es werden somit bei Streckenkonfigurationen, die sich von
der zuvor geschilderten geradlinigen Art unterscheiden, wie
an Abzweigen, scharfen Krümmungen und abgesetzten Einzel
hohlräumen jeweils eigene Funkfelder errichtet, die die Wei
terleitung der Signale sicher ermöglichen.
Die Erfindung zeichnet sich insbesondere dadurch aus, daß
ein Funkübertragungsverfahren und -system geschaffen ist,
das gerade auf den untertägigen Bergbau mit seinen Besonder
heiten zugeschnitten ist, und erstmalig eine Funkkommunika
tion auf freier Wellenabstrahlung auch über große Entfernun
gen mit der notwendigen Sicherheit ermöglicht. Darüber hin
aus zeichnet sich das Verfahren und das System durch hohe
Wirtschaftlichkeit aus, so daß auch bei der Planung von Ge
samtanlagen durch frühzeitige Installation eine vorteilhafte
Anpassung an den jeweiligen Anwendungsbereich möglich ist.
Unabhängig von den untertägigen Ausgangskonditionen ist es
möglich, das Verfahren und das System so zuzuschneiden, daß
eine sichere Übertragung der gewünschten Daten und Informa
tionen über die freie Wellenabstrahlung möglich ist.
Anhand der einzigen Zeichnung wird nachfolgend die Erfindung
ergänzend beschrieben.
Dabei ist in dieser einzigen Figur eine schematisiert darge
stelltes Anwendungsbeispiel mit mehreren Strecken wiederge
geben.
Die Strecken 1 sind in beliebiger Ausführung aufgefahren und
mit hier nicht dargestelltem Ausbau gesichert. Über Abzweige
2, 2′ gehen Strecken rechtwinklig von der Hauptstrecke oder
über eine Kurve 3 geführt ab, so daß beispielsweise in einem
solchen Fall mit einer üblichen, freistrahlenden Funküber
tragung nichts zu erreichen wäre.
Zu verbinden über ein entsprechendes Funksystem wird mit
Hilfe der hier mit 4, 14, 15 bezeichneten Feststationen meh
rere Mobilstationen 5, 6.
Je nach den untertägigen Gegebenheiten sind im größeren oder
kleineren Abstand Richtantennen 7, 8, 10, 12 angeordnet,
über die Funkfelder 9, 9′, 11, 13 erzeugt werden, wobei
sich diese einzelnen Funkfelder 9 und 11; 9′ und 13 usw. so
ergänzen, daß eine einwandfreie Ausbildung des Gesamtfunk
feldes erreicht wird. Jedem einzelnen dieser Funkfel
der 9, 11, 13 oder aber jeweils mehreren sind Sende-
und Empfangsanlagen 4, 14, 15 zugeordnet, über die die
entsprechenden Informationen mittels der Funkfelder 9,
11, 13 an die Mobilstationen 5, 6 weitergegeben werden.
Durch unterschiedliche Ausbildung ist kenntlich ge
macht, daß die Funkfelder 9, 11, 13 beispielsweise un
terschiedliche Frequenzbereiche oberhalb von 1 GHz auf
weisen, und sich jeweils im Berührungsbereich soweit
überlappen, daß eine Ergänzung sicher erreicht ist.
1 Strecke
2, 2′ Abzweig
3 Kurve
4 Feststation (ortsfeste Sende- und Empfangsanlage)
5 Mobilstation
6 Mobilstation
7 Richtantenne
8 Richtantenne
9, 9′ Funkfeld
9′′, 9′′′ Funkfeld
10 Richtantenne
11, 11′, 11′′ Funkfeld
12 Richtantenne
13, 13′ Funkfeld
14 Feststation (ortsfeste Sende- u. Empfangsanlage)
15 Feststation (ortsfeste Sende- u. Empfangsanlage)
2, 2′ Abzweig
3 Kurve
4 Feststation (ortsfeste Sende- und Empfangsanlage)
5 Mobilstation
6 Mobilstation
7 Richtantenne
8 Richtantenne
9, 9′ Funkfeld
9′′, 9′′′ Funkfeld
10 Richtantenne
11, 11′, 11′′ Funkfeld
12 Richtantenne
13, 13′ Funkfeld
14 Feststation (ortsfeste Sende- u. Empfangsanlage)
15 Feststation (ortsfeste Sende- u. Empfangsanlage)
Claims (6)
1. Verfahren zur gerichteten Führung elektromagnetischer Wellen
zwischen festen und mobilen Einheiten im untertägigen Berg-
und Tunnelbau, dadurch gekennzeichnet, daß mit Hilfe von
Richtantennen und von diesen abgestrahlten polarisierten
Wellenfronten einander ergänzende Funkfelder mit Frequenzbe
reichen oberhalb 1 GHz bis zum Erreichen des räumlichen End
punktes der physikalischen Ausbreitung errichtet und ihnen
jeweils ortsfeste Sende-/Empfangsanlagen zugeordnet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im
Bereich von Abzweigen, Kurven und abgesetzten Hohlräumen
eigene und der jeweiligen Konfiguration angepaßte Funkfelder
erzeugt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß meh
rere Funkfelder von einer Sende-/Empfangsanlage gespeist
werden.
4. Richtfunkübertragungssystem zur Durchführung des Verfahrens
nach Anspruch 1 oder Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß zur Funkkommunikation zwischen Feststation
(4) und einer oder mehreren Mobilstationen (5, 6) Richtan
tennen (8, 10, 12) in einem den jeweiligen untertägigen Ge
gebenheiten angepaßten Abstand angeordnet sind, die eine ho
rizontale oder cirkulare Wellenfront abstrahlend ausgelegt
sind, wobei den so erzeugten Funkfeldern (9, 11, 13) Sende-
und Empfangsanlagen (14, 15) zugeordnet sind.
5. Richtfunkübertragungssystem nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß eine Sende-/Empfangsanlage (14, 15) mehreren
Funkfeldern (9, 11, 13) diese speisend zugeordnet ist.
6. Richtfunkübertragungssystem nach Anspruch 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß an Abzweigen (2), Kurven (3) und Einzelhohl
räumen gesonderte Richtantennen (10, 12) vorgesehen sind.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893907733 DE3907733A1 (de) | 1989-03-10 | 1989-03-10 | Verfahren und einrichtung zur funkuebertragung in untertaegigen grubenbauen ohne wellenleiter |
| DE8916200U DE8916200U1 (de) | 1989-03-10 | 1989-03-10 | Anordnung zur Funkübertragung in untertägigen Grubenbauen ohne Wellenleiter |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893907733 DE3907733A1 (de) | 1989-03-10 | 1989-03-10 | Verfahren und einrichtung zur funkuebertragung in untertaegigen grubenbauen ohne wellenleiter |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3907733A1 true DE3907733A1 (de) | 1990-09-20 |
Family
ID=6375975
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893907733 Withdrawn DE3907733A1 (de) | 1989-03-10 | 1989-03-10 | Verfahren und einrichtung zur funkuebertragung in untertaegigen grubenbauen ohne wellenleiter |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3907733A1 (de) |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8130 | Withdrawal |