DE2902495C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einer Einrichtung zur be
rührungslosen Potentialmessung nach dem Ober
begriff des Anspruchs 1.
Zur Funktionsprüfung elektronischer Bauelemente, ins
besondere integrierter Schaltkreise, können bekanntlich
berührungslose Potentialmessungen mit einem Elektronen
mikroskop, vorzugsweise einem Rasterelektronenmikroskop,
durchgeführt werden. Das Elektronenmikroskop besteht im
wesentlichen aus einer elektronenoptischen Säule, die
eine sogenannte Elektronenkanone enthält und im allge
meinen mit einer Einrichtung zum Tasten des Elektronen
strahls und zur Ablenkung des Elektronenstrahls ver
sehen ist. Diese Einrichtungen sind innerhalb der Säule
im Vakuum angeordnet. Das zu untersuchende Bauelement
befindet sich außerhalb der elektronenoptischen Säule
in einer Probenkammer, in der sich der Elektronenkol
lektor des Spektrometers befindet und die ebenfalls
evakuiert ist.
Der Primärelektronenstrahl löst an der Meßstelle aus
einer Leiterbahn des Bauelements Sekundärelektronen aus,
die von einem Elektronenkollektor gesammelt und in elek
trische Signale umgewandelt werden. Die Zahl der vom
Primärelektronenstrahl an der Meßstelle ausgelösten
Sekundärelektronen ist abhängig vom Potential an der
Meßstelle. Für quantitative Potentialmessung ist das
Elektronenmikroskop mit einem Spektrometer, beispiels
weise einem Gegenfeld-Spektrometer, versehen, das einen
zylindrischen Ablenkkondensator enthält, der die Sekun
därelektronen durch ein Verzögerungsfeld dem Elektronen
kollektor zuführt, der das Elektronensignal in ein ent
sprechendes elektrisches Signal umwandelt und einen
Regelverstärker steuert. Das Ausgangssignal des Ver
stärkers steuert über eine Rückkopplung das Spektro
meter. Die Gitterspannung an der Gegenfeldelektrode wird
so lange nachgeregelt, bis die Spannung zwischen Gitter
und Meßpunkt wieder ihren ursprünglichen konstanten
Wert erreicht hat. Dann entspricht die Änderung der
Gitterspannung direkt der Potentialänderung an der Meß
stelle der Probe.
Es ist bekannt, daß eine Funktionsprüfung von integrier
ten Schaltkreisen möglich ist, die sich auf einem Wafer
befinden und somit noch nicht mit elektrischen Anschlüs
sen versehen sind. Bei diesem Verfahren kann mit Hilfe
einer sogenannten Prüfkarte (wafer prober), die mit
Spitzen versehen ist, durch Aufsetzen der Spitzen auf
vorbestimmte Oberflächenteile, sogenannte Pats, die Funk
tion der Bauelemente geprüft werden. Diese Flächenein
heiten haben eine Kantenlänge von beispielsweise
50 · 50 µm. Die Messung erstreckt sich somit auf Teile des
Bauelementes, die später am Sockel mit einem Anschlußleiter
versehen werden. Die mit den aufgesetzten Spitzen gemessenen
elektrischen Signale werden einem Computer zugeführt, der die
Funktion des Bauelementes überprüft ("Micro analytical probing
system" der POLYTEC).
Eine Einrichtung zur berührungslosen Potentialmessung innerhalb
elektronischer Schaltungen mit einem Elektronenstrahl ist aus
der DE-OS 28 05 673 bekannt. Diese Ein
richtung besteht im wesentlichen aus einem strahlerzeugenden
System und einem Spektrometer, mit dem man eine Potentialbarriere
zur Energieselektion der auf der Probe vom primären Elektronen
strahl ausgelösten Sekundärelektronen aufbaut. Die Absaug
elektrode und die Gegenfeldelektrode des Spektrometers sind als
Gitterelektroden ausgebildet und annähernd parallel zur Ober
fläche der untersuchten Schaltung ausgerichtet. Das Detektor
system besteht aus zwei seitlich oberhalb der Gegenfeld
elektrode angeordneten Szintillator-Lichtleiterkombinationen,
denen jeweils eine weitere Gitterelektrode zur Ablenkung und
Beschleunigung der Sekundärelektronen vorgelagert ist.
Quantitative Potentialmessungen zur Überprüfung der Funktion
von Halbleiterbauelementen, deren Leiterbahnbreiten nur wenige
Mikrometer, beispielsweise weniger als 4 µm betragen, können
auch mit dem Primärelektronenstrahl eines Rasterelektronenmik
roskopes ausgeführt werden. Zu diesem Zweck muß jedoch das zur
Erfassung der Sekundärelektronen vorgesehene Spektrometer in
eine entsprechende Bohrung der Prüfkarte eingesetzt werden und
in dieser Bohrung auch noch in der Oberflächenebene des Bauele
mentes verschiebbar sein. Außerdem existieren an der Oberfläche
integrierter Schaltkreise lokale elektrostatische Felder, welche
die ausgelösten niederenergetischen Sekundärelektronen auf die
Schaltkreisoberfläche zurücktreiben und somit Meßfehler verur
sachen. Zur Verarbeitung der Sekundärelektronensignale wird im
allgemeinen eine Regelschaltung eingesetzt, welche die erfor
derliche hohe Bandbreite im allgemeinen nur erreicht, wenn das
Spektrometer eine integrale Energieverteilung liefert. Außerdem
ist der Durchmesser des Primärelektronenstrahls vom Arbeitsab
stand abhängig, der somit nur gering sein darf, wenn der Durch
messer des Primärelektronenstrahls zur Potentialmessung an
schmalen Leiterbahnen geeignet sein soll. Darüber hinaus muß
das Spektrometer auch für die Untersuchung einzelner aufgebau
ter integrierter Schaltkreise, die bereits mit ihren elektri
schen Anschlüssen (Bond-Drähten) versehen sind, verwendbar
sein.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der
eingangs genannten Art anzugeben, deren Spektrometer für
quantitative Potentialmessungen innerhalb elektronischer Bau
elemente, insbesondere innerhalb von Halbleiterbauelementen auf
Wafern eingesetzt werden kann. Hierbei soll sichergestellt
sein, daß das Spektrometer für verschiedene Prüfkarten geeignet
ist. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Einrichtung
der eingangs genannten Art gelöst, welche die kennzeichnenden
Merkmale des Patentanspruchs 1 aufweist.
Eine bevorzugte Ausführungsform einer Spektrometeranordnung
besteht darin, daß metallische Teile mit einem Fangnetz für
rückgestreute Elektronen versehen sind. Die an der Meßstelle
ausgelösten schnellen Elektronen
mit entsprechend hoher Energie können an anderen Spek
trometerteilen Sekundärelektronen auslösen, die dann
zum Szintillator gelangen können und das Meßergebnis
stören würden. Das in einem vorbestimmten Abstand von
den Spektrometerteilen angeordnete Fangnetz ist gegen
über dem Gehäuse des Spektrometers negativ geladen und
hält dann die an dem Gehäuse ausgelösten Sekundärelek
tronen zurück. Diese Sekundärelektronen können somit
das Gegenfeld des Fangnetzes nicht überwinden. Damit
ist eine Störung des Meßergebnisses durch diese rück
gestreuten Elektronen ausgeschlossen.
Der Szintillator für die Sekundärelektronen des Detek
tors kann vorzugsweise starr mit dem Spektrometer ver
bunden sein und ist dann mit einem verhältnismäßig
dünnen Lichtleiter versehen, der die im Szintillator
ausgelösten Photonen zum Detektor leitet.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die
Zeichnung Bezug genommen, in der ein Teil eines Raster
elektronenmikroskops nach der Erfindung schematisch
veranschaulicht ist.
Entsprechend der Figur wird ein Primärelektronenstrahl 2,
der in einer in der Figur nicht dargestellten sogenann
ten elektronenoptischen Säule erzeugt ist, dem Meß
punkt M P eines elektronischen Bauelements 4 zugeführt,
das vorzugsweise ein integrierter Schaltkreis sein kann
und mit weiteren nicht näher bezeichneten Bauelementen
auf der Oberfläche eines Wafers 5 angeordnet ist. Die
elektronenoptische Säule des Rasterelektronenmikroskops
enthält im allgemeinen eine Elektronenkanone, die im
wesentlichen aus einer Kathode und einer Wehnelt-Elek
trode und einer Anode besteht, sowie eine Tasteinrich
tung für den Primärelektronenstrahl 2 und eine Ablenk
einrichtung, mit deren Hilfe der Elektronenstrahl auf
dem elektronischen Bauelement 4 positioniert werden
kann. Das Bauelement 4 befindet sich innerhalb einer
Bohrung mit dem Durchmesser D von beispielsweise 25 mm
einer Kunststoffplatine 6. Unter der Platine selbst
ist ein Kunststoffring 8 angeordnet, in dessen unterer
Oberfläche Meßspitzen 10 und 11 eingebettet sind. Inner
halb der Bohrung sind Abstandshalter 14 parallel zur
oberen Flachseite des Bauelements 4 auf einer Führung 12
verschiebbar gelagert. In einem vorzugsweise sehr ge
ringen Abstand a 1 von beispielsweise weniger als 1 mm,
insbesondere weniger als 0,5 mm, ist im wesentlichen
parallel zur Oberfläche des Bauelements 4 eine erste
Gitterelektrode angeordnet, die als Absaugelektrode 16
dient. Oberhalb der Absaugelektrode ist eine Gegenfeld
elektrode 18 vorgesehen, die vorzugsweise ebenfalls als
Netz gestaltet sein kann. Der Raum oberhalb des Bau
elements 4 ist durch einen Deckel 20 abgeschlossen, der
gegen die in der Figur nicht dargestellte Polplatte des
Rasterelektronenmikroskops isoliert ist. Parallel zu
dem Deckel 20 und in einem vorzugsweise geringen Ab
stand von beispielsweise wenigen Zehntelmillimetern
ist ein Fangnetz 22 vorgesehen, daß als Elektronenfalle
für rückgestreute Elektronen dient, die am Meßpunkt M p
ausgelöst werden und die Gegenfeldelektrode 18 über
windet, wie in der Figur durch einen Pfeil 24 ange
deutet ist. Dieses Fangnetz 22 kann vorzugsweise auch
noch vor anderen metallischen Teilen der Kammer ange
ordnet sein, beispielsweise vor den nicht mehr bezeich
neten Seitenwänden.
Die Sekundärelektronen 26 werden von einer zweiten Ab
saugelektrode 28, die vorzugsweise ebenfalls als Netz
gestaltet sein kann, abgesaugt und gelangen zum Szin
tillator 30 eines Spektrometers des Rasterelektronen
mikroskops. Sie bilden in bekannter Weise im Szintil
lator 30 Photonen, die mit einem Lichtleiter 32 zum in
der Figur nicht dargestellten Detektor des Spektrome
ters gelangen. Durch die Anordnung der ersten Saugelek
trode 16 in Verbindung mit der Gegenfeldelektrode 18
kann die Bauhöhe a 3 auf wenige Millimeter, beispiels
weise nicht wesentlich mehr als 7 mm, begrenzt werden.
Durch diese geringe Bauhöhe des Spektrometers mit ent
sprechend geringem Arbeitsabstand erhält man eine gute
Fokussierung des Elektronenstrahls 2 mit einem entspre
chend geringen Durchmesser.
Durch den geringen Abstand a 1 des Gitters der Absaug
elektrode 16 vom Meßpunkt M p erhält man eine hohe Feld
stärke von vorzugsweise wenigstens 5 kV/cm an der Ober
fläche des Bauelements 4. Damit wird verhindert, daß
am Meßpunkt M p ausgelöste niederenergetische Sekundär
elektronen durch elektrostatische Störfelder auf die
Oberfläche des Bauelements 4 zurückgetrieben werden,
wodurch die Energieverteilung der Sekundärelektronen
verfälscht und somit Meßfehler verursacht würden. Man
erhält somit eine ungestörte Energieverteilung an der
nachfolgenden Gegenfeldelektrode 18.
Die zur Verarbeitung des elektrischen Signals des Spek
trometers übliche Regeleinrichtung kann eine hohe Band
breite nur erreichen, wenn das Spektrometer eine inte
grale Energieverteilung liefert. Dies erreicht man durch
die Anordnung der Gegenfeldelektrode 18 in Verbindung
mit den beiden Absaugelektroden 16 und 28.
In der dargestellten Ausführungsform des Rasterelektro
nenmikroskops ist das Spektrometer geeignet sowohl für
verschiedene Wafer-Prober und auch für die Untersuchung
einzelner aufgebauter integrierter Schaltkreise. Zum
kontrollierten Aufsetzen der Spitzen 10 und 11 kann das
gesamte Bauelement 4 vom Primärelektronenstrahl 2 ab
gerastert werden. Zur Positionierung des Primärelek
tronenstrahls 2 wird der gewünschte Oberflächenbereich
des Bauelements 4 bei hoher Vergrößerung von beispiels
weise 1000 in die Mitte des Spektrometers gebracht.
Die erste Absaugelektrode 16 und die Gegenfeldelektro
de 18 sind dabei so zur optischen Achse des Rasterelek
tronenmikroskops justiert, daß die Netze dieser Elek
troden bei hoher Vergrößerung nicht abgebildet werden.
Zur Potentialmessung werden die an der Meßstelle M p aus
gelösten Sekundärelektronen von der ersten Absaugelek
trode 16 in das Gegenfeld der Elektrode 18 beschleunigt.
Die höherenergetischen Sekundärelektronen durchlaufen
die Gegenfeldelektrode 18 und werden von der zweiten
Absaugelektrode 28 zum Szintillator 30 beschleunigt.
Die zweite Absaugelektrode 28 dient zugleich zur Ab
schirmung des Primärelektronenstrahls 2 gegen den Szin
tillator 30, an dem eine hohe Spannung von beispiels
weise 15 kV anliegt.
Rückgestreute Elektronen mit entsprechend hoher Energie
können zwar an den Metallteilen, beispielsweise dem
Deckel 20, Sekundärelektronen auslösen, diese werden
aber durch das Fangnetz 22 zurückgehalten und können
dieses Gegenfeld nicht überwinden.
Mit einem in der Figur nicht dargestellten Umschalter
können die Spannungen an der Gegenfeldelektrode 18 und
dem Fangnetz 22 so geändert werden, daß nur die rückge
streuten Elektronen der metallischen Teile, beispiels
weise des Deckels 20, vom Detektor des Spektrometers
erfaßt werden.
Claims (2)
1. Einrichtung zur berührungslosen Potentialmessung mit
einem Primärelektronenstrahl (2), welcher an einer Meß
stelle (M P ) eines elektronischen Bauelementes (4), vor
zugsweise eines integrierten Schaltkreises, Sekundär
elektronen (26) auslöst, deren Energie in einem eine De
tektoranordnung (30, 32) enthaltenden Spektrometer be
stimmt wird, wobei das Spektrometer eine unmittelbar
oberhalb des Bauelementes (4) angeordnete erste ebene
Elektrodenanordnung (16) zur Absaugung der Sekundärelek
tronen (26), eine parallel zur ersten Elektrodenanord
nung (16) liegende zweite ebene Elektrodenanordnung (18)
zur Erzeugung eines die Sekundärelektroden ( 26) abbrem
senden Gegenfeldes und eine dritte Elektrodenanordnung
(28) zur Ablenkung der Sekundärelektronen (26) in Rich
tung der Detektoranordnung (30, 32) aufweist, dadurch
gekennzeichnet, daß das unmittelbar un
terhalb der elektronenoptischen Säule eines Rasterelek
tronenmikroskopes angeordnete Spektrometer Abstandshal
ter (14) zwischen der ersten und zweiten Elektrodenanord
nung (16, 18) aufweist, die auf einer Führung (12) ver
schiebbar gelagert sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß metallische Teile
des Spektrometers mit einem Fangnetz (22) für rückge
streute Elektronen versehen sind.
Priority Applications (4)
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