DE2536699C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Einbetten von festen radioaktiven und/oder toxischen Stoffen in ein flüssiges Bindemittel - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Einbetten von festen radioaktiven und/oder toxischen Stoffen in ein flüssiges BindemittelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 und eine Vorrichtung
zur Durchführung dieses Verfahrens nach dem Oberbegriff des Anspruches 2.
Ein derartiges Verfahren und eine derartige Vorrichtung sind aus der CH-PS 5 49 265 bekannt. Es wird dabei
vorgeschlagen, die radioaktiven oder toxischen Stoffe vorzugsweise in flüssiges Bitumen einzubringen und die
Vermengung mit einem Sedimentiervorgang zu verbinden, was auch bei Unterdruck geschehen kann. Es wird
auch eine Vorrichtung zur Aufarbeitung radioaktiver oder toxischer Abwässer beschrieben, die konzentriert
und schließlich verdampft werden, worauf die anfallenden Feststoffe in einem beheizten Sammelgefäß mit
dem flüssigen Bindemittel vermengt und sedimentiert werden, bis das vorgesehene Füllniveau erreicht ist.
Zum Auswechseln des Sammelgefäßes muß der Vorgang unter Aufhebung des Unterdruckes unterbrochen
werden.
Demgegenüber ist es die Aufgabe der Erfindung, den Behälterwechsel zu beschleunigen, den zur Schaffung
des Unterdruckes nötigen Energieaufwand zu verringern und die Gefahr einer Umgebungskontamination
etwa durch radioaktive Schwebstoffe auszuschalten.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß während des Füllens des einen Behälters in einem
diesen umgebenden unter Unterdruck stehenden Rezipienten ein weiterer Behälter in einen weiteren
Rezipienten eingebracht und darin evakuiert wird und daß nach dem Füllen des einen Behälters der Rezipient
mit dem gefüllten Behälter durch den weiteren Rezipienten mit dem weiteren Behälter unter Aufrechterhaltung
des Unterdrucks ersetzt wird.
Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens mit einem unter
Unterdruck stehenden Abfüllschacht für die Stoffe, an dessen Unterrand ein zu füllender Behälter dicht
-'" anzuschließen ist, die erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet
ist, daß der Abfüllschacht von oben an eine Gehäuseplatte anschließt, daß unter der Gehäuseplatte eine Aufnehmerplatte drehbar und gegen die
Gehäusepiatte abgedichtet gelagert ist, daß an Durch-
-■> brechungen der Aufnehmerplatte von unten mehrere
Rezipienten angesetzt sind, wobei sich einer der Rezipienten unter dem Abfüllschacht befindet, wenn ein
weiterer Rezipient mit einer Unterdruckleitung verbunden ist.
i<> Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung sind Gegenstand der Patentansprüche 3 bis 5.
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens und eine zu seiner Ausführung geeignete
^ Vorrichtung wird nun anhand der F i g. 1 bis 4 näher
beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 in schematischer Darstellung eine Eindampfanlage zur Herstellung radioaktiver und/oder toxischer
Feststoffe und eine Vorrichtung zur Ausführung des
■"» erfindungsgemäßen Einbettungsverfahren,
Fig.2 Details einer Ausführungsform der Vorrichtung im Längsschnitt,
Fig. 3 wesentliche Teile der Abfüllvorrichtung gemäß F i g. 1, jedoch verkleinert im Grundriß, und
tr' F i g. 4 in der F i g. 3 entsprechenden Darstellung eine
Variante der Abfüllvorrichtung, die auch für die Einbettung anderer disperser Feststoffe ais Verdampfungsrückstände
geeignet ist.
Wie in F i g. 1 dargestellt, wird das wäßrige Konzentrat, das in einer Eindampfanlage 1 üblicher Bauweise erzeugt wird, mit der Konzentratspeisepumpe 2 in den Trockner 3 eingebracht, der ein motorgetriebener Dünnschichtverdampfer bekannter Ausführung sein kann. Im Trockner 3 wird das Konzentrat durch
Wie in F i g. 1 dargestellt, wird das wäßrige Konzentrat, das in einer Eindampfanlage 1 üblicher Bauweise erzeugt wird, mit der Konzentratspeisepumpe 2 in den Trockner 3 eingebracht, der ein motorgetriebener Dünnschichtverdampfer bekannter Ausführung sein kann. Im Trockner 3 wird das Konzentrat durch
S5 Eindampfen entwässert, wobei Feststoffe in einem
rieselfähigen Zustand anfallen. Diese Feststoffe fallen direkt in den darunter befindlichen Verpackungsbehälter
4, der eine vorbereitete Schicht des flüssigen Bindemittels, im vorliegenden Fall dünnflüssigen Bitu-
w) mens 5 enthält, sinken darin ab und bilden ein
dichtgepacktes Sediment 6. Nach Ablauf einer bestimmten Zeit, während der laufend weiter Feststoffe
eingestreut und der Behälter 4 allmählich gefüllt wird, oder aber auch kontinuierlich und gleichzeitig mit dem
M Einstreuen, wird weiteres dünnflüssiges Bitumen über
die Bitumenförderpumpe 7 zugegeben, bis schließlich der Verpackungsbehälter 4 ganz mit dem Bitumen-Feststoff-Gemisch
gefüllt ist. Ein Bitumenvorwärmbehälter
8 mit der Heizwicklung 9 ist vorgesehen, um das Bitumen auf die hierfür erforderliche Verfahrenstemperatur
zu bringen. Bei kontinuierlicher Bitumenzufuhr kann es für das Verfahren nützlich sein, wenn kein
scharfer Bitumenstrahl sondern ein weicher und flächenhaft wirkender Sprühregen in den Verpackungsbehälter
4, der vorzugsweise ein Endlagerfaß in Form eines genormten Standardfasses für Verpackungszwekke
ist, gerichtet wird. Damit kann bereits vor dem Auf treffen der Feststoffteilchen auf die Bitumenoberfläehe
im Behälter eine teilweise Benetzung bzw. Umhüllung erzielt werden. In diesem Falle ist die
Mündung 10 der Bitumenspeiseleitung als Sprühdüse ausgebildet Die bei der Trocknung entstehenden
Brüdendämpfe werden mittels der Vakuumpumpe 11 über den Kondensator 12 geführt, wo sie niedergeschlagen
werden. Von der Abluft mitgerissene Staubteilchen werden vom Staubfilter 13 zurückgehalten. Das
Kondensat aus dem Kondensator 12 stellt nur einen Bruchteil der Menge dar, die als Abwasser der
Eindampfanlage 1 zugeführt worden war; man kann es deshalb ohne nennenswerte Beeinträchtigung der
Wirtschaftlichkeit erneut der Eindampfung zuführen. Die Vakuumpumpe 11 sorgt neben der Brüdenabsaugung
für einen Unterdruck in der Anlage, der ein Austreten von radioaktiven Stoffen durch Leckstellen
verhindert
Der Behälteraufnehmer 14 besteht im wesentlichen aus der kreisförmigen Aufnehmerplatte 18 und den
beiden Rezipienten 15 und erfüllt mehrere Aufgaben, Zunächst dient er zur Positionierung des eii:en
Verpackungsbehälters 4 unter dem am Trockner 3 angeschlossenen Abfüllschacht 27. Durch eine geeignete
Isolierung 16 und die Eigenwärme des flüssigen Bitumens oder gegebenenfalls durch eine zusätzliche
Heizvorrichtung 17 kann außerdem ein weiterer Verpackungsbehälter 4 auf der für das Verfahren
notwendigen Betriebstemperatur gehalten werden. Schließlich sorgt der Behälteraufnehmer 14 für eine
Druckentlastung des Behälters 4, wodurch der Einbettungsprozeß bei einem beliebigen Unterdruck durchgeführt
werden kann. Mit der staubabweisenden, jedoch gasdurchlässigen Dichtung 23, die den freien Raum
oberhalb des Behälterrandes ausfüllt, wird die Kontamination der Behälteraußenseite weitgehend verhindert
(siehe F i g. 2). Durch eine zusätzliche Vorrichtung kann außerdem in den Zwischenraum zwischen dem Behälter
4 und dem Rezipienten 15 Heizdampf eingeblasen werden, so daß durch die von außen nach innen
gerichtete Strömung ein Austreten radioaktiven Staubes verhindert wird. Der Behälteraufnehmer 14 ist mit
seiner Aufnehmerplatte 18, wie in Fig. 1 und 2 dargestellt, um die Achse 19 dreh- bzw. schwenkbar auf
dem Rollenkranz 20 gelagert, wobei zwei Fixpositionen die Endstellung darstellen, die nachstehend als Arbeits-
und Wechselposition bezeichnet werden.
Fig.3 zeigt deshalb den Behälteraufnehmer 14 im Grundriß. In der Arbeitsposition 32 befindet sich ein
Behälter 4 unter dem Abfüllschacht 27, wo seine Füllung mit Bitumen und den radioaktiven und/oder toxischen
Feststoffen erfolgt. In der gegenüberliegenden Stellung, der Wechselposition 33, wird der Austausch des
gefüllten gegen einen leeren Behälter vorgenommen. Die dazu notwendige Belüftung erfolgt über das Ventil
28. Der Behälteraustausch kann vorzugsweise durch Absenken des Bodens 21 des Rezipienten 15 mit einer
Hubvorrichtung 22 nach unten vorgenommen werden. Grundsätzlich wäre auch das Herausheben des vollen
Behälters und das Einbringen des Leerbehälters von oben möglich. In diesem Fall isi es zweckmäßig, in der
Gehäuseplatte 29 eine verschließbare Öffnung anzubringen.
In. des· Wechselposiüon werden folgende Vorbereitungen
für den folgenden Einsatz des Leerbehälters getroffen:
1. Austausch eines gefüllten mit einem zu füllenden ίο Behälter 4;
2. Einstellung des Unterdruck« über das in der
Leitung30 angeordnete Ventil;
3. Vorwärmen des Behälters 4 durch die von der Isolierung 16 umgebene Heizwicklung 17;
4. Einfüllen einer als Vorlage dienenden Schicht flüssigen Bitumens über die Zuleitung 24.
Bei Durchführung dieser Maßnahmen wird der Betriebsablauf nicht gestört Während des Austausches
durch den offenen Boden 21 des Rezipienten 15 in der Wechselpositioh 33 wird durch die bewegliche Dichtung
31 eine druckmäßige Trennung des unter dem Abfüllschacht befindlichen Rezipienten 15 von der
Außenatmosphäre erreicht und der Unterdruck in der Arbeitsposition 32 bleibt erhalten. Bei geschlossenem
Boden 21 wird über die Leitung 30 der Unterdruck in der Wechselposiüon 33 wieder hergestellt und die
Dichtung 31 kehrt wieder in ihre Ausgangslage zurück.
Auch während der Rezipientendrehung läuft der
j» Trockner weiter. Es ist dabei jedoch vorgesehen, die
Bitumenzufuhr zu unterbrechen und die Bitumenförderpumpe 7 stillzusetzen. Während dieser Zeit wird auch
die Klappe 25 geschlossen, um den Strom der Feststoffteilchen aus dem Trockner aufzufangen. In
j"> dieser Zeit bleibt der Unterdruck im Trockner 3 bzw. im
nachgeschalteten Kondensator 12 und Abluftfilter 13 erhalten. Sind diese Vorkehrungen beendet, wird nach
dem öffnen der Klappe 25 die in der Zwischenzeit angesammelte Feststoffmenge auf einmal eingestreut
*o und der Füllvorgang läuft normal weiter. Der Behälteraufnehmer
14 ist in seinem oberen Teil durch die Dichtung 26 vom Außenraum getrennt, wobei sowohl
eine druckmäßige Abdichtung bewirkt als auch ein Austritt radioaktiven Staubes verhindert wird. Für
■*'■>
Wartungsarbeiten kann eine Dekontamination des Innenraumes durchgeführt werden, indem wahlweise
Heißdampf, Wasser oder ein Lösungsmittel in das Innere gesprüht werden. Es ist auch möglich, den
Behälteraufnehmer ganz unter Wasser zu setzen.
'" Für die Einbettung radioaktiver Verbrennungsaschen
oder von aus anderen Prozessen anfallenden pulverförmigen oder granulierten Rückständen wird eine
Variante der Vorrichtung gemäß F i g. 4 vorgeschlagen. Gezeigt ist ein Behälteraufnehmer 35 zur kombinierten
>"· Einbettung von Verbrennungsaschen und von wäßrigen
Konzentraten im Grundriß, wobei zusätzlich zu den bereits beschriebenen Komponenten noch eine Fördervorrichtung
34 für Feststoffgranulate vorhanden ist. Mit dieser Fördervorrichtung 34, die beispielsweise eine
w Förderschnecke sein kann, erfolgt der Transport vom
Ort der Herstellung, beispielsweise vom Aschenraum einer Verbrennungsanlage für brennbare Abfälle, zur
Abfüllanlage und gleichzeitig die dosierte Einspeisung. Der Behälteraufnehmer 35 hat zwei Abfüllpositionen,
^i wobei wahlweise in der Arbeitsposition 36 wie zuvor
beschrieben die aus wäßrigen Konzentraten gebildeten Feststoffe und in der Arbeitsposition 37 die Aschen
eingestreut werden. Für beide Vorgänge ist eine
5 6
Wechselposition 38 ausreichend, so daß eine Platzein- ähnliche Materialien, wie geschmolzene Asphalte, Teer,
sparung gegenüber mehreren Einzelanlagen erreicht Thermoplaste oder aushärtbare Bindemittel in einer
wird und verschiedene notwendige Nebenkomponen- flüssigen Vorstufe, wie Kunstharzkomponenten. Bituten,
wie Abluftfilier, Raumfilier, Faßmanipuliervorrich- menemulsionen sowie auch Zementmilch, nach entsprelung
usw. nur einfach vorhanden sein müssen. r> chender Adaptierung der Anlage verwendet werden.
Anstelle von geschmolzenem Bitumen können auch
Anstelle von geschmolzenem Bitumen können auch
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zum Einbetten von festen radioaktiven und/oder toxischen Stoffen in ein flüssiges
Bindemittel, wobei die Stoffe unter Unterdruck mit dem in einem Behälter befindlichen Bindemittel
gemischt und sedimentiert werden, worauf das Bindemittel im Behälter verfestigt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß während des Füllens des einen Behälters in einem diesen umgebenden unter
Unterdruck stehenden Rezipienten ein weiterer Behälter in einen weiteren Rezipienten eingebracht
und darin evakuiert wird und daß nach dem Füllen des einen Behälters der Rezipient mit dem gefüllten
Behälter durch den weiteren Rezipienten mit dem weiteren Behälter unter Aufrechterhaltung des
Unterdrucks ersetzt wird.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einem unter Unterdruck
stehenden Abfüllschaft für die Stoffe, an dessen Unterrand ein zu füllender Behälter (4) dicht
anzuschließen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Abfüllschacht von oben an eine Gehäuseplatte (29)
anschließt, daß unter der Gehäuseplatte (29) eine Aufnehmerplatte (18) drehbar und gegen die
Gehäuseplatte (29) abgedichtet gelagert ist, daß an Durchbrechungen der Aufnehmerplatte (18) von
unten mehrere Rezipienten (15) angesetzt sind, wobei sich einer der Rezipienten (15) unter dem
Abfüllschacht befindet, wenn ein weiterer Rezipient (15) mit einer Unterdruckleitung (30) verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Böden (21) der Rezipienten (15)
zum Ein- und Ausbringen der Behälter (4) nach unten absenkbar sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälter (4) mit den
Rezipienten (15) über staubabweisende, gasdurchlässige Dichtungen (23) verbunden sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß eine bewegliche
Dichtung (31) vorgesehen ist, die während des Austauschens der Behälter (4) bei offenem Boden
(21) des Rezipienten (15) eine druckmäßige Trennung des unter dem Abfüllschacht befindlichen
Rezipienten (15) von der Außenatmosphäre bewirkt.
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| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: OESTERREICHISCHES FORSCHUNGSZENTRUM SEIBERSDORF GM |
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| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
| 8328 | Change in the person/name/address of the agent |
Free format text: SCHWABE, H., DIPL.-ING. SANDMAIR, K., DIPL.-CHEM. DR.JUR. DR.RER.NAT., PAT.-ANW., 8000 MUENCHEN |
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