DE2425986B2 - Stereokomparator - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Stereokomparator nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Ein Stereokomparator besteht üblicherweise aus einer Einrichtung zur zweiäugigen Betrachtung der
beiden stereoskopischen Teilbilder, die dabei zu einem Raumbild verschmelzen, in welches eine allseits im
Räume verschiebliche Meßmarke eingespiegelt wird. Zur numerischen Auswertung der Bilder können die
Verschiebungen der Meßmarke an Skalen abgelesen, über Meßwandler auf Datenträger übertragen oder
über ein Interface in einen Rechner eingegeben werden.
Mittels der auf andere Weise bestimmten inneren und äußeren Orientierung des Stereobildpaares ist dann die
Rekonstruktion eines dreidimensionalen Modells des vermessenen Gegenstands nach den bekannten Methoden
der Stereophotogrammetrie möglich. Nachteilig ist dabei, daß die Vermessung eines räumlichen Gegenstands
nur punktweise möglich ist Ein solches Meßverfahren ist daher sehr zeitaufwendig.
Eine andere Einrichtung zur Auswertung von Stereobildpaaren ist unter dem Namen Stereoskiagraph
nach Hasselwander bekanntgeworden (vergleiche z. B. DT-PS 10 24 256). Dieses Gerät ist ähnlich dem
Stereokomparator aufgebaut, jedoch kann anstelle einer Meßmarke ein Zeichenblatt, plastische Modelliermasse
oder ein vorgeformter Modellkörper in das Raumbild gebracht werden. Die Auswertung erfolgt
dann durch Nachzeichnen oder Nachmodellieren der Raumbildstrukturen oder dadurch, daß der vorgeformte
Modellkörper mit der entsprechenden Raumbildstruktur zur Deckung gebracht wird.
Auch dieses Auswertungsverfahren weist jedoch eine Reihe von Nachteilen auf. Der Auswertungsvorgang ist
zwar anschaulicher als bei der Vermessung von Einzelpunkten mit dem Stereokomparator, ist aber
ebenfalls mühsam und zeitaufwendig, da von Hand gezeichnet oder modelliert werden muß. Verwendet
man einen vorgeformten Modellkörper, so ist eine differentielle Anpassung an die Raumbildstruktur im
allgemeinen nicht möglich. Ferner liegt als Ergebnis der Auswertung normalerweise kein Zahlenmaterial vor,
sondern nur eine Zeichnung oder ein Modell, an denen weitere Messungen erforderlich sind.
Ein weiterer Nachteil der Auswertung n~.it dem Stereokiagraphen ist die Voraussetzung der Tautomorphie
des Raumbildes, d. h. das Raumbild muß die gleiche Geometrie haben wie der aufgenommene Gegenstand
seibst Tautomorphie ist gegeben, wenn die innere und äußere Orientierung des Stereobildpaares im Aufnahmegerät
und im Betrachtungsgerät übereinstimmen; insbesondere müssen Stereobasis, Kammerkonstante
und Zentrierung der Stereo-Teilbilder bei Aufnahme und Auswertung identisch sein. Diese Forderung ist
aber in der Regel nicht erfüllbar: bei sehr großer oder sehr kleiner Kammerkonstanten stößt die Konstruktion
is des Auswertungsgeräts auf Schwierigkeiten, ebenso
wenn Aufnahmen mit unterschiedlicher Aufnahmegeometrie ausgewertet werden sollen. Ferner ist eine
gleiche Stereobasis bei Aufnahme und Auswertung wegen des unterschiedlichen Augenabstands verschiedener
Beobachter nicht möglich und darüber hinaus auch nicht wünschenswert, da durch Vergrößerung der
Stereobasis das Tiefenauflösungsvermögen des Aufnahmegeräts erhöht werden kann. Schließlich verbietet die
Forderung der Tautomorphie die Auswertung nicht zentrierter Stereobilder, was abeV z. B. bei Ausschnittsvergrößerungen notwendig sein kann. Selbst die
schwächere Forderung der [somorphie, d.h. der geometrischen Ähnlichkeit des Raumbildes mit dem
aufgenommenen Gegenstand, läßt sich nur erfüllen, wenn die Stereobilder zentriert betrachtet werden und
wenn bei abweichender Kammerkonstanten des Aufnahmegeräts die Bilder durch entsprechende maßstäbliche
Verkleinerung oder Vergrößerung an das Auswertungsgerät angepaßt werden. Die Auswertung eines
isomorphen Raumbildes hat den Nachteil, daß das rekonstruierte Modell nicht in natürlicher Größe
vorliegt.
Schließlich liegen beim Stereoskiagraphen nach Hasselwander und bei ähnlichen Geräten die
beiden Stereo-Teilbilder im allgemeinen in einer anderen Entfernung zum Beobachter als der in das
virtuelle Raumbild gebrachte Körper. Dies kann die Bildauswertung aus Gründen zu geringer visueller
Tiefenschärfe erschweren.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Stereokomparatoir
zu schaffen, der die beschriebenen Nachteile vermeidet und eine schnelle und genaue Vermessung
räumlicher Gebilde nach Stereobildern ermöglicht.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 beschriebenen Maßnahmen
gelöst
In der Ausführungsform nach Anspruch 2 können zwei getrennte Bildschirme für die Darstellung des
Modellkörpers vorgesehen sein. Dadurch können Einzelbildschirme mit relativ kleinen Abmessungen
eingesetzt werden.
Die Anpassung des rechnerisch simulierten Modellkörpers an die Raumbildstrukturen und damit deren
Vermessung kann in einfacher Weise durch interaktive Dateneingabe in den Rechner und durch entsprechende
Gestaltung des Rechenprogramms vorgenommen werdein. Insbesondere ist eine beliebige differentielle
Veränderung des Modellkörpers möglich. Besonders vorteilhaft ist dabei die Schnelligkeit und Flexibilität der
rechnergesteuerten Simulation im Vergleich zu mechanisch-optischen Verfahren. Die Auswertungsergebnisse
liegen durch die bei der Simulation verwendeten Parameter unmittelbar zahlenmäßig vor.
Weiterhin kann das simulierte Stereobildpaar des Modelikörpers stets in der gleichen Projektionsgeome-■Tie
berechnet und dargestellt werden, in der die zu vermessende Stereoaufnahme angefertigt wurde. Dadurch
ist eine geometrisch richtige Überlagerung von Modellkörper und Raumbild möglich, und zwar
unabhängig von der Geometrie des Betrachtungsapparates. Es ist daher nicht von Bedeutung, ob der
Beobachter das Raumbild tautomorph sieht, da etwaige Verzerrungen das Raumbild und den Modellkörper in
gleicher Weife betreffen und daher keine Meßfehler verursachen können.
Schließlich ist auch eine optisch exakte Überlagerung von Modellkörper und Stereobild durch Verwendung
ebener Bildschirme möglich. Bildschirm und Stereobildpaar können daher vom Beobachter in gleicher
Entfernung gesehen werden, so daß keine Probleme der visuellen Tiefenschärfte auftreten können.
Der verwendete Modellkörper kann ein einfacher geometrischer Körper sein; es ist jedoch durch
entsprechende Gestaltung des Rechenprogramms leicht möglich, einen komplexen Modellkörper erst im Verlauf
einer Messung sukzessiv aus einzelnen Teilgebilden zusammenzusetzen.
Die zu untersuchenden stereoskopischen Bilder können entweder photographisch angefertigte Bilder
sein, aber auch Zeichnungen, Fernsehbilder etc.; ferner ist es möglich, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme
weiterer optischer Hilfsmittel, räumlich angeordnete Gegenstände direkt, also ohne den Umweg über einen
Bildträger zu vermessen.
F i g. 1 und F i g. 2 zeigen Beispiele für die Realisierung des vorgeschlagenen Stereokomparators. Die
Ausführung nach F i g. 1 ermöglicht die Vermessung stereoskopischer Bilder, die Ausführung nach Fig.2
dient zur Untersuchung räumlicher Gegenstände.
In der Ausführung nach Fig. 1 werden die beiden
Stereo-Teilbilder 1,2 über die teildurchlässigen Spiegel 5, 6 mittels der Okulare 7, 8 betrachtet Das vom
Prozeßrechner auf dem Bildschirm ΐθ erzeugte
ίο Stereobildpaar 3, 4 des Modellkörpers wird durch die
teildurchlässigen Spiegel 5,6 hindurch ebenfalls mit den Okularen 7, 8 betrachtet Die Trennwand 9 erleichtert
die stereoskopische Betrachtung der beiden Bildpaare.
Nicht dargestellt sind Einrichtungen zur Anpassung des Okularabstands an den Augenabstand sowie
zusätzliche Umlenkspiegel, die gegebenenfalls zur Betrachtung größerer Bildfelder erforderlich sind.
In der Ausführung nach Fig.2 werden von den
Objektiven 13,14 reelle Bilder 17, 18 eines entfernten
Gegenstands über die Umlenkspiegel 15, 16 und die teildurchlässigen Spiegel 5,6 in der Ebene 12 entworfen.
Das von Prozeßrechner auf dem Bildschirm 10 erzeugte Stereobildpaar 3, 4 wird vom Objektiv 11 durch die
teildurchlässigen Spiegel 5, 6 hindurch in geeignetem Maßstab in die Ebene 12 abgebildet In der Ebene 12, die
zweckmäßigerweise als Mattscheibe oder Fresnellinse ausgebildet wird, überlagert sich das Stereobildpaar 17,
18 des Gegenstands mit dem Stereobildpaar 19,20 des Modellkörpers. Beide Bildpaare werden mit den
Okularen 7, 8 betrachtet Die Trennwand 9 erleichtert die stereoskopische Betrachtung.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Stereokomparator zur Vermessung räumlicher
Gebilde nach Stereobildern mit einer Einrichtung zur zweiäugigen Betrachtung der beiden stereoskopischen
Teilbilder, die zwei gegen die Betrachtungsrichtung geneigte teildurchlässige Spiegel enthält,
welche einerseits die Stereo-Teilbilder in die Betrachtungsrichtung spiegeln und es andererseits
ermöglichen, die Bilder eines oder mehrerer Modellkörper zu betrachten, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Stereobildpaar (3, 4) des Modellkörpers mittels eines Prozeßrechners erzeugbar,
auf einem Bildschirm (10) darstellbar und mit den Stereo-Teilbildern (1,2; 17,18) überlagerbar ist,
wobei das Stereobildpaar (3, 4) des Modellkörpers durch Manipulation des Rechners an den in den
Stereobildern (J, 2; 17,18) dargestellten Gegenstand
anpaSbar ist
2. Stereokomparator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei getrennte Bildschirme für
die Darstellung der beiden Stereo-Teilbilder (3, 4) des Modellkörpers vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19742425986 DE2425986C3 (de) | 1974-05-30 | 1974-05-30 | Stereokomparator |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19742425986 DE2425986C3 (de) | 1974-05-30 | 1974-05-30 | Stereokomparator |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2425986A1 DE2425986A1 (de) | 1975-12-18 |
| DE2425986B2 true DE2425986B2 (de) | 1978-08-24 |
| DE2425986C3 DE2425986C3 (de) | 1979-05-17 |
Family
ID=5916774
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19742425986 Expired DE2425986C3 (de) | 1974-05-30 | 1974-05-30 | Stereokomparator |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2425986C3 (de) |
Families Citing this family (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| US4290694A (en) * | 1980-03-07 | 1981-09-22 | Kern Instruments, Inc. | Photogrammetric plotting apparatus |
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-
1974
- 1974-05-30 DE DE19742425986 patent/DE2425986C3/de not_active Expired
Also Published As
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|---|---|
| DE2425986A1 (de) | 1975-12-18 |
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