DE19809399C2 - Startanlage für einen Dieselmotor - Google Patents
Startanlage für einen DieselmotorInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Startanlage für einen
Dieselmotor.
Die Startwilligkeit von Dieselmotoren nimmt zu niedrigen Tempera
turen hin ab. Hierfür ist einerseits eine Erhöhung des Reibmomen
tes verantwortlich. Andererseits senken Leck- und Wärmeverluste
beim Verdichten der Luft den Kompressionsenddruck sowie die Kom
pressionsendtemperatur so weit ab, daß ein Start ohne Starthilfs
mittel nicht mehr möglich ist. Die Temperaturgrenze hängt dabei
i. a. von der Motorbauart ab. So haben direkt einspritzende Diesel
motoren mit einteiligem Brennraum (im folgenden "DI-Motoren"
genannt) aufgrund geringerer Wärmeverluste ein besseres Start
verhalten als Vor- und Wirbelkammer-Motoren, welche einen geteil
ten Brennraum aufweisen.
Üblicherweise werden bei kleinvolumigen DI-Motoren sowie Motoren
mit geteiltem Brennraum Glühstiftkerzen verwendet, um das Start
verhalten zu verbessern. Der Glühstift der Kerze ragt in den
Brennraum bzw. in die Kammer des Motors. Neben Glühstiftkerzen
sind auch Glühkerzen (im engeren Sinn) üblich, d. h. Glühkerzen mit
freiliegendem Glühdraht. Bei großvolumigen Dieselmotoren beruht
die Starthilfe häufig auf einer Vorwärmung der angesaugten Luft
mit Hilfe von elektrisch beheizbaren Anheizkerzen oder Heizflan
schen.
Um den Dieselmotor bei tiefen Temperaturen starten zu können, wird
die Heizeinrichtung, z. B. die Glühstiftkerzen, aus der Fahrzeug
batterie mit elektrischer Energie gespeist, welche in Wärme umge
wandelt wird. Die bei diesem Vorglühvorgang zur Verfügung stehende
elektrische Leistung wird durch den maximal möglichen Entladestrom
der Batterie begrenzt. Dieser nimmt mit sinkender Temperatur ab,
verhält sich also entgegengesetzt zu dem Leistungsbedarf als
Funktion der Temperatur. Ein in einem Glühzeitsteuergerät einge
bauter Temperaturfühler steuert die Dauer der benötigten Vorglüh
zeit. Der Ablauf der Vorglühdauer - d. h. der Eintritt der Startbe
reitschaft - wird z. B. durch Erlöschen einer Kontrollampe signali
siert.
Durch die eingeschränkte Speiseleistung beträgt die Vorglühzeit
bei heute verbreiteten kleinvolumigen DI-Motoren etwa 2-5 Sekunden
(bei einem Kaltstart). Diese relativ lange Wartezeit vor dem
Eintritt der Startbereitschaft stellt ein gewisses Sicherheits
risiko in Gefahrensituationen, in denen ein sofortiges Wegfahren
erforderlich ist, sowie eine Komforteinbuße dar.
Es wurden bereits verschiedene Vorschläge für Weiterentwicklungen
von Vorglühanlagen gemacht. Aus der DE 37 13 835 A1 ist es bei
spielsweise bekannt, Glühkerzen eines Dieselmotors mit einer
Überspannung zu betreiben, um die Aufheizzeit zu verkürzen. Als
Beispiel wird der Betrieb von 6-Volt-Glühkerzen mit einer Spannung
von 12 Volt erwähnt.
Die EP 0 420 379 B1 schlägt vor, Glühkerzen für einen Dieselmotor
aus einer Reihenschaltung zweier Kondensatoren zu speisen, die
beim Aufladen parallel geschaltet werden. Diese Parallel/Serien-
Wechselschaltung bewirkt eine Speisung der Glühkerzen mit doppel
ter Batteriespannung.
Aus der DE 195 41 001 A1 ist eine Anordnung bekannt, bei der
eine Vorglüheinrichtung mit einer gegenüber der Bordnetzspannung
erhöhten Spannung aus einem Energiespeicher (nämlich einem
Kondensator) gespeist wird. Das Starten erfolgt mit Hilfe eines
nicht näher erläuterten elektrischen Anlassermotors. Der den
elektrischen Anlassermotor speisende Anlassermotor wird durch
den Glühvorgang nicht belastet.
Aus der DE 37 43 317 A1 ist ein Starter bekannt, der über einen
Zwischenkreis mit einer gegenüber dem Bordnetz erhöhten Spannung
gespeist wird. Aus dem Zwischenkreis werden verschiedene
Verbraucherspannungen ausgekoppelt, beispielsweise eine 80 V-
Spannung zur Scheibenheizung. Der Energiespeicher zur Speisung
des Starters liegt auf dem niedrigen Bordnetz-Spannungsniveau.
Bei dem Starter handelt es sich um einen Schwungradstarter.
Derartige Schwungradstarter bringen nicht das nötige Drehmoment
zum Direktstarten auf. Vielmehr wird, der Schwungradstarter vor
dem Starten im abgekoppelten Zustand relativ langsam auf eine
hohe Drehzahl beschleunigt. Er hat dann die zum Starten
erforderliche Energie in Form kinetischer Energie gespeichert.
Anschließend wird die Kopplung zwischen Schwungradstarter und
Verbrennungsmotor schlagartig geschlossen, wodurch die
gespeicherte kinetische Energie den Verbrennungsmotor innerhalb
kurzer Zeit auf Startdrehzahl hochdreht.
Ein Gleichspannungs-Zwischenkreis mit erhöhter Zwischenkreisspan
nung ist z. B. auch in der DE 195 32 163 A1 beschrieben.
Die vorliegende Erfindung zielt darauf ab, eine verbesserte Start
anlage für einen Dieselmotor
anzugeben.
Gemäß Anspruch 1 stellt die Erfindung eine Startanlage für einen
Dieselmotor bereit, welche folgendes umfaßt:
- - einen drehfest mit der Kurbelwelle des Dieselmotors verbundenen und auf ihr sitzenden elektrischen Starter;
- - wenigstens eine elektrisch gespeiste Heizeinrichtung zum Verbessern des Startverhaltens des Dieselmotors;
- - eine zum Ansteuern des Starters dienende Wechselrichter- Anordnung mit einem Zwischenkreis, der auf einem gegenüber einem Bordnetz erhöhten Spannungsniveau liegt;
- - einen zum Speisen von Heizeinrichtung und Starter dienenden Energiespeicher, der aus dem Zwischenkreis auf eine gegenüber dem Bordnetz erhöhte Spannung aufgeladen wird;
- - eine Heizsteuereinrichtung, welche die Speisung der Heizeinrichtung unter Entnahme elektrischer Energie aus dem Energiespeicher steuert;
- - wobei die Startanlage so ausgebildet ist, daß die Speisung der Heizeinrichtung und des Starters aus dem Energiespeicher bei erhöhter Spannung erfolgt.
In der Praxis konnten sich bisher Vorschläge zur Speisung von
Glühstiftkerzen o. ä. aus Kondensatorspeichern nicht durchsetzen.
Andere Vorschläge, die dahingehen, Glühkerzen mit einer aus der
Bordbatterie gewonnenen geringfügigen Überspannung zu speisen,
verkürzen zwar die erforderlichen Glühzeiten, haben jedoch -
soweit ersichtlich - ebenfalls keine weite Verbreitung gefunden.
Der vorliegenden Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, einen
Energiespeicher für die Heizeinrichtung und die Speisung des
Starters nicht mit dem Bordnetz, sondern mit dem Zwischenkreis
einer (unten näher erläuterten) Wechselrichter-Anordnung zu kop
peln. Der Energiespeicher kann so mit nur geringem Zusatzaufwand
auf relativ hohe Spannungen aufgeladen werden. Die Speisung der
Heizeinrichtung kann dann mit relativ hoher Leistung erfolgen.
Dies erlaubt wesentlich kürzere Vorheizzeiten (z. B. Vorglühzeiten)
als im Stand der Technik. Die Erfindung leistet damit einen
Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie auch des Fahr
komforts.
Es sei angemerkt, daß die im Anspruch 1 erwähnte Speisung der
Heizeinrichtung aus dem Energiespeicher zwar vorzugsweise, aber
keineswegs zwingend, im ausschließlichen Sinn gemeint ist. So ist
es möglich, daß nur ein Teil der Speiseenergie dem Energiespei
cher, ein anderer Teil hingegen der (auf niedriger Spannung lie
genden) Bordnetzbatterie entnommen wird. Die Speisung kann auch
nur zeitweise vollständig aus dem Energiespeicher erfolgen, zu
anderen Zeiten hingegen ganz oder teilweise aus der Bordnetzbatte
rie. Falls beispielsweise eine weitere Speisung der Heizeinrich
tung nach dem Start des Dieselmotors erforderlich ist (z. B. Nach
glühen in der ersten Anfahrphase oder Glühen beim Schubbetrieb)
kann die Speisung nach erfolgtem Start aus einem Generator erfol
gen. Vorzugsweise wird in all diesen Fällen die Speiseenergie dem
Zwischenkreis entnommen.
Für die Anordnung des Energiespeichers werden zwei vorteilhafte
Alternativen vorgeschlagen: Bei der ersten Alternative gemäß
Anspruch 2 ist zwischen den Energiespeicher und den Zwischenkreis
eine Ladeeinrichtung geschaltet ist, welche die Aufladung des
Energiespeichers durch Energieentnahme aus dem Zwischenkreis
steuert. Im einfachsten Fall wird dabei der Energiespeicher auf
das Spannungsniveau des Zwischenkreises aufgeladen. Die Ladeein
richtung ist dann (im Falle eines Gleichspannungs-Zwischenkreises)
beispielsweise als Schalter ausgebildet, welcher den Energiespei
cher direkt mit dem Zwischenkreis koppeln und von ihm trennen
kann. Es ist aber auch möglich, den Energiespeicher auf höhere
oder niedrigere Spannungen als die im Zwischenkreis vorherrschende
Spannung aufzuladen. In diesem Fall kann die Ladeeinrichtung als
Hochsetz- bzw. Tiefsetzsteller ausgebildet sein. Im Fall eines
Wechselspannungs-Zwischenkreises kann die Ladeeinrichtung ferner
als Gleichrichter ausgebildet sein.
Bei der zweiten Alternative gemäß Anspruch 3 ist der Energiespei
cher direkt in den Zwischenkreis geschaltet. Vorzugsweise handelt
es sich hierbei um den in der Regel in einem Gleichspannungs-
Zwischenkreis vorhandenen Speicher (z. B. einen Kondensator),
welcher die Spannung im Zwischenkreis auch bei mit großer Flan
kensteilheit ansteigender Stromentnahme annähernd konstant hält.
Gemäß Anspruch 4 handelt es sich bei dem Energiespeicher vorzugs
weise um einen Kondensatorspeicher und/oder eine Kurzzeitbatterie.
Der Kondensatorspeicher ist z. B. durch eine Parallelschaltung
mehrerer Kondensatoren mit ausreichend großer Kapazität gebildet.
Unter "Kurzzeitbatterie" wird eine hochbelastbare, schnell entlad
bare Batterie verstanden, wie sie z. B. in der WO 97/08439 beschrie
ben ist. Insbesondere beträgt ihre Entladedauer weniger als 7
Minuten, vorzugsweise weniger als 4 Minuten. Unter Entladedauer
wird hier die minimale Zeitdauer zwischen Vollade- und Entladezu
stand bei höchster zulässiger Dauerbelastung verstanden. Der
maximale Entladestrom beträgt insbesondere mehr als 10 CA, vor
zugsweise mehr als 15 CA. Die Leistungsdichte beträgt insbesondere
mehr als 250 W/kg, vorzugsweise mehr als 300 W/kg. Die Kurzzeit
batterie ist vorzugsweise ein alkalisches Sekundärsystem, vorzugs
weise ein Nickel/Cadmium-System oder ein Nickel/Eisen-System. Die
Kurzzeitbatterie enthält insbesondere Sinterelektroden, vorzugs
weise als Sinterplatten oder Sinterfolienplatten ausführt, oder
Faserstruktur-Elektroden. Bei letzteren besteht die Elektrode
beispielsweise aus einer dreidimensionalen Polypropylenfaserstruk
tur.
Gemäß Anspruch 5 ist die Heizeinrichtung vorzugsweise eine Glüh
stiftkerze (d. h. eine Kerze mit gekapseltem Glühdraht), eine
Glühkerze (mit offenliegendem Glühdraht), eine Anheizkerze und/
oder ein Heizflansch sein. Während die ersten beiden direkt die
Zündung des Kraftstoffs hervorrufen, dienen die letzten beiden der
Vorwärmung der Ansaugluft.
Ansprüche 6 und 7 geben bevorzugte Werte für das erhöhte Span
nungsniveau des Zwischenkreises an. Bevorzugt ist ein Spannungs
niveau, welches am oberen Rand des Niederspannungsbereichs liegt,
in dem noch keine Vorkehrungen gegen die Berührung von Leitern
(Berührungsschutz) getroffen werden muß. Es handelt sich hierbei
um Spannungen größer als ca. 40 Volt. Besonders bevorzugt sind
wesentlich größere Spannungen, z. B. im Bereich von 200-400 Volt.
Diese erlauben den Transport relativ großer Leistungen bei niedri
gen Strömen.
Gemäß Anspruch 8 handelt es sich bei dem Zwischenkreis vorzugs
weise um einen Gleichspannungs-Zwischenkreis. Gemäß Anspruch 9 hat
die als Starter dienende elektrische Maschine auch die Funktion
eines Generators. Hierbei handelt es sich vorteilhaft um eine
Drehstrommaschine. Im Generatorbetrieb erzeugt der Wechselrichter
wie im Starterbetrieb Drehfelder. Da die Stromrichtung im
Generatorbetrieb gegenüber dem Starterbetrieb umgekehrt ist, wird
von der elektrischen Maschine elektrische Energie erzeugt, die
zunächst dem Zwischenkreis mit seinem erhöhten Spannungsniveau und
anschließend, z. B. nach Spannungsherabsetzung, der
Niederspannungsbatterie oder anderen Verbrauchern zugeführt wird.
Gemäß Anspruch 10 hat der Energiespeicher neben der Speisung der
Heizeinrichtung und der Speisung der elektrischen Maschine zum
Starten (wobei dies in einem nicht ausschließlichen Sinn zu
verstehen ist, es sich also um eine zusätzliche Speisung handeln
kann) auch die Funktion einer Speisung der elektrischen Maschine
als Fahrzeug-Antriebsmotor oder -Hilfsantriebsmotor. Die
elektrische Maschine unterstützt also den Verbrennungsmotor beim
Beschleunigen des Fahrzeugs ("elektrischer Booster") oder
übernimmt zeitweise den Antrieb des Fahrzeugs vollständig (nach
Art eines Hybridfahrzeugs).
Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen und der
angefügten schematischen Zeichnung näher erläutert. In der Zeich
nung zeigen:
Fig. 1 ein Antriebssystem mit einem Dieselmotor und einem Aus
führungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Startan
lage;
Fig. 2 ein Antriebssystem gemäß Fig. 1 mit einer anderen Aus
führungsform der Startanlage; und
Fig. 3 ein Flußdiagramm zum Starten des Dieselmotors mit Hilfe
der in Fig. 1 oder 2 dargestellten Startanlage.
Funktionsgleiche oder -ähnliche Teile tragen gleiche Bezugszei
chen.
Das Antriebssystem gemäß Fig. 1 ist z. B. für ein Kraftfahrzeug,
etwa einen Personenkraftwagen bestimmt. Es weist einen Dieselmotor
1 auf, der Drehmoment über eine Antriebswelle 2 (z. B. die Kurbel
welle des Dieselmotors 1), eine Kupplung 3 und weitere (nicht
gezeigte) Teile eines Antriebsstrangs auf die Antriebsräder des
Fahrzeugs abgibt. Auf der Antriebswelle 2 sitzt eine als Starter,
Zusatzantriebsaggregat und Generator dienende elektrische Maschine
4, hier eine Asynchron-Drehstrommaschine. Sie weist einen direkt
auf der Antriebswelle 2 sitzenden und drehfest mit ihr verbundenen
Läufer 5 sowie einen z. B. am Gehäuse des Dieselmotors 1 abgestütz
ten Ständer 6 auf. Die (nicht dargestellte) Wicklung des Ständers
6 wird durch einen Wechselrichter 7 mit elektrischen Strömen und
Spannungen praktisch frei einstellbarer Amplitude, Phase und
Frequenz gespeist. Es handelt es sich um einen Gleichspannungs-
Zwischenkreis-Wechselrichter, welcher aus einer im wesentlichen
konstanten Zwischenkreis-Gleichspannung mit Hilfe von elektronischen
Schaltern z. B. sinusbewertete breitenmodulierte Pulse her
ausschneidet, die - gemittelt durch die Induktivität der elek
trischen Maschine 4 - zu nahezu sinusförmigen Strömen der ge
wünschten Frequenz, Amplitude und Phase führen.
Der Wechselrichter ist im wesentlichen aus einem maschinenseitigen
Gleichspannungs-Wechselspannungs-Umrichter 7a, einem Gleichspan
nungs-Zwischenkreis 7b und einem bordnetzseitigen Gleichspannungs
wandler 7c aufgebaut. Letzterer ist mit einem Fahrzeugbordnetz 8
und einem Bordnetz-Langzeitspeicher 9, hier einer herkömmlichen
Blei-Schwefelsäure-Batterie, gekoppelt. Das Bordnetz 8 und die
Bordnetzbatterie 9 liegen auf einem niedrigen Spannungsniveau,
z. B. 12 oder 24 Volt. Der Zwischenkreis 7b liegt demgegenüber auf
einer erhöhten Spannung, die vorteilhafterweise im Bereich zwi
schen 200 und 400 Volt liegt. Bei hohen Spannungen sind nämlich
die Halbleiterverluste im Umrichter 7a relativ klein; ferner
können die Leiterquerschnitte der Wicklungen der elektrischen
Maschine 4 kleiner dimensioniert sein als bei niedrigen Spannun
gen. Vorteilhaft sind aber auch niedrigere Spannungen, die etwa im
oberen Teil des Niederspannungsbereichs, also z. B. oberhalb 40 Volt
liegen. Hierbei kann auf eine vollständige Isolation span
nungsführender Teile verzichtet werden; andererseits machen sich
bereits die o. g. mit höherer Spannung einhergehende Vorteile
bemerkbar. In den Zwischenkreis 7b ist ein Kondensator 10 geschal
tet, welcher die Spannung im Zwischenkreis auch bei mit großer
Flankensteilheit ansteigender Stromentnahme - die bei Erzeugung
von Pulsen durch den Umrichter 7a vorliegt - annähernd konstant
hält.
In den Zwischenkreis 7b ist ferner eine Ladeeinrichtung 11 ge
schaltet, mit der wiederum ein Kurzzeit-Energiespeicher 12 gekop
pelt ist. Sie steuert die Stromentnahme aus dem Zwischenkreis 7b
zur Ladung des Energiespeichers 12. Bei dem dargestellten Beispiel
wird der Energiespeicher 12 auf das gleiche Spannungsniveau wie
der Zwischenkreis 7b aufgeladen, die Ladeeinrichtung 11 fungiert
also als Stromsteuergerät, im einfachsten Fall als Schalter. Bei
anderen (nicht gezeigten) Ausführungsformen, bei denen der Energiespeicher
12 auf höhere oder niedrigere Spannungen als der Zwi
schenkreis 7b aufgeladen wird, hat sie zusätzlich die Funktion
eines Spannungswandlers zu höheren bzw. niedrigeren Spannungen.
Der Energiespeicher 12 ist aus einer Parallelschaltung von Kon
densatoren hoher Kapazität aufgebaut. Bei anderen (nicht gezeig
ten) Ausführungsformen besteht er aus einer oder mehreren Kurz
zeitbatterien. Der Energiespeicher 12 ist wiederum über eine
Schalteinrichtung 13, hier in Form von Leistungshalbleiterschal
tern, mit einer Heizeinrichtung 14, die das Starten des Dieselmo
tors 1 erleichtert, verbunden. Hierbei handelt es sich z. B. um
jeweils eine in die Brennräume des Dieselmotors 1 ragende Glüh
stiftkerze, und/oder eine sog. Anheizkerze, die die Ansaugluft
vorwärmt.
Die elektrische Maschine 4 kann nach dem Startvorgang, (bei dem
sie elektrische Energie benötigt), als Generator fungieren, d. h.
elektrische Energie liefern. Daneben kann sie als elektrischer
Booster fungieren, d. h. den Dieselmotor 1 bei Fahrzeugbeschleuni
gungen unterstützen. Sie kann ferner - nach Art eines Hybridfahr
zeugs - den Fahrzeugantrieb zeitweise allein übernehmen. Der
Wandler 7c ist als bidirektionaler Wandler ausgebildet. Er kann
einerseits, wenn die elektrische Maschine 4 als Motor betrieben
wird und dabei aus der Bordnetzbatterie 9 gespeist wird, elek
trische Energie aus der Bordnetzbatterie 10 in den Zwischenkreis
7b bringen, und andererseits, wenn sie als Generator betrieben
wird, Energie aus dem Zwischenkreis 7b zwecks Speisung der Ver
braucher des Bordnetzes 8 und der Bordnetzbatterie 9 überführen.
Die Kapazität des Energiespeichers 12 ist so bemessen, daß sie
auch bei tiefen Temperaturen ausreicht, um den Dieselmotor 1 für
einen sicheren Start ausreichend vorzuheizen und der elektrischen
Maschine 4 über den Umrichter 7a elektrische Energie zu liefern.
Besonders vorteilhaft dient der Energiespeicher 12 auch dazu, die
zum elektrischen Boosten benötigte Energie zwischenzuspeichern und
der elektrischen Maschine 4 bei Fahrzeugsbeschleunigung kurzzeitig
hohe elektrische Leistung über den Umrichter 7a zu liefern. Die
Ladeeinrichtung 11 ist bidirektional ausgebildet. Das heißt, sie
kann elektrische Energie sowohl aus dem Zwischenkreis 7b in den
Energiespeicher 12 als auch in umgekehrter Richtung aus dem
Energiespeicher 12 in den Zwischenkreis 7b überführen und dabei
gegebenenfalls spannungsheraufsetzend oder -herabsetzend wirken.
Ein übergeordnetes Steuergerät 15 steuert den Wechselrichter 7,
und zwar den Umrichter 7a und den Wandler 7c, sowie die
Ladeeinrichtung 11 und die Schalteinrichtung 13. Es gibt dem
Umrichter 7a Amplitude, Phase und Frquenz der zu erzeugenden
Dreiphasenspannung vor. Dem Wandler 7c gibt es den Strombetrag,
die Stromrichtung und den Betrag der Spannungsherauf- bzw. -
herabsetzung vor. Der Ladeeinrichtung 11 gibt es vor, welchen
Strombetrag diese aus dem Zwischenkreis 7b entnehmen oder in ihn
einspeisen soll und dem Energiespeicher 12 zuführen bzw. ihr
entnehmen soll. Das Steuergerät 15 steuert auch die Schalteinrich
tung 13 und damit auch Beginn und Ende des Beheizvorgangs (z. B.
des Glühvorgangs). Es empfängt u. a. Eingangssignale von einem
Temperatursensor 16, der Information z. B. über die Kühlmittel
temperatur des Dieselmotors 1 liefert.
Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 entspricht demjenigen gemäß
Fig. 1. Im Unterschied zu letzterem übernimmt bei ihm jedoch der
Zwischenkreiskondensator 10 (oder - alternativ - eine schnelle
Batterie) die Funktion des Energiespeichers 12. Eine Laderichtung
ist hier nicht vorhanden. Der Zwischenkreiskondensator 10 ist mit
ausreichender Kapazität für seine Aufgabe als Speicher für die
Heizenergie und zum Starten ausgestattet. Da er direkt im
Zwischenkreis 7b sitzt, wird er unmittelbar auf das
Spannungsniveau des Zwischenkreises 7b aufgeladen.
Im folgenden wird die Funktion des Antriebssystems mit Start
anlage gemäß Fig. 1 und 2 anhand des Flußdiagramms gemäß Fig. 3
erläutert: Im Schritt S1 wird der Energiespeicher 12 aufgeladen.
Die Aufladung erfolgt auf einen hohen vorbestimmten Wert, der beim
Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 (und ggf. auch bei demjenigen
gemäß Fig. 1) der Zwischenkreisspannung entspricht. Sie erfolgt
bei laufendem Dieselmotor 1 aus der dann als Generator fungieren
den elektrischen Maschine 4. Bei längerem Fahrzeugstillstand
entlädt sich der Kondensatorspeicher 12 aber allmählich, so daß er
dann ganz oder teilweise durch Energieentnahme aus der Bordnetz
batterie 9 aufzuladen ist. Die im Energiespeicher 12 noch vorhan
dene Energiemenge kann z. B. einfach aus der von ihm aufgebrachten
Spannung bestimmt werden, um in Bereitschaft für einen Beheizvor
gang, z. B. Vorglühvorgang zu bleiben. Das Nachladen braucht in der.
Regel erst nach längerem Motorstillstand erfolgen, da der Energie
speicher 12 i. a. bei laufendem Motor 1 voll aufgeladen worden ist,
also auf einen Wert, der über dem für die Starthilfe benötigten
Mindestwert liegt. Hierzu werden bei Motorstillstand die folgenden
Schritte ausgeführt: Im Schritt S2 ermittelt das Steuergerät 15
die momentane Motortemperatur anhand der vom Temperatursensor 16
gelieferten Meßinformation sowie ggf. die Umgebungstemperatur
anhand eines (in Fig. 1 nicht gezeigten) Außentemperatursensors.
Im Schritt S3 ermittelt das Steuergerät 15 z. B. anhand eines abge
speicherten Kennfeldes diejenige Energiemenge, die erwartungsgemäß
bei der im vorangegangenen Schritt ermittelten Temperatur (bzw.
bei dem ermittelten Temperaturpaar) für eine erfolgreiche Start
hilfe, z. B. in Form von Vorglühen und/oder Vorheizen benötigt
wird. Falls die im Energiespeicher 12 noch vorhandene Energiemen
ge, die im vorangegangenen Schritt ermittelte benötigte Menge
unterschreitet, veranlaßt das Steuergerät 15 im Schritt S4 ein
Nachladen des Energiespeichers 12 durch Entnahme von Energie,
welche von der Bordnetzbatterie 9 herrührt, aus dem Zwischenkreis
7b. Die im Energiespeicher 12 noch vorhandene Energiemenge kann
z. B. einfach aus der von ihm noch aufgebrachten Spannung bestimmt
werden. Das Nachladen muß in der Regel erst nach längerem Motor
stillstand erfolgen, da der Energiespeicher v. a. bei laufendem
Motor voll aufgeladen worden ist, also auf einen Wert, der über
dem für die Starthilfe benötigten Mindestwert liegt. Im Schritt S5
fragt das Steuergerät 15 ab, ob ein Kommando zum Start des Diesel
motors - etwa durch Betätigung des Startschlüssels - gegeben
wurde. Falls dies nicht der Fall ist, führt das Steuergerät 15 die
Schritte S2 bis S5 wiederholt aus, um den Energiespeicher 12
permanent in Bereitschaft zu halten, d. h. in einem Ladungszustand,
welcher für eine erfolgreiche Starthilfe ausreichend ist. Im
Schritt S6 veranlaßt das Steuergerät 15, daß die Heizeinrichtung
14, (z. B. Glühstiftkerzen) durch Schließen der Schalteinrichtung
13 kurzfristig mit sehr hoher Leistung aus dem Energiespeicher 12
gespeist wird. Die gesamte Heiz-Energiemenge wird dadurch in
kürzester Zeit vollständig in Wärmeenergie umgewandelt, so daß
sehr kurze Vorheizzeiten von weniger als einer Sekunde erzielbar.
Im Schritt S7 wird schließlich der Dieselmotor 1 gestartet.
Insgesamt erlaubt die Erfindung ein praktisch verzögerungsfreies
Starten eines kalten Dieselmotors. Die Erfindung dient damit
einerseits der Verkehrssicherheit, da sie ein schnelleres Losfah
ren im Gefahrenfall erlaubt, andererseits erhöht sie den Komfort.
Sie kann damit die Akzeptanz von Dieselfahrzeugen erhöhen. Die
Erfindung leistet damit einen Beitrag zum Umweltschutz sowie zur
Schonung knapper Resourcen.
Claims (10)
1. Startanlage für einen Dieselmotor (1), mit:
einem drehfest mit der Kurbelwelle (2) des Dieselmotors (1) verbundenen und auf ihr sitzenden elektrischen Starter (4);
wenigstens einer elektrisch gespeisten Heizeinrichtung (14) zum Verbessern des Startverhaltens des Dieselmotors (1);
einer zum Ansteuern des Starters (4) dienenden Wechsel richter-Anordnung (7) mit einem Zwischenkreis (7b), der auf einem gegenüber einem Bordnetz (8) erhöhten Spannungsniveau liegt;
einem zum Speisen von Heizeinrichtung (14) und Starter (4) dienenden Energiespeicher (12), der aus dem Zwischenkreis (7b) auf eine gegenüber dem Bordnetz (8) erhöhte Spannung aufgeladen wird;
einer Heizsteuereinrichtung (13), welche die Speisung der Heizeinrichtung (14) unter Entnahme elektrischer Energie aus dem Energiespeicher (12) steuert;
wobei die Startanlage so ausgebildet ist, daß die Speisung der Heizeinrichtung (14) und des Starters (4) aus dem Energiespeicher (12) bei erhöhter Spannung erfolgt.
einem drehfest mit der Kurbelwelle (2) des Dieselmotors (1) verbundenen und auf ihr sitzenden elektrischen Starter (4);
wenigstens einer elektrisch gespeisten Heizeinrichtung (14) zum Verbessern des Startverhaltens des Dieselmotors (1);
einer zum Ansteuern des Starters (4) dienenden Wechsel richter-Anordnung (7) mit einem Zwischenkreis (7b), der auf einem gegenüber einem Bordnetz (8) erhöhten Spannungsniveau liegt;
einem zum Speisen von Heizeinrichtung (14) und Starter (4) dienenden Energiespeicher (12), der aus dem Zwischenkreis (7b) auf eine gegenüber dem Bordnetz (8) erhöhte Spannung aufgeladen wird;
einer Heizsteuereinrichtung (13), welche die Speisung der Heizeinrichtung (14) unter Entnahme elektrischer Energie aus dem Energiespeicher (12) steuert;
wobei die Startanlage so ausgebildet ist, daß die Speisung der Heizeinrichtung (14) und des Starters (4) aus dem Energiespeicher (12) bei erhöhter Spannung erfolgt.
2. Startanlage nach Anspruch 1, bei welcher zwischen den
Energiespeicher (12) und den Zwischenkreis (7a) eine Lade
einrichtung (11) geschaltet ist, welche die Aufladung des
Energiespeichers (12) durch Energieentnahme aus dem Zwi
schenkreis (7b) steuert.
3. Startanlage nach Anspruch 1, bei welcher der Energiespeicher
(12) direkt in den Zwischenkreis (7b) geschaltet ist.
4. Startanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welcher der
Energiespeicher (14) ein Kondensatorspeicher und/oder eine
Kurzzeitbatterie ist.
5. Startanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welcher die
Heizeinrichtung (14) eine Glühkerze, eine Glühstiftkerze,
eine Anheizkerze und/oder ein Heizflansch ist.
6. Startanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welcher das
erhöhte Spannungsniveau des Zwischenkreises (7b) oberhalb 40 Volt,
insbesondere oberhalb 100 Volt liegt.
7. Startanlage nach Anspruch 6, bei welcher das erhöhte
Spannungsniveau des Zwischenkreises (7b) im Bereich zwischen
200 Volt und 400 Volt liegt.
8. Startanlage nach Anspruch 5, bei welcher der Zwischenkreis
(7b) ein Gleichspannungs-Zwischenkreis ist.
9. Startanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welcher die
als Starter dienende elektrische Maschine (4) auch die
Funktion eines Generators hat und insbesondere eine
Drehstrommaschine ist.
10. Startanlage nach Anspruch 9, bei welcher die als Starter
dienende elektrische Maschine (4) auch eine Funktion als
Fahrzeug-Antriebsmotor oder -Hilfsantriebsmotor hat und auch
dabei ganz oder teilweise aus dem Energiespeicher (12)
gespeist wird.
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