DE19721157A1 - Verfahren zur Optimierung eines Hörgerätes für Schwerhörige höheren Grades - Google Patents

Verfahren zur Optimierung eines Hörgerätes für Schwerhörige höheren Grades

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DE19721157A1
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    • H04R25/55Electric hearing aids using an external connection, either wireless or wired
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Description

Stand der Technik
In der Entwicklung hörakustischer Geräte und Hilfsmittel für Schwerhörige wurde bereits ein sehr hoher Standard erreicht. Von den einfachsten Hörhilfen bis zu leistungsstarken digital pro­ grammierbaren Hörgeräten mit modischem Styling oder in Minigrö­ ßen, einschließlich drahtloser Tonübertragung für Musik- und Wortdarbietungen in Opernhäusern und Theatern, steht auf dem hör­ akustischen Markt alles zur Verfügung.
Für Hörgeschädigte höheren Grades gibt es u. a. die Möglichkeit, bei Gesprächen im kleineren Kreise, zusätzlich ein Hand- oder Tischmikrophon über eine Kabelverbindung anzuschließen, das Mi­ krophon auf den Tisch zu stellen oder dem augenblicklichen Ge­ sprächspartner in die Hand zu geben. Bei Tischgesprächen wird es normalerweise erforderlich, das Mikrophon stets zum augenblick­ lichen Gesprächspartner auszurichten, da sich die Richtwirkung, bedingt durch den zentralen Standort, bei mehreren Gesprächspart­ nern nachteilig auswirkt. Diesen Nachteil erkennt man sowohl bei Mikrophonen mit einer Nieren-, als auch einer Kugelcharakteri­ stik. Auch das Herumreichen des Mikrophones bei mehreren Ge­ sprächspartnern führt zu sehr großen psychischen Belastungen, so­ wohl beim Schwerhörigen, als auch bei den anderen Anwesenden.
Diese phychologischen Nöte in zwischenmenschlichen Beziehungen lassen sich durch entsprechende technische Maßnahmen sehr wahr­ scheinlich erheblich abmindern. "Schwerhörigkeit ist eine mensch­ liche Katastrophe", sie trennt Menschen, macht mißtrauisch, reiz­ bar und aggressiv. Bei hochgradig Schwerhörigen sind diese Er­ scheinungen noch um ein Vielfaches stärker.
Diese psychische Belastung gilt es zu mildern.
Problem-Lösung
Einfache, begrenzte technische Maßnahmen im täglichen Umgang des Schwerhörigen mit seiner Umwelt können zu einer physisch und somit auch zu einer psychischen Entlastung aller Beteiligten füh­ ren. Günstige Bedingungen können bei einem annähernd konstanten Abstand der Gesprächspartner durch folgende technische Maßnahmen erreicht werden:
Die Wirkungsbreite eines am Hörgerät mit Audio-Eingang des Schwerhörigen angeschlossenen Mikrophons wird dadurch optimiert, daß es z. B. vor der Brust auf der Kleidung des Schwerhörigen ge­ tragen wird, so daß die Gespräche anderer Anwesenden ohne zusätz­ liches Ausrichten des Mikrophons erfaßt werden können. Die Richt­ charakteristik des Ansteck-Mikrophons soll etwa waagerecht ver­ laufen, wozu das Mikrophon zur Stabilisierung auf einer recht­ winklig dazu angeordneten Unterkonstruktion zu montieren ist (Platte, Rosette, Winkel, Kreuz u. a.). Das Mikrophon ist dann, je nach den Erfordernissen, mit einer Nieren-, Kugel- oder Keulen­ charakteristik ausgestattet und stets in die Richtung des Ge­ sprächspartners gewandt.
Das durch die entsprechende Unterkonstruktion stabilisierte Mi­ krophon hat den großen Vorteil, daß die Neben- und Hintergrundge­ geräusche, größtenteils von der Kleidung absorbiert und nicht im Hörgerät verstärkt werden.
Infolge des heutigen Standes der Technik ist es auch möglich, auf kleinstem Raum einen zusätzliche Verstärker in der Unterkon­ struktion einzubauen. Das Anschlußkabel ist dann auf kürzestem Wege - ohne Kabelwirrwarr - zu den Hörgeräten mit Audio-Eingang zum Ohr zu führen. Sowohl in der Wohnung, als auch außerhalb die­ ser, kann dann ohne aufwendige zusätzliche Technik stets, wenn erforderlich, auf Empfang geschaltet werden, da man problemlos das Hörgerät, einschließlich Mikrophon, in Bereitschaft halten kann, und der Schwerhörige somit immer die Hände frei hat.
Das Ein- und Ausschalten des gesamten Hörsystems kann, über die Anordnung einer zusätzlichen Phase im Verbindungskabel, auch mit einer zentralen Schaltung erfolgen, mit der außerdem die Fre­ quenz-Veränderungen durch Drehen oder Schieben eines Reglers ein­ gestellt werden können.
Ein Nachteil bei dieser Lösung mit dem zusätzlichem Mikrophon für den hochgradig Schwerhörigen ist jedoch stets die Kabelver­ bindung zum Hörgerät.
Bei den technischen Hilfsmitteln für Schwerhörige ist, gemäß den Erfahrungen, insbesondere bei hochgradig Gehörgeschädigten, davon auszugehen, daß die Handhabung und Bedienung der Geräte und Hörhilfen, wegen der Sensibilität der Nutzer, extrem einfach sein sollte.
Um die Vorgänge zu optimieren ist es sinnvoll, gemäß dem Stand der heutigen Technik, zwischen dem Mikrophon und dem Hörgerät ei­ ne schnurlose Verbindung, mit Hilfe magnetischer Wellen mit den hierfür geeigneten Frequenzen zur Übertragung von Sprache und Musik, herzustellen und eine eventuelle Fernbedienung mit einzu­ beziehen. Die stabilisierende Unterkonstruktion des Mikrophones kann als Antenne ausgebildet werden.

Claims (7)

1. Technische Vorrichtung zur Erleichterung der Kommunikation mit hochgradig Schwerhörigen im täglichen Umgang, gekennzeichnet da­ durch, daß ein an ein Hörgerät mit Audio-Eingang anzuschließendes Mikrophon - als Ansteckmikrophon - welches mit einer stabilisie­ renden Unterkonstruktion ausgerüstet ist, so daß dauerhaft eine annähernd waagerechte Richtung für die Gesprächsaufnahme eines Partners gewährleistet ist.
2. Patentanspruch zu 1, gekennzeichnet dadurch, daß der eigene Körperschall des Mikrophonträgers wirksam durch physikalische oder elektronische Maßnahmen unterdrückt wird.
3. Patentanspruch zu 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Wirkung des Mikrophons durch den Einbau eines Verstärkers - oder dessen Zwischenschaltung - erhöht wird, der gegebenenfalls auch indivi­ duell geregelt werden kann oder auch eine entsprechende Anpassung möglich macht.
4. Patentanspruch zu 1, gekennzeichnet dadurch, daß eine Wind­ schutzeinrichtung eventuell Störungen elektronisch oder durch äu­ ßere Abschirmung wirksam unterdrückt.
5. Patentanspruch zu 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Richtwir­ kung des Mikrophons, durch die Anordnung eines Kugelgelenkes oder einer ähnlichen Vorrichtung zwischen Unterkonstruktion und Mikro­ phon, den örtlichen Gegebenheiten besser angepaßt werden kann.
6. Patentanspruch zu 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusatz-Mikrophon, als auch des Hörgerät mit einer weiteren Verbindungs-Phase, bzw. Stecker-Anschlußmöglichkeit ausgestattet ist, die die Möglichkeit schafft, den Grad der Frequenzverstärkung, als auch das Ein- und Ausschalten des Hörgerätesystems vom Zusatzge­ rät aus zentral zu steuern.
7. Zusatz-Mikrophon zu den Hörgeräten nach Patentanspruch 1, da­ durch gekennzeichnet, daß dieses mit einem kleinen Sender und das Hörgerät mit einen entsprechenden Empfänger ausgestattet ist, de­ ren Frequenzen, zur Übertragung von Sprache und Musik, aufeinan­ der abgestimmt sind und sich über eine Fernbedienung steuern lassen.
DE19721157A 1997-05-21 1997-05-21 Verfahren zur Optimierung eines Hörgerätes für Schwerhörige höheren Grades Withdrawn DE19721157A1 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE10356093B3 (de) * 2003-12-01 2005-06-02 Siemens Audiologische Technik Gmbh Hörervorrichtung mit richtungsabhängiger Signalverarbeitung und entsprechendes Verfahren

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE10356093B3 (de) * 2003-12-01 2005-06-02 Siemens Audiologische Technik Gmbh Hörervorrichtung mit richtungsabhängiger Signalverarbeitung und entsprechendes Verfahren
US7386141B2 (en) 2003-12-01 2008-06-10 Siemens Audiologische Technik Gmbh Hearing device and method of operating a hearing device

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