DE102012107343B4 - Verfahren zur Polung eines Vielschichtbauelements - Google Patents
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Abstract
Verfahren zur Polung eines Vielschichtbauelements umfassend die Schritte:
A) Bereitstellen eines Grundkörpers (1) des Vielschichtbauelements aufweisend piezoelektrische Schichten (7) und interne Elektrodenschichten (8a, 8b), wobei der Grundkörper (1) Bereiche (14) mit reduzierter Bruchfestigkeit im Vergleich zu anderen Bereichen des Grundkörpers (1) aufweist,
B) Anlegen einer ersten Polungsspannung (6) zwischen den internen Elektrodenschichten (8a, 8b) für einen ersten vorgegebenen Zeitraum, wobei die erste Polungsspannung (6) im Bereich der Koerzitivspannung des Vielschichtbauelements liegt,
C) Anlegen einer zweiten Polungsspannung(15) zwischen die internen Elektrodenschichten (8a, 8b) für einen zweiten vorgegebenen Zeitraum, wobei die zweite Polungsspannung (15) größer ist als die erste Polungsspannung (6),
D) Erzeugen von Rissansätzen (12) im Grundkörper (1) während dem Anlegen der ersten Polungsspannung (6),
E) Erzeugen von Rissen (13) während dem Anlegen der zweiten Polungsspannung (15), wobei die Risse (13) aus den Rissansätzen (12) entstehen und wobei die Risse (13) sich bis zu einer Außenseite (9a, 9b) des Grundkörpers (1) erstrecken, so dass mindestens 75% der Bereiche (14) mit reduzierter Bruchfestigkeit einen Riss (13) aufweisen.
A) Bereitstellen eines Grundkörpers (1) des Vielschichtbauelements aufweisend piezoelektrische Schichten (7) und interne Elektrodenschichten (8a, 8b), wobei der Grundkörper (1) Bereiche (14) mit reduzierter Bruchfestigkeit im Vergleich zu anderen Bereichen des Grundkörpers (1) aufweist,
B) Anlegen einer ersten Polungsspannung (6) zwischen den internen Elektrodenschichten (8a, 8b) für einen ersten vorgegebenen Zeitraum, wobei die erste Polungsspannung (6) im Bereich der Koerzitivspannung des Vielschichtbauelements liegt,
C) Anlegen einer zweiten Polungsspannung(15) zwischen die internen Elektrodenschichten (8a, 8b) für einen zweiten vorgegebenen Zeitraum, wobei die zweite Polungsspannung (15) größer ist als die erste Polungsspannung (6),
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Description
- Es wird ein Verfahren zur Herstellung eines Vielschichtbauelements sowie ein Vielschichtbauelement angegeben. Beispielsweise ist das Vielschichtbauelement ein Piezoaktor, der zum Betätigen eines Einspritzventils in einem Kraftfahrzeug eingesetzt werden kann. Alternativ kann das Vielschichtbauelement beispielsweise ein Vielschichtkondensator sein.
- Aus der Druckschrift
DE 10 2010 005 403 A1 geht ein Verfahren zur Herstellung eines Vielschichtbauelements hervor, bei dem während einem Sinterprozess Mikrorisse an einer Elektrodenschicht durch Beschichtung mit PbO oder Beimengung von PbO zum Elektrodenmaterial erzeugt werden. Aus den Mikrorissen bilden sich bei der Polarisation des Vielschichtbauelements Polungsrisse. - Aus der Druckschrift
geht ein Verfahren zum Polarisieren eines piezoelektrischen Elements hervor, bei dem für eine erste Zeitdauer Spannungsimpulse mit einer konstanten Pulsamplitude A1 zugeführt werden, wobei die Pulsamplitude derart gewählt ist, dass sich erste Polungsrisse ausbilden. Anschließend erfolgt eine Polung mit einer ansteigenden Amplitude, bis ein maximaler Amplitudenwert erreicht ist, der bis zum Ende einer zweiten Zeitdauer anliegt. Durch die langsam ansteigende Amplitude soll die Bildung von Polungsrissen möglichst vermieden werden.WO 2009/047048 A1 - Es ist eine zu lösende Aufgabe, ein verbessertes Verfahren zur Herstellung eines Vielschichtbauelements und ein Vielschichtbauelement mit verbesserten Eigenschaften anzugeben.
- Es wird ein Verfahren zur Herstellung eines Vielschichtbauelements angegeben. Das Verfahren umfasst die Bereitstellung eines Grundkörpers des Vielschichtbauelements, aufweisend piezoelektrische Schichten und interne Elektrodenschichten. Des Weiteren wird eine erste Polungsspannung für einen ersten vorgegebenen Zeitraum zwischen den internen Elektrodenschichten angelegt. In einem weiteren Schritt wird eine zweite Polungsspannung für einen zweiten vorgegebenen Zeitraum zwischen die internen Elektrodenschichten angelegt.
- Beispielsweise sind die piezoelektrischen Schichten und internen Elektrodenschichten entlang einer Stapelrichtung gestapelt. Die Stapelrichtung entspricht vorzugsweise einer Längsrichtung des Grundkörpers. Vorzugsweise sind piezoelektrische Schichten und interne Elektrodenschichten alternierend übereinander gestapelt.
- Die Polung des Grundkörpers, insbesondere das Anlegen einer Polungsspannung an den Grundkörper des Vielschichtbauelements dient vorzugsweise der Einstellung von elektro-mechanischen Eigenschaften des Vielschichtbauelements. Beispielsweise kann das Verhältnis zwischen einer angelegten Spannung und einem Hub des Vielschichtbauelements festgelegt werden. Die Polungsspannung wird vor der regulären Inbetriebnahme des Vielschichtbauelements angelegt. In einer bevorzugten Ausführungsform werden die erste Polungsspannung und die zweite Polungsspannung aufeinanderfolgend angelegt. Vorzugsweise sind die erste Polungsspannung und die zweite Polungsspannung voneinander verschieden. Die Polung wird vorzugsweise bei einer erhöhten Temperatur vorgenommen.
- Gemäß einer Ausführungsform weist der Grundkörper Bereiche mit reduzierter Bruchfestigkeit im Vergleich zu anderen Bereichen des Grundkörpers auf. Solche Bereiche können sich durch den Vielschichtaufbau ergeben. Zum Beispiel kann ein solcher Bereich mit reduzierter Bruchfestigkeit an einer Grenzfläche zwischen einer internen Elektrodenschicht und einer dielektrischen Schicht auftreten. Alternativ können solche Bereiche gezielt als Sollbruchstellen in den Stapel eingebaut werden. Insbesondere können solche Bereiche als Lagen mit erhöhter Porosität in den Stapel eingebaut werden.
- Beispielsweise können die piezoelektrischen Schichten ein keramisches Material, insbesondere ein piezokeramisches Material aufweisen. Zur Herstellung des Grundkörpers können Grünfolien verwendet werden, auf die zur Bildung von internen Elektrodenschichten beispielsweise eine Metallpaste aufgebracht wird. Beispielsweise wird die Metallpaste in einem Siebdruckverfahren aufgebracht. Die Metallpaste kann Kupfer enthalten. Alternativ kann die Metallpaste Silberpalladium enthalten. Nach dem Aufbringen der Metallpaste werden die Folien vorzugsweise gestapelt, verpresst und gemeinsam gesintert, sodass ein monolithischer Sinterkörper entsteht. Vorzugsweise wird der Grundkörper des Bauelements durch einen monolithischen Sinterkörper gebildet, beispielsweise durch einen wie vorhergehend beschrieben hergestellten Sinterkörper.
- Die Elektrodenpaste wird beispielsweise so aufgebracht, dass die Elektrodenschichten in Stapelrichtung gesehen abwechselnd bis zu einer Außenseite des Stapels reichen und von der gegenüberliegenden Außenseite des Stapels beabstandet sind. In diesem Fall können bei einer auf einer Außenseite angeordneten Außenelektrode die Elektrodenschichten abwechselnd mit der Außenelektrode elektrisch verbunden sein oder von dieser elektrisch isoliert sein. Bei dieser Anordnung der internen Elektrodenschichten ergeben sich sogenannte inaktive Zonen, in denen sich die in Stapelrichtung gesehen benachbarten Elektrodenschichten mit einer unterschiedlichen Polarität nicht überlappen, und aktive Zonen, in denen sich die in Stapelrichtung gesehen benachbarten Elektrodenschichten mit einer unterschiedlichen Polarität überlappen.
- Beispielsweise ist das Vielschichtbauelement als piezoelektrisches Bauelement, zum Beispiel als Piezoaktor ausgebildet. Bei einem Piezoaktor dehnen sich beim Anlegen einer Spannung an die internen Elektrodenschichten zwischen den internen Elektrodenschichten angeordnete piezoelektrische Schichten aus, sodass ein Hub des Piezoaktors erzeugt wird. Das Vielschichtbauelement kann auch als ein anderes Bauelement ausgebildet sein, beispielsweise als Vielschichtkondensator.
- Gemäß einer Ausführungsform werden die erste und die zweite Polungsspannung über einen vorgegebenen Zeitraum in Form von elektrischen Einzelpulsen zwischen die internen Elektrodenschichten angelegt. Bei dem Anlegen einer Polungsspannung über einen vorgegebenen Zeitraum spricht man auch von einer Polungsstufe. Beispielsweise wird in einer Polungsstufe eine Vielzahl von elektrischen Einzelpulsen angelegt. Beispielsweise können die Einzelpulse einer Polungsstufe die gleiche Höhe haben. Beispielsweise dauert ein Einzelpuls zwischen 1 ms und 8 ms. Insbesondere können die Einzelpulse den Pulsen entsprechen, welche während der späteren Anwendung des Vielschichtbauelements, beispielsweise in einem Einspritzventil, auf das Vielschichtbauelement wirken. Alternativ kann die Polungsspannung als kontinuierliche Spannung angelegt werden. Erfindungsgemäß liegt die erste Polungsspannung in einem Bereich um die Koerzitivspannung des Grundkörpers. Insbesondere kann sich die Koerzitivspannung aus dem Produkt der Schichtdicke der piezoelektrischen Schichten des Grundkörpers und der Koerzitivfeldstärke des Grundkörpers ergeben. Insbesondere entspricht die erste Polungsspannung dem Produkt der Schichtdicke der piezoelektrischen Schichten und der Koerzitivfeldstärke.
- Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die zweite Polungsspannung größer als die erste Polungsspannung. Die zweite angelegte Polungsspannung kann beispielsweise in einem Bereich liegen, welcher der Betriebsspannung in einer späteren Anwendung entspricht.
Die zweite Polungsspannung kann für einen zweiten vorgegebenen Zeitraum angelegt werden, dessen Länge wenigstens so groß ist wie die Länge des ersten vorgegebenen Zeitraums. Beispielsweise kann die Länge des zweiten vorgegebenen Zeitraums der Länge des ersten vorgegebenen Zeitraums entsprechen. Alternativ kann die Länge des zweiten vorgegebenen Zeitraums größer sein als die Länge des ersten vorgegebenen Zeitraums. Beispielsweise kann die Länge des zweiten vorgegebenen Zeitraums der doppelten Länge des ersten vorgegebenen Zeitraums entsprechen. Beim Anlegen einer Polungsspannung über einen vorgegebenen Zeitraum spricht man auch von einem Polungsplateau oder Spannungsplateau. - Bei einem aufeinanderfolgenden Anlegen einer ersten und zweiten Polungsspannung spricht man auch von einer zweistufigen Polung des Vielschichtbauelements. Alternativ können in einem mehrstufigen Polungsverfahren mehr als zwei Polungsspannungen aufeinanderfolgend angelegt werden.
- Die Erfinder haben herausgefunden, dass es bezüglich der elektro-mechanischen Eigenschaften des Vielschichtbauelements keine Rolle spielt, ob eine Polung einstufig oder zweistufig ausgeführt wird. Die elektro-mechanischen Eigenschaften werden im Wesentlichen durch die höchste während dem Polungsprozess über einen vorgegebenen Zeitraum angelegte Spannung festgelegt.
- Vorzugsweise wird in einem Verfahrensschritt die Spannung von der ersten Polungsspannung auf die zweite Polungsspannung erhöht. Beispielsweise wird die Spannung von der ersten Polungsspannung auf die zweite Polungsspannung über einen vorgegebenen Zeitraum erhöht. Der vorgegebene Zeitraum zur Erhöhung der Spannung kann beispielsweise von dem ersten vorgegebenen Zeitraum und dem zweiten vorgegebenen Zeitraum verschieden sein, oder im Wesentlichen dem ersten vorgegebenen Zeitraum oder dem zweiten vorgegebenen Zeitraum entsprechen. Der erste und der zweite vorgegebene Zeitraum können beispielsweise jeweils zwischen einer Minute und zwei Minuten dauern. Beispielsweise dauert die Erhöhung der Spannung von der ersten Polungsspannung auf die zweite Polungsspannung einen Zeitraum zwischen einer Minute und zwei Minuten.
- In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens werden während dem Anlegen der ersten Polungsspannung Rissansätze im Grundkörper erzeugt. Insbesondere werden Rissansätze in Bereichen des Grundkörpers erzeugt, welche eine reduzierte Bruchfestigkeit im Vergleich zu anderen Bereichen des Grundkörpers aufweisen. Die Rissansätze können aufgrund einer unterschiedlichen Dehnung des Grundkörpers in inaktiven Bereichen und einem aktiven Bereich des Grundkörpers entstehen, welche beim Anlegen der ersten Polungsspannung auftritt.
- Vorzugsweise erstrecken sich die Rissansätze nicht bis zu einer Außenseite des Grundkörpers. Insbesondere treten die Rissansätze in einem Bereich des Grundkörpers auf, in dem ein inaktiver Bereich und der aktive Bereich aufeinander treffen. In diesem Übergangsbereich tritt eine Spannung im Grundkörper aufgrund der unterschiedlichen Dehnung des Grundkörpers im aktiven und in den inaktiven Bereichen des Grundkörpers auf. Insbesondere ist die erste Polungsspannung vorzugsweise nicht ausreichend, um Risse zu erzeugen, welche sich bis zu einer Außenseite des Grundkörpers erstrecken. Dadurch wird die im Grundkörper auftretende Spannung nicht schlagartig durch wenige Polungsrisse abgebaut. Die Rissansätze können gleichmäßig über die Höhe des Grundkörpers entstehen. Insbesondere kann in besonders vielen Bereichen mit reduzierter Bruchfestigkeit, insbesondere in nahezu jedem derartigen Bereich, ein Rissansatz entstehen.
- Vorzugsweise werden in einem weiteren Verfahrensschritt Risse während dem Anlegen der zweiten Polungsspannung erzeugt, wobei die Risse aus den Rissansätzen entstehen, und wobei die Risse sich bis auf eine Außenfläche des Grundkörpers erstrecken. Durch die Risse können im Grundkörper auftretende Spannungen ausgeglichen werden, welche beim Anlegen der zweiten Polungsspannung zwischen die internen Elektrodenschichten entstehen. Da die zweite Polungsspannung größer ist als die erste Polungsspannung, wird der Grundkörper während der zweiten Polungsstufe stärker gedehnt als während der ersten Polungsstufe. Somit entstehen während der zweiten Polungsstufe größere Spannungen im Grundkörper als während der ersten Polungsstufe.
- Da die Bereiche mit reduzierter Bruchfestigkeit durch die Rissansätze zusätzlich geschwächt sind, kann vorzugsweise in besonders vielen Bereichen mit reduzierter Bruchfestigkeit, insbesondere in nahezu jedem Bereich, in welchem ein Rissansatz vorhanden ist, ein Riss entstehen. Vorzugsweise sind die Risse gleichmäßig über die Stapelhöhe verteilt.
- Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform verlaufen die Risse im Wesentlichen parallel zu den internen Elektrodenschichten. Insbesondere verursachen die Risse keine Kurzschlüsse zwischen benachbarten internen Elektrodenschichten.
- Durch eine zweistufige Polung kann eine hohe Anzahl von Rissen in einem Vielschichtbauelement erzielt werden. Dieser Vorteil ergibt sich dadurch, dass während der ersten Polung ausreichend viele Rissansätze im Grundkörper entstehen können, welche gleichmäßig über die Höhe des Grundkörpers verteilt sind.
- Eine hohe Anzahl an Rissen kann die Zuverlässigkeit des Bauelements positiv beeinflussen. Bei einer geringen Rissanzahl können die Risse zum Teil besonders stark ausgeprägt sein. Insbesondere kann jeder der wenigen Risse eine große mechanische Spannung ausgleichen. Dadurch kann eine Zugspannung auf eine Außenkontaktierung besonders groß sein. Insbesondere können Außenkontaktierungen im Bereich der Risse lokal stark beansprucht oder beschädigt werden. Durch eine hohe Anzahl an Rissen kann sich eine verminderte Zugbelastung der Außenkontaktierung ergeben, da Spannungsspitzen, welche in den Außenelektroden im Bereich der Risse auftreten, gleichmäßiger über die Stapellänge verteilt werden können. Insbesondere wird die Außenkontaktierung nicht lokal überbeansprucht. Des Weiteren können die Risse, die bei einem zweistufigen Polungsverfahren erzeugt wurden, feiner sein, als Risse welche in einem einstufigen Polungsverfahren erzeugt wurden.
- Die Bruchfestigkeit der Bereiche mit reduzierter Bruchfestigkeit kann Prozessschwankungen in der Herstellung unterliegen. Diese Schwankungen können sich auch auf die Anzahl der entstehenden Risse und auf die Verarbeitbarkeit der Bauteile auswirken. Entstehen in einem Bauteil nur wenige Risse aufgrund einer relativ hohen Bruchfestigkeit in den Bereichen mit reduzierter Bruchfestigkeit, so wirkt sich dies negativ auf die Zuverlässigkeit des Bauteils aus. Weisen die Bereiche mit reduzierter Bruchfestigkeit eine zu geringe Bruchfestigkeit auf, kann sich dies negativ auf die Herstellbarkeit des Bauteils auswirken. Beispielsweise besteht die Gefahr, dass das Bauteil bezüglich der Herstellbarkeit eine zu geringe Bruchfestigkeit, insbesondere eine zu geringe Belastbarkeit gegen mechanische Belastungen aufweist. Beispielsweise können während der Herstellung unerwünschte Beschädigungen bei mechanischer Belastung auftreten.
- Mittels des vorhergehend beschriebenen Verfahrens ist eine Verarbeitung von Bauteilen mit einer Bruchfestigkeit möglich, welche den Belastungen während dem Verarbeitungsprozess standhalten. Insbesondere ist eine Verarbeitung von Bauteilen mit einer relativ hohen Bruchfestigkeit möglich. Dabei kann mit dem beschriebenen Verfahren auch bei relativ hoher Bruchfestigkeit eine ausreichende Anzahl von Rissen entstehen. Zudem können Prozessschwankungen hinsichtlich der Bruchfestigkeit in den Bereichen reduzierter Bruchfestigkeit dadurch ausgeglichen werden, dass die Rissbildung beispielsweise durch ein mehrstufiges Polungsverfahren gezielt beeinflusst werden kann. Insbesondere kann die Rissanzahl durch eine Bildung von Rissansätzen während einer ersten Polungsstufe beeinflusst werden.
- Des Weiteren wird ein Vielschichtbauelement angegeben, welches einen Grundkörper mit piezoelektrischen Schichten und internen Elektrodenschichten aufweist und welches Bereiche mit reduzierter Bruchfestigkeit im Vergleich zu anderen Bereichen des Grundkörpers aufweist. Des Weiteren weist der Grundkörper Risse auf, welche sich in den Bereichen reduzierter Bruchfestigkeit befinden, wobei mindestens 75 % der Bereiche mit reduzierter Bruchfestigkeit einen Riss aufweisen. Beispielsweise können mindestens 95 % der Bereiche mit reduzierter Bruchfestigkeit einen Riss aufweisen. Vorzugsweise weist ein Vielschichtbauelement mit einem solchen Rissbild eine erhöhte Zuverlässigkeit und eine erhöhte Lebensdauer auf. Das Vielschichtbauelement kann in einem wie oben beschriebenen Verfahren hergestellt sein.
- Des Weiteren wird ein Vielschichtbauelement aufweisend einen Grundkörper mit piezoelektrischen Schichten und internen Elektrodenschichten angegeben. Des Weiteren weist das Vielschichtbauelement Risse auf, wobei die Risse durch Anlegen einer ersten Spannung zwischen den internen Elektrodenschichten für einen ersten vorgegebenen Zeitraum und anschließendes Anlegen einer zweiten Spannung zwischen den internen Elektrodenschichten für einen zweiten vorgegebenen Zeitraum gebildet sind.
- Im Folgenden wird das Verfahren zur Herstellung eines Vielschichtbauelements anhand von schematischen und nicht maßstabsgetreuen Figuren erläutert.
- Es zeigen:
-
1 einen Grundkörper eines Vielschichtbauelements, -
2 ein Diagramm zur Darstellung eines Spannungsverlaufs einer zweistufigen Polung, -
3 einen Grundkörper eines Vielschichtbauelements nach einer ersten Polungsstufe, -
4 einen Grundkörper eines Vielschichtbauelements nach einer zweistufigen Polung, -
5 einen Graphen zur Darstellung einer Rissanzahl in Abhängigkeit von den angelegten Spannungen nach einer zweistufigen Polung. -
1 zeigt einen Grundkörper1 eines Vielschichtbauelements. Der Grundkörper weist piezoelektrische Schichten7 und erste und zweite interne Elektrodenschichten8a ,8b auf. Die ersten und zweiten internen Elektrodenschichten8a ,8b verlaufen in Stapelrichtung S gesehen alternierend bis zu einer Außenseite9a ,9b des Grundkörpers und sind von der gegenüberliegenden Außenseite9a ,9b beabstandet. Dadurch ergeben sich inaktive Bereiche10 und ein aktiver Bereich11 des Grundkörpers. In dem aktiven Bereich11 überlappen die ersten und zweiten internen Elektrodenschichten8a ,8b , während sie in den inaktiven Bereichen10 nicht überlappen. -
1 zeigt einen Grundkörper1 in einem Zustand vor einer Polarisation, insbesondere vor dem Anlegen einer Polungsspannung. Beim Anlegen einer Polungsspannung zwischen die internen Elektrodenschichten8a ,8b dehnt sich der Grundkörper1 in Stapelrichtung aus. Dabei kann im aktiven Bereich11 eine unterschiedliche Dehnung auftreten als im inaktiven Bereich10 . Durch diese unterschiedliche Dehnung können Spannungen im Grundkörper1 entstehen, insbesondere in einem Übergangsbereich vom aktiven Bereich11 zum inaktiven Bereich10 . - Des Weiteren weist der Grundkörpers
1 Bereiche14 auf, welche eine reduzierte Bruchfestigkeit gegenüber anderen Bereichen des Grundkörpers1 aufweisen. Beispielsweise können solche Bereiche reduzierter Festigkeit als Sollbruchstellen, insbesondere als Lagen erhöhter Porosität ausgebildet sein. Alternativ können solche Bereiche an einer Grenzfläche19 zwischen einer internen Elektrodenschicht8a ,8b und einer piezoelektrischen Schicht7 , insbesondere einer keramischen Schicht auftreten. Beispielsweise entstehen in diesen Bereichen reduzierter Bruchfestigkeit14 während einer Polung Risse. Insbesondere können diese Risse in Übergangsbereichen18 zwischen einem aktiven11 und einem inaktiven Bereich10 entstehen. Vorzugsweise entstehen während der Polung möglichst viele Risse in den Übergangsbereichen18 , insbesondere Risse, die parallel zu den internen Elektrodenschichten verlaufen. Auf diese Weise kann das Bauteil gezielt mechanisch entlastet werden und eine unkontrollierte Rissbildung während dem Betrieb verhindert werden. Insbesondere entstehen die Risse infolge von Spannungen im Grundkörper1 aufgrund einer unterschiedlichen Dehnung im aktiven Bereich11 und in inaktiven10 Bereichen des Grundkörpers1 . -
2 zeigt ein Diagramm zur Darstellung eines beispielhaften Spannungsverlaufs bei einer zweistufigen Polung eines Grundkörpers eines piezoelektrischen Vielschichtbauelements, beispielsweise eines Grundkörpers gemäß1 . Dabei ist auf der Ordinate des Diagramms die Spannung in Volt und auf der Abszissenachse die Zeit in Sekunden aufgetragen. Im Gegensatz zu einer einstufigen Polung weist eine zweistufige Polung vorzugsweise wenigstens zwei Polungsplateaus anstelle von nur einem Polungsplateau auf. - Bei der in
2 dargestellten Polung wird eine Spannung U an den Grundkörper des Vielschichtbauelements, insbesondere zwischen die internen Elektrodenschichten angelegt. - Bei der zweistufigen Polung wird zunächst in einer ersten Polungsstufe
16 eine erste vorgegebene Polungsspannung6 für einen vorgegebenen Zeitraum angelegt. Dadurch ergibt sich ein erstes Polungsplateau2 . Man spricht auch von einem Spannungsplateau. Die erste Polungsspannung wird beispielsweise über einen Zeitraum von einer Minute angelegt. Alternativ kann die erste Polungsspannung beispielsweise über einen Zeitraum von zwei Minuten angelegt werden. Die erste Polungsspannung liegt beispielsweise in einem Bereich zwischen 90 V und 120 V, insbesondere zwischen 100 V und 105 V. Erfindungsgemäß liegt die erste Polungsspannung6 im Bereich der Koerzitivspannung des Grundkörpers. Anschließend wird die Polungsspannung in einer zweiten Polungsstufe17 auf eine zweite vorgegebene Polungsspannung15 erhöht. Die zweite Polungsspannung15 liegt beispielsweise in einem Bereich zwischen 180 V und 220 V. Beispielsweise beträgt die zweite Polungsspannung15 200 V. Die zweite Polungsspannung15 wird in einer zweiten Polungsstufe für einen zweiten vorgegebenen Zeitraum angelegt. Dadurch ergibt sich ein zweites Polungsplateau3 . Die zweite Polungsspannung15 wird beispielsweise über einen Zeitraum von einer Minute angelegt. Alternativ kann die zweite Polungsspannung15 beispielsweise über einen Zeitraum von zwei Minuten angelegt werden. - Zwischen dem Anlegen der ersten Polungsspannung
6 und der zweiten Polungsspannung15 wird die Spannung beispielsweise über einen vorgegebenen Übergangs-Zeitraum langsam erhöht. Beispielsweise ist dieser Übergangs-Zeitraum im Wesentlichen so lange wie der erste oder der zweite vorgegebene Zeitraum. Alternativ kann der Übergangs-Zeitraum kürzer sein, beispielsweise nur einige Sekunden andauern. - Die Spannung wird beispielsweise in Form von elektrischen Einzelpulsen
5 angelegt. Alternativ kann die Spannung kontinuierlich angelegt werden. - In einem Versuch hat sich folgender Polungsverlauf als besonders vorteilhaft für den im Versuch verwendeten Grundkörper herausgestellt:
- In einem ersten Schritt wird über einen Zeitraum von einer Minute eine Spannung von 60 V auf 105 V erhöht (nicht dargestellt). Durch den Beginn bei 60 V kann die Polarisation bauteilschonend gestartet werden. Insbesondere kann eine zu abrupte Beanspruchung des Grundkörpers vermieden werden. Anschließend wird über einen Zeitraum von einer Minute eine erste Polungsspannung
6 von 105 V angelegt. Dadurch ergibt sich das erste Polungsplateau2 . Anschließend wird in einem Übergangs-Zeitraum von einer Minute die Spannung auf 200 V erhöht. Nachfolgend wird die zweite Polungsspannung15 von 200 V über einen Zeitraum von einer Minute angelegt. Dadurch ergibt sich das zweite Polungsplateau3 . - In einer alternativen Polung kann die erste Spannung statt 105 V beispielsweise auch 100 V betragen.
- Durch eine zweistufige Polung, wie sie in
2 dargestellt ist, kann ein Vielschichtbauelement hergestellt werden, welches eine höhere Anzahl an Rissen aufweist, als ein Vielschichtbauelement, welches durch eine einstufige Polung gepolt wurde. Beispielsweise kann ein Vielschichtbauelement hergestellt werden, welches mindestens 75% der maximal möglichen Risse aufweist. Beispielsweise kann das Vielschichtbauelement 95% der maximal möglichen Risse aufweisen. Die maximal mögliche Anzahl der Risse ist dabei durch die Anzahl der Bereiche des Grundkörpers mit reduzierter Bruchfestigkeit bestimmt. -
3 zeigt den Grundkörper1 des Vielschichtbauelements aus1 nach der ersten Polungsstufe16 . Bei einer zweistufigen Polung entstehen während der ersten Polungsstufe16 vorzugsweise zunächst Rissansätze12 in dem Grundkörper1 des Vielschichtbauelements. Die Rissansätze12 können gleichmäßiger entlang der Stapelhöhe S des Grundkörpers1 verteilt sein als Risse, welche während einer einstufigen Polung entstehen können. Dadurch kann die im Grundkörper1 auftretende Spannung gleichmäßig abgebaut werden. Bei einer einstufigen Polung wird durch das sofortige Entstehen von Rissen die Spannung im Grundkörper1 lokal begrenzt durch wenige Risse abgebaut. Die Rissansätze12 entstehen in Bereichen des Grundkörpers1 mit im Vergleich zu anderen Bereichen des Grundkörpers reduzierter Bruchfestigkeit14 . Insbesondere können die Rissansätze12 im Übergangsbereich18 von einem aktiven Bereich11 zu einem inaktiven Bereich10 des Grundkörpers1 auftreten. In diesen Übergangsbereichen18 treten Spannungen aufgrund der unterschiedlichen Dehnung des Grundkörpers1 im aktiven Bereich11 und im inaktiven Bereich10 auf. - Die Rissansätze
12 erstrecken sich vorzugsweise nicht bis zu einer Außenseite9a ,9b des Grundkörpers1 . Dadurch wird die im Grundkörper1 auftretende Spannung nicht schlagartig durch wenige Polungsrisse abgebaut. Die Rissansätze12 können sich gleichmäßig über die Höhe des Grundkörpers1 verteilen. Insbesondere kann in nahezu jedem Bereich14 mit reduzierter Bruchfestigkeit ein Rissansatz12 entstehen. - Durch die Rissansätze
12 sind die Bereiche14 des Grundkörpers1 mit reduzierter Bruchfestigkeit zusätzlich geschwächt. Während einer zweiten Polungsstufe17 können die Rissansätze12 weiter aufreißen. -
4 zeigt den Grundkörper aus3 nach einer zweiten Polungsstufe17 . Bei der zweiten Polungsstufe17 wird eine höhere Spannung zwischen die internen Elektrodenschichten8a ,8b angelegt, als bei der ersten Polungsstufe16 . Dadurch dehnt sich der Grundkörper1 stärker aus als bei der ersten Polungsstufe16 . Die dadurch entstehende Spannung im Grundkörper1 ist ausreichend, um aus den Rissansätzen Risse13 entstehen zu lassen. Insbesondere entstehen die Risse13 aufgrund der unterschiedlichen Dehnung im aktiven Bereich11 und im inaktiven Bereich10 . - Diese Risse
13 erstrecken sich vorzugsweise bis zu einer Außenseite9a ,9b des Grundkörpers1 . Da die Bereiche14 mit reduzierter Bruchfestigkeit durch die Risse12 bereits zusätzlich geschwächt sind, kann während der zweiten Polungsstufe aus nahezu jedem Rissansatz12 ein Riss13 entstehen. - Der Einfachheit halber sind die Risse
13 als gestrichelte Linien dargestellt. In der Realität können die Risse13 beispielsweise keilförmig, so dass die Risse13 auf einer Außenseite zu einem Aufklaffen des Grundkörpers führen, ausgebildet sein. Beispielsweise können die Risse13 bei einer Dehnung des Grundkörpers1 auseinandergezogen werden. - In dem in
4 gezeigten Grundkörper1 sind die Risse13 gleichmäßig über den Grundkörper1 verteilt, wobei die meisten Bereiche14 reduzierter Bruchfestigkeit einen Riss13 aufweisen. Ein solches Rissbild kann durch eine zweistufige Polung erreicht werden. Die maximal mögliche Anzahl der Risse ist dabei durch die Anzahl der Bereiche14 des Grundkörpers mit reduzierter Bruchfestigkeit bestimmt. Eine hohe Anzahl an Rissen wirkt sich vorteilhaft auf die Lebensdauer und Zuverlässigkeit eines Vielschichtbauelements aus. Insbesondere wird eine bei einer angelegten Spannung auftretende Zugbelastung gleichmäßig über das Vielschichtbauelement verteilt. Zudem entstehen die Risse13 kontrolliert und insbesondere parallel zu den internen Elektrodenschichten, so dass durch die Risse13 keine Elektrodenschichten unterschiedlicher Polarität überbrücken. -
5 zeigt einen Graphen zur Darstellung einer Rissanzahl in Abhängigkeit von den angelegten Spannungen nach einer ersten und zweiten Polungsstufe einer zweistufigen Polung. Der Graph basiert auf einer durchgeführten Versuchsreihe. An der Ordinate ist die Rissanzahl A aufgetragen, wobei eine maximale Anzahl von 30 Rissen möglich ist. Diese maximal mögliche Anzahl der Risse ist dabei durch die Anzahl der Bereiche des Grundkörpers mit reduzierter Bruchfestigkeit bestimmt. An der Abszissenachse sind die während der ersten Polungsstufe und der zweiten Polungsstufe über einen vorgegebenen Zeitraum angelegte erste und zweite Polungsspannung in Volt aufgetragen. Die während der zweiten Polungsstufe angelegte zweite Polungsspannung beträgt in jedem Fall 200 V. Zudem ist eine einstufige Polungsstufe bei 200 V als Referenz dargestellt. - Es ist ersichtlich, dass bei einer ersten Polungsspannung von 100 V bis 105 V eine maximale Anzahl an Polungsrissen auftritt. Dieser Bereich entspricht in etwa der Koerzitivspannung. Insbesondere sind bei einer ersten Polungsspannung von 105 V mehr als 95% der möglichen Risse aufgetreten. Bei niedrigeren und höheren ersten Polungsspannungen treten weniger Risse auf.
- Bei ersten Polungsspannungen, die deutlich unter 100 V liegen, werden während der ersten Polungsstufe nur wenige Rissansätze erzeugt. Bei Spannungen, gleich oder größer 110 V werden bereits während der ersten Polungsstufe viele Risse gebildet, beispielsweise 1/3 bis 2/3 der maximal möglichen Risse. Zudem geht aus dem Graphen hervor, dass ein zweimaliges Polen bei 200V sich hinsichtlich der Rissanzahl nicht von einem einmaligen Polen bei 200V unterscheidet.
- Des Weiteren hat sich bei der Versuchsauswertung gezeigt, dass der Unterschied der elektro-mechanischen Eigenschaften bei einer zweistufigen Polung mit unterschiedlichen Polungsspannungen im Vergleich zu einer einstufigen Polung unwesentlich gering ist. Die in den Versuchen gemessenen elektrischen Parameter weichen bei einer zweistufigen Polung um weniger als 2% von Referenzwerten ab, die bei einer einstufigen Polung erzielt wurden. Dabei wurden insbesondere die Beziehung zwischen elektrischer Ladung und Hub und die Kapazität des Grundkörpers untersucht. Der Einfluss der zweistufigen Polung auf eine remanente Dehnung des Grundkörpers ist ebenfalls vernachlässigbar gering, insbesondere tritt eine Abweichung von weniger als 2% auf.
- Bezugszeichenliste
-
- 1
- Grundkörper
- 2
- erstes Polungsplateau
- 3
- zweites Polungsplateau
- 5
- Elektrischer Einzelpuls
- 6
- erste Polungsspannung
- 7
- piezoelektrische Schicht
- 8a
- erste interne Elektrodenschicht
- 8b
- zweite interne Elektrodenschicht
- 9a
- Außenseite
- 9b
- Außenseite
- 10
- inaktiver Bereich
- 11
- aktiver Bereich
- 12
- Rissansatz
- 13
- Riss
- 14
- Bereich mit reduzierter Bruchfestigkeit
- 15
- zweite Polungsspannung
- 16
- erste Polungsstufe
- 17
- zweite Polungsstufe
- 18
- Übergangsbereich
- 19
- Grenzfläche zwischen Elektrodenschicht und piezoelektrischer Schicht
Claims (5)
- Verfahren zur Polung eines Vielschichtbauelements umfassend die Schritte: A) Bereitstellen eines Grundkörpers (1) des Vielschichtbauelements aufweisend piezoelektrische Schichten (7) und interne Elektrodenschichten (8a, 8b), wobei der Grundkörper (1) Bereiche (14) mit reduzierter Bruchfestigkeit im Vergleich zu anderen Bereichen des Grundkörpers (1) aufweist, B) Anlegen einer ersten Polungsspannung (6) zwischen den internen Elektrodenschichten (8a, 8b) für einen ersten vorgegebenen Zeitraum, wobei die erste Polungsspannung (6) im Bereich der Koerzitivspannung des Vielschichtbauelements liegt, C) Anlegen einer zweiten Polungsspannung(15) zwischen die internen Elektrodenschichten (8a, 8b) für einen zweiten vorgegebenen Zeitraum, wobei die zweite Polungsspannung (15) größer ist als die erste Polungsspannung (6), D) Erzeugen von Rissansätzen (12) im Grundkörper (1) während dem Anlegen der ersten Polungsspannung (6), E) Erzeugen von Rissen (13) während dem Anlegen der zweiten Polungsspannung (15), wobei die Risse (13) aus den Rissansätzen (12) entstehen und wobei die Risse (13) sich bis zu einer Außenseite (9a, 9b) des Grundkörpers (1) erstrecken, so dass mindestens 75% der Bereiche (14) mit reduzierter Bruchfestigkeit einen Riss (13) aufweisen.
- Verfahren nach
Anspruch 1 , wobei die Risse (13) im Wesentlichen parallel zu den internen Elektrodenschichten (8a,8b) verlaufen. - Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Länge des ersten vorgegebenen Zeitraums wenigstens so groß wie die Länge des zweiten vorgegebenen Zeitraums ist.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, umfassend den Schritt: Erhöhen der Spannung von der ersten Polungsspannung (6) auf die zweite Polungsspannung (15) über einen Zeitraum, der im Wesentlichen dem ersten vorgegebenen Zeitraum oder dem zweiten vorgegebenen Zeitraum entspricht.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die erste Polungsspannung (6) und die zweite Polungsspannung (15) in Form von einer Vielzahl von Einzelpulsen angelegt werden.
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-
2012
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