Zur Herstellung von Anstrichen, für Bauzwecke und dergleichen-verwendbare Hasse. Die Erfindung bezieht sich auf eine Ze ment, Kalk und Kasein enthaltende, zur Her stellung von Anstrichen, für Bauzwecke und dergleichen verwendbare Masse, die z. B. die Form einer wässerigen Suspension besitzen kann.
Es ist schon bekannt, Anstrichmassen die ser Art aus Zement und Kalk mit verschie denen Zusätzen, z. B. Kasein, herzustellen; dieses Gemisch, das weiter mit dem Pig ment versetzt werden kann, wird mit Was ser allgerührt.
Die Kalk, Kasein und gegebenenfalls Pig mente enthaltende, zur Herstellung von An strichen, für Bauzwecke und dergleichen ver wendbare Masse gemäss der Erfindung - ist dadurch gekennzeichnet, dass sie ausserdem Caleiumfluorid, Natriumsilikat, und Gips enthält. Mit genügend Wasser angerührt, haftet ein derartiges Gemisch als Anstrich auf Materialien verschiedener Art sehr gut und bildet nach einer auffallend kurzen Trockenzeit einen glasharten, gleichmässigen Überzug, der in Wasser unlöslich und farb- fest ist.
Es wurde überraschenderweise gefunden, dass die erfindungsgemäss in der Masse ent haltenen Stoffe einen sehr günstigen Ein fluss auf die Eigenschaften der Masse haben und die Härtung der daraus hergestellten Anstriche usw. beschleunigen, so dass diese in verhältnismässig kurzer Zeit resistent gegen Wasser werden.
Das zur Herstellung der Masse gemäss der Erfindung zu verwendende Kasein ist zweck mässig sehr fein, da sonst die Gefahr besteht, dass beim Anrühren mit Wasser die gröbe ren Kaseinteilchen ungelöst bleiben.
Als Kalk kann beispielsweise gelöschter oder ungelöschter Kalk verwendet werden, der ebenfalls zweckmässig sehr fein ist. Vor zugsweise wird Marmorkalkhydrat benutzt. Als Natriumsilikat ist beispielsweise Wasserglas oder Metasilikat geeignet. Vor zugsweise wird es in trockenem gepulvertem Zustand mit den andern Bestandteilen der Masse gemischt. Es kann aber auch dem Wasser, das für das Ansetzen der Masse be nutzt wird, zugesetzt werden.
Es ist zu empfehlen, der Masse ein Kon servierungsmittel zuzusetzen, da in dieser bezw. in den daraus hergestellten Anstrichen durch das vorhandene Kasein bakteriolo gische Prozesse eintreten können. Ein geeig netes Konservierungsmittel ist z. B. Petro leum.
.In einigen Fällen kann auch der Zusatz von Aldehyden, besonders Formaldehyd, und/oder von Natriumorthophenylphenolat eine günstige Wirkung haben.
Die Masse gemäss der Erfindung kann dadurch hergestellt werdenc, dass man zu nächst ein Gemisch aus Kasein, Kalk, den andern genannten Stoffen und gegebenenfalls einem Konservierungsmittel fertigstellt und dieses Gemisch mit Zement im gewünschten Verhältnis mischt, worauf ein Pigment zu gesetzt werden kann. Man kann die Bestand teile auch in einer andern Reihenfolge mi schen, z. B. das gegebenenfalls zu verwen dende Pigment schon am Anfang zusetzen.
Wenn man zwei Gewichtsteile dieser Mi schung mit einem Gewichtsteil Wasser an rührt, erhält man eine Masse, die ungefähr die Konsistenz eines knetbaren Glaserkittes hat und sich beim Stehen allmählich verflüs sigt, bis sie die Dicke einer normalen Stand- ölanstrichmasse hat.
Insoweit- die Bestandteile der Masse in Wasser löslich sind, können sie auch voll ständig oder teilweise im zuzusetzenden Was ser gelöst zugegeben werden.
Mit genügend Wasser angerührt, kann die Masse als Anstrich unmittelbar auf allerhand Materialien, z. B. auf .Stein, selbst wenn die ser porös ist, Holz, Glas, Beton, Metall, Kar ton, Asbest, Eternit, Gips, Pflaster und Asphalt, aufgebracht werden. Die Masse haftet sehr gut auf allen diesen Materialien, bindet schnell ab und gibt nach einer sehr kurzen Trockenzeit eine gleichmässige glas harte Schicht, die keine Farbe abgibt, was serdicht abschliesst, gegen chemische und me chanische Beanspruchung resistent und wet terbeständig ist.
Die Schicht ist verhältnis mässig elastisch und kann deshalb ohne Schwierigkeit auf eine Unterlage aufgebracht werden, in der Schrumpfungs- und Ausdeh nungsvorgänge auftreten, während sie auch grosse Schwankungen in Temperatur und Feuchtigkeit vertragen kann. Die Schicht wird durch Wasser und Chemikalien, z. B. Salzsäure, nicht oder nur wenig angegrif fen und vermindert die Brennbarkeit bezw. erhöht die Feuerfestigkeit der damit über zogenen Materialien. Wie die durch die erfin dungsgemäss in der Masse enthaltenen Stoffe erzielten günstigen Ergebnisse zu erklären sind, steht nicht fest.
Die Wirkung des Cal- ciumfluorids, das in hohem Masse wasser unlöslich ist, hängt vielleicht mit Dilatations- erscheinungen zusammen.
Die Masse gemäss der Erfindung kann für das Anstreichen von Aussen- und Innen wänden und Holzwerk, für das Stukatieren von Decken, als Dachbedeckung und für das Wasserdiehtmachen von feuchten Wänden verwendet werden. Sie ist besonders für Aussenarbeiten geeignet und in dieser Bezie hung den bisher bekannten, Zement enthalten den Anstrichmassen überlegen. Sie bindet schnell ab und hat eine kürzere Trockenzeit, so dass die Schicht schneller wasserbeständig wird; die Farbbeständigkeit ist besser und die Oberfläche des Anstriches ist glatter.
Durch die grosse Beständigkeit ist die Masse auch zur Erzielung von rostschützen den Überzügen für Metall in Konstruktions arbeiten und für die Auskleidung von Be hältern zum Schutz des Metalles gegen die darin erhaltene Flüssigkeit geeignet.
Die Masse kann weiter als plastischer Wandbelag in Hallen und Durchgängen oder an Stelle von Tapeten benutzt werden. In diesem Falle kann der trockenen Mischung Seife, z. B. in Form von Seifenpulver, zu- gesetzt werden, um ein Fliessen der mit Was ser angeteigten Masse zu verhindern, damit diese die Form, in der sie aufgebracht worden ist, behält.
Mit nur wenig Wasser angeteigt, ist die Masse weiter sehr geeignet, um als Mörtel für verschiedene Zwecke benutzt zu werden. Für glatte Oberflächen verwendet man vor teilhafterweise etwas weniger Wasser, z. B. 3/4 Gewichtsteile auf 2 Gewichtsteile der trockenen Mischung.
Wenn die Masse eine besondere Farbe besitzen soll, so kann man ein Pigment bei mischen. In einigen Fällen kann man aber auf das Pigment verzichten, nämlich wenn die Farbe keine Rolle spielt, z. B. bei der Verwendung als Mörtel, zum Wasserdicht machen oder dergleichen, oder, wenn der Ze ment selbst schon die gewünschte Farbe hat.
Bei Verwendung der Masse zur Herstel lung von Anstrichen genügt meistens eine einmalige Behandlung, um einen guten dich ten Überzug zu erzielen, vorausgesetzt, dass der Untergrund genügend hart und sauber ist. Bei feuchten Oberflächen kann es Vorteile haben, diese mit der trockenen Masse einzu reiben, bevor die angeteigte Masse in norma ler Weise aufgebracht wird.
Bringt man mehr als eine Schicht auf, so lässt man zweckmässig 1-11/2 Stunden trock nen, bevor die nächste Schicht aufgebracht wird.
Die getrocknete Schicht verbindet sich auch gut mit Ölfarbe bezw. Lack, so dass die Masse als Zwischenschicht benutzt werden kann beim Anstreichen von Materialien, die nicht geeignet sind, unmittelbar mit Ölfar ben angestrichen zu werden. In diesem Falle werden beim Aufbau des Anstriches ein oder mehrere Arbeitsgänge gespart, da die nicht verdünnte Masse als Grundiermasse verwen det und nach dem Trocknen unmittelbar mit Standölfarbe oder Lack überstrichen werden kann.
Ausserdem wird dadurch der Vorteil erreicht, dass bei einer alkalisch reagierenden Unterlage, wie z. B. Asbest, der Anstrich nicht verseift wird. Schliesslich kann die beschriebene Masse als Verbindungsschicht beim Pflastern von sehr glatten Oberflächen, z. B. Glas und sehr dichtem Beton, verwendet werden.
Die Erfindung sei an Hand folgenden Beispiels erläutert: Man stellt eine Mischung her aus
EMI0003.0025
5 <SEP> Gewichtsteilen <SEP> Kasein
<tb> 1 <SEP> <B>53</B> <SEP> gelöschtem <SEP> Kalk
<tb> ä <SEP> <B>29</B> <SEP> Gips <SEP> (wasserfrei)
<tb> 2 <SEP> ,> <SEP> Flussspat
<tb> 1/2 <SEP> <B>39</B> <SEP> Wasserglas <SEP> (Pulver), in fein pulverisiertem Zustand.
Diese Mischung wird mit 50 Gewichts teilen Zement innig gemischt, gegebenenfalls unter Zusatz eines Pigments in einer Menge von z. B.5-10 %, berechnet auf den Zement.
Vor dem Gebrauch werden 2 Gewichts teile der trockenen Mischung mit 1 Gewichts teil Wasser zu einer plastischen Masse ange- teigt, die keine Klumpen enthalten und eine gleichmässige Beschaffenheit haben soll. Zur Verwendung als Anstrichmasse wird die Masse wenigstens eine Viertelstunde sich selbst überlassen, wobei sie sich verflüssigt und die Konsistenz einer normalen Standöl- anstrichmasse annimmt.
Für feinere Arbeiten kann die Masse gegebenenfalls noch gesiebt werden. Verwendet man dieselbe als Spritz- farbe, so kann sie etwas stärker verdünnt werden, und zwar zweckmässig so weit, dass die Masse gerade noch genügend viskos ist.
For making paints, building and the like-usable hats. The invention relates to a Ze ment, lime and casein containing, for the manufacture position of paints, for building purposes and the like usable mass that z. B. may be in the form of an aqueous suspension.
It is already known that this type of paint from cement and lime with various additives such. B. Casein to manufacture; this mixture, which can be further mixed with the pigment, is stirred up with water.
The lime, casein and possibly pigments containing, for the production of paints, for building purposes and the like ver usable mass according to the invention - is characterized in that it also contains calcium fluoride, sodium silicate, and gypsum. When mixed with enough water, such a mixture adheres very well as a paint to materials of various types and, after a remarkably short drying time, forms a glass-hard, uniform coating that is insoluble in water and color-fast.
It has surprisingly been found that the substances contained in the mass according to the invention have a very favorable influence on the properties of the mass and accelerate the hardening of the paints etc. produced therefrom, so that they become resistant to water in a relatively short time.
The casein to be used to produce the mass according to the invention is expediently very fine, otherwise there is a risk that the coarser casein particles will remain undissolved when mixed with water.
For example, slaked or unslaked lime can be used as lime, which is also expediently very fine. Marble lime hydrate is preferably used. Water glass or metasilicate, for example, are suitable as sodium silicate. Preferably, it is mixed with the other components of the mass in a dry powdered state. But it can also be added to the water that is used to prepare the mass.
It is advisable to add a preservative to the mass, because in this resp. Bacteriological processes can occur in the coatings produced from them due to the casein present. A suitable preservative is such. B. Petroleum.
In some cases the addition of aldehydes, especially formaldehyde, and / or sodium orthophenylphenolate can also have a beneficial effect.
The mass according to the invention can be produced by first preparing a mixture of casein, lime, the other substances mentioned and optionally a preservative and mixing this mixture with cement in the desired ratio, whereupon a pigment can be added. You can mix the constituent parts in a different order, for. B. add the pigment to be used if necessary at the beginning.
If you stir two parts by weight of this mixture with one part by weight of water, you get a mass that has roughly the consistency of kneadable glass putty and gradually liquefies when standing until it has the thickness of a normal stand oil paint.
Insofar as the constituents of the mass are soluble in water, they can also be added completely or partially dissolved in the water to be added.
When mixed with enough water, the mass can be used as a coat of paint on all kinds of materials, e.g. B. on .Stein, even if the water is porous, wood, glass, concrete, metal, Kar ton, asbestos, Eternit, plaster, paving and asphalt, are applied. The compound adheres very well to all of these materials, sets quickly and, after a very short drying time, gives an even, glass-hard layer that does not give off any color, which seals a watertight seal, is resistant to chemical and mechanical stress and is weatherproof.
The layer is relatively moderately elastic and can therefore be applied without difficulty to a substrate in which shrinkage and expansion processes occur, while it can also tolerate large fluctuations in temperature and humidity. The layer is made by water and chemicals, e.g. B. hydrochloric acid, little or no attack fen and reduces the combustibility BEZW. increases the fire resistance of the materials coated with it. How the favorable results achieved by the substances contained in the composition according to the invention are to be explained is not certain.
The action of calcium fluoride, which is to a large extent insoluble in water, is perhaps connected with the appearance of dilation.
The mass according to the invention can be used for painting outer and inner walls and woodwork, for stuccoing ceilings, as roofing and for making water-proofing on damp walls. It is particularly suitable for outdoor work and in this respect hung the previously known cement containing the paints superior. It sets quickly and has a shorter drying time, so the layer becomes water-resistant more quickly; the color fastness is better and the surface of the paint is smoother.
Due to the great resistance, the mass is also suitable for obtaining rust-proof coatings for metal in construction work and for lining containers to protect the metal against the liquid contained therein.
The compound can also be used as a plastic wall covering in halls and passageways or instead of wallpaper. In this case, soap, e.g. B. in the form of soap powder, can be added to prevent the water-pasted mass from flowing so that it retains the form in which it was applied.
If made into a paste with only a little water, the mass is also very suitable to be used as mortar for various purposes. For smooth surfaces you use a little less water before geous enough, z. B. 3/4 parts by weight to 2 parts by weight of the dry mixture.
If the mass should have a special color, a pigment can be mixed in. In some cases you can do without the pigment, namely when the color is not important, e.g. B. when used as mortar, to make waterproof or the like, or if the Ze ment itself already has the desired color.
If the compound is used to produce paints, a single treatment is usually sufficient to achieve a good, dense coating, provided that the substrate is sufficiently hard and clean. In the case of damp surfaces, it can be advantageous to rub them in with the dry mass before the dough is applied in the normal way.
If more than one layer is applied, it is advisable to allow 1-11 / 2 hours to dry before the next layer is applied.
The dried layer also combines well with oil paint or. Varnish, so that the mass can be used as an intermediate layer when painting materials that are not suitable to be painted directly with oil paints. In this case, one or more work steps are saved when building up the paint, since the undiluted mass is used as a primer and can be painted over with stand oil paint or varnish immediately after drying.
In addition, this has the advantage that with an alkaline reacting substrate, such as. B. Asbestos, the paint is not saponified. Finally, the mass described can be used as a connecting layer when paving very smooth surfaces, e.g. B. glass and very dense concrete can be used.
The invention is illustrated using the following example: A mixture is produced
EMI0003.0025
5 <SEP> parts by weight of <SEP> casein
<tb> 1 <SEP> <B> 53 </B> <SEP> slaked <SEP> lime
<tb> ä <SEP> <B> 29 </B> <SEP> plaster <SEP> (anhydrous)
<tb> 2 <SEP>,> <SEP> fluorspar
<tb> 1/2 <SEP> <B> 39 </B> <SEP> Water glass <SEP> (powder), in a finely powdered state.
This mixture is intimately mixed with 50 parts by weight of cement, optionally with the addition of a pigment in an amount of z. E.g. 5-10%, calculated on the cement.
Before use, 2 parts by weight of the dry mixture are made into a paste with 1 part by weight of water to form a plastic mass that should not contain any lumps and should have a uniform consistency. For use as a paint, the mass is left to its own devices for at least a quarter of an hour, during which it liquefies and takes on the consistency of a normal stand oil paint.
If necessary, the mass can be sieved for finer work. If the same is used as a spray paint, it can be thinned a little more, to the point where the mass is just sufficiently viscous.