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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Weiterleiten von Kurznachrichten von ei- nem mobilen Endgerät, beispielsweise einem Mobiltelefon, aus einem Fremdnetz an einen Emp- fänger im Heimnetz des mobilen Endgerätes, welcher Empfänger eine von einem mobilen Endge- rät verschiedene, mit dem Heimnetz verbundene externe Kurzmitteilungseinheit mit einer Empfän- gernummer, beispielsweise ein Rechner, ist, wobei eine Kurzmitteilungszentrale des Fremdnetzes eine Anfrage an das Heimnetz nach der Gültigkeit und Erreichbarkeit der Empfängernummer der externen Kurzmitteilungseinheit sendet.
Weiters betrifft die Erfindung auch eine Einrichtung zur Durchführung eines solchen Verfahrens, mit einer Kurzmitteilungszentrale im Fremdnetz des die Kurznachricht sendenden mobilen Endgerätes und einer, von einem mobilen Endgerät des Heim- netzes verschiedenen externen Kurzmitteilungseinheit mit einer Empfängernummer, wobei die externe Kurzmitteilungseinheit mit dem Heimnetz verbunden ist.
Unter den Begriff "Heimnetz" wird jeweils jenes Mobilfunknetz verstanden, welches zu einem mobilen Endgerät, beispielsweise einem Mobiltelefon, gehört. Unter den Begriff "Fremdnetz" fallen alle anderen Mobilfunknetze, in welchen das mobile Endgerät beispielsweise aufgrund von Roa- ming-Abkommen ebenfalls betrieben werden kann.
Zur Übermittlung von Kurznachrichten, sogenannten Short Messages, wurde ein Datendienst in GSM (Global Systems for Mobile Communication) -basierten Mobilfunknetzen geschaffen, wel- cher unter der Kurzbezeichnung SMS (Short Messages System) bekanntgeworden ist. Dieser Datendienst dient dazu, kurze, auf 160 alphanumerische Zeichen beschränkte Nachrichten zwi- schen Mobiltelefonen oder Terminals rasch und billig zu übermitteln. Neben dem Versenden von Texten ist es auch möglich, Bilder oder Töne mittels SMS zu versenden. Die Beschränkung auf 160 Zeichen pro Kurznachricht ist durch die Technologie der Endgeräte, beispielsweise Mobiltele- fone, bedingt. Dieser Datendienst wird in erster Linie dazu benützt, Kurzmitteilungen von einem mobilen Endgerät, z. B. einem Mobiltelefon, zu einem anderen Mobil-Endgerät zu schicken.
Zu diesem Zweck gibt der Benutzer eines Mobiltelefons auf der Tastatur eine kurze Textmeldung ein und schickt diese anschliessend an die Telefonnummer des Empfängers. Wenn die Nachricht auf dem Mobiltelefon des Empfängers eintrifft, wird der Empfänger über ein Audio- oder Vibrationssig- nal benachrichtigt, worauf er die Nachricht auf dem Display seines Mobiltelefons zur Anzeige bringen und lesen kann.
Zusätzlich wird der Kurzmitteilungsdienst vermehrt auch zur Kommunikation mit externen Soft- wareanwendungen eingesetzt. Auf diese Weise werden beispielsweise Kurznachrichten von einer Softwareanwendung an ein mobiles Endgerät geschickt, bzw. übermittelt ein mobiles Endgerät eine Kurznachricht an eine Softwareanwendung, mit der ein automatisierter Dialog aufgebaut wird.
Diese externen Softwareanwendungen werden External Short Message Entities (ESME) genannt.
Ein typisches Beispiel für die Variante des Versands von Kurznachrichten von einer Softwarean- wendung an ein mobiles Endgerät ist der Versand von Wetterinformationen oder Verkehrsinforma- tionen, Nachrichten od. dgl., und ein Beispiel für die zweite Variante der Kommunikation zwischen einem mobilen Endgerät und einer Softwareanwendung kann die Abfrage von Börsenkursen oder Kontoständen durch den Besitzer eines Mobiltelefons sein.
Zum Übermitteln von Kurznachrichten zwischen zwei Mobiltelefonen wird die gewünschte Kurznachricht vom Sender über die Tastatur eines Mobiltelefons eingegeben und abgesandt.
Nachdem die Mitteilung in die Kurzmitteilungszentrale (SMSC-Short Message Service Center) des jeweiligen Mobiltelefonnetzbetreibers gelangt ist, wird sie dort üblicherweise zwischengespeichert.
Die Kurzmitteilungszentrale (SMSC) versucht die SMS-Kurznachricht an den Empfänger weiterzu- leiten, indem an ein Register, welches Informationen über die Adressen der Teilnehmer enthält (HLR-Home Location Register), eine Sendeinformation, die sogenannte Send Routing Information (SRI), abgeschickt wird. Anhand der Empfängernummer kann im HLR-Register der Empfänger lokalisiert werden. Das HLR-Register antwortet an die Kurzmitteilungszentrale (SMSC) mit einer Information, welche von der Kurzmitteilungszentrale zusammen mit der Kurznachricht an die entsprechende Vermittlungseinheit sendet.
Die entsprechende Vermittlungseinheit, das sogenann- te Mobile Switching Center (MSC), sucht den Teilnehmer bzw. die entsprechende Basisstation in jener Zelle, in welcher sich der Teilnehmer gerade befindet, und sendet die Kurznachricht an diese Basisstation, von welcher sie schliesslich an das Mobiltelefon übertragen wird. Die Übertragung innerhalb des Mobiltelefonnetzes erfolgt üblicherweise nach dem sogenannten SS7 (Signalling System No. 7}-Protokoll.
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Das Übermitteln einer Kurzmitteilung von einem mobilen Endgerät, beispielsweise einem Mo- biltelefon, zu einem externen Kurzmitteilungsempfänger, beispielsweise einem Rechner, oder umgekehrt erfolgt üblicherweise über die Kurzmitteilungszentrale des jeweiligen Netzbetreibers, welcher die entsprechende Verbindung zum jeweiligen Datennetz herstellt, in welchem sich der jeweilige externe Kurzmitteilungsempfänger, beispielsweise ein Rechner, befindet. Dies erfordert allerdings eine entsprechende Datenleitung zwischen dem Telekommunikationsnetzbetreiber und dem Datennetz, beispielsweise dem Internet, in welchem sich der Rechner befindet.
Sobald sich ein Mobiltelefonbesitzer in einem Fremdnetz befindet, kann eine Kommunikation mit einem exter- nen Kurzmitteilungsempfänger nur dann erfolgen, wenn der jeweilige Fremdnetzbetreiber auch eine derartige Datenverbindung zum Datennetz, in welchem sich der Rechner befindet, zur Verfü- gung stellt. Insbesondere bei global tätigen Betreibern solcher externen Kurzmitteilungsempfänger (Software-Anwendungen) stellt sich dies als praktisch unmöglich heraus.
Betreiber derartiger externer Kurzmitteilungsstationen, wie z. B. Softwareanwendungen in Da- tennetzen, wie dem Internet, können zwar den Weg über die Kurzmitteilungszentralen der jeweili- gen Telekommunikationsnetzbetreiber dadurch umgehen, dass sie ihre Anwendung direkt mit einem mobilen Endgerät, beispielsweise einem Mobiltelefon, verbinden, welches die eintreffenden Kurzmitteilungen über die Funkverbindung empfängt und dann direkt an die externe Kurzmittei- lungsstation weiterleitet. Diese Lösung ist jedoch nur für sehr kleine Datenmengen geeignet. Zu- dem kann eine externe Kurzmitteilungsstation damit nur Kurzmitteilungen empfangen, die an genau die Zielnummer des verbundenen mobilen Endgeräts geschickt wurden. Oft wird jedoch gleichzeitig oder auch hintereinander eine grosse Anzahl von Zielnummern benötigt.
Für den Datenaustausch von der externen Kurzmitteilungsstation, beispielsweise eine Soft- wareanwendung, zu einem mobilen Endgerät ist ebenfalls eine entsprechende Verbindung zur Kurzmitteilungszentrale des jeweiligen Mobiltelefonnetzes erforderlich. Dies trifft insbesondere für dialogorientierte Anwendungen mittels Kurzmitteilung zu.
Die US 5 768 509 A beschreibt beispielsweise ein Verfahren zum Versenden von Kurznach- richten über Telekommunikationsnetze und eine entsprechende Kurzmitteilungszentrale. Das Verfahren filtert Kurznachrichten aus und übermittelt eine Kurznachricht nur dann, wenn festgestellt wird, dass diese zugestellt werden darf. Andernfalls werden die in der Kurzmitteilungszentrale zwischengespeicherten Kurznachrichten gelöscht. Die Verbindung zwischen der Kurzmitteilungs- zentrale des Netzwerkbetreibers und externen Einheiten, wie Voice-Mail, E-Mail oder Computer- terminals, erfolgt über ein entsprechendes Interface, welches die Umsetzung auf das TCP/IP (Transmission Control Protocol/lnternet Protocol)-Protokoll durchführt. Die Kommunikation zwi- schen der Kurzmitteilungszentrale und dem Mobiltelefon erfolgt nach dem SS7 (Signalling System No. 7)-Protokoll.
Dieser Standard ist in der GSM-Spezifikation 03. 40 festgelegt, welche das Über- tragungsprotokoll für Übertragungen von Kurzmitteilungen zwischen Mobiltelefonen betrifft.
Die GB 2 351 880 A beschreibt ein Verfahren zur Weiterleitung von Kurznachrichten an einen Teilnehmer eines Fremdmobilfunknetzes, welches nicht durch Roaming-Abkommen mit dem Heimmobilfunknetz verbunden ist. Zu diesem Zweck besteht die Kurznachricht aus bestimmten Datenfeldern, welche unter anderem die Nummer der Kurzmitteilungszentrale des Heimmobilfunk- netzes enthalten, sowie einem Nummerierungsplan, welcher die Nummern der Kurzmitteilungs- zentralen und die möglichen Verbindungen zwischen verschiedenen Kurzmitteilungszentralen und den Vermittlungszentralen der jeweiligen Mobilfunknetze enthält, sowie einen Nummerierungsplan- Manager, der die Übertragung zur jeweiligen Übermittlungszentrale des zu erreichenden Mobiltele- fons definiert.
Die WO 00/47004 A1 beschreibt ein Verfahren und eine Einrichtung der gegenständlichen Art, wobei die Kurznachricht aufgrund der Empfängernummer der externen Kurzmitteilungseinheiten über eine spezielle Konvertierungsstelle an den Empfänger übermittelt wird. Die spezielle Konver- tierungsstelle übernimmt die Funktion eines üblicherweise verwendeten Visitor Location Registers und einer Vermittlungseinheit (MSC), wobei allerdings nachwievor an das reale Home-Location- Register des Heimnetzes eine Anfrage gerichtet wird, welches mit einer Information über die Loka- lisierung des Empfängers antwortet. Somit ist es die Aufgabe dieser speziellen Konvertierungsstel- le als Visitor-Location-Register das lokale Home-Location-Register über den Aufenthalt und Status der zugewiesenen Nummern zu informieren.
Zusätzlich wird das lokale Home-Location-Register, welches in der Regel durch eine sehr spezifische und teure Einrichtung realisiert wird, für die
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Übermittlung von Kurznachrichten an externe Kurzmitteilungseinheiten, welche von einem mobilen Endgerät verschieden sind, belastet. Insbesondere für externe Kurzmitteilungseinheiten die ihren Standort nicht ändern, beispielweise Softwareanwendungen, würde eine Eintragung in ein Home- Location-Register, welches eine Reihe von Funktionalitäten, speziell für sich bewegende Empfän- ger aufweist, einen ungerechtfertigten Aufwand darstellen.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Weiterleiten von Kurzmitteilungen aus Fremdmobilfunknetzen an einen externen Kurzmitteilungsempfänger zu schaffen, welches keine Datenleitung zwischen diesem externen Kurzmitteilungsempfänger und der Kurzmitteilungs- zentrale jedes in Frage kommenden Mobiltelefonnetzes erforderlich macht, wodurch eine breite Anwendung und Erreichbarkeit externer Kurzmitteilungsempfänger und somit eine grosse Akzep- tanz erzielt werden kann. Ebenso besteht eine Aufgabe der Erfindung darin, eine entsprechende Einrichtung zu schaffen, welche eine Durchführung des genannten Verfahrens erlaubt.
Gelöst wird die erfindungsgemässe Aufgabe in verfahrensmässiger Hinsicht dadurch, dass die Anfrage der Kurzmitteilungszentrale des Fremdnetzes an das Heimnetz aufgrund der Empfänger- nummer der externen Kurzmitteilungseinheit bei einem virtuellen HLR-Register des Heimnetzes erfolgt, welches auf die Anfrage mit einer Bestätigung antwortet, welche eine Information über eine virtuelle Vermittlungseinheit des Heimnetzes enthält, über welche die Kurznachricht an die externe Kurzmitteilungseinheit übermittelt werden soll.
Obwohl es sich bei der Empfängernummer der externen Kurzmitteilungseinheit um kein reales Mobiltelefon handelt, wird der Kurzmitteilungszent- rale das Vorliegen eines realen Endgerätes vorgetäuscht und somit die wirkungsvolle Weiterleitung einer Kurznachricht an eine externe Kurmitteilungseinheit, beispielsweise eine Software- Anwendung, auch aus einem Fremdnetz ermöglicht. Dabei enthält die Bestätigung des Heimnetzes auf die Anfrage der Kurzmitteilungszentrale des Fremdnetzes eine Information über eine virtuelle Vermittlungseinheit des Heimnetzes, über welche die Kurznachricht an die externe Kurzmittei- lungseinheit übermittelt werden soll. Das Heimnetz antwortet auf die Anfrage der Kurzmitteilungs- zentrale des Fremdnetzes wie ein virtuelles HLR-Register, obwohl ein solches HLR-Register nur bei realen mobilen Endgeräten des Heimnetzes aktiviert wird.
Im virtuellen HLR-Register erfolgt die Zuordnung der zulässigen externen Kurzmitteilungseinheiten mit den Empfängernummern der vorgetäuschten realen mobilen Endgeräten. Nach erfolgter Bestätigung des virtuellen HLR-Registers wird die Kurznachricht über eine virtuelle Vermittlungseinheit im Heimnetz an die externe Kurzmitteilungseinheit übermittelt. Das virtuelle HLR-Register täuscht dem Fremdnetz das Vorhandensein eines Mobiltelefons vor, worauf die Kurzmitteilungszentrale des Fremdnetzes die Kurznachricht an die virtuelle Vermittlungseinheit und danach an die externe Kurzmitteilungseinheit bzw. die Softwareanwendung weiterleitet.
Vorteilhafterweise erfolgt die Anfrage der Kurzmitteilungszentrale des Fremdnetzes an das Heimnetz und die Antwort des Heimnetzes an die Kurzmitteilungszentrale des Fremdnetzes, und die Übermittlung der Kurznachricht an die virtuelle Vermittlungseinheit im SS7 (Signalling System No. 7)-Protokoll, welches in GSM-Netzen einen üblichen Standard darstellt.
Gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die Übermittlung der Kurznachricht zwischen der virtuellen Vermittlungseinheit und der externen Kurzmitteilungseinheit bzw. einem die externe Kurzmitteilungseinheit enthaltenen Datennetz (9), beispielsweise dem Internet, in einem TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocolbasierten Protokoll erfolgt, welches in Computernetzen üblich ist. Dabei wird das Short Message Peer-To-Peer- Protokoll (SMPP) bevorzugt.
Gelöst wird die erfindungsgemässe Aufgabe auch durch eine Einrichtung zur Durchführung des oben genannten Verfahrens, die dadurch gekennzeichnet ist, dass im Heimnetz ein Rechner vorgesehen ist, der auf eine Anfrage der Kurzmitteilungszentrale des Fremdnetzes, ob die Emp- fängernummer der externen Kurzmitteilungseinheit gültig und erreichbar ist, mit einem Befehl antwortet, der die Bestätigung der Gültigkeit der Empfängernummer der externen Kurzmitteilungs- einheit und eine Information über eine virtuelle Vermittlungseinheit, an welche die Kurznachricht gesendet werden soll, beinhaltet.
Die externe Kurzmitteilungseinheit wird vorteilhafterweise durch einen Rechner in einem Da- tennetz, beispielsweise dem Internet gebildet, auf dem eine bestimmte Software-Anwendung implementiert ist.
Die Verbindung zwischen dem Rechner im Datennetz und dem Heimmobilfunknetz ist dabei
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bevorzugt durch eine Netzwerkverbindung gebildet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung noch weiter erläutert. Darin zeigen : 1 ein schematisches Blockschaltbild zur Veran- schaulichung der Übermittlung von Kurznachrichten zwischen zwei Mobiltelefonen, Fig. 2 ein schematisches Blockschaltbild zur Veranschaulichung der Übermittlung von Kurznachrichten zwischen Mobiltelefonen im eigenen Mobiltelefonnetz sowie zwischen Mobiltelefonen und einer externen Kurzmitteilungseinheit nach dem Stand der Technik, Fig. 3 die Übermittlung einer Kurz- nachricht von einem Mobiltelefon zu einer Software-Applikation über ein Fremdmobilfunknetz nach dem Stand der Technik, Fig.
4 ein schematisches Blockschaltbild zur Veranschaulichung der Übermittlung von Kurznachrichten von einem mobilen Endgerät zu einer externen Kurzmitteilungs- einheit über ein Fremdmobilfunknetz gemäss der vorliegenden Erfindung, Fig. 5 ein prinzipielles Blockschaltbild zur Veranschaulichung des erfindungsgemässen Verfahrens, und Fig. 6 ein weiteres Prinzipschaltbild zur Veranschaulichung der erfindungsgemässen Verfahrensschritte.
Fig. 1 zeigt ein schematisches Blockschaltbild zur Veranschaulichung der Übermittlung von Kurznachrichten zwischen zwei Mobiltelefonen 1, 2 bzw. mobilen Endgeräten. Von einem Mobilte- lefon 1 wird eine Kurznachricht SMS erzeugt und an die Kurzmitteilungszentrale (SMSC - Short Message Service Center) 3 des Mobilnetzbetreibers übermittelt. Die Kurzmitteilungszentrale 3 sendet eine sog. Send Routing Information (SRI) an das HLR-Register (Home Location Register) 4, welches anhand der Empfängernummer, an die die Kurznachricht SMS gesendet werden soll, den Empfänger lokalisiert und mit einer entsprechenden Information an die Kurzmitteilungszentrale 3 antwortet. Diese Information enthält Daten über den momentanen Aufenthaltsort des angerufe- nen Mobiltelefons 2.
Dadurch weiss die Kurzmitteilungszentrale 3, an welche Vermittlungseinheit (MSC - Mobile Switching Center) 5 die Kurznachricht SMS übermittelt werden soll. Die Kurzmittei- lungszentrale 3 schickt die zwischengespeicherte Kurznachricht SMS zusammen mit der vom HLR-Register 4 erhaltenen Information an die zugehörige Vermittlungseinheit 5, welche schliesslich die Kurznachricht SMS an jene Basisstation (BS) 6 sendet, welche zu der Zelle gehört, in welcher sich das Empfänger-Mobiltelefon 2 gerade befindet. Von der Basisstation 6 gelangt schliesslich die Kurznachricht SMS an das Mobiltelefon 2 des Empfängers, wo dieser beispielsweise durch ein akustisches Signal vom Einlangen einer Kurznachricht SMS informiert wird. Das Blockschaltbild von Fig. 1 zeigt die Übermittlung von Kurznachrichten SMS zwischen zwei Mobiltelefonen 1, 2 im eigenen Heimnetz 7.
Befindet sich das Mobiltelefon 1 des Senders in einem fremden Mobilfunk- netz, so sendet die Kurzmitteilungszentrale (SMSC) des Fremdnetzes die entsprechende Anfrage (SRI) an das HLR-Register 4 des zum Mobiltelefon 1 gehörigen Mobilfunknetzes 7 und erhält von diesem die entsprechende Information, an welche Vermittlungseinheit 5 des Mobilfunknetzes 7 die Kurznachricht SMS übermittelt werden soll.
Fig. 2 zeigt ein Heimnetz 7 und zwei mobile Endgeräte, beispielsweise Mobiltelefone 1, 2, zu- gehörig zu diesem Heimnetz 7. Beim Versenden einer Kurznachricht von einem Mobiltelefon 1 zu einem zweiten Mobiltelefon 2 des Mobilfunknetzes 7 wird entsprechend der zu Fig. 1 beschriebe- nen Vorschrift die Kurznachricht SMS an die Kurzmitteilungszentrale SMSC 3 des Mobilfunknetzes 7 übermittelt, die Kurznachricht SMS an die zugehörige Vermittlungseinheit und schliesslich an die entsprechende Basisstation und an das Mobiltelefon 2 weitergeleitet. Im Falle des Versendens einer Kurznachricht SMS über ein Mobiltelefon 1 an eine externe Kurzmitteilungseinheit bzw.
Softwareanwendung, welche in Fig. 2 durch einen Rechner 8 dargestellt und in einem Datennetz 9, wie beispielsweise dem Internet, angeordnet ist, wird die Kurznachricht SMS von der Kurzmittei- lungszentrale 3 in das Datennetz 9 und somit zum Rechner 8 übermittelt. Dazu ist ein entspre- chendes Gateway (nicht gezeigt) notwendig, das die Umsetzung der Kurznachricht SMS in eines der im Datennetz 9 üblichen Protokolle durchführt. Beispielsweise wird bei der Verbindung zwi- schen dem Heimnetz 7 und dem Datennetz 9 eine Umsetzung in das TCP/IP-Protokoll erfolgen.
Zum Erreichen des Datenaustausches zwischen den Mobiltelefonen 1, 2 und dem externen Rech- ner 8 ist allerdings eine entsprechende Verbindung zwischen der Kurzmitteilungszentrale 3 und dem Datennetz 9 zwingend erforderlich. Diese Verbindung kann durch eine permanente Datenver- bindung erfolgen, welche den Serviceprovider des Datennetzes 9 mit hohen Kosten für die Miete derselben konfrontiert. Dies wird dadurch verschärft, dass es eine Reihe von verschiedenen Mobil- funknetzen gibt, wobei die Verbindung zu jedem dieser Mobilfunknetze gewährleistet sein muss, um eine globale Erreichbarkeit des Rechners 8 und damit der Softwareanwendung im Datennetz 9
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zu ermöglichen.
Fig. 3 zeigt ein schematisches Blockschaltbild zur Veranschaulichung der Übermittlung von Kurznachrichten zwischen einem Mobiltelefon 1 und einem Fremdnetz 10 zu einer Softwarean- wendung unter Zuhilfenahme einer Mobilfunkverbindung. In diesem Fall wird der Rechner 8 des Datennetzes 9, auf welchem die gewünschte Softwareanwendung läuft, mit einem weiteren Mobil- telefon 11des Mobilfunknetzes 7 verbunden, so dass nicht der Rechner 8, sondern das Mobiltele- fon 11als Empfänger der SMS des Mobiltelefons 1 gilt.
Die Übermittlung der Kurznachricht SMS vom Mobiltelefon 1 zum Mobiltelefon 11 erfolgt ähnlich wie bereits in Fig. 1 beschrieben, nur dass die Kurzmitteilungszentrale 12 des Fremdnetzes 10 die Anfrage an das HLR-Register 4 des eige- nen Mobilfunknetzes 7 absendet und die entsprechende Information über den Aufenthaltsort des Mobiltelefons 11 im Heimnetz 7 erhält, wonach die Kurznachricht SMS an die entsprechende Vermittlungseinheit 5 des Mobilfunknetzes 7 und weiter an das Mobiltelefon 11gesendet wird. Die Verbindung 13 zwischen dem Rechner 8 und dem Mobiltelefon 11muss permanent verfügbar sein.
Durch diese Methode ist keine Datenverbindung zwischen dem Heimnetz 7 und dem Rechner 8 bzw. dem Datennetz 9 so wie in Fig. 2 beschrieben erforderlich. Somit ist der Rechner 8 auch von Mobiltelefonen fremder Netze erreichbar. Ein Nachteil dabei ist jedoch, dass die Verbindung 13 zwischen dem Rechner 8 und dem Mobiltelefon 11 nur beschränkte Datenmengen zulässt. Dar- über hinaus lässt diese Methode nur Übermittlungen von Kurznachrichten SMS von einem Rech- ner 8 zu jeweils einem Mobiltelefon 11 je Verbindung 13 zu, was in vielen Fällen eine unzulässige Einschränkung bedeutet, da häufig von Softwareanwendungen gleichzeitig oder auch hintereinan- der eine grosse Anzahl von Zielnummern erreicht werden soll.
Fig. 4 zeigt ein schematisches Blockschaltbild zur Veranschaulichung der Übermittlung von Kurznachrichten von einem mobilen Endgerät, beispielsweise einem Mobiltelefon 1, zu einer Softwareanwendung auf einem Rechner 8 über ein fremdes Mobilfunknetz 10 gemäss der vorlie- genden Erfindung. Es wird angenommen, dass die Kurzmitteilungszentrale 12 des Fremdnetzes 10 keine Verbindung zum gewünschten Rechner 8 bereitstellt. Erfindungsgemäss ist vorgesehen, dass die externe Kurzmitteilungseinheit, den Rechner 8 im Datennetz 9, nicht mehr wie üblich mit der Kurzmitteilungszentrale (SMSC) eines Mobilfunknetzes 7,10 verbunden ist, sondern mit einer virtuellen Vermittlungseinheit 15, dem sogenannten virtuellen Visitor Location Register mit dem virtuellen Mobile Switching Center vVLR/vMSC.
Die Verbindung zwischen der virtuellen Vermitt- lungseinheit 15 und dem Datennetz 9, beispielsweise dem Internet, erfolgt über eine Netzwerkver- bindung 16. Schickt ein mobiles Endgerät, beispielsweise ein Mobiltelefon 1, in einem Fremdnetz 10 eine Kurznachricht SMS an einen Rechner 8, trifft die Kurznachricht SMS zunächst bei der Kurzmitteilungszentrale 12 des Fremdnetzes 10 ein. Aufgrund der Empfängernummer fragt die Kurzmitteilungszentrale 12 des Fremdnetzes 10 bei einem virtuellen HLR-Register 14 des zum Mobiltelefon 1 gehörigen Mobilfunknetzes 7 an, ob es sich bei der Empfängernummer um ein reales Mobiltelefon des Mobiltelefonnetzes 7 handelt. Das virtuelle HLR-Register 14 antwortet mit der Information an die Kurzmitteilungszentrale 12, dass das entsprechende Mobiltelefon existiere und im virtuellen Visitor Location Register 15 vermerkt sei.
Daraufhin übermittelt die Kurzmittei- lungszentrale 12 des Fremdnetzes 10 die Kurznachricht SMS an die virtuelle Vermittlungseinheit 15 und schliesslich über die Netzwerkverbindung 16 an das IP-Datennetz 9, beispielsweise das Internet, und weiter an den Rechner 8. Die Kommunikation zwischen dem Fremdnetz 10 und dem Heimnetz 7 erfolgt dabei über etablierte Signalisierungs- und Kommunikationskanäle zwischen Mobiltelefonnetzen. Die Besonderheit der Erfindung liegt darin, dass das virtuelle Home Location Register 14 im Heimnetz 7 der Kurzmitteilungszentrale 12 des Fremdnetzes 10 (bzw. jeder Kurz- mitteilungszentrale jedes anderen Mobilfunknetzes) vortäuscht, dass es sich bei der Zielnummer des Rechners 8 um eine Empfangsnummer einer mobilen Endeinheit handelt, die in der virtuellen Vermittlungseinheit 15 (virtuelles Visiter Location Register -vVLR) eingebucht ist.
Die virtuelle Vermittlungseinheit 15 nimmt Kurznachrichten SMS aus beliebigen Mobilfunknetzen entgegen, die über die jeweils zuständige Kurzmitteilungszentrale an die Empfängernummer des Rechners 8 gesendet werden, und leitet sie über die Netzwerkverbindung 16 an den Rechner 8 weiter. Bei dem virtuellen HLR-Register 14 und der virtuellen Vermittlungseinheit 15 handelt es sich jeweils um Software-Module, welche auf einem Rechner 17 implementiert sein können.
Fig. 5 zeigt eine Prinzipskizze zur Veranschaulichung der Verfahrensschritte des erfindungs- gemässen Verfahrens. Eine mobile Einheit, beispielsweise ein Mobiltelefon 1, kommuniziert über
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die sogenannte Mobile Application Part-Schicht (MAP Layer) der Signalisierungs-Schicht eines mobilen Netzwerkes mit dem virtuellen HLR-Register 14 und der virtuellen Vermittlungseinheit 15, welche auf einem Rechner 17 realisiert sind. Die virtuelle Vermittlungseinheit 15 leitet die Kurz- nachrichten SMS anschliessend über eine Netzwerkverbindung an den Rechner 8 bzw. die Soft- wareanwendung 16 weiter.
Die Übertragung zwischen der virtuellen Vermittlungseinheit 15 und dem Rechner 8 im Computernetzwerk erfolgt beispielsweise unter dem Short Message Peer-To- Peer-Protokoll (SMPP) und insbesondere die dort definierte Protocol Data Unit (PDU) DELIVER¯SMS.
Fig. 6 zeigt eine weitere Darstellung zur Veranschaulichung der erfindungsgemässen Verfah- rensschritte bei der Kommunikation zwischen einem Mobiltelefon 1 und einem externen Rechner 8, beispielsweise einer Softwareanwendung im Internet. Die Kurzmitteilungszentrale 12 des Fremd- netzes, welches die Kurznachricht SMS vom Mobiltelefon 1 erhält, sendet ein MAP (Mobile Appli- cation Part)-Kommando MAP ¯SEND¯ROUTING¯INFO¯FOR¯SM an das virtuelle HLR-Register 14, welches mit einem Datenpaket ACK antwortet, das unter anderem den sogenannten Global Title, d. h. die Adresse im globalen Telefonieadressierungsnetz der virtuellen Vermittlungseinheit 15 enthält. Die Kurzmitteilungszentrale 12 leitet die Kurznachricht SMS mit dem MAP Kommando MAP¯MT¯FORWARD¯SHORT¯MESSAGE an die entsprechende virtuelle Vermittlungseinheit 15 weiter.
Diese virtuelle Vermittlungseinheit 15 benutzt das Short Message Point to Point-Protokoll (SMPP) entsprechend dem GSM-Standard 03. 40, um mit dem Befehl DELIVET SM die Kurzmit- teilung SMS an den Rechner 8 weiterzuleiten, welcher wiederum die Verarbeitung mit dem Kom- mando DELIVER¯SM¯RESP im SMPP-Protokoll an die virtuelle Vermittlungseinheit 15 bestätigt.
Die virtuelle Vermittlungseinheit 15 sendet ihrerseits daraufhin eine Bestätigung an die Kurzmittei- lungszentrale 12, von wo weiter an das Mobiltelefon 1 eine Bestätigung über den ordnungsgemä- #en Empfang der Kurznachricht SMS gesendet wird. Die Voraussetzung dafür ist, dass das Mobil- telefon 1 so konfiguriert ist, dass eine Bestätigung von der Kurzmitteilungszentrale 12 erwartet wird. Wie aus Fig. 6 deutlich hervorgeht, findet die Kommunikation zwischen der Kurzmitteilungs- zentrale 12 und der virtuellen Vermittlungseinheit 15 im üblichen SS7 (Signaling System Nr. 7)- Protokoll statt, während die Kommunikation zwischen der virtuellen Vermittlungseinheit 15 und dem Rechner 8 im Datennetz beispielsweise im TCPIP (Transmission Control Protocol/lnterrnet Protocol)-Protokoll stattfindet.
Das virtuelle HLR-Register 14 im Heimnetz 7 erzeugt die für die Weiterleitung der Kurznachricht SMS an eine externe Kurzmitteilungseinheit (External Short Mes- sage Entity - ESME) erforderliche Information, so dass diese zusammen mit der Kurznachricht SMS an eine virtuelle Vermittlungseinheit 15 und weiter an den Rechner 8 weitergeleitet werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, eine Verbindung zwischen einem Mobiltelefon eines beliebi- gen Mobilfunknetzes und einer Softwareanwendung, welche eine physikalische Anbindung nur zu einem Mobilfunknetz-Betreiber aufweist, herzustellen. Damit wird eine globale Erreichbarkeit der Softwareanwendung und somit eine hohe Akzeptanz erzielt.
Umgekehrt kann von der Softwarean- wendung hintereinander oder gleichzeitig eine Vielzahl von mobilen Endgeräten mit Kurznachrich- ten SMS erreicht werden.
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