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Sehaupost.
Die Erfindung betrifft eine besondere Art der Nachrichtenübermittlung, welche es ermöglicht, in allen Fällen, in denen die bekannten Mittel, wie der direkte oder der postlagernde Brief, die Rohrpost, Telegramm, Telephon, Radio, Zeitung, der Bote versagen, eine Benachrichtigung durchzu- führen. Diese Fälle sind z. B.
1. Die sofortige Nachrichtenübermittlung an eine Person, die sich unterwegs (auf der Strasse) befindet.
2. Die sofortige Nachrichtenübermittlung an eine Person, die sich an einem Ort, wo viele Menschen beisammen sind, befindet, wodurch sie telephonisch gar nicht, oder nur schwer erreichbar ist.
3. Die sofortige und absolut diskrete Nachrichtenübermittlung an eine bestimmte Person, die kein Telephon hat oder die aus gewissen Gründen an ihre Adresse keine schriftliche oder telephonische Nachricht gelangen lassen will, oder kann.
4. Die sofortige diskrete Nachrichtenübermittlung an eine von auswärts kommende Person, die noch keine feste Adresse angeben konnte.
5. Die sofortige diskrete Nachrichtenübermittlung einer Person, die in obigen Fällen erst in letzter Minute eine Vereinbarung, Absage oder Änderung ihrer Disposition bekanntgeben kann.
Es gibt viele Fälle, in denen man erst in letzter Minute bestimmen kann, ob man eine Vereinbaning einhalten kann, ohne eine Möglichkeit zu haben, den Partner zu verständigen, da er kein Telephon hat oder um diese Zeit telephonisch nicht erreichbar ist.
Es ist bekanntlich sehr unangenehm, dass man Niemandem, der sich an einem Ort befindet, wo viele Menschen beisammen sind, z. B. im Theater, Konzert, Kino, im Strandbad, auf dem Sportplatz, Rennplatz, in einer Ausstellung, am Bahnhof usw. eine dringende Nachricht zukommen lassen kann.
Aber nicht nur gesellige Vereinbarungen werden durch dieses"Siehnichtverständigenkönnen" gehemmt. Es gibt auch im geschäftlichen Leben Fälle, wo es für den Betrieb sehr erwünscht und oft von grosser Bedeutung wäre, wenn man z. B. einen Angestellten, der mit Aufträgen unterwegs ist, noch einige nachträgliche Aufträge erteilen bzw. einen schon erteilten Auftrag widerrufen könnte. Zuletzt soll noch erwähnt werden, dass es ja viele Menschen gibt, die kein Telephon zu Hause haben und viele Chancen im Leben versäumen, sowohl geschäftlich als auch privat, weil sie nicht rasch und mühelos verständigt werden können.
Es fehlt also in allen diesen beispielsweise angeführten Fällen an einem Verständigungsmittel.
Diesen Unzulänglichkeiten soll folgendes Nachrichtenübermittlungsverfahren abhelfen.
Eine Zentralstelle, die in jedem beliebigen Betrieb errichtet werden kann, z. B. ein Kaufhaus, Geschäft, Café, Konditorei, Automatenbuffet, Theater, Konzerthaus, Kino, Sportplatz, Rennplatz, Ausstellung, Bahnhof, Postamt od. dgl., übernimmt kurze Nachrichten, Vereinbarungen, Rendezvous- absagen,-änderungen u. dgl. unentgeltlich (Postämter allenfalls gegen erhöhten Münzeinwurf od. dgl.) durch Telephon, schriftlich, telegraphiseh od. dgl. und notiert diese telegrammknappen Nachrichten, die am besten eine Chiffre oder aber eine sonstige An-und Unterschrift haben, auf entsprechende, mit Aufnahmetag und genauer Zeit versehene Vordruck. Diese Vordruck werden sofort an einem bestimmten Platz, z.
B. in einem Schaufenster des Betriebes, in einem hiezu geeigneten Schaukasten ausgestellt, welcher allenfalls eine Einrichtung haben kann, wodurch die Schrift vergrössert erscheint.
Für die Zurschaustellung von Nachrichten in einem Betrieb, der kein Schaufenster hat, werden-um jede widerrechtliche Aushebung oder Entnahme zu verhindern-zweckmässig abschliessbare Schau-
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Päckchen u. dgl. zur Aufnahme der Formulare angebracht sind.
Der betreffende Adressat wird diese Nachricht, da er den Nachriehtenübermittlungsort, An- schrift (Chiffre od. dgl. ) vereinbart hat (jede je übliche Benachrichtigung setzt ja auch die Kenntnis des Namens, Adresse, Telephon usw. voraus), sofort sehen bzw. rechtzeitig zur Kenntnis nehmen, ohne dass jemand weiss, dass diese Nachricht für ihn bestimmt ist. Auf diese Weise wird ein Rendezvous, eine Absage oder sonstige Nachricht sofort und anonym zur Kenntnis gebracht, ohne dass sie für den Beteiligten etwas Peinliches hat. Denn bei dieser sofortigen Nachrichtenübermittlung muss der Auftraggeber weder gesehen werden, noch muss er seinen Namen und Adresse, noch auch den Namen des Empfängers bekanntgeben ; der Adressat wieder, nimmt diese Nachricht entgegen, ohne dass ein Mensch es merkt, dass bzw. ob sie für ihn bestimmt ist.
Die gewerbliche Anwendung dieser Erfindung ist in drei Richtungen durchführbar :
1. Die Zentralstelle nimmt die geringen Kosten der Naehrichtenentgegennahme und Zurschaustellung auf sieh und gibt die übernommenen Nachrichten in der beschriebenen Weise auch ganz unentgeltlich ab. In der gewerblichen Ausübung dieser Nachrichtenübermittlung schafft sieh der Betrieb
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eine grosszügige Reklame, indem er an seine Schaufenster bzw. in seinen Betrieb eine grosse Anzahl Menschen lockt, oder die geselligen Zusammenkünfte im Betrieb selbst erleichtert und fördert, somit in jedem der beiden Fälle seine Einnahmen erhöht. Mittels dieser Erfindung schafft sich dieser Betrieb in kürzester Zeit grösste Popularität.
2. Die von der Zentralstelle stets unentgeltlich entgegengenommenen Nachrichten können aber auch entgeltlich abgegeben werden, z. B. derart, dass diese Nachrichten erst sichtbar werden, wenn sich etwa nach Münzeinwurf eine Türe oder Klappe öffnet, oder ein Rolladen, Vorhang od. dgl. hochhebt bzw. senkt, der zweckmässig hinter der Glasscheibe des Schaukastens od. dgl., in welchem diese Nachrichten ausgestellt sind, angebracht ist, um sich nach entsprechender Zeit wieder selbsttätig herabzusenken, bzw. zu heben od. dgl. Die Nachrichten können auch durch automatische Belichtung sichtbar werden. Auch in diesem Fall wird der Interessent die Nachricht diskret zur Kenntnis nehmen, da niemand weiss, welche Nachricht für ihn bestimmt ist.
Um aber dem Publikum nicht unnötige Kosten zu machen, ist es zweckmässig, dass die Anschrift (eventuell auch die Unterschrift des Nachrichtengebers) unentgeltlich für Jeden sichtbar ist-der Inhalt der Nachricht aber erst gegen Entgelt, wie vorher beschrieben, zur Kenntnis genommen werden kann.
3. Diese Nachrichtenübermittlung kann auch rein postalisch verwertet werden, u. zw. indem Bahnhöfe, Postämter u. dgl., allenfalls gegen erhöhten Münzeinwurf in Telephonautomaten oder persönlich gegen kleines Entgelt (Marken auf den Formularen), Nachrichten entgegennehmen. In diesem Falle trägt der Nachrichtengeber die geringen Unkosten. Fernamtlieh übermittelte Telegramme können zu geringen Gebühren (da die Zustellung entfällt) entgegengenommen und in den Postämtern (Bahnhofpostämtern od. dgl. ) zur Schau gestellt werden.
Die Post wird, wenn sie derartige Nachrichtenstellen errichtet, nicht nur durch die zur Schau gestellten Telegramme, sondern auf jeden Fall durch die vermehrte Telephon-Inanspruchnahme profitieren, da ja diese Nachrichten der Dringlichkeit und der Entfernungen wegen meist telephonisch abgegeben werden dürften.
Die für die Nachrichtenaufnahme bestimmten Vordruck sollen fortlaufend numeriert und zum Teil vorgedruckt sein, um möglichst rasch ausgefüllt werden zu können. Die Nachrichten sollen etwa ein bis zwei Tage sichtbar bleiben und werden am besten um jedes Missverständnis oder Missbrauch auszuschliessen und um auch die volle Anonymität zu wahren, nicht ausgefolgt, sondern aufbewahrt oder vernichtet.
Die Übermittlungsstelle soll sich als solche nicht nur durch den Sehaupostkasten, sondern auch noch durch besondere Kennzeichen von der Strasse aus bemerkbar machen, etwa durch eine grosse Uhr, die Telephonnummer der Nachrichtenstelle, Namen derselben u. dgl. weithin (leuchtend) sichtbar macht.
Auf die oben beschriebene Weise wird eine sehr empfindliche Lücke im Postübermittlungswesen auf einfache und billigste Weise ausgefüllt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Schaupost gekennzeichnet durch einen geeigneten Schaukasten, der die von einer Zentralstelle übernommenen, an bestimmte Personen gerichteten Nachrichten privater Natur, Telegramme, telephonische oder schriftliche Mitteilungen od. dgl. dem Interessenten durch sofortige Zurschaustellung optisch zugänglich macht, wobei eine missbräuchliche Entnahme oder Aushebung des hiebei verwendeten Mitteilungsblattes, Vordruckes od. dgl. verhindert ist.