Verfahren und Vorrichtung zum Ankoppeln einer elektrischen Maschine
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine entsprechende Vorrichtung, die darauf ausgerichtet sind, eine elektrische Maschine an einer Achse eines Kraftfahrzeugs anzukoppeln.
Ein elektrisch angetriebenes Kraftfahrzeug kann ein oder mehrere elektrische Maschinen umfassen, die fest mit einer Achse, z.B. mit der Vorderachse oder mit der Hinterachse, des Fahrzeugs verbunden sind, um die Achse und damit das Fahrzeug anzutreiben.
Bei einem Fahrzeug mit Allradantrieb werden die beiden Achsen des Fahrzeugs typischerweise jeweils durch eine dedizierte Menge von elektrischen Maschinen angetrieben. Dabei kann zwischen zumindest einer Achse und der jeweiligen Menge von elektrischen Maschinen eine Abkoppeleinheit angeordnet sein, um die Menge von elektrischen Maschinen selektiv von der Achse abzukoppeln, z.B.
wenn für den Antrieb des Fahrzeugs kein Allrad-Betrieb erforderlich und/oder gewünscht ist.
Die Abkoppeleinheit kann eine Totzeit aufweisen, um die Menge von elektrischen Maschinen mit der Achse zu koppeln, und um daraufhin ein Antriebsmoment an der Achse zu bewirken. Diese Totzeit und der sich daraus ergebene, ggf. verschliffene, Aufbau des zusätzlichen Antriebs- bzw. Drehmoments kann von einem Nutzer des Fahrzeugs als unkomfortabel und/oder als träge bzw. unsportlich empfunden werden.
Das vorliegende Dokument befasst sich mit der technischen Aufgabe, den Komfort und/oder die Sportlichkeit eines Fahrzeugs bei der Ankopplung einer elektrischen Maschine des Fahrzeugs in effizienter Weise zu erhöhen.
Die Aufgabe wird durch jeden der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen werden u.a. in den abhängigen Ansprüchen beschrieben. Es wird darauf hingewiesen, dass zusätzliche Merkmale eines von einem unabhängigen Patentanspruch abhängigen Patentanspruchs ohne die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs oder nur in Kombination mit einer Teilmenge der Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs eine eigene und von der Kombination sämtlicher Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs unabhängige Erfindung bilden können, die zum Gegenstand eines unabhängigen Anspruchs, einer Teilungsanmeldung oder einer Nachanmeldung gemacht werden kann. Dies gilt in gleicher Weise für in der Beschreibung beschriebene technische Lehren, die eine von den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche unabhängige Erfindung bilden können.
Gemäß einem Aspekt wird eine Vorrichtung zum Koppeln einer zweiten elektrischen Maschine mittels einer Abkoppeleinheit (insbesondere mittels einer Kupplung, z.B. mittels einer Klauenkupplung) mit einem Rad eines (Kraft-) Fahrzeugs. Das Fahrzeug kann dabei bereits durch eine erste elektrische Maschine
angetrieben werden. Die erste elektrische Maschine kann ausgebildet sein, eine erste Achse des Fahrzeugs anzutreiben, und die zweite elektrische Maschine kann ausgebildet sein, eine zweite Achse des Fahrzeugs anzutreiben (an der das zumindest eine anzutreibende Rad des Fahrzeugs angeordnet ist). Die erste Achse kann die Vorderachse und die zweite Achse kann die Hinterachse des Fahrzeugs sein. Alternativ kann die erste Achse die Hinterachse und die zweite Achse kann die Vorderachse sein.
Die Abkoppeleinheit kann ausgebildet sein, im geöffneten Zustand die zweite elektrische Maschine von dem (anzutreibenden) Rad, insbesondere von der zweiten Achse, zu entkoppeln. Ferner kann die Ab koppel einheit ausgebildet sein, im geschlossenen Zustand die zweite elektrische Maschine mit dem Rad, insbesondere mit der zweiten Achse, zu koppeln, sodass das Rad und/oder die zweite Achse von der zweiten elektrischen Maschine angetrieben werden (wenn von der zweiten elektrischen Maschine ein Drehmoment bewirkt wird).
Das Fahrzeug kann somit einen (rein) elektrischen Allrad-Antrieb aufweisen, bei dem bei Bedarf (durch die Abkoppeleinheit) die zweite elektrische Maschine von der zweiten Achse des Fahrzeugs entkoppelt werden kann (um einen möglichst effizienten Betrieb des Fahrzeugs zu ermöglichen). Andererseits kann die zweite elektrische Maschine wieder mit der zweiten Achse gekoppelt werden (z.B. um ein erhöhtes Antriebsmoment des Fahrzeugs bereitzustellen).
Die Vorrichtung ist eingerichtet, zu bestimmen, dass die zweite elektrische Maschine mit dem Rad des Fahrzeugs gekoppelt werden soll. Beispielsweise kann erkannt werden, dass zum Antrieb des Fahrzeugs ein zusätzliches Antriebsmoment (zusätzlich zu dem von der ersten elektrischen Maschine bewirkten Antriebsmoment) benötigt wird, welches (nach Ankopplung) von der zweiten elektrischen Maschine bereitgestellt werden kann.
Das Fahrzeug kann ein dediziertes Steuerelement, insbesondere ein Schaltpaddel (am Lenkrad) und/oder ein Kick-Down-Pedal und/oder einen Bedienknopf bzw. eine Bedientaste, umfassen (das es dem Nutzer, insbesondere dem Fahrer, des Fahrzeugs ermöglicht, explizit die Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine anzufordem). Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, eine Betätigung des Steuerelements zu detektieren. Es kann dann basierend auf der erkannten Betätigung bestimmt werden, dass die zweite elektrische Maschine mit dem Rad des Fahrzeugs gekoppelt werden soll. Ferner kann daraufhin das Ankoppeln der zweiten elektrischen Maschine (über die (geschlossene) Abkoppeleinheit) an das Rad des Fahrzeugs bewirkt werden. Durch die Bereitstellung eines dedizierten Steuerelements für die Anforderung der Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine kann ein besonders komfortables Ankoppeln der zweiten elektrischen Maschine bewirkt werden.
Insbesondere kann es durch die Bereitstellung eines dedizierten Steuer- und/oder Bedienelements ermöglicht werden, die Ankoppeleinheit in den geschlossenen Zustand zu überführen (um die zweite elektrische Maschine mit dem Rad, insbesondere mit der zweiten Achse, zu koppeln), noch bevor der Nutzer des Fahrzeugs über das Fahrpedal des Fahrzeugs zusätzliche Leistung anfordert (z.B. um einen Üb erhol vorgang einzuleiten). Es kann dann ohne Verzögerung (in Reaktion auf die Betätigung des Fahrpedals) ein Drehmoment und/oder Leistungsaufbau (durch die zweite Maschine) bewirkt werden.
Die Vorrichtung kann ferner eingerichtet sein, in Reaktion auf das Bestimmen zumindest eine Inszenierungs-Maßnahme zu bewirken, durch die das Ankoppeln der zweiten elektrischen Maschine für den Nutzer, insbesondere für den Fahrer, des Fahrzeugs wahrnehmbar wird.
Es kann z.B. an einem Erkennungs-Zeitpunkt bestimmt werden, dass die zweite elektrische Maschine mit dem Rad (insbesondere mit der zweiten Achse) des Fahrzeugs gekoppelt werden soll. Ferner kann an einem nachfolgenden Koppel-
Zeitpunkt von der Vorrichtung bewirkt werden, dass die zweite elektrische Maschine über die Abkoppeleinheit mit dem Rad (insbesondere mit der zweiten Achse) des Fahrzeugs gekoppelt wird. Dies kann durch Schließen der Abkoppeleinheit bewirkt werden.
Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, die Inszenierungs-Maßnahme derart zwischen dem Erkennungs-Zeitpunkt und dem Koppel-Zeitpunkt vorzubereiten, dass am Koppel-Zeitpunkt das Ankoppeln der zweiten elektrischen Maschine für den Nutzer des Fahrzeugs, insbesondere durch eine zusätzliche Fahrzeug- Beschleunigung und/oder durch ein (zusätzliches und/oder verändertes) Geräusch und/oder durch eine (zusätzliche und/oder veränderte) graphische Anzeige, wahrnehmbar wird.
Das eigentliche Ankoppeln der zweiten elektrischen Maschine an das Rad, insbesondere an die zweite Achse, des Fahrzeugs kann z.B. eine Basis- Beschleunigung und/oder einen Basis-Ruck und/oder ein Basis-Geräusch und/oder eine Basis-Anzeige bewirken. Diese können derart ausgebildet sein, dass sie von dem Nutzer jeweils als relativ schwach und/oder als störend und/oder gar nicht wahrgenommen werden. Die zumindest eine Inszenierungs-Maßnahme kann darauf ausgerichtet sein, (an dem Koppel-Zeitpunkt)
• eine Inszenierungs-Beschleunigung zu bewirken, die über die Basis- Beschleunigung hinausgeht (z.B. um 10% oder mehr); und/oder
• einen Inszenierungs-Ruck zu bewirken, der über den Basis-Ruck hinausgeht (z.B. um 10% oder mehr); und/oder
• ein Inszenierungs-Geräusch zu bewirken, das über das Basis-Geräusch hinausgeht (z.B. um 10% oder mehr);
• eine Inszenierungs-Anzeige zu bewirken, die sich von der Basis-Anzeige unterscheidet (z.B. durch (zusätzliche und/oder veränderte) Animation und/oder Farbgebung und/oder Graphikelemente der Anzeige ).
Die Inszenierungs-Beschleunigung und/oder der Inszenierungs-Ruck und/oder das Inszenierungs-Geräusch und/oder die Inszenierungsanzeige können dabei derart stark sein, dass sie von dem Nutzer als Fahrerlebnis wahrgenommen werden.
Es kann somit eine explizierte, zusätzlich wahrnehmbare, Inszenierung der Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine bewirkt werden, z.B. um den Komfort des Fahrzeugs in effizienter Weise zu erhöhen.
Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, im Rahmen einer Inszenierungs- Maßnahme zu bewirken, dass vor dem Koppel-Zeitpunkt ein von der ersten elektrischen Maschine bewirktes Drehmoment, insbesondere um eine Drehmoment-Reserve, reduziert wird. Beispielsweise kann von der ersten elektrischen Maschine an dem Erkennungs-Zeitpunkt ein Ziel-Drehmoment bereitgestellt werden. Es kann von der Vorrichtung bewirkt werden, dass das von der ersten elektrischen Maschine bewirkte Drehmoment (bis zu dem Koppel- Zeitpunkt) auf ein reduziertes Drehmoment reduziert wird, um eine Drehmoment- Reserve zu erzeugen. Das reduzierte Drehmoment kann z.B. um 5% oder mehr unter dem Ziel-Drehmoment liegen.
Die Vorrichtung kann ferner eingerichtet sein, zu bewirken, dass das von der ersten elektrischen Maschine bewirkte Drehmoment an dem Koppel-Zeitpunkt, an dem die Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine erfolgt, wieder, insbesondere um die Drehmoment-Reserve, erhöht wird. So kann in besonders effizienter Weise eine (als Fahrerlebnis) wahrnehmbare Inszenierung der Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine bewirkt werden.
Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, das von der ersten elektrischen Maschine bewirkte Drehmoment beginnend mit dem Erkennungs-Zeitpunkt bis zu dem Koppel-Zeitpunkt, insbesondere fließend (und somit nicht für den Nutzer wahrnehmbar), zu reduzieren. Ferner kann die Vorrichtung eingerichtet sein, zu bewirken, dass das von der ersten elektrischen Maschine bewirkte Drehmoment
an dem Koppel-Zeitpunkt schlagartig, insbesondere um die Drehmoment-Reserve, erhöht wird. So kann eine besonders komfortable Inszenierung der Ankopplung bewirkt werden.
Alternativ oder ergänzend kann die Vorrichtung eingerichtet sein, im Rahmen einer Inszenierungs-Maßnahme zu bewirken, dass vor dem Koppel-Zeitpunkt die Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine auf eine überhöhte Drehzahl erhöht wird, die größer als die Ziel-Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine für die Ankopplung ist. Dabei kann die Ziel-Drehzahl von der aktuellen Drehzahl des Rades des Fahrzeugs abhängen.
Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, die aktuelle Drehzahl des Rades (an dem Erkennungs-Zeitpunkt) zu ermitteln. Basierend darauf kann die Ziel -Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine für die Ankopplung ermittelt werden, z.B. sodass die Ziel-Drehzahl der aktuellen Drehzahl des Rades entspricht (unter Berücksichtigung des Übersetzungsverhältnisses zwischen der Welle der zweiten elektrischen Maschine und der Radachse des Rades).
Es kann bewirkt werden, dass die zweite elektrische Maschine (zwischen dem Erkennungs-Zeitpunkt und dem Koppel-Zeitpunkt) auf eine überhöhte Drehzahl eingestellt wird, die, z.B. um 5% oder mehr, höher als die Ziel-Drehzahl ist.
Insbesondere kann die Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine beginnend mit dem Erkennungs-Zeitpunkt bis zu dem Koppel-Zeitpunkt auf die überhöhte Drehzahl erhöht werden.
Ferner kann an dem Koppel-Zeitpunkt bewirkt werden, dass die zweite elektrische Maschine über die Abkoppeleinheit mit dem Rad des Fahrzeugs gekoppelt wird. Aufgrund der überhöhten Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine und aufgrund der Trägheit der Welle der zweiten elektrischen Maschine wird dabei ein für den Nutzer wahrnehmbarer Effekt, insbesondere in Bezug auf eine zusätzliche Fahrzeug-Beschleunigung und/oder in Bezug auf ein Geräusch mittels eines oder
mehrerer Lautsprecher und/oder eine graphische Darstellung mittels eines oder mehrerer Bildschirme eines Anzeigebedienkonzepts des Fahrzeugs, erzeugt. So kann eine besonders komfortable und/oder sportliche Inszenierung der Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine bewirkt werden.
Die Vorrichtung kann eingerichtet ist, im Rahmen einer Inszenierungs-Maßnahme zu bewirken, dass vor dem Koppel -Zeitpunkt eine Fliehkrafteinheit (z.B. ein Schwungrad), insbesondere von der zweiten elektrischen Maschine, angetrieben wird. Des Weiteren kann an dem Koppel-Zeitpunkt bewirkt werden, dass die zweite elektrische Maschine und die angetriebene Fliehkrafteinheit über die Ab koppel einheit mit dem Rad des Fahrzeugs gekoppelt werden, sodass durch die angetriebene Fliehkrafteinheit ein für den Nutzer wahrnehmbarer Effekt, insbesondere in Bezug auf eine zusätzliche Fahrzeug-Beschleunigung und/oder in Bezug auf ein Geräusch mittels eines oder mehrerer Lautsprecher und/oder eine graphische Darstellung mittels eines oder mehrerer Bildschirme eines Anzeigebedienkonzepts des Fahrzeugs, erzeugt wird. So kann eine besonders komfortable und/oder sportliche Inszenierung der Ankopplung bewirkt werden.
Es sei darauf hingewiesen, dass die ein oder mehreren, in diesem Dokument beschriebenen, Inszenierungs-Maßnahmen in entsprechender Weise zur Erzeugung einer zusätzlichen (spürbaren) Verzögerung des Fahrzeugs verwendet werden können (z.B., wenn die Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine zur Rekuperation von elektrischer Energie aus der kinetischen Energie des Fahrzeugs erfolgt).
Die Vorrichtung kann insbesondere eingerichtet sein, zu bestimmen, dass die zweite elektrische Maschine zur Rekuperation mit dem Rad des Fahrzeugs gekoppelt werden soll. Es kann dann im Rahmen einer Inszenierungs-Maßnahme bewirkt werden, dass vor dem Koppel -Zeitpunkt die Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine auf eine verminderte Drehzahl eingestellt wird, die kleiner als die Ziel-Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine ist.
Die Vorrichtung kann ferner eingerichtet sein, an dem Koppel -Zeitpunkt zu bewirken, dass die zweite elektrische Maschine über die Abkoppeleinheit mit dem Rad des Fahrzeugs gekoppelt wird, sodass aufgrund der verminderten Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine und aufgrund einer Trägheit einer Welle der zweiten elektrischen Maschine ein für den Nutzer wahrnehmbarer Effekt, insbesondere in Bezug auf eine zusätzliche Fahrzeug- Verzögerung und/oder in Bezug auf ein Geräusch mittels eines oder mehrerer Lautsprecher und/oder eine graphische Darstellung mittels eines oder mehrerer Bildschirme eines Anzeigebedienkonzepts des Fahrzeugs, erzeugt wird. So kann eine besonders komfortable und/oder sportliche Inszenierung der Ankopplung bewirkt werden.
Die Vorrichtung kann eingerichtet sein, die Fahrgeschwindigkeit und/oder die Beschleunigung des Fahrzeugs zu ermitteln (z.B. die Fahrgeschwindigkeit und/oder die Beschleunigung an dem Erkennungs-Zeitpunkt). Die ein oder mehreren Inszenierungs-Maßnahmen können dann in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit und/oder der Beschleunigung des Fahrzeugs bewirkt werden. Insbesondere können das Ausmaß und/oder die Stärke der ein oder mehreren Inszenierungs-Maßnahmen, etwa die Höhe der im Rahmen einer Inszenierungs-Maßnahme bewirkten Drehmoment-Reserve der ersten elektrischen Maschine und/oder die Höhe des im Rahmen einer Inszenierungs-Maßnahme bewirkten überhöhten Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine, in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit und/oder der Beschleunigung angepasst werden.
Dabei kann die Vorrichtung eingerichtet sein, die ein oder mehreren Inszenierungs-Maßnahmen zu bewirken, wenn die Fahrgeschwindigkeit kleiner als ein Geschwindigkeits-Schwellenwert ist, und/oder wenn die Beschleunigung kleiner als ein Beschleunigungs-Schwellenwert ist. Alternativ oder ergänzend kann die Vorrichtung eingerichtet sein, die ein oder mehreren Inszenierungs- Maßnahmen nicht zu bewirken und/oder zu unterbinden, wenn die
Fahrgeschwindigkeit größer als der Geschwindigkeits-Schwellenwert ist, und/oder wenn die Beschleunigung größer als der Beschleunigungs- Schwellenwert ist. Alternativ oder ergänzend kann das Ausmaß der ein oder mehreren Maßnahmen, insbesondere die Höhe der Drehmoment-Reserve und/oder die Höhe der überhöhten Drehzahl, mit steigender Fahrgeschwindigkeit und/oder mit steigender Beschleunigung reduziert, und/oder mit sinkender Fahrgeschwindigkeit und/oder mit sinkender Beschleunigung erhöht werden.
Die Inszenierung der Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine kann somit abhängig von der jeweils aktuellen Fahrgeschwindigkeit und/oder der jeweils aktuellen Beschleunigung des Fahrzeugs bewirkt werden. So können z.B. der Komfort und/oder das Fahrerlebnis des Fahrzeugs weiter erhöht werden.
Alternativ oder ergänzend können die ein oder mehreren Inszenierungs- Maßnahmen in Abhängigkeit von ein oder mehreren Umgebungsbedingungen der Umgebung des Fahrzeugs bewirkt werden. Eine beispielhafte Umgebungsbedingung ist der Reibwert der Fahrbahn, auf der das Fahrzeug fährt. Alternativ oder ergänzend können die ein oder mehreren Inszenierungs- Maßnahmen in Abhängigkeit von Daten eines Navigationssystems des Fahrzeugs, z.B. in Abhängigkeit von einem Typ der Straße (etwa Autobahn, Landstraße, Stadtstraße, Spielstraße, etc.), auf der das Fahrzeug fährt, bewirkt oder nicht bewirkt werden. So können z.B. der Komfort und/oder das Fahrerlebnis des Fahrzeugs weiter erhöht werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein (Straßen-) Kraftfahrzeug (insbesondere ein Personenkraftwagen oder ein Lastkraftwagen oder ein Bus oder ein Motorrad) beschrieben, das die in diesem Dokument beschriebene Vorrichtung umfasst.
Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zum Koppeln einer zweiten elektrischen Maschine mittels einer Abkoppeleinheit (z.B. mittels einer Kupplung) mit zumindest einem Rad eines (Kraft-) Fahrzeugs, während das
Fahrzeug bereits durch eine erste elektrische Maschine angetrieben wird. Das Verfahren umfasst das Bestimmen, dass die zweite elektrische Maschine mit dem Rad des Fahrzeugs gekoppelt werden soll. Das Verfahren umfasst ferner, in Reaktion auf das Bestimmen, das Bewirken von zumindest einer Inszenierungs- Maßnahme, durch die das Koppeln der zweiten elektrischen Maschine für einen Nutzer des Fahrzeugs wahrnehmbar wird.
Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Software (SW) Programm beschrieben. Das SW Programm kann eingerichtet werden, um auf einem Prozessor (z.B. auf einem Steuergerät eines Fahrzeugs) ausgeführt zu werden, und um dadurch das in diesem Dokument beschriebene Verfahren auszuführen.
Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Speichermedium beschrieben. Das Speichermedium kann ein SW Programm umfassen, welches eingerichtet ist, um auf einem Prozessor ausgeführt zu werden, und um dadurch das in diesem Dokument beschriebene Verfahren auszuführen.
Es ist zu beachten, dass die in diesem Dokument beschriebenen Verfahren, Vorrichtungen und Systeme sowohl alleine, als auch in Kombination mit anderen in diesem Dokument beschriebenen Verfahren, Vorrichtungen und Systemen verwendet werden können. Des Weiteren können jegliche Aspekte der in diesem Dokument beschriebenen Verfahren, Vorrichtungen und Systemen in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden. Insbesondere können die Merkmale der Ansprüche in vielfältiger Weise miteinander kombiniert werden. Ferner sind in Klammern aufgeführte Merkmale als optionale Merkmale zu verstehen.
Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben. Dabei zeigen
Figur 1 beispielhafte Komponenten eines Fahrzeugs;
Figur 2a einen beispielhaften zeitlichen Verlauf der Drehzahl einer elektrischen Maschine im Rahmen eines Kopplungsvorgangs;
Figur 2b einen beispielhaften zeitlichen Verlauf des von einer bereits gekoppelten elektrischen Maschine bewirkten Dreh- und/oder Antriebsmoments im Rahmen eines Kopplungsvorgangs einer weiteren elektrischen Maschine; und Figur 3 ein Ablaufdiagramm eines beispielhaften Verfahrens zur Ankopplung einer elektrischen Maschine an eine Achse eines Fahrzeugs.
Wie eingangs dargelegt, befasst sich das vorliegende Dokument mit der Erhöhung des Komforts eines Nutzers bei der Ankopplung einer elektrischen Maschine. In diesem Zusammenhang zeigt Fig. 1 ein beispielhaftes Fahrzeug 100, das eine erste elektrische Maschine 101 umfasst, die ausgebildet ist, eine erste Achse 111 (z.B. die Hinterachse) des Fahrzeugs 100 anzutreiben. Die erste elektrische Maschine 101 kann ggf. fest mit der ersten Achse gekoppelt sein.
Das Fahrzeug 100 umfasst ferner eine zweite elektrische Maschine 102, die ausgebildet ist, eine zweite Achse 112 (z.B. die Vorderachse) des Fahrzeugs 100 anzutreiben. Zwischen der zweiten elektrischen Maschine 102 und der zweiten Achse 112 kann eine Abkoppeleinheit 103 (z.B. eine (Klauen-) Kupplung) angeordnet sein, die ausgebildet ist, die zweite elektrische Maschine 102 selektiv mit der zweiten Achse 112 zu koppeln oder davon zu entkoppeln.
Das Fahrzeug 100 kann ferner ein oder mehrere Steuerelemente 104 umfassen, die es einem Nutzer, insbesondere dem Fahrer, des Fahrzeugs 100 ermöglichen, den Antrieb des Fahrzeugs 100 zu steuern. Beispielhafte Steuerelemente 104 sind ein Fahrpedal (z.B. ein Kick-Down-Pedal) und/oder ein Schaltpaddel.
Das in Fig. 1 dargestellte Fahrzeug 100 ist somit ein Allrad -Fahrzeug 100, bei dem alle Räder des Fahrzeugs 100 durch jeweils ein oder mehrere elektrische Maschinen 101, 102 angetrieben werden können (indirekt über die Achsen 111, 112). In bestimmten Fahr Situationen kann es vorteilhaft, insbesondere in Bezug auf den Energieverbrauch vorteilhaft, sein, die zweite elektrische Maschine 102 von der zweiten Achse 112 abzukoppeln. Dies kann insbesondere dann der Fall
sein, wenn von der ersten elektrischen Maschine 101 ein ausreichend hohes Drehmoment bereitgestellt werden kann, um das Fahrzeug 100 anzutreiben (z.B. bei einer gleichmäßigen Autobahnfahrt).
Es kann von einer (Steuer-) Vorrichtung 110 des Fahrzeugs 100 erkannt und/oder bestimmt werden, dass die zweite elektrische Maschine 102 mit der zweiten Achse 102 gekoppelt werden soll, z.B. um ein zusätzliches Antriebsmoment bereitzustellen. Es kann daraufhin bewirkt werden, dass die zweite elektrische Maschine 102 aktiviert wird und dass die Drehzahl der zweiten elektrischen Maschine 102 an die aktuelle Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs 100 und/oder an die aktuelle Drehzahl der zweiten Achse 112 angepasst wird. Ferner kann bewirkt werden, dass die zweite elektrische Maschine 102 über die Abkoppeleinheit 103 (insbesondere durch Schließen der Ab koppel einheit) mit der zweiten Achse 112 gekoppelt werden.
Der durch die Ab koppel einheit 103 bewirkte Kopplungsprozess kann eine bestimmte Totzeit aufweisen. Dies kann dazu führen, dass das von der zweiten elektrischen Maschine 102 bewirkte Drehmoment zeitlich verzögert und/oder mit einem bestimmten Anlaufgradienten (d.h. verschliffen) auf die zweite Achse 112 übertragen wird. Dies kann von einem Nutzer, insbesondere von dem Fahrer, des Fahrzeugs 100 als unangenehm empfunden werden. Ferner erfordert eine derart verschliffene Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine 102 die Verwendung einer relativ aufwändigen Kupplung innerhalb der Abkoppeleinheit 103, was mit zusätzlichen Kosten und/oder Bauraum und/oder Gewicht verbunden ist.
In diesem Dokument wird ein Verfahren beschrieben, durch das eine aktive Inszenierung des Kopplungsprozesses bewirkt wird, die von dem Nutzer, insbesondere von dem Fahrer, des Fahrzeugs 100 wahrnehmbar ist. Im Rahmen der Inszenierung können ein oder mehrere Inszenierungs-Maßnahmen bewirkt werden, die zumindest teilweise zu einem für den Fahrer wahrnehmbaren Aufbau
eines (mit dem Kopplungsprozess assoziierten) zusätzlichen Dreh- und/oder Antriebsmoments führen. So kann der Komfort für den Nutzer erhöht werden. Ferner kann so die Verwendung einer relativ kosteneffizienten Kupplung, insbesondere einer Klauenkupplung, innerhalb der Ab koppel einheit 103 ermöglicht werden.
Die (Steuer-) Vorrichtung 110 kann z.B. auf Basis der Betätigung eines Steuerelements 104 des Fahrzeugs 100 erkennen, dass die zweite elektrische Maschine 102 mit der zweiten Achse 112 zu koppeln ist. Das Steuerelement 104 kann dabei z.B. ein Schaltpaddel und/oder ein Kick-Down-Paddel sein. Es kann somit ein Steuerelement 104 bereitgestellt werden, dass es dem Nutzer des Fahrzeugs 100 explizit ermöglicht, die Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine 102 zu veranlassen.
Wie in den Figuren 2a und 2b dargestellt, kann z.B. an einem Erkennungs- Zeitpunkt 201 erkannt werden, dass die zweite elektrische Maschine 102 mit der zweiten Achse 112 gekoppelt werden soll. In Reaktion darauf kann die zweite elektrische Maschine 102 aktiviert und beschleunigt werden (siehe Fig. 2a). Dabei kann z.B. eine Ziel-Drehzahl 211 für die zweite elektrische Maschine 102 ermittelt werden, die von der Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs 100 und/oder von der Drehzahl der zweiten Achse 112 abhängt. Die Ziel-Drehzahl 211 kann z.B. der Drehzahl der zweiten Achse 112 entsprechen (gemäß dem Übersetzungsverhältnis eines optionalen Getriebes der Abkoppeleinheit 103).
Als Inszenierungs-Maßnahme kann bewirkt werden, dass die zweite elektrische Maschine 102 vor dem Koppel -Zeitpunkt 202, an dem die Kopplung mit der zweiten Achse 112 erfolgt, auf eine überhöhte Drehzahl 212 beschleunigt wird, die höher als die Ziel-Drehzahl 211. Dies ist durch den in Fig. 2a dargestellten zeitlichen Verlauf 215 der Drehzahl 210 veranschaulicht (der die Drehzahl 210 der zweiten elektrischen Maschine 102 als Funktion der Zeit 200 anzeigt).
Die zweite elektrische Maschine 102 weist somit an dem Koppel -Zeitpunkt 202 eine überhöhte Drehzahl 212 auf, die um den Offsetwert 213 (z.B. um 5% oder mehr oder um 10% oder mehr) über der Ziel-Drehzahl 211 liegt. Als Folge daraus wird bei der Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine 102 eine Zusatzbeschleunigung des Fahrzeugs 100 bewirkt, die von dem Nutzer des Fahrzeugs 100 als Fahrerlebnis beim Zuschalten der zweiten elektrischen Maschine 102 wahrgenommen wird.
Alternativ oder ergänzend kann als Inszenierungs-Maßnahme im Vorfeld der Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine 102 ein Absenken des von der ersten elektrischen Maschine 101 an der ersten Achse 111 bewirkten Drehmoments bewirkt werden, wie beispielhaft in Fig. 2b dargestellt. Die erste elektrische Maschine 101 bewirkt z.B. vor dem Ankopplungsvorgang (z.B. an dem Erkennungs-Zeitpunkt 201) ein Ziel-Drehmoment 221. In Reaktion auf die Erkennung der zu bewirkenden Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine 102 kann ab dem Erkennungs-Zeitpunkt 201 das von der ersten elektrischen Maschine 101 bewirkte Drehmoment 220 auf ein reduziertes Drehmoment 222 (welches (z.B. um 5% oder mehr oder um 10% oder mehr) kleiner als das Ziel- Drehmoment 221 ist) abgesenkt werden.
Durch das Absenken des von der ersten elektrischen Maschine 101 bewirkten Drehmoments 220 kann eine zusätzliche Drehmoment-Reserve 223 generiert werden. An dem Koppel-Zeitpunkt 202 kann das von der ersten elektrischen Maschine 101 bewirkt Drehmoment 220 wieder auf das Ziel -Drehmoment 221 angehoben werden, um die zusätzliche Drehmoment-Reserve 223 für den Nutzer des Fahrzeugs 100 (als Fahrerlebnis) wahrnehmbar zu machen. Dies ist beispielhaft durch den zeitlichen Verlauf 225 des Drehmoments 220 in Fig. 2b dargestellt.
Es können somit im Rahmen der Ankopplung der zweiten elektrischen Maschine 102 ein oder mehrere Inszenierungs-Maßnahmen bewirkt werden, um den
Komfort für den Nutzer des Fahrzeugs 100 zu erhöhen. Die ein oder mehreren Inszenierungs-Maßnahmen können dabei in Abhängigkeit von der jeweils aktuellen Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs 100 (an dem Erkennungs-Zeitpunkt 201) bewirkt werden. Dabei kann das Ausmaß der ein oder mehreren Inszenierungs-Maßnahmen mit steigender Fahrgeschwindigkeit reduziert werden. Ggf. können die ein oder mehreren Inszenierungs-Maßnahmen nur dann bewirkt werden, wenn die Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs 100 kleiner als ein Geschwindigkeits-Schwellenwert ist. Anderseits kann ggf. ein fließendes Ankoppeln der zweiten elektrischen Maschine 102 bewirkt werden, wenn die Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugs 100 größer als der zweite Geschwindigkeits- Schwellenwert ist.
Wie bereits eingangs dargelegt, haben elektrische Fahrzeuge 100 typischerweise keine Kupplung zwischen den ein oder mehreren E-Motoren 101, 102 und ein oder mehreren Rädern des Fahrzeugs 100, sondern sind direkt gekoppelt. Bei Allrad-Fahrzeugen 100 können je Achse 111, 112 ein oder mehrere E-Motoren 101, 102 verbaut und direkt an die jeweils angetriebene Achse 111, 112 angekoppelt sein. Diese Direkt-Kopplung erlaubt eine sehr dynamische Ausprägung des elektrischen Antriebs in Bezug auf den Momentenaufbau entsprechend Fahrerwunsch (z.B. Pedal-Anforderung). Für Konstantfahrten des Fahrzeugs 100 (mit einer konstanten Fahrgeschwindigkeit) ist typischerweise eine angetriebene Achse 111 im Fahrzeug 100 ausreichend, weshalb die andere Achse 112 aufgrund von Effizienzvorteilen deaktiviert oder auch ab gekoppelt werden kann. Dieses An- und Abkoppeln kann im Hintergrund, für den Nutzer möglichst nicht erlebbar und/oder bezogen auf den Drehmomentenauf- bzw. abbau verschliffen, erfolgen.
Das An- bzw. Ab koppeln einer E-Maschine 102 über eine Ab koppel einheit 103 wirkt typischerweise wie eine Totzeit beim Momentenaufbau. Die Folge ist ein verzögerter und/oder verschliffener Drehmomentenaufbau bei dynamischen
Fahrpedalanforderungen im Vergleich zu einem System ohne Abkoppeleinheit 103 bzw. bei einer permanent geschlossenen Ab koppel einheit 103.
In diesem Dokument wird vorgeschlagen, (zumindest bei Fahrgeschwindigkeiten, die kleiner als ein Geschwindigkeits-Schwellenwert sind; und/oder abhängig von der Fahrgeschwindigkeit und/oder abhängig von ein oder mehreren äußeren Randbedingungen) kein Kaschieren der Totzeit der Ab koppel einheit 103 über einen verzögerten und/oder verschliffenen Momentenaufbau durchzuführen, sondern eine bewusste Inszenierung des Zuschaltens (d.h. des Schließens) der Abkoppeleinheit 103 über einen spezifischen Drehmomentenaufbau zu bewirken. Das Zuschalten kann somit als emotionalisierendes Mittel verwendet werden.
Zu diesem Zweck kann als Maßnahme ein Koppeln und/oder ein direktes Schalten über eine Nutzer-Interaktion an einem Steuerelement 104 (z.B. an einem Schaltpaddel und/oder an einem Kick-Down-Pedal) bewirkt werden. Der Nutzer kann somit das Steuerelement 104 betätigen, um das Ankoppeln der zweiten elektrischen Maschine 102 zu bewirken.
Eine weitere beispielhafte Inszenierungs-Maßnahme ist das Überdrehen der nicht gekoppelten (zweiten) E-Maschine 102 vor Ankopplung zur Nutzung des Trägheitsmomentes als zusätzliches Punch-Potential. Dieses erzeugt bei Ankopplung einen zusätzlichen Beschleunigungspeak und/oder eine zusätzliche akustische Überhöhungen, welche zur Inszenierung genutzt werden kann.
Als weitere beispielhafte Inszenierungs-Maßnahme kann im Vorfeld zu dem Zuschalten der zweite E-Maschine 102 eine Fliehkrafteinheit (z.B. mit einer Schwungmasse, etwa ein Schwungrad) angetrieben werden. Die Fliehkrafteinheit kann z.B. von der zweiten E-Maschine 102 angetrieben werden. Die Fliehkrafteinheit kann dann beim Zuschalten der zweiten E-Maschine 102 ebenfalls angekoppelt werden, um eine zusätzliche Beschleunigung zu bewirken, die zur Inszenierung genutzt werden kann.
Als weitere beispielhafte Inszenierungs-Maßnahme kann vor Zuschalten der zweiten (ggf. hinteren) E-Maschine 102 über die Ab koppel einheit 103 die erste (z.B. vordere) E-Maschine 102 nur ein reduziertes Moment 222 stellen, damit das von dem Nutzer gefühlte Momentenpotential 223 des gesamten Antriebsstrangs bei der Ankopplung steigt.
Fig. 3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines (ggf. Computer-implementierten) Verfahrens 300 zum Koppeln einer zweiten elektrischen Maschine 102 mittels einer Abkoppeleinheit 103 mit einem Rad eines Fahrzeugs 100, während das Fahrzeug 100 bereits durch eine erste elektrische Maschine 101 angetrieben wird. Die erste elektrische Maschine 101 kann eingerichtet sein, ein oder mehrere Räder an einer ersten Achse 111 des Fahrzeugs 100 anzutreiben. Die zweite elektrische Maschine 102 kann eingerichtet sein, ein oder mehrere Räder an einer zweiten Achse 112 des Fahrzeugs 100 anzutreiben, wenn, insbesondere sobald, die zweite elektrische Maschine 102 mit der zweiten Achse 112, und somit mit den ein oder mehreren Rädern an der zweiten Achse 112, gekoppelt ist.
Das Verfahren 300 umfasst das Bestimmen 301, dass die zweite elektrische Maschine 102 mit dem Rad des Fahrzeugs 100 gekoppelt werden soll (um das Rad anzutreiben). Dies kann z.B. auf Basis der Betätigung eines Steuerelements 104 des Fahrzeugs 100 erkannt werden. Das Bestimmen 301 kann an einem Erkennungs-Zeitpunkt 201 erfolgen.
Des Weiteren umfasst das Verfahren 300, in Reaktion auf das Bestimmen 301, das Bewirken 302 von zumindest einer Inszenierungs-Maßnahme, durch die das Koppeln der zweiten elektrischen Maschine 102 für einen Nutzer des Fahrzeugs 100 wahrnehmbar wird. Mit anderen Worten, es kann im Rahmen des Koppelprozesses eine (zusätzliche) Inszenierungs-Maßnahme bewirkt werden, die für den Nutzer des Fahrzeugs 100 (z.B. akustisch und/oder als zusätzliche Beschleunigung) wahrnehmbar ist.
Durch das Koppeln der zweiten elektrischen Maschine 102 mit dem Rad können ggf. ein Basis-Ruck und/oder eine Basis-Beschleunigung und/oder ein Basis- Geräusch und/oder eine Basis-Anzeige bewirkt werden (etwa infolge des Schließens des Ab koppel einheit 103). Die zumindest eine Inszenierungs- Maßnahme kann derart ausgebildet sein, dass durch die Maßnahme ein über den Basis-Ruck hinausgehender Ruck und/oder eine über die Basis-Beschleunigung hinausgehende Beschleunigung und/oder ein über das Basis-Geräusch hinausgehendes Geräusch und/oder eine über die Basis-Anzeige hinausgehende Anzeige bewirkt wird. So kann bewirkt werden, dass das Ankoppeln der zweiten elektrischen Maschine 102 von dem Nutzer als Fahrerlebnis (und nicht als Störeffekt) wahrgenommen wird.
Durch die in diesem Dokument beschriebenen Maßnahmen kann der Komfort eines Nutzers eines Fahrzeugs 100 im Rahmen der Ankopplung einer elektrischen Maschine 102 erhöht werden. Ferner kann eine besonders effiziente Ab- bzw. Ankopplung einer elektrischen Maschine 102 ermöglicht werden (z.B. durch Verwendung einer Klauenkupplung).
Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt. Insbesondere ist zu beachten, dass die Beschreibung und die Figuren nur beispielhaft das Prinzip der vorgeschlagenen Verfahren, Vorrichtungen und Systeme veranschaulichen sollen.