Konditioniermittel für das Ätzen von Schmelzläsionen
Die Erfindung betrifft eine Zusammensetzung zur Verwendung als Konditioniermittel für das Ätzen von Schmelzlasionen sowie ein Kit zur Infiltration von Schmelzläsionen.
Karies ist eine weitverbreitete Zivilisationskrankheit. Jede letztendlich zu einer Kavitation führende Karieserkrankung beginnt mit einer Demineralisierung des Zahnschmelzes und wird in diesem Stadium initiale Zahnschmelzkaries genannt. In diesem Stadium ist die Karies zunächst nicht oder lediglich als sogenannte weiße Zahnschmelzläsion sichtbar, führt aber zu einem porösen Bereich des Zahns unterhalb dessen Oberfläche.
Eine solche Schmelzläsion kann grundsätzlich reminerali- siert oder mit einem Kunstharz infiltriert werden (WO
2007/131725 Al) . Problematisch bei der Infiltration mit Kunstharz ist allerdings, dass typischerweise eine in den Zahnschmelz hineinreichende Läsion an der Zahnoberfläche eine sogenannte pseudointakte Oberflächenschicht aufweist, die einen höheren Mineralgehalt im Vergleich zu der tiefergehenden Schmelzläsion aufweist und die Penetrierung der Schmelzläsion mit dem zur Infiltration verwendeten Kunstharz, dem sogenannten Infiltranten, erschwert oder verhindert. Es ist daher bereits vorgeschlagen worden, diese pseudointakten Oberflächenschichten durch ein Ätzmittel
vorzubehandeln, so dass nach diesem Konditionieren der In- filtränt besser in die Läsion einpenetrieren kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein wirksames und gut lagerfähiges und anwendbares Konditioniermittel für das Ätzen von Schmelzläsionen zu schaffen.
Die Erfindung betrifft somit eine Zusammensetzung, die enthält:
4 bis 80 Gew.-% wenigstens einer Säure, die einen pKs-Wert von 2 oder weniger aufweist;
ein protisches Lösungsmittel;
wobei die Säure bei 200C einen Sättigungsdampfdruck von 120 mbar oder weniger aufweist, zur Verwendung als Konditioniermittel für das Ätzen von Schmelzläsionen.
Die Säure mit einem pKs-Wert von 2 oder weniger kann eine anorganische oder organische Säure sein, Mischungen mehrerer Säuren sind ebenfalls möglich. Soweit es sich um eine mehrbasige Säure handelt, muss die erste Dissoziationsstufe aus dem in der Zusammensetzung vorliegenden Zustand der Säure einen pKs-Wert von 2 oder weniger aufweisen. Bevorzugte Obergrenzen für den pKs-Wert sind 1,5 und 1.
Bei dem protischen Lösungsmittel kann es sich insbesondere um Alkohole oder Wasser bzw. Mischungen daraus handeln. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Säure und/oder die komplette Zusammensetzung bei 200C einen Sättigungsdampfdruck von 120 mbar oder weniger aufweisen. Der Sättigungs-
dampfdruck ist der Druck der gasförmigen Phase eines Stoffes, wenn Flüssig- und Gasphase sich im Gleichgewicht befinden.
Im Rahmen der Erfindung wird bevorzugt der Partialdampf- druck lediglich der Säure in der Zusammensetzung betrachtet, es kann dann der Dampfdruck des Lösungsmittels außer Acht gelassen werden.
Die Erfindung hat erkannt, dass im Stand der Technik (WO
2007/131725 Al) als Konditioniermittel verwendete Salzsäure eine Reihe von Nachteilen aufweist. Um als Konditioniermit- tel hinreichend wirksam zu sein, muss eine etwa 15%ige Salzsäure verwendet werden. HCl besitzt in höher konzent- rierten wässrigen Lösungen einen erheblichen Dampfdruck, so dass es gasförmig aus der wässrigen Salzsäurelösung entweicht. Entsprechende Salzsäurelösungen sind also wenig lagerstabil; zudem bestehen wegen der hohen Aggressivität des gasförmig entweichenden HCl hohe Anforderungen an die Be- ständigkeit der Verpackung des Konditioniermittels . Ferner kann bei der Anwendung entweichendes gasförmiges HCl biologische Gewebe wie beispielsweise das Zahnfleisch schädigen.
Die Erfindung hat erkannt, dass die im Patentanspruch näher definierten Säuren mit einem bestimmten Mindestwert der
Säurestärke die remineralisierten Oberflächenschichten natürlicher Schmelzläsionen wirksam erodieren und damit für das Einpenetrieren eines Infiltränten vorbereiten können. Solche pseudointakten Oberflächenschichten einer natürli- chen Schmelzläsion sind typischerweise 10 bis 40 μm dick und werden durch eine erfindungsgemäße Zusammensetzung dennoch in handhabbaren Applikationszeiten (beispielsweise etwa 90 bis 120 s) weitgehend vollständig durchdrungen und entfernt.
Der erfindungsgemäß vorgesehene niedrige Sättigungsdampfdruck stellt sicher, dass es -anders als bei der Verwendung von Salzsäure- nicht zum Entweichen aggressiver Säurebe- standteile bei Lagerung oder Anwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung kommt.
Geeignete Säuren sind beispielsweise Fluorsulfonsäure, organische Sulfonsäuren wie bspw. Trifluormethansulfonsäure, Methansulfonsäure, Toluolsulfonsäure, Amidosulfonsäure,
Benzolsulfonsäure, Perchlorsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Trichloressigsäure, Trifluoressigsäure, Pikrinsäure oder Semiquadratsäure . Bevorzugte Säuren sind Methansulfonsäure und p-Toluolsulfonsäure.
Bevorzugte Untergrenzen für den Säuregehalt im Konditio- niermittel sind 7 Gew.-%, 10 Gew.-%, 11 Gew.-%, 15 Gew.-%, 20 Gew.-%, 25 Gew.-%, 30 Gew.-%, 40 Gew.-% und 50 Gew.-%. Bevorzugte Obergrenzen sind 70 und 60 Gew.-%. Die genannten Ober- und Untergrenzen können beliebig zu erfindungsgemäßen Bereichen kombiniert werden. Weitere bevorzugte erfindungsgemäße Bereiche sind in Unteranspruch 2 angegeben.
Bevorzugte Bereiche für den pKs-Wert der verwendeten Säuren sind -6 bis 1, 1,5 oder 2, -5 bis 1, 1,5 oder 2 und -4 bis 1, 1,5 oder 2. Bevorzugt weist die erfindungsgemäße Zusammensetzung einen negativen pH-Wert auf, bevorzugt sind pH- Werte <-0,l, <-0,5 und <-l.
Die Auswahl hinreichend wenig flüchtiger Säuren erfolgt erfindungsgemäß anhand des Dampfdrucks der reinen Säure in einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung als Kriterium gewählt werden, der bevorzugt bei 200C 80 mbar, 50 mbar, 20
mbar, 10 mbar oder auch 5 mbar nicht übersteigt. Alternativ kann der Dampfdruck einer konzentrierten Säure bzw. einer gesättigten (bevorzugt wässrigen) Lösung der entsprechenden Säure betrachtet werden, der die genannten Grenzen bevor- zugt nicht übersteigt. Bevorzugt werden erfindungsgemäß keine Halogenwasserstoffsäuren eingesetzt.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann zusätzlich Verdickungsmittel wie beispielsweise partikuläre Füllstoffe oder höher viskose Stoffe enthalten. Geeignete Verdickungsmittel sind beispielsweise Kieselsäuren, Polyether oder Polyole sowie Polyacrylsäuren und deren Copolymere. Weitere Zusatzstoffe wie beispielsweise Farbstoffe oder grenzflächenaktive Stoffe (Tenside) können ebenfalls enthalten sein.
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Kit zur Durchführung einer Infiltration von Zahnschmelz, der als Bestandteile eine erfindungsgemäße Konditioniererzusammensetzung sowie einen Infiltranten aufweist. Bei dem Infiltranten handelt es sich bevorzugt um ein härtbares (beispielsweise lichthärtbares) Kunstharz, das nach der Vorbereitung der Läsion durch den Konditionierer in diese Läsion einpenet- rieren und diese versiegeln kann.
Bevorzugt weist in diesem Kit der verwendete Infiltrant einen Penetrationskoeffizienten von mehr als 50 cm/s auf. Der Penetrationskoeffizient errechnet sich nach der nachfolgend aufgeführten, aus der sogenannten Washburn-Gleichung ableitbaren Gleichung:
PCJrcosθ]
PC: Penetrationskoeffizient γ: Oberflächenspannung des Infiltranten an der Grenzfläche zur Luft θ: Kontaktwinkel des Infiltranten an der Grenzfläche zur Schmelz η: dynamische Viskosität des Infiltranten
Weitere Angaben zur Bestimmung des Penetrationskoeffizienten einschließlich Literaturhinweisen finden sich in der bereits genannten WO 2007/131725 Al, die durch Bezugnahme auch zum Gegenstand der vorliegenden Offenbarung gemacht wird.
Bevorzugt enthält der Infiltrant wenigstens ein Harz ausge- wählt aus der Gruppe bestehend aus MMA, Methylmethacrylat; EMA, Ethylmethacrylat; n-BMA, n-Butylmethacrylat; IBMA, I- sobutylmethacrylat, t-BMA, tert-Butylmethacrylat ; EHMA, 2- Ethylhexylmethacrylat; LMA, Laurylmethacrylat; TDMA, Tride- cylmethacrylat; SMA, Stearylmethacrylat; CHMA, Cyclohexyl- methacrylat; BZMA, Benzylmethacrylat; IBXMA, Isobornyl- methacrylate; MAA, Methacrylsäure; HEMA, 2- Hydroxyethylmethacrylat; HPMA, 2-Hydroxypropylmethacrylat; DMMA, Dimethylaminoethylmethacrylat; DEMA, Diethylami- noethylmethacrylat; GMA, Glycidylmethacrylat; THFMA, Tetra- hydrofurfurylmethacrylat; AMA, Allylmethacrylat; EGDMA, E- thylenglycoldimethacrylat; 3EGDMA, Triethylenglycoldi- methacrylat; 4EGDMA, Tetraethylenglycoldimethacrylat; BDMA, 1, 3-Butylenglycoldimethacrylat; HDDMA, 1,6- Hexandioldimethacrylat; ETMA, Ethoxyethylmethacrylat; 3FM, Trifluorethylmethacrylat; 8FM, Octafluorpentylmethacrylat; AIB, Isobutylacrylat; TBA, tert-Butylacrylat; LA, Laurylac- rylat; CEA, Cetylacrylat; STA, Stearylacrylat; CHA, Cyclo- hexylacrylat; BZA, Benzylacrylat; IBXA, Isobornylacrylat;
2-MTA, 2-Methoxyethylacrylat; ETA, 2-Ethoxyethylacrylat; ■ EETA, Ethoxyethoxyethylacrylat; PEA, 2-Phenoxyethylacrylat; THFA, Tetrahydrofurfurylacrylat; HEA, 2-Hydroxy- ethylacrylat; HPA, 2-Hydroxypropylacrylat; 4HBA, 4- Hydroxybutylacrylat; DMA, Dimethylaminoethylacrylat; 1,4- Butylendioldiacrylat; 4EDA, Tetraethylenglycoldiacrylat; NDDA, 1,9- Nonandioldiacrylat; 3F, Trifluorethylacrylat; 17F, Heptadecafluorodecylacrylat; 2-PEA, 2- Phenoxyethylacrylat; TBCH, 4-tert-butylcyclohexylacrylat; DCPA, Dihydrodicyclopentadienylacrylat; EHA, 2-
Ethylhexylacrylat; 3EGMA, Triethylenglycolmonomethacrylat; DEGDMA, Diethylenglycoldimethacrylat; PDDMA, 1,5- P.entandioldimethacrylat; BDDMA, 1, 4-Butandioldimethacrylat; PRDMA, 1,3-Propandioldimethacrylat (alle vorstehenden Harze besitzen eine Viskosität < 30 mPas) oder aus der Gruppe bestehend aus DDDMA, 1, 10-Decandioldimethacrylat; PEG400DA, Polyethylenglycol 400 Diacrylat, TMPTMA, Trimethylolpro- pantrimethacrylat, TMPTA, Trimethylolpropantriacrylat; DTMPTA; Di-Trimethylolpropantetraacrylat; DiPENTA, Di- Pentaerythritolpentaacrylat; PEG400DMA, Polyethylenglycol 400 Dimethacrylat, PEG300DA, Polyethylenglycol 300 Diacrylat, PEG300DMA, Polyethylenglycol 300 Dimethacrylat, BPA(EO)IODMA, Ethoxyliertes (10) Bisphenol-A-Dimethacrylat; BPA(EO) 30DMA, Ethoxyliertes (30) Bisphenol-A-Dimethacrylat; PEG200DA, Polyethylenglycol 200 Diacrylat, PEG600DA, Polyethylenglycol 600 Diacrylat; NPG(PO) 2DA Propoxyliertes (2) Neopentylglycol Diacrylat; BPA(EO) 2DA, Ethoxyliertes (4) Bisphenol-A-Diacrylat; GPTA; propoxyliertes Glyceryltriac- rylat; DMTCDDA, Dimethylol tricyclo [5.2.1.02'6] decandimeth- acrylat; BPA(PO) 2DMA, Propoxyliertes (2) Bisphenol-A- Dimethacrylat; DPEHA, Dipentaerythritolhexaacrylat; Bis- GMA, 2,2-bis[4-(2-Hydroxy-3- Methacryloxypropoxy)phenyl]propan; und UDMA, 1,6-
bis (Methacrγloxγ-2-Ethoxycarbonγlamino) -2,4,4- trimethylhexan; (alle vorstehenden Harze besitzen eine Viskosität > 30 mPas) .
Weitere bevorzugte Untergruppen für die Auswahl des In- filtranten sind Triethylenglycoldimethacrylat und Trimethy- lolpropantrimethacrylat .
Der erfindungsgemäße Kit kann Applikationsstreifen, Reini- gungsstreifen und/oder Trenneinrichtungen enthalten. Bei der Trenneinrichtung handelt es sich um ein Instrument, mit dem sich Approximalflächen zweier benachbarter Zähne geringfügig (beispielsweise ca. 300 μm) beabstanden lassen. Reinigungsstreifen können mit einer entsprechenden Reini- gungslösung zur vorbereitenden Reinigung zu behandelnder Dentalflächen versehen sein. Applikationsstreifen können mit dem Konditioniermittel bzw. dem Infiltranten getränkt sein und so ein einfaches und präzises Applizieren dieser Bestandteile des Kits auch auf schwer zugängliche Approxi- malflächen von Zähnen ermöglichen.
In den nachfolgenden Ausführungsbeispielen und Vergleichsbeispielen wird die Eignung verschiedener Konditioniermittel zum Erodieren bzw. Demineralisieren von remineralisier- ten Oberflächenschichten natürlicher Schmelzläsionen an einem Modellsystem geprüft.
Dabei wurde die Ätzwirkung auf Hydroxylapatit [Ca5(PO4)3OH]x2 (Hydroxylapatit-Plättchen) als Modellsystem für Schmelz, der zu etwa 95 % aus Hydroxylapatit besteht, untersucht. Unterschiedliche Konditioniermittel- oder Kon- ditionierlösungen können hiermit unter reproduzierbaren Bedingungen bzgl . ihrer Ätzwirkung eingeschätzt und klassifi-
ziert werden. Das Verfahren wird in der Publikation von A. Klocke et al., Dental Materials 19 (2003), 773 beschrieben.
Die Hydroxylapatit-Plättchen wurden durch hydraulisches Pressen (Einwaage: 300mg; Druck: 5000 bar; Zeit: 35min) von getrocknetem (2h, 600C) Hydroxylapatit (Riedel de Haen) mit dem IR-Presswerkzeug (Firma LOT GmbH) hergestellt. Anschließend wurden die Presslinge so in einen Kunststoff (Paladur®, Heraeus Kulzer GmbH) eingebettet, dass nur eine Fläche unbedeckt blieb. Diese Fläche wurde mit Schleifpa- pier (Körnung: 500 und 1200) bearbeitet, um möglichst reproduzierbare Oberflächen zu erhalten und mit Pressluft vom Schleifstaub befreit. Der Durchmesser der Hydroxylapa- titfläche betrug 13 mm.
Für die Ätzversuche wurden die Hydroxylapatit-Plättchen in 4 ml Konditionierlösung getaucht und im verschlossenen Probegefäß für 2 min auf einem Schüttelapparat (GFL; 100 min" x) gerüttelt. Anschließend wurden die Hydroxylapatit- Plättchen vorsichtig mit einer Pinzette aus der Lösung genommen und mit Wasser (Qualität: Hyperpur) gründlich abge- spült. Das Spülwasser wurde zurück in das Probegefäß gegeben. Der Inhalt des Probengefäßes wurde anschließend in einen 100 ml Meßkolben überführt, wobei das Probegefäß noch 2 mal mit Wasser ausgespült und das Waschwasser ebenfalls im Meßkolben aufgefangen wurde. Der Meßkolben wurde stets bis zur 100 ml-Eichmarke mit Wasser aufgefüllt. Mittels Atomabsorptionsspektroskopie (Perkin Eimer) wurde die Ca- Konzentration dieser Lösung bestimmt.
In der nachfolgenden Tabelle 1 sind erfindungsgemäße Zusam- mensetzungen als Konditioniermittel aufgeführt, die durch Verdünnen kommerziell erhältlicher Säuren in destilliertem Wasser mittels Magnetrührer hergestellt wurden. Die Säuren
1 bis 4 sind Vergleichsbeispiele, die Säuren 5 bis 9 erfindungsgemäße Beispiele. Die letzte Spalte der Tabelle 1 gibt die nach dem oben beschriebenen Versuch erhaltene Calciumkonzentration für die jeweilige Säure an.
Tabelle 1 :
*1-Hydroxyethan-1, 1-diphosphonsäure
Die Tabelle zeigt, dass die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen selbst gegenüber 15%iger Salzsäure eine deutlich verbesserte Ätzwirkung aufweisen, ohne die beschriebenen Nachteile der Salzsäure aufzuweisen.
Zur Überprüfung der Lagerstabilität wurden aus den Zusammensetzungen 1, 5 und 8 Ätzgele hergestellt. Zu diesem Zweck wurden die Lösungen angedickt durch Zusatz von 5 Gew.-% pyrogener Kieselsäure (Aerosil® 200, Degussa) und 0,5 Gew.-% sorbitolbasiertes Polyetherpolyol mit einer Hydroxylzahl von 500. Die Vermischung erfolgt in einem Speedmixer (DAC 150 FV, Fa. Hauschild) . Diese gelartigen Konditioniermittel wurden in übliche dentale Applikationsspritzen für Gele (Etching Gel, DMG) eingeführt und sieben Tage bei 600C gelagert.
Zur Bestimmung der Lagerstabilität wurde die Säurekonzentration vor und nach der Lagerung gemessen. Die Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 2 aufgeführt.
Man erkennt, dass die Säurekonzentration des Salzsäuregels durch Entweichen des HCl-Gases abgenommen hat, während die Konzentration der übrigen, kaum flüchtigen Säuren durch Verflüchtigung eines geringen Teils des als Lösungsmittel verwendeten Wasser geringfügig zugenommen hat.
Die bei den Ausführungsbeispielen verwendeten Säuren bilden unter den Bedingungen der Anwendung keine unlöslichen CaI-
ciumsalze. Dies ist generell ein bevorzugtes Merkmal der Erfindung.