Beschreibung
Mit Oberflächenwellen arbeitender Wandler
Die Erfindung betrifft einen mit Oberflächenwellen arbeiten¬ den Wandler (SAW-Wandler, SAW = Surface Acoustic Wave) .
Ein SAW-Wandler umfasst in der Regel zwei kammartige Elektro¬ den, die ineinandergreifende Elektrodenfinger aufweisen. Die¬ se Struktur ist auf einem piezoelektrischen Substrat angeord¬ net und dient zur elektroakustischen Umwandlung eines (hoch¬ frequenten) elektrischen Signals in eine akustische Welle und umgekehrt. Die SAW-Wandler werden insbesondere in Bandpass¬ filtern von Datenübertragungssystemen verwendet.
Das elektrische Verhalten eines Filters wird in der Regel durch eine Übertragungsfunktion (Frequenzgang des Betrags und der Phase des übertragenen Signals) definiert.
Ein Wandler kann z. B. ein Normalfingerwandler sein, bei dem die an verschiedene Elektroden angeschlossenen Elektrodenfin¬ ger abwechselnd angeordnet sind, wobei die Elektrodenfinger eine Breite von üblicherweise λ/4 aufweisen und wobei die Mitten zweier nebeneinander liegenden Elektrodenfinger um λ/2 voneinander beabstandet sind.
Das akustische Verhalten eines Wandlers kann (in longitudina- ler Richtung) durch Wichtungsfunktionen (Anregungsfunktion bzw. Reflexionsfunktion) charakterisiert werden. Die Wich¬ tungsfunktionen geben in Abhängigkeit von der longitudinalen Koordinate die Anregungs- bzw. Reflexionsstärke im Wandler an und beschreiben somit deren Verteilung.
Es sind z. B. aus der Druckschrift US 2003/0057805 Al rekur¬ sive Filter oder SPUDT-Filter (SPUDT = Single Phase Unidirec- tional Transducer) bekannt, die sich dadurch auszeichnen,
dass ihre Zellen - SPUDT-Zellen - jeweils zur gerichteten Abstrahlung der akustischen Welle ausgebildet sind. Die ge¬ richtete Abstrahlung kommt durch die konstruktive Überlage¬ rung der angeregten und der reflektierten Welle in eine Rich¬ tung bzw. destruktive Überlagerung der angeregten und der re¬ flektierten Welle in die entgegengesetzte Richtung zustande.
Ferner sind DMS-Filter (DMS = Double Mode SAW) mit mehreren akustisch miteinander gekoppelten Wandlern bekannt. Solche Filter weisen jedoch eine geringe Bandbreite auf.
Insbesondere bei schmalbandigen, für das GSM-System geeigne¬ ten Zwischenfrequenzfiltern ist neben einer möglichst gerin¬ gen Einfügedämpfung eine hohe Flankensteilheit der Übertra¬ gungsfunktion erforderlich. Dies erfordert bestimmte piezo¬ elektrische Materialien wie z. B. Quarz. Angesichts seines kleinen elektroakustischen Kopplungsfaktors ist aber mit Quarz eine geringe Einfügedämpfung nur schwer erreichbar.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Wandler mit einer geringen Einfügedämpfung anzugeben, der in einem SAW- Filter einsetzbar ist und der eine große Bandbreite aufweist.
Die Aufgabe der Erfindung ist durch Anspruch 1 gelöst. Wei¬ terbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den weiteren Ansprüchen hervor.
Es wird ein mit Oberflächenwellen arbeitender Wandler mit einem aktiven Bereich angegeben, in dem eine akustische Ober¬ flächenwelle anregbar ist. Der aktive Bereich des Wandlers ist in longitudinaler Richtung in Zellen unterschiedlichen Zelltyps aufgeteilt. Ein Zelltyp ist durch die Anschlussfolge der Elektrodenfinger einer Zelle definiert, wobei die Länge der Zellen bei einer vorgegebenen Frequenz (z. B. Mittenfre-
quenz des Filters) im Wesentlichen einer Phasendrehung der akustischen Welle um 2πn entspricht, wobei n eine ganze Zahl ist. Der Wandler weist mindestens eine Zelle des ersten Zell¬ typs mit gerichteter Abstrahlung der Welle (SPUDT-Zelle) auf, wobei für die Phasendifferenz Δφi zwischen einem Reflexions¬ zentrum und einem Anregungszentrum der Zelle des ersten Zell¬ typs gilt: Δφi ≠ 0. Vorzugsweise gilt Δφi = π/4. Der Wandler weist ferner mindestens eine Zelle des zweiten Zelltyps auf, in der die Welle in beiden longitudinalen Richtungen glei¬ chermaßen reflektiert und angeregt wird, wobei für die Pha¬ sendifferenz Δφ2 zwischen dem Reflexionszentrum und dem Anre¬ gungszentrum der Zelle des zweiten Zelltyps gilt: Δφ2 = 0.
Bei den Zellen des ersten Zelltyps, die rekursive Zellen dar¬ stellen, ist aufgrund der Phasenverschiebung zwischen dem Anregungs- und dem Reflexionszentrum entweder die Anregung oder die Reflexion deutlich kleiner, als es - wie bei den Zellen des zweiten Zelltyps - ohne diese Phasendifferenz mög¬ lich ist. Die Verwendung der Zellen des zweiten Zelltyps in einem insgesamt rekursiven Wandler hat den Vorteil, dass die¬ se Zellen eine hohe Anregungsstärke bei einer hohen Reflexi¬ onsstärke aufweisen. Eine ausreichende Reflexionsstärke ist u. a. notwendig, um die akustische Welle am Verlassen der Spur an deren Enden zu hindern, was deren Einfügedämpfung erhöhen würde. Somit ist mit der Erfindung eine geringe Ein¬ fügedämpfung erreichbar.
Die Bandbreite des erfindungsgemäßen Filters ist höher als die Bandbreite eines herkömmlichen DMS-Filters ohne die Zel¬ len des ersten Zelltyps. Die Einfügedämpfung des erfindungs¬ gemäßen Filters ist kleiner als bei einem herkömmlichen re¬ kursiven Filter ohne die Zellen des zweiten Zelltyps.
Der Wandler weist Zellen auf, die zur Klasse der SPUDT-Zellen zählen. Insbesondere gehört die schon beschriebene Zelle des ersten Zelltyps zur Klasse der SPUDT-Zellen. Eine SPUDT-Zelle ist im Sinne der vorliegenden Erfindung als eine zur unidi- rektionalen Abstrahlung der akustischen Welle beitragende Zelle definiert. Eine SPUDT-Zelle ist aus der folgenden Zel¬ len gewählt: die Zelle des ersten Zelltyps (d. h. eine Zelle mit einander gegenüber phasenverschobenen Anregung und Refle¬ xion) , eine mit der Zelle des ersten Zelltyps phasengleich anregende Zelle ohne Reflexion und eine mit der Zelle des ersten Zelltyps phasengleich reflektierende Zelle ohne Anre¬ gung.
Die Zelle des zweiten Zelltyps ist vorzugsweise eine Normal¬ finger-Zelle der Länge λ, die zwei gleich breite, mit ver¬ schiedenen elektrischen Potentialen verbundene Finger auf¬ weist. Der Abstand zwischen den Fingermitten beträgt vorzugs¬ weise λ/2. In einer bevorzugten Variante sind in der Zelle des zweiten Zelltyps zwei Teilanregungen vorgesehen, die um genau λ/2 voneinander beabstandet sind.
Der Wandler kann z. B. je nach Anregungsfunktion, d. h. in Abhängigkeit von der am gegebenen Ort erforderlichen Anre¬ gungsstärke in verschiedene Teilbereiche unterteilt sein. Beispielsweise kann der Teilbereich mit der maximalen Anre¬ gungsstärke wie ein Normalfingerwandler ausgebildet sein. Dieser Teilbereich kann bezüglich der Anregung oder der Re¬ flexion weglassgewichtet sein. Die Weglasswichtung bezüglich der Reflexion kann z. B. durch die Ausbildung eines Fingers als Splitfinger zustande kommen.
- A -
Es ist vorteilhaft, einen erfindungsgemäßen Wandler phasenge- wichtet auszubilden. Unter einer Phasenwichtung versteht man die Ausbildung von insbesondere gleichartigen Zellen mit von¬ einander unterschiedlichen Längen, wobei ihre Länge im we¬ sentlichen einer Wellenlänge bei der Mittenfrequenz des Wand¬ lers bzw. des Filters entspricht und nur um wenige Prozent (z. B. bis 20%, in einer bevorzugten Variante zwischen 0,1 und 10%) davon abweicht.
Zwei gleichartige Zellen weisen gleich gebildete Fingergrup¬ pen und die gleiche Anschlussfolge der Finger bei gleichen relativen (d. h. auf die Zellenlänge bezogenen) Fingerbreiten und -Abständen der einander entsprechenden Finger beider Zel¬ len auf. Bei einer Phasenwichtung werden (vorzugsweise gleichartige) Zellen durch voneinander unterschiedliche Mit¬ tenfrequenzen charakterisiert. Unter Verwendung der Zellen des zweiten Zelltyps (vorzugsweise Normalfinger-Zellen) in einem rekursiven Wandler (der SPUDT-Zellen bzw. Zellen des ersten Zelltyps aufweist) kann bei gleichzeitiger Phasenwich¬ tung trotz der Phasenverschiebung zwischen Anregung und Re¬ flexion innerhalb einer Zelle und einer - z. B. bezüglich eines durch die Mittenfrequenz des Filters festgelegten λ/8- Rasters - unterschiedlichen Lage der Anregungs- und Reflexi¬ onszentren der Zellen unterschiedlichen Typs eine im Passband nahezu symmetrische Filterfunktion erreicht werden.
Die longitudinale Richtung entspricht der x-Achse. Die loka¬ le, innerhalb einer Zelle erzielte Anregungsstärke wird über die Länge des Wandlers durch eine diskrete Anregungsfunktion E(Xi) wiedergegeben, i ist die Ordnungsnummer der Zelle im Wandler, xi die Lage der Zelle in Längsrichtung. Die lokale, innerhalb einer Zelle erzielte Reflexionsstärke wird über die Länge des Wandlers durch eine diskrete Reflexionsfunktion
R(Xi) wiedergegeben. Die Anregungs- bzw. Reflexionsfunktion kann pro Zelle einen Wert E, R zwischen -1 und 1 annehmen. Z. B. entspricht der Wert R = I einer maximalen Reflexion der Welle (innerhalb einer Zelle) nach rechts. Der Wert R = -1 entspricht einer maximalen Reflexion der Welle nach links. Der Wert E = I bzw. -1 entspricht einer maximalen positiven bzw. negativen Anregung der Welle innerhalb einer Zelle, wo¬ bei die in der Zelle vorgesehenen Teilanregungen mit entge¬ gengesetztem Zeichen einander gegenüber phasenrichtig ange¬ ordnet sind, d. h. genau um eine halbe Wellenlänge voneinan¬ der beabstandet sind. Wenn der Abstand zwischen den Teilanre¬ gungen der Zelle von λ/2 abweicht, ergibt sich |E| < 1, da sich die angeregten Wellenkomponenten nicht exakt konstruktiv überlagern. Beispielsweise in einer DART-Zelle (z. B. Zelle 3 in Figur IA) sind die Teilanregungen um λ/4 voneinander beabstandet.
Sowohl für die Zellen des ersten Zelltyps als auch für die Zellen des zweiten Zelltyps gilt: E ≠O, R ≠ 0. In Wandler können aber auch weitere Zellen, insbesondere SPUDT-Zellen z. B. mit E ≠ 0, R = 0 oder E = 0, R ≠ 0 vorgesehen sein, die mit der Zelle des ersten Typs phasengleich anregen bzw. re¬ flektieren. Die Zellen, für die gilt E ≠ 0 und R = O, sind vorzugsweise Splitfinger-Zellen. Außerdem können „Füllzellen" vorgesehen sein, die weder zur Reflexion noch zur Anregung der akustischen Welle beitragen (d. h. R = O, E = 0) und die in einer Variante zu einer vorgegebenen Phasendrehung der Welle (z. B. um π oder ein ungeradzahliges Vielfaches von π) zwischen zwei anregenden und/oder reflektierenden Zellen die¬ nen.
Die Weglasswichtung der Anregungsfunktion E kann unabhängig von der Weglasswichtung der Reflexionsfunktion R sein. Zwi-
sehen zwei anregenden Zellen kann mindestens eine Zelle mit E = 0 und vorzugsweise R = O eingefügt sein, z. B. wenn E einen Vorzeichenwechsel hat. Der Vorzeichenwechsel der Anregung tritt üblicherweise an den Stellen auf, an welchen die konti¬ nuierliche Anregungsfunktion eine Nullstelle hat. Dieser kann beispielsweise dadurch realisiert sein, dass zwischen zwei anregenden Zellen ein Splitfinger eingefügt wird.
Der Wandler gemäß Erfindung kann in einem rekursiven Filter oder einem DMS-Filter eingesetzt werden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbei¬ spielen und der dazugehörigen Figuren näher erläutert. Die Figuren zeigen anhand schematischer und nicht maßstabsgetreu¬ er Darstellungen verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfin¬ dung. Gleiche oder gleich wirkende Teile sind mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Es zeigen schematisch
Figur IA ausschnittsweise einen Wandler mit in Figur 2 ge¬ zeigten Zellen des ersten Zelltyps und den Zellen des zweiten Zelltyps;
Figur IB ausschnittsweise einen Wandler mit in Figur 3 ge¬ zeigten Zellen des ersten Zelltyps und den Zellen des zweiten Zelltyps;
Figur 2 beispielhafte Zellen, die in einem Wandler verwendet werden;
Figur 3 Hanma-Hunsinger und DART-Zellen;
Figur 4 ausschnittsweise einen beispielhaften Wandler gemäß Erfindung;
Figur 5 eine Weiterbildung der Erfindung mit skalierten Zel¬ len;
Figur 6 eine Weiterbildung der Erfindung mit in den Zellen des gleichen Typs eingefügten Laufstrecken verschiedener Län¬ ge;
Figur 7 Unterteilung eines Wandlers in verschiedene Bereiche in longitudinaler Richtung;
Figuren 8 einen Wandler mit Variation der Zellenlänge an der Grenze zweier Wandlerbereiche;
Figur 9 Vergleich der Übertragungsfunktionen eines herkömm¬ lichen Wandlers mit verschiedenen Zellen des ersten Typs und eines Wandlers mit verschiedenen Zellen des ersten und des zweiten Typs;
Figur 10 ausschnittsweise einen Wandler mit einem transversa¬ len Randbereich.
Figur IA zeigt ausschnittsweise einen Wandler mit verschiede¬ nen Zellen 1, 3, 3", 3'', 7 und 9, die in Figur 2 schematisch dargestellt sind. Die Zellen 3, 3', 3'' und 7 sind die Zellen des ersten Zelltyps. Zwischen den Zellen 1 und 3 sowie 3'' und 7 ist jeweils noch eine Zelle Z2 des zweiten Zelltyps angeordnet. Die Zelle des zweiten Typs Z2 weist zwei gleich breite Finger auf, deren Mittenabstand λ/2 beträgt. Die Zel¬ len Z2 des zweiten Zelltyps regen die Welle an und reflektie-
ren in beide Richtungen, nach links und nach rechts. Jede Zelle 9 wird zur Phasendrehung um 180° benutzt.
Die Zellen 3, 3' und 3'' weisen die gleiche Anschlussfolge der Finger, aber voneinander unterschiedliche Längen auf. Am Ende der Zellen 3' und 3'' sind zusätzliche, unterschiedlich lange Laufstrecken eingefügt, wie in Figur 6 näher erläutert wird. Damit ist die Phasendrehung in verschiedenen Zellen, die die gleichen Fingergruppen aufweisen, unterschiedlich.
Eine Teilanregung findet stets zwischen zwei mit verschiede¬ nen Potentialen verbundenen Fingern statt. Die zwischen den Zellen 1 und 3 angeordnete Zelle Z2 des zweiten Zelltyps weist zwei um λ/2 voneinander beabstandete Teilanregungen auf. Die erste Teilanregung findet zwischen den beiden Fin¬ gern der Zelle Z2 statt. Die zweite Teilanregung ist zwischen dem letzten Finger der Zelle Z2 und dem ersten Finger der Zelle Z3 angeordnet.
Figur IB zeigt ausschnittsweise einen Wandler mit verschiede¬ nen Zellen EOO, E20, E20', E21 (Klasse der EWC-Zellen) und H20, H21 (Klasse der Hanma-Hunsinger Zellen) , die in Figur 3 schematisch dargestellt sind. Die SPUDT-Zellen E21 und H21 sind die Zellen des ersten Zelltyps. In den SPUDT-Zellen E20, E20' und H20 wird die Welle zwar angeregt, aber nicht reflek¬ tiert. Die Zelle E00 (oder H00) stellt eine Füllzelle dar, die zur Phasendrehung um 180° benutzt wird.
Im mittleren Bereich des Wandlers ist zwischen den Zellen E00 und H20 eine Zelle Z2 des zweiten Zelltyps angeordnet. Zwei weitere Zellen Z2 des zweiten Zelltyps sind zwischen den Zel¬ len H20 und E00 angeordnet.
Die Zellen E20 weisen vier gleich breite Finger auf. Die Zel¬ le E20' weist drei gleich breite Finger auf, haben aber die gleiche Anregungsstärke E = -1 wie die Zellen E20.
Die EWC-Zellen des ersten Zelltyps weisen gegenüber einer Normalfinger-Zelle eine geringere Anregungsstärke auf. Die Hanma-Hunsinger Zellen des ersten Zelltyps sind durch eine geringere Reflexionsstärke als die Normalfinger-Zellen cha¬ rakterisiert.
Die Breite des breiteren Fingers in den in Figur 3 gezeigten EWC-Zellen beträgt λ/4. Möglich ist eine weitere Variante von EWC-Zellen mit einem breiten Finger, deren Breite 3λ/8 be¬ trägt. Solche Zellen werden DART-Zellen (DART = Distributed Acoustical Reflection Transducer) genannt.
Figur 2 zeigt verschiedene Varianten der SPUDT-Zellen, die in den Wandlern rekursiver Filter verwendet werden.
Für die Zellen 1, 2 gilt: E = O, R ≠ 0. In den Zellen 1 und 2 findet keine elektrische Anregung der Welle statt. Zellen mit E=0,R=+l und E=0,R=-l unterscheiden sich durch die Lage des Reflexionszentrums und damit durch die Phasenlage des reflektierten Signals.
Für die Zellen 3 bis 6 gilt: E ≠ 0, R ≠ 0. Das Reflexions¬ zentrum der Zelle ist gegenüber dem Anregungszentrum dieser
Zelle um π/4 bzw. λ/8 verschoben. Die Zellen 3 bis 6 stellen jeweils eine Zelle des ersten Typs dar.
Für die Zellen 7, 8 gilt: E ≠ 0, R = 0. Die Zelle 9 weist einen Splitfinger (bzw. zwei Finger der Breite λ/8) auf und
hat vorzugsweise die halbe Wellenlänge. Für die Zelle 9 gilt: E = O, R = O.
Ein Knoten der Anregungsfunktion, d. h. E(Xi)=O kann im Wand¬ ler z. B. durch die gerade Anzahl der aufeinander folgenden Zellen 9 erzeugt werden. Bei Vorzeichenwechsel der Anregung wird eine ungerade Anzahl der aufeinander folgenden Zellen 9 benutzt.
Figur 3 zeigt verschiedene SPUDT-Zellen, u. a. die Zellen des ersten Typs (Eij, Hij mit i≠O, j≠O) und weitere SPUDT- Zellen (Eij, Hij mit i≠O, j=0) . In der oberen Reihe sind Hanma-Hunsinger Zellen HH gezeigt. In der unteren Reihe sind EWC- bzw. DART-Zellen EE gezeigt. Der Index i bezeichnet die Anregungsstärke, die den Wert -1 (i = 2), 0 (i = 0) oder 1 (i = 1) annehmen kann. Der Index j bezeichnet die Reflexions¬ stärke, die den Wert -1 (j = 2), 0 (j = 0) oder 1 (j = 1) annehmen kann. Die Reflexionsstärke R = I entspricht der ma¬ ximalen Direktivität bzw. Abstrahlung der Welle in die erste longitudinale Richtung, z. B. nach rechts. Die Reflexions¬ stärke R = -1 entspricht einer maximalen Reflexion der Welle in die zweite longitudinale Richtung, hier nach links. Die Zellen E00, H00 entsprechen der in Figur 2 gezeigten Zelle 9.
In Figur 4 unten ist ein Wandler gezeigt, bei dem verschiene Zellen ZIl, Z12 des ersten Typs und eine Splitfinger aufwei¬ sende Zelle Z3 vorgesehen sind. Die zwischen zwei Zellen Z2 des zweiten Typs angeordnete Zelle Z4 trägt, wie auch die Zellen Z2, zur Reflexion der Welle in beide longitudinalen Richtungen bei. In Figur 4 oben ist die Reflexionsfunktion R(x), d. h. die Reflexionsstärke in Abhängigkeit von der Ko¬ ordinate x gezeigt. Die Reflexionsstärke in den Zellen ZIl und Z12 beträgt 50% des Maximalwerts. Die Reflexionsstärke in
den Zellen Z2 und Z4 beträgt 100% des Maximalwerts. In der Zelle Z3 wird die Welle angeregt, aber nicht reflektiert, wobei für diese Zelle gilt: R(x)=0.
Die SPUDT-Zelle Z14 ist eine Zelle ohne Anregung, wobei ihre Reflexionsstärke wie bei der Zelle ZlI ist. Die Zelle Z14 reflektiert phasengleich mit der Zelle des ersten Typs ZIl.
In Figuren 5, 6 ist jeweils ein phasengewichteter Wandler gezeigt. Die Phasenwichtung besteht darin, dass die Zellen mit der gleichen Anschlussfolge der Finger voneinander unter¬ schiedliche Längen aufweisen, was aufgrund unterschiedlich langer Laufstrecken zu unterschiedlichen Phasendrehungen der Welle nach Durchgang dieser Zellen führt.
In Figur 5 ist ein erstes Beispiel eines phasengewichteten Wandlers gezeigt. Mit Ll und L2 ist die Länge der Zellen ZIl bzw. Z2 bezeichnet. Mit Ll' und L2 ' ist die Länge der Zellen ZIl' bzw. Z2' bezeichnet. Die Länge einer Zelle, z. B. der Zelle ZIl wird von der linken Kante des ersten Fingers IIa dieser Zelle bis zur linken Kante des ersten Fingers IIb der darauffolgenden Zelle Z2 gemessen.
Die Zellen ZIl, ZIl' des ersten Zelltyps weisen in Figur 5 die gleiche Anschlussfolge und die gleiche auf die jeweilige Zellenlänge Ll, Ll' bezogene relative Breite der Finger, aber voneinander unterschiedliche Längen Ll≠Ll' auf. Die Zellen Z2, Z2' des zweiten Zelltyps weisen die gleiche Anschlussfol¬ ge und die gleiche auf die jeweilige Zellenlänge L2, L2 ' be¬ zogene relative Breite der Finger, aber voneinander unter¬ schiedliche Längen L2≠L2' auf.
Die Zelle Zl' bzw. Z2 ' ist gegenüber der Zelle Zl bzw. Z2 gedehnt. Möglich ist auch, eine Zelle gegenüber der Ausgangs¬ zelle zu stauchen.
In Figur 6 ist ein zweites Beispiel eines phasengewichteten Wandlers gezeigt.
Eine Fingergruppe FG2 ist durch die Anschlussfolge der Finger einer Zelle an die Stromsaininelschienen SSl, SS2 definiert. FG2 ist die Fingergruppe der Zellen Z2 bzw. Z2'.
Die Zellen ZlI, ZIl' des ersten Zelltyps weisen in Figur 6 die gleiche Anschlussfolge und gleiche Verhältnisse der Fin¬ gerbreiten innerhalb der Zellen auf.
Die Zellen Z2, Z2' des zweiten Zelltyps weisen die gleiche Anschlussfolge und die gleiche absolute Breite der Finger, aber voneinander unterschiedliche Längen L2≠L2' auf. Die Laufstrecken zwischen der rechten Kante des letzten Fingers der Zellen Z2, Z2 ' und der linken Kante des ihm zugewandten ersten Fingers der darauffolgenden Zelle ZIl', ZlI'' unter¬ scheiden sich voneinander.
In Figur 7 ist schematisch ein bevorzugt nach rechts abstrah¬ lender Wandler gezeigt, der in longitudinaler Richtung in einen ersten Bereich Bl und einen zweiten Bereich B2 aufge¬ teilt ist. Die Richtung der bevorzugten Abstrahlung der Welle in den Bereichen Bl, B2 ist durch Pfeile gekennzeichnet.
Im ersten Bereich Bl mit vorzugsweise mehreren SPUDT-Zellen, insbesondere den Zellen des ersten Zelltyps wird die Welle bevorzugt in Richtung zum zweiten Bereich B2 hin, also nach rechts abgestrahlt. Der erste Bereich mit Abstrahlung der
Welle in bevorzugter Richtung weist überwiegend SPUDT-Zellen auf. Der erste Bereich kann aber auch mindestens eine Zelle des zweiten Zelltyps aufweisen.
Im zweiten Bereich B2 wird die Welle insgesamt in beide lon- gitudinalen Richtungen gleichermaßen abgestrahlt. Daher sind im zweiten Bereich B2 überwiegend die Zellen des zweiten Zelltyps angeordnet. Möglich ist aber auch, im zweiten Be¬ reich B2 z. B. Splitfinger-Zellen bzw. SPUDT-Zellen einzufü¬ gen.
In einer Variante ist es möglich, über der gesamten Länge des Wandlers die Zellen oder Zellgruppen der beiden Typen abwech¬ selnd anzuordnen.
In Figur 8 ist ausschnittsweise ein Wandler mit aneinander grenzenden Bereichen Bl und B2 gezeigt, die jeweils die Zel¬ len eines Zelltyps bzw. einer Zellklasse aufweisen. Der Be¬ reich Bl weist mehrere SPUDT-Zellen ZIj (j=l, 2, 3...) auf, die z. B. die Zellen des ersten Zelltyps sein können. Der Bereich B2 weist mehrere Zellen Z2j (j=l, 2, 3...) des zwei¬ ten Zelltyps auf.
In Figur 8 haben die dem ersten Bereich Bl zugeordneten Zel¬ len ZIl, Z12 und Z13 die gleiche Länge 11. Die dem zweiten Bereich B2 zugeordneten Zellen Z22, Z23 und Z24 des zweiten Bereichs B2 haben untereinander die gleiche Länge 12. Die einander zugewandten Zellen verschiedener Bereiche - die end¬ ständige Zelle Z14 des ersten Bereichs Bl und die endständige Zelle Z21 des zweiten Bereichs - weisen eine gegenüber den übrigen Zellen des jeweiligen Bereichs geringere Länge 11 '< 11 bzw. 12 '< 12 auf. Grundsätzlich ist das Längenverhältnis
ll' ≠ll bzw. 12'≠12, z. B. ll'> 11 bzw. 12'> 12, ll'< 11 und 12'> 12, ll'> 11 bzw. 12'< 12 möglich.
Die in Figur 8 nur schematisch gezeigte Phasenwichtung der einander zugewandten Zellen an der Grenze der Bereiche Bl, B2 kann in einer Variante gemäß Figur 5 (Skalieren der Zelle) und in einer weiteren Variante gemäß Figur 6 (Einfügen einer zusatzlichen Laufstrecke) gewählt sein.
Figur 9 zeigt im Vergleich die Ubertragungsfunktion 32 eines herkömmlichen Filters mit verschiedenen Zellen des ersten Typs (EWC-Zellen und HH-Zellen) sowie die Ubertragungsfunkti¬ on 31 eines Filters mit einem erfindungsgemaßen Wandler, der verschiedene Zellen des ersten Typs (EWC-Zellen) und des zweiten Typs (Normalfinger-Zellen) aufweist. Der Wandler ge¬ mäß Erfindung weist außerdem aus Splitfingern bestehende Zel¬ len auf.
In Figur 10 ist ausschnittsweise eine Weiterbildung der Er¬ findung gezeigt. Zwischen einer Stromsammeischiene SSl und dem Anregungsbereich AB des Wandlers ist ein transversaler Randbereich (Randspur RB) vorgesehen. Die Breite der Randspur RB in transversaler Richtung betragt annähernd λy/4, wobei λy die Wellenlange der transversalen Grundmode in der Randspur ist. In der Randspur RB ist keine Anregung der akustischen Welle in longitudinaler Richtung, sondern eine gezielte Ver¬ langsamung der im Anregungsbereich angeregten Welle vorgese¬ hen. Vorzugsweise weist der Wandler zwei Randspuren auf, die dafür sorgen, dass die transversale Grundmode nahezu recht¬ eckig wird, wobei die Einkopplung der Energie in die höheren Moden verringert wird.
Bei der in Figur 10 präsentierten Ausführung wird ein vollin¬ haltlicher Bezug auf die Figur 1 und die folgenden Stellen der Druckschrift DE 10331323 Al genommen: Seite 3, Zeile 25 bis Seite 4, Zeile 8; Seite 5, Zeile 4 bis Seite 6, Zeile 1.
Das Filter mit einem Wandler gemäß Erfindung weist eine ge¬ ringere Einfügedämpfung bei einer vergleichsweise großen Bandbreite auf.
Die Erfindung ist nur mit wenigen Beispielen dargestellt, ist allerdings auf diese oder die genannten Anwendungsbeispiele nicht beschränkt. In verschiedenen Ausführungsbeispielen vor¬ gestellte Elemente können miteinander kombiniert werden. Die Erfindung ist nicht auf die hier genannten Typen der SPUDT- Zellen beschränkt. Es können grundsätzlich beliebige SPUDT- Zellen als die Zellen des ersten Zelltyps verwendet werden.
Bezugszeichenliste
1 bis 8 Zellen des ersten Zelltyps
9 Zelle ohne Anregung und Reflexion
10a letzter Finger der Zelle ZIl
10b letzter Finger der Zelle ZIl'
IIa erster Finger einer Zelle
IIb erster Finger der darauffolgenden Zelle
31 Übertragungsfunktion eines Filter mit einem erfindungsgemäßen Wandler
32 Übertragungsfunktion eines herkömmlichen Filters AB Anregungsbereich des Wandlers
HH Hanma-Hunsinger Zellen
EE DART-Zellen
E Elektrische Anregung
R Reflexion
HOj Hanma-Hunsinger Zellen ohne Anregung
EOj EWC-Zellen ohne Anregung
HjO Hanma-Hunsinger Zellen ohne Reflexion
EjO EWC-Zellen ohne Reflexion
Zl, Zl', Zl'' Zellen des ersten Zelltyps
ZlI bis Z18 Zellen des ersten Zelltyps
Z2 Zellen des zweiten Zelltyps
Z21 bis Z26 Zellen des zweiten Zelltyps
Z3 Zelle des dritten Zelltyps (ohne Reflexion)
Z4 Zelle ohne Anregung
Bl erster Bereich des Wandlers in longitudinaler Richtung
B2 zweiter Bereich des Wandlers in longitudinaler Richtung
RB Randbereich in transversaler Richtung
551 erste Stromschiene
552 zweite Stromschiene Ll Länge der Zelle ZIl Ll' Länge der Zelle ZIl'
L Abstand zwischen einander zugewandten endständigen
Fingern 10a, IIa zweier Zellen L' Abstand zwischen einander zugewandten endständigen
Fingern 10b, IIb zweier Zellen FG2 Fingergruppe der Zelle Z2, Z2 '