Verfahren zum Kalibrieren einer kontrastmittelgestützten Perfusionsbildgebung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kalibrieren einer kontrastmittelgestützen Perfusi¬ onsbildgebung.
In der Medizin wird in zunehmendem Maße die Frage nach dem Durchblutungszustand von Gewebe gestellt, welcher auch als Perfusion bezeichnet wird. Insbesondere bei schweren neu¬ rologischen Erkrankungen wie dem Schlaganfall, dessen Ursache in einer teilweisen Minder- perfusion des Gehirns liegt, kann dies eine wichtige Information darstellen.
Bildgebenden Verfahren kommt hierbei eine besondere Rolle zu, da diese Angaben zur Größe und zur räumlichen Verteilung der Perfusionsstörung liefern (vgl. Barbier et al.: Methodology of Brain Perfusion Imaging, J. Magn. Reson. Imaging 13(2001)496-520).
Die kontrastmittelgestützte Perfusionsbildgebung des menschlichen Gehirns mit der Kerns¬ pintomographie ist eine klinische Standarddiagnostik und steht damit in Konkurrenz zu Perfü- sionsdarstellungen mit der Positron-Emissions-Tomographie (PET) und der Computertomo¬ graphie (CT). Von Bedeutung sind diese Methoden zur Diagnose neurologischer Erkrankun- gen, die mit einer gestörten Blutversorgung einhergehen, zum Beispiel einem Schlaganfall.
Bei einer kontrastmittelgestützten Perfusionsbildung wird dem Patienten ein paramagneti¬ sches Kontrastmittel in einem kurzen Zeitintervall venös appliziert. Das An- und Abflutver¬ halten im Gehirn kann mit schnellen T2*-gewichteten Sequenzen mit einer typischen Zeitauf¬ lösung von einer Sekunde in Voxeln von ca. 2 x 2 x 5 mm3 dynamisch bestimmt werden. Es sind eine Vielzahl von Algorithmen publiziert, die gemessene Kontrastmittelverläufe in Pa¬ rameter der zerebralen Perfusion übersetzen (vgl. zum Beispiel Helenius et al., Cerebral he- modynamics in a healthy population measured by dynamic susceptibility contrast MR ima¬ ging, Acta Radiologica, 44(2003) 538-546). Insbesondere der physikalische Parameter Fluß als das Produkt aus Geschwindigkeit und Volumen ist hier von besonderer Bedeutung. Für die Absolutquantifizierung des Volumens wird allerdings eine gerate- und patientenspezifischer Zusammenhang zwischen gemessener MR-Signalveränderung und dem entsprechenden Blut¬ volumen in einem Voxel benötigt.
Eines der bekannten Verfahren ist die dynamische Kontrastmittermessung im Kernspintomo¬ graphen. Hierbei wird ein paramagnetisches Kontrastmittel intravenös als Bolus appliziert
und dessen Ausbreitung räumlich und zeitlich detektiert. Die hierbei zum Einsatz kommende Meßmethode ist zumeist eine echo-planare Bildgebung (EPI), die eine hohe zeitliche Auflö¬ sung bei hinreichend großem Meßvolumen zuläßt. Dieses zur Gruppe der Gradienten-Echo- Sequenzen gehörende Verfahren liefert ein mit der Relaxationszeit T2* gewichtetes Bild, des- sen zeitabhängige Signalintensität S(t) in jedem Voxel durch die Konzentration des Kon¬ trastmittel C(t) gemäß
C(t) ~ -log(S(t)/S(0)) (1)
bestimmt ist. Dieses Verhalten gilt allerdings nur im Grenzfall niedriger Konzentration bzw. geringer Kapillardichte. In großen Arterien beispielsweise zerstören Sättigungs- und Partial- volumeneffekte sowie lokale Feldinhomogenitäten diesen Zusammenhang.
Aufgrund der physiologischen Variabilität des Körperkreislaufes in den das Blut transportie¬ renden Gefäßen und des Auftretens von Dispersionseffekten erreicht das Kontrastmittel weder in einer festen Zeit noch in dem ursprünglichen, durch Art und Dauer der Injektion vorgege¬ benen Konzentrations-Zeit- Verlauf das Gehirn. Um die Quantifizierung von dieser stark vari- ierenden Größe unabhängig zu machen, wird der Konzentrations-Zeit-Verlauf jedes Voxels (räumliche Verallgemeinerung des Pixels) mit dem in den hirnversorgenden Arterien mathe¬ matisch entfaltet
C(t) = CArterie(t) X R(t). (2)
Als Quelle des arteriellen Signalverlaufs dienen hierbei ausgewählte Voxel, die in ihrer Si- gnalcharakteristik (schneller, früher Anstieg der Konzentration auf hohen Wert) auf das Vor¬ handensein von Arterien im Inneren schließen lassen. Das Ergebnis der mathematischen Ent¬ faltung beschreibt dann die Perfusion, d.h. den Durchblutungszustand in jedem Voxel mittels einer Residuumsfünktion R(t), die über die Parameter zerebrales Blutvolumen (CBV), zere¬ braler Blutfluß (CBF) und „Mean Transit Time" (MTT) charakterisiert wird. Nachteilig ist, daß die Parameter CBV und CBF hierbei von der Wahl des arteriellen Voxels und damit von CArterie(t) direkt abhängig sind. Für die Quantifizierung der Perfusionsparameter werden daher arterielle Voxel mit reproduzierbarem Signalverhalten benötigt.
Zweckmäßig erscheint deshalb die Auswertung auf Basis von Voxeln, die sich vollständig innerhalb einer Arterie befinden. Sie können zur Kalibrierung des zerebralen Blutvolumens
(CBV) verwendet werden, indem ein globaler Kalibrationskoeffizient so bestimmt wird, daß das CBV dieses Voxels 100% erreicht und alle anderen Voxel der Messung entsprechend ska¬ liert werden. Allerdings sprechen die bereits oben angegebenen Störfaktoren wie Sättigungs¬ und Partialvolumeneffekte sowie lokale Feldinhomogenitäten gegen die Verwendung der hierfür notwendigen großen Arterien. In der Praxis dienen daher meist kleinere, in das Voxel eingebettete Gefäße des Blutkreislaufes als Quelle für das gemessene arterielle Signal. Diese eingebetteten Gefäße füllen also nur ein Teilvolumen des betrachteten Voxels aus. Hier fehlt dann aber die Möglichkeit zur Kalibrierung des CBV, da der Volumenanteil dieser eingebet¬ teten Gefäße am Voxel als auch der Beitrag des ebenfalls vom Kontrastmittel erreichbaren Restvolumens des Voxels nicht bekannt sind.
Für den Fall von Studien, die mit Gruppen von Probanden oder Patienten arbeiten, wird dieses Problem durch die Festlegung eines Gruppenmittels des CBV auf physiologisch sinnvolle Normwerte erreicht. Diese Normwerte werden entweder der Literatur entnommen oder in einer parallel durchgeführten Vergleichsstudie mit einem Goldstandard, wie z.B. dem PET (PET - Positron-Emissions-Tomographie), ermittelt. Dieser Ansatz erlaubt jedoch keine Er¬ mittlung von Parametern, aus denen Rückschlüsse über den Perfusionsstatus eines einzelnen Individuums ableitbar sind. Auch ist die Anwendung von Normwerten auf Patienten proble¬ matisch, da deren Krankheit diese potentiell beeinflussen kann.
Über die Bestimmung des Blutvolumens hinausgehend greift die Frage nach einer Kalibrie- rang von CBV auch direkt auf die Quantifizierung des CBF durch, da sich diese Größe aus dem Maximum der Residuumsfunktion bestimmt und daher mit dem CBV, dem Flächeninhalt der Residuumsfunktion, linear skaliert. Für die meisten Anwendungen in der Medizin ist aber der CBF die entscheidende Größe, da sie im Gegensatz zum CBV in der Lage ist, den Versor¬ gungszustand von Gewebe zu beurteilen.
Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren zum Kalibrieren einer kontrastmittelge- stützen Perfusionsbildgebung zu schaffen, welches eine genauere Bestimmung von perfusi- onsrelevanten Parametern unterstützt.
Diese Aufgabe wird erfϊndungsgemäß durch eine Verfahren nach dem unabhängigen An¬ spruch 1 gelöst.
Die Erfindung sieht ein Verfahren zum Kalibrieren einer kontrastmittelbasierten Perfüsions- bildgebung für einen Abschnitt eines Blutgefäßkreislaufes eines Probanden vor, bei dem eine Bilddarstellung von Kontrastmittel-Meßdaten der kontrastmittelbasierten Perfusionsbildge- bung für den Abschnitt des Blutgefaßkreislaufes mit einer Bilddarstellung von Angiographie- Meßdaten einer Angiographie-Messung des Abschnitt des Blutgefäßkreislaufes koregistriert wird, indem zwischen der Bilddarstellung der Kontrastmittel-Meßdaten und der Bilddarstel¬ lung der Angiographie-Meßdaten eine optimierte Überlappung einer oder mehrerer Arterien in dem Abschnitt des Blutgefaßkreislaufes gebildet wird, wodurch Bildelemente der Bilddar¬ stellung der Kontrastmittel-Meßdaten und Bildelemente der Bilddarstellung der Angio- graphie-Meßdaten einander zuordbar sind; und anschließend ein Kalibrierungsmaß für den Zusammenhang zwischen einer Signalintensität von Voxeln in der Bilddarstellung der Kon¬ trastmittel-Meßdaten und einem den Voxeln jeweils zugehörigen Blutvolumen ermittelt wird, indem aus den Angiographie-Meßdaten abgeleitete, geometrische Parameter für eine oder alle Arterien in dem Abschnitt des Blutgefaßkreislaufes den Voxeln aus den Kontrastmittel- Meßdaten der kontrastmittelbasierten Perfusionsbildgebung zugeordnet werden.
Mit Hilfe der Koregistrierung der Meßergebnisse verschiedener Verfahren, die einerseits den Verlauf der Verteilung des Kontrastmittels und andererseits eine Angiographie eines Ab¬ schnitts des Blutkreislaufes betreffen, wird eine für den Probanden individuelle Meßwertaus¬ wertung der kontrastmittelbasierten Perfusionsbildgebung ermöglicht. Hierdurch werden Feh- lerquellen ausgeschlossen, die bei einer Kalibrierung der kontrastmittelbasierten Perfusions¬ bildgebung auf Basis von Mittelwerten für Gruppen von Probanden auftreten können, ausge¬ schlossen. Insgesamt wird die Auswertegenauigkeit der ermittelten Meßwerte des Probanden für die kontrastmittelbasierte Perfusionsbildgebung erhöht.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf eine Zeichnung näher erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung zur Erläuterung der genutzten Meßverfahren; Fig. 2A eine MR- Angiographie eines Kopfes als MIP-Darstellung;
Fig. 2B eine Ko-Registrierung einer Bilddarstellung der Meßdaten der MR-Angiographie gemäß Fig. 2A mit einer Bilddarstellung einer Schicht aus einer T2*-gewichteten Bildgebung;
Fig. 2C eine auf das Volumen der T2*-gewichteten Schicht beschränkte Darstellung, hier dargestellt mit Hilfe einer überlagerten, schwarz dargestellten lokalen MIP- Dar¬ stellung;
Fig. 3A eine rechteckige Auswahl aus der T2*-gewichteten Schicht nach Anwendung der Marching-Cube-Rekonstruktion;
Fig. 3B die gleiche rechteckige Auswahl wie in Fig. 3A, jedoch in isometrischer Projekti¬ on senkrecht zu der Schicht;
Fig. 3C das Ergebnis einer Klassifikation, bei der rauschbedingte Artefakte entfernt sind; Fig. 3D die Auswahl eines einzelnen arteriellen Segments zur weiteren Analyse; Fig. 4A die Unterteilung eines arteriellen Segments in Voxelgruppen senkrecht zur Schichtführung;
Fig. 4B ein T2*-gewichtetes Bild bestehend aus wesentlich größeren Voxeln;
Fig. 4C die Überlagerung des in Voxelgruppen unterteilten arteriellen Segments mit einem T2*-gewichteten Bild; Fig. 4D das Ergebnis einer Optimierung der Position mit dem Ziel eines maximalen Korre¬ lationskoeffizienten zwischen der relativen Konzentration, berechnet aus T2*- Bildera, und dem Volumenanteil des arteriellen Segments je T2*-Voxel; und
Fig. 5 einen Zusammenhang zwischen relativer Konzentration und berechneten Volu¬ menanteilen je T2*-Voxel im Falle ausgeglichener Kontrastmittelkonzentration innerhalb der Blutgefäße.
Nachfolgend wird unter Bezugnahme auf die Fig. 1 bis 5 ein Verfahren zum Kalibrieren einer kontrastmittelgestützen Perfusionsbildgebung erläutert. Wesentliches Element des Ausfüh¬ rungsbeispiels ist es, daß das zerebrale Blutvolumen (CBV) mit Hilfe einer MR-Bildgebungs- technik (MR - Magnetresonanz), der MR- Angiographie, kalibriert wird.
Bei dem Verfahren werden MR-Bildungstechniken, die als solche bekannt sind, kombiniert, um den Zusammenhang zwischen Blutvolumen und Signalintensität in der individuellen Meßsituation und für Individuen zu kalibrieren. Dazu werden große Arterien des Gehirns mit einer hochaufgelösten MR-Angiographie (Auflösung derzeit ca. 0,5 x 0,5 x 1 mm3) aufge¬ nommen und mit einer schnellen T2*-gewichteten Bildgebung koregistriert (aufeinanderge- legt). Die räumliche Lage einer oder mehrerer Arterien wird auf dem Kontrastmittelbild ver¬ ändert, bis eine möglichst große Übereinstimmung zwischen beiden Meßdatendarstellungen
besteht. Nachdem die optimale Übereinstimmung ermittelt wurde, kann für jedes Voxel, das die Arterie(n) passiert, ein Partialvolumentanteil der Arterie(n) am jeweiligen Voxel ermittelt werden (Volumetrie). Mittels des Betrachten mehrerer Voxel ergibt sich ein Zusammenhang zwischen der Signalintensität in der T2*-gewichteten Bildgebung und dem Blutvolumen in den Voxel. Eine individuelle Kalibrierung wird so ermöglicht.
Bei dem Verfahren werden gemessene Rohdaten automatisch verarbeitet. Hierzu wird eine übliche Computervorrichtung genutzt, die über eine ausreichende Rechenkapazität verfügt, um die Bilddaten zu verarbeiten. Zum Ausführen des Verfahrens ist auf der genutzten Com¬ putervorrichtung, beispielsweise ein Personalcomputer, ein Anwendungsprogramm installiert, um die erfaßten Meßdaten der Bildgebungstechniken zu verarbeiten, wie dies im folgenden detailliert erläutert wird.
Bei der Messung der Rohdaten wird eine überlappende Messung auf Höhe einer Schicht 10 gemäß Fig. 1 ausgeführt. Angiographie-Daten werden so gemessen, daß eine Vielzahl von Ästen der Arteria cerebri media sich innerhalb des Meßvolumens befindet. Zur Evaluierung kann die Berechnung eines MEP (MEP - „maximum intensity projection")-Maps erfolgen.
Bei der Messung der Rohdaten werden beispielsweise die folgenden Meßverfahren verwen¬ det:
(i) Dynamische T2*-gewichtete Bildgebung (Beispiel: TE 54 ms; TR 0.8 s; TA 60 s; Ma¬ trix 128x128; 8 Schichten; Field-of-View 256 mm, Schichtdicke 6 mm) mit paramagneti- schem Kontrastmittel (Beispiel: 20 ml 0.5 M Gd-DTPA und nachfolgend 20 ml physio¬ logische Kochsalzlösung, Förderrate 4 ml/s); und
(ii) Time-of-flight MR-Angiographie (Beispiel: TE 6,5 ms; TR 39 ms; Matrix 128x128; 8 Schichten; Field-of-View 256 mm, Schichtdicke 0,875 mm, Field-of-View 200x200x56mm).
Fig. 2A zeigt eine MR-Angiographie eines Kopfes in einer Darstellung als MEP -Darstellung. Die Projektionsrichtung steht hierbei senkrecht auf den T2*-gewichteten Schichten über das volle Volumen der MR-Angiographie.
Zur Auswertung der Meßdaten wird gemäß Fig. 2B eine Ko-Registrierung einer Bilddarstel¬ lung der Meßdaten der MR- Angiographie (vgl. Fig. 2A) mit einer Bilddarstellung der Schicht 10 aus der T2*-gewichteten Bildgebung ausgeführt, was bedeutet, daß die Bilddarstellungen der mit Hilfe der beiden Meßverfahren ermittelten Rohdaten aufeinandergelegt werden. Die in den gemessenen Rohdaten von der Kernspintomographie-Messung enthaltenen Lageinforma¬ tionen definieren eine affine Transformation, die den Datenraum (Voxelraum) in ein kartesi- sches Koordinatensystem überführt.
Im nächsten Schritt wird eine lokale MIP-Darstellung (MIP-Map) ermittelt, die auf die aus¬ gewählte T2*-gewichtete Schicht 10 beschränkt ist, um geeignete arterielle Segmente (vgl. Fig. 2C) für eine anschließende 3D-Rekonstruktion auszuwählen. Dies geschieht mittels Auswahl eines rechteckigen Areals, das im weiteren zu verwendende Segmente einschließt. Fig. 2C zeigt eine auf das Volumen der T2*-gewichteten Schicht 10 beschränkte Darstellung, hier dargestellt mit Hilfe einer überlagerten, schwarz dargestellten lokalen MIP-Map. Diese Darstellung dient später der Auswahl von Regionen für die 3D-Segmentierung.
Es folgt in dem dargestellten Ausführungsbeispiel innerhalb des ausgewählten rechteckigen Areals eine dreidimensionale Rekonstruktion der Oberfläche der Arterien aus den mit der MR-Angiographie erhobenen Volumendaten mittels eines Marchmg-Cube-Algorithmus' (vgl. Fig. 3 A, 3B). Fig. 3 A zeigt eine rechteckige Auswahl aus der T2*-gewichteten Schicht 10 nach Anwendung der Marching-Cube-Rekonstruktion. Die kürzeste Seitenlänge ist hier die Schichtdicke. Fig. 3B zeigt die gleiche rechteckige Auswahl wie in Fig. 3A, jedoch in isome¬ trischer Projektion senkrecht zu der Schicht 10. Es wird ein Schwellenwert für die Signalin¬ tensität der Volumendaten bestimmt unter visueller Inspektion der Rekonstruktion in Echtzeit. Der Schwellenwert wird bevorzugt so gesetzt, daß rauschbedingte Rekonstruktionsartefakte in der Umgebung der Gefäße gerade im Entstehen begriffen sind. Die gesamte dreidimensionale Rekonstruktion erfolgt in einem zu den T2*-Daten kongruenten Raum, der in Schichtrichtung um einen ganzzahligen Faktor höher aufgelöst war (Beispiel: Faktor 5, horizontale Auflösung der T2*-Bildgebung: 2mm, Auflösung des Rekonstruktionraumes: 0.4mm) und auf den der angiographischer Datensatz linear interpoliert wurde.
Die 3D-rekonstruierten Daten werden nach Zusammengehörigkeit und Oberflächeninhalt in Cluster eingeteilt. Ziel ist die Unterscheidung zwischen realen Objekten und rauschbedingten
Artefakten. Dazu wird die vom Marching-Cube-Algorithmus zurückgegebene Triangulation der Oberfläche verwendet und daraus eine eindeutige Vertexliste generiert. Beginnend mit
einem beliebig ausgewählen Vertex kann die Erreichbarkeit anderer Vertices über das Drei¬ ecksnetz geprüft werden, bis die Auswahl an noch nicht erreichten Vertices erschöpft und damit ein Cluster generiert ist. Das Verfahren wird auf die Vertices, die noch zu keinem Clu¬ ster gehören, solange angewendet, bis alle Vertices einem Cluster zugeordnet sind. Die CIu- ster werden nach Oberflächeninhalt sortiert und aus den größten Vertretern erfolgt die Aus¬ wahl eines arteriellen Segments 30. Fig. 3C zeigt das Ergebnis einer Klassifikation nach der Größe der Segmente, bei der rauschbedingte Artefakte entfernt sind. Fig. 3D zeigt eine Dar¬ stellung eines ausgewählten arteriellen Segments 30, mit dem die weitere Analyse durchge¬ führt wird.
Für das Segment 30 erfolgt dann die Bestimmung des Volumenanteils je Voxel des Rekon¬ struktionraumes anhand der Lagebeziehung zum Cluster (innen/außen) und anschließend de¬ ren Zusammenfassung in Voxelgruppen senkrecht zur Schichtebene. Fig. 4A zeigt die Unter¬ teilung eines arteriellen Segments in Voxelgruppen senkrecht zur Schichtführung. Für jeden dieser Gruppen wird der Volumenanteil des Gefäßes am Gesamtvolumen bestimmt. Der Vo- lumenanteil wird damit zweidimensional hochaufgelöst kartiert.
Anschließend wird diese in Schichtrichtung hochaufgelöste Volumenverteilung mit einer Dar¬ stellung von T2*-Meßdaten zu einem frühen Zeitpunkt überlagert, bei dem das applizierte Kontrastmittel die Arterien gerade erreicht hat und das Kapillarbett in der Regel noch kein Kontrastmittel enthält. Fig. 4B zeigt ein T2*-gewichtetes Bild bestehend aus wesentlich grö- ßeren Voxeln. Die zu diesem Zeitpunkt mit der MR-Angiographie Gemeinsamkeit der aus¬ schließlichen Darstellung der Arterien wird zur Lagekorrektur der angiographischen Rekon¬ struktion mit den T2*-gewichteten Bilddaten benutzt.
Dazu wird die Position des 3D-rekonstruierten Gefäßes mit dem Ziel maximaler linearer Kor¬ relation zwischen Konzentration und Volumenanteil in Schichtrichtung variiert. Fig. 4C zeigt das T2*-gewichtete Bild nach Fig. 4B überlagert mit der Volumenverteilung des arteriellen Segments. Fig. 4D zeigt das Ergebnis einer Optimierung der Position. Ziel ist hierbei ein ma¬ ximaler Korrelationskoeffizient zwischen der relativen Konzentration, berechnet aus T2*- Bildern, und dem Volumenanteil des arteriellen Segments je T2*-Voxel. Das ermittelte Lage¬ optimum wird im folgenden für die Kalibrierung des Blutvolumens verwendet. Dazu werden Konzentration und Volumen zu einem späten Zeitpunkt, bei dem die Konzentration des Kon¬ trastmittels vollständig ausgeglichen ist, ausgewertet.
Unter den Annahme, daß sich die Kontrastmittelkonzentration zu diesem Zeitpunkt überall im Blutkreislauf ausgeglichen hat, ist die gemessene Konzentration proportional zum Blutvolu¬ men innerhalb eines Voxels. Außerhalb des rekonstruierten Segments liegt es in Form kleine¬ rer Gefäße bis hin zum Kapillarbett vor. Dieser Anteil ist der Messung durch die MR- Angiographie nicht zugänglich und liefert zu jedem Voxel einen zufälligen Beitrag. Dieser rechnet sich mit dem beobachtbaren, im rekonstruierten Gefäßsegment befindlichen Blutvo¬ lumen zu einem Gesamtblutvolumen je Voxel zusammen. Die vom ausgewählten arteriellen Segment mit unterschiedlichen Volumenanteilen durchdrungenen T2*-Voxel dienen im letz¬ ten Schritt der Analyse zur Kalibrierung des Blutvolumens.
Dazu werden die berechneten Volumenanteile je T2*- Voxel in der Umgebung des arteriellen Segments 30 gegen die relative Konzentration je T2*-Voxel aufgetragen. Fig. 5 zeigt einen Zusammenhang zwischen relativer Konzentration und den berechneten Volumenanteilen je T2*-Voxel im Falle ausgeglichener Kontrastmittelkonzentration innerhalb der Blutgefäße. Jeder Kreis der grafischen Darstellung markiert ein Voxel. Die gemessene Konzentration setzt sich zusammen aus unbestimmten Anteilen außerhalb des arteriellen Segments moduliert mit den zwischen den Voxeln untereinander variierenden Volumenanteilen des Segments. Den Fußpunkt der Geraden stellen die T2*-Voxel dar, in denen kein Teil des Segments liegt. Der Anstieg der Geraden stellt den Umrechnungsfaktor zwischen gemessener, relativer Konzen¬ tration des Kontrastmittels zu einem späten Zeitpunkt der Messung und dem Blutvolumen (ohne Berücksichtigung von Hämatokrit-Korrekturen o.a.) dar und kann nachfolgend global auf den gesamten T2*-gewichteten Datensatz zur Kalibrierung angewendet werden.
Das Verfahren wurde unter Bezugnahme auf ein T2*-gewichtetes Bildgebungsverfahren und Meßdaten von einer MR-Angiographie-Messung näher beschrieben. Grundsätzlich ist das Verfahren zur Kalibrierung für beliebige kontrastmittelgestützte Perfusionsbildgebung nutz- bar, wobei zur Ermittlung der geometrischen Parameter der Arterien auch Bilddarstellungen von Meßdaten anderer Meßverfahren nutzbar sind, wenn diese eine Koregistrierung erlauben.
Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und der Zeichnung offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen von Bedeutung sein.