LU103459B1 - Verfahren und Steuereinheit zum Betreiben eines Haushaltgeräts und Haushaltgerätesystem - Google Patents
Verfahren und Steuereinheit zum Betreiben eines Haushaltgeräts und HaushaltgerätesystemInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Haushaltgeräts (110), wobei das Haushaltgerät (110) eine Sensorvorrichtung (120) aufweist. Das Verfahren umfasst einen Schritt des Einlesens, einen Schritt des Ermittelns und einen Schritt des Ausgebens. Im Schritt des Einlesens wird ein Annäherungssignal eingelesen, das ein Vorhandensein eines mobilen Endgeräts (115) eines Nutzers (125) in einem Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung (120) repräsentiert. Im Schritt des Ermittelns wird ein individueller, unterscheidbarer Nutzer (125) aus dem Annäherungssignal und einer Zuordnungsvorschrift zur Zuordnung des Annäherungssignals zu dem individuellen Nutzer (125) ermittelt. Im Schritt des Ausgebens wird ein Ansteuersignals an das Haushaltgerät (110) ausgegeben, um das Haushaltgerät (110) anzusteuern, ansprechend auf eine Information zu dem ermittelten individuellen Nutzer (125).
Description
Beschreibung
Verfahren und Steuereinheit zum Betreiben eines Haushaltgeräts und Haushaltgerätesystem
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Steuereinheit zum Betreiben eines
Haushaltgeräts und ein Haushaltgerätesystem.
Ein Nutzer kann mittels einer Präsenzerkennung in der Nähe eines Hausgerätes über eine
Sensorik erkannt werden, die im Hausgerät selbst verbaut ist und auf den Nutzer reagieren kann. Darüber hinaus kann die Benutzeridentifikation und -lokalisierung über ein mitgeführtes
Smart-Device, wie beispielsweise einem Smartphone, erfolgen. Die Gerätereaktionen können dann über den UWB-Teilnehmer im Hausgerät intern angesteuert werden.
Der hier vorgestellte Ansatz stellt sich die Aufgabe, ein verbessertes Verfahren und eine verbesserte Steuereinheit zum Betreiben eines Haushaltgeräts und ein verbesserte
Haushaltgerätesystem zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren und eine Steuereinheit zum
Betreiben eines Haushaltgeräts und durch ein Haushaltgerätesystem mit den Merkmalen der ı5 Hauptanspriiche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, dass ein Verfahren geschaffen wird, das eine zuverlässige Ansteuerung eines Haushaltgeräts ermöglicht.
Ein entsprechendes Verfahren ist zum Betreiben eines Haushaltgeräts vorgesehen, wobei das Haushaltgerät eine Sensorvorrichtung aufweist. Das Verfahren umfasst einen Schritt des
Einlesens, einen Schritt des Ermittelns und einen Schritt des Ausgebens. Im Schritt des
Einlesens wird ein Annäherungssignal eingelesen, das ein Vorhandensein eines mobilen
Endgeräts eines Nutzers in einem Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung repräsentiert. Im
Schritt des Ermittelns wird ein individueller, unterscheidbarer Nutzer aus dem
Annäherungssignal und einer Zuordnungsvorschrift zur Zuordnung des Annäherungssignals zu dem individuellen Nutzer ermittelt. Im Schritt des Ausgebens wird ein Ansteuersignals an das Haushaltgerät ausgegeben, um das Haushaltgerät anzusteuern, ansprechend auf eine
Information zu dem ermittelten individuellen Nutzer.
Das Haushaltgerät kann sich in einer Küche mit anderen Haushaltgeräten befinden. Die
Sensorvorrichtung kann am Haushaltgerät oder benachbart zu dem Haushaltgerät angeordnet sein. Die Sensorvorrichtung kann einen Nutzer erfassen, wenn der Nutzer zumindest teilweise in dem Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung ist. Das mobile
Endgerät kann ebenfalls von der Sensorvorrichtung erfasst werden, wenn es zumindest teilweise In dem Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung ist. Unter Verwendung dieser
Informationen kann das Haushaltgerät automatisch angesteuert werden. Der hier vorgestellte
Ansatz kann daher auch als automatisierte App Funktionen via Cloud mit UWB Lokalisierung verstanden werden.
Mit dem hier vorgestellten Ansatz kann die Benutzeridentifikation mit der UWB-
Kommunikation anhand getragener mobiler Endgeräte, die auch als smarte Devices bezeichnet werden können, gelöst werden. Mittels UWB kann neben der Identifikation der
Nutzer auch lokalisiert werden. Durch die Lokalisierung können viele Assistenzfunktionen wie
Aufwecken aus dem Standby und Profilaufrufe umgesetzt werden, sobald der Nutzer in einem definierten Abstand detektiert wurde. Zudem können Anpassungen in der Geräte-
Software, unter anderem Profile über sämtliche Geräte, in denen nutzerspezifische
Einstellungen gespeichert werden und anhand der internen Komponentenkommunikation (UWB-Modul zu Host-System und Ul-Rechner) die Gerätefunktionen umgesetzt werden. Mit ı5 dem hier vorgestellten Ansatz kann zusätzlich die Identität des Nutzers erkannt werden. Beim
Mitführen des mobilen Endgeräts, das auch als Smartphone bezeichnet werden kann, auf dem die App, oder eine Mitbewerber App läuft, können Informationen über den Standort des
Nutzers übertragen und genutzt werden.
Alternativ zu UWB kann auch eine Lokalisierung eines Nutzers unter Verwendung von „Bluetooth Channel Sounding“ erfolgen. Der Einfachheit halber wird im Folgenden die vorliegende Erfindung ausschließlich am Beispiel von UWB beschrieben werden. Insoweit technisch möglich kann jedoch in allen beschriebenen Ausführungsformen UWB durch „Bluetooth Channel Sounding“ substituiert werden.
In anderen Worten ausgedrückt können mit dem hier vorgestellten Ansatz über App und
Cloud-Kommunikation Assistenzfunktionen und Routinen ausgelöst werden, da die App weil}, wann sich ein bestimmter Nutzer in der Nähe des Hausgeréates befindet. Zusätzlich kann die bestehende App und Cloud-Kommunikation, fiir eine erste schnelle Umsetzung der UWB- basierten Use-Cases, viel Aufwand in der Hausgerateentwicklung ersparen. Man kann vorhandene Remote Control Funktionen verwenden. Die Sensorvorrichtung, die auch als
UWB-Chip bezeichnet werden kann, kann hardwareseitig und softwareseitig kostengünstig und platzsparend eingebaut werden. Die hardwareseitige Einbindung kann durch Einbau eines vollumfanglichen UWB-Moduls (inkl. Antennen, UWB-IC, Mikrocontroller) und durch
Anbindung einer Stromversorgung (zum Beispiel 3,3 Volt) und simplen Kommunikation (zum
Beispiel 12C) durch ein 4-poliges Kabel erfolgen.
Im Schritt des Einlesens kann ein Abstand zwischen dem mobilen Endgerät und der
Sensorvorrichtung erfasst werde. Das Annaherungssignal kann dann ausgegeben werden,
wenn der Abstand geringer als ein Schwellwert ist. Zusätzlich oder alternativ kann im Schritt des Einlesens eine Position zwischen dem mobilen Endgerät und der Sensorvorrichtung erfasst werden. Das Annäherungssignal kann dann ausgegeben werden, wenn sich die
Position innerhalb eines Toleranzbereichs um eine Referenzrichtung von der s Sensorvorrichtung befindet. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass nur der Nutzer bzw. das mobile Endgerät von der Sensorvorrichtung erfasst werden, die sich in dem vordefinierten Abstand vor dem Haushaltgerät befinden. Eine unbeabsichtigte Ansteuerung des Haushaltgeräts durch einen anderen Nutzer kann auf diese Weise vermieden werden.
Im Schritt des Einlesens kann der Abstand und/oder die Position unter Verwendung eines
UWB-Signals erfasst werden. Der Abstand und/oder die Position können somit sehr genau eingelesen werden, beispielsweise im Zentimeterbereich.
Im Schritt des Ausgebens kann das Ansteuersignal derart ausgegeben werden, dass für unterschiedliche ermittelte Nutzer sich unterscheidende Funktionen angesteuert werden. Dies kann die Nutzerzufriedenheit erhöhen, da beispielsweise automatisch das Nutzerprofil des ı5 Nutzers aufgerufen wird und er sein Lieblingsgetränk zubereitet bekommt, wenn das
Haushaltgerät beispielsweise als eine Kaffeemaschine ausgebildet ist.
Im Schritt des Einlesens kann eine Identifikationsinformation vom mobilen Endgerät eingelesen werden und im Schritt des Ermittelns kann der individuelle Nutzer unter
Verwendung der Identifikationsinformation ermittelt werden.
Im Schritt des Einlesens kann das Annäherungssignal eingelesen werden, wenn als mobiles
Endgerät ein Mobiltelefon und/oder eine App auf einem Mobiltelefon des Nutzers und/oder eine RFID-Tag des Nutzers im Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung erkannt wird.
Das Verfahren kann einen Schritt des Erstellens eines Nutzerprofils umfassen, das eine von dem individuellen Nutzer vorab festgelegte oder festlegbare Einstellung des Haushaltgeräts repräsentieren kann. Dies kann ebenfalls die Nutzerzufriedenheit erhöhen. Beispielsweise kann bei erkannter Annäherung das Haushaltgerät eingeschaltet werden.
Im Schritt des Einlesens kann das Annäherungssignal an eine Schnittstelle zu einer externen
Zentraleinrichtung ausgeben werden. Zusätzlich oder alternativ kann im Schritt des Ermittelns der individuell ermittelte Nutzer an die Schnittstelle zu der externen Zentraleinrichtung ausgeben werden. Im Schritt des Ausgebens kann das Ansteuersignal von der Schnittstelle zu der externen Zentraleinrichtung an das Haushaltgerät eingelesen werden. Auch durch eine solche Ausführungsform können die Vorteile des hier beschriebenen Ansatzes sehr effizient realisiert werden.
Der hier vorgestellte Ansatz schafft ferner eine Steuereinheit, die ausgebildet ist, um die
Schritte einer Variante eines hier vorgestellten Verfahrens in entsprechenden Einrichtungen durchzuführen, anzusteuern bzw. umzusetzen. Auch durch diese Ausführungsvariante der
Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe schnell und effizient gelöst werden.
Die Steuereinheit kann ausgebildet sein, um Eingangssignale einzulesen und unter
Verwendung der Eingangssignale Ausgangssignale zu bestimmen und bereitzustellen. Ein
Eingangssignal kann beispielsweise ein über eine Eingangsschnittstelle der Steuereinheit einlesbares Sensorsignal darstellen. Ein Ausgangssignal kann ein Steuersignal oder ein
Datensignal darstellen, das an einer Ausgangsschnittstelle der Steuereinheit bereitgestellt werden kann. Die Steuereinheit kann ausgebildet sein, um die Ausgangssignale unter
Verwendung einer in Hardware oder Software umgesetzten Verarbeitungsvorschrift zu bestimmen. Beispielsweise kann die Steuereinheit dazu eine Logikschaltung, einen integrierten Schaltkreis oder ein Softwaremodul umfassen und beispielsweise als ein ı5 diskretes Bauelement realisiert sein oder von einem diskreten Bauelement umfasst sein.
Ein Haushaltgerätesystem weist eine Ausführungsform einer hierin genannten Steuereinheit, mindestens ein Haushaltgerät, ein mobiles Endgerät und eine externe Zentraleinrichtung auf.
Das Haushaltgerät und das mobile Endgerät sind über die externe Zentraleinrichtung signalübertragungsfähig miteinander verbunden.
Das Haushaltgerätesystem kann eine Sensorvorrichtung aufweisen, wobei die
Sensorvorrichtung am Haushaltgerät oder benachbart zu dem Haushaltgerät angeordnet sein kann. Bei der Sensorvorrichtung kann es sich beispielsweise um einen UWB-Tag handeln.
Von Vorteil ist auch ein Computer-Programmprodukt oder Computerprogramm mit
Programmcode, der auf einem maschinenlesbaren Träger oder Speichermedium wie einem
Halbleiterspeicher, einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert sein kann. Wird das Programmprodukt oder Programm auf einem Computer oder einer
Steuereinheit ausgeführt, so kann das Programmprodukt oder Programm zur Durchführung,
Umsetzung und/oder Ansteuerung der Schritte des Verfahrens nach einer der hier beschriebenen Ausführungsformen verwendet werden.
Auch wenn der beschriebene Ansatz anhand eines Haushaltgeräts beschrieben wird, kann der hier beschriebene Ansatz entsprechend im Zusammenhang mit einem gewerblichen oder professionellen Gerät, beispielsweise einem medizinischen Gerät, wie einem Reinigungs- oder Desinfektionsgerät, einem Kleinsterilisator, einem Großraumdesinfektor oder einer
Container-Waschanlage eingesetzt werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
Figur 1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines
Haushaltgerätesystems; 5 Figur2 ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens zum
Betreiben eines Haushaltgeräts; und
Figur 3 ein Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels einer Steuereinheit zum
Betreiben eines Haushaltgeräts.
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines
Haushaltgerätesystems 100.
Das Haushaltgerätesystem 100 ist beispielsweise Teil einer Küche 105 und weist mindestens ein Haushaltgerät 110, ein mobiles Endgerät 115 und eine externe Zentraleinrichtung 120 auf. Das Haushaltgerät 110 und das mobile Endgerät 115 sind über die externe ı5 Zentraleinrichtung 118 signalübertragungsfähig miteinander verbunden. Das
Haushaltgerätesystem weist zusätzlich eine Sensorvorrichtung 120 auf. Die
Sensorvorrichtung 120 ist lediglich beispielhaft an dem Haushaltgerät 110 angeordnet.
Alternativ ist die Sensorvorrichtung 120 benachbart zu dem Haushaltgerät 110 anordenbar.
Gemäß dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel ist ein Nutzer 125 in der Küche 105. Der
Nutzer 125 trägt das mobile Endgerät 115 beispielsweise in der Hand und nähert sich dem
Haushaltgerät 110. Sobald der Nutzer 125 im Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung 120 ist, wird er von der Sensorvorrichtung 120 erfasst. Lediglich beispielhaft ist der Nutzer 125 einen Meter vom Haushaltgerät 110 entfernt und wird hier von der Sensorvorrichtung 120 erfasst.
Zeitgleich oder zeitig versetzt wird ein Vorhandensein des mobilen Endgeräts 115 von der
Sensorvorrichtung 120 eingelesen. Unter Verwendung des erkannten mobilen Endgeräts 115 und einer Zuordnungsvorschrift wird der Nutzer 125 individuell und unterscheidbar ermittelt.
Unter Verwendung dieser Informationen wird das Haushaltgerät 110 angesteuert, wobei das
Haushaltgerät 110 lediglich beispielhaft als eine Kaffeemaschine ausgebildet ist.
In anderen Worten ausgedrückt nähert sich der Nutzer 125 dem Haushaltgerät 110, das auch als Kaffeeautomat bezeichnet werden kann, an, an dem sich die Sensorvorrichtung 120 befindet, die auch als UWB-Tag bezeichnet werden kann. Die Sensorvorrichtung 120 wurde in der App des mobilen Endgeräts 115 des Nutzers 125 beispielsweise als Kaffee-Tag angelernt. Bei Annäherung an das Haushaltgerät 110 schaltet die App über die Verbindung zur externen Zentraleinrichtung 118, die auch als Cloud-Verbindung bezeichnet werden kann, das Haushaltgerät 110 ein und lädt das Nutzerprofil des Nutzers 125.
Der hier vorgestellte Ansatz erleichtert beispielsweise den Aufwand zur Umsetzung UWB basierter Use-Cases. UWB basierte Use-Cases sind Anwendungen und Assistenzfunktionen, die den Bedienkomfort für den Nutzer 125 verbessern. Sie basieren auf Kenntnis der Identität und der relativen Position des Nutzers 125 zum Haushaltgerät 110. Wird der Aufwand zur
Umsetzung verringert, verringern sich die Time-to-Market und die Entwicklungskosten.
Gelöst wird die Aufgabe, indem man die Remote Control Funktionen der App ausnutzt und erweitert. Die App kommuniziert über die externe Zentraleinrichtung 118 mit den
Haushaltgeraten des Nutzers 125. Die App löst beispielsweise verschiedene
Gerätefunktionen aus, beispielsweise das Einschalten und Ausschalten des Haushaltgerätes 110. Bei einem Kaffeeautomaten wird beispielsweise das in der App hinterlegte Profil übertragen und aufgerufen. Es ist bei bestimmten Geräten auch möglich über die App eine automatisierte Tür zu öffnen und/oder zu schließen. Dies ist auch bei weiteren Hausgeräten ı5 Möglich, zum Beispiel beim Kühlschrank.
Die Funktionen werden bisher aktiv durch Bedienung des Nutzers 125 ausgelöst. Sobald die
App aber die Information bekommt wo sich der Nutzer 125 relativ zu einem Haushaltgerät 110 befindet, werden diese Funktionen aber auch automatisch und damit als
Assistenzfunktion aufgerufen. Das automatische Einschalten eines Kaffeeautomaten und der automatische Aufruf eines Nutzerprofils bei Annäherung eines Nutzers 125 ist eine solche
Assistenzfunktion.
In der einfachsten Ausführung des hier vorgestellten Ansatzes hat der Nutzer 125 die
Sensorvorrichtung 120 in seiner App als Tag des Haushaltgerats 110, hier der
Kaffeeautomat, angelernt, den er dann in der Nahe des Haushaltgeräts 110 anbringt. Dies ist beispielsweise direkt vorne am Haushaltgerät 110, an der Seite, hinten, oder in unmittelbarer
Nahe an einem Kiichenschrank, der Wand, als Einsteckmodul an der Steckdose, oder liegend auf der Arbeitsplatte. Die App erkennt bei Annäherung die ID der Sensorvorrichtung 120 und misst per UWB den prazisen Abstand. In der App programmiert der Nutzer 125 dann eine Routine, beispielsweise, dass bei erkannter Annäherung an die Sensorvorrichtung 120, beispielsweise auch zu einer bestimmten Uhrzeit, das Haushaltgerät 110 eingeschalt und sein Nutzerprofil aufgerufen wird. Die Funktionen gibt es bereits in der App und werden über die externe Zentraleinrichtung 118 an das vernetzte Haushaltgerät 110 gesendet. Über diesen Weg lassen sich sämtliche bereits vorhandene App-Funktionen als automatisierte
Assistenzfunktionen nutzen. Die App erkennt und erlernt auch bestimmte Nutzungsverhalten, um dem Nutzer 125 Assistenzfunktionen und Routinefunktionen anzubieten. Hierzu liegt die
Information vor, wann sich ein bestimmter Nutzer 125 an einem Haushaltgerät 110 aufhält und dieses bedient.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel wird das UWB-Modul auch im Haushaltgerät 110 integriert und wird von diesem über eine Anbindung versorgt. Später kommuniziert dann auch durch nachträgliche Softwareupdates das UWB-Modul mit dem geräteinternen Host-Rechner.
Bis dahin reicht aber die Versorgung aus und die Use-Cases werden nach dem hier vorgestellten Ansatz umgesetzt. Erweiterte Funktionen sind umsetzbar, sogar sicherheitsrelevante Funktionen, bei denen der Nutzer 125 in einem beaufsichtigten Bereich zum Haushaltgerät 110 anwesend sein muss. Durch Kenntnis, dass das UWB-Modul fest im
Haushaltgerat 110 verbaut ist und durch zusätzliche Präsenzdetektion im mobilen Endgerät 115, sind so weitere Funktionen über die App und Cloud-Kommunikation umsetzbar.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist das UWB-Modul auch ein am Markt verfügbares
UWB-fahiges Fremdgerät, das so über die App mit eingebunden wird, sofern das Fremdgerät dies zulässt. ı5 Sensorisch wird die Kenntnis über die Position des Nutzers 125 beispielsweise auch über andere Technologien detektiert. Reicht dem Nutzer 125 eine raumgenaue Ortung für seine
Routine aus, so kann alternativ zu UWB auch eine Bluetoothverbindung genutzt werden. Bei gerätegenauer Ortung kann eine MotionReact Sensorik im Haushaltgerät 110 verwendet werden, um zu erkennen, dass sich der Nutzer 125 gerade einem Haushaltgerät 110 annähert, oder sich im Bedienabstand befindet. Auch hier können zur Umsetzung von
Assistenzfunktionen bestehende App-Funktionen und die Cloud-Kommunikation zum
Auslösen der Gerätefunktionen verwendet werden. Der hier vorgestellte Ansatz ist in der App und für Haushaltgeräte, für die Funktionen vorhanden sind, die automatisiert werden können, anwendbar.
Figur 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Ausführungsbeispiels eines Verfahrens 200 zum
Betreiben eines Haushaltgeräts. Das Verfahren 200 ist ausgebildet, um das Haushaltgerät aus Figur 1 oder ein ähnliches Haushaltgerät zu betreiben.
Hierzu umfasst das Verfahren 200 einen Schritt 205 des Einlesens, einen Schritt 210 des
Ermittelns und einen Schritt 215 des Ausgebens. Optional umfasst das Verfahren 200 einen
Schritt 220 des Erstellens.
Im Schritt 205 des Einlesens wird ein Annäherungssignal eingelesen, das ein Vorhandensein eines mobilen Endgeréts eines Nutzers in einem Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung repräsentiert. Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird im Schritt 205 des Einlesens ein
Abstand zwischen dem mobilen Endgerät und der Sensorvorrichtung erfasst, wobei das
Annäherungssignal dann ausgegeben wird, wenn der Abstand geringer als ein Schwellwert ist. Zusätzlich oder alternativ wird im Schritt 205 des Einlesens eine Position zwischen dem mobilen Endgerät und der Sensorvorrichtung erfasst, wobei das Annäherungssignal dann ausgegeben wird, wenn sich die Position innerhalb eines Toleranzbereichs um eine
Referenzrichtung von der Sensorvorrichtung befindet. Beispielsweise wird im Schritt 205 des
Einlesens der Abstand und/oder die Position unter Verwendung eines UWB-Signals eingelesen.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel wird im Schritt 205 des Einlesens das
Annäherungssignal eingelesen, wenn als mobiles Endgerät ein Mobiltelefon und/oder eine
App auf einem Mobiltelefon des Nutzers und/oder eine RFID-Tag des Nutzers im
Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung erkannt wird.
Im Schritt 210 des Ermittelns wird ein individueller, unterscheidbarer Nutzer aus dem
Annäherungssignal und einer Zuordnungsvorschrift zur Zuordnung des Annäherungssignals zu dem individuellen Nutzer ermittelt. Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird im Schritt 205 ı5 des Einlesens eine Identifikationsinformation vom mobilen Endgerät eingelesen und im
Schritt 210 des Ermittelns der individuelle Nutzer unter Verwendung der
Identifikationsinformation ermittelt.
Im Schritt 215 des Ausgebens wird ein Ansteuersignals an das Haushaltgerät ausgegeben, um das Haushaltgerät anzusteuern, ansprechend auf eine Information zu dem ermittelten individuellen Nutzer. Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird im Schritt 215 des Ausgebens das Ansteuersignals derart ausgegeben, dass für unterschiedliche ermittelte Nutzer sich unterscheidende Funktionen angesteuert werden.
Im Schritt 205 des Einlesens wird das Annäherungssignal an eine Schnittstelle zu einer externen Zentraleinrichtung ausgeben. Zusätzlich oder alternativ wird im Schritt 210 des
Ermittelns der individuell ermittelte Nutzer an die Schnittstelle zu der externen
Zentraleinrichtung ausgeben. Im Schritt 215 des Ausgebens wird das Ansteuersignal von der
Schnittstelle zu der externen Zentraleinrichtung an das Haushaltgerät eingelesen.
Im Schritt 220 des Erstellens wird beispielsweise ein Nutzerprofil erstellt, das eine von dem individuellen Nutzer vorab festgelegte oder festlegbare Einstellung des Haushaltgeräts repräsentiert.
Figur 3 zeigt ein Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels einer Steuereinheit 300 zum
Betreiben eines Haushaltgeräts. Die Steuereinheit 300 ist ausgebildet, um das Verfahren aus
Figur 2 oder ein ähnliches Verfahren anzusteuern und/oder auszuführen.
Dazu weist die Steuereinheit 300 eine Einheit 305 zum Einlesen, eine Einheit 310 zum
Ermitteln und eine Einheit 315 zum Ausgeben auf. Optional weist die Steuereinheit 300 eine
Einheit 320 zum Erstellen auf.
Die Einheit 305 zum Einlesen ist ausgebildet, um ein Annäherungssignal 308 einzulesen, das ein Vorhandensein eines mobilen Endgeräts eines Nutzers in einem Erfassungsbereich der
Sensorvorrichtung repräsentiert. Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist Einheit 305 zum
Einlesen ausgebildet, um einen Abstand zwischen dem mobilen Endgerät und der
Sensorvorrichtung einzulesen, wobei das Annäherungssignal 308 dann ausgegeben wird, wenn der Abstand geringer als ein Schwellwert ist. Zusätzlich oder alternativ ist Einheit 305
Zum Einlesen ausgebildet, um eine Position zwischen dem mobilen Endgerät und der
Sensorvorrichtung einzulesen, wobei das Annäherungssignal 308 dann ausgegeben wird, wenn sich die Position innerhalb eines Toleranzbereichs um eine Referenzrichtung von der
Sensorvorrichtung befindet. Beispielsweise wird der Abstand und/oder die Position unter
Verwendung eines UWB-Signals eingelesen.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel ist Einheit 305 zum Einlesen ausgebildet, um das Annäherungssignal 308 einzulesen, wenn als mobiles Endgerät ein Mobiltelefon und/oder eine App auf einem Mobiltelefon des Nutzers und/oder eine RFID-Tag des Nutzers im Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung erkannt wird.
Die Einheit 310 zum Ermitteln ist ausgebildet, um einen individuellen, unterscheidbaren
Nutzer aus dem Annäherungssignal und einer Zuordnungsvorschrift zur Zuordnung des
Annäherungssignals zu dem individuellen Nutzer zu ermitteln. Gemäß einem
Ausführungsbeispiel ist Einheit 305 zum Einlesen ausgebildet, um eine
Identifikationsinformation vom mobilen Endgerät einzulesen und die Einheit 310 zum
Ermitteln ausgebildet, um den individuellen Nutzer unter Verwendung der
Identifikationsinformation zu ermitteln.
Die Einheit 315 zum Ausgeben ist ausgebildet, um ein Ansteuersignal 318 an das
Haushaltgerät auszugeben, um das Haushaltgerät anzusteuern, ansprechend auf eine
Information zu dem ermittelten individuellen Nutzer. Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Einheit 315 zum Ausgeben ausgebildet, um das Ansteuersignal 318 derart auszugeben, dass für unterschiedliche ermittelte Nutzer sich unterscheidende Funktionen angesteuert werden.
Die Einheit 305 zum Einlesen ist ausgebildet, um das Annäherungssignal 308 an eine
Schnittstelle zu einer externen Zentraleinrichtung auszugeben. Zusätzlich oder alternativ ist die Einheit 310 zum Ermitteln ausgebildet, um den individuell ermittelten Nutzer an die
Schnittstelle zu der externen Zentraleinrichtung auszugeben. Die Einheit 315 zum Ausgeben ist ausgebildet, um das Ansteuersignal 318 von der Schnittstelle zu der externen
Zentraleinrichtung an das Haushaltgerät einzulesen.
Die Einheit 320 zum Erstellen ist ausgebildet, um ein Nutzerprofil zu erstellen, das eine von dem individuellen Nutzer vorab festgelegte oder festlegbare Einstellung des Haushaltgeräts repräsentiert.
Claims (12)
1. Verfahren (200) zum Betreiben eines Haushaltgeräts (110), wobei das Haushaltgerät (110) eine Sensorvorrichtung (120) aufweist, wobei das Verfahren (200) die folgenden Schritte umfasst: Einlesen (205) eines Annäherungssignals (308), das ein Vorhandensein eines mobilen Endgeräts (115) eines Nutzers (125) in einem Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung (120) repräsentiert; Ermitteln (210) eines individuellen, unterscheidbaren Nutzers (125) aus dem Annäherungssignal (308) und einer Zuordnungsvorschrift zur Zuordnung des Annäherungssignals (308) zu dem individuellen Nutzer (125); und Ausgeben (215) eines Ansteuersignals (318) an das Haushaltgerät (110), um das Haushaltgerät (110) anzusteuern, ansprechend auf eine Information zu dem ermittelten individuellen Nutzer (125). ı5
2. Verfahren (200) gemäß Anspruch 1, wobei im Schritt (205) des Einlesens ein Abstand zwischen dem mobilen Endgerät (115) und der Sensorvorrichtung (120) erfasst wird, wobei das Annäherungssignal (308) dann ausgegeben wird, wenn der Abstand geringer als ein Schwellwert ist und /oder wobei im Schritt (205) des Einlesens eine Position zwischen dem mobilen Endgerät (115) und der Sensorvorrichtung (120) erfasst wird, wobei das Annäherungssignal (308) dann ausgegeben wird, wenn sich die Position innerhalb eines Toleranzbereichs um eine Referenzrichtung von der Sensorvorrichtung (120) befindet.
3. Verfahren (200) gemäß Anspruch 2, bei dem im Schritt (205) des Einlesens der Abstand und/oder die Position unter Verwendung eines UWB-Signals erfasst wird.
4. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei im Schritt (215) des Ausgebens das Ansteuersignals (318) derart ausgegeben wird, dass für unterschiedliche ermittelte Nutzer (125) sich unterscheidende Funktionen angesteuert werden.
5. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (205) des Einlesens eine Identifikationsinformation vom mobilen Endgerät (115) eingelesen wird und im Schritt (210) des Ermittelns der individuelle Nutzer (125) unter Verwendung der Identifikationsinformation ermittelt wird.
6. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (205) des Einlesens das Annäherungssignal (308) eingelesen wird, wenn als mobiles Endgerät (115) ein Mobiltelefon und/oder eine App auf einem Mobiltelefon des Nutzers (125) und/oder eine RFID-Tag des Nutzers (125) im Erfassungsbereich der Sensorvorrichtung (120) erkannt wird.
7. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit (220) einem Schritt des Erstellens eines Nutzerprofils, das eine von dem individuellen Nutzer (125) vorab festgelegte oder festlegbare Einstellung des Haushaltgeräts (110) repräsentiert.
8. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei im Schritt (205) des Einlesens das Annäherungssignal (308) an eine Schnittstelle zu einer externen Zentraleinrichtung (118) ausgeben wird und/oder wobei im Schritt (210) des Ermittelns der individuell ermittelte Nutzer (125) an die Schnittstelle zu der externen Zentraleinrichtung (118) ausgeben wird, wobei im Schritt (215) des Ausgebens das Ansteuersignal (318) von der Schnittstelle zu der externen Zentraleinrichtung (118) an das Haushaltgerät (110) eingelesen wird.
9. Steuereinheit (300), die ausgebildet ist, um die Schritte (205, 210, 215, 220) des Verfahrens (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 8 in entsprechenden Einheiten (305, 310, 315, 320) auszuführen und/oder anzusteuern.
10. Haushaltgerätesystem (100) mit einer Steuereinheit gemäß Anspruch 9, mit mindestens einem Haushaltgerät (110), einem mobilen Endgerät (115) und einer externen Zentraleinrichtung (118), wobei das Haushaltgerät (110) und das mobile Endgerät (115) über die externe Zentraleinrichtung (118) signalübertragungsfähig miteinander verbunden sind.
11. Haushaltgerätesystem (100) gemäß Anspruch 10, mit einer Sensorvorrichtung (120), wobei die Sensorvorrichtung (120) am Haushaltgerät (110) oder benachbart zu dem Haushaltgerät (110) angeordnet ist.
12. Computer-Programmprodukt mit Programmcode zur Durchführung des Verfahrens (200) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wenn das Computer-Programmprodukt auf einer Steuereinheit (300) gemäß Anspruch 11 ausgeführt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| LU103459A LU103459B1 (de) | 2024-11-19 | 2024-11-19 | Verfahren und Steuereinheit zum Betreiben eines Haushaltgeräts und Haushaltgerätesystem |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| LU103459A LU103459B1 (de) | 2024-11-19 | 2024-11-19 | Verfahren und Steuereinheit zum Betreiben eines Haushaltgeräts und Haushaltgerätesystem |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| LU103459B1 true LU103459B1 (de) | 2026-05-19 |
Family
ID=93704705
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| LU103459A LU103459B1 (de) | 2024-11-19 | 2024-11-19 | Verfahren und Steuereinheit zum Betreiben eines Haushaltgeräts und Haushaltgerätesystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| LU (1) | LU103459B1 (de) |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US20170026506A1 (en) * | 2013-12-18 | 2017-01-26 | BSH Hausgeräte GmbH | Method for changing over domestic appliances between an at-home mode and a not-at-home mode, portable operating apparatus, system and computer program product |
| US20220180732A1 (en) * | 2020-12-04 | 2022-06-09 | Haier Us Appliance Solutions, Inc. | Appliance with user position determinaton based on mobile device |
| WO2023131392A1 (en) * | 2022-01-04 | 2023-07-13 | Electrolux Appliances Aktiebolag | Household appliance with restricted functionalities |
| EP4531017A1 (de) * | 2023-09-27 | 2025-04-02 | Miele & Cie. KG | Haushaltsgerätesystem eines raumes |
-
2024
- 2024-11-19 LU LU103459A patent/LU103459B1/de active IP Right Grant
Patent Citations (4)
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| FG | Patent granted |
Effective date: 20260519 |