EP4791932A1 - Textilmaschine, verfahren zum betreiben der textilmaschine und systemteil - Google Patents

Textilmaschine, verfahren zum betreiben der textilmaschine und systemteil

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EP4791932A1
EP4791932A1 EP24783636.4A EP24783636A EP4791932A1 EP 4791932 A1 EP4791932 A1 EP 4791932A1 EP 24783636 A EP24783636 A EP 24783636A EP 4791932 A1 EP4791932 A1 EP 4791932A1
Authority
EP
European Patent Office
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control
spring element
contact
system part
textile machine
Prior art date
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Pending
Application number
EP24783636.4A
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English (en)
French (fr)
Inventor
Uwe Stingel
Bennet Weisbach
Jörg Sauter
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Groz Beckert KG
Original Assignee
Groz Beckert KG
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Publication date
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Abstract

Die Erfindung betrifft eine Textilmaschine (1), die mit hohen Geschwindigkeiten betrieben werden kann und dabei einen geringen Energieverbrauch hat, sowie ein Verfahren zum Betreiben der Textilmaschine (1) und ein Systemteil (2) für die Textilmaschine (1). Die erfindungsgemäße Textilmaschine (1) umfasst ein Systemteil (2), das mit einem Federelement (4) gefedert ist, wobei sich die Federkonstante (CF) des Federelementes (4) in Abhängigkeit des Steuerweges einer Steuerfläche des Systemteils (2) ändert. Dadurch ist es möglich mit dem Federelement (4) eine große maximale Federkraft bereitzustellen und gleichzeitig die Federkraft über lange Phasen des Betriebs der Textilmaschine (1) gering zu halten, so dass im Betrieb möglichst geringe Reibungsverluste entstehen und ein geringer Energieverbrauch erzielt wird.

Description

Textilmaschine, Verfahren zum Betreiben der Textilmaschine und Systemteil
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Textilmaschine zur Herstellung von Maschenwaren, ein Verfahren zum Betreiben dieser Textilmaschine und ein Systemteil für die Textilmaschine. Es sind verschiedenste Arten von Textilmaschinen bekannt, zum Beispiel Flachstrickmaschinen, Rundstrickmaschinen oder Kettenwirkmaschinen. Textilmaschinen zur Herstellung von Maschenwaren zeichnen sich dadurch aus, dass sie Maschenbildungsmittel umfassen, mit denen Maschen gebildet werden können. Um die Maschenbildung zu steuern und insbesondere um aufwendige Muster bei der Herstellung von Maschenware zu erzeugen, sind Textilmaschinen häufig mit Steuervorrichtungen ausgestattet, die es ermöglichen die Maschenbildungsmittel über ein Systemteil einzeln anzusteuem oder auszuwählen. Das Maschenbildungsmittel kann dabei einteilig an das Systemteil angeformt sein oder Bestandteil eines einzelnen Textil Werkzeugs sein, das mit dem Systemteil funktionell zusammen arbeitet. Die Ansteuerung kann auch über mehrere Systemteile, die funktionell miteinander Zusammenarbeiten, erfolgen.
[0002] Üblicherweise erfolgt die Steuerung dadurch, dass ein Systemteil in Abhängigkeit der Position einer Steuerfläche des Systemteils mit der oder den Antrieb svorrichtungen der Textilmaschine in Eingriff steht oder nicht in Eingriff steht. Übliche Antriebsvorrichtungen sind zum Beispiel Schlossteile, Zylinder oder Rippscheiben. Um die Position der Steuerfläche entlang eines vorgegebenen Steuerweges einzustellen, kann mit der Steuervorrichtung eine Steuerkraft auf das Systemteil ausgeübt werden. Das Systemteil liegt dabei üblicherweise mit einer Auflagefläche in einer Nut der Textilmaschine auf, so dass es gegen die Steuerkraft abgestützt ist. Zwischen der Auflagefläche und der Steuerfläche ist ein Federelement des Systemteils angeordnet, das bei Beaufschlagung der Steuerfläche mit der Steuerkraft einfedert und so eine Auslenkung der Steuerfläche um einen Steuerweg ermöglicht. Die Federkraft des Federelementes wirkt dabei entsprechend als Gegenkraft zu der Steuerkraft und bewirkt eine Rückstellung der Steuerfläche in ihre Ausgangsposition, wenn keine oder eine geringere Steuerkraft auf die Steuerfläche ausgeübt wird. Da die Federkraft direkt von der Steuerkraft abhängig ist, verhält sie sich über den Steuerweg qualitativ wie die Steuerkraft, kann aber einen anderen Betrag aufweisen. Üblicherweise steht das Systemteil in seiner Ausgangsposition mit einer Antrieb svorrichtung der Textilmaschine in Kontakt und kann entsprechend durch die Auslenkung der Steuerfläche in eine Position gebracht werden, in der das Systemteil keinen Kontakt zu einer Antriebsvorrichtung der Textilmaschine hat. So kann also gesteuert werden, ob das Systemteil angetrieben oder nicht angetrieben wird. Genauso kann eine Textilmaschine aber auch derart gestaltet sein, dass ihr Systemteil in seiner Ausgangsposition, wenn keine Steuerkraft auf das Systemteil ausgeübt wird, nicht mit einer Antrieb svorrichtung in Kontakt steht und erst durch Beaufschlagung mit der Steuerkraft mit einer Antriebsvorrichtung der Textilmaschine in Kontakt gebracht werden kann.
[0003] Eine solche Textilmaschine ist aus der DE102010017950A1 bekannt. Die Textilmaschine weist eine Auswahlplatine auf, die ein Systemteil ist, über das ein Textil Werkzeug mit Maschenbildungsmittel einzeln ausgewählt werden kann. Die Auswahl ist über einen Endabschnitt, der schwenkbar an einem federnden Abschnitt der Auswahlplatine befestigt ist, möglich. Wenn der Endabschnitt in eine Auswahl Stellung verschwenkt wird, kann über eine Vortriebsfläche eine Antriebskraft auf die Auswahlplatine übertragen werden. Um zu steuern, ob der Endabschnitt in die Auswahl Stellung oder eine Nicht-Auswahlstellung verschwenkt wird, kann mit einem Magneten eine Kraft ausgeübt werden, der der Federkraft des federnden Abschnitts entgegenwirkt. Der Magnet übernimmt dabei die Funktion der Steuervorrichtung. Um die Endpositionen der Schwenkbewegung des Endabschnitts festzulegen, weist das Auswahlteil Anschläge auf. Durch Kontakt des federnden Abschnitts mit diesen Anschlägen wird die Schwenkbewegung begrenzt. Nach dem Kontakt mit den Anschlägen kann der Endabschnitt daher nicht weiter ausgelenkt werden. Der Einsatz solcher Auswahlplatinen oder ähnlicher Systemteile mit einem Federelement hat sich in Textilmaschinen bereits vielfach bewiesen. Textilmaschinen werden jedoch stetig weiterentwickelt und insbesondere die Betriebsgeschwindigkeiten werden dabei immer weiter erhöht. Es hat sich gezeigt, dass Textilmaschinen, bei denen die Ansteuerung des Maschenbildungsmittels über bekannte Systemteile mit Federelementen erfolgt, nicht für hohe Betriebsgeschwindigkeiten geeignet sind, weil die Rückstellung der Systemteile über das Federelement zu langsam ist. Eine Erhöhung der Rückstellgeschwindigkeit durch eine steifere Ausführung des Federelementes ist aber unerwünscht, weil diese auch die Reibkräfte in der Textilmaschine und somit den Energieverbrauch erhöhen würde. Da eine Textilmaschine häufig 1000 oder sogar mehr Systemteile umfasst, kann bereits eine kleine Erhöhung der Federkraft an jedem dieser Systemteile zu einer wesentlichen Erhöhung des Energieverbrauchs und des Verschleiß führen.
[0004] Ausgehend vom Stand der Technik ist es daher die Aufgabe der Erfindung eine Textilmaschine mit einem Systemteil anzugeben, die mit hohen Geschwindigkeiten betrieben werden kann und dabei einen geringen Energieverbrauch hat. Es ist außerdem die Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zum Betreiben der Textilmaschine und ein Systemteil für die Textilmaschine anzugeben.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Textilmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein Verfahren zum Betreiben einer erfindungsgemäßen Textilmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 9 und ein Systemteil für eine erfindungsgemäße Textilmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 12.
[0006] Die erfindungsgemäße Textilmaschine zur Herstellung von Maschenwaren umfasst ein Systemteil, das in einer Nut der Textilmaschine aufgenommen ist. Das Systemteil weist ein Federelement auf, das vorzugsweise eine Biegefeder und/oder eine Blattfeder ist. Mit einer Steuervorrichtung der Textilmaschine kann an einer Steuerfläche des Systemteils eine Steuerkraft auf das Systemteil ausgeübt werden, um die Bewegung des Systemteils zu steuern. Die Steuervorrichtung kann dabei mehrteilig ausgeführt sein. Insbesondere kann die Steuervorrichtung für jedes Systemteil ein zwischengeschaltetes Auswahlteil mit zumindest einem Auswahlfuß vorzugsweise jedoch mit mehreren kammartig nebeneinander angeordneten Auswahlfüßen umfassen. Das Systemteil weist zumindest eine Auflagefläche auf, mit der es gegen die Steuerkraft abgestützt ist. Vorzugsweise ist die Auflagefläche ein Bestandteil des Federelementes. Besonders bevorzugt ist eine Auflagefläche, die in der Nut der Textilmaschine aufliegt. Alternativ kann die Auflagefläche aber auch auf einem weiteren Systemteil oder einem Textil Werkzeug aufliegen. Die Steuerkraft ist dabei von der Steuerfläche über das Federelement zur Auflagefläche übertragbar, so dass das Federelement unter Einwirkung der Steuerkraft einfedert. Das Ausüben der Steuerkraft bewirkt so in Abhängigkeit der Federkonstante des Federelements auch eine Auslenkung der Steuerfläche um einen Steuerweg. Vorteilhafterweise weist das Systemteil ein Drehlager auf, um das das Systemteil in Abhängigkeit dieses Steuerweges drehbar ist. Die Auslenkung der Steuerfläche löst dann eine Drehbewegung um dieses Drehlager aus. Für die Zwecke der vorliegenden Patentanmeldung wird angenommen, dass das Federelement innerhalb einzelner Betriebszustände zumindest phasenweise mit dem hookeschen Gesetz beschrieben werden kann. Die Federkonstante CF ergibt sich somit als Quotient aus der Steuerkraft Fs und dem ps
Steuerweg S: CF = — Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass mit einer Textilmaschine besonders hohe Geschwindigkeiten bei gleichzeitig niedrigem Energiebedarf möglich sind, wenn die Federkonstante des Federelementes sich in Abhängigkeit des Steuerweges ändert. Die Federkonstante ist dann nicht über den gesamten Steuerweg konstant. Stattdessen kann der Steuerweg in zumindest zwei Bereiche aufgeteilt werden, in denen die Federkonstante des Federelementes unterschiedlich groß ist. Innerhalb des jeweiligen Bereiches kann die Federkonstante aber konstant groß sein. Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Steuerweg zumindest drei Bereiche umfasst, in denen die Federkonstante unterschiedlich groß ist. Die Federkonstante kann mit zunehmendem Steuerweg von Bereich zu Bereich zunehmen, so kann näherungsweise ein progressives Federverhalten mit exponentiellem Anstieg der Federkonstante erzielt werden, das ruckartige Belastungen der Textilmaschine vermeidet und dadurch sehr hohe Betriebsgeschwindigkeiten ermöglicht.
[0007] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die Federkonstante des Federelementes am größten ist, wenn die Steuerfläche um mindestens 90% des maximalen Steuerweges Smax, vorzugsweise jedoch um mindestens 95% des maximalen Steuerweges Smax, ausgelenkt ist. So kann mit Erreichen des maximalen Steuerweges eine besonders große Federkraft mit dem Federelement bereitgestellt werden, um eine möglichst schnelle Rückstellung des Systemteils und somit hohe Maschinengeschwindigkeiten zu ermöglichen. Gleichzeitig steigt die Federkraft erst gegen Ende des Steuerweges an, so dass über einen großen Teil des Steuerweges eine vergleichsweise geringe Federkraft wirkt. Aufgrund der in Folge geringen Reibkräfte kann gleichzeitig der Energiebedarf der Textilmaschine niedrig gehalten werden. Unter dem maximalen Steuerweg ist der Steuerweg zu verstehen, um den die Steuerfläche während des Betriebs der Textilmaschine höchstens ausgelenkt wird. Der maximale Steuerweg Smax ist daher häufig durch die Steuervorrichtung der Textilmaschine vorgegeben. Er kann aber auch durch das Systemteil selbst vorgegeben sein. Zum Beispiel kann das Systemteil einen Endanschlag aufweisen, der die Auslenkung der Steuerfläche begrenzt.
[0008] In einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Textilmaschine weist das Federelement eine Kontaktfläche auf, die durch Auslenkung der Steuerfläche in einen Kontaktzustand gebracht werden kann, in dem das Federelement Kontakt zu einer Stützfläche des Systemteils hat. Im Kontaktzustand ist die Steuerkraft zwischen der Kontaktfläche und der Stützfläche übertragbar und die Federkonstante des Federelementes größer als ohne Kontakt zwischen der Kontaktfläche und der Stützfläche. Die Steuerfläche ist auch im Kontaktzustand weiter gegen die Federkraft des Federelementes auslenkbar. Der Kontakt zwischen der Kontaktfläche und der Stützfläche übernimmt daher nicht die Funktion eines Endanschlags sondern dient der Änderung beziehungsweise der Erhöhung der Federkonstante des Federelementes. Dabei haben die Kontaktfläche und die Steuerfläche keinen Kontakt zueinander, wenn die Steuerfläche nicht ausgelenkt ist, der Steuerweg also minimal ist beziehungsweise null beträgt. Vorzugsweise sind die Kontaktfläche und die Stützfläche von der Auflagefläche beabstandet. Die Ausführung des Systemteils mit Kontakt- und Stützflächen ist einerseits eine besonders einfache und kostengünstige Möglichkeit, um die Federkonstante des Federelementes zu beeinflussen. Andererseits ist diese Ausführungsform überraschenderweise besonders für den schnellen Betrieb der Textilmaschine geeignet und dabei sehr haltbar. Um ein Federelement mit zumindest drei Bereichen des Steuerweges bereitzustellen, in denen die Federkonstante unterschiedlich groß ist, kann das Systemteil vorteilhafterweise eine erste und eine zweite Kontaktfläche aufweisen, die durch Auslenkung der Steuerfläche mit einer ersten und zweiten Kontaktfläche in Kontakt gebracht werden können. Dabei unterscheidet sich der Steuerweg, nach dem die zweite Kontaktfläche mit der zweiten Stützfläche in Kontakt kommt, vorteilhafterweise von dem Steuerweg, nach dem die erste Kontaktfläche mit der ersten Stützfläche in Kontakt kommt.
[0009] Das Systemteil der Textilmaschine kann zumindest eine Erhebung aufweisen, die die Stützfläche oder die Kontaktfläche umfasst. Durch die Erhebung kann die Kontaktfläche beziehungsweise die Stützfläche während der Konstruktion derart gestaltet werden, dass auch unter Berücksichtigung von Verschleiß immer im Bereich der Erhebung ein Kontakt zwischen der Kontaktfläche und der Stützfläche gebildet werden kann. Die Erhebung gewährleistet so, dass die Kontaktfläche immer an der gewünschten Stelle liegt und bei Erreichen des gewünschten Steuerwegs kontaktiert wird. Dadurch lässt sich die Federkonstante des Federelementes genau und reproduzierbar einstellen, so dass sehr hohe Betriebsgeschwindigkeiten der Textilmaschine ermöglicht werden. Vorteilhafterweise ist die Erhebung an das Federelement oder den Schaft des Systemteils angeformt. Das Systemteil kann zwei Erhebungen aufweisen, um ein Systemteil bereitzustellen, das in einer erfindungsgemäßen Textilmaschine durch Beaufschlagung mit einer Steuerkraft in zumindest drei Zustände mit unterschiedlich großen Federkonstanten überführt werden kann. [0010] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn das Federelement ein freies Ende umfasst und die Erhebung um eine Länge, die 10% bis 90% der Gesamtlänge des Federelements entspricht, von dem freien Ende des Federelementes beabstandet ist. Überraschenderweise lassen sich mit einer solchen Erhebung besonders hohe Betriebsgeschwindigkeiten ermöglichen. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn die Erhebung um eine Länge, die 20% bis 60% der Gesamtlänge des Federelements entspricht, von dem freien Ende des Federelementes beabstandet ist. Das freie Ende des Federelementes weist keine direkte feste Verbindung zu dem Systemteil auf. Vielmehr ist es nur über das Federelement selbst und das dem freien Ende gegenüberliegende Ende des Federelements mit dem Systemteil verbunden.
[0011] In einer vorteilhaften Ausführungsform der erfindungsgemäßen Textilmaschine umfasst die Erhebung die Kontaktfläche. Die Erhebung ist dann kein Bestandteil des Federelements beziehungsweise sie ist dann nicht an das Federelement angeformt. So kann die Masse des Federelementes gering gehalten werden. Gleichzeitig können aber die Vorteile der Erhebung genutzt werden. Durch diese vorteilhafte Kombination lassen sich noch größere Betriebsgeschwindigkeiten der Textilmaschine erzielen.
[0012] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die maximale Federkonstante CFmax des Federelementes um 10% bis 200% vorzugsweise jedoch um 40% bis 100% größer ist als die minimale Federkonstante Crmin des Federelementes. Die Rückstellung des Federelementes kann so besonders schnell erfolgen, was eine größere Betriebsgeschwindigkeit der Textilmaschine ermöglicht.
[0013] Vorteilhafterweise kommt die Kontaktfläche bei 50% bis 100% vorzugsweise jedoch bei 65% bis 95% des maximalen Steuerweges mit der Stützfläche in Kontakt. Besonders bevorzugt kommt die Kontaktfläche bei 75% bis 90% des maximalen Steuerweges mit der Stützfläche in Kontakt. Auf diese Weise wird ermöglicht, dass für eine geringe Auslenkung der Steuerfläche auch vergleichsweise geringe Steuerkräfte notwendig sind. Erst bei einer großen Auslenkung der Steuerfläche kommt dann die Kontaktfläche mit der Stützfläche in Kontakt, wodurch die Federkonstante steigt und folglich für den weiteren Steuerweg ein wesentlich größerer Anstieg der Steuerkraft nötig ist. So kann einerseits eine große Federkraft erzeugt werden, die zu einer schnellen Rückstellung des Systemteils beziehungsweise der Steuerfläche führt. Andererseits kann bei geringen Auslenkungen der Steuerfläche der Energiebedarf der Textilmaschine reduziert werden, weil weniger Reibungskräfte erzeugt werden. Es werden also hohe Betriebsgeschwindigkeiten bei geringem Energieverbrauch erzielt.
[0014] In einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben der zuvor beschriebenen Textilmaschine wird mit der Steuervorrichtung an der Steuerfläche des Systemteils eine Steuerkraft auf das Systemteil ausgeübt. Die Steuerfläche wird durch Einwirkung der Steuerfläche ausgelenkt, wobei die Federkonstante CF des Federelementes sich in Abhängigkeit des Steuerweges S zumindest einmal ändert. Die Steuerfläche wird nach der Änderung der Federkonstante weiter ausgelenkt. Mit dem Federelement wird also eine Federkraft erzeugt, wobei die Erzeugung der Federkraft in zwei unterschiedlichen Bereichen des Steuerweges mit unterschiedlichen Federkonstanten erfolgt. So werden hohe Betriebsgeschwindigkeiten bei geringem Energieverbrauch erzielt.
[0015] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn die Steuerfläche durch Einwirkung der Steuerkraft derart ausgelenkt wird, dass eine Kontaktfläche des Federelements derart mit einer Stützfläche der Textilmaschine in Kontakt kommt, dass die Steuerkraft an der Kontaktfläche übertragen wird. Dabei erhöht sich die Federkonstante. Die Steuerfläche wird während des Kontakts zwischen der Kontaktfläche und der Stützfläche weiter ausgelenkt, wobei die weitere Auslenkung gegen die Federkraft des Federelements mit der erhöhten Federkonstante erfolgt. Die Erhöhung der Federkonstante durch den Kontakt an der Kontaktfläche verursacht einen sehr geringen Verschleiß und wenig Reibung in der Textilmaschine. Eine Textilmaschine, die in diesem Verfahren betrieben wird, kann daher besonders schnell bei gleichzeitig geringem Energiebedarf betrieben werden.
[0016] Vorteilhafterweise wird die Steuerfläche, während die erste Kontaktfläche mit der ersten Stützfläche in Kontakt steht, derart weiter ausgelenkt, dass eine zweite Kontaktfläche mit einer zweiten Stützfläche in Kontakt kommt, wobei die Steuerfläche während des Kontakts an der zweiten Kontaktfläche weiter ausgelenkt wird. Vorzugsweise steht das Federelement über seine erste und zweite Kontaktfläche zeitgleich in Kontakt zur ersten und zweiten Stützfläche. Auf diese Weise lässt sich eine näherungsweise exponentiell ansteigende Federkonstante erzielen mit einer kleinen Federkonstante, wenn das Federelement keinen Kontakt zu einer der Stützflächen hat, einer mittelgroßen intermediären Federkonstante, wenn das Federelement nur Kontakt zur ersten der Stützflächen hat, und einer großen Federkonstante, wenn das Federelement zur zweiten Stützfläche Kontakt hat. In diesem Verfahren kann die Textilmaschine besonders schnell und energiesparend betrieben werden. [0017] Ein erfindungsgemäßes Systemteil für die Textilmaschine umfasst einen Schaft, der sich in einer Längsrichtung erstreckt und der dazu geeignet ist, in der Längsrichtung verschiebbar in einer Nut der Textilmaschine aufgenommen zu werden. Das Systemteil umfasst außerdem eine Steuerfläche, über die eine Steuerkraft auf das Systemteil ausübbar ist, die in eine Höhenrichtung senkrecht zur Längsrichtung wirkt. Die Steuerkraft kann aber auch verhältnismäßig geringe Kraftanteile in Längsrichtung oder quer zur Längs- und Höhenrichtung aufweisen. Die Steuerkraft wirkt auf ein Federelement, das sich in der Längsrichtung erstreckt und mit dem Schaft verbunden ist. Unter Einwirkung der Steuerkraft kann dieses Federelement einfedem, so dass die Steuerfläche durch Ausüben der Steuerkraft in Abhängigkeit der Federkonstante des Federelements um einen Steuerweg auslenkbar ist. Überraschenderweise lassen sich Textilmaschinen besonders schnell betreiben, wenn die Federkonstante des Federelementes sich in Abhängigkeit des Steuerweges ändert.
[0018] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn das Systemteil ein erstes Einzelteil und ein zweites Einzelteil umfasst, wobei vorzugsweise das erste Einzelteil das Federelement umfasst, und wobei vorzugsweise das zweite Einzelteil die Steuerfläche umfasst. Das erste Einzelteil und das zweite Einzelteil können mittels einer Kupplung miteinander verbunden sein, wobei die Kupplung vorzugsweise ein Verdrehen zwischen dem ersten Einzelteil und dem zweiten Einzelteil ermöglicht, so dass die Kupplung auch die Funktion eines Drehlagers übernimmt. Systemteile aus mehreren Einzelteilen können besonders präzise hergestellt werden und ermöglichen den Einsatz beziehungsweise die Kombination unterschiedlicher Materialien. Textilmaschinen mit solchen Systemteilen können daher insbesondere aufgrund der großen Präzision bei besonders großen Geschwindigkeiten betrieben werden.
[0019] Vorteilhafterweise ist ein Ende des Federelementes ein festes Ende, das direkt mit dem Systemteil verbunden ist, und ein anderes Ende des Federelementes ein freies Ende. Das Federelement kann formschlüssig, kraftschlüssig oder stoffschlüssig fest mit dem Systemteil verbunden sein. Ein Federelement mit einem freien Ende ist besonders für hohe Betriebsgeschwindigkeiten geeignet, weil das freie Ende keine direkte feste Verbindung zum Systemteil hat und dadurch bei Auslenkung des Federelementes einem geringen Verschleiß unterliegt. Das Federelement eines solchen Systemteils verhält sich hinsichtlich seiner Federeigenschaften ähnlich wie ein Biegebalken beziehungsweise eine Biegefeder.
Fig. 1 Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Textilmaschine (1). Fig. 2 Figur 2 zeigt die Textilmaschine (1) aus Figur 1, wobei die Kontaktfläche (9) des Federelements (4) in einen Kontaktzustand übergeht.
Fig. 3 Figur 3 zeigt die Textilmaschine (1) aus den Figuren 1 und 2, wobei das Federelement (4) um den maximalen Steuerweg (Smax) eingefedert ist.
Fig. 4 Figur 4 zeigt ein schematisches Kraft-Weg-Diagramm für das Systemteil 2 aus den Figuren 1 bis 3.
Fig. 5 Figur 5 zeigt eine zweite Ausführungsform des Systemteils 2.
Fig. 6 Figur 6 zeigt ein schematisches Kraft-Weg-Diagramm für das Systemteil 2 aus der Figur 5.
Fig. 7 Figur 7 zeigt eine dritte Ausführungsform des Systemteils 2.
Fig. 8 Figur 8 zeigt eine vierte Ausführungsform des Systemteils 2.
Fig. 9 Figur 9 zeigt eine fünfte Ausführungsform des Systemteils 2.
Fig. 10 Figur 10 zeigt eine sechste Ausführungsform des Systemteils 2.
[0020] Die Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Schnitts durch eine Nut 10 der erfindungsgemäßen Textilmaschine 1. Die Textilmaschine 1 umfasst ein Systemteil 2, das funktionell mit einer Steuervorrichtung 6 und einer Antriebsvorrichtung 18 zusammenwirkt. Die Steuervorrichtung 6 umfasst dabei zwei Teile: ein Auswahlteil 21 und ein Kraftelement 22, wobei das Kraftelement 22 eine Steuerkraft Fs auf einen Steuerfuß 11 des Auswahlteils 21 ausüben kann. Das Auswahlteil 21 greift dabei mit einem Auswahlfuß 20 in eine Auswahlvorrichtung 19 ein und wird von dieser derart angetrieben, dass es sich weitestgehend synchron mit dem Systemteil 2 in der Nut 10 der Textilmaschine 1 bewegt. Durch Kontakt des Auswahlteils 21 mit der Steuerfläche 3 des Systemteils 2 wird die Steuerkraft Fs auf das Systemteil 2 übertragen. Das Systemteil 2 ist an einer Auflagefläche 5, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel am freien Ende 8 des Federelements 4 liegt, am Boden der Nut 10 gegen die Steuerkraft Fs abgestützt. Die Steuerkraft Fs bewirkt daher eine Einfederung des Federelements 4 in Abhängigkeit seiner Federkonstante CF und eine Auslenkung der Steuerfläche 3 um einen Steuerweg S. An seinem festen Ende 17 ist das Federelement 4 dabei jedoch fest mit dem Schaft 14 des Systemteils 2 verbunden. Beim Einfedern des Federelements 4 macht der Schaft 14 daher eine Drehbewegung um das Drehlager 12 des Systemteils 2. Je nachdem, wie stark die Steuerkraft Fs ist, kann das Systemteil 2 in verschiedene Zustände überführt werden. In einem Ausgangszustand 25, der in der Fig. 1 dargestellt ist, ist die Steuerkraft Fs sehr schwach oder gleich null, so dass sie nur eine sehr geringe oder keine Einfederung des Federelements 4 bewirkt, wodurch das Systemteil 2 über seinen Antriebsfuß 23 mit einer Antriebsvorrichtung 18 in Kontakt steht. In diesem Ausgangszustand 25 ist auch die Federkonstante CF des Federelements minimal, so dass die minimale Federkonstante CFmin wirkt. Die Antriebsvorrichtung 18 treibt das Systemteil 2 dann im Betrieb der Textilmaschine 1 zu einer alternierenden Längsbewegung entlang der Nut 10 an. Eine übliche Antriebsvorrichtung 18 für das Systemteil 2 wäre zum Beispiel ein Schlossteil, ein Zylinder oder eine Rippscheibe einer Strickmaschine. Wenn eine größere Steuerkraft Fs auf das Systemteil 2 ausgeübt wird, kann das Federelement 4 derart weiter eingefedert werden, dass das Systemteil 2 keinen Kontakt mehr zu der Antrieb svorrichtung 18 hat, wie dies in den Figuren 2 und 3 dargestellt ist. In den Figuren 2 und 3 ist sonst die gleiche Textilmaschine 1 wie in Figur 1 dargestellt. Zur besseren Übersicht wurde in den Figuren 2 und 3 daher auf die Darstellung aller Bezugszeichen verzichtet.
[0021] In der Figur 2 befindet sich das Systemteil in einem Zwischenzustand 26, in dem das Federelement 4 weiter eingefedert ist als in Fig. 1. Die Steuerfläche 4 ist dabei aber noch nicht vollständig um den maximalen Steuerweg Smax ausgelenkt. Durch den im Vergleich zur Fig. 1 längeren Pfeil, der die Steuerkraft Fs darstellt, wird gezeigt, dass hierzu die Steuerkraft Fs bei dem in Fig. 2 gezeigten Zwischenzustand 26 des Systemteils 2 größer ist als im ersten Zustand 25, der in Fig. 1 dargestellt ist. Das Federelement 4 befindet sich so in einer Position, in der die Kontaktfläche 9 der Erhebung 7 mit der Stützfläche 24 des Federelements 4 in Kontakt kommt, was vorstehend bereits als Kontaktzustand der Kontaktfläche 9 beschrieben wurde. Durch diesen Kontakt ändert sich die Charakteristik des Federelements 4 vereinfacht ausgedrückt von der eines Biegebalkens zu der einer Blattfeder. Dadurch erhöht sich die Federkonstante CF des Federelements 4, so dass die maximale Federkonstante Cpmax wirkt. Der Steuerweg S, bei dem die Kontaktfläche 9 mit der Stützfläche 24 in Kontakt kommt wird nachfolgend auch als Kontakt- Steuerweg SK bezeichnet.
[0022] In der Figur 3 befindet sich das Systemteil 2 in einem Endzustand 27, in dem die Steuerfläche 3 um den maximalen Steuerweg Smax ausgelenkt ist. Die Steuerkraft Fs ist dabei noch größer als in den zuvor in den Fig. 1 und 2 gezeigten Zuständen des Systemteils 2. Um von dem Zwischenzustand 26 zu dem Endzustand 27 zu gelangen wurde das Federelement 4 unter Einwirkung der maximalen Federkonstante Cpmax weiter eingefedert. Dadurch wird bei einer Auslenkung der Steuerfläche 3 um den maximalen Steuerweg Smax von dem Federelement 4 eine besonders große Federkraft bereitgestellt, die eine schnelle Rückstellung des Systemteils 2 in den Ausgangszustand 25 aus Fig. 1 bewirkt, wenn keine Steuerkraft Fs mehr auf das Systemteil 2 ausgeübt wird.
[0023] Auf der linken Seite der Figur 4 ist ein schematisches Kraft-Weg-Di agramm des Systemteils 2 gezeigt. In dem Diagramm sind mit Kreuzen die Datenpunkte markiert, an denen sich das Systemteil 2 im Ausgangszustand 25, im Zwischenzustand 26 und im Endzustand 27 befindet. Zur Verdeutlichung ist das Systemteil 2 auf der rechten Seite der Figur 4 noch einmal in diesen drei Zuständen dargestellt, die auch in den Figuren 1 bis 3 zu sehen sind. Im Diagramm ist die Steuerkraft Fs in Abhängigkeit des Steuerwegs S dargestellt. Die Federkraft des Federelements 4 verhält sich jedoch als Gegenkraft zu der Steuerkraft Fs qualitativ genauso wie die Steuerkraft Fs. Im Ausgangszustand 25 ist die Steuerkraft Fs am kleinsten. Sofern das Federelement 4 im Ausgangszustand 25 vollständig entspannt ist, ist die Steuerkraft Fs gleich Null. Mit zunehmendem Steuerweg S nimmt die Steuerkraft Fs mit der minimalen Federkonstante CFmin linear zu, bis nach dem Einfedern des Federelements 4 um den Kontaktsteuerweg SK die Kontaktfläche 9 im Zwischenzustand 26 mit der Stützfläche 24 in Kontakt kommt. Der Kontaktsteuerweg SK entspricht im vorliegenden Ausführungsbeispiel 70% des maximalen Steuerweges Smax. Durch den Kontakt erhöht sich die Federkonstante CF des Federelements 4, so dass die maximale Federkonstante CFmax wirkt. Mit weiter zunehmendem Steuerweg S unter Beibehaltung des Kontakts zwischen der Kontaktfläche 9 und der Stützfläche 24 steigt die Steuerkraft Fs bis zum Erreichen des maximalen Steuerwegs Smax noch weiter an, wobei die Kraftzunahme durch die größere maximale Federkonstante Cpmax steiler erfolgt. So wird durch eine relativ große Steuerkraft Fs bei Erreichen des maximalen Steuerwegs Smax auch eine große Federkraft erzeugt, die eine schnelle Rückstellung des Systemteils in seinen Ausgangszustand 25 ermöglicht, wenn keine Steuerkraft Fs mehr auf das Systemteil 2 ausgeübt wird. Zugleich wird aber in den Betriebszuständen zwischen dem Ausgangszustand 25 und dem Zwischenzustand 26 aufgrund der kleineren minimalen Federkonstante CFmin nur eine geringe Reibkraft erzeugt, was die Textilmaschine besonders energieeffizient und verschleißarm macht.
[0024] Die Figur 5 zeigt eine zweite vorteilhafte Ausführungsform eines Systemteils 2 für eine erfindungsgemäße Textilmaschine 1. Der Aufbau des Systemteils 2 ist ähnlich zu dem in den Figuren 1 bis 4 gezeigten Systemteil 2. Nachfolgend wird daher nur auf die Unterschiede eingegangen. Das Federelement 4 des in der Fig. 5 gezeigten Systemteils 2 weist eine erste Kontaktfläche 109 und eine zweite Kontaktfläche 209 auf. Es hat also eine Kontaktfläche mehr als das Systemteil 2 aus den Figuren 1 bis 4. Die erste Kontaktfläche 109 und die zweite Kontaktfläche 209 sind Bestandteil einer ersten Erhebung 107 beziehungsweise einer zweiten Erhebung 207 des Federelements 4. Mit den Erhebungen 107, 207 werden die Kontaktflächen 109, 209 gezielt ausgebildet, so dass das Verhalten des Federelementes 4 vorhersehbar ist. Durch die zusätzliche Kontaktfläche kann sich die Federkonstante CF des Federelements 4 in Abhängigkeit des Steuerwegs S zweimal erhöhen. Die erste Kontaktfläche 109 kann hierzu im Betrieb einer erfindungsgemäßen Textilmaschine 1 mit einer ersten Stützfläche (in Fig. 5 nicht dargestellt) der Textilmaschine 1 in Kontakt gebracht werden, wobei sich das Systemteil in einem ersten Zwischenzustand 126 befindet. Das Systemteil 2 ist dann an der Auflagefläche 5 und der ersten Kontaktfläche 109 mit einem weiteren Bestandteil der Textilmaschine in Kontakt. Dabei erhöht sich die Federkonstante CF ein erstes Mal, so dass eine intermediäre Federkonstante CFI wirkt, die größer ist als die minimale Federkonstante Die erste Stützfläche kann zum Beispiel der Boden einer Nut 10 der Textilmaschine 1 sein. Die erste Kontaktfläche 109 könnte in einem weiteren Ausführungsbeispiel aber auch so angeordnet sein, dass sie mit einer ersten Stützfläche in Kontakt kommen kann, die ein Bestandteil des Schafts 14 des Systemteils 2 ist. Nachdem an der ersten Kontaktfläche 109 ein Kontakt hergestellt wurde, kann mit zunehmendem Steuerweg S auch die zweite Kontaktfläche 209 mit einer zweiten Stützfläche 224 in Kontakt gebracht werden, so dass das Systemteil 2 in einen zweiten Zwischenzustand 226 versetzt wird. Dabei ändert sich die Charakteristik des Federelements 4, die sich in diesem zweiten Zwischenzustand 226 wie eine Blattfeder verhält. Dadurch erhöht sich die Federkonstante ein zweites Mal, so dass eine maximale Federkonstante CTmax wirkt, die größer ist als die intermediäre Federkonstante CFI.
[0025] Auf der linken Seite der Figur 6 ist das Kraft-Weg-Di agramm für das Systemteil 2 aus Fig. 5 dargestellt. In dem Diagramm sind mit Kreuzen die Datenpunkte markiert, an denen sich das Systemteil 2 im Ausgangszustand 25, im ersten Zwischenzustand 126, im zweiten Zwischenzustand 226 und im Endzustand 27 befindet. Zur Verdeutlichung ist auf der rechten Seite der Figur 6 auch das Systemteil 2 in diesen vier Zuständen dargestellt. Im Ausgangszustand 25 ist die Steuerkraft Fs minimal groß. Beim Einfedem des Federelements 4 ausgehend vom Ausgangzustand 25 bis zum Erreichen des ersten Kontakt- Steuerwegs SKI, bei dem die erste Kontaktfläche 109 mit der ersten Stützfläche in Kontakt kommt, wirkt die minimale Federkonstante Ci mm, wodurch ein langsamer Kraftanstieg erfolgt. Mit Erreichen des ersten Kontakt-Steuerwegs SKI, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel 70% des maximalen Steuerwegs Smax beträgt, geht das Systemteil 2 in den ersten Zwischenzustand 126 über und die Federkonstante CF des Federelements 4 erhöht sich ein erstes Mal, so dass in diesem Zustand bei weiterer Auslenkung bis zum Erreichen des zweiten Kontakt-Steuerwegs SK2 die größere intermediäre Federkonstante CFI wirkt. Der zweite Kontakt- Steuerweg SK2 entspricht dem Steuerweg S, bei dem die zweite Kontaktfläche 209 mit der zweiten Stützfläche 224 in Kontakt kommt und beträgt bei diesem Ausführungsbeispiel 85% des maximalen Steuerwegs Smax. Dabei erhöht sich die Federkonstante CF des Federelements 4 ein zweites Mal, so dass sich das Systemteil 2 in einem zweiten Zwischenzustand 226 befindet. In diesem Zustand wirkt die maximale Federkonstante CTmax, wodurch bei weiterer Einfederung des Federelements 4 bis zum Erreichen des Endzustands 27 des Systemteils 2 ein besonders starker Anstieg der Steuerkraft Fs erfolgt. So wird das Federelement 4 derart stark vorgespannt, dass eine besonders schnelle Rückstellung des Systemteils 2 in seinen Ausgangszustand 25 ermöglicht wird und somit sehr schnelle Betriebsgeschwindigkeiten der Textilmaschine 1 erzielt werden können.
[0026] Die Figur 7 zeigt eine dritte Ausführungsform des Systemteils 2, das ebenfalls für den Einsatz in einer erfindungsgemäßen Textilmaschine geeignet ist. Das Systemteil 2 entspricht weitestgehend dem Systemteil 2 aus den Figuren 1 bis 3 und unterscheidet sich hauptsächlich dadurch, dass die Erhebung 7 nicht an den Schaft 14 des Systemteils 2 sondern an das Federelement 4 angeformt ist.
[0027] Die Figur 8 zeigt eine vierte Ausführungsform des Systemteils 2 für eine erfindungsgemäße Textilmaschine 1. Das Systemteil 2 unterscheidet sich von dem der dritten Ausführungsform im Wesentlichen dadurch, dass die Steuerfläche 3 in Längsrichtung L von dem Federelement 4 beabstandet ist. In dieser Ausführungsform ist das Systemteil 2 besonders geeignet für den Einsatz in Textilmaschinen 1, die eine Steuervorrichtung 6 mit einem magnetischen Kraftelement 22 aufweisen. Ein magnetisches Kraftelement 22 ist zum Beispiel ein Elektromagnet.
[0028] Die Figur 9 zeigt eine fünfte Ausführungsform des Systemteils 2 für eine erfindungsgemäße Textilmaschine 1. Das Systemteil 2 ist aus einem ersten Einzelteil 15 und einem zweiten Einzelteil 16 zusammengesetzt. Dabei umfasst das erste Einzelteil 15 das Federelement 4 und das zweite Einzelteil 16 die Steuerfläche 3. Das freie Ende 8 des Federelements 4 liegt an dem Systemteil 2 an, so dass eine Steuerkraft Fs, die an der Steuerfläche 3 ausgeübt wird, über das Federelement 4 zur Auflagefläche 5 des ersten Einzelteils 15 übertragbar ist. Das erste Einzelteil 15 und das zweite Einzelteil 16 sind mittels einer Kupplung 13 miteinander verbunden, wobei sich das erste Einzelteil 15 und das zweite Einzelteil 16 derart um die Kupplung 13 zueinander verdrehen können, dass die Kupplung 13 auch die Funktion eines Drehlagers 12 hat. Wenn das Federelement 4 ausgehend von dem in der Fig. 9 dargestellten Ausgangszustand 25 weit genug eingefedert wird, kann die Kontaktfläche 9 an der Erhebung 7 des zweiten Systemteils 16 mit der Stützfläche 24 des Federelements 4 in Kontakt gebracht werden, so dass sich die Federkonstante CF des Federelements 4 erhöht.
[0029] Eine sechste Ausführungsform des Systemteils 2 für eine erfindungsgemäße Textilmaschine 1 ist in Figur 10 dargestellt. Der Aufbau dieses Systemteils 2 ist ähnlich dem aus Fig. 7. Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch, dass die Steuerfläche 3 mit einem Fuß am Schaft 14 des Systemteils 2 gebildet ist, so dass die Steuerfläche 3 gegenüber dem Schaft 14 in Höhenrichtung H erhaben ist. In dieser Ausführungsform ist das Systemteil 2 besonders geeignet für den Einsatz in erfindungsgemäßen Textilmaschinen 1 ohne Auswahlteil 21 und Auswahlvorrichtung 19.

Claims

Patentansprüche
1. Textilmaschine (1) zur Herstellung von Maschenwaren umfassend ein Systemteil (2), das in einer Nut (10) der Textilmaschine (1) aufgenommen ist und ein Federelement (4) aufweist, eine Steuervorrichtung (6), mit der an einer Steuerfläche (3) des Systemteils (1) eine Steuerkraft (Fs) auf das Systemteil (2) ausübbar ist, wobei das Systemteil (2) eine Auflagefläche (5) aufweist, mit der es gegen die Steuerkraft (Fs) abgestützt ist, wobei die Steuerkraft (Fs) von der Steuerfläche (3) über das Federelement (4) zur Auflagefläche (5) übertragbar ist, wobei die Steuerfläche (3) durch Ausüben der Steuerkraft (Fs) in Abhängigkeit der Federkonstante (CF) des Federelements (4) um einen Steuerweg (S) auslenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Federkonstante (CF) des Federelementes (4) sich in Abhängigkeit des Steuerweges (S) ändert.
2. Textilmaschine (1) nach dem vorstehenden Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Federkonstante (CF) des Federelementes (4) am größten ist, wenn die Steuerfläche
(3) um mindestens 90% des maximalen Steuerweges (Smax), vorzugsweise jedoch um mindestens 95% des maximalen Steuerweges (Smax), ausgelenkt ist.
3. Textilmaschine (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 2 dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (4) eine Kontaktfläche (9) aufweist, die durch Auslenkung der Steuerfläche (3) in einen Kontaktzustand gebracht werden kann, in dem die Kontaktfläche (9) Kontakt zu einer Stützfläche (24) des Systemteils (2) hat, wobei im Kontaktzustand die Steuerkraft (Fs) zwischen der Kontaktfläche (9) und der Stützfläche (24) übertragbar ist und die Federkonstante (CF) des Federelementes (4) größer ist als ohne Kontakt zwischen der Kontaktfläche (9) und der Stützfläche (24), und wobei die Steuerfläche (3) im Kontaktzustand weiter auslenkbar ist.
4. Textilmaschine (1) nach dem vorstehenden Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass das Systemteil (2) zumindest eine Erhebung (7) aufweist, die die Stützfläche (24) oder die Kontaktfläche (9) umfasst.
5. Textilmaschine (1) nach dem vorstehenden Anspruch 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebung (7) an das Federelement (4) angeformt ist.
6. Textilmaschine (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche 4 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (4) ein freies Ende (8) umfasst, und dass die Erhebung (7) um eine Länge, die 10% bis 90% der Gesamtlänge des Federelements (4) entspricht, von dem freien Ende (8) des Federelementes (4) beab standet ist.
7. Textilmaschine (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die maximale Federkonstante (CFmax) des Federelementes (4) um 10% bis 200% vorzugsweise jedoch um 40% bis 100% größer ist als die minimale Federkonstante des Federelementes (4).
8. Textilmaschine (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche 3 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktfläche (9) bei 50% bis 100% vorzugsweise jedoch bei 65% bis 95% des maximalen Steuerweges (Smax) mit der Stützfläche (24) in Kontakt kommt.
9. Verfahren zum Betreiben einer Textilmaschine (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 8 wobei mit der Steuervorrichtung (6) an der Steuerfläche (3) des Systemteils (2) eine Steuerkraft (Fs) auf das Systemteil (2) ausgeübt wird, wobei die Steuerfläche (3) durch Einwirkung der Steuerkraft (Fs) ausgelenkt wird dadurch gekennzeichnet, dass die Federkonstante (CF) des Federelementes (4) sich in Abhängigkeit des Steuerweges (S) zumindest einmal ändert.
10. Verfahren zum Betreiben einer Textilmaschine (1) nach dem vorstehenden Anspruch
9 dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerfläche (3) durch Einwirkung der Steuerkraft (Fs) derart ausgelenkt wird, dass eine Kontaktfläche (9) des Federelements (4) derart mit einer Stützfläche (24) der Textilmaschine (1) in Kontakt kommt, dass die Steuerkraft (Fs) an der Kontaktfläche (9) übertragen wird, wobei sich die Federkonstante (CF) erhöht, und wobei die Steuerfläche (3) während des Kontakts zwischen der Kontaktfläche (9) und der Stützfläche (24) weiter ausgelenkt wird.
11. Verfahren nach dem vorstehenden Anspruch 10 dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerfläche (3) während die erste Kontaktfläche (9, 109) mit der ersten Stützfläche (24, 124) in Kontakt steht derart weiter ausgelenkt wird, dass eine zweite Kontaktfläche (209) mit einer zweiten Stützfläche (224) in Kontakt kommt, wobei die Steuerfläche (3) während des Kontakts an der zweiten Kontaktfläche (209) weiter ausgelenkt wird.
12. Systemteil (2) für eine Textilmaschine (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche 1 bis 8 mit
- einem Schaft (14), der sich in einer Längsrichtung (L) erstreckt, und der dazu geeignet ist, in der Längsrichtung (L) verschiebbar in einer Nut der Textilmaschine (1) aufgenommen zu werden,
- einer Steuerfläche (3), über die eine Steuerkraft (Fs) auf das Systemteil (2) ausübbar ist, die in eine Höhenrichtung (H) senkrecht zur Längsrichtung (L) wirkt,
- einem Federelement (4), das sich in der Längsrichtung (L) erstreckt und mit dem Schaft (2) verbunden ist,
- wobei die Steuerfläche (3) durch Ausüben der Steuerkraft (Fs) in Abhängigkeit der Federkonstante (CF) des Federelements (4) um einen Steuerweg (S) auslenkbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Federkonstante (CF) des Federelementes (4) sich in Abhängigkeit des Steuerweges (S) ändert.
13. Systemteil (2) nach dem vorstehenden Anspruch 12 dadurch gekennzeichnet, dass das Systemteil (2) eine Kontaktfläche (9) aufweist, mit der das Federelement (4) durch Auslenkung der Steuerfläche (3) in Kontakt gebracht werden kann, dass die Steuerkraft (Fs) an der Kontaktfläche (9) übertragbar ist, und dass die Steuerfläche (3) bei Kontakt des Federelements (4) mit der Kontaktfläche (9) weiter auslenkbar ist.
14. Systemteil (2) nach einem der vorstehenden Ansprüche 12 bis 13 dadurch gekennzeichnet, dass das Systemteil (2) ein erstes Einzelteil (15) und ein zweites Einzelteil (16) umfasst, wobei vorzugsweise das erste Einzelteil (15) das Federelement (4) umfasst, und wobei vorzugsweise das zweite Einzelteil (16) die Steuerfläche (3) umfasst.
15. Systemteil (2) nach einem der vorstehenden Ansprüche 12 bis 14 dadurch gekennzeichnet, dass ein Ende des Federelementes (4) ein festes Ende (17) ist, das direkt mit dem Systemteil (2) verbunden ist, und ein anderes Ende des Federelementes (4) ein freies Ende (8) ist.
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