-
Die Erfindung betrifft einen Laugenbehälter für eine Trommelwaschmaschine mit zumindest einem Ballastgewicht, welches an der Behälterwand angebracht ist, wobei das Ballastgewicht Ballastmittel umfasst, welches einen Anteil an Schüttgut mit einem spezifischen Gewicht umfasst, welches mit einem aushärtbaren oder ausgehärteten Bindemittel fixiert ist.
-
Ein derartiger Laugenbehälter ist aus der
DE 42 38 686 C1 bekannt. Hierbei sind Ballastgewichte an den Stirnwänden angeschraubt, wobei an den Stirnwänden Dome angeformt sind, die in Öffnungen im Ballastgewicht ragen.
-
Die
EP 0 623 436 A1 offenbart ein Ballastgewicht für eine Waschmaschine, welche einen Hohlkörper umfasst, der mit Schüttgut, wie Sand oder Schotter befüllt ist. Das Schüttgut ist mittels Zement verfestigt.
-
Die bekannten Ballastgewichte haben den Nachteil, dass sie nach Ende der Lebensdauer nur aufwändig und mit hohem Energieeinsatz recyclebar sind.
-
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen Laugenbehälter mit einem verbesserten Ballastgewicht bereitzustellen.
-
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einem Laugenbehälter mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und mit einer Waschmaschine gemäß Anspruch 10 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den jeweils nachfolgenden abhängigen Ansprüchen.
-
Hierzu wird nach der Erfindung vorgeschlagen, dass für das Ballastgewicht verwendete Ballastmittel einen Anteil an Schüttgut mit einem spezifischen Gewicht umfasst, welches mit einem aushärtbaren oder ausgehärteten Bindemittel fixiert ist, also insbesondere als in sich stabiler Formkörper das Ballastgewicht bereitstellt. Wichtig dabei ist, dass das Bindemittel regenerierbar ist
-
Regenerierbar bedeutet, dass das Bindemittel bzw. der Formkörper durch Regenerierung wieder in seinen ursprünglichen Zustand vor der Aushärtung zurückgeführt werden kann, beispielsweise granulierbar ist, und das Bindemittel wiederverwendet werden kann.
-
Das Schüttgut kann dabei vom Bindemittel getrennt werden oder es kann an den einzelnen Partikeln des Bindemittels haften bleiben, sodass in beiden Fällen mit geringem Energieeinsatz ein neuer Formkörper hergestellt werden kann. Das Schüttgut kann bevorzugt ein höheres spezifisches Gewicht aufweisen als das Bindemittel. Der Anteil an Schüttgut beträgt dabei bevorzugt 80 % bis 99 % des Volumens für den Körper des Ballastgewichts.
-
In einer vorteilhaften Ausgestaltung umfasst das Ballastgewicht einen Hohlkörper, welcher mit Ballastmittel, insbesondere mit dem Schüttgut und dem Bindemittel, gefüllt ist. Das Bindemittel ist im betriebs gemäßen Zustand des Laugenbehälters bzw. der Waschmaschine ausgehärtet, sodass sich die einzelnen Partikel des Granulats innerhalb des Hohlraumes ortsfest fixiert sind.
-
In einer anderen Ausführung ist das Ballastgewicht als Formkörper ausgebildet. Der Formkörper ist dabei aus dem mittels des ausgehärtetem Bindemittels stabilisiertem Schüttgut formstabil gehalten.
-
In einer zweckmäßigen Ausführung ist das Ballastgewicht auf Auflagebereiche an der Behälterwand angedrückt und mittels Schraubverbindung, Verklebung oder einer Formschlussverbindung an der Behälterwand befestigt.
-
In einer insgesamt zweckmäßigen Ausführung ist das Schüttgut als Granulat aus einem Material mit einer Dichte von 1,0 kg/l bis 20,0 kg/l, bevorzugt 1,5 kg/l bis 10 kg/l, und einer Körnung im Bereich von 0,01 mm bis 10,0 mm, bevorzugt 0,5 mm bis 5 mm, ausgebildet.
-
Körnung meint den Durchmesser der einzelnen Partikel. Die Partikel können kugelförmig oder mehreckige, symmetrisch oder chaotisch geformte Körper sein.
-
Bevorzugt kann auch ein Gemisch aus unterschiedlichen Körnungen verwendet werden. Die Durchmesser sind dabei so gewählt, dass kleine Partikel in Zwischenräume von großen Partikel passen. Dann gibt es wenig Hohlräume und die Dichte ist maximiert.
-
In einer vorteilhaften Weiterbildung umfasst das Schüttgut Eisen, Eisenoxid, eisenhaltiges Material oder mineralisches Material oder besteht aus einem solchen. Das kann dabei recycelter Schotter, Metallschrott oder granulierte Abfallprodukte aus der Stahlherstellung sein.
-
In einer insgesamt zweckmäßigen Ausführung umfasst das Bindemittel Gips.
-
In einer vorteilhaften Ausführung oder Weiterbildung umfasst das Bindemittel Polymere oder Fasermaterialien, insbesondere anorganischem oder organischem Ursprungs. Dabei können die besagten Stoffe dem Gips beigemischt werden oder für sich allein ohne Gips verwendet werden. Dadurch können Reaktionszeiten verzögert werden und die Verarbeitung wird ökonomischer.
-
In einer weiteren, insgesamt zweckmäßigen Ausführungsform ist das Bindemittel derart ausgebildet, dass es mittels mechanischer und/oder thermischer Behandlung in den nicht festen Zustand zur Trennung des Bindemittels vom Schüttgut überführt werden kann.
-
Thermische Behandlung zum Trennen bedeutet, dass das ausgehärtete Bindemittel in einen weichen Zustand übergeht, wodurch eine Trennung der einzelnen Partikel des Schüttguts oder eine neue Formgebung des Ballastgewichts durchgeführt werden kann.
-
Mechanische Behandlung bedeutet, dass der feste Ballastkörper granuliert, beispielsweise geschreddert, gemahlen oder mit Vibrationen beaufschlagt wird, um eine Trennung der Partikel zu erreichen. Insgesamt ist jedoch herauszustellen, dass der Energieeinsatz zum Trennen und zur erneuten Formgebung mit Aushärten nur einen Bruchteil von dem aufweist, wie bei den bekannten Ballastgewichten aus Beton oder Grauguss notwendig ist.
-
Die Erfindung betrifft auch eine Waschmaschine mit einem Laugenbehälter, wie vorstehend beschrieben. Der Laugenbehälter besteht zumindest aus einem zylindrischen Mantel, der eine Trommel umgibt. Der zylindrische Mantel wird durch zumindest eine Bodenwand geschlossen. In der Bodenwand ist eine Nabe eingebunden, welche die Antriebswelle für die mittels eines Motors drehbar angetriebene Trommel aufnimmt bzw. lagert. Der Laugenbehälter und die Trommel sind dabei mit einer verschließbaren Zugangsöffnung versehen, um die Wäsche in die Trommel einzubringen bzw. herauszunehmen.
-
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand der nachstehenden Figuren näher erläutert, dabei zeigen:
- Fig. 1:
- eine Skizze einer Trommelwaschmaschine;
- Fig. 2:
- den Laugenbehälter in einer perspektivischen Frontansicht;
- Fig. 3, 4:
- ein Ballastgewicht in verschiedenen Ausführungen und
- Fig. 5:
- eine schematische Detailansicht des Ballastmittels.
-
In Fig. 1 ist eine Waschmaschine 8 mit einem Laugenbehälter 1 in einer Seitenansicht als Schnitt skizziert. Der Laugenbehälter 1 besteht zumindest aus einem zylindrischen Mantel 2, der eine Trommel 3 umgibt. Der zylindrische Mantel 2 wird durch zumindest eine Bodenwand 6a geschlossen. In der Bodenwand 6a ist eine Nabe 4 eingebunden, welche die Antriebswelle 5 für die mittels eines Motors 12 angetriebene Trommel 3 aufnimmt. Die vordere Stirnwand 6 ist mit einer Beladungsöffnung 7 versehen, die durch eine Tür 9 verschließbar ist. Am Mantel 2 und/oder an der Stirnwand 6 sind Ballastgewichte 10, 11 befestigt.
-
In Fig. 2 ist der Laugenbehälter 1 in einer perspektivischen Ansicht von vorn dargestellt. Die Ballastgewichte 11 sind außenseitig an der vorderen Stirnwand 6 angeordnet, wobei sie als Teilkreisring ausgebildet sind und außenseitig in etwa dem Verlauf des Mantels 2 folgen und innenseitig die Beladungsöffnung 7 freihalten. Die Gewichte 11 sind mit Schrauben 13 an der Stirnwand 6 befestigt, wobei hierbei die Befestigung an Befestigungslaschen 14 erfolgt, die an der Stirnwand 6 und/oder am Mantel 2 angeformt sind.
-
In Fig. 3 ist das Ballastgewicht 11 in einer ersten Ausführung skizziert. Das Gewicht 11 ist hierbei mittels Schrauben 13 an der Behälterwand 6 befestigt. Das Ballastgewicht 11 umfasst dabei einen Hohlkörper 120, der aus einem Kunststoffmaterial hergestellt sein kann. Im Inneren des Hohlkörpers 120 befindet sich das Ballastmittel, welches aus Schüttgut 110 und dem Bindemittel 111 besteht. Das Bindemittel 111 fixiert die einzelnen Partikel des Schüttguts miteinander, damit sich ein fester Zustand für das Schüttgut innerhalb des Hohlraumes einstellt.
-
In Fig. 4 ist das Ballastgewicht 11 in einer zweiten Ausführung skizziert. Das Gewicht 11 ist hierbei mittels Schrauben 13 an der Behälterwand 6 befestigt. Das Gewicht 11 ist hierbei als aus dem Ballastmittel selbst geformten Formkörper ausgebildet. Im Inneren des Formkörpers befindet sich das Ballastmittel, welches aus Schüttgut 110 und dem Bindemittel 111 besteht. Das Bindemittel 111 fixiert die einzelnen Partikel des Schüttguts miteinander, damit ein in sich fester Zustand für das Schüttgut bzw. ein fester Körper ausgebildet wird.
-
Das Schüttgut 110 und Bindemittel 111 werden in einem fließfähigen Aggregatszustand, wobei mindestens das Bindemittel fließfähig ist, in eine Kavität des Gusswerkzeugs gegeben. Das Material härtet beispielsweise durch Trocknung, chemische Reaktion, zeitlich begrenztes Erwärmen oder durch Abkühlen aus, sodass ein in sich fester Formkörper 11 entsteht.
-
Fig. 5 zeigt schematisch das Ballastmittel, welches Partikel 110 aus dem gewichtbildendem Schüttgut umfasst. Zu erkennen ist, dass die Partikel 110 unterschiedliche Größen aufweisen können. Das Bindemittel 111 befindet sich in den Zwischenräumen zwischen den Partikeln 110. Das Bindemittel 111 ist dabei in einem Aggregatszustand fließfähig, damit es in die Zwischenräume des Schüttguts 110 eindringen kann. Nach dem Aushärten, beispielsweise durch Trocknung, chemische Reaktion oder zeitlich begrenztes Erwärmen, sind die Partikel ortsfest fixiert, sodass ein insgesamt fester und solider Ballastkörper 11 (Fig. 2, 3, 4) gebildet ist. Insgesamt ist das Schüttgut derart bemessen, dass es 80 % bis 99 % des Volumens für den Körper des Ballastgewichts aufweist. Die einzelnen Partikel 110 können dabei bevorzugt eine Größe im Bereich von 0,5 mm bis 5 mm aufweisen. Das Bindemittel 111 kann mit Fasern versehen sein, um die Festigkeit des Gesamtkörpers 11 zu erhöhen bzw. zu verbessern. Dies ist insbesondere für die Ausführung gemäß Fig. 4 vorteilhaft, weil beim Verzicht des äußeren Hohlkörpers der so geschaffenen Ballastkörper 11 in sich stabil sein muss.