EP4739367A1 - Zusammensetzung für dialyselösung und sensorikeinheit - Google Patents
Zusammensetzung für dialyselösung und sensorikeinheitInfo
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- EP4739367A1 EP4739367A1 EP24736004.3A EP24736004A EP4739367A1 EP 4739367 A1 EP4739367 A1 EP 4739367A1 EP 24736004 A EP24736004 A EP 24736004A EP 4739367 A1 EP4739367 A1 EP 4739367A1
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Abstract
Die Erfindung betrifft die Verbesserung der Qualitätssicherung bei der Bereitstellung und Verwendung von Dialyselösungen. Dazu werden Vorläuferzusammensetzungen für Dialyselösungen mit Codiermittel versetzt und eine entsprechende Sensorik bereitgestellt, mit der anhand des Codiermittels die Spezifikationen der verwendeten Zusammensetzungen festgestellt und an die Behandlungsmaschine kommuniziert werden können.
Description
230007WO01 Fresenius Medical Care Deutschland GmbH D-61352 Bad Homburg ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ Zusammensetzung für Dialyselösung und Sensorikeinheit ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ Technisches Gebiet Die Erfindung bezieht sich auf Zusammensetzungen zur Herstellung von Dialyselösungen, die ein Codiermittel enthalten und Vorrichtungen zur Detektion dieser Codiermittel. Hintergrund Bei Verlust der Funktion der Nieren sind Patienten auf die regelmäßige Entfernung der sich im Körper ansammelnden Giftstoffe durch Blutreinigungstherapien angewiesen. Hierzu gehören diverse Verfahren wie Hämodialyse (HD) und Hämofiltration (HF) oder Kombinationen aus beiden, sowie die Peritonealdialyse.
Hierbei findet ein Austausch zwischen dem Blut des Patienten und einer Spüllösung statt. Dieser Austausch erfolgt bei HD und HF über eine synthetische Membran in einem Dialysator, bei der Peritonealdialyse über das Peritoneum des Patienten. Die typischen Bestandteile einer solchen Spüllösung, bei Blutreinigungsverfahren im allgemeinen Dialyselösung genannt, sind Salze von Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium mit Chlorid, Bicarbonat, Acetat und Citrat als Anionen und Glucose. In der klinischen Anwendung kann der Arzt zwischen unterschiedlichen Dialyselösungen, bei denen die Konzentrationen einzelner Komponenten variieren, wählen. Für die Verträglichkeit und therapeutische Wirksamkeit ist die Zusammensetzung der Dialyselösung, also Art und Konzentration der darin enthaltenen Substanzen entscheidend. Dieser Einfluss gilt insbesondere bei Anwendung von therapeutischen Regelverfahren, bei denen eine automatische Anpassung der Zusammensetzung der Dialyselösung durch die Maschine erfolgt. Auch mit der Erhöhung der Effizienz der Dialysebehandlung bzgl. Dialysedauer und Maß des Austauschs, beschrieben durch die Clearance, wird der Einfluss der Zusammensetzung der Dialyselösung auf die Stoffzusammensetzung in Blut und Körperwasser des Patienten verstärkt. Die für den Patienten am besten geeignete Zusammensetzung wird vom Arzt verschrieben. Die Übereinstimmung dieser Verschreibung mit der von der Behandlungsmaschine bereitgestellten Dialyselösung ist also essenziell für das Wohl des Patienten. Daher sind bei der Verwendung bzw. Bereitstellung von Spüllösung bzw. Dialyselösung an der Behandlungsmaschine wirksame Maßnahmen zur Qualitätssicherung nötig, die zum einen sicherstellen, dass die richtige Zusammensetzung mit der Behandlungsmaschine verbunden ist. Außerdem können für bestimmte Behandlungsverfahren auch besondere Anforderungen an die Qualität der Spüllösung gestellt sein und diese dann nur bei Erfüllung derselben von der Behandlungsmaschine freigeschaltet werden. Die Bereitstellung der Spüllösung bzw. der Dialyselösung kann auf unterschiedliche Art erfolgen. Die Lösung kann gebrauchsfertig in Beuteln oder ähnlichen Gefäßen bereitgestellt werden. Diese Art der Bereitstellung erfolgt meist bei der Peritonealdialyse.
In der Praxis der HD und HF Blutreinigungsverfahren erfolgt die Herstellung der Dialyselösung kontinuierlich durch Mischung von einem oder mehreren Konzentraten und Reinstwasser direkt im Behandlungsgerät. Diese Konzentrate können in fester oder flüssiger Form vorliegen. Sie können in Beuteln oder Kanistern direkt an der Behandlungsmaschine an geeignete Entnahmemittel angeschlossen werden. Alternativ können die Konzentrate aus zentralen Versorgungsleitungen zu den einzelnen Behandlungsmaschinen geführt werden. Die Zusammensetzung bzw. die bei der Herstellung angewendeten Qualitätskriterien werden auf dem Etikett der Verpackung des Produktes in Schriftform, Barcode, RFID-Tag dargestellt. Dieses Etikett kann der Benutzer lesen, bzw. können am Behandlungsgerät geeignete Lesevorrichtungen die Informationen auslesen und mit den jeweiligen Anforderungen abgleichen. Bei dieser Art der Kennzeichnung der Dialyselösungen oder der Konzentrate kann es zu Fehlern bei der Bereitstellung der jeweiligen Dialyselösung entsprechend der Verschreibung kommen. Bei der Kontrolle der Etiketten durch den Anwender kann es zu Irrtümern kommen. Der Anwender selbst kann durch Befüllung bereits benutzter, leerer Behälter mit Konzentraten anderer Zusammensetzung die Qualitätskontrolle über das am Behälter angebrachte Etikett umgehen. Bei der Bereitstellung der Konzentrate über eine Leitung der Zentralversorgung kann der Anwender die Behälter selbst nicht kontrollieren. Es kann zur Vertauschung der Leitungen und damit zu Fehlern bei der Zusammensetzung der Spüllösung für den jeweiligen Patienten kommen. Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Bereitstellung von Zusammensetzungen, Vorrichtungen und Verfahren, die bei der Verwendung von Dialysezusammensetzungen eine Identifizierung der Zusammensetzung ermöglichen, indem die Informationen zur Qualitätssicherung durch Codierungsmittel als Bestandteile der Zusammensetzung, also der Dialyselösung bzw. des Konzentrats, selbst bereitgestellt werden. Damit verbunden kann auch eine kontrollierte Freischaltung von Verfahren zur Dialysebehandlung erfolgen.
Zusammenfassung der Erfindung Nach der Lehre der vorliegenden Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch eine Zusammensetzung nach Anspruch 1, eine Sensorikeinheit nach Anspruch 6 und ein Verfahren nach Anspruch 15. Besondere Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Die Erfindung betrifft eine Zusammensetzung, umfassend eine Salzmischung zur Herstellung einer physiologischen Dialyselösung. Diese Zusammensetzung kann eine trockene Salzmischung sein, aus der durch Auflösung in Reinstwasser eine Dialyselösung, oder ein flüssiges Konzentrat, aus dem durch weitere Verdünnung mit Reinstwasser eine Dialyselösung hergestellt werden kann. Die Zusammensetzung kann auch ein Flüssigkonzentrat zur Herstellung einer Dialyselösung oder eine gebrauchsfertige Dialyselösung, z.B. für die Peritonealdialyse, sein. Die Codierung im Konzentrat ist gegenüber der Codierung in einer gebrauchsfertigen Lösung besonders vorteilhaft, da typische Dialysekonzentrate vor der Anwendung im Verhältnis 1:34 bis 1:44 verdünnt werden. Diese ermöglicht für die Detektion relativ hohe Konzentrationen an Codiermittel, da deren Konzentration später in der gebrauchsfertigen Dialyselösung, die mit dem Patientenblut in Berührung kommt, um den Verdünnungsfaktor reduziert ist. Dialyselösungen enthalten üblicherweise Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Chlorid, Acetat, Citrat und Bicarbonat als Elektrolyte und oft auch Glucose. Die erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält zusätzlich ein Codiermittel. Bei diesem Codiermittel handelt es sich um eine Substanz, die sich von Standardbestandteilen einer Dialyselösung unterscheidet. Durch Identifikation des Codiermittels kann eine Spezifkation der Zusammensetzung identifiziert werden. Bei der Spezifikation kann es sich um die Konzentration von Inhaltsstoffen handeln. Abhängig von den Bedürfnissen des Patienten werden Dialyselösungen mit unterschiedlichen Konzentrationen der Elektrolyte angeboten. So kann insbesondere die Konzentration von Calcium, Magnesium, Kalium oder auch Glucose variiert
werden. Durch die Art des Codiermittels kann angezeigt werden, um welche spezifische Zusammensetzung, oder anders ausgedrückt um welchen Konzentrattyp, es sich handelt. Die Spezifikation kann auch die Herstelleridentität, Chargennummer oder das Haltbarkeitsdatum darstellen. Auch kann die Codierung quasi ein „Wasserzeichen“ oder „Fingerabdruck“ des Herstellers darstellen. Auch ist durch Kombination von Codierungen am Behältnis (z.B. QR-Code, RFID-Tag) mit einer Codierung im Konzentrat eine Art „2-Faktor-Authentifizierung“ möglich: Bestimmten Chargennummern sind intern bestimmte Codierungen im Konzentrat zugeordnet, die nur dem Hersteller bekannt sind. Im Prinzip kann durch das Codiermittel eine Information entsprechend einem Etikett zur Verfügung gestellt werden. Dieses intrinsische Etikett kann automatisch eingelesen und nur schwer manipuliert werden. Die Codierung beruht auf der Zugabe eines Codiermittels zu einer Salzmischung zur Herstellung einer Dialyselösung. Das Codiermittel kann eine bestimmte chemische Substanz sein, die in einer Standarddialyselösung nicht vorhanden ist. Das Codiermittel kann die bestimmte Substanz, sowie die Konzentration derselben umfassen. Das Codiermittel kann auch mehrere Substanzen, sowie deren Konzentrationsverhältnis zueinander umfassen. Substanzen, die zur Verwendung als Codiermittel geeignet sind, können Polynukleotide, Polypeptide, Harnstoff (z.B.1 - 40 mmol/L), Harnsäure (z.B.0,1- 4 mmol/L), Ethanol (z.B.1- 100 mmol/L), Creatinin (z.B.0,1 - 10 mg/dL), Aminosäuren (z.B.0,1- 50 g/L), Phosphat (z.B.0,1 - 10 mg/dL), Zink oder Selen sein. Zur Erhöhung der Messgenauigkeit kann die Zusammensetzung zusätzlich zu dem Codiermittel auch eine Standardisierungskomponente enthalten. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Sensorikeinheit zur Codierung einer Spezifikation einer Zusammensetzung, die zumindest eine Anschlussstelle und zumindest einen Ausgang für die Zusammensetzung aufweist, die über eine Verbindungsleitung fluidisch verbindbar sind. Die Sensorikeinheit weist einen oder mehrere Sensoren auf zur Bestimmung eines Codiermittels und eine Steuereinheit konfiguriert zum Empfangen des Sensorergebnisses und zur Umsetzung des Sensorergebnisses
gemäß einer Zuordnung in einen Code, der zumindest einer Spezifikation der Zusammensetzung entspricht. Bei der Zusammensetzung handelt es sich um eine wässrige Lösung einer Salzmischung zur Herstellung einer physiologischen Dialyselösung und zumindest einem Codiermittel. Bei der Spezifikation kann es sich um die Konzentration von Inhaltsstoffen handeln. Die Spezifikation kann auch die Herstelleridentität, Chargennummer oder das Haltbarkeitsdatum darstellen. Die Sensorikeinheit kann derart ausgebildet sein, dass jeder Anschlussstelle ein Sensor zugeordnet ist und der Sensor in der Verbindungsleitung zwischen Anschlussstelle und Ausgang angeordnet ist. Die Sensorikeinheit kann auch derart ausgebildet sein, dass ein Sensor mehreren Anschlussstellen zugeordnet ist. Der Sensor kann dann in einer Bypassleitung angeordnet sein, in die die Zusammensetzung aus mehreren Verbindungsleitungen geführt werden kann. In der Sensorikeinheit können auch die Verbindungsleitungen von mehreren Anschlussstellen in einen gemeinsamen Verbindungsleitungsabschnitt zusammengeführt werden und der Sensor in diesem gemeinsamen Verbindungsleitungsabschnitt angeordnet sein, der dann mit einem Ausgang in Verbindung steht. Der Sensor kann dazu ausgelegt sein, die chemische Zusammensetzung bzw. Art des Codiermittels zu bestimmen. Der Sensor kann auch dazu ausgelegt sein, die Konzentration des oder der Codiermittel zu bestimmen. Bei dem Senor kann es sich um eine Vorrichtung handeln, die Sequenz eines Polynukleotids zu bestimmen. Der Sensor kann ein UV- oder ein IR-Sensor sein, dazu ausgelegt, die Konzentration des Codiermittels durch Messung der spektralen Absorption im sichtbaren, UV- oder IR-Bereich zu detektieren. Der Sensor kann auch zur Durchführung von Raman- oder Fluoreszenz-Spektroskopie oder Atomabsorptionsspektroskopie ausgelegt sein. Der Sensor kann dazu ausgelegt sein, immunologische Nachweisverfahren zu verwenden.
Ein Sensor kann dazu ausgelegt sein, verschiedene Verfahren anzuführen. Dies ist z.B. mit der Lab-on a chip Technologie miniaturisiert realisierbar. Die Sensorikeinheit kann eine Speichereinheit umfassen, in der die Zuordnung der Sensorergebnisse zu den entsprechenden Spezifikationen abgelegt ist und der Steuereinheit zur Verfügung gestellt wird. Die Steuereinheit kann diese Zuordnung auch von einer externen Speichereinheit, drahtlos oder leitungsgebunden, übermittelt bekommen. Die Sensorikeinheit kann als separate Vorrichtung bereitgestellt werden. Die Sensorikeinheit kann in eine Zentralversorgungsvorrichtung integriert sein. Die Sensorikeinheit kann in eine Mischeinheit zur Herstellung einer Dialyselösung integriert sein. Die Sensorikeinheit kann in eine Dialysebehandlungsmaschine integriert sein. Die Dialysebehandlungsmaschine kann aufgrund der von der Sensorikeinheit festgestellten Spezifikation die Freischaltung bestimmter Verfahren zur Dialysebehandlung freischalten. Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Feststellung einer Konzentratspezifikation durch Verwendung einer Zusammensetzung umfassend eine Salzmischung zur Herstellung einer physiologischen Dialyselösung und zumindest einem Codiermittel zur Codierung zumindest einer Spezifikation dieser Zusammensetzung und einer Sensorikeinheit zur De-Codierung einer Spezifikation einer Zusammensetzung umfassend zumindest eine Anschlussstelle und zumindest einen Ausgang für die Zusammensetzung, die über zumindest eine Verbindungsleitung fluidisch verbindbar sind und einen Sensor zur Bestimmung eines Codiermittels und eine Steuereinheit konfiguriert zum Empfangen des Sensorergebnisses und zur Umsetzung des Sensorergebnisses gemäß einer Zuordnung in einen Code, der zumindest einer Spezifikation der Zusammensetzung entspricht. Kurzbeschreibung der Zeichnungen Figur 1: Vorrichtung zur HD-, HF- oder HDF-Behandlung Figur 2: Vorrichtung zur PD-Behandlung
Figur 3: Erste Ausführungsform für eine Sensorikeinheit Figur 4: Zweite Ausführungsform für eine Sensorikeinheit Figur 5: Dritte Ausführungsform für eine Sensorikeinheit Figur 6: Mischvorrichtung mit integrierter Sensorikeinheit Figur 7: Behandlungsmaschine mit integrierter Sensorikeinheit Figur 8: Verwendung Sensorikeinheit zu diagnostischen Zwecken. Detaillierte Beschreibung eines Ausführungsbeispiels Die typischen Bestandteile von Dialyselösungen liegen zumeist in den folgenden Konzentrationsbereichen vor: NaCl: 110-170 mmol/l KCl: 0,7-4,3 mmol/l CaCl2: 0,7-2,0 mmol/l MgCl2: 0,3-1,2 mmol/l Glucose: 0,8-2,2 g/l Zitronensäure: 0,1-20 mmol/ oder Acetat: 2-15mmol/l In diesem Bereich werden dann unterschiedliche Konzentrattypen angeboten, wie z.B. in Tabelle 1 gezeigt.
Tabelle 1
Als Codiermittel werden Substanzen verwendet, die sich von den oben genannten Standardbestandteilen unterscheiden. Die Codierung erfolgt dabei durch gezielte Auswahl der Stoffe und/oder deren Konzentration bzw. deren Konzentrationsverhältnis. Es werden hierbei Stoffe verwendet, die therapeutisch unbedenklich sind. Bei den Stoffen kann es sich aber auch um Substanzen handeln, von denen ein positiver Effekt für den Patienten zu erwarten ist, die aber in Standardlösungen nicht vorhanden sind Verwendet man zur Codierung eine spezielle Substanz, so stehen hier verschiedenen Optionen zur Verfügung. Hierzu gehören die kurzkettigen Polypeptide oder Polynukleotide, die im Körper abgebaut werden. Daneben sind Stoffe denkbar, die ohnehin im Patientenblut vorkommen und typischerweise bei der Dialyse entfernt werden. Deren Anwesenheit in der Dialyselösung bewirkt dann lediglich eine leicht verminderte Reinigungsleistung auf Grund des verminderten Konzentrationsgradienten. Andererseits kann diese Reduktion der Reinigungsleistung sogar gewünscht sein: Eine zu schnelle Entfernung kann zum sogenannten Disequilibrium-Syndrom führen. In diesem Zusammenhang wird die Zugabe von Harnstoff oder Ethanol zur Dialyselösung bereits klinisch verwendet. Auch kann, z.B. bei der Langzeitdialyse, die Entfernung bestimmter Stoffe, die für die Physiologie des Menschen wichtig sind, zu groß sein, insbesondere bei Phosphat und Aminosäuren. Daher ist auch die Zugabe von Phosphat und Aminosäuren zur Dialyselösung bereits klinisch erprobt. Auch die Zugabe von Spurenelementen wie Zink und Selen ist bekannt. Daher ist auch eine konzentrationsbasierte Codierung von Konzentraten mit den genannten Substanzen, die dann in der therapeutisch wirksamen oder einer darunter liegenden Konzentration verwendet werden, ohne weiteres möglich.
Daneben können auch dialysepflichtige Stoffe wie Harnsäure und Creatinin verwendet werden. Codiermittel, mit denen durch die Stoffart eine besonders spezifische Information codiert werden kann, sind die Polynukleotide. In Anlehnung an die natürliche Informationscodierung in DNA und RNA als Sequenz von Nukleinsäuren kann eine Codierung der Konzentrate durch die Synthese von Molekülketten erfolgen, die nur aus 2 oder wenigen elementaren Bausteinen (z.B. Nukleotiden) bestehen. Bei k elementaren Bausteinen sind bei Verkettung von N Elementen kN verschiedene Kombinationen möglich, wenn eine „Leserichtung“ der Kette durch unterschiedliche Enden der Ketten (z.B. Aminogruppe vs. Carboxylgruppe) identifiziert werden kann. Ohne Richtungsindikator (d.h. als „Palindrom“) ist die Anzahl der codierbaren Kombination kN/2. Bei Verkettung von N=10 Bausteinen aus k=2 verschiedenen Arten sind damit schon 1024 Kombination möglich, bei k=4 bereits mehr als eine Million. Mit dieser Methode lassen sich quasi beliebige Chargennummern molekular codieren. Die Dekodierung erfolgt dann durch ein geeignetes Verfahren bei der Verwendung des Konzentrats. Beispiel: Zur Codierung werden die natürlichen Nukleotide Adenin und Thymin verwendet. Hiermit kann quasi ein Binärsystem durch Zuordnung von Adenin (A) = 0 und Thymin (T) = 1 aufgebaut werden. Eine Molekülkette aus 8 Elementen würde dann genau einem Byte (= 8 Bit) an Information entsprechen. Auch das Anhängen einer Prüfsumme an den Code wäre damit wie aus der Informatik bekannt möglich. Hierdurch könnten dann Verfälschungen der Codierung, z.B. durch chemische Degradation, erkannt werden. Die dezimale Zahl 123 (binär: 01111011) würde bei Beginn mit dem „niedrigsten“ Bit chemisch wie folgt codiert: TTATTTTA. Hier könnte dann noch als ein „Paritätsbit“ (=1 Nukleotid) oder 2 oder mehrere Nukleotide als Prüfsumme angehängt werden. Bei Verwendung von 4 verschiedenen Nukleotiden (z.B. Hinzunahme von Guanin = 2 und Cytosin =3) wäre dieselbe Information dann bei halber Kettenlänge codierbar.
Eine Codierung ist auch durch die Verwendung verschiedener Konzentrationen einer oder mehrerer Markersubstanzen möglich. Hierbei kann z.B. jede der k Markersubstanzen einer Stelle in einem Zahlensystem zur Basis N entsprechen, wobei N die Anzahl der verwendeten Konzentrationsstufen ^^^,^, … , ^^,^^ darstellt. Hierbei können die Konzentrationsstufen ^^,^ für alle k Substanzen gleich sein. Es kann aber auch für den späteren Nachweis vorteilhaft sein, verschiedene stoffspezifische Konzentrationsstufen zu verwenden. Die Konzentrationsstufen können äquidistant sein (z.B. Anstieg um 1 mmol/L pro Konzentrationsstufe), logarithmisch (z.B. Verdoppelung von einer Stufe zur nächsten), oder frei definiert sein. Beispiel: Zur Codierung werden die Substanzen Harnstoff und Harnsäure verwendet (=> k=2), wobei die Harnstoffkonzentration die niedrigste Stelle und die Harnsäurekonzentration die höchste Stelle darstellt. Es werden bei logarithmischer Codierung stoffspezifische N=5 Konzentrationsstufen festgelegt: Harnstoff: 0 -> 1 mmol/L; 1 -> 2 mmol/L; 2 -> 4 mmol/L; 3 -> 8 mmol/L; 4 -> 16 mmol/L Harnsäure: 0 -> 0,1 mmol/L; 1 -> 0,2 mmol/L; 2 -> 0,4 mmol/L; 3 -> 0,8 mmol/L; 4 -> 1,6 mmol/L Hiermit ließen sich 52= 25 Zahlenwerte codieren. Vorteilhaft ist zudem die Verwendung einer zusätzlichen Substanz als interner Standard bekannter Konzentration. Z.B. könnte Ethanol in einer bekannten Konzentration von 4 mmol/L enthalten sein. Die Konzentrationen von Harnstoff und Harnsäure lassen sich dann auf die Ethanolkonzentration normieren, so dass z.B. Verdünnungen der Probe erkannt werden. Die Codierung kann direkt Chargennummern oder Konzentrattypen enthalten. Auch kann die Codierung quasi ein „Wasserzeichen“ oder „Fingerabdruck“ des Herstellers darstellen. Auch ist durch Kombination von Codierungen am Behältnis (z.B. QR- Code, RFID-Tag) mit einer Codierung im Konzentrat eine Art „2-Faktor- Authentifizierung“ möglich: Bestimmten Chargennummern sind intern bestimmte Codierungen im Konzentrat zugeordnet, die nur dem Hersteller bekannt sind.
Die vorab beschriebenen Zusammensetzungen bzw. Dialyselösungen werden in der Nierenersatztherapie eingesetzt. In Figur 1 ist der prinzipielle Aufbau für eine HD-, HF- oder HDF-Behandlung gezeigt. Einem Patienten (30) wird aus einem arteriellen Gefäßzugang (31a) das Blut mittels einer Blutpumpe (32) entnommen und über einen Blutschlauch (33a) dem Dialysator (34) zugeführt. Nach Durchströmen des Dialysators, in dem das Blut über die Dialysatormembran mit der vom Dialysegerät (20) aufbereiteten und über den Dialysatzulauf (35a) zugeführten Dialyselösung in Berührung kommt und dabei von Giftstoffen befreit wird, wird das Blut über den venösen Zweig des extrakorporalen Schlauchsystems über den venösen Gefäßzugang (31b) wieder zurückgegeben. Dialysatseitig fließt die Dialyselösung stromab (35b) des Dialysators wieder zurück zum Dialysegerät. Das Dialysegerät weist alle erforderlichen Mittel zur Durchführung der diversen Verfahren wie HD, HF und HDF auf, sowie Mittel zum geregelten Flüssigkeitsentzug (Ultrafiltration). Die Anzeige- und Steuereinheit (21) ist in der Lage, Sensorsignale des Dialysegeräts aufzunehmen und zu verarbeiten, sowie die diversen Aktoren des Dialysegeräts zu steuern. Des Weiteren können externe Daten wie Sensorwerte und Verschreibungen über die Kommunikationsschnittstelle 22 empfangen werden. Auch können über diese Schnittstelle vom Dialysegerät ermittelte Werte an externe Empfänger wie Computer, Server oder andere Dialysegeräte weitergegeben werden. Figur 2 zeigt den typischen Aufbau für eine PD-Behandlung. Dem Patienten (30) kann über einen Katheterzugang (41) im Bauchfell die Dialysierflüssigkeit in einer für die PD üblichen Zusammensetzung über eine Leitung (42) vom Dialysegerät (40) zugeführt werden. Das Leeren dieser Flüssigkeit erfolgt über dieselbe Verbindung. Wie beim HD-Gerät (20) umfasst das PD-Gerät die Anzeige- und Steuereinheit (21), die in der Lage ist, Sensorsignale des Dialysegeräts aufzunehmen und zu verarbeiten, sowie die diversen Aktoren des Dialysegeräts zu steuern. Des Weiteren können externe Daten wie Sensorwerte und Verschreibungen über die Kommunikationsschnittstelle 22 empfangen werden.
Die in Figur 3 gezeigte Sensorikeinheit 1a umfasst Konzentrateingänge (2) mit Konnektionsmittel und ggf. Entnahmemittel zur Entnahme von einem bis zu N verschiedenen Dialysekonzentraten aus Vorratsbehältern. Bei den Vorratsbehältern kann es sich um kleinere Kanister oder Beutel, aber auch bei der Verwendung als zentrale Konzentratversorgung um größere Tanks handeln. Durch Ventile (3) kann die Verbindung zu jeder Konzentratquelle Cj geregelt werden. In dieser Ausführung ist jeder Konzentratleitung ein fester Sensor Sj (5) zugeordnet, mit dem eine der Art des Codierungsmittel entsprechende Analyse durchgeführt werden kann. Hierbei können die Sensoren jeweils zur Durchführung eines oder mehrerer der beschriebenen Analyseverfahren in der Lage sein. Die Auswerte- und Steuereinheit (6) empfängt die Sensorwerte und setzt diese gemäß einem vorgegebenen Algorithmus oder einer Konversionstabelle in einen numerischen Code um. Zusammen mit der Zuordnung zur entsprechenden Konzentratquelle wird dieser Code dann über die Datenverbindung (7), die leitungsgebunden oder drahtlos sein kann, zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung gestellt. Nach Fluss durch die Sensoren werden die Konzentrate über die Konzentratausgänge (4a) zur Verwendung in den Mischeinheiten, die z.B. in einer Behandlungsmaschine integriert sein können, weitergeleitet. Die Auswerte- und Steuereinheit (6) empfängt auch über die Datenverbindung (7) Anforderungen zur Ventilschaltung. Die in Figur 4 gezeigte Sensorikeinheit (1b) weist nur einen Sensor auf, der über Bypassleitungen mit den Verbindungsleitungen zwischen den Konzentrateingängen (2) mit Konnektionsmitteln und den Konzentratausgängen (4a) verbunden ist. Durch geeignete Ventilschaltungen können Konzentrate aus mehreren Verbindungsleitungen mit nur einem Sensor analysiert werden. Hierdurch können sowohl Kosten gespart als auch eine bessere Vergleichbarkeit der Werte für die verschiedenen Konzentrate erreicht werden. Hierbei werden die Konzentrate nacheinander gemessen, indem der Fluss des zu messenden Konzentrats durch den Sensor umgelegt und anschließend wieder auf die ursprünglichen Leitungen zurückgeführt wird. Der Zeitpunkt der Messung und die Auswahl des zu messenden
Konzentrats erfolgt durch die Auswerte- und Steuereinheit (6), ggf. nach externer Anforderung über die Datenverbindung (7). Die Vorrichtungen in Figur 3 und 4 erlauben die gleichzeitige Verwendung mehrerer Konzentrate. Bei der Vorrichtung in Figur 5 werden alle Konzentratzugangsleitungen in nur eine abfließende Konzentratleitung, in welcher sich dann der Sensor (5) befindet, zusammengeführt, die dann mit einem einzigen Konzentratausgang (4b) verbunden ist. Die Auswahl und Analyse des Konzentrats erfolgt durch eine entsprechende Ventilschaltung. Hierbei erfolgt die Vorgabe zur Auswahl wiederum über die Auswerte- und Steuereinheit (6) nach externer Anforderung über die Datenverbindung (7). Die Sensorikeinheit kann als separate Einheit bereitgestellt werden. In diesem Fall können die Konnektionsmittel (2) mit der Konzentratquelle, z.B. mit Konzentratbehältnissen wie Beuteln oder Containern verbunden sein. Eine weitere Option ist die Einleitung des Konzentrats aus den Ableitungen einer zentralen Konzentratversorgung. Die Sensorikeinheit ermittelt dann als zentrale Sensorik die Codierung jeder einzelnen Konzentratleitung. Jede der in Figuren 3 bis 5 gezeigten Ausführungsformen ist dafür geeignet. Die Konzentratausgänge können dann mit einer Mischvorrichtung verbunden sein, die aus Reinstwasser und Konzentrat eine homogen gemischte Dialyselösung herstellt, welche der Behandlungsmaschine zur Verfügung gestellt wird. Die Konzentratausgänge können auch jeweils direkt mit mehreren Behandlungsmaschinen mit integrierter Mischeinheit verbunden sein. Das hat den Vorteil, dass für mehrere Maschinen nur eine Sensorikeinheit notwendig ist. Die Codierung kann dann an die Mischvorrichtungen oder Behandlungsmaschinen übermittelt werden, die mit den Konzentraten versorgt werden. Die Sensorikeinheit kann auch in Vorrichtungen integriert sein, in denen die Konzentrate weiterverarbeitet werden. Das könnte z.B in einer Mischvorrichtung
sein, die zentral die Dialyselösung für mehrere Behandlungsmaschinen bereitstellt. Die Sensorikeinheit wird dann in die interne Zuleitung der Konzentrate in der Mischvorrichtung eingesetzt. Figur 6 zeigt Ausführungsformen der Mischvorrichtung (100a) unter Verwendung der Sensoreinheiten 1a/1b. Die Mischvorrichtung (100a) wird aus einer Reinstwasserleitung (101) sowie aus den abfließenden Konzentratleitungen der Sensoreinheiten 1a/1b gespeist. Sie ist durch geeignete Mischmittel (103) derart ausgebildet, dass aus dem Abfluss (102) eine homogen gemischte Dialyselösung entnommen werden kann. Insbesondere umfasst sie steuerbare Pumpen und/oder Ventile, mit denen das Mischungsverhältnis hinreichend genau geregelt werden kann. Analog können auch Sensoreinheiten entsprechend den Abbildungen 4 und 5 in die Mischvorrichtung integriert werden. Eine weitere Option ist die Integration der Sensoreinheit in die Behandlungsmaschine. Figur 7 zeigt ein HD-Gerät (20a) mit integrierter Sensorik und Mischeinheit (100a) zur Verwendung von codierten Konzentraten. Die Konzentratversorgung kann hier aus wechselnden Kanistern oder Beuteln oder von einer zentralen Konzentratversorgung kommen. Auch Wechsel der Belegung der Leitungen der zentralen Konzentratversorgung sind hier unproblematisch. Insbesondere können auch Vertauschungen der Anschlüsse mehrerer zentraler Konzentratversorgungen erkannt werden, wenn die Konzentrate unterschiedliche interne Codierungen enthalten. Die Mischung erfolgt im Gerät selbst. Die Auswerte- und Steuereinheit (21) empfängt die Codierung des zuvor ausgewählten Konzentrats aus der im Gerät enthaltenen Mischeinheit. Ist der komplette Konzentrattyp in der Codierung enthalten, so kann die Auswerte- und Steuereinheit (21) unmittelbar überprüfen, ob dieser der Verschreibung entspricht, die am Gerät eingegeben wurde oder über die Datenverbindung (22) empfangen wurde. Bei vollständiger Codierung und bei Codierung als „Wasserzeichen“ kann nun nach vorgegebenen Regeln automatisch
entschieden werden, ob bestimmte Behandlungsverfahren durchgeführt werden können. Insbesondere können bestimmte Regelungen oder Profilierungen der Elektrolytkonzentration, wie z.B. von Natrium, Bicarbonat oder Kalium, nur dann durchgeführt werden, wenn durch eine erkannte Codierung sichergestellt wurde, dass die Konzentrate den Qualitätsanforderungen entsprechen. Dieses kann insbesondere bei vulnerablen Patienten wichtig sein, die bei Abweichungen von den Idealwerten mit intradialytischen Symptomen reagieren. Bei der Herstellung der Konzentrate erfolgt die Codierung nach einem der beschriebenen Verfahren durch Zugabe der die Information zur Codierung enthaltenden Substanzen zu den in der definierten Zusammensetzung vorliegenden Konzentraten. Bei der Verwendung der Konzentrate muss die Information über die Art der Codierung und die Zuordnung zu den Konzentrattypen und ggf. Chargennummern vor Ort verfügbar sein. Dieses kann z.B. durch eine Übermittlung aus einer zentralen Datenbank erfolgen. Beim Anschluss eines Konzentrats wird mittels Sensoren die Codierungssubstanz sequenziert oder die Codierung aus den Konzentrationen der zur Codierung verwendeten Substanzen bestimmt. Aus dem hierdurch bestimmten Code wird nun direkt der verwendete Konzentrattyp bestimmt. Diese Information kann dann mit der Verschreibung verglichen werden. Bei Verwendung der Codierung als „Wasserzeichen“ oder „Fingerabdruck“ können bestimmte Behandlungsverfahren freigeschaltet werden. Auch ist ein Abgleich mit Informationen möglich, die am Kanister oder ZKV vorhanden sind Die Decodierung kann zentral oder individuell am Behandlungsgerät erfolgen Besonders vorteilhaft kann die Verwendung von dialysepflichtigen Substanzen zur Codierung sein, da dann die zur Decodierung benötigten Sensoren gleichzeitig zur Messung des Verlaufs des Grades der Blutreinigung verwendet werden können. Figur 8 zeigt die relevanten Komponenten hierzu: In einer Mischeinheit (111) werden Konzentrat aus der Konzentratleitung (110) und Reinstwasser (101) gemischt. Statt
nur einer Konzentratleitung ist auch die Zufuhr aus mehreren Leitungen möglich. Insbesondere umfasst Mischeinheit (111) steuerbare Pumpen und/oder Ventile, mit denen das Mischungsverhältnis hinreichend genau geregelt werden kann. Die fertig gemischte Dialyselösung wird über Leitung (35a) dem Dialysator (34) dialysatseitig zugeführt. Stromabwärts befindet sich an Leitung (35b) der Sensor (5). Dieser Sensor ist in der Lage, die Konzentration einer oder mehrerer dialysepflichtiger Substanzen zu messen, woraus auf den Behandlungsverlauf geschlossen werden kann. Dieser Sensor (5) ist wie in den in Figuren 3 bis 5 gezeigten Ausführungsformen mit einer Auswerte- und Steuereinheit verbunden, die den Messwert des Sensors in einen Code umwandelt, der dann über die Datenverbindung (7) dem Behandlungsgerät zur Verfügung gestellt wird. Insbesondere kann es sich bei dieser Substanz um Harnstoff, Harnsäure oder Creatinin handeln. Typischerweise umfasst der Messbereich eines derartigen Sensors ca. 2 Größenordnungen, wobei zu berücksichtigen ist, dass die dialysatseitige Konzentration üblicherweise geringer ist als die blutseitige Konzentration. Durch entsprechende Ventilschaltung ist es nun möglich, statt der abfließenden Dialyselösung das Konzentrat vor der Mischung in der Mischvorrichtung direkt zur Messung durch den Sensor zu leiten. Dieses geschieht typischerweise vor Beginn der Dialyse, kann aber auch während der Dialyse erfolgen. In dieser Anordnung wird klar, dass die zur Codierung verwendeten Substanzen den Fortschritt der Blutreinigung nicht beeinträchtigen, zum anderen der Sensor bereits gut an die bereits beschriebene Codierung angepasst ist. Die Konzentration der Markersubstanz muss im Messbereich des Sensors liegen, also in dem Konzentrationsbereich, in dem die Konzentration der dialysepflichtigen Substanzen in der abfließenden Dialyselösung liegt. Wegen des typischen Messbereichs des Sensors sind bereits selbst bei logarithmischer Codierung verschiedene Werte codierbar, bei linearer Codierung deutlich mehr. Da im Mischer eine Verdünnung typischerweise im Verhältnis 1:34 bis 1:44 erfolgt, enthält die frische Dialyselösung damit nur eine Konzentration von dialysepflichtigen Substanzen, die um diesen Faktor unterhalb der typischen Konzentration in der abfließenden Dialyselösung liegt. Damit ist die Zufuhr dieser Substanzen über den Dialysator zum Patienten hin vernachlässigbar.
Die Verwendung codierter Konzentrate hat mehrere Vorteile. Erkennung des Konzentrattyps direkt aus der Flüssigkeit bzw. dem Pulver ohne Notwendigkeit einer Etikettierung eines Behälters. Dieses ist insbesondere vorteilhaft, wenn die zur Codierung verwendeten Substanzen leichter detektiert werden können als die therapeutisch wichtigen Bestandteile. Das Dialysegerät kann dann direkt das entsprechende Mischungsverhältnis zur Herstellung der Anwendungskonzentration einstellen bzw. die Anwendung nach einer Meldung an den Anwender verhindern. Qualitätssicherung durch Abgleich der internen Codierung mit Eingaben des Anwenders bzw. mit Informationen der Beschriftung (QR-Code, RFID, …). Bei Diskrepanzen Meldung an den Anwender und Verhinderung der Verwendung. Freischaltung bestimmter Dialyseverfahren nur bei erfolgreicher Erkennung der Verwendung eines vom Hersteller des Geräts freigegeben Konzentrats. Hierzu gehören Regelverfahren, bei denen die Physiologie des Patienten durch die gezielte Einstellung von Stoffkonzentrationen im Dialysat positiv beeinflusst werden sollen. Beispiele sind die Regelung von Natrium-, Kalium- und Bicarbonatkonzentration.
Claims
Patentansprüche 1. Zusammensetzung umfassend eine Salzmischung zur Herstellung einer physiologischen Dialyselösung und zumindest einem Codiermittel zur Codierung zumindest einer Spezifikation dieser Zusammensetzung.
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei es sich bei der Zusammensetzung um ein Trocken- oder Flüssigkonzentrat für eine Dialyselösung handelt.
3. Zusammensetzung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Spezifikation oder Spezifikationen ausgewählt sind aus Konzentrationen von Inhaltsstoffen, Herstelleridentität, Chargennummer und Haltbarkeitsdatum.
4. Zusammensetzung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Codierung basiert auf der chemischen Zusammensetzung und/oder der Konzentration des Codiermittels und/oder dem Konzentrationsverhältnis mehrerer Codiermittel.
5. Zusammensetzung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Codiermittel ausgewählt sind aus Polypeptiden, Polynukleotiden, Harnstoff, Harnsäure, Creatinin, Aminosäuren, Phosphat, Zink oder Selen.
6. Sensorikeinheit zur Codierung einer Spezifikation einer Zusammensetzung umfassend zumindest eine Anschlussstelle und zumindest einen Ausgang für die Zusammensetzung, die über zumindest eine Verbindungsleitung fluidisch verbindbar sind zumindest einen Sensor zur Bestimmung eines Codiermittels und eine Steuereinheit konfiguriert zum Empfangen des Sensorergebnisses und zur Umsetzung des Sensorergebnisses gemäß einer Zuordnung in einen Code, der zumindest einer Spezifikation der Zusammensetzung entspricht.
7. Sensorikeinheit nach Anspruch 6, wobei in den Verbindungsleitungen Ventile angeordnet sind, und wobei die Ventile auf ein Signal der Steuereinheit die fluidische Verbindung in der Verbindungsleitung herstellen oder unterbrechen.
8. Sensorikeinheit nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei der Sensor die chemische Zusammensetzung des Codiermittels bestimmt.
9. Sensorikeinheit nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei der Sensor die Konzentration des oder der Codiermittel bestimmt.
10. Sensorikeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 9, wobei der Steuereinheit die Zuordnung des Sensorergebnisses zu einer Spezifikation von einer externen Speichereinheit drahtlos oder leitungsgebunden übermittelt wird.
11. Sensorikeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 10, wobei die Sensorikeinheit eine Speichereinheit umfasst, in der die Zuordnung der Sensorergebnisse zu den entsprechenden Spezifikationen abgelegt ist.
12. Sensorikeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 11, wobei die Sensorikeinheit Bestandteil einer Zentralversorgungsanlage für Konzentrate ist.
13. Sensorikeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 11, wobei die Sensorikeinheit Bestandteil einer Mischeinheit für Herstellung der Dialyselösung ist.
14. Sensorikeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 11, wobei die Sensorikeinheit Bestandteil einer Dialysebehandlungsmaschine ist.
15. Verfahren zur Feststellung einer Spezifikation durch Verwendung einer Zusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und Codierung mittels einer Sensorikeinheit nach einem der Ansprüche 6 bis 14.
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