EP4720536A1 - Trommelbremse - Google Patents
TrommelbremseInfo
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- EP4720536A1 EP4720536A1 EP24730310.0A EP24730310A EP4720536A1 EP 4720536 A1 EP4720536 A1 EP 4720536A1 EP 24730310 A EP24730310 A EP 24730310A EP 4720536 A1 EP4720536 A1 EP 4720536A1
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F16—ENGINEERING ELEMENTS AND UNITS; GENERAL MEASURES FOR PRODUCING AND MAINTAINING EFFECTIVE FUNCTIONING OF MACHINES OR INSTALLATIONS; THERMAL INSULATION IN GENERAL
- F16D—COUPLINGS FOR TRANSMITTING ROTATION; CLUTCHES; BRAKES
- F16D51/00—Brakes with outwardly-movable braking members co-operating with the inner surface of a drum or the like
- F16D51/10—Brakes with outwardly-movable braking members co-operating with the inner surface of a drum or the like shaped as exclusively radially-movable brake-shoes
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Abstract
Eine radial betätigbare Trommelbremse (1) für ein Nutzfahrzeug weist ein Ankergehäuse (5), eine das Ankergehäuse (5) zumindest teilweise umschlie- ßende und relativ zum Ankergehäuse (5) um eine Rotationsachse (AR) drehbar gelagerte Bremstrommel (2) sowie wenigstens zwei in einem Zwischenraum (11) zwischen einer Mantelinnenfläche (21) der Bremstrommel (2) und dem Ankergehäuse (5) in jeweiligen zur Mantelinnenfläche (21) der Bremstrommel (2) offenen Lageraufnahmen (52) des Ankergehäuses (5) gelagerte Bremsbeläge (3) auf, wobei jeder der Bremsbeläge (3) einen Reibbelagträger (32), einen an diesem angeordneten Reibbelag (31) und ein an einer dem Reibbelag abgewandten Unterseite des Belagträgers (32) angeordnetes Druckstück (35) aufweist, das das sich durch eine Öffnung (54) der jeweiligen Lageraufnahme (52) des Ankergehäuses (5) radial in Richtung der Rotationsachse (AR) der Bremstrommel (2) in einen Innenraum (10) des Ankergehäuses (5) erstreckt, sowie eine im Innenraum (10) des Ankergehäuses (5) angeordnete Zuspanneinrichtung (4) mit wenigstens einem Anpressteil, mit der die Bremsbeläge (3) an eine Mantelinnenfläche (21) der Bremstrommel (2) in einer Zuspannrichtung (r) radial zur Rotationsachse (AR) der Bremstrommel (2) anpressbar sind, wobei im Bereich der Öffnung (54) der jeweiligen Lageraufnahme (52) des Ankergehäuses (5) an dem Ankergehäuse (5) ein das Druckstück (35) zumindest berührendes Abdichtungselement (7, 8, 9) angeordnet ist, so dass ein Übertritt von Bremsstaub und/oder einem flüssigen Medium zwischen dem zwischen der Mantelinnenfläche (21) der Bremstrommel (2) und dem Ankergehäuse (5) vorhandenen Zwischenraum (11) und dem Innenraum (10) des Ankergehäuses (5) verhindert ist.
Description
TROMMELBREMSE
Die Erfindung betrifft eine Trommelbremse gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 .
Eine gattungsgemäße Trommelbremse ist beispielsweise aus der DE 10 2021 115 785 B3 bekannt. Solche Trommelbremsen weisen generell einen zylindertrommelförmigen Rotor auf, mit einer Innenseite des auch als Bremstrommel bezeichneten Rotors angeordneten Reibflächen. Eine Bremskraft wird dabei mit Bremsbelägen generiert, die gegen die innenliegende Reibfläche der Bremstrommel gedrückt werden.
Bei der aus der DE 10 2021 115 785 B3 bekannten gattungsgemäßen Trommelbremse, deren Kraftübersetzung derart gestaltet ist, dass eine axial zur Rotationsachse eingeleitete Kraft durch deren Umlenkung so verstärkt wird, dass die Reaktionskraft radial auf die Reibfläche der Bremstrommel wirkt, erfolgt das Andrücken der Bremsbeläge mittels eines in Richtung der Rotationsachse verschiebbaren Keils.
Dabei kann die Reaktionskraft unterteilt werden, indem mehrere Druckstücke betätigt werden.
Die dafür benötigte Kraft wird durch einen in der Trommelbremse eingebauten Bremszylinder durch Belüften eines Betriebsbremskolbens des Bremszylinders mit Druckluft und einer damit verbundenen Verschiebung des Keils parallel zur Drehachse der Trommelbremse erzeugt.
Ein großer Vorteil der aus der DE 10 2021 115 785 B3 bekannten Trommelbremse besteht darin, dass der Bremsstaub nicht an die Umgebung abgegeben wird, sondern im Inneren der Bremse gespeichert wird. Gleichzeitig muss aber sichergestellt sein, dass die beweglichen Bauteile der Innenmechanik nicht mit dem abgelagerten Bremsstaub in Verbindung kommen, da die Mechanik sonst schwergängig wird oder im schlimmsten Fall klemmen könnte. Diese Innenmechanik sollte auch vor anderen Umgebungseinflüssen wie Schmutz, Feuchtigkeit, usw. geschützt werden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Trommelbremse dahingehend weiter zu entwickeln, dass die Innenmechanik zuverlässig von äußeren Einflüssen geschützt werden kann.
Die gestellte Aufgabe wird durch eine Trommelbremse mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die erfindungsgemäße radial betätigbare Trommelbremse für ein Nutzfahrzeug weist ein Ankergehäuse auf sowie eine das Ankergehäuse zumindest teilweise umschließende und relativ zum Ankergehäuse um eine Rotationsachse drehbar gelagerte Bremstrommel.
Die Trommelbremse weist weiter wenigstens zwei in einem Zwischenraum zwischen einer Mantelinnenfläche der Bremstrommel und dem Ankergehäuse in jeweiligen zur Mantelinnenfläche der Bremstrommel offenen Lageraufnahmen des Ankergehäuses gelagerte Bremsbeläge auf.
Jeder der Bremsbeläge weist einen Belagträger, einen an diesem angeordneten Reibbelag und ein an einer dem Reibbelag abgewandten Unterseite des Belagträgers angeordnetes Druckstück auf, das sich durch eine Öffnung der jeweiligen Lageraufnahme des Ankergehäuses radial in Richtung der Rotationsachse der Bremstrommel in einen Innenraum des Ankergehäuses erstreckt.
Im Innenraum des Ankergehäuses ist weiter eine Zuspanneinrichtung angeordnet, mit wenigstens einem Anpressteil, mit dem die Bremsbeläge an eine Mantelinnenfläche der Bremstrommel in einer Zuspannrichtung radial zur Rotationsachse der Bremstrommel anpressbar sind.
Im Bereich der Öffnung der jeweiligen Lageraufnahme des Ankergehäuses ist an dem Ankergehäuse ein das Druckstück zumindest berührendes Abdichtungselement angeordnet, so dass ein Übertritt von Bremsstaub und/oder einem flüssigen Medium zwischen dem zwischen der Mantelinnenfläche der Bremstrommel und dem Ankergehäuse vorhandenen Zwischenraum und dem Innenraum des Ankergehäuses verhindert ist.
Durch die staub- und/oder flüssigkeitsdichte Unterteilung des Raumes innerhalb der Trommelbremse in einen Zwischenraum zwischen der Mantelinnenfläche der Bremstrommel und dem Ankergehäuse einerseits und einem Innenraum im Inneren des Ankergehäuses ist es ermöglicht, den bei einem Bremsvorgang entstehenden Bremsstaub im Inneren der Trommelbremse zu speichern, um die Feinstaubbelastung für die Umwelt zu reduzieren.
Gleichzeitig kann durch die staub- und/oder flüssigkeitsdichte Abdichtung des Zwischenraums von dem Innenraum die im Innenraum angeordnete Mechanik geschützt und so die Funktionalität der Trommelbremse sichergestellt werden.
Vorteilhafte Ausführungsvananten der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsvariante ist das Abdichtungselement als Rollbalg oder Faltenbalg ausgebildet, mit einem am Ankergehäuse befestigten ersten Ende und einem am Druckstück befestigten zweiten Ende.
Durch einen solchen Faltenbalg oder Rollbalg wird der Innenraum zum einen vor Verschmutzung geschützt, zum anderen erlaubt ein solcher Faltenbalg oder Rollbalg die Ausstreckung des Abdichtungselement bei Bewegung des Bremsbelags relativ zum Ankergehäuse und ermöglicht so bei Beibehaltung der Staubdichtigkeit den Hub des jeweiligen Bremsbelags zur Durchführung eines Bremsvorgangs.
Wenigstens eines der Enden des als Rollbalg oder Faltenbalg ausgebildeten Abdichtungselements ist mittels eines Pressrings und/oder Gewinderings am jeweiligen Bauteil befestigt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist das Abdichtungselement aus Metall, Silikon, einem Gewebeverbundwerkstoff, einem Elastomer, TPE, oder einem Drahtgewebe gefertigt, um der hohen Temperaturbelastung in diesem Bereich der Trommelbremse Rechnung zu tragen.
Gemäß einer alternativen Ausführungsvariante ist das Abdichtungselement als Gleitdichtung ausgebildet.
Eine solche Gleitdichtung ist kostengünstig in der Herstellung sowie im Einbau.
Das als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungselement ist gemäß einer bevorzugten Weiterbildung in einer Aussparung im Bereich der Öffnung der jeweiligen Lageraufnahme aufgenommen.
Dadurch ist ermöglicht, dass die Gleitdichtung während eines Bewegens des Druckstücks des Bremsbelags ortsfest im Bereich der Öffnung der jeweiligen Lageraufnahme verbleibt.
Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung weist das als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungselement einen insbesondere aus einem Metallblech gefertigten Haltering auf, mit dem ein Abdichtungskörper des Abdichtungselements am Ankergehäuse befestigt, insbesondere eingepresst oder eingeschraubt gehalten ist.
Ein solcher aus Metallblech gefertigten Haltering ist auch aufgrund seiner guten Temperaturbeständigkeit für die Befestigung des als Gleitdichtung ausgebildeten Abdichtungselements geeignet.
Der Abdichtungskörper des Abdichtungselements ist mit einem Übermaß ausgebildet, so dass dieser im eingebauten Zustand durch das an diesem anliegende Druckstück verformt wird und damit eine Anlage des Abdichtungskörpers am Druckstück stets gewährleistet ist.
Das als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungselement weist nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung einen Abstreifring auf, der nahe der Unterseite des Belagträgers angeordnet ist.
Der als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungskörper besteht bevorzugt aus einem thermisch beständigen Material, insbesondere aus PTFE.
Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische isometrische Ansicht einer Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Trommelbremse,
Fig. 2 eine Schnittansicht der in Fig. 1 gezeigten Trommelbremse ohne Darstellung der Bremstrommel,
Fig. 3 eine Schnittansicht eines Ausschnitts einer ersten Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Trommelbremse mit als Faltenbalg ausgeführtem Abdichtungselement zwischen Ankergehäuse und Druckstück,
Fig. 4 eine Schnittansicht eines Ausschnitts einer zweiten Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Trommelbremse mit als Gleitdichtung
ausgeführtem Abdichtungselement zwischen Ankergehäuse und Druckstück,
Fig. 5 eine Ausschnittvergrößerung des in Figure 4 mit V bezeichneten Ausschnitts zur Darstellung des Aufbaus der Gleitdichtung, und
Fig. 6 eine Schnittansicht eines Ausschnitts einer dritten Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Trommelbremse mit als Rollbalg ausgeführtem Abdichtungselement zwischen Ankergehäuse und Druckstück.
In der nachfolgenden Figurenbeschreibung beziehen sich Begriffe wie oben, unten, links, rechts, vorne, hinten usw. ausschließlich auf die in den jeweiligen Figuren gewählte beispielhafte Darstellung und Position der Bremsbeläge, der Trommelbremse, der Bremstrommel, der Gehäuse, des Keilrings, der Druckstempel, Abdichtungselemente und dergleichen. Diese Begriffe sind nicht einschränkend zu verstehen, d.h., durch verschiedene Arbeitsstellungen oder die spiegelsymmetrische Auslegung oder dergleichen können sich diese Bezüge ändern.
In Figur 1 ist mit dem Bezugszeichen 1 insgesamt eine Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Trommelbremse, insbesondere für den Einsatz an einem Nutzfahrzeug, bezeichnet.
Die Trommelbremse 1 weist eine um eine Rotationsachse AR drehbar gelagerte Bremstrommel 2 auf, die über ein Ankergehäuse 5 drehfest mit einer hier nicht dargestellten Nabe einer Radachse verbunden ist.
Wie in den Figuren 2, 3, 4 und 6 gezeigt ist, sind in einem Zwischenraum 11 zwischen einer Mantelinnenfläche 21 der Bremstrommel 2 und dem Ankergehäuse 5 mehrere Bremsbeläge 3 mit einem jeweiligen Reibbelagträger 32 und einem an diesem angeordneten Reibbelag 31 in jeweiligen, zur Mantelinnenfläche 21 der Bremstrommel 2 offenen Lageraufnahmen 52 des Ankergehäuses 5 angeordnet.
Die Bremsbeläge 3 sind dabei mit ihren Reibbelägen 31 der Mantelinnenfläche 21 der Bremstrommel 2 zugewandt angeordnet. Der Zwischenraum 11 ist insbesondere in radialer Richtung einerseits durch eine radiale äußere, der Mantelinnenfläche 21 der Bremstrommel 2 zugewandte Oberfläche des Ankergehäuses 5 und andererseits durch die Mantelinnenfläche 21 der Bremstrommel 2 begrenzt.
In einem Innenraum 10 des Ankergehäuses 5 ist eine Zuspanneinrichtung 4 mit einem auf einer Zylinderhülse 51 des Ankergehäuses 5 parallel zur Rotationsachse AR der Bremstrommel 2 verschiebbaren Keilring 41 angeordnet, mit dem die Bremsbeläge 3 an die als Reibfläche ausgebildete Mantelinnenfläche 21 der Bremstrommel 2 radial zur Rotationsachse AR der Bremstrommel 2 (Richtung r in Figur 1 dargestellt) anpressbar sind, wie in Figur 3 gut zu erkennen ist.
Zur Übertragung der Bewegung des Keilrings 41 auf die Bremsbeläge 3 ist an einer dem Reibbelag 31 abgewandten Seite der Reibbelagträger 32 ein jeweiliger Andruckkeil 33 als Teil eines jeweiligen Bremsbelags 3 angeordnet. Der Andruckkeil 33 ist dabei über ein Druckstück 35 mit dem Reibbelagträger 32 verbunden. Das Druckstück 35 erstreckt sich dabei durch eine Öffnung 54 der jeweiligen Lageraufnahme 52 des Ankergehäuses 5 radial in Richtung der Rotationsachse AR der Bremstrommel 2 in den Innenraum 10 des Ankergehäuses 5.
Der Andruckkeil 33 liegt dabei auf einer Andruckfläche des Keilrings 41 auf, wie es beispielsweise in Figur 2 zu erkennen ist.
Der Keilring 41 ist dabei vorzugsweise über einen Betriebsbremskolben 62 einer Bremszylinderanordnung 6 parallel zur Rotationsachse AR der Bremstrommel 2 aus einer Nichtbremsstellung in eine Bremsstellung in einer Richtung z, gezeigt in Figur 2, verschiebbar.
Zwischen dem Keilring 41 und dem Andruckkeil 33 des Bremsbelags 3 ist zur Verminderung der Reibung zwischen der Andruckfläche des Keilrings 41 und dem Andruckkeil 33 des Bremsbelags 3 ein Schlitten 42 mit mehreren Wälzkörpern 43 angeordnet.
Die in Figur 2 gezeigte Bremszylinderanordnung 6 als Bestandteil der Zuspanneinrichtung 4 dient der Durchführung der radialen Anpressbewegung der Bremsbacken 3 an die Mantelinnenfläche der Bremstrommel 2.
Die Bremszylinderanordnung 6 weist ein ortsfest in dem Aufnahmeraum der Bremstrommel 2 an dem Ankergehäuse 5 befestigtes Gehäuse 61 auf.
Relativ zu diesem Gehäuse 61 ist der Betriebsbremskolben 62 parallel zur Drehachse AR der Bremstrommel 2 verschiebbar angeordnet.
Weiter weist die Bremszylinderanordnung 6 einen Feststellbremskolben 63 auf, der relativ zum Gehäuse 61 parallel zur Drehachse AR der Bremstrommel 2 verschiebbar und über ein Zwischenblech 65 mit der Federkraft eines bevorzugt als Scheibenfeder ausgebildeten Federelements 66 beaufschlagbar ist.
Die Bremszylinderanordnung 6 weist des Weiteren mehrere Stößel 64 auf, die der Übertragung einer Bewegung des Feststellbremskolbens 63 auf den Betriebsbremskolben 62 dienen.
Des Weiteren sind Druckluftzuführungen vorgesehen, die zum einen in einen Betriebsbremsdruckraum zwischen dem Gehäuse 61 und dem Betriebsbremskolben 62 und zum zweiten in einen Feststellbremsdruckraum 67 zwischen dem Gehäuse 61 und dem Feststellbremskolben 63 münden.
Wichtig für die Betätigung der Bremsbacken 3 ist dabei stets die Bewegung des Betriebsbremskolbens 62, die im Falle einer beabsichtigten Drosselung der Geschwindigkeit des Nutzfahrzeugs, einem sogenannten Betriebsbremsvorgang, durch Druckluftzuführung in den Betriebsbremsdruckraum bewirkt wird.
Im Falle einer beabsichtigten Feststellung der Bremse, die der Verhinderung eines unbeabsichtigten Wegrollens des Nutzfahrzeugs in einer Parksituation dient, wird in dem Feststellbremsdruckraum 67 im Fährbetrieb vorhandene Druckluft aus dem Feststellbremsdruckraum 67 ausgelassen, was eine Verschiebung des Feststellbremskolbens 63 in Richtung des Betriebsbremskolbens 62 zur Folge hat.
Die Verschiebung wird durch die Kraftausübung des Federelements 66 auf eine dem Betriebsbremskolben 62 abgewandte Rückseite des Feststellbremskolbens 63 verursacht.
Alternativ zu der Zuspanneinrichtung 4 mit Keilring 41 und in den Aufnahmeraum 22 der Bremstrommel 2 an dem Ankergehäuse 5 drehfest angeordneten Bremszylinderanordnung 6 zur Betätigung des Keilrings 41 ist es prinzipiell auch denkbar, eine Zuspanneinrichtung mit wenigstens einem Anpressteil vorzusehen, mit der die Bremsbeläge 3 an eine Mantelinnenfläche 21 der Bremstrommel 2 in einer Zuspannrichtung r radial zur Rotationsachse AR der Bremstrommel 2 anpressbar sind, insbesondere durch eine pneumatische, hydraulische oder elektrische Aktu- ierung.
Wie weiter in den Figuren 3-6 dargestellt ist, ist im Bereich der Öffnung 54 der jeweiligen Lageraufnahme 52 des Ankergehäuses 5 an dem Ankergehäuse 5 ein das Druckstück 35 zumindest berührendes Abdichtungselement 7, 8, 9 angeordnet.
Dadurch ist ein Übertritt von Bremsstaub und/oder flüssigen Medien wie Wasser zwischen dem zwischen der Mantelinnenfläche 21 der Bremstrommel 2 und dem Ankergehäuse 5 vorhandenen Zwischenraum 11 und einem Innenraum 10 des Ankergehäuses 5 verhindert. Das Abdichtungselement 7, 8, 9 verhindert bevorzugt auch den Übertritt von sonstigem von außen einwirkendem Staub, Schmutz und sonstigen Feststoffen.
So ist bei der in Figur 3 gezeigten Ausführungsvariante das Abdichtungselement 9 als Faltenbalg ausgebildet, mit einem flexiblen Balg 91 mit einem am Ankergehäuse 5 befestigten ersten Ende und einem am Druckstück 35 befestigten zweiten Ende, welches das Druckstück umfänglich umgreift.
Die beiden Enden des Abdichtungselements 9 sind hier bevorzugt mittels eines Pressrings 92, 93 und/oder eines Gewinderings einerseits am Ankergehäuse 5 und andererseits am Druckstück 35 befestigt.
Bevorzugt ist dabei der in Figur 3 untere Pressring 92 in das Ankergehäuse 5 eingepresst. Der obere Pressring 93 ist bevorzugt topfförmig ausgebildet und in eine dem Belagträger 32 nahes oberes Ende des Druckstücks 35 eingepresst. Der flexible Balg 91 ist im Bereich beider Enden bevorzugt mit den Pressringen 92, 93 verschweißt.
Der Faltenbalg selbst ist dabei bevorzugt als Metallfaltenbalg ausgebildet. Denkbar ist auch eine Fertigung des Faltenbalgs aus einem Gewebeverbundwerkstoff, einem Elastomer, TPE (thermoplastisches Elastomer) oder auch einem Drahtgewebe.
Wichtig für die Auswahl des Materials des Faltenbalgs ist die Widerstandsfähigkeit gegen hohe Temperaturbelastungen, die in diesem Bereich nahe den Bremsbelägen wichtig ist.
Mithilfe eines solchen Faltenbalges ist es ermöglicht, dass das Abdichtungselement mit seinem am Druckstück befestigten Ende den Hub des Druckstücks bei der Bewegung des Bremsbelags an die Mantelinnenfläche 21 der Bremstrommel
2 mitbewegbar ist und so eine zuverlässige Staubabdichtung vom staubbelasteten Zwischenraum 11 zum Innenraum 10 des Ankergehäuses 5 schafft.
Alternativ zur Ausbildung des Abdichtungselements als Faltenbalg ist auch eine Ausgestaltung als Rollbalg denkbar, wie es in Figur 6 dargestellt ist.
Ein solcher Rollbalg besteht bevorzugt aus einem thermisch beständigen Material wie beispielsweise Silikon.
Auch bei dem als Rollbalg ausgebildeten Abdichtungselement 8 ist wenigstens eines der Enden eines flexiblen Balgs 81 des Abdichtungselements 8 mittels eines Pressrings 82, 83 am jeweiligen Bauteil befestigt.
Bei der in den Figuren 4 und 5 gezeigten vorteilhaften Ausführungsvariante ist das Abdichtungselement 7 als Gleitdichtung ausgebildet.
Das als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungselement 7 ist bevorzugt in einer Aussparung 53 im Bereich der Öffnung 54 der jeweiligen Lageraufnahme 52 des Ankergehäuses 5 aufgenommen.
Das als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungselement 7 weist, wie in Figur 5 gezeigt ist, einen Haltering 72 auf, mit dem ein Abdichtungskörper 71 des Abdichtungselements 7 am Ankergehäuse 5 befestigt, insbesondere eingepresst oder eingeschraubt gehalten ist. Der Haltering 72 ist dabei vorzugsweise aus einem Metallblech gefertigt.
Dieser Abdichtungskörper 71 ist dabei in seinem in Figur 5 gezeigten Querschnitt mit Übermaß ausgebildet, d.h., der Abdichtungskörper 71 ragt vor dem Einsetzen des Bremsbelags 3 in die für diesen vorgesehene Lageraufnahme 52 des Ankergehäuses 5 aus der Aussparung 53 in den Bereich der Öffnung 54 vor und wird nach Einbau des Bremsbelags 3 durch das an diesem anliegende Druckstück 35 verformt.
In einer vorteilhaften Weiterbildung weist das als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungselement 7 außerdem einen Abstreifring auf, der nahe der Unterseite des Belagträgers 32 angeordnet ist.
Auch der Abdichtungskörper 71 besteht aus einem thermisch beständigen Material, das insbesondere zumindest einer Temperatur von wenigstens 250°C standhält. Besonders bevorzugt ist dieser aus PTFE (Polytetrafluorethylen) gefertigt. Denkbar ist auch anstelle der Ausbildung als Gleitdichtung die Ausbildung als Stopfdichtung.
Bezugszeichenliste
1 Trommelbremse
2 Bremstrommel
3 Bremsbelag
31 Reibbelag
32 Belagträger
33 Andruckkeil
34 Gewinderohr
35 Druckstück
4 Zuspanneinrichtung
41 Keilring
42 Schlitten
43 Wälzkörper
5 Ankergehäuse
51 Zylinderhülse
52 Lageraufnahme
53 Aussparung
54 Öffnung
6 Bremszylinderanordnung
61 Bremszylindergehäuse
62 Betriebsbremskolben
63 Feststellbremskolben
64 Stößel
65 Zwischenblech
66 Federelement
67 Feststellbremsdruckraum
68 Dichtung
69 Dichtung
7 Abdichtungselement
71 Abdichtungskörper
72 Haltering
8 Abdichtungselement 81 flexibler Balg 82 Pressring
83 Pressring
9 Abdichtungselement 91 flexibler Balg 92 Pressring
93 Pressring
10 Innenraum
11 Zwischenraum
AR Rotationsachse
U Umfangsrichtung der Bremstrommel r Richtung z Richtung
Claims
1. Radial betätigbare Trommelbremse (1 ) für ein Nutzfahrzeug, aufweisend
- ein Ankergehäuse (5),
- eine das Ankergehäuse (5) zumindest teilweise umschließende und relativ zum Ankergehäuse (5) um eine Rotationsachse (AR) drehbar gelagerte Bremstrommel (2),
- wenigstens zwei in einem Zwischenraum (11 ) zwischen einer Mantelinnenfläche (21 ) der Bremstrommel (2) und dem Ankergehäuse (5) in jeweiligen zur Mantelinnenfläche (21 ) der Bremstrommel (2) offenen Lageraufnahmen (52) des Ankergehäuses (5) gelagerte Bremsbeläge (3),
- wobei jeder der Bremsbeläge (3) einen Belagträger (32), einen an diesem angeordneten Reibbelag (31 ) und ein an einer dem Reibbelag abgewandten Unterseite des Belagträgers (32) angeordnetes Druckstück (35) aufweist, das sich durch eine Öffnung (54) der jeweiligen Lageraufnahme (52) des Ankergehäuses (5) radial in Richtung der Rotationsachse (AR) der Bremstrommel (2) in einen Innenraum (10) des Ankergehäuses (5) erstreckt,
- eine im Innenraum (10) des Ankergehäuses (5) angeordnete Zuspanneinrichtung (4) mit wenigstens einem Anpressteil, mit der die Bremsbeläge (3) an die Mantelinnenfläche (21 ) der Bremstrommel (2) in einer Zuspannrichtung (r) radial zur Rotationsachse (AR) der Bremstrommel (2) anpressbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass
- im Bereich der Öffnung (54) der jeweiligen Lageraufnahme (52) des Ankergehäuses (5) an dem Ankergehäuse (5) ein das Druckstück (35) zumindest berührendes Abdichtungselement (7, 8, 9) angeordnet ist, so dass ein Übertritt von Bremsstaub und/oder einem flüssigen Medium zwischen dem zwischen der Mantelinnenfläche (21 ) der Bremstrommel (2) und dem Ankergehäuse (5) vorhandenen Zwischenraum (11 ) und dem Innenraum (10) des Ankergehäuses (5) verhindert ist.
2. Trommelbremse (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Abdichtungselement (8, 9) als Rollbalg oder Faltenbalg ausgebildet ist, mit einem am Ankergehäuse (5) befestigten ersten Ende und einem am Druckstück (35) befestigten zweiten Ende.
3. Trommelbremse (1 ) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Enden des Abdichtungselements (8, 9) mittels eines
Pressrings (82, 92, 83, 93) und/oder Gewinderings am jeweiligen Bauteil befestigt ist.
4. Trommelbremse (1 ) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Abdichtungselement (8, 9) zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, aus Metall, Silikon, einem Gewebeverbundwerkstoff, Elastomer, TPE, oder einem Drahtgewebe gefertigt ist.
5. Trommelbremse (1 ) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Abdichtungselement (7) als Gleitdichtung ausgebildet ist.
6. Trommelbremse (1 ) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungselement (7) in einer Aussparung (53) im Bereich der Öffnung (54) der jeweiligen Lageraufnahme (52) aufgenommen ist.
7. Trommelbremse (1 ) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungselement (7) einen Haltering (72) aufweist, mit dem ein Abdichtungskörper (71 ) des Abdichtungselements (7) am Ankergehäuses (5) befestigt, insbesondere eingepresst oder eingeschraubt gehalten ist.
8. Trommelbremse (1 ) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Abdichtungskörper (71 ) im eingebauten Zustand durch das an diesem anliegende Druckstück (35) verformt ist.
9. Trommelbremse (1 ) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das als Gleitdichtung ausgebildete Abdichtungselement (7) einen Abstreifring aufweist, der nahe der Unterseite des Belagträgers (32) angeordnet ist.
10. Trommelbremse (1 ) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Abdichtungskörper (71 ) aus einem thermisch beständigen Material, insbesondere aus PTFE gefertigt ist.
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