EP4720359A1 - Verfahren zum herstellen einer aluminium-druckgusslegierung mit sekundäraluminiumanteil, aluminium-druckgusslegierung mit sekundäraluminiumanteil sowie strukturbauteil für ein kraftfahrzeug - Google Patents
Verfahren zum herstellen einer aluminium-druckgusslegierung mit sekundäraluminiumanteil, aluminium-druckgusslegierung mit sekundäraluminiumanteil sowie strukturbauteil für ein kraftfahrzeugInfo
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- EP4720359A1 EP4720359A1 EP24726593.7A EP24726593A EP4720359A1 EP 4720359 A1 EP4720359 A1 EP 4720359A1 EP 24726593 A EP24726593 A EP 24726593A EP 4720359 A1 EP4720359 A1 EP 4720359A1
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Aluminium-Druck- gusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil, die neben Aluminium als Legie- rungsbestandteile Silizium, Eisen, Mangan und Magnesium aufweist. Dabei ist vorgesehen, dass in Abhängigkeit von einem Magnesiumgehalt der Druckgusslegierung ein Anteil wenigstens einer Komponente der Druckguss- legierung derart eingestellt wird, dass sich bei einem Abkühlen der Druck- gusslegierung eine Magnesium enthaltende Primärphase bildet. Die Erfin- dung betrifft weiterhin eine Aluminium-Druckgusslegierung mit Sekundäralu- miniumanteil sowie ein Strukturbauteil für ein Kraftfahrzeug.
Description
Verfahren zum Herstellen einer Aluminium-Druckgusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil, Aluminium-Druckgusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil sowie Strukturbauteil für ein Kraftfahrzeug
BESCHREIBUNG:
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Aluminium-Druckgusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil, die neben Aluminium als Legierungsbestandteile Silizium, Eisen, Mangan und Magnesium aufweist. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Aluminium-Druckgusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil sowie ein Strukturbauteil für ein Kraftfahrzeug.
Aus dem Stand der Technik ist beispielsweise die Druckschrift EP 2 657 360 A1 bekannt. Diese beschreibt eine Druckgusslegierung auf AISi-Basis, aufweisend insbesondere Sekundäraluminium, wobei die Druckgusslegierung 6 bis 12 Gew.-% Silizium (Si), mindestens 0,3 Gew.-% Eisen (Fe), mindestens 0,25 Gew.-% Mangan (Mn), mindestens, 1 Gew.-% Kupfer (Cu), 0,24 bis 0,8 Gew.-% Magnesium (Mg) und 0,4 bis 1 ,5 Gew.-% Zink (Zn) aufweist, wobei der Gesamtanteil von Fe und Mn an der Druckgusslegierung zusammen maximal 1 ,5 Gew.-%, der Quotient der Gewichtsprozente von Fe und Mn 0,35 bis 1 ,5 und der Quotient der Gewichtsprozente von Cu und Mg 0,2 bis 0,8 betragen.
Weiterhin offenbart die Druckschrift WO 2020/207708 A1 eine Aluminium- Druckgusslegierung mit folgenden Legierungsbestandteilen: 7,5 bis 11 ,5 Gew.-% Silizium, 0,25 bis 0,6 Gew.-% Mangan, 0,03 bis 0,06 Gew.-% Chrom, weniger als 0,05 Gew.-% Molybdän sowie Aluminium und unvermeidbare Verunreinigungen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Herstellen einer Aluminium- Druckgusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil vorzuschlagen, welches gegenüber bekannten Verfahren Vorteile aufweist, insbesondere die Herstellung einer naturharten Druckgusslegierung trotz Verwendung eines großen Sekundäraluminiumanteils ermöglicht.
Dies wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren zum Herstellen einer Aluminiums-Druckgusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil mit den Merkmalen des Anspruchs 1 erreicht. Dabei ist vorgesehen, dass in Abhängigkeit von einem Magnesiumgehalt der Druckgusslegierung ein Anteil wenigstens einer Komponente der Druckgusslegierung derart eingestellt wird, dass sich bei einem Abkühlen der Druckgusslegierung eine Magnesium enthaltende Primärphase, insbesondere eine Magnesium enthaltende, temperaturstabile Primärphase, bildet.
Vorteilhafte Ausgestaltungen mit zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass die in der Beschreibung erläuterten Ausführungsbeispiele nicht beschränkend sind; vielmehr sind beliebige Variationen der in der Beschreibung, den Ansprüchen sowie den Figuren offenbarten Merkmale realisierbar.
Das Verfahren dient zum Herstellen der Aluminium-Druckgusslegierung auf Grundlage von Sekundäraluminium, also von recyceltem Aluminium. Das recycelte Aluminium wird beispielsweise aus Aluminiumschrott gewonnen, sodass auf die energieintensive Bereitstellung von Primäraluminium teilweise verzichtet werden kann. Der Sekundäraluminiumanteil bedingt jedoch, dass die Druckgusslegierung schlussendlich Verunreinigungselemente enthält, welche für die Erreichung der gewünschten Eigenschaften der Druckgusslegierung nicht notwendig sind, sondern diesen vielmehr entgegenstehen können. Die Verunreinigungselemente können durch den Recyclingprozess nicht oder zumindest nur bedingt verhindert werden und liegen somit in dem Ausgangsmaterial vor, welches der Aluminium-Druckgusslegierung zu Grunde liegt.
Beispielsweise sind die Anteile an Eisen und/oder Magnesium erhöht. Ebenso kann das Ausgangsmaterial Kupfer und/oder Zink enthalten. Während sich Eisen, Kupfer (zumindest bei üblichen Kupferanteilen, insbesondere den in dieser Beschreibung genannten Kupferanteilen) und Zink lediglich auf die Duktilität und die Korrosionsbeständigkeit der Druckgusslegierung auswirken, bewirkt das Magnesium eine Aushärtbarkeit der Druckgusslegierung, sodass keine naturharte Legierung erzielt werden kann. Um auf herkömmliche Art und Weise eine naturharte Druckgusslegierung zu erzielen, darf ihr Magnesiumgehalt höchstens 0,08 Gew.-% betragen, um eine Aushärtung der Druckgusslegierung, insbesondere bereits während ihrer Herstellung, zu verhindern.
In dem Ausgangsmaterial kann jedoch ein deutlich höherer Anteil an Magnesium vorliegen, insbesondere falls der Anteil an Sekundäraluminium an der Druckgusslegierung mindestens 50 % oder mehr betragen soll. Dies führt zu einem Magnesiumgehalt von mehr als 0,08 Gew.-%, insbesondere einem Magnesiumgehalt von mindestens 0,10 Gew.-%, mindestens 0,20 Gew.-%, mindestens 0,30 Gew.-% oder mindestens 0,40 Gew.-%. Soll nun die Druckgusslegierung naturhart sein, so muss bei herkömmlichen Verfahren das Magnesium mittels geeigneter Prozesse aus ihr entfernt werden, beispielsweise durch Salze, Chlorieren oder dergleichen. Diese Prozesse erhöhen nicht nur die Kosten der Druckgusslegierung, sondern sie steigern auch den Energiebedarf und führen unter Umständen zur Erzeugung von umweltschädlichen und/oder gefährlichen Produkten.
Soll auf solche Prozesse verzichtet werden, so muss der Magnesiumgehalt der Druckgusslegierung durch entsprechendes Beimengen an Primäraluminium derart eingestellt werden, dass ihr Magnesiumanteil für eine naturharte Druckgusslegierung geeignet ist. Aus der hierbei vorliegende Grenze für den Magnesiumgehalt von 0,08 Gew.-% und dem üblichen Magnesiumgehalt des Sekundäraluminiums ergibt sich hierdurch ein maximaler Anteil des Sekundäraluminiums an der Druckgusslegierung von höchstens 30 %. Soweit im Rahmen dieser Beschreibung von einem Gehalt oder einem Anteil eines Stoffs an der Legierung gesprochen wird, so werden die Begriffe äquivalent
gebraucht. Unter beiden Begriffen ist jeweils ein Gewichtsanteil zu verstehen, der in Gewichtsprozent (Gew.-%) angegeben wird.
Um sowohl auf die genannten Prozesse zum Entfernen des Magnesiums aus der Druckgusslegierung als auch auf eine übermäßige Beimengen an Pri- märaluminium verzichten zu können, soll das Magnesium erfindungsgemäß durch geschickte Zusammensetzung der Druckgusslegierung von dem Aushärten der Druckgusslegierung abgehalten werden. Hierzu wird der Anteil der wenigstens einen Komponente der Druckgusslegierung derart eingestellt, dass sich bei dem Abkühlen der Druckgusslegierung die Magnesium enthaltende Primärphase bildet, um die Druckgusslegierung naturhart auszubilden. Das bedeutet, dass das Magnesium in der Primärphase gebunden wird und bei dem Abkühlen der Druckgusslegierung nicht oder lediglich teilweise in Lösung bleibt.
Das somit gebundene Magnesium steht nicht mehr für die Aushärtung der Druckgusslegierung zur Verfügung, da es in der Primärphase, insbesondere der temperaturstabilen Primärphase, abgebunden ist. Trotz des Vorliegens von Magnesium in der Druckgusslegierung kann deren Aushärtung also zumindest teilweise oder sogar vollständig verhindert werden, sodass die Druckgusslegierung naturhart ist. Anders ausgedrückt soll die Zusammensetzung der Druckgusslegierung derart gewählt werden, dass das Magnesium gezielt in der Primärphase abgebunden wird, um eine Beteiligung an einer späteren Aushärtung durch Wärmeeinwirkung zu verhindern, insbesondere eine Beteiligung unter Ausbildung einer Mg2Si-Sekundärphase. Die Primärphase ist insbesondere temperaturstabil beziehungsweise thermisch stabil.
Die erwähnte Aushärtung ergibt sich beispielsweise aufgrund der in der Schmelze vorliegenden Wärme und/oder nach dem Abkühlen des aus der Druckgusslegierung gefertigten Bauteils durch Wärmeeinwirkung auf dieses. Die Wärmeeinwirkung tritt beispielsweise aufgrund eines auf das Gießen folgenden Herstellungsschritts des Bauteils auf, beispielsweise während eines Trocknes einer Lackierung. Sie kann jedoch auch aufgrund von Umgebungsbedingungen des Bauteils vorliegen. Auf die beschriebene Art und Weise ist
in jedem Fall das Erzielen einer naturharten Druckgusslegierung selbst bei großem Anteil an Sekundäraluminium möglich.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Aluminium-Druckgusslegierung zum Erzielen des Sekundäraluminiumanteils aus einem Sekundäraluminium enthaltenden Ausgangsmaterial hergestellt wird, das mindestens 0,08 Gew.-% Magnesium aufweist, insbesondere mehr als 0,08 Gew.-% Magnesium. Der Aluminium-Druckgusslegierung liegt das Ausgangsmaterial zugrunde, welches das Sekundäraluminium enthält. Die Aluminium-Druckgusslegierung kann insoweit auch als Sekundäraluminium-Druckgusslegierung bezeichnet werden. Es kann vorgesehen sein, dass die Druckgusslegierung ausschließlich aus dem Ausgangsmaterial besteht, welches das Sekundäraluminium enthält. Beispielsweise besteht das Ausgangsmaterial vollständig oder im Wesentlichen aus dem Sekundäraluminium, sodass das Ausgangsmaterial insgesamt einen vergleichsweise hohen Magnesiumanteil aufweist, nämlich mindestens 0,08 Gew.-%.
Um die Bereitstellung des Ausgangsmaterials zu erleichtern, wird bevorzugt ein deutlich höherer Magnesiumanteil zugelassen. Vorzugsweise beträgt der Magnesiumgehalt des Ausgangsmaterials mindestens 0,10 Gew.-%, mindestens 0,12 Gew.-% oder mindestens 0,15 Gew.-%. Der Magnesiumanteil kann jedoch auch noch höher liegen und beträgt beispielsweise mindestens 0,20 Gew.-%, mindestens 0,25 Gew.-% oder mindestens 0,30 Gew.-%. Zusätzlich oder alternativ beträgt der Magnesiumanteil höchstens 0,50 Gew.-%, höchstens 0,45 Gew.-% oder höchstens 0,40 Gew.-%. Mit dem beschriebenen Magnesiumanteil wird zum einen die gute Verfügbarkeit des Ausgangsmaterials auch ohne energieintensive Prozesse sichergestellt und zum anderen wird trotz des hohen Magnesiumgehalts auf die beschriebene Art und Weise die naturharte Aluminium-Druckgusslegierung bereitgestellt.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Anteil an Sekundäraluminium an der Druckgusslegierung mindestens 50 % beträgt. Die Druckgusslegierung weist das Sekundäraluminium auf und wird auf die beschriebene Zusammensetzung eingestellt, insbesondere durch die Zugabe von
Primäraluminium und/oder einem oder mehreren der Legierungsbestandteile. In jedem Fall ist der Anteil des Sekundäraluminiums an der Druckgusslegierung deutlich höher als bei bekannten Verfahren zum Herstellen von naturharten Druckgusslegierungen und beträgt mindestens 50 %. Bevorzugt ist er jedoch höher, insbesondere beträgt er mindestens 60 %, mindestens 70 % oder mindestens 80 %, sodass entsprechend der Magnesiumgehalt der Druckgusslegierung vergleichsweise hoch ist. Dennoch wird unter Verwendung der beschriebenen Vorgehensweise die naturharte Druckgusslegierung erzielt. Auf das nachteilige Entfernen des Magnesiums aus der Druckgusslegierung beziehungsweise dem Ausgangsmaterial kann verzichtet werden, sodass die Druckgusslegierung auf nachhaltige Art und Weise bereitgestellt wird.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass als die wenigstens eine Komponente Mangan verwendet wird. Einer üblichen Druckgusslegierung wird Mangan zugesetzt, um ihre Entformbarkeit, also das Entnehmen eines unter Verwendung der Druckgusslegierung hergestellten Bauteils aus einer Gussform, zu verbessern. Insbesondere wird mithilfe des Mangan eine Klebeneigung der Druckgusslegierung reduziert. Ist die Klebeneigung der Druckgusslegierung, beispielsweise aufgrund eines geringen Mangananteils, zu hoch, so kann das Bauteil nicht mehr aus der Gussform entformt werden, insbesondere falls es sich um ein strukturell komplexes Bauteil handelt.
Die schlechte Entformbarkeit ist zum einen störend für den Herstellungsprozess. Zum anderen wirkt sich die erhöhte Klebeneigung auf die Maßhaltigkeit des Bauteils aus und bewirkt auch einen erhöhten Verschleiß der Gussform und/oder einer die Gussform aufweisenden Gießwerkzeugs. Ein zu hoher Mangananteil führt hingegen zu groben intermetallischen Ausscheidungen, die zu einer Versprödung der Druckgusslegierung führen und entsprechend ihrer Duktilität und eine Verformbarkeit des Bauteils herabsetzen. Bei bekannten Druckgusslegierung liegt daher der Mangananteil zwischen 0,3 und 0,8 Gew.-%.
Das Mangan bildet in der Druckgusslegierung bei ihrem Abkühlen eine intermetallische Primärphase mit Eisen, die sogenannte AI(Fe,Mn)Si-Phase, auch als AlFeSi-Phase bezeichnet. Zusätzlich zu dem Mangan werden also Aluminium, Eisen und Silizium gebunden. Das in der Druckgusslegierung enthaltene Magnesium hingegen bleibt bei dem Abkühlen in Lösung und bildet somit die Grundlage für die spätere Aushärtung der Druckgusslegierung. Aus diesem Grund soll der Mangananteil der Druckgusslegierung reduziert werden, um das Entstehen der AI(Fe,Mn)Si-Phase zu verringern oder sogar gänzlich zu unterbinden.
Stattdessen entsteht eine rr-Primärphase, welche als quarternäre Primärphase vorliegt und sich aus Aluminium, Eisen, Magnesium und Silizium zusammensetzt. Die rr-Primärphase liegt insbesondere als TT-AI8FeMg3Si6- Phase vor. Die rr-Primärphase greift also Magnesium ab und bindet dieses in der Primärphase ab. Das auf diese Weise gebundene Magnesium steht für die Aushärtung der Druckgusslegierung nicht mehr zur Verfügung, da es in der stabilen Phase, insbesondere thermisch stabilen Phase, gebunden ist. Die Entstehung der rr-Primärphase anstelle der AI(FemMn)Si-Primärphase unter Einsatz von Eisen wird durch die Verwendung von Chrom und/oder Molybdän anstelle von Mangan begünstigt. Chrom und Molybdän binden anders als Mangan kein oder allenfalls wenig Eisen, sodass zu einem späteren Zeitpunkt während des Abkühlens der Schmelze der Legierung noch hinreichend Eisen zur Bildung der rr-Primärphase zur Verfügung steht. Trotz der Anwesenheit des Magnesiums in der Druckgusslegierung kann ihre Aushärtung daher verhindert und folglich eine naturharte Ausführung der Legierung erzielt werden.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die wenigstens eine Komponente durch wenigstens eine Substitutionskomponente substituiert wird, wobei als die wenigsten eine Substitutionskomponente Chrom und/oder Molybdän verwendet wird. Es wurde bereits erläutert, dass mithilfe des Mangans die Entformbarkeit des aus der Druckgusslegierung hergestellten Bauteils verbessert wird. Um die Ausbildung der AI(Fe,Mn)Si-Phase zu verringern oder zu unterbinden, muss der Mangananteil jedoch reduziert werden.
Um dennoch die Entformbarkeit des Bauteils sicherzustellen, wird anstelle des Mangans Chrom beziehungsweise Molybdän verwendet.
Beispielsweise wird ein Chromgehalt von mindestens 0,06 Gew.-%, mindestens 0,08 Gew.-%, mindestens 0,1 Gew.-% oder mindestens 0,3 Gew.-% verwendet. Zusätzlich oder alternativ beträgt der Chromgehalt höchstens 0,6 Gew.-%, höchstens 0,5 Gew.-% oder höchstens 0,4 Gew.-%. Bevorzugt beträgt der Chromanteil mindestens 0,1 Gew.-% und höchstens 0,5 Gew.-%, höchstens 0,4 Gew.-% oder höchstens 0,3 Gew.-%. Zusätzlich oder alternativ weist die Druckgusslegierung Molybdän auf, vorzugsweise mit einem Anteil von mindestens 0,001 Gew.-% bis höchstens 0,3 Gew.-%. Besonders bevorzugt beträgt der Anteil des Molybdäns mindestens 0,01 Gew.-% oder mindestens 0,1 Gew.-% einerseits und höchstens 0,3 Gew.-% oder höchstens 0,2 Gew.-% anderseits.
Die genannten Anteile von Chrom und/oder Molybdän stellen die gewünschte Entformbarkeit der Druckgusslegierung sicher. Als zusätzlicher Vorteil des Chromanteils an der Druckgusslegierung ergibt sich eine höhere Duktilität im Vergleich mit einer Legierung, welche denselben Anteil an Mangan aufweist.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass als die Magnesium enthaltende Primärphase eine rr-AIFeMgSi-Phase verwendet wird, insbesondere eine TT-AI8FeMg3Si6-Phase. Hierauf wurde vorstehend bereits eingegangen. Die genannte Primärphase bindet das Magnesium, sodass es für das Aushärten der Druckgusslegierung nicht mehr zur Verfügung steht. Hierdurch werden die genannten Vorteile erzielt.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass der Anteil von Chrom und/oder Molybdän an der Druckgusslegierung in Summe mindestens gleich dem Anteil von Mangan in der Druckgusslegierung gewählt wird, insbesondere größer. Anders ausgedrückt sind der Chromgehalt und der Molybdängehalt der Druckgusslegierung in Summe größer als ihr Mangangehalt. Der Chromgehalt oder der Molybdängehalt kann hierbei gleich null sein, sodass
entweder der Chromgehalt oder der Molybdängehalt mindestens dem Mangangehalt entspricht.
Bevorzugt ist es vorgesehen, dass der Anteil von Chrom und/oder Molybdän an der Druckgusslegierung in Summe gesehen um einen Faktor von mindestens zwei, mindestens vier oder mindestens sechs größer ist als der Mangangehalt der Druckgusslegierung. Weiter bevorzugt ist - insbesondere unabhängig von dem Verhältnis zwischen dem Anteil von Chrom und/oder Molybdän an der Druckgusslegierung und dem Chromgehalt der Druckgusslegierung - der Chromgehalt der Druckgusslegierung größer als der Molybdängehalt, insbesondere um einen Faktor von mindestens zwei, mindestens drei oder mindestens vier.
Besonders bevorzugt enthält die Druckgusslegierung sowohl Chrom als auch Molybdän, wobei die Summe aus dem Anteil von Chrom und dem Anteil von Molybdän an der Druckgusslegierung mindestens dem Mangangehalt der Druckgusslegierung entspricht, insbesondere um den Faktor von mindestens zwei, mindestens vier oder mindestens sechs größer größer ist. Zusätzlich ist der Chromgehalt der Druckgusslegierung größer als ihr Molybdängehalt, insbesondere um einen Faktor von mindestens zwei, mindestens drei oder mindestens vier. Auf die beschriebene Art und Weise werden die bereits erläuterten Vorteile erzielt.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Druckgusslegierung mit der folgenden Zusammensetzung hergestellt wird: 6,5 bis 11 ,5 Gew.-% Silizium (Si), höchstens 0,25 Gew.-% Mangan (Mn), 0,06 bis 0,6 Gew.-% Chrom (Cr), 0,05 bis 0,5 Gew.-% Magnesium (Mg), 0,05 bis 0,4 Gew.-% Eisen (Fe), optional 0,001 bis 0,3 Gew.-% Molybdän (Mo), optional 0,004 bis 0,2 Gew.-% Titan (Ti), optional 0,01 bis 0,2 Gew.-% Zirkonium (Zr), optional 0,008 bis 0,02 Gew.-% Strontium (Sr), optional 0,001 bis 0,1 Gew.-% Vanadium (Va), optional 0,001 bis 0,5 Gew.-% Kupfer (Cu), optional 0,001 bis 0,6 Gew.-% Zink (Zn), sowie Rest Aluminium und unvermeidbare Verunreinigungen.
Die Druckgusslegierung weist insoweit als Legierungsbestandteile Aluminium sowie zumindest die nicht optionalen weiteren Elemente mit den genannten Anteilen auf, insbesondere besteht sie ausschließlich aus diesen. Zusätzlich kann die Druckgusslegierung eine oder mehrere der optionalen Elemente enthalten. Ebenso liegen in ihr die unvermeidbaren Verunreinigungen vor, vorzugsweise mit möglichst geringem Anteil. Der Anteil von Aluminium und den Verunreinigungen an der Druckgusslegierung beträgt mindestens 84,83 Gew.-%, vorzugsweise mehr. Die unvermeidbaren Verunreinigungen sind Elemente, welche üblicherweise zusammen mit den Legierungsbestandteilen der Druckgusslegierung vorliegen und nicht ohne weiteres oder nur mit hohem Aufwand von diesen getrennt werden können.
Vorzugsweise beträgt der Anteil der unvermeidbaren Verunreinigungen an der Druckgusslegierung höchstens 1 Gew.-%, höchstens 0,5 Gew.-% oder höchstens 0,1 Gew.-%. Der Anteil der Verunreinigungen beziehungsweise der Anteil jeder der Verunreinigungen beträgt vorzugsweise jeweils maximal 0,5 Gew.-%, maximal 0,25 Gew.-% oder maximal 0,1 Gew.-%. Unter der Angabe von höchstens 0,25 Gew.-% Mangan ist zu verstehen, dass idealerweise ein möglichst geringer Mangananteil vorliegt, sodass die Druckgusslegierung vorzugsweise manganfrei ist. Es kann jedoch vorgesehen sein, dass ein geringer Mangananteil vorliegt, insbesondere mindestens 0,001 Gew.-%, sodass er insgesamt mindestens 0,001 Gew.-% bis höchstens 0,25 Gew.-% beträgt. Mit einer derartigen Zusammensetzung der Druckgusslegierung werden die bereits erläuterten Vorteile erzielt.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Aluminium-Druckgusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil, insbesondere hergestellt gemäß dem Verfahren nach den Ausführungen im Rahmen dieser Beschreibung. Diese zeichnet sich durch die folgenden Legierungsbestandteile aus: 6,5 bis 11 ,5 Gew.-% Silizium (Si), höchstens 0,25 Gew.-% Mangan (Mn), 0,06 bis 0,6 Gew.-% Chrom (Cr), 0,05 bis 0,5 Gew.-% Magnesium (Mg), 0,05 bis 0,4 Gew.-% Eisen (Fe), optional 0,001 bis 0,3 Gew.-% Molybdän (Mo), optional 0,004 bis 0,2 Gew.-% Titan (Ti), optional 0,01 bis 0,2 Gew.-% Zirkonium (Zr), optional 0,008 bis 0,02 Gew.-% Strontium (Sr), optional 0,001 bis 0,1 Gew.-% Vanadium (Va),
optional 0,001 bis 0,5 Gew.-% Kupfer (Cu), optional 0,001 bis 0,6 Gew.-% Zink (Zn), sowie Rest Aluminium und unvermeidbare Verunreinigungen.
Auf die Vorteile einer derartigen Zusammensetzung der Aluminium-Druckgusslegierung sowie des Verfahrens zu ihrem Herstellen wurde bereits eingegangen. Sowohl die Aluminium-Druckgusslegierung als auch das Verfahren zu ihrem Herstellen können gemäß den Ausführungen im Rahmen dieser Beschreibung weitergebildet sein, sodass insoweit auf diese verwiesen wird.
Der in der Druckgusslegierung vorhandene Siliziumanteil von 6,5 bis 11 ,5 Gew.-% gewährleistet eine hinreichende Festigkeit sowie ein gutes Formfüllungsvermögen. Auch wirkt das Silizium bei der Abkühlung der Druckgusslegierung Erstarrungslunkern entgegen.
Das Mangan wirkt sich auf die Entformbarkeit der Druckgusslegierung aus. Zusätzlich kann es eine hohe Duktilität bewirken. Wie bereits erläutert, soll der Mangangehalt der Druckgusslegierung gering sein und das Mangan durch Chrom und/oder Molybdän substituiert werden. Bevorzugt findet insoweit ein Mangangehalt von höchstens 0,25 Gew.-%, höchstens 0,2 Gew.-% oder höchstens 0,15 Gew.-% Verwendung. Im Rahmen der Druckgusslegierung kann insoweit vollständig auf Mangan verzichtet werden, sodass die Druckgusslegierung manganfrei ist oder das Mangan lediglich im Rahmen der unvermeidbaren Verunreinigungen vorliegt. Beispielsweise beträgt der Mangananteil mindestens 0,001 Gew.-% und entspricht höchstens einem der bereits genannten Werte. Hierdurch werden die erläuterten Vorteile erzielt.
Mithilfe des Chromanteils der Druckgusslegierung wird ihre Entformbarkeit trotz des geringen Mangangehalts sichergestellt. Hierzu beträgt der Chromanteil mindestens 0,06 Gew.-%, vorzugsweise mehr als 0,06 Gew.-%. Beispielsweise beträgt er mindestens 0,08 Gew.-%, mindestens 0,1 Gew.-% oder mindestens 0,3 Gew.-%. Vorzugsweise beträgt er höchstens 0,6 Gew.- %, höchstens 0,5 Gew.-% oder höchstens 0,3 Gew.-%. Besonders bevorzugt ist insoweit ein Chromanteil von 0,1 Gew.-% bis 0,5 Gew.-% oder bis 0,3
Gew.-%. Mithilfe des Chroms werden die Entformbarkeit und die höhere Duktilität sichergestellt.
Bevorzugt besteht die Aluminium-Druckgusslegierung neben Aluminium und unvermeidbaren Verunreinigungen aus den folgenden Legierungsbestandteilen:
- Silizium: 6,5 Gew.-% bis 11 ,5 Gew.-%, vorzugsweise als Untergrenze mindestens 6,5 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 11 ,5 Gew.-%;
- Mangan: höchstens 0,25 Gew.-%, vorzugsweise optional als Untergrenze mindestens 0,001 Gew.-% und als zwingende Obergrenze höchstens 0,25 Gew.-%, höchstens 0,2 Gew.-% oder höchstens 0,15 Gew.-%;
- Chrom: 0,06 Gew.-% bis 0,6 Gew.-%, vorzugsweise als Untergrenze mindestens 0,06 Gew.-%, mindestens 0,08 Gew.-%, mindestens 0,1 Gew.-% oder mindestens 0,3 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,6 Gew.-%, höchstens 0,5 Gew.-% oder höchstens 0,3 Gew.-%;
- Magnesium: 0,05 Gew.-% bis 0,5 Gew.-%, vorzugsweise als Untergrenze mindestens 0,05 Gew.-%, mindestens 0,08 Gew.-%, mindestens 0,1 Gew.-%, mindestens 0,12 Gew.-% oder mindestens 0,15 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,5 Gew.-% oder höchstens 0,4 Gew.-%,
- Eisen: 0,05 Gew.-% bis 0,4 Gew.-%, vorzugsweise als Untergrenze mindestens 0,05 Gew.-%, mindestens 0,15 Gew.-%, mindestens 0,18 Gew.-% oder mindestens 0,22 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,4 Gew.-% oder höchstens 0,3 Gew.-%.
Optional sind einer oder mehrere der folgenden Legierungsbestandteile Teil der Druckgusslegierung:
- Molybdän: 0,001 Gew.-% bis 0,3 Gew.-%,
- Titan: 0,004 Gew.-% bis 0,2 Gew.-%,
- Zirkonium: 0,01 Gew.-% bis 0,2 Gew.-%,
- Strontium: 0,008 Gew.-% bis 0,02 Gew.-%,
- Vanadium: 0,001 Gew.-% bis 0,1 Gew.-%,
- Kupfer: als Untergrenze mindestens 0,001 Gew.-%, mindestens 0,03 Gew.-%, mindestens 0,05 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,5 Gew.-%,
- Zink: als Untergrenze mindestens 0,001 Gew.-%, mindestens 0,03 Gew.-%, mindestens 0,05 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,6 Gew.-%.
Vorzugsweise weist die Druckgusslegierung in der beschriebenen Zusammensetzung mehr als 6,5 Gew.-% Silizium, mehr als 0,06 Gew.-% Chrom, mehr als 0,08 Gew.-% Magnesium, 0,05 bis 0,4 Gew.-% Eisen auf.
In einer bevorzugten ersten Variante weist die Aluminium-Druckgusslegierung neben Aluminium und unvermeidbaren Verunreinigungen die folgenden Legierungsbestandteile auf:
- Silizium: als Untergrenze mindestens 6,5 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 11 ,5 Gew.-%;
- Mangan: optional als Untergrenze mindestens 0,001 Gew.-% und als zwingende Obergrenze höchstens 0,2 Gew.-% oder höchstens 0,15 Gew.-%;
- Chrom: als Untergrenze mindestens 0,06 Gew.-%, mindestens 0,08 Gew.-%, mindestens 0,1 Gew.-% oder mindestens 0,3 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,6 Gew.-%, höchstens 0,5 Gew.-% oder höchstens 0,3 Gew.-%;
- Magnesium: als Untergrenze mindestens 0,1 Gew.-%, mindestens 0,15 Gew.-% oder mindestens 0,20 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,5 Gew.-% oder höchstens 0,4 Gew.-%;
- Eisen: als Untergrenze mindestens 0,15 Gew.-% oder mindestens 0,20 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,4 Gew.-% oder höchstens 0,3 Gew.-%;
- optional: einen oder mehrere der optionalen Legierungsbestandteile.
In einer besonders bevorzugten zweiten Variante weist die Aluminium-Druckgusslegierung neben Aluminium und unvermeidbaren Verunreinigungen die folgenden Legierungsbestandteile auf:
- Silizium: als Untergrenze mindestens 6,5 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 11 ,5 Gew.-%;
- Mangan: optional als Untergrenze mindestens 0,001 Gew.-% und als zwingende Obergrenze höchstens 0,2 Gew.-% oder höchstens 0,15 Gew.-%;
- Chrom: als Untergrenze mindestens 0,06 Gew.-%, mindestens 0,08 Gew.-%, mindestens 0,1 Gew.-% oder mindestens 0,3 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,6 Gew.-%, höchstens 0,5 Gew.-% oder höchstens 0,3 Gew.-%;
- Magnesium: als Untergrenze mindestens 0,25 Gew.-% oder mindestens 0,30 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,5 Gew.-% oder höchstens 0,4 Gew.-%;
- Eisen: als Untergrenze mindestens 0,15 Gew.-% oder mindestens 0,20 Gew.-% und als Obergrenze höchstens 0,4 Gew.-% oder höchstens 0,3 Gew.-%;
- optional: einen oder mehrere der optionalen Legierungsbestandteile.
In einer ebenfalls vorteilhaften dritten Variante weist die Aluminium-Druckgusslegierung neben Aluminium und unvermeidbaren Verunreinigungen die folgenden Legierungsbestandteile auf:
- Silizium: 6,5 Gew.-% bis 11 ,5 Gew.-%;
- Mangan: 0,001 Gew.-% bis 0,15 Gew.-%;
- Chrom: 0,1 Gew.-% bis 0,3 Gew.-%;
- Magnesium: 0,25 Gew.-% bis 0,5 Gew.-%;
- Eisen: 0,15 Gew.-% bis 0,4 Gew.-%;
- optional: einen oder mehrere der optionalen Legierungsbestandteile.
Vorzugsweise entspricht bei jeder der Varianten die Summe des Anteils an Chrom und des Anteils an Molybdän (sofern vorhanden) zumindest dem
Anteil des Mangans, insbesondere ist die Summe größer als der Mangananteil, vorzugsweise um einen Faktor von mindestens zwei, mindestens vier oder mindestens sechs.
Die Erfindung betrifft zudem ein Strukturbauteil für ein Kraftfahrzeug, hergestellt aus einer Aluminium-Druckgusslegierung gemäß dieser Beschreibung. Auf die Vorteile sowie mögliche vorteilhafte Weiterbildungen wurde bereits hingewiesen, sodass auf die entsprechenden Ausführungen in dieser Beschreibung verwiesen wird. Zusätzlich betrifft die Erfindung die Verwendung der Aluminium-Druckgusslegierung gemäß dieser Beschreibung für ein Herstellen eines Strukturbauteils für ein Kraftfahrzeug.
Das Strukturbauteil lässt sich für unterschiedliche Einsatzzwecke nutzen. Beispielsweise findet es für ein Karosserieelement, insbesondere ein Deckblech und/oder einen Träger, Verwendung. Das Strukturbauteil kann jedoch auch als Batteriegehäuse, Motorgehäuse oder dergleichen verwendet werden.
Die in der Beschreibung beschriebenen Merkmale und Merkmalskombinationen, insbesondere die in der nachfolgenden Figurenbeschreibung beschriebenen und/oder in den Figuren gezeigten Merkmale und Merkmalskombinationen, sind nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Es sind somit auch Ausführungsformen als von der Erfindung umfasst anzusehen, die in der Beschreibung und/oder den Figuren nicht explizit gezeigt oder erläutert sind, jedoch aus den erläuterten Ausführungsformen hervorgehen oder aus ihnen ableitbar sind.
Die Materialeigenschaften der beschriebenen Druckgusslegierung wurde anhand von Versuchen ermittelt. Hierzu wurden Bauteile aus zwei unterschiedlichen Druckgusslegierungen hergestellt, welche den gleichen Magnesiumgehalt aufweist, sich jedoch hinsichtlich des Mangangehalts und des Chromgehalts unterscheiden. Eine der Druckgusslegierungen ist eine Vergleichslegierung, die in Form der Legierung AISi7MnO,6MgO,2 vorliegt. Eine andere
der Druckgusslegierungen ist die erfindungsgemäße Legierung AISi7CrO,3MgO,2. Aus den Bezeichnungen ergibt sich unmittelbar, dass die Legierungen identische Anteile an Silizium und Magnesium enthalten. Die Vergleichslegierung weist 0,6 Gew.-% Mangan auf, wohingegen der Mangangehalt der erfindungsgemäßen Legierung kleiner als 0,2 Gew.-% ist. Im Gegenzug enthält die Vergleichslegierung weniger als 0,2 Gew.-% Chrom, die erfindungsgemäße Legierung hingegen 0,3 Gew.-%.
Die Matenaleigenschaften beider Legierungen wurden zum einen nach einem Gießvorgang eines Bauteils und zum anderen nach einer Wärmebehandlung des jeweiligen Bauteils ermittelt. Aus jeder Legierung wurden hierzu mehrere Bauteile gefertigt, wobei lediglich ein Bauteil aus jeder Legierung der Wärmebehandlung unterzogen wurde. Die Materialeigenschaften der Bauteile beziehungsweise der Legierungen nach dem Gießen und vor der Wärmebehandlung sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst, wobei die Vergleichslegierung als Legierung Nr. 1 und die erfindungsgemäße Legierung als Legierung Nr. 2 geführt ist:
Legierung RPo,2 [MPa] Rm [MPa] Ag [%] A [%]
Nr. 1 109 262 12 13
Nr. 2 105 258 13 15
Nachfolgend sind die Matenaleigenschaften der Bauteile beziehungsweise der Legierungen nach der Wärmebehandlung angegeben, wie sie zum Beispiel beim Trocknen einer Lackierung auftritt:
Legierung RPo,2 [MPa] Rm [MPa] Ag [%] A [%]
Nr. 1 146 274 9 10
Nr. 2 109 252 12 14
In den Tabellen sind jeweils die 0,2%-Dehngrenze RPo,2, die Zugfestigkeit Rm, die Gleichmaßdehnung Ag und die Bruchdehnung A angegeben. Es fällt auf, dass die Festigkeiten der beiden Legierungen nach dem Gießen nahezu identisch sind. Nach der Wärmebehandlung ist jedoch ein deutlicher
Unterschied zu erkennen. Während die 0,2%-Dehngrenze für die manganhaltige Legierung deutlich um mehr als 30 % angestiegen ist, ist für die erfindungsgemäße Regierung kaum ein Anstieg zu beobachten, vielmehr bewegt sich der gemessene Anstieg im Rahmen der Toleranz. Trotz des hohen An- teils an Magnesium kann auf die beschriebene Art und Weise also die Aushärtung zuverlässig verhindert und eine naturharte Druckgusslegierung bereitgestellt werden.
Claims
1. Verfahren zum Herstellen einer Aluminium-Druckgusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil, die neben Aluminium als Legierungsbestandteile Silizium, Eisen, Mangan und Magnesium aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit von einem Magnesiumgehalt der Druckgusslegierung ein Anteil wenigstens einer Komponente der Druckgusslegierung derart eingestellt wird, dass sich bei einem Abkühlen der Druckgusslegierung eine Magnesium enthaltende Primärphase bildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminium-Druckgusslegierung zum Erzielen des Sekundäraluminiumanteils aus einem Sekundäraluminium enthaltenden Ausgangsmaterial hergestellt wird, das mindestens 0,08 Gew.-% Magnesium aufweist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Sekundäraluminium an der Druckgusslegierung mindestens 50 % beträgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als die wenigstens eine Komponente Mangan verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Komponente durch wenigstens eine Substitutionskomponente substituiert wird, wobei als die wenigstens eine Substitutionskomponente Chrom und/oder Molybdän verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als die Magnesium enthaltende Primärphase eine TT-AI- FeMgSi-Phase verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil von Chrom und/oder Molybdän an der
Druckgusslegierung in Summe mindestens gleich dem Anteil von Mangan an der Druckgusslegierung gewählt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckgusslegierung mit der folgenden Zusammensetzung hergestellt wird:
- 6,5 bis 11 ,5 Gew.-% Silizium,
- höchstens 0,25 Gew.-% Mangan,
- 0,06 bis 0,6 Gew.-% Chrom,
- 0,05 bis 0,5 Gew.-% Magnesium,
- 0,05 bis 0,4 Gew.-% Eisen,
- optional 0,001 bis 0,3 Gew.-% Molybdän,
- optional 0,004 bis 0,2 Gew.-% Titan,
- optional 0,01 bis 0,2 Gew.-% Zirkonium,
- optional 0,008 bis 0,02 Gew.-% Strontium,
- optional 0,001 bis 0,1 Gew.-% Vanadium,
- optional 0,001 bis 0,5 Gew.-% Kupfer,
- optional 0,001 bis 0,6 Gew.-% Zink, sowie
- Rest Aluminium und unvermeidbare Verunreinigungen.
9. Aluminium-Druckgusslegierung mit Sekundäraluminiumanteil, insbesondere hergestellt gemäß dem Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die folgenden Legierungsbestandteile:
- 6,5 bis 11 ,5 Gew.-% Silizium,
- höchstens 0,25 Gew.-% Mangan,
- 0,06 bis 0,6 Gew.-% Chrom,
- 0,05 bis 0,5 Gew.-% Magnesium,
- 0,05 bis 0,4 Gew.-% Eisen,
- optional 0,001 bis 0,3 Gew.-% Molybdän,
- optional 0,004 bis 0,2 Gew.-% Titan,
- optional 0,01 bis 0,2 Gew.-% Zirkonium,
- optional 0,008 bis 0,02 Gew.-% Strontium,
- optional 0,001 bis 0,1 Gew.-% Vanadium,
- optional 0,001 bis 0,5 Gew.-% Kupfer,
- optional 0,001 bis 0,6 Gew.-% Zink, sowie - Rest Aluminium und unvermeidbare Verunreinigungen.
10. Strukturbauteil für ein Kraftfahrzeug, hergestellt aus einer Aluminium- Druckgusslegierung nach Anspruch 9.
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