EP4705653A1 - Koppelvorrichtung zur anbindung einer dämpfereinheit an eine welle - Google Patents
Koppelvorrichtung zur anbindung einer dämpfereinheit an eine welleInfo
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Abstract
Eine Koppelvorrichtung (8) zur Kopplung einer Dämpfereinheit (7) an eine drehbare Welle (3), ist zwischen der Welle (3) und der Dämpfereinheit (7) anbringbar. Die Koppelvorrichtung umfasst ein erstes an der Welle (3) und ein zum ersten parallelen und an der Dämpfereinheit (7) festlegbares zweites Joch (9, 10) und mindestens zwei parallel zueinander zwischen dem ersten und zweiten Joch (9, 10) angeordnete Biegefedern (12). Die freien Enden der Biegefedern (12) sind jeweils mit dem ersten und dem zweiten Joch (9, 10) verbunden, so dass die beiden Joche (9, 10) zusammen mit den Biegefedern (12) ein Parallelogramm formen.
Description
KOPPELVORRICHTUNG ZUR ANBINDUNG EINER DÄMPFEREINHEIT AN EINE WELLE
Die Erfindung betrifft eine Koppelvorrichtung zur Kopplung einer Dämpfereinheit an eine drehbare Welle, so dass Kräfte und Bewegungen mittels der Koppelvorrichtung an die Dämpfereinheit übertragbar sind. Ferner betrifft die Erfindung ein Dämpfersystem mit mindestens zwei Dämpfereinheiten und zwei Koppelvorrichtungen. Außerdem betrifft die Erfindung einen Schleuderprüfstand mit einem Dämpfersystem.
Rotationssymmetrische Bauteile werden zur Untersuchung ihrer Dauerfestigkeit üblicherweise einem Prüfverfahren unterzogen, das auf einem Schleuderprüfstand durchgeführt wird, auf dem die Prüfkörper bis zur Berstdrehzahl oder einer anderen vordefinierten Drehzahl geschleudert werden. Zusätzlich kann der Rotor beispielsweise zyklischen Drehzahländerungen oder Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Ein derartiger Prüfstand ist aus DE 1 125 206 A bekannt.
Der Rotor kann hierbei, z. B. über seinen Wellenzapfen, an einer dünnen, elastischen Welle hängend befestigt und beschleunigt werden. Der Rotor rotiert dann um seine Massenträgheitsachse anstatt um seine geometrische Achse, sodass sich der Rotor quasi unwuchtkräftefrei bewegt. Da in der Regel die elastischen Eigenfrequenzen der Welle durchlaufen werden und hierbei große Auslenkungen auftreten können, werden zur Einschränkung der Wellenauslenkung oftmals Dämpfer eingesetzt, sodass die Amplituden der Schleuderwellen begrenzt werden können.
Bekannte Dämpfungseinheiten sind Öldämpfer. Diese bestehen aus einem ölgefüllten Zylinderrohr, das an beiden Enden durch Endstücke verschlossen ist. Durch eines der Endstücke führt eine Kolbenstange hindurch, die im Inneren des Zylinderrohrs mit einem Kolben verbunden ist, der abgedichtet an der Innenwand des Zylinderrohrs gleitet. Durch den Kolben kann ein Kanal
hindurchführen, der als Drosselstelle wirkt um die Geschwindigkeit, mit der der Kolben verstellt wird, zu bremsen. Öldämpfer sind beispielsweise aus DE 37 26 031 C2 bekannt.
DE 10 2011 087 909 B3 beschreibt eine Anordnung für einen Bauteilprüfstand, umfassend eine Welle zur Übertragung eines Drehmoments von einem Rotationsantrieb auf ein zu untersuchendes Bauteil, wobei die Welle bauteilseitig und antriebseitig in einem Lager drehbar gelagert ist. Das bauteilseitige Lager ist mit einem Dämpfungssystem in Hexapodanordnung verbunden, sodass die durch Unwucht erzeugten Schwingungen gedämpft werden.
Aus DE 10 2004 014 458 A1 ist ein Dämpfer zur Dämpfung einer Vordergabel z. B. eines Motorrads bekannt. Die Gabel weist eine Innenölkammer mit zwei durch einen sich bewegenden Kolben getrennte, aber fluidisch durch eine Leitung verbundene Innenölkammerteile auf. Das in den Innenölkammerteilen vorliegende Öl kann z. B. bei Temperaturveränderungen durch einen Zwischenraum in eine Außenölkammer austreten.
EP 2 562 440 B1 offenbart ein Dämpfersystem mit einer Magnetkopplung. Die Magnetkopplung umfasst zwei Magnete, um radiale Gegenkräfte in radial entgegengesetzten Punkten um den Rotor herum auszuüben, sodass keine resultierende Kraft auf den Rotor ausgeübt wird, wenn der Rotor in dem Dämpfersystem zentriert ist.
WO 2023/116979 A1 offenbart einen Öldämpfer mit einer ölgefüllten, als Hohlkammer gestalteten Innenölkammer, die über zumindest einen Durchgang mit einer ebenfalls Öl umfassenden Außenölkammer verbunden ist. Der Durchgang und die Innenölkammer werden von einer Kolbenstange durchragt, die in ihrer Längsrichtung beweglich und mit einem zu dämpfenden Gegenstand verbindbar ist. Ein an der Kolbenstange festgelegter Kolben teilt die Innenölkammer in zwei Innenölkammerteile. Die Innenölkammerteile sind
über zumindest ein Öldurchlassmittel fluidisch miteinander verbunden. In dem zumindest einem Durchgang ist ein nicht gegenüber der Innenölkammer abgedichtetes Wellenführungselement angeordnet, so dass Öl aus der Innenölkammer in die Außenölkammer strömen kann.
US 2012 / 0 279 286 A1 beschäftigt sich mit einer Spindelarretierung. Damit ein Werkzeughalter in einer Wuchtmaschine spanabhebend bearbeitet werden kann, soll die Spindeleinheit festgesetzt werden, um eine Beschädigung der Spindelaufhängung oder sogar der Sensorik zu vermeiden. Hierfür schlägt US 2012 / 0279 286 A1 eine erste und eine zweite Klemmbackeneinheit vor, wobei Klemmleisten vorgesehen sind, die in einer Richtung senkrecht zur Drehachse der Spindel und senkrecht zur Messrichtung der Sensoreinrichtung elastisch sind. Die Sensoreinrichtung ist in der Spindelaufhängung integriert. Die Spindeleinheit ist mittels der lösbar am Spindelhalter befestigten Spindelaufhängung an der Maschinenbasis befestigt und nicht an einem Dämpfersystem.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung bereitzustellen, mit der Bewegungen bzw. Kräfte einer sich drehenden Welle an eine Dämpfereinheit übertragen werden können.
Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 . Bevorzugte Ausgestaltungen sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eine Koppelvorrichtung zur Kopplung einer Dämpfereinheit an eine drehbaren Welle bereitgestellt wird, die zwischen der Welle und der Dämpfereinheit anbringbar ist, mit einem ersten an der Welle und einem zum ersten parallelen und an der Dämpfereinheit festlegbaren zweiten Joch und mit mindestens zwei parallel zueinander zwischen dem ersten und zweiten Joch angeordneten Biegefedern, deren freie Enden jeweils mit dem ersten und dem zweiten Joch verbunden sind, so dass die beiden Joche zusammen mit den Biegefedern ein
Parallelogramm formen. Durch die erfindungsgemäße Gestaltung der Koppelvorrichtung können Bewegungen, bzw. Kräfte einer drehbaren Welle an eine Dämpfereinheit weitergeleitet werden, ohne dass es hierbei zu Beschädigungen der Koppelvorrichtung durch z. B. Verdrehen der Federn kommt. Außerdem ist es möglich, Rotoren mit hohen Unwuchten einem Setzvorgang zu unterwerfen, ohne dass es hierbei zu Beschädigungen des Schleuderprüfstands kommt.
Im Sinne der Erfindung kann eine Dämpfereinheit insbesondere ein linearer Aktor sein, wie z. B. aber nicht abschließend ein Öl-, Luft- oder sonstiger Fluiddämpfer, eine Feder, eine Gasdruckfeder, ein aktiver Aktor für eine geregelte Schwingungskompensation oder Kombinationen hiervon.
Es ist bevorzugt, dass das erste und das zweite Joch eine erste und eine zweite Seite umfassen, wobei an der ersten Seite des ersten Jochs Verbindungsmittel zur Anbindung an ein Wellenlager und an der ersten Seite des zweiten Jochs Verbindungsmittel zur Anbindung an die Dämpfereinheit vorliegen. Je nach Anwendung können die Verbindungsmittel verschiedenartig ausgebildet sein. So können beispielsweise Schraubverbindungen über einen Flansch oder stoffschlüssige Verbindungen vorteilhaft sein.
In einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Biegefedern als Blattfedern oder als Rundstabfedern ausgeführt sind. Vorteilhafterweise sind die Biegefedern möglichst weich ausgeführt, um die Rückstellkraft möglichst gering zu halten.
Die Biegefedern greifen vorteilhafterweise mit ihren freien Enden nahe den äußeren Enden der Joche an. Die Federn können über bekannte Verbindungsmittel an dem jeweiligen Joch befestigt sein. Das Joch kann zur Aufnahme einer Feder auch Federteller aufweisen, in denen sich jeweils das freie Ende einer Feder abstützt.
Ferner betrifft die Erfindung ein Dämpfersystem zur Dämpfung von einer Welle ausgeführten Drehbewegungen mit mindestens zwei Dämpfereinheiten und zwei wie zuvor erläuterte Koppelvorrichtungen, die zwischen der Welle und jeweils einer Dämpfereinheit anbringbar sind, wobei jede Koppelvorrichtung mit einem ersten Joch über ein Lager mit der Welle und einem zweiten, zum ersten parallelen Joch mit der Dämpfereinheit wirkverbunden ist, so dass von der Welle auf die Koppelvorrichtungen ausgeübten Kräfte und Bewegungen an die Dämpfereinheiten übertragbar sind. Das Dämpfersystem ist vielseitig einsetzbar und kann zur Stabilisierung einer flexiblen Welle benutzt werden. Durch die Koppelvorrichtungen wird eine insbesondere spielfreie Kraft- und Wegübertragung zwischen Welle und Dämpfereinheiten erreicht, so dass die Drehbewegungen der Welle in Linearbewegungen umgewandelt werden, die von linearen Dämpfereinheiten gedämpft werden können. Die Koppelvorrichtungen greifen hierfür vorteilhafterweise an dem Wellenlager, insbesondere dem Lageraußenring an, dass bevorzugt als spielfreies Lager gestaltet ist. Durch ein spielfreies Lager können Unstetigkeiten vermieden werden.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Koppelvorrichtungen in einer radial zur Welle, bzw. deren Längsachse verlaufenden Ebene angeordnet sind. Bei Bedarf können auch mehr als zwei Dämpfereinheiten und folglich Koppelvorrichtungen herangezogen werden, wobei pro Dämpfereinheit eine Koppelvorrichtung vorgesehen ist. Durch die Anordnung der Koppelvorrichtungen in einer Ebene können die Drehbewegungen der Welle effizient gekoppelt werden. Es kann vorgesehen sein, mehrere Koppelvorrichtungen und folglich Dämpfereinheiten in mehreren radial zur Welle liegenden Ebenen übereinander anzuordnen. Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn die Koppelvorrichtungen in der jeweiligen Ebene in einem Winkel von 90° zueinanderstehen. Hierdurch können Bewegungen der Welle in x- und y-Richtung erfasst werden.
Des Weiteren betrifft die Erfindung einen Schleuderprüfstand mit einem zuvor erläuterten Dämpfersystem und einer Aufnahme für einen zu testenden Rotor, so dass von der Welle auf die Koppelvorrichtungen ausgeübte Kräfte und Bewegungen an die Dämpfereinheiten übertragbar sind. Ein derartig gestalteter Schleuderprüfstand kann auch zur Prüfung von Prüfkörpern mit hoher Unwucht genutzt werden. Ein zuvor durchgeführter Unwuchtausgleich ist aufgrund der effizienten Dämpfung des Dämpfersystems nicht zwangsläufig erforderlich.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels der Erfindung näher erläutert, das in der Zeichnung dargestellt ist. Es zeigen
Figur 1 eine schematische Darstellung eines Schleuderprüfstands nach dem Stand der Technik und
Figur 2 eine schematische Darstellung einer Dämpfung einer sich drehenden Welle.
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines vertikalen Schleuderprüfstands nach dem Stand der Technik. Der Schleuderprüfstand 1 umfasst neben einer nicht dargestellten Umhausung einen Antrieb 2 zur Zuführung eines Drehmoments. Der Antrieb 2 kann beispielsweise als Elektromotor ausgestaltet sein. Das Drehmoment des Antriebs 2 wird auf eine vertikal verlaufende Welle 3 übertragen, indem die Welle 3 antriebsseitig über ein Lagerelement 4 drehmomentübertragend mit dem Antrieb 2 verbunden ist. Das Lagerelement 4 kann beispielsweise als Lager, Kupplung oder dergleichen ausgebildet sein, in das der Wellenzapfen der Welle 3 eingreift.
Das dem Antrieb 2 gegenüberliegende rotorseitige Ende der Welle 3 ist drehmomentübertragend mit einem zu testenden Rotor 5 verbunden. Der Rotor 5 ist in eine Spannaufnahme 6 aufgenommen und drehfest eingespannt. Die Spannaufnahme 6 kann in Abhängigkeit der Form und Struktur des Rotors 5 unterschiedlich aufgebaut sein. Vorteilhaft ist hier eine austauschbare
Spannaufnahm 6, so dass je nach Testobjekt die Spannaufnahme 6 gewechselt werden kann. Die Spannaufnahme 6 kann über eine Flanschverbindung drehfest mit der Welle 3 verbindbar sein.
An der Welle 3 zwischen Lagerelement 4 und Spannaufnahme 6 ist eine schematisch dargestellte Dämpfereinheit 7 angeordnet, die gehäusefest mit der Welle 3 wirkverbunden ist. Durch Drehung des Rotors 5 wird eine zu dämpfende, schwingende Anregungsbewegung auf die Welle 3 ausgeübt, die zu Schwingungen der Welle 3 in Richtung des Drehradius führt.
Durch die Gestaltung des Schleuderprüfstands 1 wird die Rotationsachse des zu testenden Rotors 5 nicht festgelegt. Der Rotor 5 kann aufgrund der im Wesentlichen frei hängenden Lagerung sich so bewegen, dass er sich die Rotationsachse frei wählen kann. Das bedeutet, unwuchtige Rotoren 5 können anstatt um ihre geometrische Achse, um ihre Massenträgheitsachse rotieren, wodurch im Wesentlichen keine Unwuchtkräfte entstehen. Größere Unwuchten können aufgrund von Spannungen und Kräften in der Welle 3 und der Spannaufnahme 6 zu Beschädigungen führen.
Um die Welle in dem Schleuderprüfstand 1 zu stabilisieren, kann - wie in Figur 2 angedeutet - ein Dämpfersystem bereitgestellt werden. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Verwendung des Dämpfersystems nicht auf die Verwendung in einem Schleuderprüfstand 1 beschränkt ist. Vielmehr soll die Funktionsweise lediglich anhand eines Schleuderprüfstands 1 illustriert werden.
Das Dämpfersystem umfasst zumindest zwei Koppelvorrichtungen 8, die zwei Dämpfereinheiten 7 mit der Welle 3 wirkverbinden. Je nach Anwendung können auch mehr Dämpfereinheiten 7 genutzt werden, die jeweils über eine Koppelvorrichtung 8 mit der Welle 3 verbindbar sind. Im Folgenden wird exemplarisch der Aufbau an einer Koppelvorrichtung 8 erläutert, wobei für das
erfindungsgemäße Dämpfersystem mindestens zwei Dämpfereinheiten 7 und folglich mindestens zwei Koppelvorrichtungen 8 vorgesehen sind.
Je eine Koppelvorrichtung 8 wird zwischen der Welle 3 und jeweils einer Dämpfereinheit 7 installiert. Die Koppelvorrichtung 8 umfasst zwei beabstandet voneinander angeordnete Joche, nämlich ein erstes wellennahes Joch 9 und ein zweites dämpfernahes Joch 10. Das erste Joch 9 ist an der Welle 3, genauer einem Wellenlager 11 , bzw. einem Lageraußenring des Lagers 11 und das zweite an der Dämpfereinheit 7 festlegbar. Insbesondere greift das zweite Joch 10 an einen Wirkmechanismus der Dämpfereinheit 8, wie z. B. einen Kolben. Das erste Joch 9 ist parallel zum zweiten Joch 10 angeordnet.
Jedes Joch 9, 10 umfasst eine erste und eine zweite Seite, wobei an der ersten Seite Verbindungsmittel zur Anbindung des wellennahen ersten Jochs 9 an das Wellenlager 11 und des dämpfernahen zweiten Jochs 10 an die Dämpfereinheit 7 vorliegen. Die Verbindungsmittel können beispielsweise als Schraubverbindungen ausgestaltet sein. Die Joche 9, 10 sind vorzugsweise aus Metall gefertigt, können aber auch aus Kunststoff, einem faserverstärkten Kunststoff oder Kombinationen hieraus bestehen.
Zwischen dem ersten und dem zweiten Joch 9, 10 liegen zwei parallel zueinander ausgerichtete Biegefedern 12. An der, der ersten Seite gegenüberliegenden zweiten Seite des jeweiligen Jochs 9, 10 sind Mittel zur Befestigung von mindestens zwei Biegefedern 12 angeordnet. Diese Mittel können beispielsweise als Federteller ausgestaltet sein. Mindestens zwei Biegefedern 12 sind in einer bevorzugten Ausgestaltung der Koppelvorrichtung vorgesehen. Es können jedoch auch mehr Biegefedern 12 anbringbar sein.
Die Biegefedern 12 sind nahe der oder an den äußeren Enden der Joche 9, 10 angeordnet.
Die Biegefedern 12 können beispielsweise als Rundstabfedern gestaltet sein.
Die Biegefedern 12 sind vorzugsweise biegeweich ausgestaltet. Es ist
bevorzugt, dass die Biegefedern 12 derart gestaltet sind, dass sie innerhalb eines anvisierten Drehzahlbereichs keine Resonanzerscheinungen aufweisen und keine Knickung der Biegefedern 12 durch die übertragenen Dämpfungen auftritt. Des Weiteren können die Biegefedern 12 Einschnürungen, zum Beispiel zwei oder mehr Einschnürungen aufweisen. Dies hat den Vorteil, dass etwaige Nickbewegungen der Welle 3 nicht behindert werden. Die Einheit aus den beiden Biegefedern 12 und dem ersten und zweiten Joch 9, 10 kann derart miteinander verbunden sein, dass die Biegefedern 12 bei Bedarf austauschbar sind. So können beispielsweise je nach Rotormasse Koppelvorrichtungen 8 mit entsprechend dimensionierten Biegefedern 12 zum Einsatz kommen, die einfach gewechselt werden.
Die Koppelvorrichtungen 8 sind vorzugsweise in einer sich im Wesentlichen von der Welle 3 radial erstreckenden Ebene angeordnet, wobei die beiden Koppelvorrichtungen 8 in einem Winkel von 90° zueinanderstehen.
Bei einer Bewegung der Welle 3 in beispielsweise x-Richtung, wird die Bewegung sowie die Kraft von der horizontal dargestellten Koppelvorrichtung 8 an die Dämpfereinheit 7 übertragen. Die vertikal dargestellte Dämpfereinheit 7 erfährt hierbei weder eine Kraft noch eine Bewegung in y-Richtung, da die zwischengeschaltete und vertikal dargestellte Koppelvorrichtung 8 den Versatz zwischen Dämpfereinheit 7 und Welle 3 durch eine Durchbiegung der Biegefedern 12 ausgleicht. Die Koppelvorrichtung 8 verformt sich aufgrund der Gestaltung als ein Parallelogramm. Durch eine vorteilhafte Ausgestaltung der biegeweichen Biegefedern 12 ist eine etwaige Federrückstellkraft gering.
Aufgrund der vorteilhaften Ausgestaltung der Koppelvorrichtung 8 als Parallelogramm wird erreicht, dass die beiden Joche 9, 10 der Koppelvorrichtung 8 zueinander parallel bleiben und die Joche 9, welche mit dem Lager 11 verbunden sind, sich nicht verdrehen (Drehrichtung als „z“ dargestellt). Hierdurch ist die Koppelung innerhalb eines gewünschten Drehzahlbereiches trotz etwaiger weich abgestimmter Biegefedern 12 in
Drehrichtung im Wesentlichen resonanzfrei und kann das Drehmoment durch die Lagerreibung abstützen. Eine Beschädigung der Joche 9, 10 wird verhindert.
Die Erfindung kann auch den Setzvorgang von Rotoren 5 mit hoher Unwucht vereinfachen. Vereinzelt müssen zu Rotoren 5 am Ende des Fertigungsprozesses mit hoher Drehzahl (bis circa 30.000 1/min) geschleudert werden, damit sich die einzelnen Rotorkomponenten aufgrund der Fliehkraft zueinander setzen. Nach diesem Setzvorgang erfolgt ein finaler Wuchtprozess, bei dem eine bestehende Unwucht des Rotors 5 ausgeglichen wird. Falls die Rotoren 5 jedoch bereits vor dem Setzvorgang eine zu hohe Unwucht aufweisen, kann es aufgrund der Unwucht zu Beschädigungen des Schleuderprüfstands kommen. Um dies auszuschließen, kann vor dem Setzvorgang ein Unwuchtausgleich stattfinden, was jedoch den Unwuchtausgleich nach dem eigentlichen Setzvorgang nicht überflüssig macht. Mithilfe der Erfindung ist es möglich, eine effiziente Dämpfung einer sich entlang einer Kreisbahn bewegenden Welle zu erreichen, indem die Bewegungen der Welle in lineare Bewegungen, die dämpfbar sind, umgewandelt werden. Hierdurch können auch Rotoren 5 mit einer hohen Unwucht ohne vorherigen Unwuchtausgleich in einem Setzvorgang geschleudert werden.
Claims
1 . Koppelvorrichtung (8) zur Kopplung einer Dämpfereinheit (7) an eine drehbare Welle (3), die zwischen der Welle (3) und der Dämpfereinheit (7) anbringbar ist, mit einem ersten an der Welle (3) und einem zum ersten parallelen und an der Dämpfereinheit (7) festlegbaren zweiten Joch (9, 10) und mit mindestens zwei parallel zueinander zwischen dem ersten und zweiten Joch (9, 10) angeordneten Biegefedern (12), deren freie Enden jeweils mit dem ersten und dem zweiten Joch (9, 10) verbunden sind, so dass die beiden Joche (9, 10) zusammen mit den Biegefedern (12) ein Parallelogramm formen.
2. Koppelvorrichtung (8) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Joch (9, 10) eine erste und eine zweite Seite umfassen, wobei an der ersten Seite des ersten Jochs (9) Verbindungsmittel zur Anbindung an ein Wellenlager (11 ) und an der ersten Seite des zweiten Jochs (10) Verbindungsmittel zur Anbindung an die Dämpfereinheit (7) vorliegen.
3. Koppelvorrichtung (8) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegefedern (12) als Blattfedern oder als Rundstabfedern ausgeführt sind.
4. Koppelvorrichtung (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegefedern (12) mit ihren freien Enden nahe den äußeren Enden der Joche (9, 10) angreifen.
5. Dämpfersystem zur Dämpfung von einer Welle (3) ausgeführten Drehbewegungen mit mindestens zwei Dämpfereinheiten (7) und zwei Koppelvorrichtungen (8) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die zwischen der Welle (3) und jeweils einer Dämpfereinheit (7) anbringbar sind, wobei jede Koppelvorrichtung (8) mit einem ersten
Joch (9) über ein Lager (11 ) mit der Welle (3) und einem zweiten, zum ersten parallelen Joch (10) mit der Dämpfereinheit (7) wirkverbunden ist, so dass von der Welle (3) auf die Koppelvorrichtungen (8) ausgeübten Kräfte und Bewegungen an die Dämpfereinheiten (7) übertragbar sind.
6. Dämpfersystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager (11 ) als spielfreies Lager (11 ) gestaltet ist.
7. Dämpfersystem nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelvorrichtungen (8) in einer radial zur Welle (3) verlaufenden Ebene angeordnet sind.
8. Dämpfersystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelvorrichtungen (8) in der Ebene in einem Winkel von 90° zueinanderstehen.
9. Schleuderprüfstand (1 ) mit einem Dämpfersystem nach den Ansprüchen 5-8 und einer Aufnahme (6) für einen zu testenden Rotor (5), so dass von der Welle (3) auf die Koppelvorrichtungen (8) ausgeübten Kräfte und Bewegungen an die Dämpfereinheiten (7) übertragbar sind.
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