EP4702569A1 - Aufzeichnungsvorrichtung zur medizinischen bilddatenerfassung - Google Patents
Aufzeichnungsvorrichtung zur medizinischen bilddatenerfassungInfo
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- EP4702569A1 EP4702569A1 EP24721608.8A EP24721608A EP4702569A1 EP 4702569 A1 EP4702569 A1 EP 4702569A1 EP 24721608 A EP24721608 A EP 24721608A EP 4702569 A1 EP4702569 A1 EP 4702569A1
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Aufzeichnungsvorrichtung (10) für medizinische Bilddaten, umfassend eine Anschlusseinheit (1) zur selektiven Verbindung eines Bilderfassungsgeräts (2) für eine medizinische Behandlung, insbesondere ein Endoskop, eine Datenerfassungseinheit (3) zur Erfassung von Bild- und/oder Videodaten (3a) sowie von Gerätedaten (3b) von wenigstens dem mit der Anschlusseinheit (1) verbundenen Bilderfassungsgerät (2), eine Dokumentationseinheit (5) zur Aufzeichnung von durch die Datenerfassungseinheit (3) bereitgestellte Bild- und/oder Videodaten (3a) und Gerätedaten (3b), wobei die Vorrichtung eine Steuerungseinheit (4) aufweist, welche ausgebildet ist, wenigstens ein, bevorzugt eine Mehrzahl an Attributen für das mit der Anschlusseinheit verbundene Bilderfassungsgerät (2) zu ermitteln und/oder zuzuteilen und die Dokumentationseinheit (5) zur Aufzeichnung in Abhängigkeit eines oder mehrerer zugeordneter Attribute anzusteuern.
Description
KARL STORZ SE & Co. KG
Dr.-Karl-Storz-Straße 34
78532 Tutlingen
Germany
Aufzeichnungsvorrichtung zur medizinischen Bilddatenerfassung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein System zur Datenerfassung und Datenübertragung für medizinische Daten.
Optische Visualisierungssysteme wie Endoskope oder Mikroskope für medizinische Eingriffe sind bekannt und ermöglichen eine Darstellung einer Szene und/oder eines Arbeitsbereiches innerhalb eines menschlichen Körpers, beispielsweise während eines minimal-invasiven Eingriffs. Derartige Visulisierungssysteme geben erfasste Bild- bzw. Videodaten auf geeigneten Bildschirmen aus und sind üblicherweise mit einer Bildaufzeichnungsvorrichtung oder einem
Bildaufzeichnungssystem verbunden, um die erfassten Bild- bzw. Videodaten sowie gegebenenfalls weitere Geräte und/oder patientenspezifische Daten aufzuzeichnen.
In den bekannten Bildaufzeichnungssystemen werden die Bild- bzw. Videodaten, sowie Daten zu verwendeten Geräten/Instrumenten von sogenannten Dataloggem in Praxisräumen oder Krankenhäusern vollständig erfasst und an eine Speichereinrichtung übertragen. Diese Daten können dann später beispielsweise als Historiendaten für die Beobachtung eines Behandlungsverlaufs oder zu Analysezwecken verarbeitet werden. Weiterhin können mittels dieser Daten auch Kl-Anwendungen antrainiert werden. Hierfür werden die erfassten Daten üblicherweise manuell gesichtet, nach bestimmten Ereignissen oder Instrumenten im Bild durchsucht und entsprechend kommentiert. Dies ist jedoch sehr zeitintensiv und benötigt zudem hohe Datenübertragungsmengen und Rechnerleistung.
Die US 7,738,940 B2 offenbart ein medizinisches Bildaufzeichnungssystem welches für eine medizinische Untersuchung neben den erzeugten Bildinformationen eines Endoskops auch Geräteinformationen und Patienteninformationen erfasst und diese an eine Datenspeichereinheit übertragen kann. Das System umfasst mindestens eine Bildinformationsbeschaffungsein- heit und eine Vorrichtungsinformationsbeschaffungseinheit, die Informationen über eine zum Zeitpunkt der Untersuchung verwendete Vorrichtung beschafft, sowie eine Aufzeichnungseinheit. Das System ist ausgebildet, nach Beendigung einer Untersuchung einen Datenspeicherprozess durchzuführen, in welchem die zunächst in einem nichtflüchtigen Speicher einer Bild- aufhahmevorrichtung hinterlegten Patientendaten, Gerätedaten und Bilddaten über ein Netzwerk an einen Server eines Datenbankdienstes übertragen werden.
Die WO 2018/013666 Al offenbart ein System zur Verwaltung medizinischer Geräte, die mit einem lokalen Netzwerk kommunizieren. Eine lokale Netzwerkanwendung leitet die von den medizinischen Geräten gesammelten Gerätedaten an einen cloudbasierten Dienst weiter, der die Gerätedaten verarbeitet und organisiert. Der cloudbasierte Dienst kann auch mit einer Verkaufsdatenbank, einem ERP-System, einer Fertigungsdatenbank und/oder anderen Datenbanken kommunizieren. Benutzer können über einen herkömmlichen Webbrowser Gerätedaten von dem cloudbasierten Dienst anfordem. Zu den Gerätedaten können Standortdaten, Nutzungsdaten, Reparaturdaten usw. gehören.
Pablo Azarge et al. “EndoMapper dataset of complete calibrated endoscopy procedures”, beschreibt die Erstellung und Bereitstellung eines Datensatzes zur Trainingszwecken einer
räumlichen künstlichen Intelligenz in der Endoskopie, insbesondere zur Entwicklung eines 3D-Kartierungs- und Lokalisierungssystems zur Erkennung blinder Zonen während der Untersuchung, zur automatischen Vermessung von Polypen und zur Führung des Arztes zu einem Polypen. Hierbei werden neben vollständigen Endoskopie-Sequenzen, welche während einer regulären medizinischen Praxis erfasst wurden, zugehörige Metadaten, Anmerkungen eines behandelnden Arztes sowie anatomische Landmarken und Segmentierungsmasken erfasst und im Datensatz bereitgestellt.
Basierend auf dem bekannten Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung und ein System zur Datenerfassung für medizinische Daten bereitzustellen, welche bzw. welches eine optimierte Datenerfassung und Datenübertragung sowie vorzugsweise eine optimierte Verarbeitung dieser Daten beispielsweise für Kl-Anwendungen ermöglicht.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die Datenvorrichtung und das System zur Datenübertragung gemäß den unabhängigen Ansprüchen. Die abhängigen Ansprüche beschreiben vorteilhafte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung.
In einem ersten Aspekt betrifft die vorliegenden Erfindung eine Aufzeichnungsvorrichtung für medizinische Bilddaten, umfassend eine Anschlusseinheit zur selektiven Verbindung eines Bilderfassungsgeräts für eine medizinische Behandlung, insbesondere ein Endoskop oder Exoskop, eine Datenerfassungseinheit zur Erfassung von Bild- und/oder Videodaten sowie von Gerätedaten von wenigstens dem mit der Anschlusseinheit verbundenen Bilderfassungsgerät, und eine Dokumentationseinheit zur Aufzeichnung von durch die Datenerfassungseinheit bereitgestellten Bild- und/oder Videodaten und Gerätedaten, wobei die Vorrichtung eine Steuerungseinheit aufweist, welche ausgebildet ist, wenigstens ein, bevorzugt eine Mehrzahl an Attributen für das mit der Anschlusseinheit verbundene Bilderfassungsgerät zu ermitteln und/oder zuzuteilen und die Dokumentationseinheit zur Aufzeichnung in Abhängigkeit eines oder mehrerer zugeordneter Attribute anzusteuem.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht die Ermittlung und/oder die Zuteilung von Attributen für bzw. zu einem jeweiligen Bilderfassungsgerät, welches mit der Vorrichtung mit Hilfe der Anschlusseinheit verbunden ist, mit Hilfe der erfindungsgemäßen Steuerungseinheit. Die Ermittlung und/oder Zuteilung des wenigstens einen Attributs für das jeweils verbundene Bilderfassungsgerät erfolgt dabei vorzugsweise automatisch durch die erfindungsgemäße
Steuerungseinheit. Hierbei können verschiedenartige Geräte, insbesondere verschiedene Endoskope, erkannt und/oder ermittelt werden und diesen Attribute zugeordnet werden. Auf Basis der ermittelten und/oder zugeteilten Attribute erfolgt dann eine Ansteuerung der Dokumentationseinheit. Im Gegensatz zum Stand der Technik kann dadurch eine selektive und/oder auf ein jeweiliges Gerät abgestimmte Ansteuerung der Dokumentationseinheit zur optimierten Datenaufzeichnung und/oder Datenübertragung bereitgestellt werden. Insbesondere können dadurch der Datenerfassungs aufwand zur Bereitstellung geeigneter Dokumentationsdaten deutlich reduziert und die Qualität der Dokumentationsdaten für eine jeweilige medizinische Behandlung optimiert werden. Dies insbesondere, da bei dem aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen für ein Datenlogging aufgrund der großen Anzahl von Untersuchungen in einem Krankenhaus oder in Praxisräumen eine riesige Datenlast entsteht, welche gleichermaßen eine hohe Rechnerleistung und Speicherkapazität erfordert. Ebenso wird durch die vorliegende Erfindung eine gegenüber dem Stand der Technik deutlich vereinfachte Auswertung der aufgezeichneten Daten für KI- Anwendungen ermöglicht, da insbesondere auf das jeweilige Bilderfassungsgerät zugeschnittene und/oder mit jeweils zugehörigen Attributen versehene Bild- und/oder Videodaten gesammelt werden können, welche auch bei der späteren Datenverwertung eine optimierte Weiterverarbeitung insbesondere zum Antrainieren von Kl-Anwendungen ermöglichen.
Die Dokumentationseinheit zur Aufzeichnung von durch die Datenerfassungseinheit bereitgestellten Bild- und/oder Video-, sowie Gerätedaten ist vorzugsweise derart ausgebildet, die jeweiligen Bild- und/oder Videodaten mit den bei einer jeweiligen Untersuchung erfassten Gerätedaten zur verknüpfen und als zueinander zugehörige Daten bzw. als entsprechend verknüpfter Datensatz abzuspeichem. Ebenfalls können vorteilhaft die jeweils ermittelten und/oder zugeordneten Attribute für das jeweilige Bilderfassungsgerät als zugehörige Daten bzw. als zugehöriger Datensatz abgespeichert werden.
Die Dokumentationseinheit ist vorteilhaft derart ausgebildet, die Gerätedaten und/oder die jeweils zugeordneten Attribute als Metadaten der jeweiligen Bild- und/oder Videodaten abzuspeichem. Hierdurch kann auch zu einem späteren Zeitpunkt eine eindeutige Zuordnung der Bild- und/oder Videodaten zu den Gerätedaten erfolgen. Insbesondere können menschliche Fehlereinflüsse bei der aus dem Stand der Technik bekannten separaten Aufnahme von Bild- und/oder Videodaten einerseits und bei der jeweiligen Untersuchung zusätzlich erfasster Datensätze andererseits vermieden werden. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Dokumentationseinheit ausgebildet, die jeweiligen Gerätedaten als Metadaten der Bild- und/oder
Videodaten in vordefinierten Frames oder weiter bevorzugt in jedem einzelnen Frame der Bild- und/oder Videodaten zu hinterlegen.
Die Steuerungseinheit ist vorteilhaft derart ausgebildet, die jeweiligen Attribute basierend auf von der Datenerfassungseinheit bereitgestellten Gerätedaten zu ermitteln und/oder zuzuteilen. Die Datenerfassungseinheit kann hierbei beispielsweise ausgebildet sein, durch geeignete elektronische Datenerfassung eine Geräte-Identifikationsnummer oder dergleichen vom mit der Anschlusseinheit verbundenen Bilderfassungsgerät abzurufen, welche das verbundene, spezifische Bilderfassungsgerät identifiziert. Basierend hierauf kann dann eine Ermittlung von zugehörigen Attributen erfolgen, beispielsweise aus einer intern oder extern hinterlegten Tabelle mit entsprechenden Attributen und/oder aus extern abrufbaren Informationen zum jeweiligen Gerätetyp.
Die Steuerungseinheit ist weiter vorteilhaft derart ausgebildet, wenigstens eine Art der medizinischen Behandlung basierend auf den von der Datenerfassungseinheit und/oder dem Bilderfassungsgerät bereitgestellten Daten als Attribut zu ermitteln. Beispielhaft kann die Steuerungseinheit basierend auf einer Erkennung des angeschlossenen Endoskops auf das jeweilige Fachgebiet und/oder die Eingriffsart und somit auf die medizinische Behandlung schließen. Ebenfalls kann auf die zu erwartenden Bild- und/oder Videodaten geschlossen werden. Wird beispielsweise ein flexibles Rhinoskop mit der Vorrichtung verbunden, so handelt es sich bei der vom Arzt vorgenommenen Untersuchung um eine Rhino-Laryngoskopie. Dies kann von der Steuerungseinheit als Attribut für die Art der medizinischen Behandlung ermittelt und für die weitere Datenaufzeichnung und/oder Datenverwertung verwendet werden. Weiterhin kann die Steuerungseinheit hierbei ermitteln, dass das verbundene Endoskop keinen Arbeitskanal aufweist und somit nicht im Zusammenhang mit Hochfrequenzanwendungen beispielsweise bei Hochfrequenz- oder Laser-Chirurgie Verwendung findet. Auch dies kann als entsprechendes Attribut des verbundenen Endoskops ermittelt und für die weitere Datenaufzeichnung und/oder Datenverwertung verwendet werden. Aufgrund der Nichteignung des verbundenen Endoskops für Hochfrequenzanwendungen kann weiterhin ermittelt bzw. abgeleitet werden, dass bei der vorgenommenen Behandlung in den Bild- und/oder Videodaten keine Rauchentwicklung zu sehen sein wird. Dies kann ebenfalls als weiteres Attribut des verbundenen Endoskops ermittelt und für die weitere Datenaufzeichnung und/oder Datenverwertung verwendet werden. Hierdurch kann beispielsweise das Training von KI-An- wendungen für Rauchgaserkennung bei einer Behandlung vereinfacht werden, da sich aus den ermittelten Attributen direkt ableiten lässt, ob sich die erfassten Daten für das Training der
KI- Anwendung eignen. Weiterhin kann beispielsweise eine Erfassung der Bild- oder Videodaten lediglich dann erfolgen bzw. durch die Steuerungseinheit aktiviert werden, wenn ein für ein gewünschtes Kl-Training benötigtes Attribut der Bild- und/oder Videodaten vorliegt bzw. ermittelt wurde.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die Attribute eine oder mehrere Daten oder Datensätze zu einer oder mehrerer der folgenden Eigenschaften: Art des Bilderfassungsgeräts, medizinisches Fachgebiet, medizinische Indikation, Einsatzmedium, Einsatzzweck, Art des medizinischen Eingriffs, Hochfrequenzanwendung, Laseranwendung, Instrumentensichtbarkeit, Rauchentwicklung, Blutung, Sichtbehinderung, und/oder verschmutztes Wasser. .
Auch die Art des verwendeten Haltesystems für das Bilderfassungsgerät, wie beispielsweise eines Roboters, kann ein Attribut sein.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Steuerungseinheit ausgebildet, einen durch die Vorrichtung und/oder der Vorrichtung übermittelten Datenbefehl oder Datenerfassungsbefehl zu erfassen und für die Attributermittlung und/oder -Zuteilung, und/oder für die Ansteuerung der Dokumentationseinheit heranzuziehen. Hierdurch kann beispielsweise ein insbesondere extern zugeführter Datenerfassungsbefehl seitens der Vorrichtung empfangen werden, welcher dann die weitere Datenerfassung mittels der Vorrichtung beeinflussen kann. So kann die Steuerungseinheit beispielsweise ausgebildet sein, den erfassten Datenerfassungsbefehl mit wenigstens einer Attributzuteilung eines angeschlossenen Endoskops zu vergleichen und daraufbasierend eine Ansteuerung der Dokumentationseinheit durchzuführen. Hierbei kann beispielsweise ein Datenerfassungsbefehl erfasst werden, welcher in den darauffolgenden Untersuchungen lediglich die Datenerfassung zu Trainingszwecken für eine bestimmte KI- Anwendung wie beispielsweise zur Erkennung einer Rauchentwicklung wünscht. Die Steuerungseinheit kann basierend auf einem derartigen Datenerfassungsbefehl die Dokumentationseinheit lediglich dann aktivieren, wenn für das jeweils angeschlossene Bilderfassungsgerät ein entsprechendes Attribut erkannt und/oder zugeordnet ist. Hierdurch kann eine gezielte Datenerhebung erfolgen, welche Rechnerleistung und Rechnerkapazität reduziert und gleichzeitig eine zielgerichtete Datenübertragung ermöglicht. Dies ist eine deutlich Optimierung gegenüber dem Stand der Technik, bei dem entweder alle Daten übermittelt werden, was zu einer Unmenge an Datenübertragungs- und Datenspeicheraufwand führt, oder eine jeweilige aufwendige manuelle Voreinstellung zu erfolgen hat, welche für einen behandelnden Arzt unerwünscht ist.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Steuerungseinheit derart ausgebildet, die Dokumentationseinheit zur Aktivierung und/oder Deaktivierung der Aufzeichnung, und/oder zur Einstellung und/oder Anpassung von die Datenaufzeichnung beeinflussenden Aufhahmepara- metem in Abhängigkeit der Attribute anzusteuem. Hierbei kann insbesondere eine selektive Aktivierung und/oder Deaktivierung der Datenaufzeichnung bzw. der Dokumentationseinheit beispielsweise dann erfolgen, wenn ein vordefmiertes Attribut erkannt bzw. zugeordnet wurde. Beispielsweise kann eine bestimmte Videosequenz aufgrund eines oder mehrerer erkannter Attribute gespeichert werden. Weiterhin kann beispielsweise eine Einstellung oder Anpassung einer Framerate, eines Bildausschnitts und/oder anderer Bildparameter des erfassten Bild- und/oder Videosignals in Abhängigkeit der ermittelten und/oder zugeordneten Attribute erfolgen.
Die Steuerungseinrichtung umfasst vorteilhaft eine Speichereinheit, welche zur Hinterlegung und/oder Zuordnung einer Vielzahl von Attributen für ein jeweiliges Bilderfassungsgerät ausgebildet ist. Die Speichereinheit kann insbesondere eine oder mehrere Lookup-Tabellen umfassen, mittels welcher einem jeweiligen Bilderfassungsgerät vordefinierte und/oder veränderbare Attribute zugeordnet sind. Weiterhin kann die Steuerungseinrichtung zur Ermittlung von Attributen aus den erfassten Bild- und/oder Videodaten ausgebildet sein. Weiter bevorzugt kann die Steuerungseinrichtung ausgebildet sein, aus einer Kombination der erfassten Gerätedaten sowie der erfassten Bild- und/oder Videodaten Attribute des jeweiligen Bilderfassungsgeräts zu ermitteln.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Datenerfassungseinheit zur Erfassung weiterer Gerätedaten und/oder Parameterdaten von mit der Vorrichtung drahtgebunden oder drahtlos verbundenen Geräten ausgebildet. Die Datenerfassungseinheit ist weiter vorteilhaft zur Erfassung von bereitgestellten Patientendaten und/oder Vitalparametem eines Patienten ausgebildet. Hierbei kann die Steuerungseinrichtung vorteilhaft ausgebildet sein, aus einer Kombination der erfassten Gerätedaten und/oder Parameterdaten sowie der erfassten Bild- und/oder Videodaten Attribute des jeweiligen Bilderfassungsgeräts oder des jeweiligen medizinischen Eingriffs zu ermitteln.
So können auch über die Gerätedaten Informationen beispielsweise über eine Indikation des jeweiligen Eingriffs ermittelt werden. Beispielsweise kann anhand der von einem Insufflator bereitgestellten Daten abgeleitet werden, ob die behandelte Person eine erwachsene Person oder ein Kleinkind ist. Ein Druckwert des Insufflators kann dabei weiterhin Aufschlüsse über
das Gewicht des Patienten geben, da bei einem adipösen Patienten ein höherer Druck als bei einem normalgewichtigen Patienten benötigt wird. Die Daten einer Saugspülpumpe können Rückschlüsse über das Fachgebiet der jeweiligen Untersuchung geben, da diese verschiedene Modi aufweist, umfassend insbesondere einen „Gyn“, „Arthro“ und „Uro“-Modus, also Modi die bestimmten medizinischen Fachgebieten zugeordnet sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Aufzeichnungsvorrichtung ferner eine Datenübertragungseinheit, welche zum vorzugsweise bidirektionalen Datenaustausch mit einem externen Netzwerk und/oder einer externen Servereinheit ausgebildet ist. Die Datenübertragungseinheit kann hierbei eine LAN- und/oder WLAN-Schnittstelle zur Anbindung an ein internes oder externes Netzwerk, wie beispielsweise ein Krankenhaus-LAN oder das Internet aufweisen. Hierbei kann die Aufzeichnungsvorrichtung zur Erfassung von Datenerfassungsbefehlen von der externen Servereinheit und/oder zur automatisierten und/oder nicht-automa- tisierten Übertragung von Aufzeichnungen der Dokumentationseinheit an die externe Servereinheit ausgebildet sein. Die Übertragung an ein externes Netzwerk und/oder an eine externe Servereinheit kann in Echtzeit und/oder zeitversetzt zur Aufzeichnung der Dokumentationseinheit erfolgen. Besonders bevorzugt kann eine jeweilige Übertragung der erfassten Datensätze in vordefmierten Zeitintervallen oder zu vordefinierten Übertragungszeiten erfolgen. Eine jeweilige Zwischenspeicherung der Daten kann dabei in externen oder internen Speichereinheiten erfolgen.
Die ermittelten und/oder zugeordneten Attribute werden also in Art eines Filters verwendet, um nur bestimmte Bild- bzw. Videodaten zu speichern und beispielsweise zur weiteren Verwendung zu übertragen. Die Attribute können logisch voneinander abhängen oder hierarchisch aufeinander aufbauen, so dass das Ermitteln und/oder Zuordnen bestimmter Attribute die Auswahl weiterer möglicher Attribute immer weiter einschränkt. Ein Satz von Attributen kann so einen medizinischen Eingriff oder verschiedene Zustände des Eingriffs oder verschiedene Ereignisse während des Eingriffs möglichst genau beschreiben und definieren, um die Dokumentationseinheit präzise anzusteuem.
Ebenso kann ein während eines Eingriffs neu ermitteltes oder zugeordnetes Attribut dazu dienen, vorher ermittelte Attribute zu bestätigen, so dass in Art einer Feedbackschleife eine höhere Sicherheit bei der Steuerung der Dokumentationseinheit erreicht wird. Beispielsweise kann über die Art des Fachgebiets und der verwendeten Geräte eine HF-Anwendung als Attribut vermutet und zugeordnet und dann über ein im Videobild erkanntes Rauchgas oder eine
Information über einen aktivierten HF-Generator bestätigt werden. Es ist möglich präzise Informationen wie eine Phase des Eingriffs beispielsweise über den Zeitpunkt der Aktivierung und Deaktivierung von verbundenen Geräten als Attribut zu ermitteln.
Das Ansteuem der Dokumentationseinheit zum Speichern von Bild- und Videosequenzen kann auch in Abhängigkeit einer ermittelten Relevanz geschehen, beispielsweise könnte das Ansteuem in Abhängigkeit der Anzahl oder Art der ermittelten und/oder zugeordneten Attribute erfolgen. Alternativ kann die Dokumentationseinheit auch in Abhängigkeit des Fehlens von Attributen angesteuert werden.
Um ein plötzliches Beginnen und Beenden einer Aufzeichnung über die Dokumentationseinheit zu verhindern, kann ein zeitlicher Vor- oder Nachlauf beim Speichern und/oder Übertragen von Bild- und Videodaten durch die Dokumentationseinheit in Abhängigkeit der Attribute vorgesehen sein. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die gespeicherten Sequenzen eine bestimmte Mindestlänge an Bildern aufweisen.
Die vorgehend beschriebene Aufzeichnungsvorrichtung kann als separater oder integraler Bestandteil einer medizinischen Bilderfassungsvorrichtung, beispielsweise einer Endoskopievorrichtung, oder eines medizinischen Bilderfassungsssystems, beispielsweise eines Endoskopiesystems, ausgebildet sein.
In einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Aufzeichnungssystem umfassend wenigstens eine Aufzeichnungsvorrichtung wie vorgehend beschrieben, und wenigstens ein selektiv mit einer Anschlusseinheit des Aufzeichnungssystems verbindbares Bilderfassungsgerät, insbesondere ein Endoskop, bevorzugt eine Mehrzahl unterschiedlicher Bilderfassungsgeräte, zur Erfassung von Bild- und/oder Videodaten bei einer medizinischen Behandlung-
Das Aufzeichnungssystem umfasst vorteilhaft weitere, selektiv mit dem Aufzeichnungssystem verbindbare Geräte, welche zur Übertragung von Gerätedaten und/oder Parameterdaten an eine Steuerungseinheit der Aufzeichnungsvorrichtung ausgebildet sind. Diese Geräte können beispielsweise einen Insufflator und/oder eine Saugspülpumpe umfassen.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das System weiterhin eine Servereinheit, welche mittels eines internen oder externen Netzwerks mit der Aufzeichnungsvorrichtung ver-
bunden ist, und welche zum vorzugsweise bidirektionalen Datenaustausch mit der Aufzeichnungsvorrichtung ausgebildet ist. Die Servereinheit kann hierbei vorzugsweise ausgebildet sein, einen Datenerfassungsbefehl an die wenigstens eine Aufzeichnungsvorrichtung, bevorzugt an mehrere Aufzeichnungsvorrichtungen des Systems zu übertragen. Der jeweilige Datenerfassungsbefehl kann hierbei Attribute enthalten, welche in den jeweiligen Aufzeichnungsvorrichtungen zur zielgerichteten Datenerfassung bei den jeweiligen medizinischen Behandlungen verwendet werden können.
Zur Vermeidung von Wiederholungen wird hierbei auf die vorgenannten Ausführungen zur erfmdungsgemäßen Aufzeichnungsvorrichtung Bezug genommen, welche gleichermaßen als für das erfmdungsgemäße System offenbart und beanspruchbar gelten sollen.
Einzelheiten, vorteilhafte Wirkungen und Details der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand der schematischen, lediglich beispielhaften Zeichnungen erläutert.
Darin zeigen:
Fig.1 : eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform der erfmdungsgemäßen Aufzeichnungsvorrichtung für medizinische Bilddaten; und
Fig. 2: eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform eines erfmdungsgemäßen Aufzeichnungssystems mit einer Mehrzahl an Aufzeichnungsvorrichtungen und einer mit einer Servereinheit verbundenen Kl-Trainings ein- heit.
Fig. 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der erfmdungsgemäßen Aufzeichnungsvorrichtung 10 für medizinische Bilddaten. Die Vorrichtung 10 umfasst zunächst eine Anschlusseinheit 1 zur selektiven Verbindung eines Bilderfassungsgeräts 2 für eine medizinische Behandlung bzw. einen medizinischen Eingriff. Hierbei handelt es sich insbesondere um ein Endoskop, weiter bevorzugt um ein Videoendoskop. Die Anschlusseinheit kann hierbei an sich bekannte Steckverbindungen aufweisen, welche zur drahtgebundenen Verbindung des Endoskops mit der Vorrichtung dienen.
Die Anschlusseinheit 1 kann ferner zur Anbindung von weiteren Geräten ausgebildet sein, wie beispielsweise einer Eingabeeinheit 9, beispielsweise einem Keyboard und/oder einer Maus, einer Display einheit 11 zur Ausgabe eines erfassten Videobildes an einen behandeln-
den Arzt, oder zusätzlicher Geräte wie beispielsweise einem Insufflator 7, einer Saugspülpumpe 8 etc. Hierzu kann die Anschlusseinheit 1 für den jeweiligen Anschluss und/oder die Kommunikation mit den Geräten 7, 8, 9, 11 kabel gebundene oder kabellose Schnittstellen aufweisen.
Die Vorrichtung umfasst weiterhin eine Datenerfassungseinheit 3 zur Erfassung von durch das Bilderfassungsgerät 2 bereitgestellten Bild- und/oder Videodaten 3a. Weiterhin ist die Datenerfassungseinheit 3 ausgebildet, Gerätedaten 3b von wenigstens dem mit der Anschlusseinheit 1 verbundenen Bilderfassungsgerät 2 zu erfassen. Die Gerätedaten 3b können dabei beispielsweise eine Geräteidentifikationsnummer, ein Gerätekennung oder dergleichen umfassen, basierend auf welchem eine Identifikation und/oder Erkennung des mit der Vorrichtung 10 verbundenen Endoskops 2 möglich ist. Weiterhin können die Gerätedaten Betriebsparameter oder sonstige Informationssignale des Endoskops 2 umfassen.
Die Datenerfassungseinheit 3 kann weiterhin ausgebildet sein, Gerätedaten 3b von den optional zusätzlich angeschlossenen Geräten 7, 8, 9, 11, insbesondere von einem angeschlossenen Insufflator 7 und/oder einer Saugspülpumpe 8 zu erfassen. Hierbei können die erfassten Gerätedaten 3b insbesondere Betriebsparameter der Geräte umfassen, welche für die unten näher beschriebene Ansteuerung und Aufzeichnung der Daten herangezogen werden können.
Die Datenerfassungseinheit 3 kann zusätzlich Patientendaten und/oder zum Patienten zugehörige Vitalparameter 3c erfassen, welche ebenfalls für die unten näher beschriebene Ansteuerung und Aufzeichnung herangezogen werden können. Die Patientendaten und/oder Vitalparameter 3 c können dabei entweder durch entsprechende Eingabemittel 9 manuell eingegeben oder durch die weiteren Geräte 7, 8 automatisiert übermittelt werden.
Die Vorrichtung 10 umfasst weiterhin eine Dokumentationseinheit 5 zur Aufzeichnung von durch die Datenerfassungseinheit 3 bereitgestellten Bild- und/oder Videodaten 3a und Gerätedaten 3b. Weiterhin kann die Dokumentationseinheit 5 zur Aufzeichnung von durch die Datenerfassungseinheit 3 bereitgestellten Patientendaten und/oder Vitalparametem 3c ausgebildet sein. Die Dokumentationseinheit 5 umfasst hierzu vorteilhaft eine interne oder externe Speichereinheit 5a, insbesondere einen nichtflüchtigen Speicher, auf welcher die zugeführten Daten abgespeichert werden können.
Weiterhin umfasst die Vorrichtung 10 eine Steuerungseinheit 4, welche ausgebildet ist, wenigstens ein, bevorzugt eine Mehrzahl von Attributen für das mit der Anschlusseinheit 1 verbundene Bilderfassungsgerät 2 zu ermitteln und/oder zuzuteilen und die Dokumentationseinheit 5 zur Aufzeichnung in Abhängigkeit eines oder mehrerer zugeordneter Attribute anzusteuern.
Unter Attributen werden hierbei zugeordnete Eigenschaften des Bilderfassungsgeräts 2, insbesondere des Endoskops 2 verstanden. Beispielsweise kann ein Attribut des j eweiligen Endoskops die Art der medizinischen Behandlung sein, für welche das Endoskop in der Regel eingesetzt wird. Die Attribute können beispielhaft weiterhin Daten oder Datensätze zu den folgenden Eigenschaften umfassen: Endoskopart, Fachgebiet, Indikation, Einsatzmedium, Einsatzzweck, Hochfrequenzanwendung, Laser, Instrumentensichtbarkeit, Rauchentwicklung, und/oder verschmutztes Wasser. In einer bevorzugten Ausführungsform können die Attribute in der Speichereinheit 4a der Steuerungseinheit 4 hinterlegt sein. Die Speichereinheit 4a kann hierbei beispielsweise Tabellen bzw. Lookup-Tabellen umfassen, in welchen eine Zuordnung von vordefmierten Attributen zu einzelnen Bilderfassungsgeräten bzw. Endoskopen vordefiniert sind. Die jeweiligen Attribute können bei Erkennung des jeweiligen Endoskops basierend auf den durch die Datenerfassungseinheit bereitgestellten Daten durch die Steuerungseinheit ermittelt werden. Eine beispielhafte Tabelle mit Attributen und zugehörigen Daten individueller Endoskoptypen ist nachfolgend dargestellt.
Tabelle 1
Wie der Tabelle zu entnehmen ist, können einige Attribute wie „HF“, „Laser“, „Rauch“, „Instrumente sichtbar“ für ein individuelles Endoskop einen jeweiligen positiven oder negativen Wert aufweisen, je nachdem, ob beispielsweise eine Rauchentwicklung oder das Auftreten von verschmutztem Wasser bei dem eingesetzten Endoskop möglich ist oder nicht. Ebenfalls kann ein jeweiliges Attribut wie beispielsweise eine Indikation oder ein Fachgebiet einen detaillierteren, beschreibenden Datensatz aufweisen.
Weiterhin kann die Steuerungseinheit ausgebildet sein, Attribute eines jeweils angeschlossenen Endoskops basierend auf den bereitgestellten Daten zuzuteilen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Steuerungseinheit basierend auf den in der Speichereinheit 4a hinterlegten Daten feststellt, dass für das erkannte Endoskop kein Attribut wie beispielsweise „Medium“ hinterlegt ist. Die Steuerungseinheit kann hierbei ausgebildet sein, basierend auf den erfassten Bild- und/oder Videodaten sowie den erfassten Gerätedaten ein jeweiliges Attribut zu ermitteln. Hierbei kann die Steuerungseinheit 4 auch ausgebildet sein, auf externe Datensammlungen, externe Servereinheiten und/oder externe Netzwerke zuzugreifen.
Die Steuerungseinheit 4 ist weiter vorteilhaft ausgebildet, die Dokumentationseinheit 5 zur Aktivierung und/oder Deaktivierung einer Aufzeichnung, und/oder zur Einstellung und/oder Anpassung von eine Datenaufzeichnung beeinflussenden Aufhahmeparametem in Abhängigkeit der ermittelten und/oder zugeteilten Attribute anzusteuem. Hierdurch kann im Gegensatz zu einem reinen Datenlogging aller Daten bei einer Untersuchung mit dem Endoskop eine
Aufzeichnung beispielsweise nur dann aktiviert oder deaktiviert werden, wenn ein vorgegebenes Attribut oder mehrere vorgegebene Attribute erfüllt oder nicht erfüllt sind. Dies kann insbesondere für das Datensammeln zum Antrainieren von Kl-Anwendungen vorteilhaft sein, da beispielsweise nur Daten aufgezeichnet werden, welche für die jeweils gewünschte Anwendung sinnvoll erscheinen. Zusätzlich oder alternativ zur vorgenannten Ausbildung kann die Steuerungseinheit 4 konfiguriert sein, eine manuelle Aktivierung der Dokumentationseinheit 5, insbesondere durch einen behandelnden Arzt, zu ermöglichen. So könnte eine Datenaufzeichnung insbesondere dann ausgelöst werden, wenn beispielsweise Interesse an einer bestimmten Behandlungsform besteht, so dass beim nächsten verfügbaren Eingriff, der ähnlich hierzu ist, die entsprechenden Bild- und/oder Videodaten ebenfalls gespeichert werden.
Wenn beispielsweise für ein geplantes Training von Kl-Anwendungen Untersuchungsdaten und insbesondere Videodaten mit Rauchgas im Bild benötigt werden, kann eine Aufzeichnung der Daten einer jeweiligen Untersuchung beispielsweise nur dann erfolgen, wenn sich aus den ermittelten und/oder zugeordneten Attributen des jeweils angeschlossenen Endoskops ergibt, dass überhaupt Rauchgas entstehen kann
Verwendet der Arzt beispielsweise ein flexibles Rhinoskop, so kann die Steuerungseinheit feststellen, dass es sich bei der medizinischen Behandlung um eine diagnostische Rhinolaryn- goskopie handelt. Bei dieser wird kein Rauch im erfassten Bild bzw. in den erfassten Bild- und/oder Videodaten auftreten, da dieses Endoskop keinen Arbeitskanal aufweist und somit nicht im Zusammenhang mit HF-Instrumenten eingesetzt werden kann. Wird hingegen ein flexibles Zystoskop an der Vorrichtung angeschlossen, so handelt es sich um eine flexible Zystoskopie. Somit ist es wahrscheinlich das man in diesen Videos Blasentumore, Schleimhautrötungen und Ostien sehen wird. Durch die Information über das jeweils verbundene Endoskop bzw. den jeweils verbundenen Endoskop-Typ kann ermittelt werden, welche Bildinhalte zu erwarten sind. Basierend auf dem jeweils verbundenen Endoskop können somit eindeutige Attribute durch die Vorrichtung festgelegt werden, welche für eine optimierte Datensammlung und -Übertragung dienen.
Werden beispielsweise Bild und Videodaten von verschiedenen Instrumenten benötigt, um eine KI- Anwendung wie beispielsweise eine Instrumentenerkennungssoftware zu trainieren, so sollten idealerweise lediglich Datensätze gesammelt werden, welche bei einer Untersuchung oder einem Eingriff mit einem Videozystoskop oder einem anderen Endoskop mit Arbeitskanal erfolgen. Die Daten bei Verwendung eines HD-Rhinoskops müssten bzw. sollten
nicht erfasst und zu späteren Trainingszwecken aufgezeichnet werden, da dieses Endoskop keinen Arbeitskanal hat und somit nicht in Kombination mit einem Instrument verwendet werden kann.
Die Steuerungseinheit 4 kann ferner dazu ausgebildet sein, Gerätedaten 3b und insbesondere Betriebsparameter von weiteren, mit der Aufzeichnungsvorrichtung 10 verbundenen Geräten 7, 8 wie beispielsweise einem Insufflator 7 oder einer Saugspülpumpe 8 auszuwerten und für eine Attributsermittlung und/oder -Zuteilung zu einem jeweils angeschlossenem Bilderfassungsgerät 2 zu verwerten. So können auch basierend auf derartigen Gerätedaten oder Betri ebsparametem Rückschlüsse auf beispielsweise eine Indikation der jeweiligen Untersuchung gezogen werden. So kann beispielsweise ein Insufflationsmodus zur Unterscheidung zwischen einer erwachsenen Person und einem Kleinkind dienen. Der Druck des Insufflators kann ebenso als Betriebsparameter ausgelesen werden. Insbesondere kann aus diesem auf das Gewicht des Patienten geschlossen werden.
Ebenso kann die Steuerungseinheit ausgebildet sein, die Attributzuordnung mit der Anwendung anderer KI -Anwendungen zu kombinieren. Beispielsweise können bei einer Verwendung einer KI -Anwendung zur Raucherkennung Bild- und/oder Videodaten einer bestimmten Indikation gesammelt werden, in denen HF-Instrumente eingesetzt werden. HF-Instrumente sehen teilweise wie normale Instrumente aus und können nur durch ihre Eigenschaften unterschieden werden. Die Eigenschaft „HF“ kann allerdings nicht im Bild erkannt werden, nur die Auswirkung „Rauch“. Somit kann man die Erkennung der Instrumente mit der Entstehung von Rauch verknüpfen. Sind beide Parameter gegeben, kann die Steuerungseinheit dem Instrument das Attribut HF-Instrument zuordnen.
Weiterhin kann die Steuerungseinheit ausgebildet sein, um vorhandene Softwarefunktionen oder Kl-Softwarefunktionen, wie beispielsweise eine Rauchgaserkennung, in einem Videobild nur dann in der Vorrichtung zu aktivieren, wenn diese überhaupt benötigt werden. Hierdurch kann die Rechnerleistung optimiert werden. Ebenfalls kann die Steuerungseinheit und/oder die Dokumentationseinheit ausgebildet sein, ein automatisches Vorsortieren gesammelter Bilddaten anhand der durch die jeweiligen Instrumente zu erwartenden Ereignisse vorzunehmen.
Die Vorrichtung 10 umfasst weiterhin vorzugsweise eine Datenübertragungseinheit 6, welche zum vorzugsweise bidirektionalen Datenaustausch mit einem externen Netzwerk und/oder einer externen Servereinheit 20 ausgebildet ist. Die Datenübertragungseinheit 6 kann hierbei eine LAN- und/oder WLAN-Schnittstelle zur Anbindung an ein internes oder externes Netzwerk, wie beispielsweise ein Krankenhaus-LAN oder das Internet aufweisen. Hierdurch kann die Vorrichtung die aufgezeichneten Daten an ein externes Netzwerk und/oder eine externe Servereinheit 20 übermitteln. Die jeweilige Übertragung kann hierbei während der tatsächlichen Aufzeichnung von Daten und somit während einer medizinischen Behandlung erfolgen. Alternativ kann eine jeweilige Übertragung auch in vordefinierten Zeiträumen erfolgen.
Die Aufzeichnungsvorrichtung 10 kann weiterhin zur Erfassung von Datenerfassungsbefehlen durch die externe Servereinheit 20 und/oder zur automatisierten und/oder nicht-automatisier- ten Übertragung von Aufzeichnungen der Dokumentationseinheit 5 an die externe Servereinheit 20 ausgebildet sein.
Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform eines erfin- dungsgemäßen Aufzeichnungssystems 30 mit einer Mehrzahl an Aufzeichnungsvorrichtungen 10a, 10b, 10c und einer mit einer Servereinheit 20 verbundenen Kl-Trainings einheit 25.
Die Servereinheit 20 ist hierbei konfiguriert mit einer Mehrzahl an Aufzeichnungsvorrichtungen 10 über ein geeignetes Netzwerk wie ein internes Krankenhausnetzwerk und/oder das Internet zu kommunizieren. Hierbei kann die Servereinheit 20 einen gewünschten Datenerfassungsbefehl 23 ausgeben, welcher an die einzelnen Aufzeichnungsvorrichtungen 10a, 10b, 10c übermittelt wird. Der Datenerfassungsbefehl 23 umfasst dabei vorteilhaft eine Anweisung, welche Attribute von den einzelnen Aufzeichnungsvorrichtungen 10a, 10b, 10c für eine Bild- und/oder Videoaufzeichnung bei einem jeweiligen medizinischen Eingriff von Interesse für eine weitere Datenauswertung oder Datenverwertung und daher aufzuzeichnen sind. Daraufhin kann die jeweilige Steuerungseinheit der Aufzeichnungsvorrichtungen 10a, 10b, 10c den erfassten Datenerfassungsbefehl 23 mit wenigstens einer Attributzuteilung eines angeschlossenen Endoskops 2 vergleichen und darauf basierend eine Ansteuerung der Dokumentationseinheit 5 durchführen.
Beispielsweise kann durch die Servereinheit 20 ein Datenerfassungsbefehl 23 ausgegeben werden, welcher in den darauffolgenden Untersuchungen lediglich die Datenerfassung zu Trainingszwecken für eine bestimmte Kl-Anwendung wie beispielsweise zur Erkennung einer
Rauchentwicklung wünscht. In Reaktion auf den gewünschten Datenerfassungsbefehl kann die jeweilige Steuerungseinheit 4 die Dokumentationseinheit lediglich dann aktivieren, wenn für das jeweils angeschlossene Bilderfassungsgerät ein entsprechendes Attribut erkannt und/oder zugeordnet ist. Hierdurch kann eine gezielte Datenerhebung erfolgen, welche Rechnerleistung und Rechnerkapazität reduziert und gleichzeitig eine zielgerichtete Datenübertragung ermöglicht. Die erfassten Daten können als Dokumentationsdaten 24 an die Servereinheit 20 übertragen werden. Weiterhin kann die jeweilige Steuerungseinheit 4 ausgebildet sein, in Reaktion auf den Empfang eines entsprechenden Datenerfassungsbefehls 23 bisherige und in der Vorrichtung 10a, 10b, 10c gespeicherte Aufnahmen hinsichtlich entsprechender Attribute zu durchsuchen und daraufhin als Dokumentationsdaten 24 an die Servereinheit 20 zu übermitteln.
Die j eweiligen Dokumentationsdaten 24 können in einer internen oder externen Datenspeichereinheit 21 der Servereinheit 20 erfasst und gespeichert werden.
Die Servereinheit 20 kann weiterhin über eine Rechnereinheit 22 verfügen, welche die Dokumentationsdaten 24 analysieren, katalogisieren und/oder für das Trainieren von KI-Anwen- dungen aufbereiten, beispielsweise segmentieren, kann.
Die Servereinheit 20 kann eine interne oder externe Kl-Trainings einheit 25 umfassen oder mit dieser verbunden sein, welche zum Antrainieren von Kl-Softwareanwendungen ausgebildet ist. Die KI-Trainingseinheit 25 ist vorteilhaft ausgebildet, in an sich bekannter Weise die bereitgestellten Dokumentationsdaten 24 für ein Antrainieren einer KI- Softwareanwendung und/oder eines neuronalen Netzwerks zur Verfügung zu stellen.
Die Servereinheit 20 kann weiterhin ausgebildet sein, eine Kl-Softwareanwendung mittels des internen oder externen Netzwerks an die einzelnen damit verbundenen Aufzeichnungsvorrich- tungen 10a, 10b, 10c zu übertragen.
Bezugszeichenliste
1 Anschlusseinheit
2 Bilderfassungsgerät
3 Datenerfassungseinheit
3a Bild- und/oder Videodaten
3b Gerätedaten
3 c Patientendaten
4 Steuerungseinheit
4a Speichereinheit
5 Dokumentationseinheit
5a Speichereinheit
6 Datenübertragungseinheit
7,8 weitere Geräte
9 Eingabemittel
10 Aufzeichnungsvorrichtung
11 Displayeinheit
20 Servereinheit
21 Datenspeichereinheit
22 Recheneinheit
23 Datenspeicherbefehle
24 Dokumentationsdaten
25 KI-Trainingseinheit
30 Aufzeichnungssystem
Claims
1. Aufzeichnungsvorrichtung (10) für medizinische Bilddaten, umfassend: eine Anschlusseinheit (1) zur selektiven Verbindung eines Bilderfassungsgeräts (2) für eine medizinische Behandlung, insbesondere ein Endoskop oder Exoskop, eine Datenerfassungseinheit (3) zur Erfassung von Bild- und/oder Videodaten (3 a) sowie von Gerätedaten (3b) von wenigstens dem mit der Anschlusseinheit (1) verbundenen Bilderfassungsgerät (2), und eine Dokumentationseinheit (5) zur Aufzeichnung von durch die Datenerfassungseinheit (3) bereitgestellten Bild- und/oder Videodaten (3a) und Gerätedaten (3b), dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Steuerungseinheit (4) aufweist, welche ausgebildet ist, wenigstens ein Attribut, bevorzugt eine Mehrzahl an Attributen für das mit der Anschlusseinheit verbundene Bilderfassungsgerät (2) zu ermitteln und/oder zuzuteilen und die Dokumentationseinheit (5) zur Aufzeichnung in Abhängigkeit eines oder mehrerer zugeordneter Attribute anzusteuem.
2. Aufzeichnungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (4) ausgebildet ist, die Attribute basierend auf von der Datenerfassungseinheit (3) bereitgestellten Geräte- (3b) und/oder Bild- und/oder Videodaten (3a) zu ermitteln und/oder zuzuteilen.
3. Aufzeichnungs Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (3) ausgebildet ist, wenigstens eine Art der medizinischen Behandlung als Attribut basierend auf den von der Datenerfassungseinheit (3) bereitgestellten Gerätedaten (3b) und/oder Bild- und/oder Videodaten (3a) zu ermitteln.
4. Aufzeichnungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (4) ausgebildet ist, einen durch die Vorrichtung (10) und/oder der Vorrichtung übermittelten Datenerfassungsbefehl zu erfassen und für die Attributermittlung und/oder -Zuteilung, und/oder für die Ansteuerung der Dokumentationseinheit (5) heranzuziehen.
5. Aufzeichnungsvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (4) ausgebildet ist, den erfassten Datenerfassungsbefehl mit wenigstens einer Attributzuteilung zu vergleichen und darauf basierend eine Ansteuerung der Dokumentationseinheit (5) durchzuführen.
6. Aufzeichnungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinheit (4) ausgebildet ist, die Dokumentationseinheit
(5) zur Aktivierung und/oder Deaktivierung einer Aufzeichnung, und/oder zur Einstellung und/oder Anpassung von eine Datenaufzeichnung beeinflussenden Aufnahmepara- metem in Abhängigkeit der Attribute anzusteuem.
7. Aufzeichnungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (4) eine Speichereinheit (4a) umfasst, welche zur Hinterlegung und/oder Zuordnung einer Vielzahl von Attributen für ein jeweiliges Bilderfassungsgerät (2) ausgebildet ist.
8. Aufzeichnungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenerfassungseinheit (3) zur Erfassung weiterer Gerätedaten und/oder Parameterdaten (3b) von mit der Vorrichtung (10) drahtgebunden oder drahtlos verbundenen Geräten (8) ausgebildet ist.
9. Aufzeichnungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenerfassungseinheit (3) zur Erfassung von bereitgestellten Patientendaten und/oder Vitalparametem (3c) eines Patienten ausgebildet ist.
10. Aufzeichnungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Attribute eine oder mehrere Daten oder Datensätze zu den folgenden Eigenschaften umfassen: Art des Bilderfassungsgeräts, medizinisches Fachgebiet, medizinische Indikation, Einsatzmedium, Einsatzzweck, Art des medizinischen Eingriffs, Hochfrequenzanwendung, Laseranwendung, Instrumentensichtbarkeit, Rauchentwicklung, Blutung, Sichtbehinderung, und/oder verschmutztes Wasser.
11. Aufzeichnungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzeichnungsvorrichtung (10) eine Datenübertragungseinheit
(6) aufweist, welche zum vorzugsweise bidirektionalen Datenaustausch mit einem externen Netzwerk und/oder einer externen Servereinheit (20) ausgebildet ist.
12. Aufzeichnungsvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzeichnungsvorrichtung (10) zur Erfassung von Datenerfassungsbefehlen durch die externe Servereinheit (20) und/oder zur automatisierten und/oder nicht-automatisierten Übertragung von Aufzeichnungen der Dokumentationseinheit (5) an die externe Servereinheit (20) ausgebildet ist.
13. Aufzeichnungs Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufzeichnungsvorrichtung (10) ausgebildet ist, eine Übertragung der Aufzeichnungen der Dokumentationseinheit (5) in Echtzeit und/oder zeitversetzt zur Aufzeichnung, insbesondere in vordefinierten Zeitintervallen vorzunehmen.
14. Aufzeichnungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenerfassungseinheit (3) und/oder die Dokumentationseinheit (5) ausgebildet ist, die jeweiligen Gerätedaten (3b) als Metadaten der Bild- und/oder Videodaten (3a) und insbesondere als Metadaten in jedem einzelnen Frame der Bild- und/oder Videodaten zu hinterlegen.
15. Aufzeichnungssystem (30) umfassend eine Aufzeichnungsvorrichtung (10) nach einem der vorhergehend Ansprüchen, und wenigstens ein selektiv mit einer Anschlusseinheit des Aufzeichnungssystems verbindbares Bilderfassungsgerät (2), insbesondere ein Endoskop, bevorzugt eine Mehrzahl unterschiedlicher Bilderfassungsgeräte, zur Erfassung von Bild- und/oder Videodaten bei einer medizinischen Behandlung.
16. Aufzeichnungssystem nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das System (30) weitere, selektiv mit dem Aufzeichnungssystem verbindbare Geräte (8) aufweist, welche zur Übertragung von Gerätedaten und/oder Parameterdaten (3b) an eine Steuerungseinheit (4) der Aufzeichnungsvorrichtung (10) ausgebildet sind.
17. Aufzeichnungssystem nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass das System (30) weiterhin eine Servereinheit (20) umfasst, welche mittels eines internen oder externen Netzwerks mit der Aufzeichnungsvorrichtung (10) verbunden ist, und welche zum vorzugsweise bidirektionalen Datenaustausch mit der Aufzeichnungsvorrichtung ausgebildet ist.
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