Verfahren und Lasersystem zur Erzeugung von Sekundärstrahlung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Lasersystem zur Erzeugung von Sekundärstrahlung.
Aus der US 2018317309 Al ist ein Verfahren zur Erzeugung von EUV-Licht bekannt, wobei ein Tröpfchen aus Targetmaterial durch Bestrahlen mit einem ersten Vorpuls-Laserstrahl umgeformt wird, durch Bestrahlen des umgeformten Tröpfchens mit einem zweiten Vorpuls-Laserstrahl ein Seed-Plasma erzeugt wird und durch Erhitzen des Seed-Plasmas mit einem Hauptpuls-Laserstrahl EUV-Licht erzeugt wird.
Aus der US 2018206318 Al ist ein modulares Plasma-Röntgensystem bekannt, umfassend ein Flüssigmetall-Strömungssystem, das in einer Niederdruckkammer eingeschlossen ist, wobei das Strömungssystem ein flüssiges Metall enthält und wobei an mindestens einer Stelle auf dem flüssigen Metall ein von Laserpulsen bestrahlbares Metallziel gebildet ist, eine Zirkulationspumpe innerhalb des Flüssigmetall-Strömungssystems zum Zirkulieren des flüssigen Metalls, einen Laserimpuls-Emitter, der so konfiguriert ist, dass er Laserimpulse über ein Laserfenster in die Kammer sendet, eine Fokussieroptik, die sich zwischen dem Emitter und dem Metallziel befindet, wobei die Fokussieroptik die Laserpulse so führt, dass diese auf das Metalltarget an einem Zielort treffen, um Röntgenstrahlenpulse auszubilden, und ein Röntgenstrahlenfenster, das innerhalb der Kammer positioniert ist und durch welches die Röntgenstrahlenpulse die Kammer verlassen.
Aus der WO 2014044392 Al ist eine EUV-Strahlungserzeugungsvorrichtung bekannt, umfassend eine Vakuum-Kammer, in der zur Erzeugung von EUV- Strahlung ein Target-Material an einer Zielposition anordenbar ist, sowie eine Strahlführungs-Kammer zur Führung eines Laserstrahls von einer Treiberlasereinrichtung in Richtung auf die Zielposition. Es sind eine Zwischen- Kammer vorgesehen, die zwischen der Vakuum-Kammer und der Strahlführungs- Kammer angebracht ist, ein die Zwischen-Kammer gasdicht abschließendes
erstes Fenster zum Eintritt des Laserstrahls von der Strahlführungs-Kammer, sowie ein die Zwischen-Kammer gasdicht abschließendes zweites Fenster zum Austritt des Laserstrahls in die Vakuum-Kammer.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Verfahren und ein eingangs genanntes Lasersystem bereitzustellen, welche eine Erzeugung von Sekundärstrahlung mit einer erhöhten Effizienz ermöglichen.
Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Verfahren erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass ein Targetmaterial in einem Zielbereich bereitgestellt wird, das Targetmaterial in dem Zielbereich mit einer Pulsfolge aus Laserpulsen beaufschlagt wird, wobei durch Wechselwirkung des Targetmaterials mit der Pulsfolge Sekundärstrahlung erzeugt wird, wobei die Pulsfolge einen Pulszug aus mindestens zwei Vorpulsen und einen dem Pulszug nachlaufenden Hauptpuls aufweist, eine Gesamtenergie der Vorpulse des Pulszugs zwischen 0,2 mJ und 10 mJ und ein zeitlicher Pulsabstand zwischen aufeinanderfolgenden Vorpulsen des Pulszugs zwischen 50 ps und 500 ns beträgt, eine Pulsenergie des Hauptpulses zwischen 2 mJ und 50 mJ und eine Pulsdauer des Hauptpulses zwischen 15 fs und 300 fs beträgt und wobei ein zeitlicher Pulsabstand zwischen dem Pulszug und dem Hauptpuls zwischen 1 ns und 1 ps beträgt.
Durch die Beaufschlagung des Targetmaterials mit dem Pulszug aus Vorpulsen werden die Beschaffenheit und/oder der Zustand des Targetmaterials so verändert, dass die Wechselwirkung des Hauptpulses mit dem Targetmaterial und insbesondere dessen Absorption am Targetmaterial besonders effizient erfolgen kann. Mittels den Vorpulsen wird insbesondere eine geometrische Beschaffenheit und/oder geometrische Struktur einer Oberfläche des Targetmaterials verändert, um die Effizienz der Wechselwirkung bzw. Absorption des Hauptpulses zu verbessern. Die vor Eintreffen des Hauptpulses erfolgende Vorbereitung des Targetmaterials mit den Vorpulsen des Pulszugs ermöglicht somit eine besonders effiziente Erzeugung von Sekundärstrahlung.
Die Wechselwirkung der Laserpulse der Pulsfolge mit dem Targetmaterial ist oder umfasst insbesondere eine zumindest teilweise Absorption der Laserpulse durch
das Targetmaterial. Insbesondere werden die Laserpulse der Pulsfolge jeweils zumindest teilweise vom Targetmaterial absorbiert.
Darunter, dass der Hauptpuls dem Pulszug aus mindestens zwei Vorpulsen nachläuft, ist zu verstehen, dass die mindestens zwei Vorpulse des Pulszugs zeitlich vor dem Hauptpuls auf das Targetmaterial treffen. Die Vorpulse treffen somit zuerst auf das Targetmaterial und anschließend der Hauptpuls.
Die mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens erzeugte Sekundärstrahlung ist insbesondere elektromagnetische Strahlung mit einer Quantenenergie zwischen 0,5 keV und 100 keV und bevorzugt zwischen 5 keV und 50 keV. Insbesondere ist das erfindungsgemäße Verfahren zur Erzeugung von elektromagnetischer Strahlung mit einer Quantenenergie in den genannten Bereichen geeignet. Insbesondere ist die erzeugte Sekundärstrahlung Röntgenstrahlung.
Insbesondere weisen die Laserpulse der Pulsfolge eine Wellenlänge zwischen 300 nm und 10 pm auf. Vorzugsweise liegt die Wellenlänge in einem Bereich zwischen 330 nm und 350 nm, zwischen 500 nm und 550 nm, zwischen 0,8 pm und 1,2 pm, zwischen 1,5 pm und 2,5 pm, oder zwischen 9 pm und 11 pm. Insbesondere weisen alle Laserpulse der Pulsfolge dieselbe Wellenlänge auf.
Vorteilhaft kann es sein, wenn die Gesamtenergie der Vorpulse des Pulszugs zwischen 0,5 mJ und 5 mJ und insbesondere zwischen 0,8 mJ und 1,2 mJ beträgt. Es lässt sich dadurch mittels den Vorpulsen des Pulszugs die geometrische Beschaffenheit und/oder geometrische Struktur der des Targetmaterials derart verändern, dass die Wechselwirkung bzw. Absorption des Hauptpulses am Targetmaterial mit einer besonders hohen Effizienz erfolgt.
Aus dem gleichen Grund kann es vorteilhaft sein, wenn der zeitliche Pulsabstand zwischen aufeinanderfolgenden Vorpulsen des Pulszugs zwischen 100 ps und 100 ns und insbesondere zwischen 200 ps und 0,5 ns beträgt.
Aus dem gleichen Grund kann es günstig sein, wenn eine gesamte zeitliche Länge des Pulszugs aus Vorpulsen zwischen 1 ns und 10 ps beträgt.
Insbesondere bewirkt die Beaufschlagung des Targetmaterials mit dem Pulszug aus mindestens zwei Vorpulsen eine Ausbildung einer Einbuchtung im Targetmaterial. Die Einbuchtung ist insbesondere an einer Oberfläche und/oder in einem räumlichen Bereich des Targetmaterials positioniert, an welcher bzw. in welchem die Beaufschlagung des Targetmaterials mit dem Pulszug aus mindestens zwei Vorpulsen erfolgt. Die an der Oberfläche des Targetmaterials ausgebildete Einbuchtung bewirkt eine erhöhte Effizienz der Wechselwirkung bzw. Absorption des Hauptpulses am Targetmaterial, um Sekundärstrahlung zu erzeugen.
Insbesondere bildet die Oberfläche eine Begrenzungsfläche und/oder Phasengrenze des Targetmaterials.
Vorteilhaft kann es sein, wenn die Pulsenergie des Hauptpulses zwischen 5 mJ und 15 mJ und insbesondere zwischen 8 mJ und 12 mJ beträgt. Dadurch lässt sich beispielsweise Sekundärstrahlung in Form von Röntgenstrahlung mit besonders hoher Effizienz erzeugen.
Aus dem gleichen Grund kann es vorteilhaft sein, wenn die Pulsdauer des Hauptpulses zwischen 25 fs und 50 fs beträgt.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass die Beaufschlagung des Targetmaterials mit allen Laserpulsen der Pulsfolge an demselben Ort und/oder in demselben räumlichen Bereich des Targetmaterials erfolgt. Es ergibt sich dadurch die genannte Effizienzsteigerung bei der Erzeugung von Sekundärstrahlung.
Insbesondere weist der räumliche Bereich, in welchem die Laserpulse der Pulsfolge auf das Targetmaterial treffen, eine maximale räumliche Ausdehnung, insbesondere maximalen Durchmesser, von mindestens 2,5 pm und/oder höchstens 30 pm und insbesondere mindestens 3 pm und/oder höchstens 15 pm auf.
Insbesondere laufen die Laserpulse der Pulsfolge mit einer Geschwindigkeit auf das Targetmaterial zu, welche viel größer ist als eine Bewegungsgeschwindigkeit
und/oder Strömungsgeschwindigkeit des Targetmaterials innerhalb des Zielbereichs, sodass alle Laserpulse der Pulsfolge näherungsweise an demselben Ort und/oder in demselben räumlichen Bereich auf das Targetmaterial treffen.
Insbesondere erfolgt die Beaufschlagung des Targetmaterials mit dem Hauptpuls in einem räumlichen Bereich und/oder in demselben räumlichen Bereich, in welchem mittels des Pulszugs aus mindestens zwei Vorpulsen eine Einbuchtung an einer Oberfläche des Targetmaterials ausgebildet wurde. Insbesondere trifft dann der Hauptpuls auf die an der Oberfläche des Targetmaterials ausgebildete Einbuchtung.
Es kann vorgesehen sein, dass eine Auftreffposition der jeweiligen Laserpulse der Pulsfolge auf das Targetmaterial nachgeregelt wird, sodass alle Laserpulse der Pulsfolge das Targetmaterial an demselben Ort und/oder in demselben räumlichen Bereich treffen. Hierzu kann beispielsweise eine Regelungseinrichtung vorgesehen sein.
Beispielsweise wird die Auftreffposition so nachgeregelt, dass der Hauptpuls auf die an der Oberfläche des Targetmaterials ausgebildete Einbuchtung trifft, welche dort mittels des Pulszugs aus mindestens zwei Vorpulsen ausgebildet wurde.
Günstig kann es sein, wenn in dem Zielbereich ein Unterdrück und/oder ein Vakuum und/oder eine Gasatmosphäre mit definierter Zusammensetzung ausgebildet ist.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass die Laserpulse der Pulsfolge mindestens einem Primärlaserstrahl zugeordnet sind, wobei der mindestens eine Primärlaserstrahl mittels einer Lasereinrichtung bereitgestellt wird und auf den Zielbereich gerichtet ist, um dort mit dem Targetmaterial zu wechselwirken. Mittels des mindestens einen Primärlaserstrahls erfolgt die Beaufschlagung des Targetmaterials mit den Laserpulsen der Pulsfolge.
Insbesondere kann ein einziger Primärlaserstrahl vorgesehen sein, welchem die Laserpulse der Pulsfolge zugeordnet sind. Beispielsweise ist dieser
Primärlaserstrahl dann durch koaxiale Überlagerung mehrerer Laserstrahlen gebildet, welche jeweils ein oder mehrere Laserpulse der Pulsfolge bereitstellen.
Es ist grundsätzlich auch möglich, dass mehrere auf den Zielbereich gerichtete Primärlaserstrahlen vorgesehen sind, um im Zielbereich mit dem Targetmaterial zu wechselwirken. Insbesondere verlaufen die Primärlaserstrahlen dann zueinander beabstandet und/oder laufen aus unterschiedlichen Richtungen auf den Zielbereich ein. Den unterschiedlichen Primärlaserstrahlen sind dann jeweils insbesondere ein oder mehrere Laserpulse der Pulsfolge zugeordnet.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass der mindestens eine Primärlaserstrahl in den Zielbereich fokussiert wird, wobei ein Fokus des Primärlaserstrahls in dem Targetmaterial und/oder auf dem Targetmaterial und/oder in einem Bereich des Targetmaterials positioniert ist. Im Fokus lässt sich eine möglichst hohe Strahlungsintensität bereitstellen, welche mit dem Targetmaterial in Wechselwirkung gebracht werden kann.
Der Fokus des mindestens einen Primärlaserstrahls weist insbesondere einen Durchmesser im Bereich von 2,5 pm bis 30 pm und bevorzugt im Bereich von 3 pm bis 15 pm auf.
Vorteilhaft kann es sein, wenn Targetmaterial kontinuierlich in den Zielbereich zugeführt und/oder gefördert wird. Dadurch steht kontinuierlich frisches Targetmaterial im Zielbereich zur Verfügung, welches mit der Pulsfolge zur Erzeugung von Sekundärstrahlung in Wechselwirkung gebracht werden kann. Es lässt sich dadurch kontinuierlich Sekundärstrahlung erzeugen.
Das Targetmaterial liegt bevorzugt in flüssigem Zustand vor. Insbesondere ist oder umfasst das Targetmaterial ein niedrigschmelzendes Metall. Beispielsweise ist oder umfasst das Targetmaterial Gallium, Indium, Zinn, Zink, Lithium, Bismut oder Blei, oder eine Legierung, welche eines oder mehrere der genannten Materialien aufweist.
Insbesondere durchläuft das Targetmaterial den Zielbereich als Materialstrom und insbesondere als flüssiger Materialstrom. Insbesondere durchläuft das
Targetmaterial den Zielbereich mit einer bestimmten Strömungsgeschwindigkeit und/oder Förderrate.
Der Materialstrom kann durchgängig ausgebildet sein, z.B. in Form eines Strahls vorliegen, oder Unterbrechungen aufweisen, z.B. in Form von aufeinanderfolgenden Tropfen vorliegen.
Eine Strömungsrichtung des Materialstroms ist insbesondere parallel zur Schwerkraftrichtung orientiert. Insbesondere ist die Strömungsrichtung quer oder senkrecht zur Bewegungsrichtung der Laserpulse der Pulsfolge orientiert und/oder senkrecht zur Ausbreitungsrichtung mindestens eines Primärlaserstrahls orientiert, welchem die Laserpulse der Pulsfolge zugeordnet sind.
Beispielsweise beträgt eine parallel zur Strömungsrichtung orientierte Strömungsgeschwindigkeit des Targetmaterials im Zielbereich zwischen 60 m/s und 120 m/s.
Günstig kann es sein, wenn die Pulsfolge aus Laserpulsen wiederholt neu bereitgestellt und in den Zielbereich eingebracht wird, wobei in den Zielbereich neu eingebrachtes Targetmaterial jeweils mit einer neu bereitgestellten Pulsfolge aus Laserpulsen beaufschlagt wird. Es lässt sich dadurch kontinuierlich Sekundärstrahlung erzeugen.
Insbesondere wird die Pulsfolge aus Laserpulsen in zeitlichen Abständen und insbesondere zeitlich regelmäßigen Abständen neu bereitgestellt.
Bei einer Variante des Verfahrens kann es vorgesehen sein, dass die Pulsfolge aus Laserpulsen einen weiteren Vorpuls aufweist, welcher zwischen dem Pulszug aus mindestens zwei Vorpulsen und dem Hauptpuls angeordnet ist, wobei der weitere Vorpuls eine Pulsdauer zwischen 200 fs und 5 ps und eine Pulsenergie zwischen 2 pJ und 200 pJ aufweist. Es lässt sich dadurch die Effizienz der Wechselwirkung und insbesondere der Absorption des Hauptpulses am Targetmaterial weiter steigern.
Unter einem Vorpuls ist vorliegend ein Vorpuls ersten Typs bzw. mit ersten Pulseigenschaften zu verstehen und unter dem weiteren Vorpuls ein Vorpuls zweiten Typs bzw. mit zweiten Pulseigenschaften.
Darunter, dass der weitere Vorpuls zwischen dem Pulszug aus mindestens zwei Vorpulsen angeordnet ist, ist zu verstehen, dass der weitere Vorpuls zeitlich zwischen den Vorpulsen des Pulszugs und dem Hauptpuls positioniert ist und folglich zeitlich zwischen den Vorpulsen des Pulszugs und dem Hauptpuls auf das Targetmaterial trifft. Die Vorpulse treffen somit zuerst auf das Targetmaterial, dann der weitere Vorpuls und anschließend der Hauptpuls.
Es kann vorgesehen sein, dass die Pulsfolge mehrere weitere Vorpulse oder einen Pulszug aus mehreren weiteren Vorpulsen aufweist, wobei die weiteren Vorpulse bzw. der Pulszug zwischen dem Pulszug aus mindestens zwei Vorpulsen und dem Hauptpuls positioniert sind.
Aus dem genannten Grund kann es vorteilhaft sein, wenn die Pulsdauer des weiteren Vorpulses zwischen 800 fs und 1,5 ps beträgt.
Aus dem genannten Grund kann es vorteilhaft sein, wenn die Pulsenergie des weiteren Vorpulses zwischen 5 pJ und 100 pJ beträgt.
Aus dem genannten Grund kann es günstig sein, wenn ein zeitlicher Pulsabstand zwischen dem weiteren Vorpuls und dem Hauptpuls zwischen 1 ps und 1 ns und insbesondere zwischen 10 ps und 100 ps beträgt.
Aus dem genannten Grund kann es günstig sein, wenn ein zeitlicher Pulsabstand zwischen dem weiteren Vorpuls und dem Pulszug aus Vorpulsen zwischen 0,5 ns und 500 ns und insbesondere zwischen 20 ns und 200 ns beträgt.
Insbesondere bewirkt die Beaufschlagung des Targetmaterials mit dem weiteren Vorpuls eine Ausbildung von Nanopartikeln. Insbesondere sind die Nanopartikel im Bereich einer Oberfläche und/oder in einem räumlichen Bereich des Targetmaterials positioniert, in welchem die Beaufschlagung des Targetmaterials mit dem weiteren Vorpuls erfolgt. Die im Bereich der Oberfläche des
Targetmaterials ausgebildeten Nanopartikel bewirkt eine erhöhte Effizienz der Wechselwirkung bzw. Absorption des Hauptpulses am Targetmaterial, um Sekundärstrahlung zu erzeugen.
Insbesondere erstreckt sich der Bereich, in welchem die Nanopartikel positioniert sind, ausgehend von der Oberfläche des Targetmaterials bis zu einem Abstand von 50 pm zur Oberfläche.
Insbesondere sind die Nanopartikel in demjenigen räumlichen Bereich positioniert, in welchem eine mittels des Pulszugs als Vorpulsen ausgebildete Einbuchtung an der Oberfläche des Targetmaterials ausgebildet ist.
Erfindungsgemäß umfasst das eingangs genannte Lasersystem eine Lasereinrichtung, welche dazu eingerichtet ist, eine Pulsfolge aus Laserpulsen bereitzustellen, wobei die Pulsfolge einen Pulszug aus mindestens zwei Vorpulsen und einen dem Pulszug nachlaufenden Hauptpuls aufweist, eine Gesamtenergie der Vorpulse des Pulszugs zwischen 0,2 mJ und 10 mJ und ein zeitlicher Pulsabstand zwischen aufeinanderfolgenden Vorpulsen des Pulszugs zwischen 50 ps und 500 ns beträgt, eine Pulsenergie des Hauptpulses zwischen 2 mJ und 50 mJ und eine Pulsdauer des zweiten Laserpulses zwischen 15 fs und 300 fs beträgt und wobei ein zeitlicher Pulsabstand zwischen dem Pulszug und dem Hauptpuls zwischen 1 ns und 1 ps beträgt. Das Lasersystem ist dazu eingerichtet, ein Targetmaterial in einem Zielbereich mit der Pulsfolge aus Laserpulsen zu beaufschlagen, wobei durch Wechselwirkung des Targetmaterials mit der Pulsfolge Sekundärstrahlung erzeugt wird.
Das erfindungsgemäße Lasersystem weist insbesondere ein oder mehrere weitere Merkmale und/oder Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens auf. Vorteilhafte Ausführungsformen des Lasersystems wurden bereits im Zusammenhang mit dem Verfahren erläutert.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere mittels des erfindungsgemäßen Lasersystems ausführbar. Insbesondere wird das erfindungsgemäße Verfahren mittels des erfindungsgemäßen Lasersystems ausgeführt.
Insbesondere wird mittels der Lasereinrichtung mindestens ein Primärlaserstrahl bereitgestellt, welchem die Laserpulse der Pulsfolge zugeordnet sind, wobei der mindestens eine Primärlaserstrahl auf das im Zielbereich befindliche Targetmaterial gerichtet ist. Der mindestens eine Primärlaserstrahl weist die Laserpulse der Pulsfolge auf, mit denen das Targetmaterial beaufschlagt wird.
Die Lasereinrichtung umfasst insbesondere ein oder mehrere Laserquellen zur Bereitstellung der Laserpulse der Pulsfolge. Beispielsweise wird mittels einer jeweiligen Laserquelle jeweils ein Primärlaserstrahl mit Laserpulsen eines bestimmten Typs und/oder bestimmter Eigenschaften bereitgestellt.
Insbesondere werden die jeweiligen Primärlaserstrahlen, welche von unterschiedlichen Laserstrahlquellen bereitgestellt werden, zu einem resultierenden Primärlaserstrahl überlagert und insbesondere koaxial überlagert, wobei dem resultierenden Primärlaserstrahl die Laserpulse der Pulsfolge zugeordnet sind.
Insbesondere umfasst das Lasersystem eine Fokussieroptik zur Fokussierung des mindestens einen Primärlaserstrahls in einen Fokus, wobei der Fokus im Zielbereich in dem Targetmaterial und/oder auf dem Targetmaterial und/oder in einem Bereich des Targetmaterials positioniert ist.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass das Lasersystem eine Regelungseinrichtung zur Steuerung und/oder Regelung einer Strahllange des mindestens einen Primärlaserstrahls aufweist. Vorzugsweise ist die Regelungseinrichtung dazu ausgebildet, eine Position des mindestens einen Primärlaserstrahls und insbesondere dessen Fokus innerhalb des Zielbereichs und/oder eine Auftreffposition des Primärlaserstrahls auf das Targetmaterial innerhalb des Zielbereichs zu steuern bzw. zu regeln.
Insbesondere kann es vorgesehen sein, dass das Lasersystem den Zielbereich und/oder das Targetmaterial umfasst.
Im Rahmen der vorliegenden Anmeldungsunterlagen sind Durchmesser von Laserstrahlen und/oder Fokusdurchmesser grundsätzlich über die Methode der zweiten Momente nach ISO 11146-3 definiert. Pulsdauern sind insbesondere über die Halbwertsbreite der entfalteten Autokorrelation definiert.
Insbesondere ist unter der Angabe "zumindest näherungsweise" im Allgemeinen eine Abweichung von höchstens 10 % zu verstehen, d.h. dass ein tatsächlicher Wert um höchstens 10 % von einem idealen Wert abweicht.
Die nachfolgende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen dient im Zusammenhang mit den Zeichnungen der näheren Erläuterung der Erfindung. Es zeigen:
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel eines Lasersystems;
Fig. 2 ein erstes Beispiel zur Erzeugung von Sekundärstrahlung, wobei mittels eines Pulszugs aus Vorpulsen eine Einbuchtung im Targetmaterial erzeugt wird; und
Fig. 3 ein weiteres Beispiel zur Erzeugung von Sekundärstrahlung, wobei mittels eines Vorpulses Nanopartikel im Bereich der Oberfläche des Materials erzeugt werden.
Gleiche oder funktional äquivalente Elemente sind in allen Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen.
Ein Ausführungsbeispiel eines Lasersystems ist in Fig. 1 gezeigt und dort mit 100 bezeichnet. Das Lasersystem 100 umfasst eine Lasereinrichtung 102, mittels welcher im Betrieb des Lasersystems 100 mindestens ein gepulster Primärlaserstrahl 104 bereitgestellt wird. Dieser Primärlaserstrahl 104 wird auf ein Targetmaterial 106 gerichtet, wobei durch Wechselwirkung des Primärlaserstrahls 104 mit dem Targetmaterial 106 Sekundärstrahlung 108 erzeugt wird.
Das Targetmaterial 106 ist oder umfasst beispielsweise Gallium, Indium, Zinn, Zink, Lithium, Bismut oder Legierungen aus diesen Metallen.
Die Lasereinrichtung 102 ist dazu eingerichtet, den gepulsten Primärlaserstrahl 104 mit Laserpulsen 112 bereitzustellen, welche unterschiedliche Eigenschaften und Pulsabstände aufweisen. Hierzu umfasst die Lasereinrichtung 102 beispielsweise mehrere Laserquellen 110, die jeweils gepulste Laserstrahlen mit unterschiedlichen Eigenschaften erzeugen. Die jeweiligen gepulsten Laserstrahlen dieser Laserquellen 110 werden bei dem gezeigten Beispiel koaxial überlagert, um den aus der Lasereinrichtung 102 austretenden gepulsten Primärlaserstrahl 104 auszubilden.
Die Lasereinrichtung 102 umfasst beispielsweise eine erste Laserquelle 110a, welche einen ersten gepulsten Primärlaserstrahl 104a mit Laserpulsen 112a bereitstellt, eine zweite Laserquelle 110b, welche einen zweiten gepulsten Primärlaserstrahl 104b mit Laserpulsen 112b bereitstellt, und eine dritte Laserquelle 110c, welche einen dritten gepulsten Primärlaserstrahl 104c mit Laserpulsen 112c bereitstellt.
Der aus der Lasereinrichtung 102 austretende erste Primärlaserstrahl 104a, zweite Primärlaserstrahl 104b und dritte Primärlaserstrahl 104c werden bei dem gezeigten Beispiel koaxial überlagert und weisen nach Austritt aus der Lasereinrichtung 102 insbesondere denselben Strahlpfad auf. Der Primärlaserstrahl 104 wird bei dem gezeigten Beispiel somit aus dem ersten Primärlaserstrahl 104a, zweiten Primärlaserstrahl 104b und dritten Primärlaserstrahl 104c gebildet bzw. umfasst den ersten Primärlaserstrahl 104a, zweiten Primärlaserstrahl 104b und dritten Primärlaserstrahl 104c.
Alternativ hierzu ist es grundsätzlich auch möglich, dass die unterschiedlichen Primärlaserstrahlen 104a, 104b, 104c nach Austritt aus der Lasereinrichtung 102 unterschiedliche Strahlpfade aufweisen und/oder zueinander beabstandet verlaufen, bevor diese auf das Targetmaterial 106 treffen. In diesem Fall findet insbesondere keine koaxiale Überlagerung der unterschiedlichen Primärlaserstrahlen 104a, 104b, 104c statt.
Eine jeweilige Laserquelle 110 umfasst beispielsweise einen Seedlaser 114 zur Erzeugung von Seed-Laserpulsen und eine Verstärkungseinrichtung 116, welche durch Verstärkung der Seed-Laserpulse die jeweiligen Laserpulse 112a, 112b, 112c der Primärlaserstrahlen 104a, 104b, 104c erzeugt (angedeutet bei der Laserquelle 110a in Fig. 1).
Die Verstärkungseinrichtung 116 kann einfache Verstärker, regenerative Verstärker und/oder Multipass-Verstärker umfassen. Beispielsweise kann die Verstärkungseinrichtung 116 Faser-, Stab-, Rodtype- Faser-, Scheiben-, Slab-, Multislab- und/oder Plattenverstärker aufweisen.
Alternativ hierzu ist es beispielsweise auch möglich, dass mehreren oder allen vorhandenen Laserquellen 110 eine gemeinsame Verstärkungseinrichtung 116 zugeordnet ist. Insbesondere nutzen dann mehrere oder alle Laserquellen 110 dieselbe Verstärkungseinrichtung 116. In diesem Fall werden beispielsweise die von unterschiedlichen Seedlasern 114 der Laserquellen 110 erzeugten Laserpulse mittels derselben Verstärkungseinrichtung 116 verstärkt, um die jeweiligen Laserpulse 112a, 112b, 112c der Primärlaserstrahlen 104a, 104b, 104c auszubilden.
Die Lasereinrichtung 102 ist dazu eingerichtet, die von den unterschiedlichen Laserquellen 110 bereitgestellten Laserpulse 112 mit einer definierten zeitlichen Abfolge und/oder einem definierten zeitlichen Versatz auszukoppeln, um das Targetmaterial 106 mit den Laserpulsen 112 in dieser zeitlichen Abfolge bzw. mit diesem definierten zeitlichen Versatz zu beaufschlagen. Diese Laserpulse 112 bilden eine Pulsfolge 118 aus, mit welcher das Targetmaterial 106 zur Erzeugung von Sekundärstrahlung 108 beaufschlagt wird.
Die den Laserpulsen 112 zugeordnete Laserstrahlung weist beispielsweise eine Wellenlänge von z.B. 10 pm, 3 pm, 515 nm oder 343 nm auf.
Zur Auskopplung der von den unterschiedlichen Laserquellen 110 bereitgestellten Laserpulsen 112 mit definierter zeitlicher Abfolge und/oder definiertem zeitlichen Versatz kann es vorgesehen sein, dass die Lasereinrichtung 102 ein oder mehrere optische Modulatoren 120 und/oder optische Schalter umfasst.
Beispielsweise ist den unterschiedlichen Laserquellen 110 der Lasereinrichtung 102 jeweils ein Modulator 120 zugeordnet. Mittels des jeweiligen Modulators 120 werden im Betrieb des Lasersystems 100 Laserpulse 112 zur Auskopplung aus der Lasereinrichtung 102 ausgewählt und/oder zeitliche Abstände zwischen den ausgekoppelten Laserpulsen eingestellt.
Der optische Modulator 120 kann beispielsweise als akustooptischer Modulator und/oder als elektrooptischer Modulator ausgebildet sein.
Beispielsweise sind die Modulatoren 120, wie in Fig. 1 gezeigt, jeweils nach einer bestimmten Laserstrahlquelle 110 angeordnet. Es ist grundsätzlich auch möglich, dass die Modulatoren 120 jeweils in eine bestimmte Laserstrahlquelle 110 integriert sind und dort beispielsweise zwischen dem Seedlaser 114 und dem Verstärker 116 angeordnet sind.
Alternativ oder zusätzlich kann eine bestimmte zeitliche Abfolge und/oder ein bestimmter zeitlicher Versatz zwischen den ausgekoppelten Laserpulsen 112 durch eine definierte Weglängendifferenz und/oder Laufzeitdifferenz realisiert werden, welche die einzelnen Laserpulse 112 ausgehend von der jeweiligen Laserquelle 110 bis zum Erreichen des Targetmaterials 106 zueinander aufweisen. Die Ausbildung der Weglängendifferenz kann beispielsweise über elektronische und/oder optische Verzögerungsstrecken (nicht gezeigt) realisiert sein, wobei eine Verzögerungsstrecke in den jeweiligen Strahlpfad von einem oder mehreren der vorhandenen Primärlaserstrahlen 104a, 104b, 104c eingefügt sein kann. Optische Verzögerungsstrecken können grundsätzlich freistrahl- oder faserbasiert ausgeführt sein.
Das Lasersystem 100 weist einen Zielbereich 122 auf, in welchem das Targetmaterial 106 angeordnet wird, um dieses mit dem Primärlaserstrahl 104 zu beaufschlagen und mit dessen Laserpulsen 112 in Wechselwirkung zu bringen. Hierbei ist es wesentlich, dass kontinuierlich Targetmaterial 106 in den Zielbereich 122 nachgefördert wird, sodass stets frisches Targetmaterial 106, welches insbesondere noch nicht mit dem Primärlaserstrahl 104 beaufschlagt wurde, zur Erzeugung von Sekundärstrahlung 108 zur Verfügung steht. Dies
ermöglicht eine kontinuierliche Erzeugung von Sekundärstrahlung 108 im Betrieb des Lasersystems 100.
Insbesondere wird der auf das Targetmaterial 106 gerichtete gepulste Primärlaserstrahl 104 in einen Fokus 123 fokussiert, wobei der Fokus 123 im Zielbereich 122 in und/oder auf dem Targetmaterial 106 angeordnet ist. Hierzu kann beispielsweise eine Fokussieroptik 124 vorgesehen sein.
Unter dem Zielbereich 122 ist ein ortsfester Bereich des Lasersystems 100 zu verstehen, in welchen das Targetmaterial 106 eingekoppelt wird und/oder in welchen der Primärlaserstrahl 104 eingebracht wird, um mit dem Targetmaterial 106 zu wechselwirken.
Der Zielbereich 122 ist vorzugsweise in einer fluiddichten und/oder gasdichten Kammer 126 positioniert. In dieser Kammer 126 ist beispielsweise im Vergleich zur Umgebung ein Unterdrück und/oder ein Vakuum und/oder eine Gasatmosphäre mit definierter Zusammensetzung ausgebildet. Beispielsweise beträgt ein Druck innerhalb der Kammer zwischen 10 mbar und 500 mbar.
Beispielsweise ist oder umfasst das in der Kammer 126 angeordnete Gas Wasserstoff und/oder Helium.
Zur Zuführung des Targetmaterials 106 in den Zielbereich 122 und dessen Förderung durch den Zielbereich 122 kann das Lasersystem 100 eine Zuführeinrichtung 128 aufweisen. Insbesondere kann mittels der Zuführeinrichtung 128 kontinuierlich Targetmaterial 106 bereitgestellt werden, welches den Zielbereich 122 mit einer bestimmten Geschwindigkeit und/oder Förderrate durchläuft.
Insbesondere wird das Targetmaterial 106 mittels der Zuführeinrichtung 126 als flüssiger Materialstrom bereitgestellt, welcher den Zielbereich 122 durchläuft. Dieser Materialstrom liegt vorzugsweise in Form eines Strahls und insbesondere in Form eines durchgängigen und/oder unterbrechungsfreien Strahls vor. Der Materialstrom kann allerdings auch in Form von aufeinanderfolgenden und/oder zueinander beabstandeten Tröpfchen vorliegen. Die Zuführeinrichtung 126 weist
beispielsweise eine Düse 128 auf, mittels welcher das Targetmaterial 106 entsprechend abgegeben wird.
Bei dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel ist die Schwerkraftrichtung in negative y- Richtung orientiert, sodass mittels der Zuführeinrichtung 126 abgegebenes Targetmaterial 106 den Zielbereich 122 in Schwerkraftrichtung (d.h. in negative y-Richtung bzw. von oben nach unten) durchläuft.
Beispielsweise durchläuft das Targetmaterial 106 den Zielbereich 122 mit einer Geschwindigkeit zwischen 60 m/s und 120 m/s.
Es ist grundsätzlich auch möglich, dass der mittels der Zuführeinrichtung 126 bereitgestellte flüssige Materialstrom des Targetmaterials 106 als Film vorliegt, welcher auf einer geeigneten Materialoberfläche (nicht gezeigt) ausgebildet ist und den Zielbereich 122 durchläuft. Hierzu kann die Zuführeinrichtung 126 beispielsweise eine bewegliche Mechanik (nicht gezeigt) umfassen, wie z.B. ein rotierendes Rad, eine rotierende Trommel, eine rotierende Kugel oder ein bewegtes Band, auf dessen bzw. deren Oberfläche der Film ausgebildet ist.
Weitere technische Details betreffend die Bereitstellung von Targetmaterial zur Erzeugung von Sekundärstrahlung durch Wechselwirkung mit einem Primärlaserstrahl sind beispielsweise in der wissenschaftlichen Veröffentlichung "Light sources for high-volume manufacturing EUV lithography: technonogy, performance, and power scaling", I. Fomenkov et al., Advanced Optical Technologies 6(3): 173-186, DOI: 10.1515/aot-2017-0029, beschrieben.
Es kann vorgesehen sein, dass das Lasersystem 100 eine Regelungseinrichtung 132 zur Steuerung und/oder Regelung einer Strahllange des Primärlaserstrahls 104 aufweist. Diese Regelungseinrichtung 132 ist insbesondere dazu ausgebildet, eine Position des Primärlaserstrahls 104 und insbesondere dessen Fokus 123 innerhalb des Zielbereichs 122 und/oder eine Auftreffposition 134 des Primärlaserstrahls 104 auf das Targetmaterial 106 innerhalb des Zielbereichs 122 zu steuern bzw. zu regeln.
Zur räumlichen Verlagerung des Primärlaserstrahls 104 umfasst die Regelungseinrichtung 132 eine Strahlablenkeinrichtung 136. Diese kann beispielsweise bewegliche Spiegelelemente, akustooptische Deflektoren und/oder elektrooptische Deflektoren aufweisen, um die Verlagerung zu realisieren.
Weiter kann die Regelungseinrichtung 132 eine Detektionseinrichtung 138 aufweisen, welche dazu eingerichtet ist, eine örtliche Position eines bestimmten Merkmals zu detektieren, wobei das Merkmal an oder im Bereich des Targetmaterials 106 angeordnet oder ausgebildet ist. Beispielsweise ist das Merkmal ein am Targetmaterial 106 ausgebildetes geometrisches Merkmal, wie z.B. eine Einbuchtung (siehe unten). Zur Detektion eines bestimmten Merkmals kann die Detektionseinrichtung 138 eine Kamera umfassen, um das Merkmal beispielsweise mittels Bilderkennung zu detektieren.
Die Strahlablenkeinrichtung 136 ist dann dazu eingerichtet, die Verlagerung des Primärlaserstrahls 104 mittels der Strahlablenkeinrichtung 136 auf Grundlage der von der Detektionseinrichtung 138 bereitgestellten Informationen zu steuern und/oder zu regeln. Die Detektionseinrichtung 138 ist hierzu signalwirksam mit der Strahlablenkeinrichtung 136 verbunden.
Das Lasersystem 100 funktioniert wie folgt:
Im Betrieb des Lasersystems 100 wird mittels der Lasereinrichtung 102 eine Pulsfolge 118 bereitgestellt und mit im Zielbereich 122 befindlichem Targetmaterial 106 in Wechselwirkung gebracht, um Sekundärstrahlung 108 zu erzeugen.
Targetmaterial 106 wird mittels der Zuführeinrichtung 128 dauerhaft in den Zielbereich 106 gefördert, sodass dort stets frisches Targetmaterial 106 zur Verfügung steht, welches den Zielbereich 122 insbesondere in Form eines flüssigen Strahls durchläuft (bei den gezeigten Beispielen durchläuft das Targetmaterial 106 den Zielbereich 122 parallel zur Schwerkraftrichtung bzw. in negative y-Richtung).
Es ist vorgesehen, dass jeweils ein bestimmter räumlicher Bereich des durch den Zielbereich 122 geförderten Targetmaterials 106 mit einer definierten Pulsfolge 118 beaufschlagt wird. Das Targetmaterial 106 wechselwirkt in diesem räumlichen Bereich insbesondere mit allen Laserpulsen 112 der Pulsfolge 118. Anschließend wird von der Lasereinrichtung 102 insbesondere eine weitere Pulsfolge 118 abgegeben, welche dann mit einem weiteren räumlichen Bereich von nachgefördertem Targetmaterial 106 in Wechselwirkung gebracht wird, usw. Auf diese Weise kann der Prozess zur Erzeugung der Sekundärstrahlung 106 kontinuierlich fortgesetzt werden.
In den Fig. 2a bis 2c ist eine zeitliche Abfolge von auf das Targetmaterial 106 treffenden Laserpulsen 112a, 112b gezeigt, weicher einer Pulsfolge 118a zugeordnet sind. In der gezeigten Abbildung strömt das Targetmaterial 106 parallel zu einer Strömungsrichtung 140 durch den Zielbereich 122.
Der die Laserpulse 112a, 112b aufweisende Primärlaserstrahl 104 bzw. dessen Fokus 123 treffen in einem bestimmten räumlichen Bereich 142 auf das Targetmaterial 106. Unter diesem räumlichen Bereich 142 ist ein bezüglich des Targetmaterials 106 ortsfester räumlicher Bereich zu verstehen, welcher dem Targetmaterial 106 zugeordnet ist und sich mit dem Targetmaterial 106 in Strömungsrichtung mitbewegt.
Die Pulsfolge 118a umfasst einen Pulszug 144 aus zwei oder mehr ersten Laserpulsen 112a und einen dem Pulszug 144 nachlaufenden weiteren Laserpuls 112b. Die ersten Laserpulse 112a werden vorliegend auch als Vorpulse bezeichnet und der weitere Laserpuls 112b als Hauptpuls der Pulsfolge 118a.
Der Fokus 123 des Primärlaserstrahls 104 weist insbesondere einen Durchmesser im Bereich von 2,5 pm bis 30 pm auf. Eine Intensität des Primärlaserstrahls 104 im Fokus 123 beträgt im Fall des Hauptpulses 112b insbesondere zwischen 1016 W/cm2 und 1019 W/cm2.
Unter ersten Laserpulsen 112a sind somit Laserpulse 112 eines ersten Typs und/oder mit ersten Pulseigenschaften zu verstehen und unter zweiten Laserpulsen 112b Laserpulse zweiten Typs und/oder mit zweiten
Pulseigenschaften. Entsprechend sind unter den dritten Laserpulsen 112c Laserpulse 112 eines dritten Typs und/oder mit dritten Pulseigenschaften zu verstehen.
Unter dem Pulszug 144 ist insbesondere ein "Burst" aus ersten Laserpulsen 112a zu verstehen. Insbesondere weist der Pulszug 144 mindestens zwei und insbesondere mindestens 20 und insbesondere mindestens 100 erste Laserpulse 112a auf.
Ein zeitlicher Pulsabstand t zwischen aufeinanderfolgenden ersten Laserpulsen 112a innerhalb des Pulszugs 144 beträgt zwischen 100 ps und 100 ns und bevorzugt zwischen 200 ps und 0,5 ns. Insbesondere ist der zeitliche Pulsabstand t zwischen allen vorhandenen benachbarten ersten Laserpulsen 112a des Pulszugs 144 zumindest näherungsweise gleich.
Eine gesamte tg zeitliche Länge des Pulszugs 144 aus ersten Laserpulsen 112a beträgt zwischen 1 ns und 10 ps.
Eine Gesamtenergie des Pulszugs 144 beträgt beispielsweise zwischen 0,8 mJ und 1,2 mJ. Unter der Gesamtenergie des Pulszugs 144 ist die Summe der Pulsenergien aller dem Pulszug 144 zugeordneten ersten Laserpulse 112a zu verstehen. Insbesondere weisen alle dem Pulszug 144 zugeordneten ersten Laserpulse 112a zumindest näherungsweise dieselbe Pulsenergie auf.
Ein zeitlicher Pulsabstand tz zwischen dem Pulszug 144 und dem zweiten Laserpuls 112b beträgt zwischen 10 ps und 1 ps. Unter dem zeitlichen Pulsabstand tz ist der zeitliche Abstand zwischen einem letzten ersten Laserpuls 112'a des Pulszugs 144 und dem zweiten Laserpuls 112b zu verstehen.
Der zweite Laserpuls 112b läuft dem Pulszug 144 nach, d.h. die ersten Laserpulse 112a des Pulszugs 144 treffen zuerst auf das Targetmaterial 106 und anschließend der zweite Laserpuls 112b.
Eine Pulsdauer td des zweiten Laserpulses 112b beträgt beispielsweise zwischen 25 fs und 50 fs.
Eine Pulsenergie des zweiten Laserpulses 112b beträgt beispielsweise zwischen 8 mJ und 12 mJ.
Die Bereitstellung der ersten Laserpulse 112a erfolgt beispielsweise mittels der ersten Laserquelle 110a. Die erste Laserquelle 110a ist dann dazu ausgebildet, erste Laserpulse 112a mit den genannten Eigenschaften bereitzustellen. Entsprechend erfolgt die Bereitstellung der zweiten Laserpulse 112b beispielsweise mittels der zweiten Laserquelle 110b, welche dann dazu ausgebildet ist, zweite Laserpulse 112b mit den genannten Eigenschaften bereitzustellen. Die Ausbildung der beschriebenen Pulsfolge 118a, welche erste und zweite Laserpulse 112a bzw. 112b umfasst, kann beispielsweise mittels den optischen Modulatoren 120 erfolgen. Hierzu werden die optischen Modulatoren 120 beispielsweise als "Pulspicker" eingesetzt und wählen die von den jeweiligen Laserquellen 110a, 110b bereitgestellten Laserpulse zur Ausbildung der Pulsfolge 118a entsprechend aus.
Fig. 2b zeigt das Targetmaterial 106 nach Wechselwirkung von mehreren ersten Laserpulsen 112a des Pulszugs 144, d.h. die Pulsfolge 118a wurde bereits teilweise mit dem Targetmaterial 106 in Wechselwirkung gebracht und/oder vom Targetmaterial 106 absorbiert.
Die Wechselwirkung des Pulszugs 144 aus ersten Laserpulsen 112a bzw. Vorpulsen bewirkt die Ausbildung einer Einbuchtung 146 im Targetmaterial 106, wobei diese Einbuchtung in demjenigen Bereich 142 des Targetmaterials 106 positioniert ist, in welchem die Wechselwirkung mit den ersten Laserpulsen 112a erfolgt ist. Die Einbuchtung 146 ist insbesondere als "Näpfchen" oder "Dimple" ausgebildet. Es ist grundsätzlich auch möglich, dass die Einbuchtung 146 torusförmig und/oder ringgrabenförmig ausgebildet ist.
Die Ausbildung von Einbuchtungen in Materialien durch deren Wechselwirkung mit Laserpulsen sowie die zugrundeliegenden physikalischen Effekte sind beispielsweise in der wissenschaftlichen Veröffentlichung "Review on Experimental and Theoretical Investigations of Ultra-Short Pulsed Laser Ablation
of Metals with Burst Pulses" von Förster et al., Materials 2021, 14, 3331, https://doi.org/10.3390/nial4123331, beschrieben.
Insbesondere bewirkt die Wechselwirkung der ersten Laserpulse 112a des Pulszugs 114 einen Materialabtrag durch Verdampfen und/oder Schmelzaustrieb.
Die Einbuchtung 146 ist an einer Oberfläche 148 und/oder Außenseite des Targetmaterials 106 ausgebildet, auf welche der Primärlaserstrahl 104 bzw. dessen Laserpulse 112a, 112b treffen. Diese Oberfläche 148 bildet insbesondere eine Begrenzungsfläche des Targetmaterials 106, welches bei den gezeigten Beispielen als flüssiger Materialstrom in Form eines Strahls vorliegt.
Eine Tiefenrichtung 150 der Einbuchtung 146 ist zumindest näherungsweise parallel zur Propagationsrichtung des Primärlaserstrahls 104 (angedeutet durch den Pfeil des Primärlaserstrahls 104) und/oder zumindest näherungsweise senkrecht zur Strömungsrichtung 140 des Targetmaterials 106 orientiert.
Eine parallel zur Tiefenrichtung 150 orientierte maximale Tiefe der Einbuchtung 146 bezüglich der umgebenden Oberfläche 148 beträgt beispielsweise zwischen 5 pm und 150 pm, insbesondere zwischen 10 pm und 50 pm. Eine maximale räumliche Ausdehnung und/oder ein maximaler Durchmesser der Einbuchtung 146 beträgt beispielsweise zwischen 5 pm und 30 pm.
Fig. 2c zeigt die Wechselwirkung des zweiten Laserpulses 112b bzw. Hauptpulses mit dem Targetmaterial 106 an der ausgebildeten Einbuchtung 146. Durch diese Wechselwirkung wird Sekundärstrahlung 108 erzeugt, wobei die Erzeugung von Sekundärstrahlung aufgrund der ausgebildeten Einbuchtung 146 besonders effizient erfolgen kann. Insbesondere ist die Einbuchtung kegelförmig und/oder parabelförmig ausgebildet.
Ursächlich hierfür sind insbesondere eine durch die Einbuchtung 146 bewirkte verbesserte Absorption des Hauptpulses, wie dies beispielsweise in der wissenschaftlichen Veröffentlichung "Enhancement of hard x-ray emission from a copper target by multiple shots of femtosecond laser pulses" von Hironaka et al., Applied Physics Letters, Volume 74, Number 12, 22. März 1999, beschrieben ist.
Insbesondere kann eine verringerte Fresnel'sche Reflexion auftreten, welche zu der verbesserten Absorption beiträgt.
Weiter kann sich durch die geometrische Form der Einbuchtung 146 eine Konzentration der Strahlungsintensität des einfallenden Hauptpulses ergeben, was beispielsweise in der wissenschaftlichen Veröffentlichung "Development of a bright MeV photon source with compound parabolic concentrator targets on the National Ignition Facility Radiographic Capability (NIF-ARC) laser" von Kerr et al, Phys. Plasmas 30, 013101 (2023),
beschrieben ist.
Es ist grundsätzlich möglich, dass die Pulsfolge 118a mehrere zweite Laserpulse 112b aufweist, um Sekundärstrahlung 108 zu erzeugen.
Anschließend wird zur Fortsetzung des Verfahrens eine weitere Pulsfolge 118a erzeugt, welche mit einem neuen räumlichen Bereich von nachgefördertem Targetmaterial 106 in Wechselwirkung gebracht wird, usw. Auf diese Weise wird Sekundärstrahlung 108 kontinuierlich erzeugt.
Bei dem in den Fig. 2a, 2b und 2c gezeigten Verfahren wechselwirken alle Laserpulse 112a, 112b der jeweiligen Pulsfolge 118a mit dem Targetmaterial 106 in demselben räumlichen Bereich 142. Insbesondere wirken die ersten Laserpulse 112a des Pulszugs 144 mit dem Targetmaterial 106 in demselben räumlichen Bereich 142 wie der zweite Laserpuls 112b. Dieser zweite Laserpuls 112b wechselwirkt mit dem Targetmaterial 106 in demjenigen räumlichen Bereich 142, in welchem die Einbuchtung 146 ausgebildet ist.
Insbesondere ist eine Bewegungsgeschwindigkeit der Laserpulse 112a, 112b in Richtung des Targetmaterials 106 viel größer als dessen Strömungsgeschwindigkeit, sodass sämtliche Laserpulse näherungsweise in demselben räumlichen Bereich 142 mit dem Targetmaterial 106 wechselwirken.
Es kann vorgesehen sein, dass mittels der Regelungseinrichtung 132 die Auftreffposition 134 des Primärlaserstrahls 104 auf das Targetmaterial 106 nachgeregelt wird, sodass diese insbesondere zwischen der Ausbildung der
Einbuchtung 146 und dem Auftreffen des zweiten Laserpulses 112b konstant bleibt. Hierzu wird beispielsweise eine räumliche Position der ausgebildeten Einbuchtung 146 mittels der Detektionseinrichtung 138 ermittelt und hierauf basierend die Strahllage des Primärlaserstrahls 104 mittels der Strahlablenkeinrichtung 136 angepasst.
Bei dem in den Fig. 3a bis 3c gezeigten Beispiel wird das Targetmaterial 106 mit einer Pulsfolge 118b beaufschlagt, welche einen dritten Laserpuls 112c und einen dem dritten Laserpuls 112c nachlaufenden zweiten Laserpuls 112b aufweist.
Eine Pulsdauer td2 des dritten Laserpulses 112c beträgt beispielsweise zwischen 800 fs und 1,5 ps.
Eine Pulsenergie des dritten Laserpulses 112c beträgt beispielsweise zwischen 10 pj und 20 pJ.
Ein zeitlicher Pulsabstand tz2 zwischen dem dritten Laserpuls 112c und dem zweiten Laserpuls 112b beträgt beispielsweise zwischen 10 ps und 100 ps.
Die Bereitstellung von dritten Laserpulsen 112c erfolgt beispielsweise mittels der dritten Laserquelle 110c. Die dritte Laserquelle 110c ist dann dazu ausgebildet, dritte Laserpulse 112c mit den genannten Eigenschaften bereitzustellen.
Der zweite Laserpuls 112b weist die vorstehend im Zusammenhang mit dem Beispiel gemäß Fig. 2a bis 2c genannten Eigenschaften auf. Es ist grundsätzlich möglich, dass die Pulsfolge 118b mehrere zweite Laserpulse 112b aufweist.
Die Wechselwirkung des dritten Laserpulses 112c mit dem Targetmaterial 106 bewirkt eine Ausbildung von Nanopartikeln 152 an der Oberfläche 148 des Targetmaterials 106, wobei die Nanopartikel 152 in demjenigen räumlichen Bereich 142 an der Oberfläche 148 positioniert sind, in welchem eine Beaufschlagung des Targetmaterials 106 mit dem Primärlaserstrahl 104 und eine Wechselwirkung des Targetmaterials 106 mit dem dritten Laserpuls 112c erfolgt.
Der dritte Laserpuls 112c wird bei vorliegendem Beispiel als Vorpuls bezeichnet und der zweite Laserpuls 112b als Hauptpuls der Pulsfolge 118b.
Die Ausbildung von Nanopartikeln im Bereich von Materialien durch deren Wechselwirkung mit Laserpulsen sowie die zugrundeliegenden physikalischen Effekte sind beispielsweise in der oben bereits genannten wissenschaftlichen Veröffentlichung "Review on Experimental and Theoretical Investigations of Ultra-Short Pulsed Laser Ablation of Metals with Burst Pulses" von Förster et al. sowie in der wissenschaftlichen Veröffentlichung "Fs-ns double-pulse Laser Induced Breakdown Spectroscopy of copper-based-alloys: Generation and elemental analysis of nanoparticles" von Guarnaccio et al., Spectrochimica Acta Part B 101 (2014) 261-268, https://doi.orq/10.1016Zi.sab 20.1 0 J 1 , beschrieben.
Ein mittlerer Durchmesser der Nanopartikel 152 beträgt zwischen 10 nm und 100 nm.
Es ist ebenfalls möglich, dass zur Erzeugung der Nanopartikel 152 mehrere dritte Laserpulse 112c vorgesehen sind oder ein Pulszug aus mehreren dritten Laserpulsen 112c vorgesehen ist.
Fig. 3c zeigt die Wechselwirkung des zweiten Laserpulses 112b mit dem Targetmaterial 106 im räumlichen Bereich 142 der ausgebildeten Nanopartikel 152, wobei durch diese Wechselwirkung Sekundärstrahlung 108 erzeugt wird. Aufgrund der vorhandenen Nanopartikel 152 lässt sich mittels des zweiten Laserpulses 112b Sekundärstrahlung 108 besonders effizient erzeugen.
Aufgrund des Vorhandenseins der Nanopartikel 152 im Bereich der Oberfläche 148 des Targetmaterials 106 kann es zu sogenannten plasmonischen Resonanzen kommen, welche eine besonders gute Absorption der Strahlung des Hauptpulses im Elektronengas des Targetmaterials 106 und insbesondere eine besonders effiziente Steigerung der Elektronentemperatur im Elektronengas bewirken.
Analog zum Beispiel gemäß den Fig. 2a bis 2c ist eine Bewegungsgeschwindigkeit der Laserpulse 112c, 112b in Richtung des Targetmaterials 106 viel größer als dessen Strömungsgeschwindigkeit, sodass sämtliche Laserpulse näherungsweise in demselben räumlichen Bereich 142 mit dem Targetmaterial 106 wechselwirken.
Auch bei diesem Beispiel kann es vorgesehen sein, dass mittels der Regelungseinrichtung 132 die Auftreffposition 134 des Primärlaserstrahls 104 auf das Targetmaterial 106 nachgeregelt wird, sodass diese insbesondere zwischen der Ausbildung der Nanopartikel 152 und dem Auftreffen des zweiten Laserpulses 112b konstant bleibt. Hierzu wird beispielsweise eine räumliche Position der ausgebildeten Nanopartikel 152 mittels der Detektionseinrichtung 138 ermittelt und hierauf basierend die Strahllage des Primärlaserstrahls 104 mittels der Strahlablenkeinrichtung 136 angepasst.
Es ist möglich, die in den Fig. 2a bis 2c und 3a bis 3c beschriebenen Varianten zu kombinieren. Insbesondere ist dann die Pulsfolge 118 so ausgebildet, dass durch deren Wechselwirkung mit dem Targetmaterial 106 in einem bestimmten räumlichen Bereich 142 zunächst eine Einbuchtung 146 erzeugt wird und dann in diesem räumlichen Bereich 142 Nanopartikel 152 erzeugt werden. Anschließend wird durch Wechselwirkung eines Hauptpulses in diesem Bereich 142 die Sekundärstrahlung 108 erzeugt.
In diesem Fall umfasst die Pulsfolge 114 beispielsweise den vorstehend beschriebenen Pulszug 144 aus ersten Laserpulsen 112a, den vorstehend beschriebenen dritten Laserpuls 112c (vgl. Fig. 1) oder einen Pulszug als dritten Laserpulsen 112c und den vorstehend beschriebenen zweiten Laserpuls 112b. Der Pulszug 144 aus ersten Laserpulsen 112a ist hierbei zeitlich vor dem dritten Laserpuls 112c bzw. dem Pulszug aus dritten Laserpulsen 112c angeordnet und der dritte Laserpuls 112c bzw. der Pulszug aus dritten Laserpulsen 112c zeitlich vor dem zweiten Laserpuls (d.h. der Pulszug 144 aus ersten Laserpulsen 112a trifft zeitlich zuerst auf das Targetmaterial 106, dann der dritte Laserpuls 112c bzw. der Pulszug aus dritten Laserpulsen 112c und zuletzt der zweite Laserpuls 112b). Ein zeitlicher Abstand zwischen dem Pulszug 144 aus ersten Laserpulsen 112a, dem dritten Laserpuls 112c bzw. Pulszug aus dritten Laserpulsen 112c und
dem zweiten Laserpuls 112b beträgt insbesondere jeweils zwischen 1 ps und 500 ns.
Mittels den beschriebenen Verfahren lässt sich insbesondere inkohärente Röntgenstrahlung als Sekundärstrahlung 108 besonders effizient erzeugen.
Bezugszeichenliste td Pulsdauer td2 Pulsdauer tg gesamte zeitliche Länge ti zeitlicher Pulsabstand tz zeitlicher Pulsabstand tz2 zeitlicher Pulsabstand
102 Lasereinrichtung
104 Primärlaserstrahl
104a erster Primärlaserstrahl
104b zweiter Primärlaserstrahl
104c dritter Primärlaserstrahl
106 Targetmaterial
108 Sekundärstrahlung
110 Laserquelle
110a erste Laserquelle
110b zweite Laserquelle
110c dritte Laserquelle
112 Laserpuls
112a, c Laserpuls / Vorpuls
112'a Laserpuls / Vorpuls
112b Laserpuls / Hauptpuls
114 Seedlaser
116 Verstärkungseinrichtung
118 Pulsfolge
118a, b Pulsfolge
120 optischer Modulator
122 Zielbereich
123 Fokus
124 Fokussieroptik
126 Kammer
128 Zuführeinrichtung
130 Düse
Regel ungseinrichtung Auftreffposition
Strahlablenkeinrichtung Detektionseinrichtung Strömungsrichtung räumlicher Bereich Pulszug
Einbuchtung Oberfläche Tiefenrichtung Nanopartikel