Beschreibung
Greifen mit Verpackungsmaterial
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ermitteln einer Griffposition, ein System zum Betreiben wenigstens eines Greifroboters, sowie ein Computerprogramm bzw. Computerprogrammprodukt.
Bei „bin-picking“-Anwendungen greift ein mit einem Greifer ausgestatteter Roboter üblicherweise Objekte aus einem Behälter und legt die gegriffenen Objekte an einem Zielort ab oder lässt sie an einem Zielort fallen. Dazu wird üblicherweise ein kollisionsfreier Weg für den Roboterarm geplant, um den Greifer in eine Zielposition zu bringen, in der er das Objekt beim Aufnehmen erfolgreich greifen kann.
In bestimmten Anwendungsbereichen werden Objekte üblicherweise in einem Behälter verpackt, der verformbares Verpackungsmaterial zum Schutz der Objekte enthält. In der Lebensmittelindustrie werden z. B. frische Fische mit Eis bedeckt, und in anderen Anwendungsbereichen werden zerbrechliche Objekte durch Holzspäne oder Styroporflocken geschützt. Dies kann eine Herausforderung für Bahnplanungsalgorithmen darstellen, da es möglicherweise keine kollisionsfreien Zielpositionen für den Greifer gibt, die einerseits das Verpackungsmaterial vermeiden, aber gleichzeitig ein erfolgreiches Greifen des Objekts zulassen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es insbesondere dies zu verbessern.
Die Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Lehre der unabhängigen Ansprüche erreicht. Verschiedene Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Nach einer Ausführung der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Betreiben eines Greifroboters bereitgestellt. In einer Ausführung befindet sich wenigstens ein durch den Greifroboter zu greifendes Objekt, insbesondere zumindest teilweise, in Verpackungsmaterial und/oder ist von diesem, insbesondere zumindest teilweise, bedeckt, insbesondere in einem Behälter mit Verpackungsmaterial. Nach einer Ausführung der vorliegenden Erfindung umfass das Verfahren zum Betreiben des
Greifroboters einen Schritt zum Ermitteln von Szenedaten einer Szene mittels einer Kamera, insbesondere einer RGBD Kamera, wobei die Szenedaten Tiefeninformation und Farbinformation der Szene beschreiben. Die Tiefeninformation und Farbinformation der Szene können in einer Ausführung mit Mitteln der Kamera ermittelt werden, insbesondere mittels einer Stereokamera, die eingerichtet ist, Tiefeninformation der Szene aufzunehmen und einer Kamera, die eingerichtet ist, Farbinformation der Szene aufzunehmen. In einer Ausführung können Mittel zum Aufnehmen von Tiefeninformation und Farbinformation ausgebildet sein, insbesondere in einer Kamera kombiniert sein, wie insbesondere in einer RGBD Kamera. Nach einer Ausführung umfasst das Verfahren ferner einen Schritt zum Ermitteln von Klassifizierungsdaten, die insbesondere mittels Klassifizierung der Szenedaten ermittelt werden. In einer Ausführung beschreiben die Klassifizierungsdaten eine Zugehörigkeit zu Verpackungsmaterial. Diese können in einer Ausführung mittels Anwendung von bekannten Klassifizierungsverfahren ermittelt werden. In einer Ausführung umfasst das Verfahren ferner ein Ermitteln eines Kollisionsobjekts, insbesondere für eine Bewegungsplanung und/oder Griffpositionsplanung, durch Filtern, insbesondere Segmentieren, der Szenedaten basierend auf den Klassifizierungsdaten. Hierdurch kann in einer Ausführung erreicht werden, dass die Szenedaten weniger Daten umfassen als beispielsweise vor einem Filtern oder ohne Ermitteln eines Kollisionsobjekts. Ferner kann hierdurch vorteilhafterweise ermöglicht werden, dass ausgehend von einer, zumindest im Wesentlichen, gesamt erfassten Szene, die Szenedaten mittels des Filterns reduziert werden, insbesondere bevor eine Griffposition und/oder eine Bewegung des Roboters geplant werden. In einer Ausführung umfasst das Verfahren ferner ein Ermitteln von Griffpositionsdaten und/oder Bewegungsdaten, wobei die Griffpositionsdaten in einer Ausführung wenigstens eine Griffposition für den Greifroboter an wenigstens einem zu greifenden Objekt beschreiben und die Bewegungsdaten wenigstens einen Bewegungspfad bzw. eine Bewegung für wenigstens einen Teil des Greifroboters beschreiben.
Der Begriff „Szene“, wie hierin verwendet, ist insbesondere als eine Momentaufnahme eines (relevanten) Umfelds, welche eine Szenerie mit Objekten, insbesondere den Behälter, die zu greifenden Objekten und/oder das Verpackungsmaterial; dynamische Elemente, wie insbesondere wenigstens Teile des Roboters; der/die Sichtbereich(e)
der Kamera(s) und/oder Zustand/Zustände des Roboters bzw. der Kamera, wie auch die Verknüpfung dieser Entitäten umfasst, zu verstehen.
Der Begriff „Kamera“, wie hierin verwendet, ist insbesondere als Aufnahmevorrichtung zum Aufnehmen von digitalen und/oder dreidimensionalen Bildern zu verstehen, kann insbesondere wenigstens eine 3D-Kamera und/oder wenigstens zwei räumlich voneinander beabstandete Kameras und/oder wenigstens einen Scannner, vorzugsweise zum dreidimensionalen Scannen, aufweisen. In einer Ausführung weisen hierin genannte Szenedaten Tiefeninformation, vorzugsweise eine Punktewolke, weiter vorzugsweise eine dreidimensionale Punktewolke, auf, kann insbesondere eine solche sein bzw. aus einer solchen bestehen, und Farbinformation auf, wobei je nach Aufnahmevorrichtung Farbinformation als 2D Information in den Szenedaten repräsentiert ist oder als 3D Information der Tiefeninformation, insbesondere den Punkten der Punktewolke, zugordnet ist bzw. werden kann.
Hierdurch kann in einigen Ausführungsformen ermöglicht werden, dass das Verpackungsmaterial, insbesondere durch das Ermitteln eines Kollisionsobjekts, bei der Bahnplanung berücksichtigt wird bzw., insbesondere anhand des Ermittelns von Bewegungsdaten, einfließt, insbesondere im Gegensatz zum Stand der Technik, bei dem üblicherweise das Verpackungsmaterial ignoriert wird und die Bahnplanung (allein) auf den detektierten Objekten und a priori bekannten Objekten, z.B. dem Behälter an einer konfigurierten Position, basiert.
In einer Ausführung kann beim Umgang mit Verpackungsmaterial, wie oben beschrieben, vorteilhafterweise die Szene, die durch die Szenedaten beschrieben ist bzw. wird, mit einem hierin beschriebenen Kollisionsobjekt für den Bahnplaner und/oder Kollisionsprüfer "positiv" definiert werden. Im Gegensatz dazu wird im Stand der Technik üblicherweise mit einer leeren Szene begonnen und es werden dann bekannte Objekte zur Szene hinzugefügt, insbesondere erkannte bekannte Objekte im Behälter und/oder der Behälter selbst, usw..
Vorteilhafterweise kann durch hierin beschriebene Ausführungen, im Vergleich mit dem Stand der Technik, die Punktwolke der Szene, die von den Szenedaten beschrieben ist bzw. wird, als Kollisionsobjekt verwendet werden, da das Kollisionsobjekt, insbesondere die Punktwolke des Kollisionsobjekts, das
Verpackungsmaterial nicht (mehr) enthält, was zu mehr möglichen Griffpositionen und/oder Bahnplanungen führen kann bzw. führt, insbesondere im Vergleich mit dem Stand der Technik oder im Vergleich zu Kollisionsobjekten, die nicht basierend auf Klassifizierungsdaten ermittelt werden.
In einer Ausführung umfasst das Verfahren den dem Ermitteln von Szenedaten vorhergehenden Schritt eines Einstellens der Szene in der Kamera bzw.
Aufnahmevorrichtung, insbesondere durch entsprechende Verstellung des Roboterarms und/oder Bewegen und/oder Fokussieren der Aufnahmevorrichtung bzw. der Kamera.
In einer Ausführung umfasst das Verfahren ein Bewegen des Greifroboters basierend auf den ermittelten Bewegungsdaten und/oder Greifen, insbesondere mit dem Greifroboter, basierend auf den ermittelten Griffpositionsdaten.
Vorteilhafterweise können hierdurch mehr (kollisionsfreie) Griffpositionen und/oder mehr (kollisionsfreie) Bewegungspfade ermittelt werden als im Stand der Technik oder als unter Kollisionsvermeidung mit dem Verpackungsmaterial.
Die Erfindung basiert in einigen Ausführungsformen auf dem Ansatz, dass die, insbesondere gesamte, Szene durch die (ermittelten) Szenedaten beschrieben ist bzw. wird, insbesondere einschließlich der, insbesondere kompletten, Tiefeninformation bzw. Punktewolke, und ausgehend davon Teile der Szene in den Szenedaten entfernt werden, bei denen angenommen werden kann, dass diese kein Problem bei potenziellen Kollisionen während der Bewegung und/oder einem Greifen darstellen, wie insbesondere das Verpackungsmaterial im Behälter.
Die Erfindung basiert ferner in Ausführungen auf dem Ansatz, dass die (verbleibenden Teile der) Tiefeninformation bzw. Punktwolke des Kollisionsobjekts (wie hierin beschrieben) für Kollisionsprüfungen verwendet werden kann. Hierdurch ist vorteilhafterweise in Ausführungen die Bahnplanung (wesentlich) robust(er), da die Punktwolke die reale Situation besser abbildet bzw. abbilden kann als eine Szene, die (nur) auf der Grundlage (erkannter) vorbekannter bzw. vorkonfigurierter Objekte, wie insbesondere einem CAD-Modell und einer Position des Behälters, oder nicht vollständig erkannter Objekte, insbesondere im Behälter, eingerichtet wurde.
In einer Ausführung umfasst das Ermitteln des Kollisionsobjekts ein Entfernen von Tiefeninformation basierend auf den Klassifizierungsdaten, insbesondere dort, wo die Klassifizierungsdaten eine Zugehörigkeit zu Verpackungsmaterial angeben bzw. wo Szenedaten als Verpackungsmaterial klassifiziert wurden bzw. klassifiziert sind.
Vorteilhafterweise können hierdurch in einigen Ausführungsformen für die Bahnplanung bzw. Bewegungsplanung relevante Objekte (besser) erkannt bzw. berücksichtigt werden. Somit kann in einigen Ausführungsformen eine Kollisionsprüfung verbessert werden, insbesondere kann in einigen Ausführungsformen das Risiko verringert werden, dass nicht alle relevanten Objekte bei der Kollisionsprüfung berücksichtigt werden, wie beispielsweise Objekte, die im Behälter zwar vorhanden sind, aber von der Objekterkennung nicht erkannt werden, beispielsweise wegen einer teilweisen oder abschnittsweisen Überdeckung mit Verpackungsmaterial, so dass es vorteilhafterweise in Ausführungen zu wenig(er) Kollisionen mit diesen Objekten kommen kann, als bei Verfahren des Stands der Technik.
In einer Ausführung wird das Klassifizieren pixelweise und/oder abschnittsweise anhand der Szenedaten, insbesondere anhand der Farbinformation der Szenedaten, durchgeführt, wobei die Farbinformation der Szenedaten einem 2D Bild der Szene entspricht oder wobei die Farbinformation der jeweiligen Tiefeninformation zugeordnet ist.
Vorteilhafterweise kann hierdurch ermöglicht werden, dass Verpackungsmaterial leichter erkannt werden kann bzw. klassifiziert werden kann. Hierdurch kann ferner ermöglicht werden, dass die Szenedaten leicht(er) gefiltert, insbesondere segmentiert werden können.
Darüber hinaus kann die Segmentierung des Verpackungsmaterials in Ausführungen vorteilhafterweise auch den Objekterkennungsalgorithmen zugutekommen, die insbesondere die Position der Objekte im Behälter schätzen (müssen). Diese Algorithmen enthalten in Ausführungen einen abschließenden Schritt zur Lagekorrektur, der das Objektmodell (CAD und/oder Punktwolke) geometrisch an der durch die Szenedaten repräsentierten Szene, insbesondere Punktwolke, ausrichtet. Wenn die Objekte in einer Ausführung im Kollisionsobjekt bereits vom
Verpackungsmaterial segmentiert sind bzw. das Kollisionsobjekt (nur noch) Szenedaten aufweist, die nicht als Verpackungsmaterial klassifiziert wurden, werden dadurch falsche Punktzuordnungen zwischen dem Modell des bekannten Objekts und dem Verpackungsmaterial in der Szene (vorteilhafterweise) verringert bzw. vermieden.
In einer Ausführung basiert das Entfernen der Tiefeninformation auf einer Abbildung (englisch: „mapping“) von 2D Daten auf 3D Daten der Szenedaten, insbesondere von 2D Farbinformation auf 3D Tiefeninformation bzw. Punktewolke, insbesondere sofern es sich bei der Farbinformation um 2D Information bzw. 2D Daten handelt. In einer Ausführung kann das Klassifizieren pixelweise und/oder abschnittsweise anhand von 2D Farbinformation der Szenedaten durchgeführt werden. Die Abbildung von 2D Daten auf 3D Tiefeninformation bzw. Punktewolke kann in einer Ausführung auf intrinsischen Parametern der Kamera, wie insbesondere Brennweite, Blende, Sichtfeld, Auflösung oder entsprechende Kameraparameter, und/oder extrinsischer Parameter der Kamera, wie insbesondere Lage und/oder Orientierung oder dergleichen, beruhen.
Hierdurch kann in einigen Ausführungen ermöglicht werden, dass Verpackungsmaterial bzw. als Verpackungsmaterial klassifizierte Bereiche in der 2D Farbinformation (vorteilhafterweise) aus der Tiefeninformation der Szene entfernt werden können, so dass ein ermitteltes Kollisionsobjekt (, zumindest im Wesentlichen, nur noch) Tiefeninformation aufweist, die bekannten Objekten und/oder unbekannten Objekten zugeordnet werden kann bzw. ist.
In einigen Ausführungen kann die Punktwolke (vorteilhafterweise) auch Objekte enthalten, die nicht vorgesehen wurden, wie insbesondere ein zufälliges Objekt, das (von jemandem) im Behälter hinterlassen wurde. Weiter vorteilhafterweise ist das hierin beschriebene Verfahren in Ausführungen auf verschiedene, insbesondere alle, Objekte im Behälter anwendbar sind, wie insbesondere verschiedene Fische in großer Vielfalt oder andere Objekte mit entsprechender Vielfalt.
Anhand Farbinformation kann in einer Ausführung zuverlässig(er) auf Verpackungsmaterial hin gefiltert werden, so dass ein Kollisionsobjekt, zumindest im Wesentlichen, nur Objekte enthält die entweder bekannt sind, wie insbesondere ein Behälter, in dem sich die Objekte und das Verpackungsmaterial befindet, Teile des
Roboters, wie insbesondere der Greifer, insbesondere in Abhängigkeit der Anbringung der Kamera, und/oder zu greifende Objekte oder Objekte, die zu greifen sind, aber (noch) nicht bekannt.
In einer Ausführung kann hierdurch ermöglicht werden, dass eine Griffposition robust(er) ermittelt werden kann bzw. ist, insbesondere bei unterschiedlichen Objekten im Behälter.
In einer Ausführung wird das Klassifizieren der Szenedaten mittels Convolutional Neural Network (CNN) durchgeführt. Hierdurch kann in einer Ausführung ermöglicht werden, dass das Klassifizieren schnell(er) durchgeführt werden kann, insbesondere weil das CNN (nur) in der Lage sein muss, eine Klasse zu detektieren bzw. zu klassifizieren.
Vorteilhafterweise ist in Ausführungen ein Training des CNNs vergleichsweise einfach(er), weil insbesondere nur eine Klasse erkannt bzw. klassifiziert wird bzw. werden muss, nämlich das Verpackungsmaterial, wie insbesondere Eis, Holzspäne oder Kunststoffmaterial, wie insbesondere Verpackungschips wie Styroporflocken oder dergleichen.
In einer Ausführung basiert das Ermitteln von Griffpositionsdaten und/oder Bewegungsdaten zusätzlich auf bekannten Objekten in der Szene, insbesondere auf einem CAD Modell des zu greifenden Objekts und/oder auf einem CAD-Modell des Behälters, in dem sich die Objekte und das Verpackungsmaterial befinden.
Hierdurch kann vorteilhafterweise in einer Ausführung ermöglicht werden, dass die Griffpositionsdaten robust(er) ermittelt werden bzw. sind.
In einer Ausführung ist die Kamera am Greifroboter befestigt und/oder die Kamera ist unabhängig vom Greifroboter, insbesondere mit Blick auf die Szene, befestigt. In einer Ausführung kann eine erste Kamera und eine zweite Kamera, insbesondere eine zweite Kamera, die sich von der ersten Kamera unterscheidet, zum Ermitteln der Szenedaten verwendet werden. In einer Ausführung können die von der ersten und der zweiten Kamera ermittelten ersten Szenedaten und zweiten Szenedaten fusioniert
werden zu Szenedaten, die dann, wie hierin beschrieben, weiterverarbeitet werden können bzw. werden.
Hierdurch kann vorteilhafterweise in einer Ausführung ermöglicht werden, dass Szenedaten robust(er) ermittelt werden bzw. sind.
In einer Ausführung der vorliegenden Erfindung wird ein System zum Betreiben wenigstens eines Roboters bereitgestellt. In einer Ausführung ist das System zum Durchführen eines hierin beschriebenen Verfahrens eingerichtet. In einer Ausführung weist das System wenigstens eine Kamera, insbesondere eine RGBD Kamera, und wenigstens einen Greifroboter auf. In einer Ausführung weist das System und/oder seine Mittel, ferner Mittel zum Ermitteln von Szenedaten einer Szene auf. In einer Ausführung weist das System und/oder seine Mittel, Mittel zum Klassifizieren der Szenedaten auf, insbesondere zum Ermitteln von Klassifizierungsdaten. In einer Ausführung weist das System und/oder seine Mittel, Mittel zum Ermitteln eines Kollisionsobjekts auf. In einer Ausführung weist das System und/oder seine Mittel, Mittel zum Ermitteln von Griffpositionsdaten und/oder Bewegungsdaten auf.
Vorteilhafterweise kann hierdurch in einer Ausführung ermöglicht werden, dass eine Griffposition ermittelt wird, die nach Verfahren des Stands der Technik als kollisionsbehaftet eingestuft werden würde, ermittelt werden kann. Insbesondere kann ein Greifer des Greifroboters in einer Ausführung vorteilhafterweise in das Verpackungsmaterial eindringen, insbesondere eine vergleichsweise bessere Griffposition ermittelt werden.
Ein System und/oder ein Mittel im Sinne der vorliegenden Erfindung kann hard- und/oder softwaretechnisch ausgebildet sein, insbesondere wenigstens eine, vorzugsweise mit einem Speicher- und/oder Bussystem daten- bzw. signalverbundene, insbesondere digitale, Verarbeitungs-, insbesondere Mikroprozessoreinheit (CPU), Graphikkarte (GPU) oder dergleichen, und/oder ein oder mehrere Programme oder Programmmodule aufweisen. Die Verarbeitungseinheit kann dazu ausgebildet sein, Befehle, die als ein in einem Speichersystem abgelegtes Programm implementiert sind, abzuarbeiten, Eingangssignale von einem Datenbus zu erfassen und/oder Ausgangssignale an einen Datenbus abzugeben. Ein Speichersystem kann ein oder mehrere,
insbesondere verschiedene, Speichermedien, insbesondere optische, magnetische, Festkörper- und/oder andere nicht-flüchtige Medien aufweisen. Das Programm kann derart beschaffen sein, dass es die hier beschriebenen Verfahren verkörpert bzw. auszuführen imstande ist, sodass die Verarbeitungseinheit die Schritte solcher Verfahren ausführen kann und damit insbesondere den Roboter betreiben kann.
Ein Computerprogrammprodukt kann in einer Ausführung ein, insbesondere computerlesbares und/oder nicht-flüchtiges, Speichermedium zum Speichern eines Programms bzw. von Anweisungen bzw. mit einem darauf gespeicherten Programm bzw. mit darauf gespeicherten Anweisungen aufweisen, insbesondere sein. In einer Ausführung veranlasst ein Ausführen dieses Programms bzw. dieser Anweisungen durch ein System bzw. eine Steuerung, insbesondere einen Computer oder eine Anordnung von mehreren Computern, das System bzw. die Steuerung, insbesondere den bzw. die Computer, dazu, ein hier beschriebenes Verfahren bzw. einen oder mehrere seiner Schritte auszuführen, bzw. sind das Programm bzw. die Anweisungen hierzu eingerichtet.
In einer Ausführung werden ein oder mehrere, insbesondere alle, Schritte des Verfahrens vollständig oder teilweise automatisiert durchgeführt, insbesondere durch die Steuerung bzw. ihr(e) Mittel.
Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen und den Ausführungsbeispielen. Hierzu zeigt, teilweise schematisiert:
Fig. 1 : ein System nach einer Ausführung der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 Szenedaten gemäß einer Ausführung;
Fig. 3 Klassifizierungsdaten gemäß einer Ausführung;
Fig. 4 ein Kollisionsobjekt gemäß einer Ausführung; und
Fig. 5: ein Verfahren in einer Blockdiagrammdarstellung gemäß einer Ausführung der vorliegenden Erfindung.
Figur 1 zeigt schematisch ein System 1 mit einem beispielhaften Greifroboter 2, 3, der einen Greifer 3 aufweist. Der Greifer 3 ist in Figur 1 schematisch mit zwei Fingern dargestellt, kann in Ausführungen aber mehr Finger aufweisen oder eine andere Art von Greifvorrichtung, die zum Greifen, insbesondere Aufnehmen, von Objekten eingerichtet ist. Ferner ist eine Szene 10 dargestellt, die schematisch bekannte Objekte 5 in einem Behälter 6 zeigt. Eine Kamera 4 ist dazu eingerichtet, die Szene 10 zu erfassen, insbesondere zum Ermitteln von Szenedaten. Hierzu ist die Kamera 4 in der beispielhaften Darstellung von Figur 1 unabhängig vom Greifroboter 2, 3 angebracht und mit einer Verarbeitungseinheit 7 in Datenkommunikation verbunden, die wiederum mit dem Roboter 2, 3 in Datenkommunikation verbunden ist. In Ausführungen kann die Verarbeitungseinheit 7 in die Kamera 4 und/oder den Roboter 2, 3 integriert sein. Die Objekte 5 im Behälter 6 sind in Verpackungsmaterial 8 eingebettet (hier nicht dargestellt).
Figur 2 zeigt schematisch ein Szene 10 in einer Draufsicht, wie sie insbesondere von einer Kamera 4, wie insbesondere in Figur 1 gezeigt, aufgenommen werden kann. Der Behälter 6 ist in Figur 2 nicht dargestellt. Die Szenedaten, die die Szene 10 beschreiben, umfassen Tiefeninformation und Farbinformation, wie hier durch weiß eingefärbte Objekte 5 und schwarz eingefärbtes Verpackungsmaterial dargestellt. Ferner ist in Figur 2 beispielhaft dargestellt, dass die Objekte 5 zumindest teilweise von Verpackungsmaterial 8 bedeckt sind, bzw. in diesem eingebettet. Das Verpackungsmaterial 8 ist hierin vereinfacht kreisförmig dargestellt, kann in Ausführungen aber beliebige und insbesondere verschiedene Formen haben bzw. annehmen, es kann sich insbesondere um Eis, Verpackungsmaterial aus Kunststoff, Verpackungsmaterial aus Naturmaterialien, wie insbesondere Holz, Papier, Pappe oder Zellulose, etc. handeln. Ferner ist in Figur 2 ein unbekanntes Objekt 9 gezeigt, das beispielsweise versehentlich im Behälter 6 hinterlassen wurde.
In Figur 3 ist dieselbe Szene 10 wie in Figur 2 gezeigt, mit dem Unterschied, dass das Verpackungsmaterial 8 in der Szene 10 ermittelt, insbesondere klassifiziert, wurde. Entsprechend sind in Figur 3 Klassifizierungsdaten dargestellt, die eine Zugehörigkeit zu Verpackungsmaterial beschreiben. Dies ist durch die Strichelung des Verpackungsmaterials 8 angedeutet. Die Klassifizierung kann in Ausführungen anhand der Farbe des Verpackungsmaterials 8 vorgenommen werden, oder anhand anderer Kriterien, die das Verpackungsmaterial 8 charakterisieren. Das unbekannte
Objekt 9 ist nicht als Verpackungsmaterial 8 klassifiziert, weil es insbesondere nicht die Eigenschaften, insbesondere eine charakteristische Eigenschaft, des Verpackungsmaterials 8 aufweist, wie insbesondere eine bestimmte (vorbekannte) Farbe und/oder (vorbekannte) Form.
In Figur 4 ist schematisch dieselbe Szene 10 wie in Figur 1 oder Figur 2 dargestellt, mit dem Unterschied, dass Figur 5 ein Kollisionsobjekt, das Filtern, insbesondere Segmentieren der Szenedaten, basierend auf den Klassifizierungsdaten ermittelt wurde. Ferner ist eine ermittelte Griffposition 11 gezeigt, die von Griffpositionsdaten beschrieben wird bzw. ist. Ferner ist eine Griffposition 1 T am unbekannten Objekt 9 beispielhaft gezeigt, die basierend auf dem Kollisionsobjekt ermittelt wurde. Hierbei ist beispielhaft zu erkennen, dass die Griffposition 11 ‘ an einer Stelle am unbekannten Objekt 9 angesetzt ist, die von Verpackungsmaterial 8 verdeckt ist. Eine derartige Griffposition 11‘ hätte mit den im Stand der Technik üblichen Verfahren eine Kollision ergeben und wäre somit nicht geplant worden.
In Figur 5 ist schematisch ein Verfahren 20 nach einer Ausführung als Blockdiagramm dargestellt. Das Ermitteln von Szenedaten S10 wird insbesondere mittels einer Kamera vorgenommen, die auf eine Szene gerichtet ist, wobei die Szene in Ausführungen zu greifende Objekte mit bzw. in Verpackungsmaterial umfasst. Anhand der ermittelten Szenedaten werden Klassifizierungsdaten ermittelt S12, die eine Zugehörigkeit der ermittelten Szenedaten zu Verpackungsmaterial beschreiben. Mit S14 ist beispielhaft ein Ermitteln eines Kollisionsobjekts dargestellt, das basierend auf den ermittelten Klassifizierungsdaten anhand der ermittelten Szenedaten ermittelt wird. S16 stellt ein Ermitteln von Griffpositionsdaten und/oder Bewegungsdaten dar, die basierend auf dem ermittelten Kollisionsobjekt ermittelt werden. Das Verfahren 20 kann ferner einen Schritt S18 umfassen, der in Figur 5 gestrichelt dargestellt ist, wobei S18 ein Greifen basierend auf den ermittelten Griffpositionsdaten und/oder ein Bewegen basierend auf den ermittelten Bewegungsdaten des Roboters beispielhaft darstellt.
Obwohl in der vorhergehenden Beschreibung exemplarische Ausführungen erläutert wurden, sei darauf hingewiesen, dass eine Vielzahl von Abwandlungen möglich ist. Außerdem sei darauf hingewiesen, dass es sich bei den exemplarischen Ausführungen lediglich um Beispiele handelt, die den Schutzbereich, die
Anwendungen und den Aufbau in keiner Weise einschränken sollen. Vielmehr wird dem Fachmann durch die vorausgehende Beschreibung ein Leitfaden für die Umsetzung von mindestens einer exemplarischen Ausführung gegeben, wobei diverse Änderungen, insbesondere in Hinblick auf die Funktion und Anordnung der beschriebenen Bestandteile, vorgenommen werden können, ohne den Schutzbereich zu verlassen, wie er sich aus den Ansprüchen und diesen äquivalenten Merkmalskombinationen ergibt.
Bezuqszeichenliste
1 System
2 Greifroboter
3 Greifer des Greifroboters
4 Kamera
5 Bekannte Objekte
6 Behälter
7 Verarbeitungseinheit
8 Verpackungsmaterial
9 Unbekanntes Objekt
10 Szene
11 Griffposition am bekannten Objekt
11 ‘ Griffposition am unbekannten Objekt
20 Verfahren
S10 Ermitteln von Szenedaten
S12 Ermitteln von Klassifizierungsdaten
S14 Ermitteln eines Kollisionsobjekts
S16 Ermitteln von Griffpositionsdaten und/oder Ermitteln von Bewegungsdaten
S18 Greifen und/oder Bewegen des Greifroboters