Beschreibung
Verfahren und Vorrichtung zum Betreiben einer Brennkraftmaschine
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Betreiben einer Brennkraftmaschine, bei der als Brennstoff ein brennbares Gas, insbesondere Wasserstoff, verwendet wird. Das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die Vorrichtung zeichnen sich durch eine besonders hohe Betriebssicherheit beim Betrieb der Brennkraftmaschine aus. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Computerprogrammprodukt sowie eine Brennkraftmaschine, die dazu ausgebildet sind, das erfindungsgemäße Verfahren zu nutzen bzw. auszuführen.
Stand der Technik
Aus der nachveröffentlichten DE 10 2021 210 001 A1 der Anmelderin ist ein Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine bekannt, bei der als Brennstoff ein brennbares Gas, insbesondere Wasserstoff oder Erdgas verwendet wird. Zur Erhöhung der Effizienz eines im Abgasstrang angeordneten Abgasturboladers weist das bekannte Verfahren die Möglichkeit auf, in dem Abgasstrang vor dem Abgasturbolader zusätzlich noch unverbranntes Gas einzublasen.
Weiterhin ist es im Zusammenhang mit der sogenannten Sekundärlufteinblasung (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sekund%C3%A4rluftsystem) bekannt, Luft in einen Abgaskrümmer einzublasen. Dadurch trifft die Luft auf unverbrannten Kraftstoff, worauf dieser im Abgastrakt abbrennt. Die Sekundärlufteinblasung dient der Reduktion von Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden im Abgas.
Offenbarung der Erfindung
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 hat den Vorteil, dass es eine einen Grenzwert überschreitende Konzentration des brennbaren Gases im Abgasstrang vermeidet und somit insbesondere eine Beschädigung von Teilen der Brennkraftmaschine durch eine unkontrollierte Verbrennung von unverbranntem Brennstoff im Abgasstrang vermeidet. Weiterhin lassen sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren auch beispielsweise gesetzlich geforderte Grenzwerte von (unverbrannten) gasförmigen Stoffen im Abgasstrang vermeiden. Auch ermöglicht es die Erfindung, eine ggf. zu hohe Konzentration des gasförmigen Brennstoffs im Ansaugtrakt durch Absaugung von Brennstoff aus dem Bereich nahe einem Brennraumeinlass und Ansaugen von Frischluft zu reduzieren. Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, eine einen Grenzwert überschreitende Konzentration des gasförmigen Brennstoffs im Abgasstrang dadurch zu reduzieren, dass durch eine gezielte Einblasung von Luft in den Abgasstrang die Konzentration des brennbaren, unverbrannten Gases auf eine den Grenzwert unterschreitende Höhe reduziert wird.
Vor dem Hintergrund der obigen Erläuterungen sieht es daher ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben einer Brennkraftmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vor, dass die Brennkraftmaschine wenigstens einen Brennraum aufweist, sowie einen Ansaugtrakt und einen Abgasstrang für den wenigstens einen Brennraum, wobei als Brennstoff ein brennbares Gas, insbesondere Wasserstoff, verwendet wird, und wobei in Abhängigkeit eines Betriebszustands der Brennkraftmaschine und/oder im Abgasstrang erfassten, einen Grenzwert übersteigenden Konzentration des brennbaren Gases und/oder eines potentiell eine erhöhte Konzentration des brennbaren Gases verursachenden Betriebszustands der Brennkraftmaschine zusätzlich aus dem Ansaugtrakt angesaugte Luft zur Reduzierung der Konzentration des brennbaren Gases in den Abgasstrang eingeblasen wird, dass bei einer einen Grenzwert überschreitenden Konzentration des gasförmigen Brennstoffs im Ansaugtrakt die Konzentration des gasförmigen Brennstoffs im Ansaugtrakt durch Absaugung aus dem Ansaugtrakt und Einblasung in den Abgasstrang reduziert wird.
Vorteil hafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betreiben einer Brennkraftmaschine sind in den Unteransprüchen aufgeführt.
Grundsätzlich lässt sich das Verfahren in vorteilhafter Art und Weise auf unterschiedliche Betriebszustände der Brennkraftmaschine anwenden, bei denen potentiell die Gefahr einer zu hohen Konzentration von unverbranntem Brennstoff im Abgasstrang oder im Ansaugtrakt vorhanden ist. Vor diesem Hintergrund umfasst daher das erfindungsgemäße Verfahren Betriebszustände, die einen Motorstart und/oder eine Warmlaufphase der Brennkraftmaschine umfassen, wobei das Einblasen der Luft in den Abgasstrang spätestens zum Zeitpunkt des Motorstarts, gegebenenfalls bereits vor dem Motorstart stattfindet. Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass bei einem Motorstart, insbesondere bei kalter Brennkraftmaschine, eine relativ hohe Menge des brennbaren Gases in die Brennräume der Brennkraftmaschine eingeblasen wird. Wenn es zu Zündaussetzern während des Anlassprozesses kommt, z.B. wenn die Zündanlage defekt ist, würden bereits wenige nicht gezündete Ladungen ausreichen, um eine kritische Menge von unverbranntem Gas im Abgasstrang zu generieren.
Auch ist es denkbar, dass der betroffene Betriebszustand der Brennkraftmaschine ein Regelbetrieb der Brennkraftmaschine ist, wenn während des Regelbetriebs eine Funktionsstörung detektiert wird, die zu einer erhöhten Konzentration von unverbranntem Gas im Abgasstrang führen kann.
Zuletzt ist es auch denkbar, dass der Betriebszustand ein Motorstopp der Brennkraftmaschine ist, wobei das Einblasen der Luft in den Abgasstrang über einen vorgegebenen Zeitraum nach dem Motorstopp erfolgt.
Zur Optimierung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es darüber hinaus vorgesehen, dass die Menge der pro Zeiteinheit in den Abgasstrang eingeblasene Luft in Abhängigkeit des Betriebszustands, von Umgebungsbedingungen (wie beispielweise der Temperatur) oder sonstigen Bedingungen variierbar ist bzw. angepasst wird.
Eine weitere Optimierung des Verfahrens sieht vor, dass in Abhängigkeit des erfassten Betriebszustands die Luft entweder aus einem luftfilternahen Bereich oder einem zylindernahen Bereich des Ansaugtrakts angesaugt wird.
Bevorzugt ist es darüber hinaus, wenn das Einblasen der Luft in einen zylindernahen Bereich des Abgasstrangs erfolgt. Dadurch wird eine gute Durchmischung bzw. Herabsetzung der Konzentration des Brenngases innerhalb des Abgasstrangs ermöglicht.
Weiterhin umfasst die Erfindung auch eine Vorrichtung zum Durchführen des soweit beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahrens, mit wenigstens einem Sensor, der dazu ausgebildet ist, eine Konzentration eines brennbaren Gases in einem Ansaugtrakt oder einem Abgasstrang einer Brennkraftmaschine zu detektieren, ersten Mitteln zur Entnahme von Luft aus dem Ansaugtrakt und zweiten Mitteln zum Einblasen der aus dem Ansaugtrakt entnommenen Luft in den Abgasstrang, und mit einem Steuergerät, das dazu ausgebildet ist, in Abhängigkeit der erfassten Konzentration des brennbaren Gases in dem Ansaugtrakt oder dem Abgasstrang und/oder eines potentiell eine erhöhte Konzentration des brennbaren Gases verursachenden Betriebszustands der Brennkraftmaschine die ersten Mittel und die zweiten Mittel anzusteuern.
Eine bevorzugte Weiterbildung der Vorrichtung sieht vor, dass die ersten Mittel zwei, an unterschiedlichen Stellen des Ansaugtrakts angeordnete Entnahmestellen für die Luft umfassen, sowie mit von dem Steuergerät ansteuerbaren Umschaltmitteln zur Entnahme der Luft aus den unterschiedlichen Entnahmestellen.
Bevorzugt ist darüber hinaus eine konstruktive Ausgestaltung, bei der die ersten Mittel eine von dem Steuergerät ansteuerbare Ansaugeinrichtung für Luft und die zweiten Mittel eine von dem Steuergerät ansteuerbare Ventileinrichtung umfassen.
Auch umfasst die Erfindung ein Computerprogrammprodukt, insbesondere ein Datenprogramm oder einen Datenträger oder ein in einer Steuereinrichtung abgespeichertes Datenprogramm, umfassend einen Algorithmus, der dazu
ausgebildet ist, wenigstens einen Schritt eines erfindungsgemäßen Verfahrens auszuführen.
Zuletzt umfasst die Erfindung auch eine Brennkraftmaschine, die ausgebildet ist, ein erfindungsgemäßes Verfahren durchzuführen oder eine erfindungsgemäße Vorrichtung aufweist.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung sowie anhand der Zeichnungen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
In der einzigen Fig. 1 der Zeichnung ist eine Brennkraftmaschine zum Betreiben mit einem gasförmigen Brennstoff in einer schematischen Darstellung gezeigt.
Ausführungsformen der Erfindung
In der Fig. 1 ist eine Brennkraftmaschine 100 stark vereinfacht dargestellt, die mittels eines brennbaren Gases, insbesondere mittels Wasserstoff, betrieben wird. Hierzu umfasst die Brennkraftmaschine 100 im Ausführungsbeispiel vier, in Reihenform angeordnete Zylinder 101 mit im Detail nicht gezeigten Brennräumen 102, die mit einem Ansaugtrakt 103 verbunden sind. Der Ansaugtrakt 103 umfasst ein Saugrohr 104, das über einen Luftfilter 105 Umgebungsluft ansaugt. Von dem Saugrohr 104 gehen Ansaugkrümmer 106 zu jeden der Zylinder 101 bzw. Brennräume aus.
Weiterhin umfasst die Brennkraftmaschine 100 einen Abgasstrang 110, der für jeden Zylinder 101 bzw. Brennraum 102 einen Abgaskrümmer 112 aufweist. Der Abgasstrang 110 leitet das Abgas über einen Katalysator 114 an die Umgebung ab.
Die Gemischbildung in den Brennräumen 102 der Zylinder 101 , d.h. das Zuführen und Mischen von Umgebungsluft mit dem brennbaren Gas
(insbesondere Wasserstoff) kann auf unterschiedliche, und daher nicht im Einzelnen dargestellte, an sich bekannte Art und Weise erfolgen. So kann das Gas beispielsweise entweder in das Saugrohr 104 eingegeben bzw. eingeblasen werden, oder aber unmittelbar in jeden Brennraum 102 des Zylinders 101 mittels eines dafür vorgesehenen, aus dem Stand der Technik bekannten Gasventils.
Darüber hinaus wird erwähnt, dass in dem Abgasstrang 110 auch beispielsweise ein Abgasturbolader angeordnet bzw. vorhanden sein kann. Hierzu wird auf die eingangs erwähnte DE 102021 210 001 A1 der Anmelderin verwiesen.
Weiterhin umfasst die Brennkraftmaschine 100 eine Vorrichtung 10, die dazu ausgebildet ist, eine gegebenenfalls im Abgasstrang 110 vorhandene zu hohe Konzentration von unverbranntem brennbaren Gases zu reduzieren, indem das brennbare Gas mit Umgebungsluft, im Folgenden lediglich als „Luft“ bezeichnet, verdünnt bzw. vermischt wird. Hierzu weist die Vorrichtung 10 einen Sensor 12 auf, der vorzugsweise im Abgasstrang 110 nahe dem Katalysator 114 angeordnet ist. Das Signal des Sensors 12 ist einem Steuergerät 15 als Eingangsgröße zuführbar. Alternativ oder ggf. zusätzlich ist es auch denkbar, dass der Sensor 12 entsprechend der gestrichelten Darstellung im Ansaugtrakt 103 nahe dem Luftfilter 105 angeordnet ist.
Weiterhin umfasst die Vorrichtung 10 erste Mittel 16, die dazu ausgebildet sind, Luft aus dem Ansaugtrakt 103 zu entnehmen. Hierzu sind zwei Varianten denkbar. So können die ersten Mittel 16 erste Entnahmestellen 18 aufweisen, die jeweils im Bereich eines Zylinders 101 , vorzugsweise im Bereich des jeweiligen Ansaugkrümmers 106, angeordnet sind. Die aus den ersten Entnahmestellen 18 entnommene Luft wird über eine Absaugleitung 21 über eine als Absaugeinrichtung dienende Sekundärluftpumpe 20 und unter Zwischenschaltung eines Rückschlagventils 22 und einer Umlenkklappe 24, die von dem Steuergerät 15 ansteuerbar ist, über zweite Mittel 25, die zumindest eine Ventileinrichtung 26 in Form eines Sekundärluftventils aufweisen, dem Abgasstrang 112 zugeführt. Hierzu dienen von einer Einblasleitung 27 abgehende Einblasstellen 28, die vorzugsweise im unmittelbaren Ausgangsbereich jedes Zylinders 101 bzw. Brennraums 102 im Bereich des Abgaskrümmers 112 angeordnet sind. Sowohl die Sekundärluftpumpe 20, als auch die Ventileinrichtung 28 sind dabei von dem Steuergerät 15 ansteuerbar.
Bevorzugt weisen die ersten Mittel 16 jedoch (lediglich) eine einzige zweite Entnahmestelle 34 auf, die Luft aus dem Bereich des Luftfilters 115 auf entnimmt und diese über eine zweite Absaugleitung 31 zur Umlenkklappe 24 zuführt. Das bedeutet, dass die oben erwähnten ersten Entnahmestellen 18 zusätzlich zu der zweiten Entnahmestelle 34 vorgesehen sein können. Für den Fall, dass lediglich die zweite Entnahmestelle 34 vorgesehen ist, kann selbstverständlich die Umlenkklappe 24 (sowie das Rückschlagventil 22) entfallen, sodass die zweite Absaugleitung 31 direkte Verbindung mit der Sekundärluftpumpe 20 hat.
Weiterhin ist wenigstens ein Drehzahlsensor 30 zur Erfassung der Motordrehzahl der Brennkraftmaschine 100 vorgesehen, deren Signal dem Steuergerät 15 als Eingangsgröße zugeführt wird. Weitere, nicht dargestellte Sensoren, beispielsweise Temperatursensoren, Klopfsensoren o.ä. können dazu dienen, insbesondere kritische Umgebungsbedingungen oder Betriebszustände der Brennkraftmaschine 100 zu erfassen, die potentiell zu einer erhöhten Konzentration von unverbranntem Gas im Abgasstrang 110 führen können. Auch die durch die erwähnten Sensoren erfassten Messgrößen werden dem Steuergerät 15 als Eingangsgröße zugeführt. Das Steuergerät 15 weist einen Algorithmus 35 zur bedarfsgerechten Ansteuerung der Sekundärluftpumpe 20 der Ventileinrichtung 26 sowie der Umlenkklappe 24 auf.
Das Einblasen von über die ersten Mittel 16 angesaugter Luft kann kontinuierlich beim Anlassen und beim Warmlauf der Brennkraftmaschine 100 erfolgen, um eine eventuell unvollständige Verbrennung durch Motorstart-Effekte (fettes Gemisch, Zündaussetzer, langes Anlassen beim kalten Motor etc.) zu entschärfen. Alternativ bzw. zusätzlich kann das Einblasen der Luft in den Abgasstrang 110 beim Erfassen von Störungen während des normalen Motorbetriebs erfolgen, wenn beispielsweise Zündaussetzer o.ä. entdeckt werden, die zu unverbranntem Gas (Wasserstoff) mit Potential zur Bildung der kritischen Konzentration im Abgasstrang 110 führen können. Alternativ oder zusätzlich kann die Einblasung der Luft in den Abgasstrang 110 auch beim Motorstopp erfolgen. Diese kann insbesondere auch über einen vorgegebene Zeitraum nach dem Motorstopp aktiv bleiben, um das brennbare Gas (Wasserstoff) beim sogenannten Purgen zu unterstützen. Beim Purgen erfolgt eine Reduktion des Drucks des brennbaren Gases im Einblassystem (z.B. im
Rail, in den Zuleitungen oder den Gasinjektoren), um im Einblassystem eingeschlossene Mengen des brennbaren Gases zu reduzieren.
Auch kann das Einblasen der Luft in den Abgasstrang 110 bei stehendem Motor aktiviert werden, um bei bestimmten Sondersituationen (z.B. interne Leckage der Gasinjektoren) den Abgasstrang 110 oder den Ansaugtrakt 103 (und eventuell andere Teile der Brennkraftmaschine 100) mit Umgebungsluft zu spülen um damit eine gefährlich hohe Konzentration des brennbares Gases zu vermeiden.
Vorzugsweise erfolgt die Entnahme der Luft über die zweite Entnahmestelle 34 nahe dem Luftfilter 105. Eine Entnahme der Luft über die ersten Entnahmestellen 18 kann in bestimmten Sonderfällen genutzt werden, beispielsweise beim Motorstopp oder während der Motor steht. Insbesondere lässt sich bei einer Entnahme im Bereich der ersten Entnahmestellen 18 einen ggf. vorhandene zu hohe Konzentration von brennbarem Gas im Ansaugtrakt 103 reduzieren. Über die Umlenkklappe 24, welche von der Steuereinrichtung 15 angesteuert wird, kann eine entsprechende Aktivierung erfolgen.
Das Ansteuern bzw. die Aktivierung der Sekundärluftpumpe 26 erfolgt ebenfalls über die Steuereinrichtung 15. Dabei wird die Menge der pro Zeiteinheit eingeblasenen bzw. angesaugten Luft betriebsabhängig gewählt.
Zusätzlich, in Betriebspunkten der Brennkraftmaschine 100 ohne Luftüberschuss, kann die Einblasung der Luft in den Abgasstrang 110 zum Abbrennen des Gases beitragen und somit evtl, zur Verringerung von NOx-Emissionen.
Wenn die Brennkraftmaschine 100 angelassen wird, insbesondere bei sehr kalter Brennkraftmaschine 100, wird eine relativ hohe Menge des brennbaren Gases in die Brennräume 102 der Zylinder 101 der Brennkraftmaschine 100 eingeblasen. Wenn es zu Zündaussetzern während des Anlassprozesses kommt, z.B. wenn die Zündanlage defekt ist, würden bereits wenige nicht gezündete Ladungen ausreichen, um eine kritische Menge von unverbranntem Gas im Abgasstrang 110 zu generieren. Daher kann das Einblasen von Luft in den Abgasstrang 110 bereits vor dem Motorstart, d.h. vor dem Aktivieren des Anlassers, erfolgen. Dies hat darüber hinaus den Vorteil, dass über das Steuergerät 15 bzw. die Motorsteuerung geprüft werden kann, ob die Vorrichtung 10 ordnungsgemäß
arbeitet. Sollte die Vorrichtung 10 defekt sein, kann die Motorsteuerung entscheiden, ob der Motorstart erlaubt oder nicht erlaubt werden soll. Weiterhin kann brennbares Gas, das durch interne Leckagen aus dem Einblassystem während dem Motorstillstand in dem Abgasstrang 110 sich evtl, gesammelt hat, aus dem Abgasstrang 110 gespült werden.
Während des (normalen) Motorbetriebs wird mittels des Sensors 12 die Konzentration des brennbaren Gases im Abgas erfasst. Beim Überschreiten eines Schwell- bzw. Grenzwerts aktiviert das Steuergerät 15 das Einblasen von Luft in den Abgasstrang 110. Insbesondere erkennt der Algorithmus 35 des Steuergeräts 15 Brennaussetzer, z.B. über die Diagnose der Zündung, die Diagnose des Motordrehzahlverlaufs etc. Bei längerem Vorhandensein von Bedingungen, aus denen geschlossen werden kann, dass die Verbrennung in den Brennräumen 102 der Zylinder 101 möglicherweise gestört ist, aktiviert das Steuergerät 15 die Lufteinblasung in den Abgasstrang 110. Diese Alternative kann unter Umständen auch ohne den Sensor 12 im Abgasstrang 110 auskommen.
Eine Verdünnung bzw. Reduzierung der Konzentration des brennbaren Gases (Wasserstoff) im Abgasstrang 110 mithilfe der Lufteinblasung kann einen Betrieb der Brennkraftmaschine 100 ermöglichen, auch wenn die Brennkraftmaschine 100 wiederholt Zündaussetzer hat. So kann die Brennkraftmaschine 100 für eine bestimmte Zeit mit aktivierter Lufteinblasung noch weiterlaufen, statt ausgeschaltet zu werden. Dies kann zu Verkehrssicherheit beitragen, den so kann das Fahrzeug aus einer Gefahrenzone wegbewegt werden.
Die soweit beschriebenen Verfahren bzw. die Vorrichtung 10 können in vielfältiger Art und Weise abgewandelt bzw. modifiziert werden, ohne vom Erfindungsgedanken abzuweichen. So wird insbesondere erwähnt, dass das Verfahren nicht auf die Verwendung von für Straßenfahrzeuge vorgesehene Brennkraftmaschinen 100 beschränkt sein soll. Vielmehr können auch stationäre Motoren oder Hybridmotoren, Bahnantriebe oder Blockheizkraftwerke mit einer entsprechenden Vorrichtung 10 ausgestattet bzw. nach einem soweit beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren betrieben werden.