Verfahren zum Betreiben einer Energiequelle
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Energiequelle an einem Aufstellort in einem Gebäude, wobei die Energiequelle dazu vorgesehen ist, das Gebäude mit Energie zu versorgen. Insbesondere soll ein thermisches Modell erzeugt werden, dass eine thermische Wechselwirkung zwischen der Energiequelle und dem Aufstellort im Gebäude beschreibt.
Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien wie zum Beispiel Strom aus Windkraft oder Sonnenenergie führt dazu, dass zu bestimmten Zeiten Strom aus solchen regenerativen Quellen im Überfluss vorhanden ist, während zu anderen Zeiten fossile Spitzenlastkraftwerke emissionsbelasteten Strom erzeugen müssen. Da das Speichern elektrischer Energie mit vielen technischen Hürden verbunden ist, hat sich das Bedürfnis entwickelt, den Verbrauch durch Endabnehmer entsprechend der Verfügbarkeit elektrischer Energie im Netz zu steuern, so dass bei Leistungsspitzen eine erhöhte Abnahme und bei Leistungstälern eine geringere Abnahme herbeigeführt werden kann.
Ähnlich verhält es sich bei Gebäuden (z.B. Wohnhäuser oder gewerbliche Gebäude) mit dezentralen Energiequellen, wie z.B. einer Brennstoffzelle, einer Photovolta ik-An läge (PV-Anlage) oder anderen Energiequellen, die z.B. elektrischen Strom liefern. Hierbei ist es oft wünschenswert, lokal erzeugte Energie lokal zu verbrauchen oder zu speichern und den Bezug von Energie aus einem öffentlichen Versorgungsnetz zu minimieren. Zum Speichern lokal erzeugter elektrischer Energie werden in der Regel Batteriespeicher verwendet, die bei einem Überangebot an lokal erzeugtem Strom Energie speichern und bei Bedarf durch lokale Verbraucher wieder abgeben.
Einen Speicher, mit dem elektrische Energie in ein Stromnetz eingespeist und aus diesem entnommen werden kann, offenbart beispielsweise die
DE 10 2010 001 874 Al. Der darin beschriebene Speicher umfasst eine Steuerung, mit der die Abgabe an das Stromnetz und die Aufnahme von Energie aus dem Stromnetz gesteuert wird. Mit solch einem Speicher kann Energie in Zeiten eines Überangebots aufgenommen werden und in Zeiten eines erhöhten Bedarfs wieder abgegeben werden. Entsprechend kann der Speicher zum Beispiel auch zum Glätten von Spannungsspitzen beziehungsweise Spannungstälern eingesetzt werden.
Ein solcher Batteriespeicher für ein Gebäude ist ein Beispiel für eine Energiequelle im Sinne der vorliegenden Erfindung. Insbesondere bei Batteriespeichern, aber auch bei anderen Energiequellen im Sinne der Erfindung, ist es wichtig, eine Innentemperatur bzw. Betriebstemperatur zu kennen bzw. vorauszusagen, da eine Abweichung der Betriebstemperatur von einem optimalen Temperaturbereich zu einer Leistungsreduktion der Energiequelle führen kann. Da aber die Umgebungsbedingungen der Energiequelle in der Regel nicht ausreichend bekannt sind, ist es schwierig Voraussagen über die Betriebstemperatur der Energiequelle zu machen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein verbessertes Verfahren zum Betreiben einer Energiequelle an einem Aufstellort anzugeben, das die oben genannten Probleme löst. Gemäß einem ersten Gesichtspunkt der Erfindung wird die Aufgabe durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Weitere Aspekte der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, den Figuren und der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen.
In der vorliegenden Beschreibung werden die Begriffe Energie und Leistung zum Teil synonym verwendet. Es versteht sich für den Fachmann, dass mit einer Leistungsaufnahme ein Energieverbrauch pro Zeit gemeint ist, und dass ein bestimmter Energieverbrauch als integrierte Leistungsaufnahme über einen bestimmten Zeitraum aufgefasst werden kann.
Eine Energiequelle im Sinne der Erfindung ist ein energietechnisches Endgerät bzw. eine Vorrichtung, die Energie an ein Gebäude bereitstellt, beispielsweise in Form von elektrischer Energie und/oder Wärme und/oder Kälte. Insbesondere kann die Energiequelle ein Batteriespeicher für ein Gebäude sein, der elektrische Energie speichert und diese zum Versorgen von Verbrauchern an ein Stromnetz im Gebäude abgeben kann. Eine Energiequelle im Sinne der Erfindung kann aber auch ein lokaler Energieerzeuger wie z.B. eine Brennstoffzelle, eine Wärmepumpe oder ein Wärmeerzeuger, wie z.B. ein Brennwertkessel, ein Blockheizkraftwerk oder dergleichen sein, wobei diese Aufzählung weder einschränkend zu verstehen ist noch vollständig ist.
Wenn im Folgenden auf „eine Energiequelle“ oder „die Energiequelle“ Bezug genommen wird, können damit mindestens ein Energiespeicher und/oder mindestens ein Energieerzeuger gemeint sein. Die mindestens eine Energiequelle kann Teil eines Energiesystems sein, das ferner ein internes Stromnetz, mindestens einen ans interne Stromnetz angeschlossenen Verbraucher, einen Netzanschlusspunkt und eine Regeleinrichtung umfasst.
Wenn in der vorliegenden Beschreibung oder den Ansprüchen von einem „Benutzer und/oder Betreiber“ der Energiequelle die Rede ist, so kann damit beispielsweise ein Endkunde, ein Installateur, ein Servicetechniker oder dergleichen gemeint sein.
Ein Aufstellort einer solchen Energiequelle befindet sich oft in einem Keller eines Gebäudes. Andere Aufstellorte sind ebenfalls möglich. Die genaue Geometrie, Wärmeleitfähigkeit, weitere Wärmequellen, Einfluss der Außentemperatur und dergleichen sind oft nicht genau bekannt bzw. schwierig zu ermitteln, so dass es in der Regel sehr aufwändig wäre, thermodynamische Eigenschaften des Aufstellorts adäquat zu berechnen und/oder zu modellieren. Es ist daher ein Ziel der Vorliegenden
Erfindung, ein Verfahren anzugeben zum Durchführen einer qualitativen und/oder quantitativen Bewertung des Aufstellorts hinsichtlich der thermodynamischen Eigenschaften. Der Zweck hierbei ist insbesondere eine Leistungsreduktion der Energiequelle, beispielsweise einen bei Batteriespeichern als thermisches Derating bezeichneten Effekt, zu vermeiden.
Ein Aufstellort kann beispielsweise anhand einer mittleren Raumtemperatur bewertet werden. Weitere Kriterien umfassen z.B. eine mögliche Wärmeabgabe an die Umgebung. Solche Eigenschaften können von vielen Parametern abhängen, wie z.B. die geometrischen Gegebenheiten, einschließlich einem Abstand zu Wänden und einer Decke des Raumes, dem Material der Wände und Decke, der Oberflächenbeschaffenheit der Wände und Decke usw.
Verschiedene Energiequellen arbeiten unterschiedlich effizient bei unterschiedlichen Temperaturen. Außerdem kann eine Alterung der Energiequelle von einer Innentemperatur bzw. einer Außentemperatur abhängig sein. Daher ist es wichtig, Zusammenhänge zwischen Innentemperatur bzw. Außentemperatur und einer Leistungsabgabe der Energiequelle berechnen zu können. Wenn die Energiequelle unter optimalen Bedingungen betrieben wird, können zudem Ressourcen und Kosten gespart werden.
Jede Energiequelle erzeugt in gewissem Grad auch Wärme und wechselwirkt mit Ihrer Umgebung am Aufstellort. Wärme kann über Strahlung, Wärmeleitung und/oder Konvektion übertragen werden. Diese Prozesse hängen von einer Vielzahl von Parametern ab, unter anderem Wärmeleitungskoeffizienten, Geometrie der Umgebung, Temperatur der Umgebung usw. Schon aufgrund der Vielzahl an Variablen ist es schwierig, ein thermisches Modell für einen Aufstellort von Grund auf zu erzeugen.
Erfindungsgemäß soll ein thermisches Modell erzeugt werden, das eine thermische Wechselwirkung zwischen einer betrachteten Energiequelle und ihrem Aufstellort beschreibt. Hierzu wird eine Vielzahl von Datensätzen einer Vielzahl gleichartiger Energiequellen erfasst und statistisch ausgewertet. Jeder Datensatz kann eine Vielzahl von Temperaturmesswerten umfassen, die beispielsweise durch eine Vielzahl von Temperatursensoren an einer Vielzahl verschiedener Position an und in einem Gehäuse der Energiequelle gemessen werden. Mit anderen Worten, es soll eine Big- Data-Analyse von Messwerten einer Vielzahl im Betrieb befindlicher Vorrichtungen durchgeführt werden, um den thermischen Einfluss der Umgebung bzw. des Aufstellorts zu bestimmen.
Um das thermische Modell zu erzeugen wird eine statistische Auswertung der Vielzahl von Datensätzen durchgeführt. Beispielsweise kann eine Regressionsanalyse durchgeführt werden. Insbesondere kann das statistische Auswerten ein Durchführen einer linearen Regression umfassen. Anhand des erzeugten thermischen Modells kann dann der Aufstellort einer einzelnen Energiequelle bewertet werden. Hierzu werden Datensätze der einzelnen Energiequelle mit dem thermischen Modell verglichen und eine Abweichung ermittelt. In Abhängigkeit der Abweichung kann ein Signal ausgegeben werden.
Vorzugsweise kann jeder Datensatz einen zeitlichen Verlauf einer Innentemperatur der jeweiligen Energiequelle und einen zeitlichen Verlauf einer Außentemperatur der jeweiligen Energiequelle umfassen. Die Begriffe Innentemperatur und Außentemperatur können beispielsweise relativ zu einem Gehäuse der Energiequelle verstanden werden. Insbesondere wird eine Innentemperatur an mindestens einer Position in einem Batteriestack (Stapel) eines Batteriespeichers gemessen. Die Außentemperatur wird vorzugsweise am oder in der Nähe des Gehäuses gemessen. Auch eine an einer Innenseite eines Gehäuses gemessene Temperatur kann als Außentemperatur bezeichnet werden. Das Messen an der Innenseite hat den Vorteil,
dass der entsprechende Temperatursensor von Außeneinflüssen geschützt im Inneren des Gehäuses angeordnet werden kann. Alternativ kann die Außentemperatur an einer Außenseite des Gehäuses gemessen werden. Wenn das Gehäuse beispielsweise aus einem dünnen Metallblech gefertigt ist, kann der Unterschied zwischen einer Messung an der Innenseite zur Messung an der Außenseite sehr gering bzw. vernachlässigbar sein.
Die Datensätze können in Abhängigkeit der Innentemperatur und der Außentemperatur ausgewertet werden. Bei Vorliegen von Messwerten zur Innentemperatur und Außentemperatur kann insbesondere ein Temperaturgradient von innen nach außen bestimmt werden. So kann beispielsweise ermittelt werden, ob die Umgebung der Energiequelle eine Kühlung bewirken kann, bzw. wie effizient der Effekt des Kühlens ist.
Vorzugsweise umfasst jeder Datensatz geographische Informationen und/oder Wetterinformationen des Aufstellorts. Die geographischen Informationen können beispielsweise als GPS-Koordinaten oder ähnliches im Datensatz gespeichert sein. Die geographischen Informationen dienen insbesondere zum Auswählen einer Gruppe gleichartiger Energiequellen in ähnlichen klimatischen Verhältnissen, damit das thermische Modell für alle Energiequellen möglichst genau ist, denn auch äußere Parameter der Umgebung des Gebäudes, wie z.B. eine Außentemperatur des Gebäudes können einen Einfluss auf die Temperatur in und/oder an der Energiequelle haben. Die geographischen Informationen können vorzugsweise auch eine geodätische Höhe umfassen.
Auch Wetterinformationen können vorzugsweise genutzt werden, um Datensätze mit ähnlichen klimatischen Bedingungen für das Erzeugen des thermischen Modells auszuwählen. Die Datensätze können dann entsprechend in Abhängigkeit der
geographischen Informationen und/oder der Wetterinformationen ausgewertet werden.
Das thermische Modell beschreibt vorzugsweise einen Wärmedurchgangswiderstand der Energiequelle und/oder einen Wärmeübergangswiderstand der Energiequelle und/oder eine Wärmekapazität der Energiequelle. Diese Parameter können die thermodynamische Wechselwirkung der Energiequelle mit dem Aufstellort beschreiben und ermöglichen in vorteilhafter Weise eine Vorhersage der Innentemperatur der Energiequelle in Abhängigkeit einer abgegebenen und/oder aufgenommenen Leistung.
Das Erzeugen eines thermischen Modells für eine einzelne Energiequelle ist sehr aufwändig und kann nur den Tagesverlauf einer einzelnen Anlage beschreiben. Erst durch das Auswerten einer Vielzahl von Datensätzen einer Vielzahl gleichartiger Energiequellen mit unterschiedlichen Randbedingungen ermöglicht das Erzeugen eines parametrierten thermischen Modells unter allen Betriebszuständen. Mittlere Modellparameter für Startwerte der Parameteridentifikation Energiequelle können mittels der Methode kleinster Fehlerquadrate erzeugt werden.
Ohne das Wissen über das Verhalten anderer Energiequellen, insbesondere von Energiequellen mit unterschiedlichem Alter können keine Rückschlüsse auf die betrachtete Energiequelle geschlossen werden. Die unterschiedlichen Alter der Energiequellen erlaubt z.B. die Lebensdauer, Batteriealterung usw. beim Auswerten zu berücksichtigen.
Das Auswerten einer Vielzahl von Datensätzen ermöglicht zudem das Erkennen geographischer Gegebenheiten. Energiequellen in unterschiedlichen geographischen Regionen werden unter andere Umgebungsbedingungen betrieben, z.B. aufgrund abweichender Wetter- und Klimabedingungen. Auch solche Abweichungen können nur
durch Auswerten einer großen Menge von Datensätzen einer Vielzahl von Energiequellen identifiziert werden
In einer bevorzugten Ausführung sind die Energiequellen jeweils Batteriespeicher zum Speichern und Bereitstellen elektrischer Energie in einem Haushalt. Entsprechend wird die Außentemperatur jeweils vorzugsweise von einem Sensor an einem Gehäuse des Batteriespeichers gemessen. Die Innentemperatur wird jeweils vorzugweise von einer Vielzahl von Sensoren im Inneren des Batteriespeichers gemessen.
Vorzugsweise umfasst jeder Datensatz einen zeitlichen Verlauf einer jeweils abgegebenen Leistung der Energiequelle, insbesondere einer elektrischen Leistung der Energiequelle. Entsprechend können die Datensätze in Abhängigkeit der abgegebenen elektrischen Leistung ausgewertet werden. Da die Leistungsabgabe der Energiequelle in Abhängigkeit einer Betriebstemperatur der Energiequelle, insbesondere in Relation zu einem optimalen Bereich der Betriebstemperatur, beispielsweise durch eine Regeleinrichtung der Energiequelle reduziert werden kann, ist die gemessene Leistungsabgabe ein guter Indikator für einen Verlauf der Betriebstemperatur. So könnte sogar ohne Messung von Temperaturwerten ein thermisches Modell erzeugt werden. Wenn sowohl Temperaturmesswerte als auch Leistungsmesswerte vorliegen, so ist es möglich, Rückschlüsse über Eigenschaften wie z.B. den Wärmedurchgangswiderstand der Energiequelle und/oder den Wärmeübergangswiderstand der Energiequelle und/oder die Wärmekapazität der Energiequelle zu ziehen.
Vorzugsweise beschreibt das thermische Modell eine Abhängigkeit eines Ladezustands und/oder einer Batteriealterung des Batteriespeichers von der Innentemperatur und/oder der Außentemperatur. Ziel des Verfahrens ist es, eine Abnahme der Leistungsfähigkeit des Batteriespeichers zu verhindern. Das bedeutet, dass der Betrieb des Batteriespeichers vorzugsweise so geregelt wird, dass die
Innentemperatur und/oder der Außentemperatur in einem Bereich bleiben, der keinen bzw. einen möglichst geringen negativen Effekt auf den Ladezustand und/oder die Batteriealterung des Batteriespeichers hat.
Die Ausgabe des Signals kann auf verschiedene Weise erfolgen. Insbesondere kann das Signal in Form einer Nachricht an ein Endgerät eines Benutzers und/oder Betreibers der Energiequelle übertragen werden. Zusätzlich oder alternativ kann das Signal als Hinweis auf einer Anzeigeeinrichtung an der Energiequelle oder in der Nähe der Energiequelle angezeigt werden. Weiter zusätzlich oder alternativ kann es sich bei dem Signal um ein Regelsignal oder Steuersignal handeln, dass von einer Regeleinrichtung der Energiequelle oder einer Regeleinrichtung eines Energiesystems des Gebäudes an die Energiequelle ausgegeben wird, insbesondere um einen regelungstechnischen Eingriff vorzunehmen.
Vorzugsweise kann das ausgegebene Signal mindestens eine Anweisung zum Verringern einer maximalen Ausgangsleistung des einzelnen Batteriespeichers umfassen. Hierdurch kann insbesondere die Innentemperatur und/oder die Außentemperatur der Energiequelle verringert werden, bzw. es kann ein weiteres Ansteigen vermieden werden. Insbesondere wird vermieden, dass die Innentemperatur und/oder die Außentemperatur der Energiequelle über eine vorgegebene Grenztemperatur steigen. Somit kann ein Leistungsverlust aufgrund einer zu hohen Temperatur verhindert werden. Die verringerte maximale Ausgangsleistung kann in vorteilhafter Weise größer sein als eine aufgrund zu hoher Temperatur begrenzte Ausgangsleistung des Batteriespeichers sein.
Eine oben beschriebene frühzeitige präventive Leistungsreduzierung der Energiequelle, insbesondere des Energiespeichers, kann über einen betrachteten Zeitraum in vorteilhafter Weise zu einer höheren Energiespeicherung bzw. zu einem höheren Energietransfer führen, im Vergleich zu einem Fall, dass keine präventive
Leistungsreduzierung durchgeführt wird. Bei herkömmlichen Verfahren wird die Leistungsreduzierung erst bei Erreichen einer Grenztemperatur durchgeführt, so dass dann die Leistungsreduzierung drastischer ausfällt gegenüber dem Verfahren der vorliegenden Erfindung. Gleiche bzw. ähnliche Verfahrensschritte können entsprechend für eine andersartige Energiequelle, wie z.B. eine Brennstoffzelle oder eine Wärmepumpe, umgesetzt werden.
Vorzugsweise kann das ausgegebene Signal eine Fehlermeldung an einen Benutzer und/oder Betreiber des Batteriespeichers umfassen. Insbesondere kann die Fehlermeldung auf ein mobiles Endgerät des Benutzers und/oder Betreibers ausgegeben werden.
Vorzugsweise kann das ausgegebene Signal eine Handlungsempfehlung an den Benutzer und/oder Betreiber des Batteriespeichers umfassen. Mögliche Handlungen sind beispielsweise: Bei einer für einen optimalen Betrieb des Batteriespeichers zu hoher Raumtemperatur am Aufstellort, kann eine Aufforderung zum Reduzieren der Raumtemperatur um einen bestimmten Wert ausgegeben werden. Entsprechend kann bei einer für einen optimalen Betrieb des Batteriespeichers zu niedriger Raumtemperatur am Aufstellort, eine Aufforderung zum Erhöhen der Raumtemperatur um einen bestimmten Wert ausgegeben werden. Werden thermische Barrieren in unmittelbarer Umgebung des Batteriespeichers erkannt, kann eine Aufforderung ausgegeben werden, die nähere Umgebung des Batteriespeichers von negativen Einflüssen zu befreien. Mögliche Ursachen für einen negativen Einfluss können beispielsweise andere Energiequellen, Möbelstücke wie Schränke oder dergleichen, Lagergut, etc. sein. Wird erkannt, dass die Raumtemperatur am Aufstellort in bestimmten Zeiten zwischen festen Uhrzeiten zu niedrig ist, kann eine Aufforderung ausgegeben werden, die Raumtemperatur für den optimalen Betrieb des Batteriespeichers in diesem Zeitraum um einige wenige Grad Celsius zu erhöhen.
Vorzugsweise kann das ausgegebene Signal mindestens eine Anweisung zum Durchführen eines regelungstechnischen Eingriffs an der einzelnen Energiequelle umfassen. Mögliche regelungstechnischen Eingriffe umfassen eine Reduzierung der Leistung der Energiequelle. Die Anweisung kann insbesondere an eine Regeleinrichtung der Energiequelle ausgegeben werden, welche die Regelung des Betriebszustands der Energiequelle entsprechend anpassen kann.
In einer bevorzugten Ausführung umfasst das Verfahren einen Schritt des Berechnens einer Vorhersage eines Datensatzes der einzelnen Energiequelle für einen vorgegebenen Zeitraum. In einem weiteren Schritt wird ein tatsächlicher Datensatz des vorgegebenen Zeitraums erfasst. Anschließen wird der vorhergesagte Datensatz mit dem tatsächlichen Datensatz verglichen und es kann eine Abweichung ermittelt werden. In Abhängigkeit der ermittelten Abweichung kann das thermische Modell angepasst werden. Auf diese Weise kann das thermische Modell für die einzelne Energiequelle iterativ verbessert werden, so dass genauere Vorhersagen getroffen werden können. Vorzugweise können diese Verfahrensschritte regelmäßig wiederholt werden, um das thermische Modell weiter zu verbessern.
Gemäß einer bevorzugten Ausführung umfasst das Verfahren einen Schritt des Übertragens der Vielzahl von Datensätzen der Vielzahl gleichartiger Energiequellen an eine Cloud oder einen Server. Die Cloud oder der Server können geographisch entfernt von der Vielzahl von Energiequellen angeordnet sein. Die Datensätze können in der Cloud bzw. in einer Speichereinrichtung des Servers gespeichert werden, um für eine Auswertung verwendet zu werden. Die Cloud oder der Server können die Datensätze auswerten, wobei die oben beschriebenen Berechnungen durchgeführt werden können.
Der Vorteil einer Cloud oder eines Servers, die oder der kommunikativ über ein Netzwerk und geeignete Schnittstellen mit der Vielzahl von Energiequellen verbunden
ist, liegt darin, dass Daten einer großen Anzahl von Energiequellen, die an verschiedensten Orten aufgestellt sein können, empfangen und ausgewertet werden können. Ferner können Verfahrensschritte der Auswertung und der mit den Daten ausgeführten Berechnungen zentral angepasst werden.
In Abhängigkeit der Ergebnisse der Berechnungen kann ein Signal durch die Cloud oder den Server ausgegeben werden, beispielsweise an ein mobiles Endgerät eines Benutzers oder Betreibers der Energiequelle. Das mobile Endgerät kann das Signal insbesondere über eine Internetverbindung empfangen.
Jede Energiequelle kann über eine geeignete Schnittstelle mit einem Netzwerk verbunden sein, beispielsweise über ein Gateway mit dem Internet, und kann Datensätze an einen Server oder eine Cloud übertragen bzw. vom Server oder der Cloud empfangen. Hierdurch kann eine Fernsteuerung, Fernwartung, Fernanalyse usw. der Energiequelle ermöglicht werden. Außerdem können hierdurch rechenintensive Prozesse (z.B. Algorithmen des maschinellen Lernens) und/oder das Speichern von großen Datenmengen an einen Server, ein Rechencluster oder eine Cloud ausgelagert werden. Ferner kann das Übertragen von Datensätzen über ein Kommunikationsnetz, zum Beispiel ein Mobilfunknetz, ein Telefonnetz, ein Intranet und/oder das Internet möglich sein.
Kurzbeschreibung der Figuren
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen werden nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels, auf welches die Erfindung jedoch nicht beschränkt ist, näher beschrieben.
Es zeigen schematisch:
Figur 1 Fig. 1 illustriert ein Gebäude mit einem Energiesystem.
Figur 2 Fig. 2 illustriert ein Verfahren gemäß einem Ausführungsbeispiel der
Erfindung.
Ausführliche Beschreibung der Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen
Bei der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder vergleichbare Komponenten.
Fig. 1 zeigt eine vereinfachte schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines Energiesystems 1 in einem Gebäude. Bei dem Gebäude kann es sich insbesondere um ein Wohngebäude oder ein Bürogebäude handeln. Das in Fig. 1 gezeigte Energiesystem 1 umfasst als erste Energiequelle für elektrischen Strom eine Photovoltaikanlage 3 (im Folgenden auch als PV-Anlage abgekürzt), die Strahlungsenergie von der Sonne in elektrische Energie umwandelt. Anstelle einer PV- Anlage oder zusätzlich zur PV-Anlage 3 kann das Energiesystem 1 andere (erneuerbare) Energiequellen aufweisen, wie zum Beispiel eine Windturbine, eine Brennstoffzelle, eine Wärmepumpe, ein Blockheizkraftwerk und/oder einen Brennwertkessel.
Ein Wechselrichter (nicht dargestellt) wandelt den von der PV-Anlage 3 erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um und speist ihn in ein internes Stromnetz (nicht dargestellt) des Gebäudes ein. Am internen Stromnetz kann eine Vielzahl nicht dargestellter Verbraucher angeschlossen sein, die elektrische Energie verbrauchen. Ferner ist mindestens ein Batteriespeicher als Energiequelle 2 am Stromnetz
angeschlossen. Der Batteriespeicher 2 kann beispielsweise von der PV-Anlage 2 erzeugte oder von einem öffentlichen Stromnetz aufgenommene elektrische Energie speichern.
Der Batteriespeicher 2 umfasst einen Wechselrichter, der Wechselstrom aus dem öffentlichen Stromnetz zum Laden des Batteriespeichers 2 in Gleichstrom umwandeln kann. Ferner kann der Wechselrichter Gleichstrom vom Batteriespeicher 2 in Wechselstrom für das interne Stromnetz im Gebäude umwandeln. Zum Laden des Batteriespeichers 2 mit Energie von der PV-Anlage 3 kann auch eine direkte Stromleitung (nicht dargestellt) zwischen PV-Anlage 3 und Batteriespeicher 2 vorgesehen sein, so dass ein Wandeln zwischen Gleichstrom und Wechselstrom beim Laden des Batteriespeichers 2 entfallen kann.
Das Energiesystem 1 umfasst ferner eine Regeleinrichtung 10 zum Regeln und/oder Steuern der PV-Anlage 3, bzw. des Wechselrichters der PV-Anlage 3, und zum Regeln und/oder Steuern des Batteriespeichers 2, bzw. des Wechselrichters des Batteriespeichers. Gestrichelte Pfeile in Fig. 1 illustrieren Signalleitungen für Regel- und/oder Steuersignale bzw. Messsignale von Sensoren und dergleichen.
Das Energiesystem 1 umfasst einen Außentemperatursensor 4 zum Messen einer Außentemperatur des Gebäudes. Ferner kann eine Vielzahl von Temperatursensoren im Batteriespeicher 2 angeordnet sein. Die Regeleinrichtung 10 erfasst die Messsignale der Temperatursensoren und erzeugt regelmäßig Datensätze, die z.B. aktuelle Temperaturmesswerte sowie aktuelle Leistungswerte der Energiequellen 2, 3 enthalten. Die Regeleinrichtung 10 überträgt die Datensätze regelmäßig über eine geeignete Kommunikationsschnittstelle an eine Cloud 30 und/oder einen Server 20. Die Übertragung der Datensätze erfolgt über ein geeignetes Netzwerk 40, das beispielsweise das Internet sein kann. Ferner kann eine Endgerät T eines Benutzers oder Betreibers des Energiesystems 1 mit dem Netzwerk 40 kommunizieren.
Außerdem ist in Fig. 1 eine Vielzahl anderer Gebäude, die geographisch entfernt voneinander sein können, dargestellt. Jedes dieser Gebäude umfasst ein Energiesystem mit einem gleichartigen Batteriespeicher 2 als Energiequelle. Ferner umfasst jedes Energiesystem in diesen Gebäuden eine Regeleinrichtung, die Datensätze des Batteriespeichers 2 ans Netzwerk 40 überträgt. Somit kann die Cloud 30 und/oder der Server 20 eine Vielzahl von Datensätzen einer Vielzahl gleichartiger Energiequellen 2 erfassen und auswerten.
Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben, das in einem Energiesystem 1 wie in Fig. 1 dargestellt ausgeführt werden kann.
Fig. 2 illustriert ein Verfahren gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung. In einem ersten Schritt S1 des Verfahrens erfasst eine Cloud 30 (oder ein Server 20) über ein Netzwerk 40 eine Vielzahl von Datensätzen einer Vielzahl gleichartiger Energiequellen 2. Die Energiequellen 2 können geographisch voneinander entfernt in verschiedenen Gebäuden angeordnet sein. Jede Energiequelle 2 ist insbesondere mit einer Regeleinrichtung 10 verbunden, welche jeweils Datensätze an das Netzwerk 40 ausgibt.
In einem folgenden Schritt S2a wird eine statistische Auswertung der Vielzahl von Datensätzen der Vielzahl von Energiequellen durchgeführt und es wird ein thermisches Modell erzeugt, das eine thermische Wechselwirkung zwischen den Energiequellen und dem jeweiligen Aufstellort beschreibt. Im Schritt S2b wird eine der Vielzahl von Energiequellen ausgewählt.
Insbesondere kann ein dynamisches thermisches Modell aus der Vielzahl von Datensätzen aller erfassten Energiequellen erzeugt werden. Vorzugsweise werden
dabei insbesondere ein Wärmedurchgangswiderstand, ein Wärmeübergangswiderstand und eine Wärmekapazität der Komponenten der Energiequelle anhand einer linearen Regression der Datensätze berechnet.
Ein allgemeines thermisches Modell ermöglicht vorzugsweise das Bestimmen der thermischen Eigenschaften von inneren Komponenten einer der Vielzahl von Energiequellen. Insbesondere kann das thermische Modell die folgenden Größen beschreiben: thermische Parameter eines Wechselrichters eines Batteriespeichers als Energiequelle, thermische Parameter der Batterie in Abhängigkeit des Ladungszustands, der Batterietemperatur und der Batteriealterung einschließlich Widerstand und Kapazitätsverlust, sowie thermische Parameter des Gehäuses des Batteriespeichers.
Beim Erzeugen des thermischen Modells können vorzugsweise Umgebungsbedingungen des jeweiligen geographischen Standortes berücksichtigt werden. Beispielsweise können thermische Parameter der mittleren Umgebung berücksichtigt werden. Ferner können jeweils Wetterdaten beim Erzeugen des Modells einbezogen werden. Die Wetterdaten können zum Beispiel eine Außentemperatur des Gebäudes umfassen. Dies ist von Vorteil, da die Umgebungsbedingungen der Energiequelle im Raum durch hohe oder niedrige Außentemperaturen stark beeinflusst werden können. Ferner können Wetterdaten hinsichtlich einer solaren Einstrahlung berücksichtig werden. So kann beispielsweise eine hohe Einstrahlung zu einer höheren Verlustleistung durch einen Wechselrichter einer PV-Anlage führen.
Vor dem Erzeugen des thermischen Modells kann vorzugsweise anhand vorgegebener Kriterien eine Untermenge von Datensätzen ausgewählt werden, um die Genauigkeit des thermischen Modells für die ausgewählte Energiequelle zu verbessern. Um diesen Vorgang zu erleichtern, können die Datensätze vorzugweise auf Grundlage des geographischen Standorts der jeweiligen Energiequellen sortiert werden. Das erzeugte
thermische Modell ermöglicht insbesondere einen Wärmeübergangswiderstand der Konvektion und der Wärmestrahlung aus der linearen Regression der Datensätze zu ermitteln. Insbesondere kann ein geographisches Modell anhand der geographischen Standortdaten erzeugt werden. Als geographisches Modell wird somit ein thermisches Modell bezeichnet, welches in Abhängigkeit der geographischen Standortdaten erzeugt wurde. Als mittleres Modell wird z.B. ein thermisches Modell bezeichnet, das durch Mitteln aller geographischen Modelle erzeugt werden kann.
Im nächsten Schritt S3 wird ein Datensatz der ausgewählten Energiequelle mit dem thermischen Modell verglichen. Anhand eines Entscheidungsbaumes kann der Aufstellort der ausgewählten Energiequelle hinsichtlich seiner thermischen Eigenschaften bewertet werden. Einzelheiten des Entscheidungsbaumes werden weiter unten beschrieben.
Im Schritt S4 wird eine Abweichung des Datensatzes der ausgewählten Energiequelle vom thermischen Modell ermittelt. In Abhängigkeit der Abweichung kann eine Vielzahl optimierter Regelparameter zum Betreiben der Energiequelle bestimmt werden.
Das oben beschriebene mittlere Modell kann vorzugweise in Kombination mit dem geographisch zugehörigen Modell mit der betrachteten Energiequelle verglichen werden. Hierbei können durch Analysieren von Datensätzen mehrerer Tage übermäßige Abweichungen identifiziert werden. Ferner können vermutete Abweichungen durch prädiktive Berechnungen und Vergleich der Prädiktion mit dem tatsächlichen stationären und dynamischen Verhalten der Energiequelle identifiziert werden.
Im Folgenden können Abweichungen der Vorhersage bzw. der tatsächlichen Datensätze mit dem thermischen Modell durch Vergleichen der Modellparameter der betrachteten Energiequelle bewertet werden. Dabei sollen insbesondere mögliche
Gründe der ermittelten Abweichung bestimmt werden. Eine Häufigkeit des Auftretens von Abweichungen kann im Folgenden als Kriterium für Entscheidungen (zum Beispiel anhand eines Entscheidungsbaums) verwendet werden.
In Schritten S5 und S6 wird jeweils ein Signal in Abhängigkeit der ermittelten Abweichung erzeugt und ausgegeben. In Schritt S5 wird eine Nachricht insbesondere eine Fehlermeldung an einen Benutzer und/oder einen Betreiber der Energiequelle ausgegeben. Das Ausgeben der Nachricht kann beispielsweise durch Übertragen der Nachricht an ein mobiles Endgerät T des Benutzers und/oder Betreibers erfolgen.
Die an den Benutzer und/oder einen Betreiber der Energiequelle übertragene Nachricht kann vorzugsweise Vorschläge zum Optimieren des Energiesystems beinhalten. Beispielsweise können zeitliche Restriktionen der Batterieleistung und/oder des Ladezustands vorgeschlagen werden. Die Vorschläge dienen insbesondere dazu, den Betrieb der Energiequelle so zu optimieren, dass eine Beeinträchtigung der Leistungsabgabe der Energiequelle minimiert werden kann.
In Schritt S6 können die optimierten Regel para meter von der Cloud 30 oder dem Server 20 über das Netzwerk 40 an die Regeleinrichtung 10 der Energiequelle 2 übertragen werden. Dieses Übertragen optimierter Regel para meter wird auch als „regelungstechnischer Eingriff“ bezeichnet. Beispielhafte regelungstechnische Eingriffe beinhalten ein dauerhaftes oder partielles Derating der Batterieleistung und/oder eine Optimierung eines Derating einer PV-Anlage.
Nun soll ein möglicher Entscheidungsbaum in Schritt S3 beschrieben werden. Das folgende Beispiel bezieht sich auf ein Energiesystem wie in Fig. 1 mit einem Batteriespeicher 2 und einer PV-Anlage 3, welche den Batteriespeicher 2 lädt.
Anhand der Datensätze einer einzelnen Energiequelle, z.B. eines Batteriespeichers 2, kann der Server 20 (bzw. die Cloud 30) beispielsweise erkennen, dass die Batterie im Tagesverlauf und speziell in den Abendstunden aufgrund eines thermischen Deratings nicht optimal geladen oder entladen werden konnte und die Batterie im Vergleich zu anderen Energiequellen (andere Batteriespeicher in anderen Gebäuden) in der Nacht längere Standzeiten benötigte, um wieder auf eine Umgebungstemperatur der Energiequelle abzukühlen. Die Vielzahl der Temperatursensoren im Batteriespeicher 2 hat dabei z.B. eine erhöhte Oberflächentemperatur des Gehäuses gemessen im Vergleich mit entsprechenden Temperatursensoren anderer, geographisch ähnlich gelegener, Batteriespeicher. Es wurde somit eine Abweichung in den Datensätzen des betrachteten Batteriespeichers 2 von anderen gleichartigen Batteriespeichern erkannt.
Zur Vereinfachung des vorliegenden Beispiels wird eine mögliche Abweichung der Temperaturen aufgrund von Eigenschaften der Batterie ausgeschlossen (zum Beispiel ein nicht ideales thermisches Verhalten aufgrund einer Alterung der Batterien des Batteriespeichers und dergleichen).
Das Bestimmen der Abweichungen kann nun anhand des thermischen Modells und den Datensätzen der betrachten Energiequelle analysiert werden.
Aus den Berechnungen des thermischen Modells in Kombination mit den Leistungsdaten der PV-Anlage 3 kann eine deutlich erhöhte Batterietemperatur bei hoher solarer Einstrahlung (Wetterdaten und gemessene PV-Leistung) erkannt werden - an Tagen mit mäßiger Einstrahlung aber nur eine mäßig erhöhte Temperatur. Ein Vergleich der Batterieleistungen der Anlage an den verschiedenen Tagen zeigt, dass der Batteriespeicher 2 in beiden Fällen mit der gleichen mittleren Batterieleistung aufgeladen wurde.
Infolgedessen wird vermutet, dass die Temperaturerhöhung primär durch eine höhere Wechselrichter-Verlustleistung der PV-Anlage 3 herbeigeführt wird und der PV- Wechselrichter in unmittelbarer Nähe des Batteriespeichers 2 angeordnet sein könnte. Je nach Betriebsweise und Einstellung des Wechselrichters können sich daraus bereits mehrere mögliche regelungstechnische Eingriffe ergeben. Beispielsweise kann die emittierte Verlustwärme der PV-Anlage 3 mittels einer Anpassung des dynamischen PV- Derating, also das Reduzieren der Einspeiseleistung des Wechselrichters (Wirkleistungsbegrenzung), verringert werden. Die mögliche und notwenige Wirkleistungsbegrenzung wird dabei mit den Datensätzen der PV-Anlage 3 und des Batteriespeichers 2 analysiert und nur soweit reduziert, dass sich trotz eventuell niedrigeren PV-Ertrag durch Netzeinspeisung oder Batterieladeleistung eine höhere Eigenverbrauchskompensation des Gebäudes erreicht wird.
Die Begriffe dynamisches PV-Derating und Wirkleistungsbegrenzung kommen aus der Solartechnik. Sie beziehen beispielsweise auf eine 70%-Regelung, die nach EEG die PV-Einspeiseleistung ins Netz auf 70% der installierten maximalen PV-Leistung reduziert. Bei der dynamischen Wirkleistungsbegrenzung würden im Falle einer anstehenden maximalen PV-Leistung dann nur diese 70% ins Netz eingespeist werden und die übrigen 30% in den Batteriespeicher fließen, d.h. aus Sicht der PV-Anlage würde 100% der solar erzeugten Energie genutzt werden.
Im vorliegenden Beispiel könnte die Anpassung bedeuten, dass die PV-Anlage auf einer dynamischen 60%-Wirkleistungsbegrenzung eingestellt wird, sodass 60% eingespeist und der Rest in die Batterie gespeichert wird. Durch die Reduzierung der Leistungsaufnahme des Batteriespeichers 2 kann so beispielsweise erreicht werden, dass die PV-Anlage weniger Verlustwärme erzeugt.
Wird an zwei betrachteten Tagen aber mit gleicher Batterieleistung (Tag mit hoher solarer Einstrahlung und Tag mit mittlerer solarer Einstrahlung) eine ähnliche
übermäßige Temperaturerhöhung gemessen, dann könnte zunächst eine schlechte Wärmeabgabe des Batteriespeichers 2 an die Umgebung vermutet werden. Falls die Maximaltemperatur an den beiden Tagen unterschiedlich ist, muss die Analyse der Tagesverläufe fortgesetzt werden.
Zeigen die Datensätze ebenfalls eine Abweichung beim Abkühlen des Batteriespeichers 2 in den späten Abendstunden und der Nacht und im Vergleich zu anderen Batteriespeichern und dem thermischen Modell, so ergibt sich, dass das dynamische thermische Verhalten auch bei niedrigeren Batterietemperaturen Träger ist, und zwar sowohl beim Vergleichsergebnis zwischen dem Tag mit hoher solarer Einstrahlung und dem Tag mit mittlerer solarer Einstrahlung in den Abendstunden im Vergleich zu anderen Batteriespeichern.
Dann kann durch die Berechnung des thermischen Modells mit den thermischen Daten des Batteriespeicher 2 und den Leistungen der Tagesverläufe der PV-Anlage 3 auf einen erhöhten thermischen Widerstand zwischen der Umgebung des
Batteriespeichers und einer Oberflächentemperatur eines Gehäuses des
Batteriespeichers geschlossen werden. Sollte zudem eine Abweichung meist in der Nacht beobachtet wird, lässt sich darüber hinaus schließen, dass eine weitere Vorrichtung in der Nähe des Batteriespeichers befindet, die sich nachts einschaltet.
Ein Vergleich von Datensätzen bei hohen und niedrigen Außentemperaturen des Gebäudes könnte beispielhaft zeigen, dass eine Abweichung primär dann auftritt, wenn niedrige Außentemperaturen vorherrschen. Hieraus kann geschlossen werden, dass sich ein Heizungskessel oder dergleichen in der Nähe des Aufstelltorts des Batteriespeichers 2 befindet, der den Batteriespeicher beeinflusst.
Beispielsweise können die Datensätze zeigen, dass das Energiesystem 1 an sehr sonnigen Herbst- oder Wintertagen nicht mit optimaler Effizienz betrieben werden
kann, weil eine hohe PV-Leistung den Batteriespeicher beim Laden erwärmt und der in den Abendstunden eingeschaltete Heizungskessel die Gehäuseoberfläche des Batteriespeichers 2 erwärmt. Je nach Häufigkeit der Abweichung könnte eine maximale Batterieleistung reduziert oder ein PV-Derating umgesetzt werden. Je nachdem, ob weitere Abweichungen erkannt werden (bspw. übermäßige Oberflächentemperatur an Tagen ohne Nutzung des Batteriespeichers oder an Tagen mit übermäßiger Nutzung der Batteriespeichers), kann die Information bezüglich der Wechselwirkung mit dem Heizungskessel am Aufstellortes an den Benutzer oder Betreiber ausgegeben werden oder es können die Parameter PV-Leistung und Batterieleistung über einen regeltechnischen Eingriff angepasst werden.
Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und den Zeichnungen offenbarten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.