Verbundscheibe für ein Head-Up-Display System mit p-polarisierter Strahlung
Die Erfindung betrifft eine Verbundscheibe für ein Head-Up-Display System und eine Projektionsanordnung für ein Head-Up-Display.
Fahrzeuge, insbesondere Personenkraftwagen (PKW), werden immer häufiger mit sogenannten Head-Up-Displays ausgestattet. Ein Head-Up-Display (HUD) ist ein Anzeigesystem, welches dem Fahrer eines Fahrzeugs in sein Sichtfeld zusätzliche Informationen in Form von Bildern projiziert.
Das Head-Up-Display besteht aus einem Projektor (bildgebende Einheit) und mehreren Optikmodulen zur Umlenkung bzw. Spiegelung (Reflektion) eines Bildes auf eine Projektionsfläche bzw. Reflexionsfläche. Dabei dient üblicherweise eine Verbundscheibe, insbesondere die Windschutzscheibe des Fahrzeugs, als Projektionsfläche. Eine Verbundscheibe weist im Allgemeinen zwei Scheiben auf, die auf eine Zwischenschicht laminiert sind. Die Zwischenschicht weist üblicherweise ein thermoplastisches Material, vorzugsweise Polyvinylbutyral (PVB), einer vorbestimmten Dicke auf. Obwohl das Bild auf die Windschutzscheibe projiziert wird, schwebt es in der Wahrnehmung des menschlichen Auges des Fahrers entfernt über der Motorhaube des Fahrzeugs.
Auf diese Weise können zusätzliche Informationen in das Blickfeld des Fahrers projiziert werden, beispielsweise die aktuelle Fahrgeschwindigkeit und Navigations- oder Warnhinweise, die der Fahrer wahrnehmen kann, ohne seine Blickrichtung ändern zu müssen. Head-Up-Displays können so wesentlich zur Steigerung der Verkehrssicherheit beitragen.
Üblicherweise besteht das durch den Projektor erzeugte Bild aus polarisierter, insbesondere s-polarisierter Lichtstrahlung. Das s-polarisierte Licht trifft unter einem bestimmten Einfallswinkel auf die Verbundscheibe und wird zumindest teilweise sowohl in die Verbundscheibe hinein gebrochen als auch als s-polarisiertes Licht in das Sichtfeld des Fahrers reflektiert. Allerdings werden die reflektierten Bilder nicht farbecht oder mit unerwünschter Reflektion, sogenannten Doppelbildern, dargestellt.
Der Einfallswinkel der s-polarisierten Strahlung beträgt üblicherweise etwa 65%, was in etwa dem Brewster- Winkel für einen Luft-Glas-Übergang (57,2° für Kalk-Natron-Glas) entspricht. Dabei tritt das Problem auf, dass das Projektorbild an beiden äußeren Übergängen von Luft zu Glas und von Glas zur Luft reflektiert wird. Dadurch tritt neben dem gewünschten Hauptbild
auch ein leicht versetztes Nebenbild auf, das sogenannte Geisterbild („Ghost“). Das Problem wird dadurch gemildert, dass die Oberflächen der Windschutzscheibe in einem Winkel zueinander angeordnet werden. Dies geschieht durch die Verwendung einer keilförmigen Zwischenschicht bei der Lamination der als Verbundscheibe ausgebildeten Windschutzscheibe. Dadurch kann eine Überlagerung des Hauptbildes und des Geisterbildes erzielt werden.
So ist es beispielsweise möglich, den HUD-Projektor mit p-polarisierter Strahlung zu betreiben, welche an den Scheibenoberflächen aufgrund der Einstrahlung nahe des Brewster-Winkels nicht wesentlich reflektiert wird. Als Reflexionsfläche für die p-polarisierte Strahlung weist die Windschutzscheibe stattdessen eine Reflexionsbeschichtung auf, insbesondere mit metallischen und dielektrischen Schichten. HUD-Projektionsanordnungen mit Reflexionsbeschichtung sind aus WO2019179682A1 , WO2019179683A1 , WO2019206493A1 und WO2021/104800 A1 bekannt. Während die Reflexion an der außenseitigen Oberfläche der Außenscheibe infolge der Strahlungsreflexion an der Reflexionsbeschichtung abgeschwächt wird, kann insbesondere die Reflexion an der innenraumseitigen Oberfläche der Innenscheibe als zwar schwaches, aber dennoch störendes Geisterbild in Erscheinung treten. Da hochfrequente Signale nicht durch die Reflexionsbeschichtung transmittiert werden, ist das Senden und Empfangen von elektromagnetischer Strahlung im Innenraum eines Fahrzeugs nicht mehr möglich. Üblicherweise werden ein oder zwei örtlich begrenzte Bereiche der Reflexionsbeschichtung deshalb entschichtet.
CN113071165 A offenbart ein HUD-System, welches ein HUD-Glas umfasst. Das HUD-Glas umfasst zwei Glasplatten, eine zwischen den Glasplatten angeordnete mittlere Schicht sowie einen transparenten leitenden Film und einen reflexionssteigernden Film.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Verbundscheibe mit einer einen keilförmigen Querschnitt aufweisenden Zwischenschicht für ein Head-Up-Display System bereitzustellen, die die Reflektivität für p-polarisierte Strahlung im sichtbaren Spektral be re ich verbessert und für hochfrequente Signale auf Ihrer gesamten Fläche im Wesentlichen durchlässig ist.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erfindungsgemäß durch eine Verbundscheibe gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe für ein Head-Up-Display (HUD) System verfügt über eine erste Scheibe und eine zweite Scheibe, die über eine thermoplastische Zwischenschicht mit einem keilförmigen Querschnitt miteinander verbunden sind. Die thermoplastische Zwischenschicht weist ein dickeres erstes Ende und ein dünneres zweites Ende auf. Der Dickenanstieg von dem zweiten Ende zum ersten Ende kann dabei kontinuierlich linear oder nicht linear sein. Die erste Scheibe weist eine erste Oberfläche (I) und eine zweite Oberfläche (II) auf. Die zweite Scheibe weist ebenfalls eine erste Oberfläche (III) und eine zweite Oberfläche (IV) auf.
Weiterhin weist die Verbundscheibe einen HUD-Bereich und eine erste Beschichtung sowie eine zweite Beschichtung auf, wobei der HUD-Bereich die erste Beschichtung und die zweite Beschichtung aufweist. Die erste Beschichtung ist auf der zu der Zwischenschicht hingewandten zweiten Oberfläche (II) der ersten Scheibe und die zweite Beschichtung auf der von der Zwischenschicht abgewandten zweiten Oberfläche (IV) der zweiten Scheibe angeordnet.
Ein Brechungsindex der ersten Beschichtung beträgt mindestens 1 ,9. Die zweite Beschichtung umfasst mindestens eine erste Schicht eines dielektrischen Materials mit einem Brechungsindex größer oder gleich 1 ,9 und eine zweite Schicht eines dielektrischen Materials mit einem Brechungsindex kleiner oder gleich 1 ,6. Beide Beschichtungen, sowohl die erste Beschichtung als auch die zweite Beschichtung sind zur Reflexion von p-polarisierter Strahlung vorgesehen und geeignet. Die Erfinder haben festgestellt, dass eine Beschichtung umfassend eine hochbrechende Schicht und eine niedrigbrechende Schicht besonders geeignet ist hinsichtlich einer hohen Reflektivität für p-polarisiertes Licht. Die p-polarisierte Strahlung wird von der ersten Beschichtung und von der zweiten Beschichtung reflektiert. Der transmittierte Teil der Strahlung wird an der ersten sich in der Verbundscheibe befindlichen Beschichtung reflektiert. Da die zweite Scheibe eine geringe Dicke aufweist, überlagern sich die beiden reflektierten Bilder nahezu vollständig. Dadurch nimmt die Intensität der HUD- Darstellung (Projektorbild), welche aus den Reflexionen resultiert, zu.
Die erste Beschichtung muss nicht vollflächig auf der Oberfläche (II) der ersten Scheibe aufgebracht sein, mindestens aber im HUD Bereich der Verbundscheibe.
Die erste Scheibe kann durch eine Tönung gekennzeichnet sein, was die Sichtbarkeit der HUD Darstellung verbessert und in Kombination mit der zweiten Scheibe, welche eine geringere Dicke aufweist als die erste Scheibe, kann die Sichtbarkeit der HUD Darstellung weiterhin gesteigert werden. Eine derartige Verbundscheibe hat den besonderen Vorteil, dass sie
reflektierende Eigenschaften im sichtbaren Spektralbereich, insbesondere p-polarisierter Strahlung, aufweist. Zusätzlich wird die Bildung von unerwünschten Reflexion weitgehend minimiert und gewährleitet eine Transmission von hochfrequenten Signalen auf der nahezu gesamten Oberfläche der Verbundscheibe.
Mit anderen Worten ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Verbundscheibe die erste Beschichtung und die zweite Beschichtung zur Reflexion von p-polarisierter Strahlung umfasst, wobei die zweite Scheibe eine geringe Dicke aufweist und sich die beiden Reflexionen dadurch möglichst überlagern. Durch die Tönung der ersten Scheibe wird diese Wirkung noch verstärkt. Überraschend hat sich gezeigt, dass eine solche erfindungsgemäße Verbundscheibe gegenüber den bisher bekannten Verbundscheiben eine deutlich verbesserte Sichtbarkeit des Hauptbildes ermöglicht.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung weisen die erste Beschichtung und die zweite Beschichtung ausschließlich dielektrische Schichten auf. Zusätzlich können die erste Beschichtung und die zweite Beschichtung frei von elektrisch leitfähigen Materialien sein. Dadurch wird eine sehr gute Transmission von elektromagnetischer Strahlung durch die Verbundscheibe gewährleistet. Auch aus rechtlichen Gründen kann es gewünscht sein, dass eine Verbundscheibe, insbesondere Fahrzeugscheibe, keine metallischen Schichten aufweist.
In einer bevorzugten Ausgestaltung umfasst die erste Beschichtung eine dielektrische Schicht auf Basis von Silizium-Zirkonium-Mischnitrid, Siliziumnitrid, Silizium-Titan-Mischnitrid, Silizium-Hafnium-Mischnitrid und/oder Titanoxid.
In einer weiteren Ausgestaltung umfasst die erste Beschichtung ausschließlich eine dielektrische Schicht, insbesondere auf Basis von Silizium-Zirkonium-Mischnitrid.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfassen die erste Schicht der zweiten Beschichtung eine dielektrische Schicht auf Basis von Silizium-Zirkonium-Mischnitrid, Siliziumnitrid, Silizium-Titan-Mischnitrid, Silizium-Hafnium-Mischnitrid oder Titanoxid und die zweite Schicht der zweiten Beschichtung eine dielektrische Schicht auf Basis von einem dielektrischen Oxid, insbesondere Siliziumoxid (SiÜ2). Die zweite Beschichtung ist bevorzugt nur aus diesen beiden Schichten ausgebildet. Sie weist bevorzugt keine weiteren Schichten unterhalb oder oberhalb einer der beiden Schichten auf. Vorzugsweise umfassen die erste Schicht und die zweite Schicht zusammen zwei oder mehr Schichten mit einem unterschiedlichen Brechungsindex. Der Brechungsindex ist hierbei für jede Schicht der ersten,
insbesondere hochbrechenden Schicht größer oder gleich 1 ,9 und für die zweite, insbesondere niedrigbrechende Schicht kleiner oder gleich 1 ,6.
Die zweite Beschichtung kann eine Gesamtmaterialdicke von höchstens 200 nm (Nanometer) aufweisen, bevorzugt höchstens 185 nm.
Die Verbundscheibe ist dafür vorgesehen, in einer Fensteröffnung eines Fahrzeugs den Innenraum gegenüber der äußeren Umgebung abzutrennen. Die Verbundscheibe ist bevorzugt die Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs, insbesondere eines Personen- oder Lastkraftwagens. Aus Sicht eines Fahrzeuginsassen ist die zweite Beschichtung in Durchsicht durch die zweite Scheibe (z.B. Innenscheibe) räumlich vor der ersten Beschichtung angeordnet.
Wie bei HUDs üblich bestrahlt ein Projektor einen Bereich der Windschutzscheibe, wo die Strahlung in Richtung des Betrachters (Fahrers) reflektiert wird, wodurch ein virtuelles Bild erzeugt wird, welches der Betrachter von ihm aus gesehen hinter der Windschutzscheibe wahrnimmt. Der durch den Projektor bestrahlbare Bereich der Windschutzscheibe wird als HUD-Bereich bezeichnet. Die Strahlrichtung des Projektors kann durch optische Elemente (z.B. Spiegel) variiert werden, insbesondere vertikal, um die Projektion an die Körpergröße des Betrachters anzupassen.
Zur Erzeugung eines HUD-Bildes wird p-polarisierte Strahlung verwendet.
Da der für HUD-Projektionsanordnungen typische Einfallswinkel von etwa 65° dem Brewsterwinkel für einen Luft-Glas-Übergang (57,2°, Kalk-Natron-Glas) relativ nahekommt, wird p-polarisierte Strahlung von Scheibenoberflächen kaum reflektiert, während s-polarisierte Strahlung deutlich stärker reflektiert wird. Die Reflektion der p-polarisierten Strahlung findet hauptsächlich an der zweiten Beschichtung statt.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe weist die thermoplastischen Zwischenschicht einen Keilwinkel im Bereich von 0,1 mrad bis 1 mrad, bevorzugt 0,3 mrad bis 0,6 mrad auf. Da die erfindungsgemäße Verbundscheibe einer thermoplastischen Zwischenschicht mit einem keilförmigen Querschnitt und zwei Scheiben mit konstanter Dicke oder mit einem keilförmigen Querschnitt umfasst, weist die erfindungsgemäße Verbundscheibe einen keilförmigen Querschnitt auf.
Es versteht sich, dass mit Querschnitt der Querschnitt im vertikalen Verlauf zwischen einer Unterkante und einer Oberkante gemeint ist. Bei der erfindungsgemäßen Verbundscheibe nimmt die Dicke von der Unterkante zur Oberkante zu. Das dickere erste Ende befindet sich somit an der Oberkante und das dünnere zweite Ende an der Unterkante der Verbundscheibe. Im Fahrzeugbau wird typischerweise die Dicke so variiert, dass am unterem Ende der Verbundglasscheibe hin zum Motorraum die kleinste Dicke vorgesehen ist, während die Dicke zum Dach hin ansteigt.
Die thermoplastische Zwischenschicht kann auch eine zusätzliche Zwischenschicht umfassen, die eine im Wesentlich konstante Dicke aufweist, insbesondere eine Infrarotstrahlung reflektierende Schicht, eine Infrarotstrahlung absorbierende Schicht, eine UV-Strahlung absorbierende Schicht, eine Barriereschicht, eine Zwischenschicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften oder eine Kombination dieser. So kann die zusätzliche Zwischenschicht beispielsweise auch eine Bandfilterfolie sein. Die zusätzliche Zwischenschicht kann zwischen der ersten und der zweiten Scheibe angeordnet sein.
Um die Transmission der totalen Wärmestrahlung zu reduzieren kann die Zwischenschicht Wärmestrahlung (totalen transmittierten Wärmestrahlung TTS) mindernde Eigenschaften aufweisen. Dazu kann die zusätzliche Zwischenschicht als eine Folie mit absorbierenden Eigenschaften im nahem Infrarotbereich (NIR) ausgebildet sein. Als nahe Infrarotstrahlung (NIR) wird elektromagnetische Strahlung in einem Wellenlängenbereich 780 nm bis 3000 nm (Nanometer) bezeichnet. Dadurch wird die Erwärmung im Inneren von Räumen oder Fahrzeugen minimiert und der energetische Aufwand zur Schaffung eines der im Innern befindlichen Person angenehmen Umgebungsklimas reduziert.
In einer Ausgestaltung kann die Zwischenschicht ein Leitersystem mit Heizfunktion, insbesondere mehrere Widerstandsdrähte als Heizleiter, umfassen.
In einer weiteren Ausgestaltung ist mindestens eine Abdeckschicht, insbesondere ein opaker Abdeckdruck, auf der innenraumseitigen Oberfläche (II) der ersten Scheibe in einem Randbereich der Verbundscheibe angeordnet. Die opake Abdeckschicht kann dabei mittelbar oder unmittelbar auf der Scheibenoberfläche angeordnet sein. Die Abdeckschicht kann sich dabei zumindest teilweise mit dem HUD-Bereich in Dursichtrichtung der Verbundscheibe überlappen.
Die opake Abdeckschicht ist dabei in einem Bereich der Scheibe angeordnet, in dem auch die erste und zweite Beschichtung liegen, so dass sich die Abdeckschicht, die erster Beschichtung und die zweite Beschichtung zumindest teilweise in Dursichtrichtung der Verbundscheibe überlappen. Da im eingebauten Zustand der Verbundscheibe der HUD-Projektor im Innenraum eines Fahrzeugs angeordnet ist, trifft das vom HUD-Projektor emittierte Licht auf die zweite Beschichtung bzw. erste Beschichtung und wird dort jeweils reflektiert. Das reflektierte Licht ist für einen im Fahrzeuginnenraum befindlichen Betrachter als Bild erkennbar. Die opake Abdeckschicht liegt vom Betrachter im Fahrzeuginnenraum aus gesehen hinter der ersten Beschichtung. Dadurch weist das im Bereich der ersten Beschichtung befindliche Bild einen guten Kontrast auf.
Die Abdeckschicht deckt beispielsweise eine Verklebung oder elektrische Anschlusselemente der Verbundscheibe ab. Dadurch wird ein ästhetisch guter optischer Eindruck der Verbundscheibe erzielt. Die Abdeckschicht dient auch als UV-Schutz für z.B. Klebemittel im Randbereich der Verbundscheibe.
Die mindestens eine opake Abdeckschicht im Sinne der Erfindung ist eine Schicht, die die Durchsicht durch die Verbundscheibe verhindert. Dabei findet eine Transmission von höchstens 5 %, bevorzugt von höchstens 2 %, besonders bevorzugt von höchstens 1 %, insbesondere von höchstens 0,1 %, des Lichtes des sichtbaren Spektrums durch die opake Abdeckschicht statt. Die Abdeckschicht kann zumindest abschnittsweise auch semitransparent, beispielsweise als Punktraster, Streifenraster oder kariertes Raster ausgebildet sein. Alternativ kann die Abdeckschicht auch einen Gradienten aufweisen, beispielsweise von einer opaken Bedeckung zu einer semitransparenten Bedeckung.
Die opake Abdeckschicht wird bevorzugt auf der ersten Scheibe (z.B. Außenscheibe) aufgedruckt, insbesondere im Siebdruckverfahren. Siebdruckverfahren zur Aufbringung opaker Abdeckschichten auf Scheiben sind als solche bekannt. Derartige aufgedruckte Abdeckschichten werden auch als Siebdruck, Schwarzdruck oder Black Print bezeichnet und enthalten ein opakes Pigment, beispielsweise ein Schwarzpigment. Bekannte Schwarzpigmente sind beispielsweise Pigmentruß (Carbon Black), Anilinschwarz, Beinschwarz, Eisenoxidschwarz, Spinellschwarz sowie Graphit. Die opake Abdeckschicht kann im Randbereich der Verbundscheibe umlaufend entlang der umlaufenden Kante der Verbundscheibe ausgebildet sein, wobei die Breite der opaken Abdeckschicht variieren kann. Bevorzugt ist die opake Abdeckschicht zumindest in einem Bereich verbreitert. Dieser verbreiterte Bereich der opaken Abdeckschicht kann zur Darstellung von durch den HUD- Projektor emittierten Bildern dienen.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die thermoplastische Zwischenschicht in zumindest dem Randbereich der Verbundscheibe opak. Die thermoplastische Zwischenschicht ist dabei vorzugsweise im Abschnitt des Randbereichs schwarz gefärbt. Alternativ kann die thermoplastische Zwischenschicht auch durch eine erste und eine zweite thermoplastische Verbundfolie ausgebildet sein, wobei die erste thermoplastische Verbundfolie transparent ist und sich über die gesamte Fläche der Verbundscheibe erstreckt mit Ausnahme des Randbereichs. Die zweite thermoplastische Verbundfolie ist opak und beispielsweise schwarz gefärbt und erstreckt sich mindestens, vorzugsweise ausschließlich, über den Randbereich der Verbundscheibe.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist eine opake, vorzugsweise schwarz gefärbte Folie innerhalb der thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet. Die Folie erstreckt sich zumindest über den Randbereich und vorzugsweise nur über den Randbereich. Die Folie ist beispielsweise auf Basis von Polyethylenterephthalat ausgebildet.
Der Randbereich ist vorzugsweise ein streifenförmiger Bereich, der entlang der Unterkante angeordnet ist. Der Randbereich erstreckt sich also von der linken Seitenkante zu der rechten Seitenkante und entlang der Unterkante der Verbundscheibe. Der Randbereich kann sich aber auch streifenförmig entlang der Oberkante von der linken zu der rechten Seitenkante und/oder entlang der linken und/oder der rechten Seitenkante von der Unterkante zu der Oberkante erstrecken. Der Randbereich grenzt besonders bevorzugt direkt an die Ober-, Seiten-, und/oder Unterkante. Der Randbereich kann rahmenförmig umlaufend entlang der Verbundscheibe verlaufen. Der Randbereich ist nicht innerhalb des Bereiches der Verbundscheibe angeordnet, welcher, beispielsweise im Zuge einer Verwendung als Windschutzscheibe in einem Fahrzeug, als Durchsichtbereich vorgesehen ist. Die Breite des Randbereichs beträgt bevorzugt von 10 cm bis 50 cm. Mit „Breite“ ist im Sinne der Erfindung die Ausdehnung senkrecht zur Erstreckungsrichtung gemeint.
Grundsätzlich ist es ausreichend, wenn der HUD-Bereich der Verbundscheibe, insbesondere als eine Windschutzscheibe, mit der ersten Beschichtung und zweiten Beschichtung versehen ist. Es können aber auch weitere Bereiche mit der ersten und zweiten Beschichtung versehen sein. Die Verbundscheibe kann im Wesentlichen vollflächig mit der ersten und zweiten Beschichtung versehen sein, was herstellungsbedingt bevorzugt sein kann.
In einer Ausgestaltung der Erfindung sind mindestens 80% der Scheibenoberfläche mit der ersten und zweiten Beschichtung versehen. Insbesondere ist die erste und zweite
Beschichtung vollflächig auf die Scheibenoberfläche aufgebracht mit Ausnahme eines umlaufenden Randbereichs und optional lokalen Bereichs. Der umlaufende unbeschichtete Randbereich weist beispielsweise eine Breite von bis zu 20 cm auf.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe bewirkt eine hohe Reflektivität gegenüber p- polarisierter Strahlung im Spektralbereich von 450 nm bis 650 nm (Nanometer), der für HUD- Darstellungen relevant ist. HUD Projektoren arbeiten typischerweise mit Wellenlängen von 473 nm, 550 nm und 630 nm (RGB). Dadurch wird ein intensitätsstarkes HUD-Bild erreicht.
Der Projektor ist innenraumseitig der Verbundscheibe angeordnet und bestrahlt die Verbundscheibe über die zweite (innenraumseitige) Oberfläche der zweiten Scheibe. Das vom HUD Projektor emittierte Licht trifft auf den HUD-Bereich und/oder den Abdeckdruck und wird dort reflektiert.
Mit außenseitiger Oberfläche wird im Sinne der Erfindung diejenige Oberfläche bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandt zu sein. Mit innenraumseitiger Oberfläche wird im Sinne der Erfindung diejenige Oberfläche bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage dem Innenraum zugewandt zu sein.
Der Projektor ist auf den HUD-Bereich und/oder auf die Abdeckschicht gerichtet und bestrahlt diese zur Erzeugung der HUD-Projektion. Die Strahlung des Projektors ist erfindungsgemäß überwiegend p-polarisiert, weist also einen p-polarisierten Strahlungsanteil von größer als 50% auf. Je höher der Anteil der p-polarisierten Strahlung an der Gesamtstrahlung des Projektors ist, desto intensitätsstärker ist das gewünschte Projektionsbild.
Der p-polarisierte Strahlungsanteil des Projektors beträgt bevorzugt mindestens 70%, besonders bevorzugt mindestens 80% und insbesondere bevorzugt mindestens 90%. In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist die Strahlung des Projektors im Wesentlichen rein p-polarisiert, d.h. der p-polarisierte Strahlungsanteil beträgt also 100% oder weicht nur unwesentlich davon ab. Die Angabe der Polarisationsrichtung bezieht sich dabei auf die Einfallsebene der Strahlung auf der Verbundscheibe, insbesondere Windschutzscheibe. Mit p-polarisierter Strahlung wird eine Strahlung bezeichnet, deren elektrisches Feld in der Einfallsebene schwingt. Mit s-polarisierter Strahlung wird eine Strahlung bezeichnet, deren elektrisches Feld senkrecht zur Einfallsebene schwingt. Die Einfallsebene wird durch den Einfallsvektor und die Flächennormale der Windschutzscheibe im geometrischen Zentrum des bestrahlten Bereichs aufgespannt.
Die Strahlung des Projektors trifft bevorzugt mit einem Einfallswinkel von 45° bis 75°, insbesondere von 60° bis 70° auf die Windschutzscheibe. In einer vorteilhaften Ausgestaltung weicht der Einfallswinkel um höchstens 10° vom Brewsterwinkel ab. Der Einfallswinkel ist der Winkel zwischen dem Einfallsvektor der Projektorstrahlung und der innenraumseitigen Flächennormale (also die Flächennormale auf die innenraumseitige externe Oberfläche der Windschutzscheibe) im geometrischen Zentrum des HUD-Bereichs. Der Brewsterwinkel für einen Luft-Glas-Übergang im Falle von Kalk-Natron-Glas, das für Fensterscheiben allgemein üblich ist, beträgt 57,2°. Idealerweise sollte der Einfallswinkel diesem Brewster- Winkel möglichst nahekommen. Es können aber beispielsweise auch Einfallswinkel von 65° verwendet werden, die für HUD-Projektionsanordnungen üblich sind, in Fahrzeugen problemlos zu realisieren sind und nur in einem geringen Maße vom Brewsterwinkel abweichen, so dass die Reflexion der p-polarisierten Strahlung nur unwesentlich zunimmt.
Die Verbundscheibe weist eine umlaufende Kante auf, welche besonders bevorzugt eine Oberkante und eine Unterkante sowie zwei dazwischen verlaufende Seitenkanten mit einer linken und einer rechten Seitenkante umfasst. Mit Oberkante wird diejenige Kante bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage der Verbundscheibe nach oben zu weisen. Mit Unterkante wird diejenige Kante bezeichnet, welche dafür vorgesehen ist, in Einbaulage nach unten zu weisen. Die Oberkante wird häufig auch als Dachkante und die Unterkante als Motorkante bezeichnet.
Die thermoplastische Zwischenschicht ist typischerweise aus mindestens einer thermoplastischen Folie ausgebildet. Die thermoplastische Zwischenschicht kann auch mehrlagig ausgebildet sein, d.h. die thermoplastische Zwischenschicht kann mehrere thermoplastische Schichten umfassen.
Die erste Scheibe und die zweite Scheibe sind bevorzugt aus Glas gefertigt, insbesondere aus Kalk-Natron-Glas, was für Fensterscheiben üblich ist. Die Scheiben können grundsätzlich aber auch aus anderen Glasarten (beispielsweise Borosilikatglas, Quarzglas, Aluminosilikatglas) oder transparenten Kunststoffen (beispielsweise Polymethylmethacrylat oder Polycarbonat) gefertigt sein. Die Dicke der ersten Scheibe als Außenscheibe kann breit variieren. Vorzugsweise werden Scheiben mit einer Dicke im Bereich von 0,8 mm bis 5 mm, bevorzugt von 1 ,1 mm bis 2,5 mm verwendet, beispielsweise die mit den Standarddicken 1 ,6 mm oder 2,1 mm, wobei die zweite Scheibe eine Dicke von kleiner oder gleich 1 ,6 mm aufweist, bevorzugt kleiner oder gleich 1 ,4 mm, besonders bevorzugt 1 ,1 mm.
Die zweite Scheibe und die thermoplastische Zwischenschicht können klar und farblos sein. Die Gesamttransmission durch die Windschutzscheibe (samt Reflexionsbeschichtung) beträgt in einer bevorzugten Ausgestaltung größer 70%. Der Begriff Gesamttransmission bezieht sich auf das durch ECE-R 43, Anhang 3, § 9.1 festgelegte Verfahren zur Prüfung der Lichtdurchlässigkeit von Kraftfahrzeugscheiben. Die erste Scheibe und die zweite Scheiben können unabhängig voneinander nicht vorgespannt, teilvorgespannt oder vorgespannt sein. Soll mindestens eine der Scheiben eine Vorspannung aufweisen, so kann dies eine thermische oder chemische Vorspannung sein.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die erste Scheibe getönt oder gefärbt. Beispielsweise kann grün oder blau gefärbtes Glas als erste Scheibe (z.B. Außenscheibe) eingesetzt werden. Derartige getönte Glasscheiben sich auch als TSANx, TSA3+ Glasscheiben bekannt. Dadurch kann die außenseitige Reflektivität der Verbundscheibe verringert werden, wodurch der Eindruck der Scheibe angenehmer gestaltet wird für einen äußeren Betrachter. Gleichzeitig wird eine gute HUD-Darstellung mit hohem Kontrast ermöglicht.
Um allerdings die vorgeschriebene Lichttransmission von 70% für Windschutzscheiben zu gewährleisten (Gesamttransmission), sollte die Außenscheibe (hier also erste Scheibe) bevorzugt eine Lichttransmission von mindestens 80% aufweisen, besonders bevorzugt von mindestens 85%. Die zweite Scheibe und die Zwischenschicht sind bevorzugt klar, also nicht getönt oder gefärbt.
Die Verbundscheibe ist bevorzugt in einer oder in mehreren Richtungen des Raumes gebogen, wie es für Kraftfahrzeugscheiben üblich ist, wobei typische Krümmungsradien im Bereich von etwa 10 cm bis etwa 40 m liegen. Die Verbundscheibe kann aber auch plan sein, beispielsweise wenn es als Scheibe für Busse, Züge oder Traktoren vorgesehen ist.
Die thermoplastische Zwischenschicht enthält zumindest ein thermoplastisches Polymer, bevorzugt Ethylenvinylacetat (EVA), Polyvinylbutyral (PVB) oder Polyurethan (PU) oder Gemische oder Copolymere oder Derivate davon, besonders bevorzugt PVB. Die thermoplastische Zwischenschicht kann mit absorbierenden Eigenschaften im NIR-Bereich ausgebildet sein.
Die Verbundscheibe kann hergestellt werden durch an sich bekannte Verfahren. Die erste Scheibe und die zweite Scheibe werden über die Zwischenschicht miteinander laminiert, beispielsweise durch Autoklavverfahren, Vakuumsackverfahren, Vakuumringverfahren, Kalanderverfahren, Vakuumlaminatoren oder Kombinationen davon. Die Verbindung von
Außenscheibe und Innenscheibe erfolgt dabei üblicherweise unter Einwirkung von Hitze, Vakuum und/oder Druck.
Die erste Beschichtung und die zweite Beschichtung werden bevorzugt durch physikalische Gasphasenabscheidung (PVD) auf eine Scheibenoberfläche, besonders bevorzugt durch Kathodenzerstäubung („Sputtern“), ganz besonders bevorzugt durch magnetfeldunterstützte Kathodenzerstäubung („Magnetronsputtern“) oder durch chemische Abscheidungsverfahren, insbesondere bei Atmosphärendruck, abgeschieden. Die Beschichtungen werden bevorzugt vor der Lamination aufgebracht.
Ist etwas „auf Basis“ eines polymerischen Materials ausgebildet, so besteht es mehrheitlich, also zu mindestens 50 %, vorzugsweise zu mindestens 60 % und insbesondere zu mindestens 70%, aus diesem Material. Es kann also noch weitere Materialien wie beispielsweise Stabilisatoren oder Weichmacher enthalten.
Die Erfindung umfasst außerdem ein Fahrzeug, bevorzugt Straßenfahrzeug, insbesondere einen Personenkraftwagen (PKW), das mit einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe ausgestattet ist.
Die Erfindung umfasst auch eine Projektionsanordnung für ein Head-Up-Display, wobei die Projektionsanordnung die erfindungsgemäße Verbundscheibe und einen Projektor umfasst, wobei der Projektor auf den HUD-Bereich der Verbundscheibe gerichtet ist, wobei die zweite Oberfläche (II) der ersten Scheibe und die zweite Oberfläche (IV) der zweiten Scheibe zur Bestrahlung durch den Projektor vorgesehen ist. Die Strahlung des Projektors ist überwiegend p-polarisiert. Die Verbundscheibe ist derart zum Projektor angeordnet, dass die zweite Oberfläche (IV) der zweiten Scheibe, die dem Projektor nächstliegende Oberfläche der Verbundscheibe ist.
Die p-polarisierte Strahlung wird im HUD-Bereich in Richtung eines Betrachters reflektiert, wodurch ein virtuelles HUD Darstellung erzeugt wird, die der Betrachter von ihm ausgesehen hinter der Verbundscheibe wahrnimmt. Die Strahlrichtung des Projektors kann typischerweise durch Spiegel variiert werden, insbesondere vertikal, um die Projektion an die Körpergröße des Betrachters anzupassen. Der Bereich, in dem sich die Augen des Betrachters bei gegebener Spiegelstellung befinden müssen, wird als Eyeboxfenster bezeichnet. Dieses Eyeboxfenster kann durch Verstellung der Spiegel vertikal verschoben werden, wobei der gesamte dadurch zugängliche Bereich (das heißt die Überlagerung aller möglichen
Eyeboxfenster) als Eyebox bezeichnet wird. Ein innerhalb der Eyebox befindlicher Betrachter kann das virtuelle Bild wahrnehmen. Damit ist natürlich gemeint, dass sich die Augen des Betrachters innerhalb der Eyebox befinden müssen, nicht etwa der gesamte Körper.
Der Projektor ist vorzugsweise ein Liquid-crystal (LCD-) Display, Thin-Film-Transistor (TFT)- Display, Light-Emitting-Diode (LED-) Display, Organic-Light-Emitting-Diode (OLED-) Display, Electroluminescent (EL-) Display oder microLED-Display.
Die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Verbundscheibe gelten entsprechend auch für die Projektionsanordnung umfassend die erfindungsgemäße Verbundscheibe und einen Projektor.
Weiterhin erstreckt sich die Erfindung auf die Verwendung der erfindungsgemäßen Projektionsanordnung in Fahrzeugen für den Verkehr auf dem Lande, in der Luft oder zu Wasser, insbesondere in Kraftfahrzeugen. Bevorzugt ist die Verwendung der Verbundscheibe als Fahrzeug-Windschutzscheibe.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Verbundscheibe für ein Head- Up-Display (HUD), wobei die Verbundscheibe eine erste Scheibe, eine zweite Scheibe und eine zwischen der ersten Schiebe und der zweiten Scheibe angeordnete thermoplastische Zwischenschicht mit einem keilförmigen Querschnitt aufweist und wobei bei dem Verfahren zumindest: a) eine erste Scheibe und eine zweite Scheibe bereitgestellt werden, wobei die erste Scheibe eine erste Beschichtung und die zweite Scheibe eine zweite Beschichtung aufweisen, b) eine thermoplastische Zwischenschicht mit einem keilförmigen Querschnitt bereitgestellt wird, c) die thermoplastische Zwischenschicht flächig zwischen der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe angeordnet wird, wobei die erste Beschichtung zwischen der ersten Scheibe und der Zwischenschicht angeordnet ist und die zweite Beschichtung auf einer von der Zwischenschicht abgewandten Oberfläche der zweiten Scheibe angeordnet ist, d) die erste Scheibe, die thermoplastische Zwischenschicht und die zweite Scheibe durch Lamination verbunden werden.
Das Verfahren kann zusätzlich die Schritte der Bereitstellung mindestens einer zusätzlichen Zwischenschicht und der Anordnung dieser zwischen der ersten und der zweiten Scheibe
umfassen. Bei der einen zusätzliche Zwischenschicht handelt es sich bevorzugt um eine funktionale Zwischenschicht, insbesondere eine IR-reflektierende Schicht, eine UV-Strahlung absorbierende Schicht, eine Barriereschicht, eine Zwischenschicht mit akustischen dämpfenden Eigenschaften oder eine Kombination dieser.
Die verschiedenen Ausgestaltungen der Erfindung können einzeln oder in beliebigen Kombinationen realisiert sein. Insbesondere sind die vorstehend genannten und nachstehend zu erläuternden Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung einsetzbar, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren und Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die Figuren sind eine schematische Darstellung und nicht maßstabsgetreu. Die Figuren schränken die Erfindung in keiner Weise ein.
Es zeigen:
Figur 1 eine Draufsicht auf eine Verbundscheibe einer gattungsgemäßen Projektionsanordnung,
Figur 2 einen Querschnitt durch die Verbundscheibe,
Figur 3 einen Querschnitt durch eine erste Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe, und
Figur 4 einen Querschnitt durch eine Ausgestaltung einer ersten Beschichtung und einer zweiten Beschichtung.
Angaben mit Zahlenwerten sind in aller Regel nicht als exakte Werte zu verstehen, sondern beinhalten auch eine Toleranz von +/- 1 % bis zu +/- 10 %.
Figur 1 zeigt schematisch eine Verbundscheibe 10 mit einer Oberkante O, einer Unterkante U und einem sogenannten HUD-Bereich B. Im Eingebauten Zustand kann sich der HUD-Bereich im unteren Bereich in der Nähe der Unterkante der Verbundscheibe 10 befinden. In einem umlaufenden Randbereich der Verbundscheibe 10 kann sich zusätzlich eine rahmenförmige umlaufende opake Abdeckschicht befinden.
Figur 2 zeigt schematisch eine gattungsgemäße Projektionsanordnung für ein HUD System. Die Projektionsanordnung umfasst die Verbundscheibe 10, die als Windschutzscheibe eines
Personenkraftwagens ausgebildet ist. Die Verbundscheibe 10 trennt einen Innenraum des Personenkraftwagens von einer äußeren Umgebung ab. Weiterhin weist die Projektionsanordnung einen Projektor 4 auf, der auf einen Bereich der Verbundscheibe 10 gerichtet ist. Dieser Bereich wird üblicherweise als HUD-Bereich B bezeichnet. In diesem Bereich können durch den Projektor 4 erzeugte Bilder projektiert werden, welche von einem Betrachter 5 (z.B. Fahrzeugfahrer) als virtuelle Bilder auf der von ihm abgewandten Seite der Verbundscheibe 10 wahrgenommen werden, wenn sich seine Augen innerhalb der sogenannten Eyebox E befinden.
Die Verbundscheibe 10 ist aufgebaut aus einer ersten Scheibe 1 als Außenscheibe und einer zweiten Scheibe 2 als Innenscheibe des Personenkraftwagens, die über eine thermoplastische Zwischenschicht 3 miteinander verbunden sind. Die thermoplastische Zwischenschicht 3 weist einen keilförmigen Querschnitt auf. Der Keilwinkel der Zwischenschicht 3 beträgt 0,5 mrad. Die Zwischenschicht 3 weist ein dickeres erstes Ende und ein dünneres zweites Ende auf. Der Dickenanstieg von dem zweiten Ende zum ersten Ende der thermoplastischen Zwischenschicht 3 ist kontinuierlich linear. Die thermoplastische Zwischenschicht 3 ist farblos. Die thermoplastische Zwischenschicht 3 ist an ihrem dünneren zweiten Ende 0,76 mm dick.
Die Unterkante U der Verbundscheibe 10 ist nach unten in Richtung des Motors des Personenkraftwagens angeordnet, ihre Oberkante O nach oben in Richtung des Dachs. Die erste Scheibe 1 ist in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandt, die zweite Scheibe 2 dem Fahrzeuginnenraum. Die Verbundscheibe 1 kann jede beliebige geeignete geometrische Form und/oder Krümmung aufweisen. Als Windschutzscheibe weist sie typischer Weise eine konvexe Wölbung auf.
Figur 3 zeigt schematisch eine erste Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe 10 im Querschnitt. Die erste Scheibe 1 weist eine außenseitige Oberfläche I auf, die in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandt ist, und eine innenraumseitige Oberfläche II, die in Einbaulage dem Innenraum zugewandt ist. Weiterhin umfasst die Verbundscheibe 1 die zweite Scheibe 2, welche eine außenseitige Oberfläche III und eine innenraumseitige Oberfläche IV aufweist. Die Oberfläche III ist in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandt. Hingegen ist die Oberfläche IV in Einbaulage der äußeren Umgebung zugewandt.
Die erste Scheibe 1 als Außenscheibe im eingebauten Zustand und die zweite Scheibe 2 als Innenscheibe bestehen beispielsweise aus Kalk-Natron-Glas. Die erste Scheibe 1 weist beispielsweise eine Dicke von 2,1 mm auf. Die zweite Scheibe 2 weist eine Dicke von 1 ,6 mm auf und ist damit deutlich dünner als üblicherweise eingesetzte Innenscheiben in
Windschutzscheiben. Alternativ kann die Dicke der zweiten Scheibe (2) 1 ,4 mm oder 1 ,1 mm betragen. Die Verringerung der Dicke der zweiten Scheibe 2, also der Innenscheibe im eingebauten Zustand eines Fahrzeugs, geht mit einer Angleichung der ersten Reflexion an die zweite Reflexion einher. Das bedeutet, dass das Bild, welches an der zweiten Oberfläche IV der zweiten Scheibe 2 entsteht, näher an das Bild aus der zweiten Reflexion, welches an der zweiten Oberfläche der ersten Scheibe II entsteht, heranrückt. Die Bilder überlappen stärker, wodurch der Eindruck der resultierenden HUD-Darstellung verbessert wird.
Die erste Scheibe 1 weist zumindest eine Tönung auf. Aufgrund der Tönung der ersten Scheibe 1 ist eine gute HUD-Darstellung (Projektorbild) mit hohem Kontrast möglich. Die Zwischenschicht 3 ist beispielsweise aus einer PVB-Folie ausgebildet. Die thermoplastische Zwischenschicht 3 weist einen keilförmigen Querschnitt auf. Der Keilwinkel der Zwischenschicht 3 beträgt 0,5 mrad. Die Zwischenschicht 3 weist ein dickeres erstes Ende und ein dünneres zweites Ende auf. Der Dickenanstieg von dem zweiten Ende zum ersten Ende der thermoplastischen Zwischenschicht 3 ist kontinuierlich linear. Die thermoplastische Zwischenschicht 3 ist farblos. Die thermoplastische Zwischenschicht 3 ist an ihrem dünneren zweiten Ende 0,76 mm dick oder alternativ 0,38 mm. Die PVB-Folie kann mit absorbierenden Eigenschaften im NIR-Bereich ausgebildet sein.
Die zweite (innenraumseitige) Oberfläche II der ersten Scheibe 1 ist mit einer erfindungsgemäßen ersten Beschichtung 20 versehen, die einen Brechungsindex von mindestens 1 ,9 aufweist. Die erste Beschichtung 20 weist eine Schicht eines optisch hochbrechenden Materials auf. Die optisch hochbrechende Schicht der ersten Beschichtung 20 ist bevorzugt auf Basis von Siliziumnitrid, Silizium-Metall-Mischnitriden wie Siliziumzirkoniumnitrid (SiZrNx), Silizium-Titan-Mischnitrid oder Silizium-Hafnium-Mischnitrid ausgebildet. Die Schichtdicke der optisch hochbrechenden Schicht sollte bevorzugt 20 nm bis 80 nm betragen, besonders bevorzugt 30 nm.
Die zweite (innenseitige) Oberfläche IV der zweiten Scheibe 2 ist mit einer erfindungsgemäßen zweiten Beschichtung 30 versehen. Die erfindungsgemäße erste Beschichtung 20 und die zweite Beschichtung 30 sind auf die Reflexion p-polarisierter Strahlung optimiert. Sie dienen als Reflexionsflächen für die Strahlung des Projektors 4 zur Erzeugung der HUD-Projektion. Eine erste Reflexion findet an der ersten Beschichtung 20 statt. Da der Einstrahlwinkel der Projektorstrahlung allerdings geringfügig vom Brewster- Winkel abweicht, findet auch an den Luft-Glasübergängen eine zweite Reflexion der Projektorstrahlung statt, was zur Ausbildung eines zweiten Bildes führt. Das zweite Bild, welches durch die zweite Reflexion an der innenraumseitigen Oberfläche IV der Scheibe 2 erzeugt wird, kann hier durch die sehr geringe
Dicke der zweiten Scheibe 2 sich gut mit dem Hauptbild, welches durch die erste Reflexion an der ersten Beschichtung 20 erzeugt wird, überlagern. Da die Intensität der reflektierten Strahlung (im Gegensatz zur Reflexion an der außenseitigen Oberfläche l der Außenscheibe 1) nicht bereits durch den Durchgang durch die zweite Beschichtung 30 geschwächt ist, verstärkt das zweite Bild die Sichtbarkeit des ersten Bildes, welches aus der Reflektion an der ersten Beschichtung 20 resultiert.
Wird vom Innenraum des Personenkraftwagens durch die Verbundscheibe 1 geblickt, ist die erste Beschichtung 20 und die zweite Beschichtung 30 vor der getönten ersten Scheibe 1 (Außenscheibe) angeordnet. Dadurch entsteht bei der Bestrahlung der ersten und zweiten Beschichtung 20, 30 mit p-polarisiertem Licht 10 des Projektors 4 eine besonders kontrastreiche und visuell gut wahrnehmbare HUD-Darstellung.
Die Strahlung des Projektors 4 ist im Wesentlichen p-polarisiert. Da der Projektor 4 die Verbundscheibe 10 mit einem Einfallswinkel von etwa 65° bis 75° bestrahlt, der nahe dem sogenannten Brewster-Winkel liegt, wird die Strahlung des Projektors nur unwesentlich an der ersten (aussenseitigen) Oberfläche I der Verbundscheibe 10 reflektiert. Der Projektor 4 ist beispielsweise ein Display, vorliegend ein LCD-Display. Möglich wäre beispielsweise auch, dass es sich bei der Verbundscheibe 10 um eine Dachscheibe, Seiten- oder Heckscheibe handelt. Bei der p-polarisierten Strahlung handelt es sich um Lichtwellen innerhalb des vom Menschen visuell wahrnehmbaren Wellenlängenbereiches von 380 nm bis 780 nm
Figur 4 zeigt die Schichtenfolge einer beispielshaften Ausgestaltung der zweiten Beschichtung 30. Die zweite Beschichtung 30 weist eine erste Schicht eines dielektrischen Materials 30.1 mit einem Brechungsindex größer oder gleich 1 ,9 und eine zweite Schicht eines dielektrischen Materials 30.2 mit einem Brechungsindex kleiner oder gleich 1 ,6 auf. Die erste Schicht der zweiten Beschichtung 30 weist ein dielektrisches Material 30.1 auf Basis von Siliziumnitrid, Silizium-Metall-Mischnitriden wie Siliziumzirkoniumnitrid (SiZrNx), Silizium-Titan-Mischnitrid oder Silizium-Hafnium-Mischnitrid. Die zweite Schicht 30.2 der zweiten Beschichtung 30 weist ein dielektrisches Material 30.2 auf Basis von Siliziumoxid (SiCh) auf. Die zweite Schicht ist gegenüber der ersten Schicht eine optisch niedrigbrechende Schicht. Die Schichtdicken der dielektrischen Schichten der zweiten Beschichtung 30 sollten bevorzugt 50 nm bis 200 nm betragen, besonders bevorzugt 70 nm bis 115 nm.
Die erste Schicht 30.1 und die zweite Schicht 30.2. der zweiten Beschichtung 30 sind deckungsgleich übereinander angeordnet, wobei die erste Schicht 30.1 auf zweiten
Oberfläche IV der zweiten Scheibe 2 und die zweite Schicht 30.2 auf der ersten Schicht 30.1 aufgebracht ist.
Während es intuitiv naheliegend wäre, mittels einer reflexionsmindernden Beschichtung (Antireflexionsbeschichtung) die Reflexion an der zweiten Oberfläche IV der zweiten Scheibe 2 zu verringern, ist die innenraumseitigen Oberfläche IV der zweiten Scheibe 2 erfindungsgemäß ganz im Gegenteil mit einer reflexionssteigernden Beschichtung 30 versehen, welche die Gesamtreflektivität der zweiten Oberfläche IV erhöht.
Die Schichtenfolgen einer Verbundscheibe 10 mit der ersten Beschichtung 20 auf der zweiten (innenseitigen) Oberfläche II der ersten Scheibe 1 und der zweiten Beschichtung 30 auf der zweiten (innenseitigen) Oberfläche IV der zweiten Scheibe 2 gemäß des erfindungsgemäßen Beispiels 1 sind, zusammen mit den Materialien und geometrische Schichtdicken der Einzelschichten, in Tabelle 1 dargestellt.
Tabelle 1 :
Durch eine zusätzliche Absorption der Wärmestrahlung an der Zwischenschicht 3 wird der TTS-Wert der Verbundscheibe bis zu 3 % verbessert, sprich reduziert. Dieses Ergebnis war für den Fachmann unerwartet und überraschend.
Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Verbundscheibe 10 besteht darin, dass hochfrequente Signale die Verbundscheibe 10 durchdringen können und gleichzeitig die Reflektivität im Hinblick auf HUD Darstellungen verbessert wird. Zusätzlich ist die außenseitige
Reflexionsfarbe relativ neutral (bläulich/grünen Stich), so dass die Verbundscheibe keinen unangenehmen Farbstich (z.B. rötlichen Stich) aufweist.
Bezugszeichenliste:
1 erste Scheibe
2 zweite Scheibe
3 thermoplastische Zwischenschicht
4 Projektor
5 Betrachter / Fahrzeugfahrer
10 Verbundscheibe
20 erste Beschichtung
30 zweite Beschichtung
30.1 erste Schicht der zweiten Beschichtung 30
30.2 zweite Schicht der zweiten Beschichtung 30
O Oberkante der Verbundschutzscheibe 10
U Unterkante der Verbundschutzscheibe 10
B HUD-Bereich der Verbundschutzscheibe 10
E Eyebox l erste, von der Zwischenschicht 3 abgewandte Oberfläche der ersten Scheibe 1
11 zweite, zur Zwischenschicht 3 hingewandte Oberfläche der ersten Scheibe 1
III erste, zur Zwischenschicht 3 hingewandte Oberfläche der zweiten Scheibe 2
IV zweite, von der Zwischenschicht 3 abgewandte Oberfläche der zweiten Scheibe 2