Beschreibung
Verfahren und Prozessorschaltung zum Schätzen eines absoluten Flächenwerts einer freien Ladefläche und/oder eines absoluten Längenwerts freier Lademeter in einem Frachtraum sowie Logistiksystem
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Prozessorschaltung zum Schätzen eines absoluten Flächenwerts einer freien Ladefläche in einem Laderaum oder Frachtraum. Als „freie Ladefläche“ wird hier ein unbedeckter Teil einer Gesamtladefläche des Frachtraums (Frachtraumboden) bezeichnet und der reale oder absolute Flächenwert ist eine Angabe in Quadratmeter oder Squarefeet oder ähnliches, also eine Angabe in einem absoluten Flächenmaß. Ein anderes, vorteilhaftes Maß sind die sogenannten freien Lademeter, welche die z.B. aus der Fläche ableitbare Länge an freier Ladefläche angeben, die garantiert noch im Laderaum verfügbar ist. Die Schätzung soll auf Basis einer Fotographie der freien Ladefläche und Lademeter erfolgen können. Die Erfindung umfasst auch ein Logistiksystem, welches die besagte Prozessorschaltung nutzt.
Der Ladezustand von Lkw-Anhängern (Lkw - Lastkraftwagen) oder anderem Frachtraum eines Logistikunternehmens ist den Fuhrparkleitern oft unbekannt. Daher sind die Flottenmanager nicht in der Lage, zusätzliche Ladungen auf den von ihren Lkw befahrenen Strecken zu akzeptieren oder zuzuordnen.
Es ist aber üblich, dass Lkw-Fahrer nach dem Verladen von Transportgütern oder Frachtstücken Fotos vom Innenraum des Frachtraums machen, um die Einhaltung der Ladungssicherung zu dokumentieren. Aber diese Bilder geben keine Auskunft über den Ladungsstatus.
Ein Verfahren zum Schätzen einer noch verbleibenden Transportkapazität in Frachträumen eines Logistiksystems ist beispielsweise aus der EP 3 872 461 A1 bekannt. Das Verfahren nutzt Bilddaten einer Fotografie, die beispielsweise ein Fahrer von dem jeweiligen Frachtraum anfertigt. Mittels eines
Bildverarbeitungsalgorithmus wird aus den Bilddaten die Information über die noch verfügbare freie Ladefläche ermittelt.
Aus der EP 3 872 725 A1 ist ebenfalls ein Verfahren zum Ermitteln eines Beladungszustands eines Frachtraums eines Lastkraftwagens bekannt. Demnach wird in einer Fotografie des Frachtraums ermittelt, wo sich Frachtstücke befinden und mittels einer Gitterprojektion wird der Abstand der Vorderkante des Frachtraums am Eingang bis zu den Frachtstücken geschätzt. Dies erfordert die Installation eines Projektors zum Projizieren der Gitterprojektion im Laderaum.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit geringem hardwaretechnischen Aufwand die verbleibende freie Ladefläche in einem Frachtraum, beispielsweise in einem Anhänger oder Koffer eines Lastkraftwagens oder in einem Frachtcontainer, zu schätzen.
Die Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die abhängigen Patentansprüche, die folgende Beschreibung sowie die Figuren beschrieben.
Als eine Lösung umfasst die Erfindung ein Verfahren zum Schätzen eines absoluten Flächenwerts einer freien Ladefläche und/oder ein absoluter Längenwert der sogenannten freien Lademeter in einem Frachtraum. Die freie Ladefläche ist ein unbedeckter Teil einer Gesamtladefläche des Frachtraums. Wie bereits beschrieben, bezeichnet der Begriff „absolut“ hier eine Angabe in einem absoluten Längenmaß beziehungsweise Flächenmaß. Ein absoluter Flächenwert ist somit eine Angabe beispielsweise in Quadratmeter oder Quadratdezimeter oder Quadratzentimeter oder Squarefeet, um nur Beispiele zu nennen. Dagegen wäre ein relativer Flächenwert eine Angabe in einem Verhältnis, beispielsweise 50 Prozent oder 70 Prozent. Ein absolutes Längenmaß ist entsprechend eine Angabe in Meter oder Zentimeter oder Feet, um nur Beispiele zu nennen. Der Frachtraum, dessen noch verfügbare freie Ladefläche geschätzt werden soll, kann beispielsweise in einem Hänger eines Lastkraftwagens oder die Ladefläche eines Lastkraftwagens oder in einem Frachtcontainer vorhanden sein. Die freie
Ladefläche ist derjenige Teil, auf dem noch beispielsweise Paletten oder allgemein Frachtstücke auf dem Boden des Frachtraums abgelegt oder abgestellt werden können. Falls nur der absolute Längenwert benötigt wird (nicht auch der absolute Flächenwert), so können von solchen Pixeln, welche in der Fotographie eine Fluchtlinie bilden, die eine jeweilige eine Oberkante (hinteres Ende oder Hinterkante) und eine Unterkante (vorderes Ende oder Vorderkante) der segmentierten freie Ladefläche verbindet, zugeordnete absolute Pixeltiefenwerte zu dem absoluten Längenwert der freien Lademeter aufsummiert werden. Der absolute Längenwert kann aber bei bekanntem absolutem Breitenwert der Gesamtladefläche stattdessen aus dem absoluten Flächenwert berechnet werden.
Das Verfahren nutzt die eingangs beschriebene Fotografie, wie sie z.B. von einem Fahrer eines Lastkraftwagens zur Dokumentation der Ladungssicherung gemacht worden sein kann. Anhand dieser Fotografien oder Bilder wird mit Hilfe von Bildverarbeitung und/oder künstlicher Intelligenz der freie Bodenraum (d.h. die freie Ladefläche) im Anhänger oder allgemein im Frachtraum abgeschätzt.
Durch eine Prozessorschaltung werden hierzu Bilddaten einer Kamera empfangen, die eine Fotografie der freien Ladefläche darstellen. In den Bilddaten wird mittels eines Segmentierungsalgorithmus die in der Fotografie abgebildete freie Ladefläche ermittelt. Damit steht die Information zur Verfügung, welche und/oder wie viele Pixel der freien Ladefläche entsprechen. Von denjenigen Pixeln, welche die segmentierte freie Ladefläche darstellen, werden zugeordnete absolute Pixelflächenwerte der Pixel zu dem absoluten Flächenwert aufsummiert. Damit erhält man die gesuchte Angabe der freien Ladefläche als absolute Flächenangabe.
Als Kamera kann beispielsweise ein Smartphone oder ein Tablet-PC oder eine Smartwatch oder eine smarte Brille (Datenbrille) genutzt werden. Es ist also keine fest im oder am Frachtraum installierter Sensor (e.g. Kamera, Lidar, Radar, Ultraschallsensor) notwendig. Die besagte Prozessorschaltung kann in der Kamera, so beispielsweise in einem Smartphone, integriert sein oder es kann sich um einen so genannten Backend-Server oder einen Servercomputerhandeln, der
die Bilddaten aus der Kamera über eine Kommunikationsverbindung, beispielsweise eine Internetverbindung, empfängt. In einer solchen Fotografie kann eine so genannte Segmentierung durchgeführt werden, also eine Unterscheidung oder Zuordnung dahingehend, was durch ein einzelnes Pixel der Fotografie dargestellt ist, ob also das Pixel Teil der Abbildung der freien Ladefläche oder Teil einer Abbildung eines Frachtstücks ist, um nur Beispiele zu nennen. Es liegt also nach dem Anwenden eines Segmentierungsalgorithmus pro Pixel die Information vor, ob dieses Pixel die freie Ladefläche darstellt oder nicht. Eine sehr einfache Implementierung eines Segmentierungsalgorithmus kann beispielsweise auf einer Auswertung einer Farbinformation in der Fotografie beruhen. Ist bekannt, dass die Gesamtladefläche, also der Boden des Frachtraums, auf welchem Frachtstücke angeordnet werden können, eine charakteristische Farbe hat, beispielsweise hellgrau oder rot oder holzfarben, und die angrenzende Umgebung eine andere Farbe aufweist, so kann in der Fotografie zu einem Pixel ermittelt werden, ob es diese charakteristische Farbe aufweist, und dann dieses Pixel als Darstellung eines Teils der freien Ladefläche oder zur freien Ladefläche interpretiert oder zugeordnet werden, was als Segmentieren bezeichnet wird. Dies ist aber nur ein Beispiel, ein bevorzugter Segmentierungsalgorithmus wird im Weiteren noch beschrieben.
Von der Gesamtladefläche kann angenommen werden, dass diese horizontal ausgerichtet oder angeordnet ist. Aus einer Fotografie einer horizontal angeordneten Gesamtladefläche kann durch geometrische Berechnungen ermittelt werden, wie viel absoluter Fläche der „Bildausschnitt“ eines einzelnen Pixels entspricht oder darstellt. Denkt man sich das Pixel als rechteckigen Ausschnitt der Fotografie, so kann über die Geometrie der Kamera und/oder das optische System der Kamera beispielsweise eine Rückprojektion berechnet werden, durch welche ermittelt werden kann, auf welche Fläche im Laderaum oder Frachtraum dieses Rechteck eines einzelnen Pixels auf der freien Ladefläche abgebildet würde, wenn man die Rückprojektion durchführt. Die sich durch Abbilden beispielsweise des besagten Rechtecks des Pixels auf die freie Ladefläche ergebende Flächengröße ergibt den besagten absoluten Pixelflächenwert, der beispielsweise in einem Bereich von 5 cm2 bis 0,5 m2 liegen
kann. Fasst man all diejenigen Pixel zusammen, die gemäß des Segmentierungsalgorithmus als freie Ladefläche kategorisiert oder gelabelt oder markiert sind, so kann durch Berechnen oder Aufsummieren von deren einzelnen Pixelflächenwerten die gesuchte berechnet werden.
In Abhängigkeit davon, unter welchen Voraussetzungen oder unter welchen Bedingungen die Fotografie mittels der Kamera erzeugt wurde, kann bereits im Voraus bekannt sein, wie viel Fläche des Frachtraums durch ein einzelnes Pixel repräsentiert ist. Ein Pixel repräsentiert einen rechteckigen Bildausschnitt (das besagte „Rechteck“, in welchem ein von der Kamera aus sichtbarer Teil der Szenerie, insbesondere der freien Ladefläche, abgebildet oder dargestellt ist. Ist bekannt, wie groß (in Angabe eines absoluten Pixelflächenwerts) die Fläche des durch ein einzelnes Pixel dargestellten Teils der freien Ladefläche ist, so kann durch Aufsummieren all derjenigen Pixel, die gemäß des Segmentierungsalgorithmus zu der freien Ladefläche gehören, die insgesamt verfügbare freie Ladefläche als absoluter Flächenwert berechnet werden. Ist beispielsweise die Relativposition der Kamera zur Gesamtlagefläche bekannt, kann der absolute Pixelflächenwert pro Pixel in Konfigurationsdaten fest vorgegeben sein. Der jeweilige absolute Pixelflächenwert der durch ein einzelnes Pixel repräsentierten Flächengröße der freien Ladefläche kann damit beispielsweise im Voraus ermittelt werden und in einer Tabelle abgelegt werden, um ein einfaches Beispiel einer Ausführung der Erfindung zu geben. Es kann dann durch eine Bedienperson der Kamera sichergestellt werden, dass mittels der Kamera die Fotografie aus einer Perspektive oder aus einer Position heraus erzeugt wird, für die sich eine entsprechende Abbildung der freien Ladefläche ergibt, die dann mittels der Konfigurationsdaten in absolute Pixelflächenwerte umgerechnet oder abgebildet werden können.
Durch die Erfindung ergibt sich der Vorteil, dass keine zusätzliche schaltungstechnische Installation in dem Frachtraum selbst notwendig ist, um die noch verfügbare freie Ladefläche, also denjenigen Teil der Gesamtladefläche, der noch nicht durch ein Frachtstück bedeckt ist, als einen absoluten Flächenwert anzugeben, also beispielsweise anzugeben, dass in dem Frachtraum noch
3 Quadratmeter oder 7,5 Quadratmeter freier Ladefläche verfügbar sind. Zudem ergibt sich ein Vorteil deshalb, weil in der Fotographie / den Bilddaten aktiv die freie Ladefläche gesucht wird und nicht andersherum Frachtstücke oder blockierende Objekte auf der Gesamtladefläche. Dies vereinfacht in entscheidender Weise die Bildverarbeitung, weil nicht auf die vielfältigen, möglichen Formen von Frachtstücken Rücksicht genommen werden muss.
Die Erfindung umfasst auch Weiterbildungen, durch die sich zusätzliche Vorteile ergeben.
Eine Weiterbildung umfasst, dass angenommen wird oder gegeben ist, dass die Gesamtladefläche insgesamt rechteckig ist und in der Fotografie eine Vorderkante der rechteckigen Gesamtladefläche parallel zu einer Sensorebene eines Bildsensors der Kamera angeordnet dargestellt ist und sich gegenüberliegende Seitenkanten der Gesamtladefläche in dem Frachtraum senkrecht von der Vorderkante nach hinten erstrecken. Mit anderen Worten ist der Boden des Frachtraums rechteckig, wie es für Frachtcontainer oder Trailer von Lastkraftwagen üblich ist. Um sicherzustellen, dass die Fotografie den Frachtraum mit der Gesamtladefläche in der beschriebenen Weise darstellt oder abbildet, kann beispielsweise eine Instruktion an die Bedienperson der Kamera vorgegeben oder ausgegeben sein. Dies kann beispielsweise mittels eines Applikationsprogramms (einer so genannten App) erreicht werden, die in der Kamera betrieben werden kann, also beispielsweise einem Smartphone, um hierdurch zu erreichen, dass die Bedienperson die Fotographie aus einer entsprechenden Perspektive aufnimmt. Die Vorderkante ist also parallel zur Sensorebene des Bildsensors angeordnet und bevorzugt waagerecht ausgerichtet. Bevorzugt wird die Fotografie mittig bezüglich der Vorderkante aufgenommen, so dass ausgehend von der Kamera ein linker Abschnitt und ein rechter Abschnitt der Vorderkante gleich lang sind. Bevorzugt wird die Fotografie aus einer Höhe zwischen 1 ,4 Meter und 2 Meter oberhalb der Gesamtladefläche aufgenommen. Die Gesamtladefläche ist bevorzugt horizontal ausgerichtet, während die Fotografie aufgenommen wird. Bevorzugt ist die freie Ladefläche von schräg oben aus einem Bereich außerhalb der Gesamtladefläche aufgenommen.
Bevorzugt ist die Sensorebene des Bildsensors parallel zu einer die Gesamtladefläche rückwärtig begrenzenden senkrechten Rückwand des Frachtraums angeordnet. All dies hilft vermeiden, dass eine perspektivische Verzerrung der abgebildeten Kanten und/oder Linien die Schätzung des absoluten Flächenwerts verfälscht. Entsprechende Anweisungen können in der beschriebenen Weise über die Kamera, beispielsweise ein Smartphone, ausgegeben werden, so dass die Bedienperson sich entsprechend verhält. Zusätzlich oder alternativ dazu kann in einem Display (Bildschirm) der Kamera eine Darstellung von zumindest einer Orientierungslinie oder Führungslinie, bevorzugt mehrerer Führungslinien, erfolgen, die an beispielsweise der Vorderkante und/oder den Seitenkanten auszurichten sind, bevor der Auslöser der Kamera betätigt wird, also bevor die Bilddaten erzeugt werden. Es kann zusätzlich oder alternativ vorgesehen sein, dass die Kamera selbsttätig auslöst, wenn eine Übereinstimmung der Vorderkante und/oder der Seitenkanten in Bezug auf vorgegebene Führungslinien mittels eines Bildverarbeitungsalgorithmus detektiert wird. Dazu ist es dann lediglich notwendig, dass die Bedienperson die Kamera ausrichtet oder verschwenkt oder bewegt und bei durch den Bildverarbeitungsalgorithmus erkannter Übereinstimmung der Vorderkante und/oder der Seitenkanten bezüglich der Orientierungslinien oder Führungslinien wird dann automatisiert die Fotografie erzeugt oder die Kamera ausgelöst.
Das Verfahren umfasst darauf aufbauend, dass zu der Gesamtladefläche ein absoluter Breitenwert einer Breite der Gesamtladefläche und damit eine Länge der Vorderkante empfangen wird. Ein solcher absoluter Breitenwert kann beispielsweise anhand einer Modellangabe eines Modells des Frachtraums, beispielsweise eines Modells eines Hängers eines Lastkraftwagens, ermittelt werden. Der absolute Breitenwert kann auch beispielsweise aus einer Norm ausgelesen werden, die für diesen Typ von Frachtraum gilt, wie es beispielsweise bei Frachtcontainern für den Schiffsverkehr bekannt ist. Der Breitenwert und/oder eine Modellangabe betreffend den Frachtraum kann beispielsweise über die Kamera, beispielsweise ein Smartphone, von der Bedienperson empfangen werden, welche die Fotografie angefertigt hat.
Zudem umfasst das Verfahren, dass in den Bilddaten eine jeweilige Verlaufslinie der Seitenkanten anhand der Bilddaten mittels eines Fluchtliniendetektionsalgorithmus ermittelt werden. Wie bereits ausgeführt, enthält die Fotografie zusätzlich zu der Vorderkante, die horizontal und quer im Bild oder in der Fotografie angeordnet ist oder verläuft, auch einen Teil der Seitenkanten, die die Gesamtladefläche zu den Seiten hin nach rechts und links begrenzenden und die in den Bildhintergrund hin ausgerichtet sind. Zwar sind die Seitenkanten in Realität, das heißt, an der realen Gesamtladefläche parallel angeordnet. In der Fotografie sind sie aber auf einen Fluchtpunkt ausgerichtet, wie es für die an sich bekannte perspektivische Verzerrung oder perspektivische Flucht von Aufnahmen eines Rechtecks bekannt ist. Da die Fotografie von schräg oben auf die Gesamtladefläche, insbesondere die freie Ladefläche, ausgerichtet ist, ergibt sich entsprechend eine Anordnung der Seitenkanten, die ausgehend von den beiden Enden der Vorderkante nach oben dreieckig zulaufen. Der Fluchtliniendetektionsalgorithmus kann beispielsweise in einer einfachen Ausführungsform darauf beruhen, dass die Seitenkanten farblich markiert sind, beispielsweise durch rote Klebestreifen oder eine vorbekannte Farbe von der Umgebung abgehoben oder kontrastreich dargestellt sind. Der Verlauf einer solchen farbigen Linie in der Fotografie kann dann in einer Bildverarbeitung mittels Farbvergleich detektiert werden. Dies ist aber nur ein einfaches Beispiel für einen Fluchtliniendetektionsalgorithmus. Es kann auch ein in an sich bekannter Weise ein Kantendetektionsalgorithmus verwendet werden.
Zudem ist vorgesehen, dass in der Fotographie im Bereich der segmentierten freien Ladefläche „Pixelzeilen“ ermittelt werden. Diese bestehen jeweils aus denjenigen Pixeln, die sich von einer der Verlaufslinien zu der anderen der Verlaufslinien der Seitenkanten zur anderen erstrecken. Pro Pixelzeile wird aus dem absoluten Breitenwert der Gesamtladefläche und der jeweiligen Anzahl der Pixel der Pixelzeile ein absoluter Pixelbreitewert ermittelt wird. Das von der Vorderkante und den Verlaufslinien der Seitenkanten eingeschlossene Dreieck kann zumindest zu einem Teilbereich in der Fotografie oder in dem Bild zeilenweise gerastert werden, so dass sich horizontal verlaufende Pixelzeilen ergeben oder diese definiert oder ermittelt sind. Da der absolute Breitenwert
bekannt ist, also ein Wert, der beispielsweise in einem Bereich von einem Meter bis acht Meter liegen kann, und dieser absolute Breitenwert für jede Pixelzeile gilt, die beide Verlaufslinien verbindet (Abstand der Seitenkanten), so kann durch die Division des absoluten Breitenwerts durch die Anzahl der Pixel der jeweiligen Pixelzeile ermittelt werden, welcher absolute Pixelbreitewert durch das Pixel repräsentiert ist, also dessen horizontale repräsentierte absolute Abmessung auf der freien Ladefläche. Als möglicher absoluter Pixelbreitewert kann sich beispielsweise ein Wert in einem Bereich von 2 cm bis 50 cm ergeben. Dies hängt auch von einer Pixeldichte des beschriebenen Bildsensors ab.
Für den absoluten Pixelflächenwert des von dem Pixel repräsentierten Rechtecks auf der freien Ladefläche fehlt nun noch die zweite Abmessung, nämlich ein absoluter Pixellängswert oder Pixeltiefenwert, der angibt, wie weit oder wie tief sich die von dem Pixel repräsentierte Pixelfläche auf der freien Ladefläche in den Hintergrund oder von der Kamera weg erstreckt. Hierzu wird ein Abbildungsverhältnis ermittelt, das angibt, in welchem Größenverhältnis eine parallel zur Sensorebene angeordnete (insbesondere horizontale) Linie in der realen Umgebung in Abhängigkeit von ihrem absoluten Abstand zur Kamera und/oder in Abhängigkeit von einer Brennweite der Kamera dann auf der Sensorebene abgebildet wird. Die Linie repräsentiert die Breite eines (realen) Objekts, das auf dem Bildsensor abgebildet wird. Das Abbildungsverhältnis kann in einer einfachen Ausführungsform beispielsweise durch Versuche oder Testmessungen ermittelt werden, so dass in der Prozessorschaltung ein Kennfeld und/oder eine Abbildungstabelle (Lookup-Tabelle) bereitgestellt werden kann. Mittels des Abbildungsverhältnisses kann entschieden werden, wie weit ein Gegenstand oder ein Objekt oder eine Linie von der Kamera entfernt gewesen sein muss, damit ihre Breite (nämlich der absolute Breitenwert) sich auf eine bestimmte oder gegebene Anzahl an Pixeln abbildet oder diesen entspricht.
Mittels des Abbildungsverhältnisses kann beispielsweise entschieden werden, wie weit eine Linie der Breite 2,5 Meter von der Kamera entfernt gewesen sein muss, damit sie in der Fotografie eine Breite oder Länge von 520 Pixeln aufweist. Das Abbildungsverhältnis kann also eine Angabe X Meter Breite wird bei A Meter
Abstand auf N Pixel Breite in der Fotographie abgebildet. Da M und N bekannt sind, kann A berechnet werden.
Nun kann also pro Pixelzeile ein absoluter Abstandswert der Pixelzeile anhand des absoluten Breitenwerts und des Abbildungsverhältnisses und der Anzahl der Pixel der Pixelzeile berechnet werden. Aus einem absoluten Differenzwert des Abstandswerts der Pixelzeile n und des Abstandswerts einer benachbarte Pixelzeile n+1 kann ein absoluter Pixeltiefenwert berechnet werden. Man kann also annehmen, dass der absolute Abstandswert einer Pixelreihe beispielsweise dem Abstand der vorderen Kante des durch das Pixel repräsentierten Rechtecks auf der Ladefläche oder der hinteren Kante dieses Rechtecks entspricht. Der absolute Differenzwert der absoluten Abstandswerte zweier benachbarter oder in der Fotografie aufeinander liegender Pixelreihen oder Pixelzeilen kann dann als Angabe der Pixeltiefe oder eben der Länge des Rechtecks, das durch das Pixel repräsentiert ist, in Richtung Bildtiefe, also senkrecht zur Vorderkante der Gesamtladefläche, angenommen werden. Diese Schätzung hat sich als geeignet erwiesen, um eine präzise Schätzung der freien Ladefläche als absoluter Flächenwert zu berechnen.
Das Produkt aus Pixelbreitenwert und Pixeltiefenwert entspricht dem absoluten Pixelflächenwert des Rechtecks, das durch das Pixel auf der freien Ladefläche repräsentiert ist. Insgesamt kann damit nämlich pro Pixel der Pixelzeilen ein dem jeweiligen Pixel entsprechender absoluter Pixelflächenwert aus dem Pixelbreitenwert und dem Pixeltiefenwert berechnet und dem Pixel zugeordnet werden. Somit kann in Kenntnis des Abbildungsverhältnisses ohne zusätzliche Markierungen auf der freien Ladefläche geschätzt werden, welcher absolute Pixelflächenwert durch jedes Pixel auf der freien Ladefläche repräsentiert oder abgebildet oder gezeigt ist.
Als Alternative kann vorgesehen sein, auf der Gesamtladefläche Marker anzubringen, beispielsweise farblich abgesetzte Symbole, beispielsweise Rechtecke auf der Gesamtladefläche. Mittels eines Bildverarbeitungsalgorithmus kann ein solcher Marker detektiert werden, beispielsweise anhand seines
Farbwertes, der entsprechende Pixelwerte hervorruft, und es kann gezählt werden, durch wie viele Pixel in der Abbildung eines solchen Markers enthalten sind. Da die Fläche eines solchen Markers bekannt ist (beispielsweise kann die Größe eines solchen Markers im Bereich von 5 cm2 bis 40 cm2 liegen), kann auch geschätzt werden, welchen absoluten Pixelflächenwert jedes der Pixel im Marker repräsentiert oder abbildet. Dieser Pixelflächenwert gilt dann auch zumindest näherungsweise für umliegende Pixel. Es können mehrere Marker für unterschiedliche Bildtiefen vorgesehen werden.
Eine Weiterbildung umfasst, dass der Fluchtliniendetektionsalgorithmus umfasst, dass in der Fotographie eine Kantendetektion durchgeführt wird und detektierte Kanten verlängert werden, sodass sich Schnittpunkte der verlängerten Kanten ergeben, und eine Region mit höchster Schnittpunktdichte als Fluchtpunkt der Fotographie festgelegt wird und die Verlaufslinien jeweils als Verbindungslinie des Fluchtpunkts zu jeweils einem Ende der Vorderkante festgelegt werden. Dieser Fluchtliniendetektionsalgorithmus weist den Vorteil auf, dass nicht bekannt sein muss, welche der in der Fotografie dargestellten Kanten die eigentlichen Seitenkanten der Gesamtladefläche darstellen. Es ist somit keine Vorbereitung der Seitenkanten, beispielsweise durch farbliches Markieren, notwendig. Es hat sich gezeigt, dass durch den beschriebenen Fluchtliniendetektionsalgorithmus sich der Fluchtpunkt im Bild als stärkster oder wahrscheinlichster Schnittpunkt oder häufigster Schnittpunkt der paarweisen Schnitte der verlängerten Kanten ergibt, was zu dem Wert der höchsten Schnittpunktdichte führt. Die Region kann ein einzelnes Pixel darstellen oder eine Gruppe mehrerer Pixel, beispielsweise ein Rechteck der Kantenlänge 30 Pixel mal 30 Pixel, um nur ein Beispiel zu nennen. Es kann dann für unterschiedliche Regionen ausgewertet werden, wie viele Schnittpunkte sich darin befinden. Die Region höchster Schnittpunktdichte (z.B. deren Zentrum) stellt dann den Fluchtpunkt dar. Wie bereits beschrieben, zeigen die Seitenkanten in der beschriebenen geometrischen Anordnung auf diesen Fluchtpunkt. Eine Verbindungslinie dieses Fluchtpunkts mit jeweils einem Ende der Vorderkante der Gesamtladefläche entspricht dann dem Verlauf der beiden Seitenkanten. Allerdings ist diese Verbindungslinie länger als die Seitenkanten, da
der Fluchtpunkt im Bereich der Rückwand des Frachtraums liegen kann und/oder die Seitenkanten durch Frachtstücke teilweise verdeckt sein können.
Eine Weiterbildung umfasst, dass der Segmentierungsalgorithmus umfasst, dass die Bilddaten einem Modell des maschinellen Lernens als Eingabedaten zugeführt werden, wobei das Modell dazu trainiert ist, mittels einer pixelweisen Klassifikation der Bilddaten jeweilige Pixel zu einer der folgenden Klassen zuzuordnen: der Gesamtladefläche, einer Seiteninnenwand des Frachtraums, einer Decke des Frachtraums, und das Modell entsprechende Segementierdaten erzeugt, wobei ein jeweiliges Pixel eines unbekannten Objekts zu einem von den Klassen verschiedenen Segmentierergebnis führt. Beispielsweise kann vorgesehen sein, Trainingsfotografien bereitzustellen, zu denen zusätzlich so genannte Labelingdaten bereitgestellt werden, durch welche angegeben ist, wo in der jeweiligen Trainingsfotografie die Gesamtladefläche, die Seiteninnenwand, die Decke des Frachtraums befindet. Eine Trainingsfotografie kann dabei einen leeren Frachtraum oder einen beladenen Frachtraum darstellen. In einer Trainingsfotografie mit einem beladenen Frachtraum ist dann anstelle der Gesamtladefläche die freie Ladefläche gelabelt oder markiert, also der sichtbare Teil der Gesamtladefläche. Es hat sich herausgestellt, dass ein Modell des maschinellen Lernens anhand solcher Fotografien Segmentierinformationen oder Segmentierdaten erzeugen kann, durch welche angegeben ist, wo in einer Fotografie eines beladenen oder unbeladenen Frachtraums sich freie Ladefläche, Seiteninnenwand beziehungsweise Decke befindet. Es kann jeweils ein anderer Ausgabewert für die Ladefläche, Seiteninnenwand und Decke vorgesehen sein. Für ein solches Modell des maschinellen Lernens hat sich herausgestellt, dass dann alle übrigen Elemente oder Objekte, das heißt unbekannte Objekte (nicht Ladefläche, Seiteninnenwand, Decke) durch einen entsprechenden Wert oder ein entsprechendes Segmentierergebnis durch das Modell gekennzeichnet werden. Wird beispielsweise Ladefläche durch ein schwarzes Pixel repräsentiert, Seiteninnenwand dunkelgrau und Decke hellgrau, so kann sich für ein unbekanntes Objekt als Segmentierergebnis die Farbe Weiß ergeben. Ein Beispiel für ein geeignetes Modell des maschinellen Lernens ist ein künstliches neuronales Netzwerk. Entsprechende Trainingsalgorithmen zum Trainieren eines solchen
Modells in der beschriebenen Weise sind aus dem Stand der Technik bekannt. Ein alternatives Modell kann beispielsweise ein so genannter Decision Tree oder eine Support Vactor Machine (SVM) sein. Die Verwendung des Segmentierungsalgorithmus mit dem beschriebenen Modell des maschinellen Lernens zum Detektieren der freien Ladefläche, also des freien Teils einer Gesamtladefläche eines Frachtraums stellt eine eigene Erfindung dar.
Eine Weiterbildung umfasst, dass eine Dreiecksfläche aus den Verlaufslinien der Seitenkanten und der Vorderkante der Frachtraumbodens (Gesamtladefläche) mit den Segmentierdaten überlagert oder maskiert wird und die freie Ladefläche als Schnittmenge der Dreiecksfläche und den Pixeln der Klasse „Gesamtladefläche“ festgelegt wird. Somit kann die Ausgabe des Segmentierungsalgorithmus, welcher die Pixel, die zur Ladefläche gehören, also die Gesamtladefläche des Frachtraums, seitlich zur Seite hin abgrenzen durch die Verlaufslinien und die Vorderkante, wodurch sich ein genaueres Segmentierergebnis oder eine genauere Segmentierung der freien Ladefläche ergibt, da die Verlaufslinien und die Vorderkante die Gesamtladefläche abgrenzen, während die Segmentierdaten den in der jeweiligen Fotografie erkennbaren oder sichtbaren Bereich der Gesamtladefläche, also die freie Ladefläche, segmentiert oder markiert. Dies kann dazu verwendet werden, dem Problem zu begegnen, dass in den Segmentierdaten die Ränder von segmentierten Regionen, wie z.B. der Gesamtladefläche, unscharf dargestellt sein können.
Eine Weiterbildung umfasst, dass das Abbildungsverhältnis das Verhältnis
Anzahl Pixel der Pixelzeile / Entfernung Sensorebene zu einer Linse der Kamera absoluter Breitenwert / Entfernung der Linie (d.h. des Objekts) zur Linse beschreibt. Somit kann das Abbildungsverhältnis auch ohne vorherige Tests oder Versuche und damit ohne Tabelle oder Kennfeld durch Berechnung ermittelt werden. Die hier beschriebene geometrische Berechnung beruht auf den optischen Verhältnissen und dem Strahlensatz. Die Entfernung der Sensorebene
zur Linse kann beispielsweise aus dem Modell der Kamera oder dem Kameratyp ermittelt werden, wozu in vorteilhafter Weise die in den Bilddaten verfügbaren Metadaten verwendet werden können, die in der Regel zusätzlich zum Kameratyp auch den Typ des Objektivs angeben.
Eine Weiterbildung umfasst, dass das Abbildungsverhältnis anhand eines Brennweitewerts der Fotographie und/oder anhand eines Kennfelds der Kamera ermittelt wird. Das hier beschriebene Kennfeld ist die Speicherung derjenigen Daten, die durch Versuche erzeugt werden können, um das Abbildungsverhältnis empirisch zu ermitteln. Aus dem Brennweitewert kann ebenfalls ermittelt werden, welches Abbildungsverhältnis sich ergibt, nämlich beispielsweise der Vergrößerungsfaktor.
Durch weiterführende geometrische Berechnung auf Basis der Strahlenverläufe des Lichts kann auch folgendes Abbildungsverhältnis hergeleitet werden:
Breite des Objekts (d.h. Länge der Linie) auf dem Sensor / Brennweite f = absoluter Breitenwert des Objekts (d.h. Länge der Linie) / Entfernung zur Linse.
Eine Sensorabmessung zum Umrechnen einer Breite einer Abbildung eines Objekts auf dem Sensor in eine korrespondierende Anzahl Pixel kann z.B. anhand des verwendeten Kameratyps / Kameramodells der verwendeten Kamera oder aus einem Seitenverhältnis und einem Cropfaktor des Bildsensors der Kamera ermittelt werden. Die Breite eines Pixels wird auch als Pixel-Pitch bezeichnet, also ein absoluter Abstand und damit eine effektive absolute Breite eines Pixels in Millimeter oder Mikrometer.
Eine weitere Berechnungsmöglichkeit ist gegeben durch
1 /Brennweite f
1 /Abstand Sensorebene zur Linse + 1 /Entfernung des Objekts zur Linse.
Als eine konkrete Implementierung kann beispielsweise auf der Grundlage der obigen Gleichungen vorgesehen sein, dass für eine Pixelzeile, die die besagten Verlaufslinien mit ihrem bekannten absoluten Abstandswert (=absoluter Breitenwert der Gesamtladefläche) verbindet, deren Anzahl der Pixel gezählt wird und anhand der Berechnung absolute Abbildungsbreite des Objekts auf dem Bildsensor
Sensorgesamtbreite in mm * Anzahl Pixel der Pixelzeile / Sensorgesamtbreite in Pixel der absolute Breitewert der Pixelzeile in Millimeter (mm) als Zwischenergebnis ermittelt wird und damit der Abstand der abgebildeten Linie, die durch die Pixelzeile dargestellt ist: absoluter Abstandswert des Objekts (horizontale Linie zwischen den Seitenkanten) zur Linse absoluter Breitenwert (z.B. 2,5 Meter) * Brennweite f / absolute Abbildungsbreite des Objekts auf dem Bildsensor.
Eine Weiterbildung umfasst, dass aus in den Bilddaten enthaltenen vorbestimmten Metainformationen, insbesondere aus EXIF-Daten (Exchangeable image file format), das Abbildungsverhältnis ermittelt wird. Wie bereits ausgeführt, kann aus den Metainformationen das Modell der Kamera und/oder eines verwendeten Objektivs ermittelt werden. Zusätzlich sind in Metainformationen, insbesondere den EXIF-Daten, auch die verwendete Brennweite f verfügbar. Zusätzlich oder alternativ kann auf Tiefenwertedaten zurückgegriffen werden, wie sie beispielsweise im Zusammenhang mit dem so genannte Portraitmodus von Kameras bekannt sind. Hierbei kann auf einen TOF-Sensor (TOF - Time of light) zurückgegriffen werden, dessen Tiefenwerte oder Tiefendaten angeben, welchen Abstand ein Bildpunkt oder Pixel zur Kamera aufweist.
Eine Weiterbildung umfasst, dass der absolute Breitenwert aus Typendaten eines Behältertyps des Frachtraums ermittelt wird. Die Typendaten eines solchen Behältertyps können beispielsweise aus Konstruktionsdaten des Frachtraums ermittelt werden.
Eine Weiterbildung umfasst, dass in den Bilddaten Kanten einer rechteckigen Eingangsöffnung des Frachtraums als rotiertes Rechteck detektiert werden und die Bilddaten mittels einer Bildrotation begradigt werden und/oder mittels einer Ausschnittsberechnung auf die rechteckige Eingangsöffnung beschnitten werden. Mit anderen Worten kann in der Fotografie der gesamte Eingangsbereich oder der Rahmen des Frachtraums, beispielsweise der Türrahmen oder Torrahmen eines Hängers eines Lastkraftwagens oder der Eingang eines Frachtcontainers abgebildet sein. Hierdurch ergibt sich der Vorteil, dass eine Rechteckform in der Fotografie vorhanden ist, die mittels eines an sich bekannten Algorithmus detektiert werden kann. Dies kann dazu genutzt werden sicherzustellen, dass die Vorderkante als horizontale Linie abgebildet ist. Zudem kann anhand des Rahmens des Eingangs des Frachtraums erkannt werden, welcher Teil der Fotografie oder des Bildes den Innenbereich des Frachtraums oder das Innere des Frachtraums darstellt.
Eine Weiterbildung umfasst, dass in der Fotographie der Frachtraum eines Lastkraftwagens oder eines Frachtcontainers oder eines Koffers eines Lastkraftwagens oder eines Transportfahrzeugs oder eines Güterwagons oder eines Schiffes oder eines Transportflugzeugs abgebildet ist. Für diese beiden Typen von Frachträumen hat sich das Verfahren als besonders robust und zuverlässig erwiesen.
Als eine weitere Lösung umfasst die Erfindung eine Prozessorschaltung, die dazu eingerichtet ist, eine Ausführungsform des Verfahrens durchzuführen. Die Prozessorschaltung kann beispielsweise stationär in einem Logistikunternehmen oder in einem Rechenzentrum eines Logistikunternehmens betrieben werden. Die Prozessorschaltung kann einen oder mehrere Mikroprozessoren aufweisen, die mit einem Datenspeicher gekoppelt sein können, in welchem
Programminstruktionen gespeichert sein können, die bei Ausführung durch die Prozessorschaltung diese veranlassen, die Ausführungsform des Verfahrens durchzuführen. Die Bilddaten der Fotografie können durch die Prozessorschaltung beispielsweise über eine Internetverbindung oder eine Kommunikationsverbindung aus der Kamera empfangen werden. Natürlich kann durch die Prozessorschaltung auch aus mehreren Kameras das Empfangen von Bilddaten vorgesehen sein, um so die freie Ladefläche mehrerer Frachträume in Bezug auf den absoluten Flächenwert hin in der beschriebenen Weise analysieren zu können. Somit ist die insgesamt in mehreren Frachträumen verfügbare freie Ladefläche durch die Prozessorschaltung ermittelbar.
Als eine weitere Lösung umfasst die Erfindung ein Logistiksystem mit einer Ausführungsform der Prozessorschaltung und mit einer Empfangseinrichtung zum Empfangen von Bilddaten von Fotographien unterschiedlicher Frachtraum, wobei das Logistiksystem dazu eingerichtet ist, mittels der Prozessorschaltung eine jeweilige freie Ladefläche der Frachtraum zu ermitteln und davon abhängig eine Frachtverteilung von zu transportierenden Frachtstücken zu steuern. Somit kann der Transport oder das Aufteilen von Frachtstücken auf mehrere Laderäume durch das Logistiksystem auf Grundlage der Prozessorschaltung und damit auf der Grundlage einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens durchgeführt werden.
Die Erfindung umfasst auch die Kombinationen der Merkmale der beschriebenen Ausführungsformen.
Im Folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Hierzu zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Logistiksystems mit einer Prozessorschaltung;
Fig. 2 ein Flussschaudiagramm einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, wie es durch die Prozessorschaltung des Logistiksystems von Fig. 1 ausgeführt werden kann;
Fig. 3 Skizzen zur Veranschaulichung von Verfahrensschritten des Verfahrens von Fig. 2;
Fig. 4 eine Skizze zur Veranschaulichung einer Berechnung von Pixelflächenwerten von Pixeln einer Fotografie, die eine freie Ladefläche eines Frachtraums zeigt; und
Fig. 5 eine Skizze zur Veranschaulichung von Verfahrensschritten der Berechnung der freien Lademeter.
Bei dem im Folgenden erläuterten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Bei dem Ausführungsbeispiel stellen die beschriebenen Komponenten der Ausführungsform jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtende Merkmale der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren ist die beschriebene Ausführungsform auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar.
In den Figuren sind funktionsgleiche Elemente jeweils mit denselben Bezugszeichen versehen.
Fig. 1 zeigt ein Logistiksystem 10, mittels welchem zu einer Lastkraftwagenflotte mit zumindest einem Lastkraftwagen 11 überwacht werden kann, wie viel freie Ladefläche 12 noch in den Frachträumen 13 der Lastkraftwagen 11 verfügbar ist. In Fig. 1 ist lediglich ein Lastkraftwagen 11 dargestellt, Auslassungspunkte 14 sollen anzeigen, dass die Lastkraftwagenflotte noch weitere Lastkraftwagen 11 umfassen kann. Zum Ermitteln der insgesamt verfügbaren freien Ladefläche 12 pro Lastkraftwagen 11 kann das Logistiksystem 10 eine Prozessorschaltung 15 aufweisen. Die Prozessorschaltung 15 kann aus zumindest einer Kamera 16 jeweils Bilddaten 17 empfangen, die eine Fotografie 18 des Frachtraums 13 zeigen. Die Bilddaten 17 können beispielsweise über das Internet 19 und/oder ein
Mobilfunknetzwerk 20 beispielsweise mittels an sich bekannter Internetverbindungen 21 von der Kamera 16 hin zu der Prozessorschaltung 15 übertragen werden. Die Kamera 16 kann beispielsweise durch ein Smartphone 22 realisiert sein. Mittels der Kamera 16 kann beispielsweise ein Fahrer des jeweiligen Lastkraftwagens 11 die Fotografie 18 von dem Frachtraum 13 anfertigen. Jeder Fahrer kann beispielsweise sein eigenes Smartphone 22 dafür verwenden. Die Fotografie 18 kann dabei in der Weise angefertigt werden, dass eine Vorderkante 23 als horizontale Linie in der Fotografie 18 abgebildet ist und die Kamera 16 derart oberhalb der freien Ladefläche 12 gehalten ist, dass die freie Ladefläche 12 aus einer Perspektive von schräg oben sichtbar ist, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist. Der Frachtraum 13 ist in dem dargestellten Beispiel bereits teilweise mit Frachtstücken 24 beladen, bei denen es sich beispielsweise um Paletten handeln kann. Die freie Ladefläche 12 kann ein Bestandteil einer insgesamt in dem Frachtraum 13 verfügbaren Frachtraum boden oder die Gesamtladefläche 25 sein, die beispielsweise durch den Boden des Frachtraums 13 gebildet sein kann. Dargestellt ist des Weiteren, wie die Gesamtladefläche 25 durch Seitenkanten 26 begrenzt sein kann, dargestellt ist des Weiteren, wie in der Fotografie 18 auch Seiteninnenwände 27, eine Decke 28 und eine Rückwand 29 zu sehen sein können. Beispielsweise kann die Fotografie 18 von außerhalb des Frachtraums 13 durch einen Türrahmen 30 hindurch fotografiert sein, der in der Fotografie 18 ebenfalls abgebildet sein kann, so dass er als äußeres Rechteck, das den Frachtraum 13 umrahmt, dargestellt ist.
Das Logistiksystem 10 kann mittels der Prozessorschaltung 15 aus den empfangenen Bilddaten 17 einen absoluten Flächenwert berechnen, der angeben kann, wie viele Quadratmeter oder Quadratdezimeter oder Squarefoot an freier Ladefläche 12 noch in dem jeweiligen Frachtraum 13 verfügbar ist. Dargestellt ist, wie zu einem einzelnen Lastkraftwagen 11 , der in der Prozessorschaltung 15 durch seine Fahrzeug-ID V-ID repräsentiert sein kann, ermittelt werden kann, in wie weit die Ladekapazität CAP im Frachtraum 13 bereits ausgeschöpft ist und wie viel freie Ladekapazität entsprechend noch verfügbar ist. Da ein absoluter Flächenwert ermittelt ist, kann entsprechend die Stellfläche für zusätzliche Paletten 33 ermittelt werden, was in Fig. 1 beispielhaft einen Zuladewert 34 an
zusätzlichen Paletten 33 ergeben kann. In Fig. 1 ist des Weiteren dargestellt, wie mittels eines Verfahrens 35 ermittelt werden kann, wo auf der Gesamtladefläche 25 die freie Ladefläche 12 zu finden ist. Mittels eines zusätzlichen Algorithmus kann auch eine halbbeladene Ladefläche 32, die zwar bedeckt ist durch Frachtstücke, aber zur Decke 28 hin noch Platz hat, sich befindet.
Im Folgenden ist anhand von Fig. 2 unter Veranschaulichung mittels Fig. 3 das Verfahren 35 zum Auffinden oder Ermitteln der freien Ladefläche 12 im Frachtraum 13 beschrieben.
Hierbei wird davon ausgegangen, dass als Start SC ein Frachtraum 13 mit Frachtstücken 24 beladen wurde und in einem Schritt S11 eine Bedienperson, beispielsweise ein Fahrer des Lastkraftwagens 11 , mittels einer Kamera 16 die Fotografie 18 aufnimmt. In einem Schritt S12 können die Bilddaten 17 der Fotografie 18 in der beschriebenen Weise zur Prozessorschaltung 15 des Logistiksystems 10 übertragen werden. Bei den Bilddaten 17 der Fotografie 18 handelt es sich bevorzugt um Farbbilddaten, das heißt ein RGB-Bild (RGB - Rot, Grün, Blau). Es kann beispielsweise im JPG-Format in den Bilddaten 17 gespeichert sein (JPG - Joined fotographic expert group).
In einem Schritt S13 kann eine Bild-Vorverarbeitung durchgeführt werden, um beispielsweise Kantenverläufe zu betonen, wie dies beispielsweise mit dem Algorithmus „unscharf maskieren“ bewirkt werden kann.
In einem Schritt S14 kann ein Segmentierungsalgorithmus 40 ausgeführt werden. Beispielsweise können die Bilddaten 17, wie sie aus dem Schritt S13 resultieren, einem Modell 41 des maschinellen Lernens, beispielsweise einem künstlichen neuronalen Netzwerk, als Eingangsdaten übergeben werden. Das Modell 41 kann eine pixelweise Segmentierung oder Kategorisierung der Pixel der Fotografie 18 durchführen. In Fig. 3 ist hierzu ein Segmentierergebnis als Segmentierdaten 42 dargestellt, welche Segmentierergebnisse 25' für die Erkennung der Gesamtladefläche 25, 27' für die Erkennung von Seiteninnenwänden 27 und 28' für die Erkennung der Decke enthalten können. Ein Segmentierergebnis 43 eines
unbekannten Objekts kann sich beispielsweise aufgrund der Frachtstücke 24 und/oder der Rückwand 29 ergeben. Dargestellt ist, dass Grenzen oder Kanten unscharf oder fuzzy sein können, wie es bei einem Modell des maschinellen Lernens resultieren kann. Der Schritt S13 kann auch dem Schritt S14 nachgelagert sein.
Der Segmentierungsalgorithmus kann des Weiteren eine Binärsegmentierung 50 vorsehen, in welcher die Klassen Gesamtladefläche, Seiteninnenwände und Decke aus den Segmentierdaten 42 einen ersten Segmentierwert 51 zugeordnet erhalten und alle übrigen Segmentierergebnisse 43 einen zweiten Segmentierwert 52, beispielsweise 1 , also unterschiedlich vom ersten Segmentierwert 51 , erhalten. Somit ergibt sich insgesamt eine Segmentiermaske 53.
Der Schritt S15 kann beispielsweise eine Rotation umfassen, so dass der Türrahmen 30 als aufrechtes Rechteck dargestellt ist, so dass die Vorderkante 23 in der rotierten Fotografie eine waagrechte oder horizontale Linie darstellt. Zudem kann eine Ausschnittsberechnung 54 durchgeführt werden, welche vorsieht, dass Bildbereiche außerhalb des Türrahmens 30 weggeschnitten werden, so dass durch den Türrahmen 30, das heißt, der Blick in den Frachtraum 13, der einzige verbleibende Bildinhalt ist. Der Türrahmen 30 stellt eine Eingangsöffnung des Frachtraums 13 dar.
In einem Schritt S15 kann auf den Bildausschnitt aus der Ausschnittsberechnung
54 eine Kantendetektion angewendet werden, durch welche in der Fotografie 18 erkennbare Kanten im Frachtraum 13 detektiert werden. Jede erkannte Kante kann verlängert werden, so dass sie sich über das gesamte Bild erstreckt.
Hierdurch ergeben sich Schnittpunkte 55, von denen der Übersichtlichkeit halber nur einige mit einem Bezugszeichen versehen sind.
Es hat sich herausgestellt, dass sich die Schnittpunkte 55 im Bereich des Fluchtpunkts 56 der Fotografie 18 häufen oder konzentrieren. Mit anderen Worten gibt es eine Region 57, in welche eine Dichte oder Häufigkeit an Schnittpunkten
55 am größten ist, was dem Fluchtpunkt entspricht. Dies kann beispielsweise
mittels einer Histogrammdarstellung 58 erkannt werden, welche für Koordinaten X, Y in dem Bild oder der Fotografie 18 für einzelne Regionen angibt, wie viele Schnittpunkte 55 darin jeweils detektiert wurden. Hierdurch kann die Region 57 als Region mit der größten örtlichen oder lokalen Dichte an Schnittpunkten 55 detektiert werden.
Fig. 3 veranschaulicht des Weiteren, wie ein Dreieck 60 ermittelt werden kann, das den ermittelten Fluchtpunkt 56 und äußere Enden 61 der Vorderkante 23 der Gesamtladefläche verbindet.
Der Segmentierungsalgorithmus 40 kann des Weiteren einen Schritt S16 umfassen, gemäß dem das Dreieck 60 und die Binärsegmentierung 50 als Maske überlagert oder kombiniert werden. Das Dreieck 60 kann hierzu ebenfalls als Binärwert definiert sein, so dass eine pixelweise Überlagerung oder Kombination möglich ist, aber es können auch andere geometrische Berechnungen für die Kombinierung der Fläche des Dreiecks 60 und der Binärsegmentierung 50 angewendet werden. Hierdurch wird diejenige Fläche 62 identifiziert oder segmentiert, die innerhalb des Dreiecks 60 liegt und damit Verlaufskanten 63 der Seitenkanten 26 entspricht und nach vorne hin durch die Vorderkante 23 abgeschlossen ist. Dies entspricht einer Schätzung der Gesamtladefläche zuzüglich eines Teils der Rückwand 29 bis zum Fluchtpunkt 56. Wird dies mit der Binärsegmentierung 50 überlagert, so wird aus dem Dreieck 60 derjenige Teil ausgeschnitten, der durch das Modell 41 für maschinelles Lernen als zur Klasse „Gesamtladefläche“ (d.h. „Frachtraumboden“) gehörig kombiniert. Das Überlagerungsergebnis 64 kann somit als Detektion der freien Ladefläche 12 genutzt werden. Hierbei sind aber die unscharfen Kanten aus den Segmentierdaten 42 beseitigt.
In Fig. 3 ist dargestellt, wie in der Fotografie 18 beziehungsweise in dem Bildausschnitt des Laderaums oder Frachtraums 13 die freie Ladefläche 12 in einem Schritt S19 als Pixelmenge 65 identifiziert oder markiert sein kann.
Fig. 4 veranschaulicht, wie ausgehend von der Pixelmenge 65, das heißt, von denjenigen Pixeln in den Bilddaten 17, welche die freie Ladefläche 12 darstellen, ermittelt werden kann, welcher der absoluten oder realen Fläche oder welchem absoluten Flächenwert die freie Ladefläche 12 entspricht. Auf der linken Seite ist gezeigt, wie mittels geometrischer Berechnungen ausgehend von den Bilddaten 17 der Fotografie 18 ermittelt werden kann, auf welche Breite eine horizontale Linie 70 mit bekannter absoluter Breite oder einem absoluten Längenwert durch die Abbildung von Lichtstrahlen 71 über ein Linsensystem 72 der Kamera 16 auf eine Sensorebene 73 eines Bildsensors 74 der Kamera 16 zu einer Linienabbildung 70' mit einer resultierenden Abbildungslänge (beispielsweise angegeben in einer Anzahl Pixel) führt. Hieraus ergibt sich insgesamt ein Abbildungsverhältnis 75, das von einem Abstandswert 76 der jeweiligen Linie 70 zur Kamera 16 abhängig ist. Ein Beispiel für die Berechnung des Abstandwerts 76 auf Grundlage einer Abbildungslänge einer abgebildeten Linie oder Linienabbildung 70' einer horizontalen Linie 70 ist beispielsweise auf der Internetseite www.lensation.de/calculator.html bekannt.
In Fig. 4 auf der rechten Seite ist dargestellt, dass dies in einem Schritt S17 genutzt werden kann, um für horizontale Linien, wie beispielsweise die Vorderkante 23, bei bekanntem absoluten Breitenwert 80 der Vorderkante 23 und damit der Breite der Gesamtladefläche 25 auf einen realen oder absoluten Abstandswert 76 zu schließen oder diesen zu berechnen. Fig. 4 veranschaulicht, wie die freie Ladefläche 12, also die Pixelmenge 65 in einzelne Pixelzeilen 81 der horizontal nebeneinander angeordneten Pixel 82 eingeteilt werden können. Der Übersichtlichkeit halber sind nur einige Pixel 82 und einzige Pixelzeilen 81 mit einem Bezugszeichen versehen. Für jedes Pixel 82 kann ein absoluter Pixelbreitenwert 84 berechnet werden, der angibt, wie breit der durch das Pixel 82 dargestellte Teil der freien Ladefläche 12 ist. Dies kann berechnet werden, indem der absolute Breitenwert 80 der Breite der Gesamtladefläche durch eine Anzahl der Pixel der jeweiligen Pixelzeile 81 geteilt wird, was den absoluten oder realen Pixelbreitenwert 84 ergibt. Zu jeder Pixelzeile 81 kann anhand von der Anzahl der darin enthaltenen Pixel 82 und das Abbildungsverhältnis 75 auf den absoluten Abstandswert 76 für die Pixelzeile 81 geschlossen werden oder dieser berechnet
werden. Dieser absolute Abstandswert 76 kann beispielsweise als Abstand einer Pixelvorderkante 85 des Pixels interpretiert werden. Nimmt man noch den absoluten Abstandswert 76 der darauffolgenden Pixelzeile n+1 für jede Pixelzeile n, so kann für den absoluten Abstandswert 76 der Pixelzeile n+1 der Abstand der Pixelhinterkante 86 geschätzt werden. Insgesamt ergibt dies einen absoluten Pixeltiefenwert 87 als Differenz der absoluten Abstandswerte der Pixelvorderkante 85 und der Pixelhinterkante 86.
Das Produkt aus absoluten Pixelbreitenwert 84 und absolutem Pixeltiefenwert 87 ergibt dann einen Pixelflächenwert 88 einer Pixelfläche eines jeweiligen einzelnen Pixels 82. Somit kann ein absoluter Pixelflächenwert 88 jedem Pixel 82, das die freie Ladefläche 12 darstellt, also jedem Pixel 82 der Pixelmenge 65, ein absoluter Pixelflächenwert 88 zugeordnet werden.
Durch Aufsummieren aller Pixel 82 der freien Ladefläche 12 in einem Schritt S18 (Fig. 2) ergibt sich der absolute Flächenwert der freien Ladefläche 12, wie er aus der Fotografie 18, das heißt, deren Bilddaten 17, ohne zusätzliche technische Hilfsmittel im Frachtraum 13 ermittelt oder berechnet werden kann.
Der absolute Breitenwert 80 und/oder das Abbildungsverhältnis 75 können dabei beispielsweise durch Konfigurieren der Prozessorschaltung 15 und/oder durch eine Eingabe einer Bedienperson ermittelt werden.
Fig. 5 veranschaulicht, wie mittels des bekannten absoluten Pixeltiefenwerts 87 aus einer Reihe von Pixeln 100, die jeweils entlang einer vorbestimmten Fluchtlinie 101 aneinander gereiht sind, durch Aufsummieren der Pixeltiefenwerte 87 der jeweiligen Pixelzeile ein jeweiliger absoluter Längenwert des freien Ladewegs oder der freien Lademeter 102 berechnen lässt. Die jeweilige Fluchtlinie 101 kann an vorbestimmten Positionen 103 der segmentieren freien Ladefläche 12, z.B. Mitte, Mitte linke Hälfte, Mitte rechte Hälfte, angeordnet sein. Die freie Ladefläche (12) wird bevorzugt in mehrere Bahnen aufgeteilt (insbesondere entweder 3 Bahnen oder 2), um zu bestimmen, wie viele Paletten in den verbleibenden Raum gestellt werden können, d.h. es kann eine Abstimmung
auf eine geplante Palettenbreite stattfinden. Die jeweilige Fluchtlinie 101 verbindet eine in der Fotographie unten angeordnete, vordere Kante 104 der segmentierten freien Ladefläche 12, d.h. in der Regel bei fehlerfreier Segmentierung die Vorderkante 23, mit einer in der Fotographie oben angeordnete hintere Kante 105 der segmentieren freien Ladefläche 12, wie sie aus der Binärsegmentierung 50 resultieren kann. Die jeweilige Fluchtlinie 101 weist zum Fluchtpunkt 56 hin.
Der Hauptvorteil besteht darin, dass keine Schaltungshardware im Anhänger oder am Frachtraum installieren zu müssen, um die freie Kapazität / freie Ladefläche zu ermitteln.
Die Schätzung des verbleibenden freien Frachtraums in einem Anhänger oder einem anderen Transportbehälter mithilfe der Bildverarbeitung erfordert nur eine Ansicht auf die noch freie Ladefläche des Frachtraums. Das beste Sichtfeld wäre eine Aufnahme aus dem Inneren des Anhängers. Aber jede Kamera kann ein anderes Objektiv haben, so dass uns möglicherweise eine Schätzung des freien Raums fehlt. Sie müssen sich außerhalb des Anhängers in einer Position befinden, in der Sie die Grundfläche nicht sehen können. Es ist nahezu unmöglich, die Belegung auf der Grundlage der Dachebene zu schätzen, da man keine Anhaltspunkte für die Höhe der Palette hat.
Die Lösung für das Problem der Flottenmanager kann ein kamerabasierter maschineller Lernalgorithmus sein, der freie Ladekapazität erkennt. Dieser Algorithmus kann auf dem Gerät des Lkw-Fahrers oder des Verladers (der Verlader ist eine Person, die den Lkw in einem Logistikzentrum belädt) (z. B. einem Smartphone) oder in der Cloud anhand eines Bildes ausgeführt werden, das von einem beliebigen Gerät, das ein Bild aufnehmen kann, hochgeladen wird. Bei diesem Ansatz muss kein zusätzlicher Sensor im Anhänger oder an der Laderampe angebracht werden. Es ist völlig neu, den Fahrer und sein Smartphone als Teil des Systems zu betrachten, was bedeutet, dass keine zusätzliche Sensorik zur Bewertung der Ladekapazität erforderlich ist.
Diese Informationen können an den Fuhrparkleiter weitergeleitet werden, um beurteilen zu können, ob zusätzliche Ladungen angenommen werden können oder nicht. Nach dem Beladen des Anhängers macht der LKW-Fahrer ein Foto, um die Einhaltung der Ladungssicherung zu beweisen. Eingegeben wird ein Bild des Anhängers von hinten (das zum Nachweis der Einhaltung der Ladungssicherungsrichtlinien gemacht wird).
Bei Anhängern, die von der Seite beladen werden, könnte das Bild entsprechend von der Seite aufgenommen werden. Im Vergleich zu der zuvor vorgeschlagenen Lösung ist der Algorithmus nicht auf die Erkennung von freiem Laderaum oder Frachtraum zwischen einem erkannten Objekt (z. B. einer Palette) und dem Anfang des Anhängers beschränkt, sondern kann das Bild direkt segmentieren und für jedes Pixel entscheiden, ob es als freier Bodenraum eingestuft wird.
Dies führt dazu, dass die Lösung in der Lage ist, freie Lademeter von Anhängern mit jeglicher Art von Ladung zu erkennen. Aus diesem Bild wird, wie unten beschrieben, die freie Kapazität des Anhängers berechnet.
Der Algorithmus:
Eingabe: o Bild der CargoBox (Frachtraum) o Konfiguration:
Brennweite f der Kamera
Cropfaktor der Kamera
Breite der Cargobox [m]
Hauptbestandteil des Algorithmus ist ein Segmentierungsmodell der beispielsweise wie folgt konfiguriert werden kann: o RGB-Bild als Eingang o Transformiert den sichtbaren Boden (freie Ladefläche) der Cargobox in einen ersten Pixelwert z.B. (0,0,0) o Transformiert die Seitenwände der Cargobox in einen zweiten Pixelwert z.B. (63, 63, 63)
o Transformiert die Cargobox-Decke in einen dritten Pixelwert z.B. (127, 127, 127) o Transformiert die Cargobox-Rückwand in einen vierten Pixelwert z.B. (191 , 191 , 191 ) o Wandelt alles andere vierte Pixelwerte um z.B. (255, 255, 255)
Die größte Kontur der Segmentierung (entspricht der Eingangsöffnung in den Frachtraum) wird extrahiert und das minimale gedrehte Rechteck um die Kontur herum wird berechnet.
-> Eingabebild wird gedreht ( -Drehwinkel des Rechtecks)
-> Rechteck wird aus dem Eingabebild ausgeschnitten (Breite und Höhe des gedrehten Rechtecks)
-> Cargo Box wird der noch betrachtete Bildausschnitt
Auf dem Bild der Cargo Box wird der Fluchtpunkt erkannt: o Liniendetektor erkennt alle Linien mit entsprechendem Winkel und Länge im Bild o Entsprechende Zeilen werden auf die Bildgröße der Cargo Box vergrößert o Die Schnittpunkte aller Linien werden bestimmt o Jeder Schnittpunkt im Bild wird mit Hilfe der folgenden Formel in ein Dreieck gesetzt: 1 /Brennweite f = 1/Bildabstand + 1 /Objektabstand, kann der Abstand jedes Pixels innerhalb des Dreiecks bestimmt werden
Durch die Verwendung von Ladungsbreite/Anzahl der horizontalen Pixel kann die tatsächliche Breite jedes Pixels innerhalb des Dreiecks bestimmt werden. Mit dem Abstand und der Tiefe kann die Fläche jedes Pixels innerhalb des Dreiecks bestimmt werden. Das segmentierte Bild wird mit einem Schwellenwert (z.B. < 63) binarisiert.
Dies gibt den Boden der Cargobox zurück. Für jedes verbleibende/segmentierte Pixel wird dessen Pixelfläche addiert. Dies ergibt den verbleibenden freien Platz also die sichbare freie Ladefläche. Der freie Raum wird bevorzugt in mehrere Bahnen aufgeteilt (entweder 3 Bahnen oder 2), um zu bestimmen, wie viele Paletten in den verbleibenden Raum gestellt werden können.
Allgemeine Vorteile sind: Die fehlenden Informationen über den Ladungszustand des Anhängers können aus Bildern gewonnen werden, die zum Nachweis der Einhaltung von Ladungssicherungsvorschriften gemacht werden. Es sind keine zusätzlichen Verfahrensschritte erforderlich. Somit vereinfachen sich die Arbeitsabläufe für Lkw-Fahrer und sparen Zeit. Es muss keine zusätzliche Hardware gekauft, installiert, geliefert oder gewartet werden. Daher ist die vorgeschlagene Lösung im Vergleich zum Stand der Technik wesentlich kostengünstiger. Die Verringerung der Leerkilometer für Lkw und die Verbesserung der Kapazitätsauslastung führen zu weniger unnötigen Fahrten und weniger CO2 pro transportierter Ware. In Zeiten des wachsenden Bewusstseins für Klimaveränderungen ist dies ein großer Vorteil, der nicht unterschätzt werden sollte.
Technische Vorteile sind zudem: Bei Verwendung des Segmentierungsmodells ist der Trainingsaufwand wesentlich geringer, während die Berechnungsergebnisse wesentlich robuster sind. Das Modell muss nicht für alle Arten von Ladung trainiert werden, die sich im Anhänger befinden könnten, sondern klassifiziert direkt Pixel für Pixel, ob das Pixel als freie Anhängergrundfläche eingestuft wird.
Insgesamt zeigt das Beispiel, wie eine kamera-basierte Ermittlung eines Ladestatus (verfügbare freie Ladefläche) in einem Frachtraum mittels Segmentierung bereitgestellt werden kann.
Bezugszeichenliste
10 Logistiksystem
11 Lastkraftwagen
12 Ladefläche
13 Frachtraum
14 Auslassungspunkte
15 Prozessorschaltung
16 Kamera
17 Bilddaten
18 Fotografie
19 Internet
20 Mobilfunknetzwerk
21 Internetverbindungen
22 Smartphone
23 Vorderkante
24 Frachtstücke
25 Gesamtladefläche
26 Seitenkante
27 Seiteninnenwände
28 Decke
29 Rückwand
30 Türrahmen
32 Ladefläche
33 Paletten
34 Zuladewert
35 Verfahren
40 Segmentierungsalgorithmus
41 Modell
42 Segmentierdaten
43 Segmentierergebnisse
50 Binärsegmentierung
51 Segmentierwert
Segmentiermaske Ausschnittsberechnung Schnittpunkte Fluchtpunkt Region Histogrammdarstellung Dreieck Enden Fläche Verlaufskanten Überlagerungsergebnis Pixelmenge Linie Lichtstrahlen Linsensystem Sensorebene Bildsensors Abbildungsverhältnis Abstandswert Breitenwert Pixelzeile Pixel Pixelbreitenwert Pixelvorderkante Pixelhinterkante Pixeltiefenwert Pixelflächenwert Reihe Fluchtlinie Lademeter Position Untere Kante Obere Kante