Computer- Implementiertes Verfahren und System zur Anomalie- Erkennung in Sensordaten
Die Erfindung betri f ft ein computer-implementiertes Verfahren und ein System zur Anomalie-Erkennung in Sensordaten .
Ferner betri f ft die Erfindung eine Datenstruktur und deren Verwendung, ein Computerprogramm, einen elektronisch lesbaren Datenträger und ein Datenträgersignal .
Um Anomalien in industriellen Prozessen, wie beispielsweise Fehlplatzierungen von Transistoren auf einer Platine mithil fe computergestützter Bildverarbeitung zu erkennen, kann ein neuronales Netz in Form eines „machine learning" (ML ) Modells angewandt werden .
Dabei ist es j edoch häufig aufwändig, das ML-Modell entsprechend mit Bildern zu trainieren . Wird derselbe Prozess an mehreren Produktions-Standorten angewandt , so ist es beispielsweise häufig unerwünscht , Bild-Daten aus dem lokalen Netzwerk in einem System zu teilen, auf welches auch Betriebs fremde zugrei fen könnten, da dies einen unerwünschten Einblick in die Produktion oder die Produktions-Parameter möglicherweise zulassen würde . Dementsprechend kann dies zur Folge haben, dass daher ein ML-Modell neuerlich an einem anderen Produktionsstandort trainiert werden muss , was aufwändig und teuer ist , um aus Gründen der Betriebssicherheit keine Daten zu teilen .
Demzufolge werden häufig ML-Modell nicht mit ausreichenden Daten trainiert , was zu einer geringen Genauigkeit bei der Anomalie-Erkennung führen kann .
In der Veröf fentlichung SCHNEIBLE , JOSEPH ET AL : "Anomaly detection on the edge" , MILCOM 2017 - 2017 IEEE MILITARY COMMUNICATIONS CONFERENCE (MILCOM) , IEEE ; 23 . Oktober 2017 ( 2017- 10-23 ) , pp . : 678- 682 , XP033265066 ist ein klassisches System basierend auf föderiertem Lernen beschrieben,
bei welchem Modell-Daten mehrerer Klienten durch einen Server aggregiert werden und an Klienten verteilt werden . Für einen Betrieb muss die Anwendung des föderierten Modells , beispielsweise durch einen Schwellwert , j edoch wiederum individuell und lokal angepasst werden, was aufwändig und teuer ist .
Es ist Aufgabe der Erfindung ein Verfahren bereitzustellen, durch welches ein genaues , betriebssicheres , Datenschutzkonformes , also anonymes Teilen von ML-Daten über mehrere Produktions-Standorte ermöglicht wird und eine verbesserte Genauigkeit beim Betrieb eines Klienten-Systems , sowie einen vereinfachten Betrieb bietet .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein Verfahren eingangs genannter Art gelöst , wobei folgende Schritte ausgeführt werden : a ) Erzeugen und Trainieren eines ersten und zumindest eines zweiten lokalen Modells j eweils auf Basis eines Autoencoders , j eweils umfassend lokale Modellgewichte und eine lokale Modell-Ausgangsgröße , und Bestimmen eines lokalen Schwellwerts für die j eweilige lokale Modell- Ausgangsgröße mithil fe des Mittelwerts und/oder der Standardabweichung der lokalen Schwellwerte durch einen ersten beziehungsweise zumindest einen zweiten Klienten, b ) Übermitteln der lokalen Modellgewichte und der lokalen Schwellwerte von dem ersten und dem zumindest einen zweiten Klienten an einen Server, c ) Erzeugen und Trainieren eines globalen Modells auf Basis eines Autoencoders , umfassend globale Modellgewichte und eine lokale Modell-Ausgangsgröße , unter Verwendung der lokalen Modellgewichte des ersten und zumindest des zumindest einen zweiten Klienten, und Bestimmen eines globalen Schwellwerts für die globale Modell-Ausgangsgröße
mithil fe des Mittelwerts und/oder der Standardabweichung der lokalen Schwellwerte durch den Server, d) Übermitteln der globalen Modellgewichte und des globalen Schwellwerts an den ersten Klienten, und Übernehmen der globalen Modellgewichte für das erste lokale Modell des ersten Klienten, e ) Erfassen von ersten Sensordaten durch ein erstes Sensormittel , welches der erste Klient aufweist , f ) Anwenden der ersten Sensordaten auf das erste lokale Modell und Bestimmen der lokalen Modell-Ausgangsgröße des ersten Klienten, g) Erkennen einer Anomalie für die Sensordaten durch den ersten Klienten, falls die lokale Modell-Ausgangsgröße außerhalb eines Bereichs liegt , welcher durch den globalen Schwellwert festgelegt ist .
Als ML-Modell wird ein Autoencoder eingesetzt , der mit „OK"- Daten trainiert wird, welcher beispielsweise ein erfasstes korrektes Bild des zu prüfenden Produktionsschrittes in der Bildverarbeitung verwendet .
Ein Autoencoder ist ein künstliches neuronales Netz , welches dazu genutzt wird, ef fi ziente Codierungen zu lernen . Das Ziel eines Autoencoders ist es , eine komprimierte Repräsentation (Encoding) für einen Satz Daten zu lernen und somit auch wesentliche Merkmale zu extrahieren . Dadurch kann er zur Dimensionsreduktion genutzt werden .
Dabei zielt der Autoencoder darauf ab, beispielweise die Transistorbilder so gut wie möglich zu kodieren und zu dekodieren, mit anderen Worten zu rekonstruieren .
Wenn der trainierte Autoencoder dann auf „Nicht OK"-Daten angewendet wird, wird es daher höchstwahrscheinlich eine signi-
fikante Fehlanpassung der decodierten Bilder geben, die als „Rekonstruktions fehler" beschrieben wird .
Wenn dieser Rekonstruktions fehler über einem bestimmten Schwellwert liegt , können die Transistorbilder als anormal betrachtet werden und eine Anomalie wird erkannt .
Die Genauigkeit für die Erkennung einer Anomalie wird neben dem Modell mit seinen Modell-Gewichten auch durch den Schwellwert für den Rekonstruktions fehler gebildet .
Sowohl für das Modell als auch für den Schwellwert sollen beispielsweise eine j eweils hohe Anzahl an Trainingsdaten verarbeitet werden .
Mit anderen Worten ist ein lokaler Schwellwert , analog zum Modell eines Auto-Encoders , ebenfalls ein anonymisiertes Modell , welches beispielsweise aus einem Mittelwert und/oder einer Standardabweichung von Trainingsdaten für einen j eweiligen lokalen Schwellwert gebildet ist , daher die Unterscheidung lokaler Schwellwerte und eines globalen Schwellwerts .
Die j eweiligen Schwellwerte der Klienten können untereinander, also zwischen einzelnen Klienten beispielsweise in der Qualität unterschiedlich sein, etwa abhängig von einer j eweiligen Menge an Trainingsdaten . Somit kann es vorteilhaft sein, neben einem Modell auch einen Schwellwert zu föderieren und über einen Server Schwellwert-Daten zu aggregieren und an Klienten zu verteilen . Dadurch kann beispielsweise erreicht werden, dass das Training eines einzelnen Klienten vereinfacht wird und die Genauigkeit verbessert wird, indem sowohl das Modell als auch der Schwellwert föderiert werden .
Dabei werden lokale Schwellwerte einzelner Klienten, welche unabhängig voneinander ermittelt werden, ebenfalls an den Server übertragen und föderiert .
Es können ferner Metadaten zu den Schwellwerten angegeben werden, um anzugeben, auf welchen Eigenschaften die Schwell-
werte beruhen . Diese Metadaten können am Server dazu verwendet werden, um beispielsweise die Gewichte einzelner Klienten hinsichtlich deren Schwellwerte zu berücksichtigen und j ene Schwellwerte , die aufgrund großen Trainingsdatensätze ermittelt wurden, mit einer höheren Gewichtung im globalen Schwellwert stärker zu berücksichtigen .
Es ist klar, dass für die Schwellwerte lokaler Klienten bevorzugt nur anonymisierte lokale Schwellwerte verwendet werden, wie der Mittelwert und/oder die Standardabweichung der lokalen Schwellwerte , um Datenschutz-Aspekte zu berücksichtigen .
Wenn ein solches Verfahren beispielsweise an mehreren Produktionsstandorten angewendet wird, bei welchen Anomalien in ihren Prozessen auftreten, werden Autoencoder von mehreren Kunden verwendet .
Allerdings wird häufig nicht j eder Autoencoder mit ausreichenden Daten trainiert , was zu einer geringen Genauigkeit bei der Anomalie-Erkennung führen kann .
Dabei werden Daten zwischen Kunden geteilt , um die Leistung von trainierten Autoencodern zu steigern .
Jedoch ist dies j edoch aus Datenschutzaspekten möglicherweise nicht immer und überall möglich .
Andererseits kann „Federated Learning" ( FL ) verwendet werden, um das Wissen der Autoencoder zu synchronisieren .
Federated Learning ist eine ML-Technik, welche es erlaubt ein ML-Modell über mehrere dezentrale Edge-Geräte hinweg zu trainieren, die lokale Datensamples enthalten, ohne diese selbst aus zu tauschen .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass das Trainieren des j eweiligen lokalen Modells mit Trainings-
daten erfolgt , die einem Anomalie- freien Zustand in den Sensordaten zugeordnet werden können .
Dadurch kann erreicht werden, dass eine Anomalie besonders gut erkannt wird, auch dann, wenn die Anomalie nicht vorher auf getreten ist und als solche nicht trainiert wurde .
Insgesamt kann die Erkennungsrate und deren Zuverlässigkeit dadurch verbessert werden .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass eine j eweilige Modell-Ausgangsgröße durch zumindest einen Parameter-Wert gebildet ist , und der j eweilige Schwellwert durch zumindest einen entsprechenden zuordenbaren Wert oder eine Bereichsgrenze eines Bereichs definiert ist .
Dadurch kann erreicht werden, dass ein oder mehrere Ausgangswerte oder Parameter-Werte in der Ausgangsgröße des Modells einen Rekonstruktions fehler abbilden .
Dementsprechend kann j edem der Parameter-Werte ein gültiger Wert oder ein gültiger Wert für eine Bereichsgrenze eines Bereich zugeordnet werden, in welchem keine Anomalie vorliegt und folglich ein ungültiger Parameter-Wert mit einer Anomalie in Verbindung gebracht wird .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die Sensordaten und Trainingsdaten in Form von Bilddaten gebildet sind .
Das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich für alle Sensoren und Formate von Sensordaten, j edoch insbesondere für Videodaten, da für eine solche Messung eine große Anzahl an Einzeldaten in Form von Bild-Pixeln ermittelt wird, für welche eine Kombination von Autoencoders und föderiertem Lernen eine besonders hohe Erkennungsqualität erreicht werden kann .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die statistischen Methoden zur Bestimmung einer j eweiligen
Modell-Ausgangsgröße durch Anwendung des Mittelwerts und/oder der Standardabweichung erfolgt .
Dadurch kann auf besonders einfache Weise eine Anonymisierung der Sensordaten erfolgen .
Unter einem Klienten und einem Server werden miteinander verbundene Rechenvorrichtungen mit Speichern verstanden, wobei ein Klient lokal bei einer Anwendung gelegen ist und beispielsweise an einer Edge gebildet ist , und ein Server als zentrales Element einen oder mehrere Klienten zu Kommunikations zwecken verbindet .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass die globalen Modellgewichte und der globale Schwellwert von dem Server an den zumindest einen zweiten Klienten übermittelt wird, welcher über einen Autoencoder mit einem ähnlichen lokalen Modell verfügt , wobei die Ähnlichkeit über vordefinierte Bereiche und deren Grenzwerte für die lokalen Modellgewichte zwischen dem ersten und zumindest einen zweiten Klienten ermittelt wird .
Dadurch kann erreicht werden, dass beispielsweise nur ähnliche Klienten ein globales Modell für die Datenverarbeitung anwenden .
Die Ähnlichkeit kann durch eine Gruppierung ( engl . „cluster" ) der Klienten ermittelt werden, deren Modell-Gewichte sowie die Relationen zwischen einzelnen Modell-Gewichten in ähnlichen Wertebereichen liegen .
Derartige Wertebereiche können vorab aufgrund der Eigenschaften der Modelle beziehungsweise der verbundenen technischen Geräte samt deren Sensormitteln definiert werden .
Ein Modell soll ein technisches Gerät in Eigenschaften von Interesse abbilden, wobei die Eigenschaften mithil fe von Sensormitteln erfasst und in Sensordaten beschrieben werden kön- nen .
Werden Nicht-ähnliche Klienten beziehungsweise deren Modelle in einem globalen Modell aufgenommen, so kann das dazu führen, dass das globale Modell ungenau wird .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass zu einem j eweiligen lokalen Schwellwert ferner Metadaten hinsichtlich des lokalen Schwellwert und des ersten und zumindest eines zweiten lokalen Modells durch einen ersten beziehungsweise zumindest einen zweiten Klienten erfasst werden und an den Server übermittelt werden, und beim Erzeugen und Trainieren des globalen Modells die Metadaten angewandt werden, beispielsweise bei einer Gewichtung der einzelnen Modell-Gewichte .
Dadurch kann synergistisch eine besonders gute Kombination von Modell-Daten und Trainings-Daten gebildet werden, welche in den globalen Modellen für Auto-Encoder und Schwellwert entsprechend stärker gewichtet berücksichtigt werden kann .
Es kann daraus eine besonders gute Erkennung von Anomalien resultieren .
Die gemeinsame , kombinierte Anwendung eines föderierten Modells mit einem föderierten Schwellwert bildet erfindungsgemäße Synergien, und auf welche Kombination die Metadaten Hinweise liefern .
Die Metadaten können auf besonders günstige Wertebereiche für das für den j eweiligen Klienten relevante Auto-Encoder-Modell und Schwellwert-Modell und deren vorteilhafte Kombinationen für einen Klienten hindeuten .
Die Meta-Daten können währen dem Erzeugen und Trainieren der Modelle für Auto-Encoder-Modell und Schwellwert-Modell erfasst und bereitgestellt werden .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch durch eine computerimplementierte Datenstruktur gelöst , umfassend ein globales Mo-
dell auf Basis eines Autoencoders , umfassend globale Modellgewichte und einen globalen Schwellwert .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch durch eine Verwendung der erfindungsgemäßen Datenstruktur in einem Speicher auf einem Server oder einem Klienten in dem erfindungsgemäßen Verfahren gelöst .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch durch ein System zur Anomalie-Erkennung in Sensordaten gelöst , umfassend einen ersten und zumindest einen zweiten Klienten mit j eweils einem Klienten Prozessor und einem Klienten-Speicher , ein Sensormittel und einen verbundenen Server mit einem Server- Prozessor und einem Server-Speicher, wobei das System dazu eingerichtet ist , das erfindungsgemäße Verfahren aus zuführen .
In einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, dass das Sensormittel ein bildgebender Sensor ist , wie eine Inspektionskamera für eine Produktionsmaschine .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch durch ein Computerprogramm gelöst , umfassend Befehle , welche bei deren Aus führung durch einen Computer diesen veranlassen, das erfindungsgemäße Verfahren aus zuführen .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch durch einen elektronisch lesbaren Datenträger mit darauf gespeicherten lesbaren Steuerinformationen gelöst , welche zumindest das erfindungsgemäße Computerprogramm umfassen und derart ausgestaltet sind, dass sie bei Verwendung des Datenträgers in einer Recheneinrichtung das erfindungsgemäße Verfahren durchführen .
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird auch durch ein Datenträgersignal gelöst , welches das erfindungsgemäße Computerprogramm überträgt .
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den beigeschlossenen Zeichnungen dargestellten Aus führungsbeispiels näher erläutert . In den Zeichnungen zeigt :
Fig. 1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit einem Autoencoder,
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel mit einem Teil- Flussdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes System,
Fig. 3 ein Flussdiagramm mit einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Fig. 1 zeigt schematisch das erfindungsgemäße Verfahren mit einem Autoencoder.
Ein Encoder ENC verarbeitet Eingabe-Daten ID (engl. „input data") zu kodierten Daten ED (engl. „encoded data") , welche einen latenten Raum LS darstellen, also eine Darstellung von komprimierten Daten.
Ein Decoder DEC verarbeitet die kodierten Daten ED wiederum zu rekonstruierte Daten RD (engl. „reconstructed data") .
Die rekonstruierte Daten RD werden mit vorher erzeugten Modell-Daten verglichen und ein Rekonstruktionsfehler RE (engl. „reconstruction error") wird ermittelt.
Überschreitet der Rekonstruktionsfehler RE einen vorbestimmten Schwellwert TH (engl. „threshold") , so wird eine Anomalie ANO erkannt.
In der Figur sind die Eingabe-Daten ID in Form eines von einer Inspektionskamera erfassten Bildes mit Transistoren auf einem Halbleiter-Träger dargestellt.
Die rekonstruierten Daten RD zeigen die wesentlichen Merkmale der Transistoren, jedoch wurden durch Anwendung des Autoencoder geringe lokale Unterschiede in den Halbleiterstrukturen oder Details eliminiert.
Die rekonstruierten Daten RD bilden daher eine verallgemeinerte Form der Eingabe-Daten ID und werden im erfindungsgemäßen Verfahren dazu verwendet , ein entsprechendes Modell zu bilden und Anomalien ANO zu erkennen, falls eine Abweichung im Sensorbild gegenüber dem Modell hinreichend groß ist .
Die Erfindung erfasst neben dem Modell zusätzlich einen Schwellwert , beispielsweise ein diskreter Wert oder auch ein Rand- oder Grenzwert für einen Wertebereich, welcher für eine gültige Ausgabegröße der rekonstruierte Daten RD gilt .
Sowohl das Modell , welches über seine Modell-Gewichte repräsentiert werden kann, als auch der Schwellwert werden in Form anonymisierter Datenwerte , von mehreren Klienten ausgehend, an einen Server übermittelt und ein föderiertes Modell und ein föderierter Schwellwert gebildet , welches wiederum von den Klienten angewendet werden kann .
Fig . 2 zeigt ein Aus führungsbeispiel für ein Teil- Flussdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens , bei welchem zur besseren Übersichtlichkeit nur ein Klient dargestellt ist .
Ein Klient ist beispielsweise ein Edge-Gerät , welches ein verbundenes technisches Gerät (nicht dargestellt , beispielsweise eine elektrische Pumpe oder eine Produktionsmaschine ) mithil fe von Sensoren dessen Betriebsparameter erfasst und als mathematisches Modell einer künstlichen Intelligenz in Form eines Autoencoders nach der vorhergehenden Figur entsprechend abbildet .
Es ist klar, dass für föderiertes Lernen mehrere Klienten erforderlich sind, mithil fe deren Daten ein genaues globales Modell erzeugt wird, was wiederum an die Klienten weitergegeben wird .
Dadurch kann beispielsweise dem System ein neuer Klient hinzugefügt werden, ohne dass dieser lokal ein Modell trainieren muss .
Der neue Klient kann das globale Modell von einem Server beziehen .
Jene Verfahrensschritte , welche in einem Klienten C durchgeführt werden, sind in der Figur strichliert dargestellt .
Jene Verfahrensschritte , welche in einem Server S durchgeführt werden, sind in der Figur durchgezogen dargestellt .
Ein Kunde beziehungsweise Klient registriert sich im Schritt CREG zunächst bei einem entsprechenden FL-Server S .
Ein oder mehrere Klienten C sind j eweils eine Vorrichtung mit einem Prozessor und einem Speicher, welche mit einer zentralen Server-Vorrichtung S , ebenfalls mit einem Prozessor und einem Speicher, verbunden sind .
Der Kunde/Klient C trainiert im Schritt TRAIN selbst seinen Autoencoder .
Anschließend lädt der Klient C die ermittelten Gewichte für seinen Autoencoders im Schritt WEIGHTS zum Server S hoch .
Dann folgt ein Schritt AGGR, durch den die Gewichte von Kunden/ Klienten C für ein globales Modell aggregiert werden .
Das globale Modell wird an alle beteiligten Klienten C in einem Schritt UDT weitergegeben und das verteilt vorliegende globale Modell wird demzufolge aktualisiert ( engl . „update" ) .
Die Schritte TRAIN, WEIGHTS , AGGR und UDT können bei Bedarf wiederholt werden, um eine Aktualisierung des globalen Modells dementsprechend durchzuführen .
Eine Aktualisierung kann beispielsweise manuell durch einen Klienten oder auch durch ein Hinzufügen eines weiteren, neuen Klienten initiiert werden .
Der Server S bildet nun einen Schwellwert AVG_TH, beispielsweise durch Berechnung eines Mittelwerts ( engl . „average threshold" ) , welcher für eine Ermittlung des Rekonstruktionsfehlers RE in einem Schritt ANO_DET im Zuge einer Anomalie- Erkennung ( engl . „anomaly detection" ) herangezogen wird .
Eine Anomalie ANO wird erkannt , falls ein Ergebnis des Autoencoders einen Wert liefert , welcher über dem Schwellwert AVG_TH liegt .
Fig . 3 zeigt ein Aus führungsbeispiel für ein erfindungsgemäßes System .
Das System umfasst einen ersten Klienten Gl mit einem Klien- ten-Prozessor CPU1 und einem Klienten-Speicher MEM1 , sowie ein erstes Sensormittel SM1 .
Der erste Klient Gl erzeugt und speichert ein lokales erstes Modell LM1 mit ersten Modell-Gewichten W1 und einem lokalen ersten Schwellwert TH1 im Speicher MEM1 .
Ferner umfasst das System einen zweiten Klienten C2 mit einem zweiten Klienten-Prozessor CPU2 und einem zweiten Klienten- Speicher MEM2 , sowie ein zweites Sensormittel SM2 .
Der zweite Klient C2 erzeugt und speichert ein lokales zweites Modell LM2 mit zweiten Modell-Gewichten W2 und einem lokalen zweiten Schwellwert TH2 im Speicher MEM2 .
Außerdem weist das System einen Server S mit einem Server- Prozessor CPU und einem Server-Speicher MEM auf , welcher mit dem ersten und zweiten Klienten Cl , C2 verbunden ist .
Das System ist dazu eingerichtet , das erfindungsgemäße Verfahren aus zuführen, um globale Modell-Gewichte W_GM und einen globalen Schwellwert TH_GM aus den lokalen Modell-Gewichten
Wl , W2 und lokalen Schwellwerten TH1 , TH2 zu ermitteln und an den ersten und zweiten Klienten Cl , C2 zu verteilen .
Die Sensormittel SMI , SM2 sind j eweils bildgebende Sensoren .
Fig . 4 zeigt ein Flussdiagramm mit einem Aus führungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens .
Das Verfahren weist folgende Schritte auf : a) Erzeugen und Trainieren eines ersten und eines zweiten lokalen Modells j eweils auf Basis eines Autoencoders , j eweils umfassend lokale Modellgewichte Wl , W2 und eine lokale Modell-Ausgangsgröße RD, und Bestimmen eines lokalen Schwellwerts TH1 , TH2 für die j eweilige lokale Modell- Ausgangsgröße RD mithil fe einer Mittelwert-Bildung durch einen ersten beziehungsweise eines zweiten Klienten CI , C2 , b) Übermitteln der lokalen Modellgewichte Wl , W2 und der lokalen Schwellwerte TH1 , TH2 von dem ersten und zweiten Klienten Cl , C2 an einen Server S , c) Erzeugen und Trainieren eines globalen Modells GM auf Basis eines Autoencoders , umfassend globale Modellgewichte W_GM und eine lokale Modell-Ausgangsgröße RD, unter Verwendung der lokalen Modellgewichte Wl , W2 und Bestimmen eines globalen Schwellwerts TH_GM für die globale Modell-Ausgangsgröße RD, W_GM mithil fe einer Mittelwert- Bildung durch den Server S , d) Übermitteln der globalen Modellgewichte W_GM und des globalen Schwellwerts TH_GM an den ersten Klienten CI , und Übernehmen der globalen Modellgewichte W_GM für das erste lokale Modell LM1 des ersten Klienten CI , e ) Erfassen von ersten Sensordaten SD1 als Eingangsdaten ID durch ein erstes Sensormittel SM1 , welches der erste Klient CI aufweist ,
f ) Anwenden der ersten Sensordaten SD1 auf das erste lokale Modell LM1 und Bestimmen der lokalen Modell- Ausgangsgröße LM1_OUT in Form von rekonstruierten Daten RD des ersten Klienten CI , g) Erkennen einer Anomalie ANO für die Sensordaten durch den ersten Klienten CI , falls die lokale Modell-Ausgangsgröße RD beziehungsweise LM1_OUT außerhalb eines Bereichs liegt , welcher durch den globalen Schwellwert TH_GM festgelegt ist .
Die Schritte a ) bis d) setzen einen Autoencoder mit anonymem föderiertem Lernen FL von Modellen sowie Schwellwerten über mehrere Klienten Cl , C2 um .
Die Schritte e ) bis g) setzen eine Anomalie-Erkennung AD mithil fe eines Autoencoders um, äquivalent der zuvor in Fig . 2 allgemeiner beschriebenen Anomalie-Erkennung ANO_DET .
Das Trainieren des j eweiligen lokalen Modells LM1 , LM2 erfolgt mit Trainingsdaten, die einem Anomalie- freien Zustand in den Sensordaten SD1 zugeordnet werden können .
Die j eweiligen Modell-Ausgangsgrößen RD sind durch mehrere Parameter-Wert gebildet , und der j eweilige Schwellwert TH1 , TH2 ist durch entsprechend zuordenbarer Werte oder Grenzwerte von Bereichen definiert .
Die Sensordaten und Trainingsdaten sind in Form von Bilddaten gebildet .
Die globalen Modellgewichte W_GM und der globale Schwellwert TH_GM wird von dem Server S an den zweiten Klienten C2 übermittelt , welcher über einen Autoencoder mit einem ähnlichen lokalen Modell verfügt .
Die Ähnlichkeit wird über vordefinierte Bereiche für die lokalen Modellgewichte Wl , W2 zwischen dem ersten und zweiten Klienten Cl , C2 ermittelt .
Zu einem j eweiligen lokalen Schwellwert TH1 , TH2 können ferner Metadaten hinsichtlich des lokalen Schwellwert TH1 , TH2 und des ersten und zumindest einen zweiten lokalen Modells durch einen ersten beziehungsweise zumindest einen zweiten Klienten Cl , C2 erfasst werden und an den Server S übermittelt werden, und beim Erzeugen und Trainieren AGGR des globalen Modells GM die Metadaten angewandt werden, beispielsweise bei einer entsprechend angepassten Gewichtung der einzelnen Modell-Gewichte Wl , W2 . So können genaue Daten eines Modells und eines Schwellwerts eines „Ref erenz"-Klienten stärker gewichtet werden als Klienten mit weniger genauen Trainingsdaten .
Bezugszeichenliste :
AGGR Aggregieren der Gewichte von Kunden/ Klienten für globales Modell
ANO erkannte Anomalie
AD, ANO_DET Anomalie-Erkennung (engl. „anomaly detec- tion" )
AVG_TH Schwellwertbildung durch Mittelwertbildung
(engl. „average threshold")
C, Cl, C2 Klient bzw. Durchführung durch Kunde/ Klient
GREG Registrierung eines Kunden/ Klienten
DEC Decoder
ED kodierte Daten (engl. „encoded data")
ENG Encoder
FL Föderiertes Lernen globales Modell
LM1, LM2 lokales Modell
LS latenter Raum
RD, LM1_OUT Rekonstruierte Daten (engl. „reconstructed data") , Modell-Ausgangsgröße nach Autoencoder
RE Rekonstruktionsfehler (engl. „reconstruction error" )
S Server bzw. Durchführung durch Server
ID, SD1, SD2 Eingabe-Daten (engl. „input data") , Sensordaten
SMI, SM2 Sensor-Mittel, Kamera-Sensor mit Prozessor
TH, TH_GM, TH1, TH2 Schwellwert (engl. „threshold")
TRAIN Trainieren eines Kunden/ Klienten
UDT Aktualisieren von globalem Modell (engl. „up- date" )
W GM, Wl, W2 Gewichte eines Autoencoder-Modells
WEIGHTS Hochladen der Gewichte eines Kunden/ Klienten