Kraftfahrzeug
Die Erfindung betrifft ein Kraftfahrzeug mit zumindest einem eine Behälterwand aufweisenden Behälter für einen insbesondere gasförmigen Energieträger, wobei im Bereich zumindest einer Behälterwand eine Kanalanordnung mit mehreren Ka nälen zur Aufnahme eines Wärmeübertragungsmediums angeordnet ist. Weiters betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben dieses Kraftfahrzeuges.
Die US 2016/039279 Al beschreibt einen Kraftstoffbehälter für ein Fahrzeug, wobei zur Kühlung des Kraftstoffes eine Rohranordnung in einer Isolierhülle an einer oberen oder unteren Behälterwand des Kraftstoffbehälters vorgesehen ist. Dadurch sollen die Emissionen durch Kraftstoffdämpfe vermindert werden.
Behälter für gasförmige Energieträger, beispielsweise Wasserstoff, bestehen häu fig aus kohlefaserverstärkten Kunststoff und sind potenziell gefährdet durch UV- Strahlen und mechanische Beschädigungen, beispielsweise Steinschlag. Insbeson dere bei Wasserstoffbetriebenen Lastkraftfahrzeugen werden oft Behälterpositio nen zwischen der Vorder- und der Hinterachse bevorzugt, welche im Falle eines Unfalles das geringste Risiko vor Zerstörung und Beschädigung aufweisen. Aller dings sind die Behälterwände mitunter den Sonnenstrahlen direkt ausgesetzt und somit durch UV-Strahlen gefährdet. Außerdem sind die Behälter durch die Befül lung und Abgabe von H2 thermischen Zyklen ausgesetzt, was die Lebensdauer von Komponenten beeinträchtigt.
Zudem sollte die Temperatur des Energieträgers innerhalb eines für die Speiche rung optimalen Temperaturfensters gehalten werden.
Aufgabe der Erfindung ist es auf einfache Weise einen effektiven Schutz des Be hälters vor UV-Strahlen und mechanischer Beschädigung zu gewährleisten und gleichzeitig eine thermische Konditionierung des Behälters zu ermöglichen.
Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Behälterwand zumindest abschnittsweise einen Schutzmantel aufweist und/oder von einem Schutzmantel umgeben ist, wobei die Kanalanordnung in den Schutzmantel integriert, vorzugs weise eingeformt ist.
In einer Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Behälter zumindest teilweise aus kohlefaserverstärktem Kunststoff besteht.
Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die vom Schutzmantel umgebende Behälter wand zumindest teilweise durch einen parallel zu einer Längsachse des Behälters ausgebildeten, vorzugsweise zylindrischen Mantel gebildet ist.
In einer besonders robusten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass der Schutzmantel aus flexiblem und widerstandsfähigem Material, vorzugs weise aus Synthesekautschuk, insbesondere EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kaut- schuk) besteht.
Da sich der Behälter in der Befestigungsstruktur bewegen kann, muss in der Regel bei bekannten Behältern ein Mindestabstand zu umgebenden Bauteilen eingehal ten werden. Dies gilt insbesondere für mechanische Schutzstrukturen oder UV- Schutzstrukturen. Für fahrzeugseitige Befestigungs- und/oder Schutzstrukturen bedeutete dies bisher, dass ein größerer Bauraum zur Verfügung gestellt werden muss, um einen direkten Kontakt zwischen Behälter und Befestigungs- und/oder Schutzstrukturen zu vermeiden.
Durch die erfindungsgemäße Integration des Schutzes am Behälter entfällt dieses Vorhalten des Abstandes in vielen Bereichen.
In einer Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass der Schutzmantel direkt oder indirekt an die Außenfläche der Behälterwand grenzt und durch einen von der Behälterwand getrennten Teil gebildet ist. Zwischen dem Schutzmantel und der Außenfläche der Behälterwand kann gegebenenfalls eine Wärmeübertra gungsschicht angeordnet sein, welche einen besser Wärmeübergang zwischen der Behälterwand und dem Schutzmantel ermöglicht.
Um eine gleichmäßige thermische Konditionierung zu ermöglichen ist es vorteil haft, wenn die Kanalanordnung eine Vielzahl von parallel zueinander angeordneten Kanälen aufweist, wobei vorzugsweise die Kanäle im Wesentlichen parallel zur Längsachse des Behälters ausgebildet sind.
Eine effektive Wärmeab- oder zufuhr ist möglich, wenn die Kanalanordnung mit einem Kreislauf für das Wärmeübertragungsmedium strömungsverbunden ist, wobei der Kreislauf zumindest eine Pumpe und zumindest einen eine Primärseite und eine Sekundärseite aufweisenden Wärmetauscher aufweist, wobei die Primär seite des Wärmetauschers mit dem Kreislauf verbunden ist. Vorzugsweise ist vor gesehen, dass die Sekundärseite des Wärmetauschers an das Fahrzeugkühlsystem des Fahrzeuges angeschlossen ist.
In einer Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass die Temperatur des Wärmeüberträgermediums durch eine Temperatursteuereinrichtung regelbar oder steuerbar ist. Somit kann der Behälter über die Kanalanordnung temperiert
werden, wobei - im Falle einer Kühlung des Behälters - das Wärmeübertragungs medium, vorzugsweise über einen Wärmetauscher, durch eine Wärmesenke ge kühlt wird und/oder -im Falle einer Erwärmung des Behälters - das Wärmeüber tragungsmedium, vorzugsweise über einen Wärmetauscher, durch eine Wärme quelle erwärmt wird, wobei vorzugsweise die Wärmesenke und/oder die Wärme quelle durch das Fahrzeugkühlsystem gebildet wird.
Eine einfache Ausführungsvariante der Erfindung sieht vor, dass der Schutzmantel durch eine Rohrmatte gebildet. Vorzugsweise weist der Schutzmantel eine un ebene äußere Oberfläche auf, wobei die unebene Oberfläche Erhebungen im Be reich der Kanäle und Senken im Bereich zwischen benachbarten Kanälen aufweist.
Gemäß einer weiteren Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Schutz mantel zumindest ein Wärmeleitprofil, vorzugsweise aus Aluminium oder einer Alu miniumlegierung, aufweist, wobei in dem Wärmeleitprofil zumindest ein Kanal der Kanalanordnung angeordnet ist. Das Wärmeleitprofil bietet Schutz vor UV-Strahlen und mechanischen Beschädigungen und ermöglicht gleichzeitig eine Temperierung des Behälters.
Um einen hohen Wärmeaustausch mit der Umgebung zu ermöglichen, ist es vor teilhaft, wenn zumindest ein Wärmeleitprofil - in Bezug auf die Längsachse des Behälters - radial außerhalb des Kanals Kühlrippen aufweist.
In weiterer Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Schutzmantel zu mindest zwei Wärmeleitprofile aufweist, wobei zwischen zumindest zwei benach barten Wärmeleitprofilen ein vorzugsweise aus einem flexiblen Material bestehen des Füllsegment angeordnet ist. Durch das Füllsegment kann der Schutzmantel flexibel für Behälter mit verschiedenen Durchmessern eingesetzt werden.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der in den Figuren dargestellten nicht einschränkenden Ausführungsbeispiele näher erläutert. Darin zeigen schematisch:
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Kraftfahrzeug in einer erfindungsgemäßen Ausführungsvariante in einer Seitenansicht;
Fig. 2 einen Behälter dieses Kraftfahrzeuges in einer ersten erfindungsge mäßen Ausführungsvariante in einem Schnitt gemäß der Linie III-III in Fig. 1;
Fig. 3 einen Behälter dieses Kraftfahrzeuges in einer zweiten erfindungs gemäßen Ausführungsvariante in einem Schnitt analog zu Fig. 2;
Fig. 4 das Detail IV dieses Behälters;
Fig. 5 und Fig. 6 das Kraftfahrzeug in einer weiteren Seitenansicht,
Fig. 7 einen Kreislauf für das Wärmeüberträgermedium samt Temperatur steuereinrichtung des Kraftfahrzeuges; und
Fig. 8 einen Temperaturverlauf eines mit Wasserstoff gefüllten Behälters.
Die Fig. 1, Fig. 5 und Fig. 6 zeigen ein beispielsweise als brennstoffzellenbetriebe nes Elektro-Lastkraftfahrzeug ausgebildetes Kraftfahrzeug 1 mit einem zwischen einer Vorderachse 2 und einer Hinterachse 3 angeordneten Behälter 4 für einen gasförmigen Energieträger, beispielsweise Wasserstoff. Der Wasserstoff dient bei spielsweise zur Speisung zumindest einer nicht weiter dargestellten Brennstoffzelle zur Bereitstellung von elektrischer Antriebsenergie für das Kraftfahrzeug 1. Der Behälter 4 besteht beispielsweise aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Der in den Ausführungsbeispielen zylindrisch geformte Behälter 4 weist eine Behälterwand 40 mit einem zylindrischen Mantel 41 und kalottenförmigen Endbereichen 42, 43 auf. Anschließend an die Endbereiche 42, 43 des Behälters 4 sind mechanische Schutz vorrichtungen 44, 45 als Prallschutz vorgesehen. Mit Bezugszeichen 46, 47 sind in Fig. 3 Befestigungsvorrichtungen zur Befestigung des Behälters 4 am Kraftfahr zeug 1 bezeichnet.
Zumindest im Bereich des zylindrischen Mantels 41 ist die Behälterwand 40 von einem Schutzmantel 5 umgeben, wobei in den Schutzmantel 5 eine Kanalanord nung 50 integriert ist. Die Kanalanordnung 50 weist eine Anzahl an parallelen Ka nälen 51 auf, welche in den Schutzmantel 5 integriert, beispielsweise eingeformt sind. Die Kanäle 51 sind im Wesentlichen parallel zur Längsachse 4a des Behälters 4 angeordnet
Der Mantel 41 des Behälters 4 und der Schutzmantel 5 sind durch separate Teile gebildet. Der Schutzmantel 5 wird vor der Montage über die Befestigungsvorrich tungen 46, 47 an der Befestigungsstruktur des Kraftfahrzeuges 1 am Behälter 4 aufgebracht, beispielsweise über den Behälter 4 gewickelt.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsvariante ist der Schutzmantel 5 durch eine Rohrmatte gebildet und besteht aus flexiblem und widerstandsfähigem Mate rial, beispielsweise EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk). Der Schutzmantel 5 weist eine unebene äußere Oberfläche auf, wie aus Fig. 2 ersichtlich ist. Die un ebene Oberfläche ist mit Erhebungen 52 im Bereich der Kanäle 51 und Senken 53 im Bereich zwischen benachbarten Kanälen 51 ausgebildet. Die Erhebungen 52 und Senken 53 bewirken eine Oberflächenvergrößerung und tragen somit zurTem- perierung des Behälters 4 bei.
Zwischen dem Mantel 41 des Behälters 4 und dem Schutzmantel 5 befindet sich eine Wärmeübertragungsschicht 6.
Die Fig. 3 und Fig. 4 zeigen eine weitere Ausführungsvariante bei der der Schutz mantel 5 mehrteilig ausgeführt ist, Der Schutzmantel 5 weist eine Anzahl von über den Umfang des Mantels 41 des Behälters 4 verteilt angeordnete Wärmeleitprofile 54 aus einem Material mit hoher thermischer Leitfähigkeit, beispielsweise aus Alu minium oder einer Aluminiumlegierung auf, in welches parallel zur Längsachse 4a des Behälters 4 orientierte Kanäle 51 eingeformt sind.
Zwischen zwei benachbarten Wärmeleitprofilen 54 sind flexible expandierbare Füllsegmente 55 aus beständigen wasserdichten Isolationsschichten angeordnet, welche beispielsweise aus Gummi oder EPDM bestehen. Die Füllsegmente 55 bie ten eine Wärmedämmung rund um den Behälter 4 zur Umgebung hin. Die Fül lersegmente 55 werden an den Wärmeleitprofilen 54 befestigt, z.B. mit Klebstoff 55a oder weiteren mechanischen Elementen wie Nieten oder dergleichen. Die Füllsegmente 55 sind beweglich angebracht, um verschieden große Radien zu er möglichen. Dadurch kann für Behälter 4 unterschiedlicher Durchmesser einerseits derselbe Schutz gewährleistet werden. Andererseits ist es durch die flexiblen Füllsegmente 55 möglich, die Expansion- und Kontraktionsbewegungen des Behäl ters 4 bei Betankungs- und Entleerungsvorgängen zu kompensieren, und dennoch eine gute Wärmeübertragung durch die metallischen Wärmeleitprofile 54 zu errei chen.
Sowohl die Füllsegmente 55 als auch das Wärmeleitprofil 54 schützen den Mantel 41 des Behälters 4 vor UV-Strahlung 7a sowie vor mechanischen Einwirkungen, wie Steinschlag 7b.
Zwischen dem Mantel 41 des Behälters 4 und den Wärmeleitprofilen 54 und den Füllsegmenten 55 ist eine expandierbare Wärmeübertragungsschicht 6 mit hoher Wärmeleitfähigkeit angeordnet. Die Wärmeübertragungsschicht 6 leitet die Wärme zwischen den Wärmeleitprofilen 54 und dem Mantel 41 des Behälters 4. Wegen ihrer hohen Wärmeleitfähigkeit sind beispielsweise Graphenplatten besonders gut als Material für die Wärmeübertragungsschicht 6 geeignet. Dies ermöglicht eine nahezu gleichmäßige Wärmeverteilung, wobei nur wenige Wärmeleitprofile 54 für die Wärmeübertragung und die Kanäle 51 notwendig sind.
Jedes Wärmeleitprofil 54 weist radial innerhalb des Kanals 51 zwei Auflagepunkte 56 auf, die es ermöglichen, das Wärmeleitprofil 54 an Behältern 4 mit unterschied lichen Radien anzubringen. Dies erlaubt eine große Modularität ohne Änderung der
Form und des Werkzeugs des Wärmeleitprofiles 54. Die Kontaktfläche der Aufla gepunkte 56 kann gegebenenfalls mit einer Wärmeleitpaste vergrößert werden, die vor der Montage aufgetragen wird.
Beidseits jedes Kanals 51 weist jedes Wärmeleitprofil 54 Wärmeleitbrücken 57 zwischen einem inneren Bereich 54i und einem äußeren Bereich 54a des Wärme leitprofiles 54 auf. Der Querschnitt der Wärmeleitbrücken 57 wird möglichst klein ausgeführt, um die Wärmeübertragung zwischen dem inneren Bereich 54i und dem äußeren Bereich 54a möglichst gering zu halten und um somit die Wärmeübertra gung auf das durch die Kanäle 51 strömende Wärmeübertragungsmedium gezielt zu steuern. Da Flüssigkeiten auf Wasserbasis eine geringe Wärmeübertragungs leitfähigkeit haben, wirkt die Minimierung der Wärmeleitbrücken 57 wie eine teil weise Wärmeisolierung zwischen dem Behälter 4 und der Umgebung. Dies ermög licht die Speicherung eines niedrigeren Temperaturniveaus im Behälter 4, welches bei Spitzenbedarfssituationen genutzt werden kann.
Eine weitere Möglichkeit, die Leitfähigkeit zwischen der Wärmeübertragungs schicht 6 und den Wärmeleitprofilen 54 zu vergrößern, ist das Aufbringen einer zusätzlichen Wärmeübertragungsschicht 60, beispielsweise in der Form eines Zy lindersegmentes, das sich zwischen den dem Wärmeleitprofil 54 und der Wärme übertragungsschicht 6 befindet. Die zusätzliche Wärmeübertragungsschicht 60 er möglicht eine besonders hohe Wärmeübertragungsleistung und dadurch eine punktuelle Ausführung der Kanalanordnung und somit eine Einsparung an Lei tungslänge und Pumpenleistung.
In Bezug auf die Längsachse 4a des Behälters 4 sind radial außerhalb der Kanäle 51 Kühlrippen 58 mit Erhebungen 52 und Vertiefungen 53 angeordnet, welche beispielsweise in das Wärmeleitprofil 54 eingeformt sind. Die Kühlrippen 58 ver größern die Gesamtoberfläche zur Umgebung und verbessern damit die Wärme übertragung durch Konvektion.
Die Kanäle 51 können ein von der Kreisform abweichendes komplexes Quer schnittsprofil aufweisen. Im Ausführungsbeispiel sind die Kanäle 51 flach, bei spielsweise elliptisch ausgebildet, wobei die Erstreckung in radialer Richtung - in Bezug auf die Längsachse 4a des Behälters 4 betrachtet - geringer ist als in Um fangsrichtung.
Das System ist nicht integral mit dem Behälter 4 verbunden, sondern wird zuerst mit dem Wärmeübertragungsschicht 6 versehen, und dann werden die verbunde nen Wärmeleitprofil 54 und Füllsegmente 55 befestigt.
Die Ausführung der Wärmeleitprofil 54 mit großen Kontaktflächen zur Umwelt, als auch zum Mantel 41 des Behälters 4 ermöglicht eine Temperatursteuerung durch
das Wärmeübertragungsmedium, sowie in gleichem Maße eine Isolation durch die einen kleinen Querschnitt aufweisenden Wärmeleitbrücken 57 und das Wärme übertragungsmedium.
Der Schutzmantel 5 schützt den Behälter 4 dauerhaft vor in den Fig. 1, Fig. 5 und Fig. 6 mit den Pfeilen 7a angedeuteter UV-Strahlung und Steinschlag 7b und ent hält ein zumindest teilweise durch die Kanäle 51 gebildetes Rohrleitungssystem 80 innerhalb der gleichen Struktur, welches Teil eines Kreislaufes 8 für ein Wärme übertragungsmedium ist. Der geschlossene Kreislauf 8 weist zumindest eine Pumpe 81 für das Kühlmittel und mindestens einen Wärmetauscher 82 auf.
Das Rohrleitungssystem 80 ist mit dem durch eine Kühlflüssigkeit gebildeten Wär meübertragungsmedium gefüllt, das von der Pumpe 81 umgewälzt wird. Der Wär metauscher 82 weist eine Primärseite 821 und eine Sekundärseite 822 auf, wobei die Primärseite 821 des Wärmetauscher 82 an den Kreislauf 8 und die Sekundär seite 822 des Wärmetauschers 82 an das Fahrzeugkühlsystem 9 angeschlossen ist (Fig. 6, Fig. 7).
Mittels einer Temperatursteuereinrichtung 10 kann die Temperatur des Wärme überträgermediums geregelt oder gesteuert werden.
Das durch den Kreislauf 8 gebildete thermische System des Behälters 4 erfüllt folgende Hauptfunktionen:
• Bereitstellung eines niedrigeren Temperaturniveaus für das Fahrzeugkühl system 9 durch das potenziell niedrigere Temperaturniveau des Behälters 4 aufgrund der Freisetzung von H2 während der Fahrt.
• Abhängig vom Temperaturniveau des Fahrzeugkühlsystems 9 kann der Wärmeaustausch auch umgekehrt werden, beispielsweise während des Fül lens des Behälters 4. Dabei kann die Temperatur des Behälters 4 durch das Fahrzeugkühlsystem 9 gesenkt werden, wodurch die thermischen Spannun gen auf die Komponenten des Behälters 4 reduziert werden können, was sich vorteilhaft auf deren Lebensdauer auswirkt.
• Weiters fungiert das thermische System des Behälters 4 durch die große Oberfläche als thermischer Kühlkörper rund um den Behälter 4, wodurch die thermische Abkühlleistung des Fahrzeugkühlsystems 9 unterstützt werden kann.
Fig. 8 zeigt beispielsweise den Verlauf der Behältertemperatur T über der Zeit t aufgetragen für verschiedene Betriebsphasen des Behälters 4, nämlich für eine
Füllungsphase A, eine Speicherphase B und eine Entleerungsphase C des Behäl ters 4. Während der Füllungsphase A besteht die Gefahr, dass eine definierte Grenztemperatur TG überschritten wird. In der Entleerungsphase C kann es zu einem starken Temperaturabfall kommen.
Die Temperatur des Wärmeüberträgermediums wird durch die Temperatursteuer einrichtung 10 des Kraftfahrzeuges 1 gesteuert.
Abhängig vom Zustand und den Betriebsphasen des Behälters 4 kann je nach Tem peraturniveau des Fahrzeugkühlsystems 9 der Wärmeaustausch umgekehrt wer den. In diesem Fall, zum Beispiel während der Füllungsphase A des Behälters 4, kann die Behältertemperatur T durch die Temperatursteuereinrichtung 10 gesenkt werden und so die Gesamtbelastung der Komponenten des Behälters 4 reduziert werden, was sich vorteilhaft auf die Lebenszyklen der Komponenten auswirkt. Wei terhin kann mit dem thermischen System und der Temperatursteuereinrichtung 10 eine vorausschauende Vorkühlung des Behälters 4 erfolgen, um zu vermeiden, dass die definierte Temperaturobergrenze TG erreicht oder überschritten wird. Mit dieser Funktionalität kann ein verbesserter Befüllvorgang verwirklicht werden.
Zur Überwachung der Temperatur des Behälters 4 ist zumindest ein Temperatur sensor 11 beispielsweise im Bereich der Kanalanordnung 50 vorgesehen, welcher mit der Temperatursteuereinrichtung 10 verbunden ist. Die Steuerung bzw. Rege lung des Kreislaufes 8 und/oder des Fahrzeugkühlsystems 9 erfolgt über mit der Temperatursteuereinrichtung 19 verbundene Durchflusssteuerventile 83, 91 des Kreislaufes 8 und/oder des Fahrzeugkühlsystems 9, und/oder über die Regelung der Drehzahl der Pumpe 81 (Fig. 7).
Der Behälter 4 kann somit über die Kanalanordnung 50 temperiert werden, wobei - im Falle einer beabsichtigten Kühlung des Behälters 4 - das Wärmeübertragungs medium über den Wärmetauscher 82 durch eine Wärmesenke gekühlt wird und - im Falle einer beabsichtigten Erwärmung des Behälters 4 - das Wärmeübertra gungsmedium über den Wärmetauscher 82 durch eine Wärmequelle erwärmt wird. Die Wärmesenke und die Wärmequelle werden dabei gleichermaßen durch das Fahrzeugkühlsystem 9 gebildet, dessen Temperatur je nach Anforderung in geeig neter Weise durch thermisches Verbinden mit Wärmeerzeugern - beispielsweise mit Brennstoffzellen - oder Kühleinrichtungen - beispielsweise einem Fahrzeug kühler - eingestellt wird.
Mit dem die Kanalanordnung 50 aufweisenden Schutzmantel 5 ist es somit möglich ein niedriges Temperaturniveau beim Entleeren des Behälters 4 (zum Bei spiel bei hoher Brennstoffzellenleistung mit gesteigertem Kühlbedarf) zu
ermöglichen, indem Synergien zwischen dem thermischen System des Behälters 4 und dem Fahrzeugkühlsystem 9 genutzt werden; einen effektiven Schutz vor UV und Steinschlag bereitzustellen; ein kontrolliertes Thermomanagement, insbesondere beim Befüllen und Entleeren, des Behälters 4 durchzuführen; die Kühlung des Fahrzeugkühlsystems 9 durch den hoher Oberflächenan teil des Schutzmantels 5 zu verbessern, welcher bei konstantem Fährbe trieb zur Kühlleistung des Fahrzeugs beiträgt und als Wärmesenke wirkt; im Gegensatz zu einem zusätzlichen Kühler kann ohne negative Beein flussung des Luftwiderstandsbeiwert die Kühlleistung erhöht werden.
Das thermische System des Behälters 4 ergänzt das herkömmliche Fahrzeugkühl system 9 und ermöglicht eine Kapazitätserweiterung des herkömmlichen Fahr zeugkühlsystems 9. Somit kann die Kühlung des Fahrzeugkühlsystems 9 insbe sondere bei Spitzenbelastungen unterstützt werden.
Die Erfindung ist nicht auf den Transport von Fh beschränkt und kann auch für den Transport weiterer Gase wie Methan etc. verwendet werden.