Verbundscheibe für eine Projektionsanordnung
Die Erfindung betrifft eine Verbundscheibe, ein Verfahren zu deren Herstellung, deren Verwendung und eine Projektionsanordnung.
Head-Up-Displays (HUD) werden heutzutage häufig in Fahrzeugen und Flugzeugen eingesetzt. Die Funktionsweise eines HUDs verläuft hierbei über die Verwendung einer bildgebenden Einheit, die mittels eines Optikmoduls und einer Projektionsfläche ein Bild projiziert, das vom Fahrer als virtuelles Bild wahrgenommen wird. Wenn dieses Bild beispielsweise über die Fahrzeug-Windschutzscheibe als Projektionsfläche reflektiert wird, können wichtige Informationen für den Nutzer dargestellt werden, die die Verkehrssicherheit wesentlich verbessern.
Üblicherweise bestehen Fahrzeug-Windschutzscheiben aus zwei Glasscheiben, welche über mindestens eine thermoplastische Folie miteinander laminiert sind. Bei dem vorstehend beschriebenen HUD tritt das Problem auf, dass das Projektorbild an beiden Oberflächen der Windschutzscheibe reflektiert wird. Dadurch nimmt der Fahrer nicht nur das gewünschte Hauptbild wahr, welches durch die Reflexion an der innenraumseitigen Oberfläche der Windschutzscheibe hervorgerufen wird (Primärreflexion). Der Fahrer nimmt auch ein leicht versetztes, in der Regel intensitätsschwächeres Nebenbild wahr, welches durch die Reflexion an der außenseitigen Oberfläche der Windschutzscheibe hervorgerufen wird (Sekundärreflexion). Dieses Problem wird gemeinhin dadurch gelöst, dass die reflektierenden Oberflächen mit einem gezielt gewählten Winkel zueinander angeordnet werden, so dass Hauptbild und Nebenbild überlagert werden, wodurch das Nebenbild nicht mehr störend auffällt.
Die Strahlung des HUD-Projektors ist typischerweise im Wesentlichen s-polarisiert. Dies hat mit der besseren Reflexionscharakteristik der Windschutzscheibe für s-polarisiertes Licht im Vergleich zu p-polarisiertem Licht zu tun. Trägt der Fahrer jedoch eine polarisationsselektive Sonnenbrille, welche lediglich p-polarisiertes Licht transmittiert, so kann er das HUD-Bild kaum oder gar nicht wahrnehmen. Es besteht daher Bedarf an HUD-Projektionsanordnungen, welche mit polarisationsselektiven Sonnenbrillen kompatibel sind. Eine Lösung des Problems in diesem Zusammenhang ist daher die Anwendung von Projektionsanordnungen, welche p- polarisiertes Licht einsetzen.
Die DE 102014220189A1 offenbart eine HUD-Projektionsanordnung, welche mit p- polarisierter Strahlung betrieben wird, um ein HUD-Bild zu erzeugen. Da der Einstrahlwinkel typischerweise nahe dem Brewsterwinkel liegt und p-polarisierte Strahlung daher nur in geringem Maße von den Glasoberflächen reflektiert wird, weist die Windschutzscheibe eine reflektierende Struktur auf, die p-polarisierte Strahlung in Richtung des Fahrers reflektieren kann. Als reflektierende Struktur wird eine einzelne metallische Schicht vorgeschlagen mit einer Dicke von 5 nm bis 9 nm, beispielsweise aus Silber oder Aluminium, die auf der dem Innenraum des PKWs abgewandten Außenseite der Innenscheibe aufgebracht ist.
In der US 2004/0135742A1 ist ebenfalls eine HUD-Projektionsanordnung offenbart, welche mit p-polarisierter Strahlung betrieben wird, um ein HUD-Bild zu erzeugen, und eine reflektierende Struktur aufweist, die p-polarisierte Strahlung in Richtung des Fahrers reflektieren kann. Als reflektierende Struktur werden die in der WO 96/19347A3 offenbarten mehrlagigen Polymerschichten vorgeschlagen. In der W02017030654A1 ist ein Combiner Head-Up-Display mit einem optisch schaltbaren Funktionselement offenbart. Das optisch schaltbare Funktionselement ist teilweise in Überlappung mit einer polarisationsselektiven Reflexionsschicht.
Bei der Auslegung einer Projektionsanordnung, welche auf der HUD-Technologie basiert, muss weiterhin dafür Sorge getragen werden, dass das projizierte Bild vom Betrachter gut erkennbar ist. Eine ausreichende visuelle Wahrnehmbarkeit von insbesondere sicherheitsrelevanten Informationen wie beispielsweise Fahrspur-Hilfen, Geschwindigkeitsanzeige oder Drehzahl des Motors sollte bei allen Wetter- und Lichtverhältnissen gewährleistet sein. So wäre es wünschenswert, über eine Projektionsanordnung, die auf der Head-Up-Display-Technologie basiert, zu verfügen, bei dem keine unerwünschten Nebenbilder auftreten und dessen Anordnung bei guter Erkennbarkeit mit ausreichender Helligkeit und Kontrast der angezeigten Bildinformationen relativ einfach zu bewerkstelligen ist. Zudem soll der Energieverbrauch relativ gering sein und die Projektionsanordnung auch mit Sonnenbrillen mit Polarisationsgläsern erkennbar sein. Des Weiteren soll die Projektionsanordnung einfach und kostengünstig herstellbar sein.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, eine verbesserte Verbundscheibe für Projektionsanordnungen bereitzustellen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erfindungsgemäß durch eine Projektionsanordnung nach Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Erfindungsgemäß ist eine Verbundscheibe beschrieben, die insbesondere für eine Projektionsanordnung vorgesehen ist. Die Verbundscheibe umfasst mindestens: eine Außenscheibe, eine Innenscheibe und eine zwischen der Außen- und
Innenscheibe angeordnete thermoplastische Zwischenschicht, ein elektrochromes Funktionselement, welche zwischen der Außenscheibe und der Innenscheibe angeordnet ist und eine teilweise lichtdurchlässige Reflexionsschicht.
Die Reflexionsschicht ist zum Reflektieren von Licht geeignet ist. Die Reflexionsschicht ist in Blickrichtung von der Innenscheibe zur Außenscheibe räumlich vor dem elektrochromen Funktionselement angeordnet und überlappt zumindest in einem Bereich mit dem elektrochromen Funktionselement. Die Außen- und die Innenscheibe weisen jeweils eine Außenseite und eine Innenseite auf und die Innenseite der Außenscheibe und die Außenseite der Innenscheibe sind einander zugewandt.
Die Reflexionsschicht kann auf der Innenseite oder der Außenseite der Innenscheibe angeordnet sein. Das elektrochrome Funktionselement kann auf der Innenseite der Außenscheibe oder der Außenseite der Innenscheibe angeordnet sein. Alternativ kann die Reflexionsschicht und das elektrochrome Funktionselement auch auf derselben Außenseite der Innenscheibe oder der Innenseite der Außenscheibe angeordnet sein. Die Reflexionsschicht kann Abschnitte aufweisen, die nicht in Überdeckung zum elektrochromen Funktionselement sind. Im Sinne der Erfindung ist mit der „Blickrichtung von der Innenscheibe zu der Außenscheibe“ die Blickrichtung in orthogonaler Richtung von der Ebene der Innenscheibe zu der Außenscheibe gemeint.
Die Reflexionsschicht ist teilweise lichtdurchlässig, was im Sinne der Erfindung vorzugsweise bedeutet, dass sie eine mittlere Transmission (nach ISO 9050:2003) im sichtbaren Spektralbereich von bevorzugt mindestens 60%, besonders bevorzugt mindestens 70 % und insbesondere weniger als 85 % aufweist und dadurch die Durchsicht durch die Scheibe nicht wesentlich einschränkt. Die Reflexionsschicht reflektiert bevorzugt mindestens 15 %, besonders bevorzugt mindestens 20 %, ganz besonders bevorzugt mindestens 30 % des auf die Reflexionsschicht auftreffenden Lichtes. Die Reflexionsschicht ist dazu vorgesehen, ein
Licht einer Bildanzeigevorrichtung zu reflektieren. Das von der Reflexionsschicht reflektierte Licht ist vorzugsweise sichtbares Licht, also Licht in einem Wellenlängenbereich von ca. 380 nm bis 780 nm. Die Reflexionsschicht weist vorzugsweise einen hohen und gleichmäßigen Reflexionsgrad (über verschiedene Einstrahlwinkel) gegenüber p-polarisierter und/oder s- polarisierter Strahlung auf, so dass eine intensitätsstarke und farbneutrale Bild-Darstellung gewährleistet ist. Der Reflexionsgrad beschreibt den Anteil der insgesamt eingestrahlten Strahlung (des Lichts), der reflektiert wird. Er wird in % angegeben (bezogen auf 100% eingestrahlte Strahlung) oder als einheitenlose Zahl von 0 bis 1 (normiert auf die eingestrahlte Strahlung). Aufgetragen in Abhängigkeit von der Wellenlänge bildet er das Reflexionsspektrum. Die Angaben zur Reflexion von Licht beziehen sich auf eine Reflexionsmessung mit einer Lichtquelle A, die im Spektra Ibereich von 380 nm bis 780 nm abstrahlt mit einer normierten Strahlungsintensität von 100%. Der von der Reflexionsschicht reflektierte Anteil der Strahlung wird gemessen, beispielsweise mit einem Photolichtspektrometer (zum Beispiel von der Firma Perkin Eimer) und zur Strahlungsintensität der Lichtquelle A in Verhältnis gesetzt.
„Ein elektrochromes Funktionselement, welches zwischen der Außenscheibe und der Innenscheibe angeordnet ist“ bedeutet im Sinne der Erfindung, dass das elektrochrome Funktionselement innerhalb der thermoplastischen Zwischenschicht, auf der Innenseite der Außenscheibe oder der Außenseite der Innenscheibe angeordnet sein kann.
Mit der Beschreibung, dass beispielsweise ein Element A vollständig mit einem Element B überlappt, ist im Sinne der Erfindung gemeint, dass die orthonormale Projektion vom Element A zur Flächenebene vom Element B vollständig innerhalb vom Element B angeordnet ist.
Die Reflexionsschicht überlappt bereichsweise oder vollständig mit dem elektrochromen Funktionselement. Aus diesem Grund resultiert eine gute Bilddarstellung mit hohem Kontrast zu dem opak eingestelltem elektrochromen Funktionselement, sodass sie hell erscheint und damit auch ausgezeichnet erkennbar ist. Dies ermöglicht in vorteilhafter Weise eine Reduktion der Leistung der Bildanzeigevorrichtung und somit einen verminderten Energieverbrauch und Wärmeerzeugung. Bei Bedarf kann das elektrochrome Funktionselement auch transparent eingestellt werden. Die Transparenz des elektrochromen Funktionselementes ermöglicht die Durchsicht durch die Verbundscheibe bei gleichzeitiger Reflexion von Licht, welches auf die Reflexionsschicht auftrifft. Die Verbundscheibe bietet somit die Möglichkeit zwischen einem
kontrastreichen Bild bei opakem elektrochromen Funktionselement und der Anwendung ähnlich eines Head-Up-Displays bei transparentem Funktionselement. Es kann somit zwischen einer kontrastreichen Bildreflexion und dem freien Blick durch die Windschutzscheibe auf die Fahrbahn gewechselt werden, wenn die Verbundscheibe in ein Fahrzeug als Wndschutzscheibe eingebaut wird.
Im Folgenden werden verschiedene bevorzugte Schichtenabfolgen der erfindungsgemäßen Verbundscheibe beschrieben:
- Außenscheibe - elektrochromes Funktionselement - Reflexionsschicht - thermoplastische Zwischenschicht - Innenscheibe
- Außenscheibe - elektrochromes Funktionselement - thermoplastische
Zwischenschicht - Reflexionsschicht - thermoplastische Zwischenschicht - Innenscheibe
- Außenscheibe - elektrochromes Funktionselement - thermoplastische
Zwischenschicht - Reflexionsschicht - Innenscheibe
- Außenscheibe - elektrochromes Funktionselement - thermoplastische
Zwischenschicht - Innenscheibe - Reflexionsschicht
- Außenscheibe - thermoplastische Zwischenschicht - elektrochromes
Funktionselement - Reflexionsschicht - thermoplastische Zwischenschicht - Innenscheibe
- Außenscheibe - thermoplastische Zwischenschicht - elektrochromes
Funktionselement - thermoplastische Zwischenschicht - Reflexionsschicht - Innenscheibe
- Außenscheibe - thermoplastische Zwischenschicht - elektrochromes
Funktionselement - thermoplastische Zwischenschicht - Innenscheibe - Reflexionsschicht
- Außenscheibe - thermoplastische Zwischenschicht - elektrochromes
Funktionselement - Reflexionsschicht - Innenscheibe
- Außenscheibe - thermoplastische Zwischenschicht - elektrochromes
Funktionselement - Innenscheibe - Reflexionsschicht
Mit der Abfolge: „thermoplastische Zwischenschicht - elektrochromes Funktionselement - thermoplastische Zwischenschicht“, ist im Sinne der Erfindung gemeint, dass das elektrochrome Funktionselement innerhalb der thermoplastischen Zwischenschicht
angeordnet ist. Dies gilt ebenfalls für diese Anordnung mit der Reflexionsschicht statt dem elektrochromen Funktionselement. Die aufgezählten Schichtenabfolgen sind besonders praktikabel umsetzbar und daher bevorzugt.
Ist etwas „innerhalb der thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet“, bedeutet dies im Sinne der Erfindung, dass etwas zwischen mindestens zwei thermoplastischen Verbundfolien angeordnet ist. Alternativ kann es auch in die thermoplastische Zwischenschicht mittels Druckes, und vorzugsweise mittels Wärme, eingebracht werden. Hierdurch wird der große Vorteil erreicht, dass kein expliziter Hohlraum zwischen den thermoplastischen Folien bereitgestellt werden muss. Das Anordnen zwischen zwei thermoplastischen Folien oder das Eindrücken in eine thermoplastische Folie sind schnelle und effiziente Wege der Einbringung.
Die Verbundscheibe ist dafür vorgesehen, einen Innenraum von einer äußeren Umgebung abzutrennen. Die Innenseite der Innenscheibe ist dabei dem Innenraum zugewandt und die Außenseite der Außenscheibe ist der äußeren Umgebung zugewandt. Im Sinne der Erfindung ist mit „die Reflexionsschicht ist in Blickrichtung von der Innenscheibe zu der Außenscheibe räumlich vor dem elektrochromen Funktionselement angeordnet“ gemeint, dass die Reflexionsschicht räumlich näher an den Innenraum heranreicht als das elektrochrome Funktionselement. Die Reflexionsschicht ist also bei Durchsicht durch die Verbundscheibe vom Innenraum heraus räumlich vor dem elektrochromen Funktionselement angeordnet. Die Außenscheibe und die Innenscheibe weisen bevorzugt zwei gegenüberliegende Seitenkanten und eine Oberkante sowie eine Unterkante auf. Die Oberkante ist dafür vorgesehen in Einbaulage im oberen Bereich angeordnet zu sein, während die gegenüberliegende Unterkante dafür vorgesehen ist in Einbaulage im unteren Bereich angeordnet zu sein.
Das elektrochrome Funktionselement ist ein Element, welches schalt- oder regelbare optische Eigenschaften besitzt. Über das Anlegen einer elektrischen Spannung kann die Transmission von Licht aktiv beeinflusst werden. Eingebaut in die Verbundscheibe kann ein Benutzer beispielsweise von einem transparenten in einen nicht transparenten Zustand der Verbundscheibe schalten. Es sind auch Abstufungen zwischen Transparenz und Opazität (Verdunklung) möglich.
Im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet "transparent", dass die Gesamttransmission der Verbundscheibe den gesetzlichen Bestimmungen für Windschutzscheiben entspricht (beispielsweise den Richtlinien der europäischen Union entspricht ECE-R43) und für
sichtbares Licht bevorzugt eine Durchlässigkeit von mehr als 30% und insbesondere von mehr als 60%, beispielsweise mehr als 70%, aufweist (ISO 9050:2003). Entsprechend bedeutet "opak" eine Lichttransmission von weniger als 15 %, bevorzugt weniger als 10 %, besonders bevorzugt weniger als 5% und insbesondere 0%.
In einer besonderes bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das elektrochrome Funktionselement in Blickrichtung von der Innenscheibe zu der Außenscheibe deckungsgleich mit der Reflexionsschicht. Somit ist es möglich, bei der Reflexion des Lichtes ein vollumfängliches kontrastreiches Bild zu erhalten.
Alternativ kann die Reflexionsschicht das elektrochrome Funktionselement vollständig überdecken. Dieser Aufbau vereinfacht die Anordnung im Herstellungsverfahren, da die Reflexionsschicht einfach vollständig beispielsweise auf der gesamten Außenseite der Innenscheibe aufgebracht werden kann. Es ist außerdem möglich, dass auch außerhalb des Überdeckungsbereiches von Reflexionsschicht und elektrochromen Funktionselement ein Licht einer weiteren Bildanzeigevorrichtung reflektiert werden kann, beispielsweise zur Anwendung eines Head-Up-Displays.
In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erstreckt sich die Reflexionsschicht mit mindestens 50%, bevorzugt mindestens 70% und insbesondere mindestens 90% über die Innenseite der Außenscheibe. Dies hat den Vorteil, dass ein großer Bereich der Verbundscheibe für die Reflexion von Bildern geeignet ist. Da die Außenscheibe und die Innenscheibe vorzugsweise deckungsgleich angeordnet sind, deckt sich die Reflexionsschicht bevorzugt zu gleichen Teilen ebenfalls mit der Außenseite und der Innenseite der Innenscheibe.
Das elektrochrome Funktionselement kann in einem Randbereich der Außenscheibe und der Innenscheibe angeordnet sein. Das Funktionselement erstreckt sich vorzugsweise nur über den Randbereich, besonders bevorzugt über maximal 30% der Fläche der Verbundscheibe. Ist das Funktionselement in einem Randbereich angeordnet, dann vorzugsweise in der Nähe der Unterkante oder der Oberkante der Verbundscheibe. Der Abstand des elektrochromen Funktionselementes zu einer Kante der Außenscheibe oder der Innenscheibe ist bevorzugt 0,1 bis 30 cm, besonders bevorzugt 1 bis 15 cm und insbesondere 5 bis 10 cm. Die Anordnung des elektrochromen Funktionselementes in einem Randbereich bietet sich besonders an, da sich der Durchsichtbereich bei vielen Verwendungsmöglichkeiten von Verbundscheiben
meistens in einem mittleren Bereich der Verbundscheibe befindet. Die Anordnung des elektrochromen Funktionselements in einem Randbereich ist besonders bevorzugt, wenn die Verbundscheibe als eine Windschutzscheibe ausgebildet ist. Der Durchsichtbereich bei einer Wndschutzscheibe muss bestimmte Vorgaben der Transparenz erfüllen. Ein elektrochromes Funktionselement, das verdunkelt geschaltet ist, erfüllt diese Vorgaben in der Regel nicht. Somit ist auch bei Aktivierung des elektrochromen Funktionselements, und einem dadurch bedingten verminderten Grad der Transmission im Bereich des elektrochromen Funktionselements, die Durchsicht nicht beeinträchtigt.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe ist vorzugsweise kein Combiner-Screen und/oder Combiner-HUD.
Geeignete elektrochrome Funktionselemente, welche die erfindungsgemäße Verbundscheibe aufweisen kann, sind dem Fachmann bekannt. Diese können beispielsweise wie in US 5321544, US 5404244, US 7372610 B2, US 7593154 B2, WO 2012/007334 A1, WO 2017/102900 A1 oder US 20120026573 A1 offenbart aufgebaut sein.
Das elektrochrome Funktionselement umfasst vorzugsweise in folgender Reihenfolge:
- eine erste Flächenelektrode,
- eine Arbeitselektrode,
- einen Elektrolyten,
- eine Gegenelektrode und
- eine zweite Flächenelektrode.
Die erste Flächenelektrode und die zweite Flächenelektrode sind dafür vorgesehen mit einer Spannungsquelle elektrisch verbunden zu sein. Alle genannten Schichten sind vorzugsweise fest miteinander verbunden. Alle genannten Schichten sind vorzugsweise deckungsgleich zueinander angeordnet.
Die Arbeitselektrode und die Gegenelektrode sind in der Lage reversibel Ladungen einzulagern. Die Oxidationszustände der Arbeitselektrode im eingelagerten und ausgelagerten Zustand unterscheiden sich dabei in ihrer Farbgebung, wobei einer dieser Zustände transparent ist. Die Einlagerungsreaktion ist über die von außen angelegte Potentialdifferenz steuerbar. Die über das elektrische Potential einstellbare opake Farbe des elektrochromen Funktionselement ist bevorzugt in einen Farbbereich von blau bis schwarz angesetzt, insbesondere ist die einstellbare Farbe schwarz. Der elektrische Potentialbereich
zum Wechseln zwischen Opazität und Transparenz des elektrochromen Funktionselementes liegt vorzugsweise bei 0 V bis 7 V und besonders bevorzugt bei 0,5 V bis 5 V.
Die erste Flächenelektrode und die zweite Flächenelektrode sind bevorzugt transparent und elektrisch leitfähig. Sie enthalten bevorzugt zumindest ein Metall, eine Metalllegierung oder ein transparentes leitfähiges Oxid (transparent conducting oxide, TCO). Die erste Flächenelektrode und die zweite Flächenelektrode enthalten besonders bevorzugt Silber, Gold, Kupfer, Nickel, Chrom, Wolfram, Graphit, Molybdän und/oder ein transparentes leitfähiges Oxid, bevorzugt Indium-Zinnoxid (ITO), Fluor-dotiertes Zinnoxid (Sn02:F), Antimon-dotiertes Zinnoxid, Aluminium-dotiertes Zinkoxid, Bor-dotiertes Zinkoxid oder Gallium-dotiertes Zinkoxid.
Sind die erste Flächenelektrode und/oder die zweite Flächenelektrode auf Basis eines Metalls ausgebildet, weisen sie vorzugsweise eine Gesamtschichtdicke von jeweils 1 nm bis 50 nm, bevorzugt 2 nm bis 30 nm, besonders bevorzugt 3 nm bis 15 nm auf. Sind die erste Flächenelektrode und/oder die zweite Flächenelektrode auf Basis eines transparenten leitfähigen Oxides ausgebildet, weisen sie vorzugsweise eine Gesamtdicke von 20 nm bis 2 pm, besonders bevorzugt von 50 nm bis 1 pm, ganz besonders bevorzugt von 100 nm bis 600 nm und insbesondere von 300 nm bis 500 nm auf. Damit werden eine vorteilhafte elektrische Kontaktierung der Arbeitselektrode und Gegenelektrode sowie eine gute horizontale Leitfähigkeit der Schichten erreicht.
Ist etwas „auf Basis“ eines Materials ausgebildet, so besteht es mehrheitlich aus diesem Material, insbesondere im Wesentlichen aus diesem Material neben etwaigen Verunreinigungen oder Dotierungen.
Der Schichtwiderstand der ersten Flächenelektrode und der zweiten Flächenelektrode beträgt in Summe bevorzugt 0,01 Ohm/Quadrat bis 100 Ohm/Quadrat, besonders bevorzugt Ohm/Quadrat bis 20 Ohm/Quadrat, ganz besonders bevorzugt 0,5 Ohm/Quadrat bis 5 Ohm/Quadrat. In diesem Bereich ist ein hinreichend großer Stromfluss zwischen den Elektroden des elektrochromen Funktionselementes sichergestellt, der eine optimale Funktionsweise der Arbeitselektrode und Gegenelektrode ermöglicht.
Die Arbeitselektrode kann auf Basis eines anorganischem oder organischem Material ausgebildet sein. Die Arbeitselektrode ist vorzugsweise auf Basis von Wolframoxid
ausgebildet kann jedoch auch auf Basis von Molybdän-, Titan- oder Nioboxid sowie Mischungen davon ausgebildet sein. Die Arbeitselektrode kann auch auf Basis von Polypyrrol, PEDOT (Poly-3,4-ethylendioxythiophen), und Polyanilin sowie Mischungen davon ausgebildet sein. Die Gegenelektrode kann beispielsweise auf Basis von Titanoxid, Ceroxid, Eisen(ll l)-hexacyanidoferrat(l l/ll I) (Fe Fe(CN)6]3) und Nickeloxid ausgebildet sein sowie Mischungen davon. Der Elektrolyt ist ionenleitfähig und kann auf Basis einer Schicht von hydratisiertem Tantaloxid und einer Schicht von hydratisiertem Antimonoxid ausgebildet sein. Alternativ kann der Elektrolyt auch auf Basis eines Polymers, welches Lithiumionen enthält, ausgebildet sein oder auf Basis von Tantal(V)-oxid und/oder Zirconium(IV)-oxid ausgebildet sein.
In einer alternativen Ausführungsform enthält das elektrochrome Funktionselement keinen Elektrolyten, wobei die Arbeitselektrode selbst als Elektrolyt fungiert. So kann beispielsweise Wolframoxid je nach Oxidationszustand die Funktion eines Elektrolyten übernehmen. Derartige Ausführungsformen sind beispielsweise in US 2014/0022621 A1 offenbart. Besonders sei auf Figur 4F der US 2014/0022621 A1 verwiesen.
In einer ganz bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das elektrochrome Funktionselement außerdem eine erste Folie und eine zweite Folie. Die erste Flächenelektrode ist hierbei mit einer von der Arbeitselektrode abgewandten Fläche auf der ersten Folie angeordnet und die zweite Flächenelektrode ist mit einer von der Gegenelektrode abgewandten Fläche auf der zweiten Folie angeordnet. Die erste Folie und/oder die zweite Folie sind vorzugsweise transparent. Die erste Folie und/oder die zweite Folie sind vorzugsweise auf Basis von Polyethylenterephthalat ausgebildet sind. Die Gesamtschichtdicke des elektrochromen Funktionselementes beträgt für diese Ausführungsform vorzugsweise von 0,2 mm bis 0,5 mm.
Die Außenscheibe und Innenscheibe enthalten oder bestehen bevorzugt aus Glas, besonders bevorzugt Flachglas, Floatglas, Quarzglas, Borosilikatglas, Kalk-Natron-Glas, Alumino- Silikat-Glas, oder klaren Kunststoffen, vorzugsweise starre klare Kunststoffe, insbesondere Polyethylen, Polypropylen, Polycarbonat, Polymethylmethacrylat, Polystyrol, Polyamid, Polyester, Polyvinylchlorid und/oder Gemische davon.
Die Außenscheibe und Innenscheibe können weitere geeignete, an sich bekannte Beschichtungen aufweisen, beispielsweise Antireflexbeschichtungen,
Antihaftbeschichtungen, Antikratzbeschichtungen, photokatalytische Beschichtungen oder Sonnenschutzbeschichtungen oder Low-E-Beschichtungen.
Die Dicke der einzelnen Scheiben (Außenscheibe und Innenscheibe) kann breit variieren und den Erfordernissen des Einzelfalls angepasst werden. Vorzugsweise werden Scheiben mit den Standardstärken von 0,5 mm bis 5 mm und bevorzugt von 1,0 mm bis 2,5 mm verwendet. Die Größe der Scheiben kann breit variieren und richtet sich nach der Verwendung.
Die Verbundscheibe kann eine beliebige dreidimensionale Form aufweisen. Vorzugsweise haben die Außenscheibe und Innenscheibe keine Schattenzonen, so dass sie beispielsweise durch Kathodenzerstäubung beschichtet werden können. Bevorzugt sind die Außenscheibe und Innenscheibe plan oder leicht oder stark in eine Richtung oder in mehrere Richtungen des Raumes gebogen.
Die thermoplastische Zwischenschicht enthält oder besteht aus mindestens einem thermoplastischen Kunststoff, bevorzugt Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA) und/oder Polyurethan (PU) oder Copolymere oder Derivate davon, gegebenenfalls in Kombination mit Polyethylenterephthalat (PET). Die thermoplastische Zwischenschicht kann aber auch beispielsweise Polypropylen (PP), Polyacrylat, Polyethylen (PE), Polycarbonat (PC), Polymethylmetacrylat, Polyvinylchlorid, Polyacetatharz, Gießharz, Acrylat, fluorinierte Ethylen-Propylen, Polyvinylfluorid und/oder Ethylen-Tetrafluorethylen, oder ein Copolymer oder Gemisch davon enthalten.
Die thermoplastische Zwischenschicht ist bevorzugt als mindestens eine thermoplastische Verbundfolie ausgebildet und enthält oder besteht aus Polyvinylbutyral (PVB), besonders bevorzugt aus Polyvinylbutyral (PVB) und dem Fachmann bekannte Additive wie beispielsweise Weichmacher. Bevorzugt enthält die thermoplastische Zwischenschicht mindestens einen Weichmacher.
Weichmacher sind chemische Verbindungen, die Kunststoffe weicher, flexibler, geschmeidiger und/oder elastischer machen. Sie verschieben den thermoelastischen Bereich von Kunststoffen hin zu niedrigeren Temperaturen, so dass die Kunststoffe im Bereich der Einsatz-Temperatur die gewünschten elastischeren Eigenschaften aufweisen. Bevorzugte Weichmacher sind Carbonsäureester, insbesondere schwerflüchtige Carbonsäureester, Fette, Öle, Weichharze und Campher. Weitere Weichmacher sind bevorzugt aliphatische
Diester des Tri- bzw. Tetraethylenglykole. Besonders bevorzugt werden als Weichmacher 3G7, 3G8 oder 4G7 eingesetzt, wobei die erste Ziffer die Anzahl der Ethlenglykoleinheiten und die letzte Ziffer die Anzahl der Kohlenstoffatome im Carbonsäureteil der Verbindung bezeichnet. So steht 3G8 für Triethylenglykol-bis-(2-ethylhexanoat), d.h. für eine Verbindung der Formel C4H9CH (CH2CH3) CO (0CH2CH2)302CCH (CH2CH3) C4H9.
Bevorzugt enthält die thermoplastische Zwischenschicht auf Basis von PVB mindestens 3 Gew.-%, bevorzugt mindestens 5 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 20 Gew.-%, noch mehr bevorzugt mindestens 30 Gew.-% und insbesondere mindestens 35 Gew.-% eines Weichmachers. Der Weichmacher enthält oder besteht beispielsweise aus Triethylenglykol- bis-(2-ethylhexanoat).
Die thermoplastische Zwischenschicht kann durch eine einzelne Verbundfolie ausgebildet sein oder auch durch mehr als eine Verbundfolie. Die thermoplastische Zwischenschicht kann durch eine oder mehrere übereinander angeordnete thermoplastische Verbundfolien ausgebildet werden, wobei die Dicke der thermoplastischen Zwischenschicht bevorzugt von 0,25 mm bis 1 mm beträgt, typischerweise 0,38 mm oder 0,76 mm.
Die thermoplastische Zwischenschicht kann auch eine funktionale thermoplastische Zwischenschicht sein, insbesondere eine Zwischenschicht mit akustisch dämpfenden Eigenschaften, eine Infrarotstrahlung reflektierende Zwischenschicht, eine Infrarotstrahlung absorbierende Zwischenschicht und/oder eine UV- (Utraviolett)- Strahlung absorbierende Zwischenschicht. So kann die thermoplastische Zwischenschicht beispielsweise auch eine Bandfilterfolie sein, die schmale Bänder des sichtbaren Lichts ausblendet.
Vorzugsweise ist das elektrochrome Funktionselement innerhalb der thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass das elektrochrome Funktionselement besser von äußeren Einflüssen geschützt ist. Insbesondere, wenn die thermoplastische Zwischenschicht UV-Strahlung absorbierende Eigenschaften aufweist, ist dies besonders vorteilhaft.
Alternativ kann das elektrochrome Funktionselement auch als Beschichtung auf der Innenseite der Außenscheibe oder der Außenseite der Innenscheibe aufgebracht sein. Diese Variante ist besonders gut geeignet, wenn mögliche Glasschäden, welche aus
Dickenunterschieden in verschiedenen Bereichen der Verbundscheibe resultieren können, weitestgehend vermieden werden sollen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Licht der Bildanzeigevorrichtung zu mindestens 80% und bevorzugt zu mindestens 90% p-polarisiert. Die Reflexionsschicht reflektiert vorzugsweise 15 % oder mehr, bevorzugt 20 % oder mehr, ganz besonders 30 % oder mehr eines p-polarisierten Lichtes. p-Polarisiertes Licht führt bei Projektionsanordnungen zu weniger Doppelbildern, wenn das Licht durch Glas transmittieren muss.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Licht der Bildanzeigevorrichtung zu mindestens 80% und bevorzugt zu mindestens 90% s-polarisiert. Die Reflexionsschicht reflektiert vorzugsweise 15 % oder mehr, bevorzugt 20 % oder mehr, ganz besonders 30 % eines s-polarisierten Lichtes.
Das von Bildanzeigevorrichtung ausgehende Licht ist vorzugsweise sichtbares Licht, also Licht in einem Wellenlängenbereich von ca. 380 nm bis 780 nm.
Die Angabe der Polarisationsrichtung bezieht sich dabei auf die Einfallsebene der Strahlung auf der Verbundscheibe. Mit p-polarisierter Strahlung wird eine Strahlung bezeichnet, deren elektrisches Feld in der Einfallsebene schwingt. Mit s-polarisierter Strahlung wird eine Strahlung bezeichnet, deren elektrisches Feld senkrecht zur Einfallsebene schwingt. Die Einfallsebene wird durch den Einfallsvektor und die Flächennormale der Verbundscheibe im geometrischen Zentrum des bestrahlten Bereichs aufgespannt.
Anders ausgedrückt die Polarisation, also insbesondere der Anteil an p- und s-polarisierter Strahlung, wird an einem Punkt des von der Bildanzeigevorrichtung bestrahlten Bereichs bestimmt, bevorzugt im geometrischen Zentrum des bestrahlten Bereichs. Da Verbundscheiben gekrümmt sein können (beispielweise, wenn sie als Windschutzscheibe ausgebildet sind), was Auswirkungen auf die Einfallsebene der Bildanzeigevorrichtung- Strahlung hat, können in den übrigen Bereichen leicht davon abweichende Polarisationsanteile auftreten, was aus physikalischen Gründen unvermeidlich ist.
Die Reflexionsschicht umfasst vorzugsweise mindestens ein Metall ausgewählt aus der Gruppe, bestehend aus Aluminium, Zinn, Titan, Zirkonium, Hafnium, Vanadium, Niob, Tantal, Chrom, Mangan, Eisen, Cobalt, Rhodium, Iridium, Nickel, Palladium, Platin, Kupfer, Silber, Gold oder Mischungslegierungen davon. Besonders bevorzugt enthält die Reflexionsschicht Aluminium oder eine Nickel-Chrom-Legierung. Insbesondere besteht die Reflexionsschicht aus Aluminium oder einer Nickel-Chrom-Legierung. Aluminium und Nickel-Chrom-Legierungen weisen eine besonders hohe Reflexion gegenüber sichtbarem Licht auf.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Reflexionsschicht eine Beschichtung enthaltend einen Dünnschichtstapel, also eine Schichtenfolge dünner Einzelschichten. Dieser Dünnschichtstapel enthält eine oder mehrere elektrisch leitfähige Schichten auf Basis von Silber. Die elektrisch leitfähige Schicht auf Basis von Silber verleiht der Reflexionsbeschichtung die grundlegenden reflektierenden Eigenschaften und außerdem eine IR-reflektierende Wirkung und eine elektrische Leitfähigkeit. Die elektrisch leitfähige Schicht ist auf Basis von Silber ausgebildet. Die leitfähige Schicht enthält bevorzugt mindestens 90 Gew. % Silber, besonders bevorzugt mindestens 99 Gew. % Silber, ganz besonders bevorzugt mindestens 99,9 Gew. % Silber. Die Silberschicht kann Dotierungen aufweisen, beispielsweise Paladium, Gold, Kupfer oder Aluminium. Materialen auf der Basis von Silber sind besonders geeignet, um Licht, besonders bevorzugt p-polarisiertes Licht, zu reflektieren. Die Verwendung von Silber in Reflexionsschichten hat sich als besonders vorteilhaft bei der Reflexion von Licht erwiesen. Die Beschichtung weist eine Dicke von 5 pm bis 50 pm und bevorzugt von 8 pm bis 25 pm auf.
Die Reflexionsschicht kann auch als eine reflektierende beschichtete oder unbeschichtete Folie ausgebildet sein, die Licht, bevorzugt p-polarisiertes Licht, reflektiert. Die Reflexionsschicht kann eine Trägerfolie mit einer reflektierenden Beschichtung sein oder eine unbeschichtete reflektierende Polymerfolie. Die reflektierende Beschichtung umfasst bevorzugt mindestens eine Schicht auf Basis eines Metalls und/oder eine dielektrische Schichtabfolge mit alternierenden Brechungsindizes. Die Schicht auf Basis eines Metalls enthält bevorzugt Silber und/oder Aluminium, oder besteht daraus. Die dielektrischen Schichten können beispielsweise auf Basis von Siliziumnitrid, Zinkoxid, Zinn-Zink-Oxid, Silizium-Metall-Mischnitriden wie Silizium-Zirkonium-Nitrid, Zirkoniumoxid, Nioboxid, Hafniumoxid, Tantaloxid, Wolframoxid oder Siliziumkarbid ausgebildet sein. Die genannten Oxide und Nitride können stöchiometrisch, unterstöchiometrisch oder überstöchiometrisch abgeschieden sein. Sie können Dotierungen aufweisen, beispielsweise Aluminium,
Zirkonium, Titan oder Bor. Die reflektierende unbeschichtete Polymerfolie umfasst bevorzugt dielektrische Polymerschichten oder besteht daraus. Die dielektrischen Polymerschichten enthalten bevorzugt PET. Ist die Reflexionsschicht als eine reflektierende Folie ausgebildet, ist sie bevorzugt von 30 pm bis 300 pm, besonders bevorzugt von 50 pm bis 200 pm und insbesondere von 100 pm bis 150 pm dick.
Ist die Reflexionsschicht als eine Beschichtung ausgebildet, wird sie bevorzugt durch physikalische Gasphasenabscheidung (PVD), besonders bevorzugt durch Kathodenzerstäubung („Sputtern“) und ganz besonders bevorzugt durch magnetfeldunterstütze Kathodenzerstäubung („Magnetron-Sputtern“) auf die Innenscheibe, das elektrochrome Funktionselement oder die Außenscheibe aufgebracht. Grundsätzlich kann die Beschichtung aber auch beispielsweise mittels chemischer Gasphasenabscheidung (CVD), plasmagestützte Gasphasenabscheidung (PECVD), durch Aufdampfen oder durch Atomlagenabscheidung (atomic layer deposition, ALD) aufgebracht werden. Die Beschichtung wird bevorzugt vor der Lamination auf die Scheiben aufgebracht.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Reflexionsschicht auf der Außenseite der Innenscheibe angeordnet und zusätzlich ist eine weitere Reflexionsschicht auf der Innenseite der Innenscheibe angeordnet. Die Reflexionsschicht und die weitere Reflexionsschicht sind in Blickrichtung von der Innenscheibe zur Außenscheibe deckungsgleich angeordnet. Die weitere Reflexionsschicht kann unabhängig von der Reflexionsschicht aus den gleichen Materialien bestehen und die gleiche Struktur besitzen wie es die Reflexionsschicht kann. Durch die Beschichtung der Außenseite und der Innenseite der Innenscheibe kann die Gesamtreflexion von Licht verbessert werden.
Handelt es sich um eine beschichtete, reflektierende Folie können zur Herstellung ebenfalls die Beschichtungsverfahren (Bedampfungs- oder Zerstäubungsverfahren) CVD oder PVD angewendet werden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe ist die Reflexionsschicht als reflektierende beschichtete Trägerfolie oder unbeschichtete Polymerfolie ausgebildet und innerhalb der thermoplastischen Zwischenschicht angeordnet. Der Vorteil dieser Anordnung ist, dass die Reflexionsschicht nicht mittels Dünnschichttechnologie (beispielsweise CVD und PVD) auf der Außenscheibe, dem elektrochromen Funktionselement oder Innenscheibe aufgebracht werden muss. Hieraus
ergeben sich Verwendungen der Reflexionsschicht mit weiteren vorteilhaften Funktionen wie eine homogenere Reflexion des Lichtes an der Reflexionsschicht. Außerdem kann die Herstellung der Verbundscheibe vereinfacht werden, da die Reflexionsschicht nicht vor der Laminierung über ein zusätzliches Verfahren auf der Außen- oder Innenscheibe angeordnet werden muss.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Reflexionsschicht eine reflektierende Folie, die metallfrei ist und sichtbare Lichtstrahlen vorzugsweise mit einer p- Polarisation reflektiert. Die Reflexionsschicht ist eine Folie, die auf Basis synergetisch miteinander wirkenden Prismen und reflektierender Polarisatoren funktioniert. Derartige Folien zur Verwendung von Reflexionsschichten sind im Handel erhältlich, beispielsweise von der 3M Company.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Reflexionsschicht ein holographisches optisches Element (HOE). Mit dem Ausdruck HOE sind Elemente gemeint, die auf dem Funktionsprinzip der Holographie beruhen. HOE verändern Licht im Strahlengang durch die im Hologramm meist als Veränderung des Brechungsindex gespeicherte Information. Ihre Funktion basiert auf der Überlagerung verschiedener ebener oder sphärischer Lichtwellen, deren Interferenzmuster den gewünschten optischen Effekt bewirkt. HOE werden im Transportbereich beispielsweise bereits in Head-Up-Displays eingesetzt. Der Vorteil bei der Verwendung eines HOE im Vergleich zu einfach reflektierenden Schichten ergibt sich aus einer größeren geometrischen Gestaltungsfreiheit hinsichtlich der Anordnung von Augen- und Projektorposition sowie den jeweiligen Neigungswinkeln, z.B. von Projektor und reflektierender Schicht. Des Weiteren werden bei dieser Variante Doppelbilder besonders stark reduziert oder sogar verhindert. HOE eigenen sich für Darstellungen von realen Bildern oder aber auch virtuellen Bildern in unterschiedlichen Bildweiten. Darüber hinaus kann der geometrische Winkel der Reflexion mit dem HOE eingestellt werden, sodass sich beispielsweise bei einer Anwendung in einem Fahrzeug die für den Fahrer übermittelten Informationen aus dem gewünschten Blickwinkel sehr gut darstellen lassen.
In vorteilhafter Weise können durch die Reflexionsschicht die Eigenschaften des reflektierten Lichts gegenüber einer bloßen Reflexion des Lichts an der Scheibe verbessert werden. Der Anteil des reflektierten p-polarisierten Lichts ist vorzugsweise hoch, wobei die Reflektivität bei Licht beispielsweise ca. 30% beträgt.
Die erfindungsgemäße Verbundscheibe kann zusätzlich einen ersten Maskierungsstreifen, insbesondere aus einer dunklen, bevorzugt schwarzen, Emaille umfassen. Bei dem ersten Maskierungsstreifen handelt es sich insbesondere um einen peripheren, d.h. rahmenartigen, Abdeckdruck. Der periphere, erste Maskierungsstreifen dient in erster Linie als UV-Schutz für den Montagekleber der Verbundscheibe. Der erste Maskierungsstreifen kann opak und vollflächig ausgebildet sein. Der erste Maskierungsstreifen kann zumindest abschnittsweise auch semitransparent, beispielsweise als Punktraster, Streifenraster oder kariertes Raster ausgebildet sein. Alternativ kann der erste Maskierungsstreifen auch einen Gradienten aufweisen, beispielsweise von einer opaken Bedeckung zu einer semitransparenten Bedeckung.
Der erste Maskierungsstreifen wird bevorzugt auf die Außenscheibe aufgedruckt, insbesondere im Siebdruckverfahren. Dabei wird die Druckfarbe durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf die Glasscheibe gedruckt. Die Druckfarbe wird dabei beispielsweise mit einer Gummirakel durch das Gewebe hindurchgepresst. Das Gewebe weist Bereiche auf, welche für die Druckfarbe durchlässig sind, neben Bereichen, welche für die Druckfarbe undurchlässig sind, wodurch die geometrische Form des Drucks festgelegt wird. Das Gewebe fungiert somit als Schablone für den Druck. Die Druckfarbe enthält mindestens ein Pigment und Glasfritten, suspendiert in einer flüssigen Phase (Lösungsmittel), beispielsweise Wasser oder organische Lösungsmittel wie Alkohole. Das Pigment ist typischerweise ein Schwarzpigment, beispielsweise Pigmentruß (Carbon Black), Anilinschwarz, Beinschwarz, Eisenoxidschwarz, Spinellschwarz und/oder Graphit.
Nach dem Aufdrucken der Druckfarbe wird die Glasscheibe einer Temperaturbehandlung unterzogen, wobei die flüssige Phase durch Verdampfen ausgetrieben wird und die Glasfritten aufgeschmolzen werden und sich dauerhaft mit der Glasoberfläche verbinden. Die Temperaturbehandlung wird typischerweise bei Temperaturen im Bereich von 450°C bis 700°C durchgeführt. Als Maskierungsstreifen verbleibt das Pigment in der durch die aufgeschmolzene Glasfritte gebildeten Glasmatrix.
Alternativ ist der erste Maskierungsstreifen eine opake, also gefärbte oder pigmentierte, bevorzugt schwarz-pigmentierte, thermoplastische Verbundfolie, die vorzugsweise auf Basis von Polyvinylbutyral (PVB), Ethylvinylacetat (EVA) oder Polyethylenterephthalat (PET), bevorzugt PVB, ausgebildet ist. Die Färbung oder Pigmentierung der Verbundfolie ist dabei frei wählbar, bevorzugt aber schwarz. Die gefärbte oder pigmentierte Verbundfolie ist
vorzugsweise zwischen der Außenscheibe und Innenscheibe und besonders bevorzugt auf der Innenseite der Außenscheibe angeordnet. Die gefärbte oder pigmentierte thermoplastische Verbundfolie weist bevorzugt eine Dicke von 0,25 mm bis 1 mm auf.
Zusätzlich zu dem Maskierungsstreifen können weitere Maskierungsstreifen vorhanden sein, welche, unabhängig von der Ausgestaltung des ersten Maskierungsstreifens, aus den gleichen Materialien und der gleichen Struktur wie der erste Maskierungsstreifen aufgebaut sein können.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der erste Maskierungsstreifen auf der Innenseite der Außenscheibe angeordnet und zusätzlich mindestens ein weiterer Maskierungsstreifen auf der Außenseite der Innenscheibe und/oder auf der Innenseite der Innenscheibe angeordnet. Der weitere Maskierungsstreifen dient für eine Haftungsverbesserung der Außenscheibe sowie Innenscheibe und ist bevorzugt mit Keramik- Partikeln versetzt, die dem Maskierungsstreifen eine raue und haftende Oberfläche geben, was auf der Innenseite der Innenscheibe beispielsweise das Einkleben der Verbundscheibe in die Fahrzeugkarosserie unterstützt. Auf der Außenseite der Innenscheibe unterstützt dies das Laminieren der beiden Einzelscheiben der Verbundscheibe. Ein auf der Innenseite der Innenscheibe aufgebrachter weiterer Maskierungsstreifen kann auch aus ästhetischen Gründen vorgesehen sein, beispielsweise, um die Kante der Reflexionsschicht zu kaschieren oder die Kante des Übergangs zum transparenten Bereich zu gestalten. Der erste und weitere Maskierungsstreifen weisen bevorzugt eine Dicke von 5 pm bis 50 pm auf, besonders bevorzugt von 8 pm bis 25 pm.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine hochbrechende Beschichtung auf die gesamte oder auf einem Bereich der Innenseite der Innenscheibe angeordnet. Die hochbrechende Beschichtung ist bevorzugt in direktem räumlichen Kontakt mit der Innenseite der Innenscheibe also aufgebracht. Alternativ ist es möglich, dass eine oder mehrere Schichten zwischen der hochbrechenden Beschichtung und der Innenscheibe angeordnet sind (beispielsweise eine weitere Reflexionsschicht). Die hochbrechende Beschichtung ist mindestens in einem Bereich auf der Innenseite der Innenscheibe angeordnet, welche in Durchsicht durch die Verbundscheibe in vollständiger Überlappung mit der Reflexionsschicht ist. Die Reflexionsschicht ist also räumlich näher an der Außenseite der Außenscheibe, aber räumlich weiter entfernt von der Innenseite der Innenscheibe angeordnet als die hochbrechende Beschichtung. Das bedeutet, dass das Licht mit vorzugsweise einem
mehrheitlichen Anteil von p-polarisiertem Licht, welches von der Bildanzeigevorrichtung auf die Reflexionsschicht projiziert wird, durch die hochbrechende Beschichtung verläuft, bevor es auf die Reflexionsschicht auftrifft.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die hochbrechende Beschichtung zumindest auf einem Bereich der Innenseite der Innenscheibe oder der weiteren Reflexionsschicht angeordnet, welcher sich vollständig mit der Reflexionsschicht deckt.
Die hochbrechende Beschichtung weist einen Brechungsindex von mindestens 1 ,7, besonders bevorzugt mindestens 1,9, ganz besonders bevorzugt mindestens 2,0 auf. Die Erhöhung des Brechungsindexes führt eine hochbrechende Wirkung herbei. Die hochbrechende Beschichtung bewirkt eine Schwächung der Reflexion vom Licht und insbesondere p-polarisiertem Licht an der innenraumseitigen Oberfläche der Innenscheibe, so dass die gewünschte Reflexion der Reflexionsbeschichtung kontraststärker in Erscheinung tritt.
Gemäß einer Erklärung der Erfinder beruht der Effekt auf der Steigerung des Brechungsindex der innenraumseitigen Oberfläche infolge der hochbrechenden Beschichtung. Dadurch wird der Brewsterwinkel otBrewster an der Grenzfläche erhöht, da dieser bekanntlich als aBrewster = arctan ( ) bestimmt wird, wobei rii der Brechungsindex von Luft ist und PS der Brechungsindex des Materials, auf das die Strahlung trifft. Die hochbrechende Beschichtung mit dem hohen Brechungsindex führt zu einer Erhöhung des effektiven Brechungsindex der Glasoberfläche und damit zu einer Verschiebung des Brewsterwinkels zu größeren Werten im Vergleich zu einer unbeschichteten Glasoberfläche. Dadurch wird bei üblichen geometrischen Relationen von Projektionsanordnungen, die auf HUD-Technologie basieren, die Differenz zwischen dem Einstrahlwinkel und dem Brewsterwinkel geringer, sodass die Reflexion des p-polarisierten Lichts an der Innenseite der Innenscheibe unterdrückt wird und das hierdurch erzeugte Geisterbild geschwächt wird.
Die hochbrechende Beschichtung ist bevorzugt aus einer einzelnen Schicht ausgebildet und weist keine weiteren Schichten unterhalb oder oberhalb dieser Schicht auf. Eine einzelne Schicht ist ausreichend, um einen guten Effekt zu erzielen, und technisch einfacher als das Aufbringen eines Schichtenstapels. Grundsätzlich kann die hochbrechende Beschichtung
aber auch mehrere Einzelschichten umfassen, was zur Optimierung bestimmter Parameter im Einzelfall gewünscht sein kann.
Brechungsindizes sind im Rahmen der vorliegenden Erfindung vorzugsweise bezogen auf eine Wellenlänge von 550 nm angegeben. Methoden zur Bestimmung von Brechungsindizes sind dem Fachmann bekannt. Die im Rahmen der Erfindung angegebenen Brechungsindizes sind beispielsweise mittels Ellipsometrie bestimmbar, wobei kommerziell erhältliche Ellipsometer eingesetzt werden können (Messgerät beispielsweise von der Firma Sentech). Die Angabe von Schichtdicken oder Dicken bezieht sich, sofern nicht anders angegeben, auf die geometrische Dicke einer Schicht.
Geeignete Materialien für die hochbrechende Beschichtung sind Siliziumnitrid (S13N4), ein Silizium-Metall-Mischnitrid (beispielsweise Siliziumzirkoniumnitrid (SiZrN), Silizium- Aluminium-Mischnitrid, Silizium-Hafnium-Mischnitrid oder Silizium-Titan-Mischnitrid), Aluminiumnitrid, Zinnoxid, Manganoxid, Wolframoxid, Nioboxid, Wismutoxid, Titanoxid, Zinn- Zink-Mischoxid und Zirkoniumoxid. Darüber hinaus können auch Übergangsmetalloxide (wie Scandiumoxid, Yttriumoxid, Tantaloxid) oder Lanthanoidoxide (wie Lanthanoxid oder Ceroxid) eingesetzt werden. Die hochbrechende Beschichtung enthält bevorzugt eines oder mehrere dieser Materialien oder ist auf deren Basis ausgebildet.
Die hochbrechende Beschichtung kann durch eine physikalische oder chemische Gasphasenabscheidung, also eine PVD- oder CVD-Beschichtung (PVD: physical vapour deposition, CVD: Chemical vapour deposition) aufgebracht werden. Geeignete Materialien, auf deren Basis die Beschichtung bevorzugt ausgebildet ist, sind insbesondere Siliziumnitrid, ein Silizium-Metall-Mischnitrid (beispielsweise Siliziumzirkoniumnitrid, Silizium-Aluminium- Mischnitrid, Silizium-Hafnium-Mischnitrid oder Silizium-Titan-Mischnitrid), Aluminiumnitrid, Zinnoxid, Manganoxid, Wolframoxid, Nioboxid, Wismutoxid, Titanoxid, Zirkoniumoxid, Zirkoniumnitrid oder Zinn-Zink-Mischoxid. Bevorzugt ist die hochbrechende Beschichtung eine durch Kathodenzerstäubung aufgebrachte („aufgesputterte“) Beschichtung, insbesondere eine durch magnetfeldunterstütze Kathodenzerstäubung aufgebrachte („magnetron-aufgesputterte“) Beschichtung.
Alternativ ist die hochbrechende Beschichtung eine Sol-Gel-Beschichtung. Beim Sol-Gel- Verfahren wird zunächst ein Sol, welches die Präkursoren der Beschichtung enthält bereitgestellt und gereift. Die Reifung kann eine Hydrolyse der Präkursoren beinhalten
und/oder eine (partielle) Reaktion zwischen den Präkursoren. Die Präkursoren liegen üblicherweise in einem Lösungsmittel vor, bevorzugt Wasser, Alkohol (insbesondere Ethanol) oder ein Wasser-Alkohol-Gemisch. Das Sol enthält dabei bevorzugt Siliziumoxid-Präkursoren in einem Lösungsmittel. Die Präkursoren sind bevorzugt Silane, insbesondere Tetraethoxy- Silane oder Methyltriethoxysilan (MTEOS). Alternativ können aber auch Silikate als Präkursoren eingesetzt werden, insbesondere Natrium-, Lithium- oder Kaliumsilikate, beispielsweise Tetramethylorthosilikat, Tetraethylorthosilikat (TEOS),
Tetraisopropylorthosilikat, oder Organosilane der allgemeinen Form R2nSi(OR1)4-n. Dabei ist bevorzugt R1 eine Alkylgruppe, R2 eine Alkyl-, Epoxy-, Acrylat-, Methacrylat-, Amin-, Phenyl- oder Vinylgruppe, und n eine ganze Zahl von 0 bis 2. Es können auch Silizium halogenide oder -alkoxide eingesetzt werden. Die Siliziumoxid-Präkursoren führen zu einer Sol-Gel-Beschichtung aus Siliziumoxid. Um den Brechungsindex der Beschichtung auf den Wert zu erhöhen, werden dem Sol brechungsindexsteigernde Zusätze hinzugefügt, bevorzugt Titanoxid und/oder Zirkoniumoxid, oder deren Präkursoren. In der fertiggestellten Beschichtung liegen die brechungsindexsteigernde Zusätze in einer Siliziumoxid-Matrix vor. Das Molverhältnis von Siliziumoxid zu brechungsindexsteigernden Zusätzen kann in Abhängigkeit vom gewünschten Brechungsindex frei gewählt werden und beträgt beispielsweise um 1 :1.
Ist die Reflexionsschicht oder die weitere Reflexionsschicht auf der Innenseite der Innenscheibe angeordnet, kann die hochbrechende Beschichtung auch auf der Reflexionsschicht oder der weiteren Reflexionsschicht aufgebracht sein. Insbesondere wenn die Reflexionsschicht auf der Außenseite der Innenscheibe und die weitere Reflexionsschicht auf der Innenseite der Innenscheibe angeordnet sind, bietet sich diese Anordnung an. Durch die hochbrechende Beschichtung verbessert sich die Gesamtreflexion von Licht bei der Reflexionsschicht und der weiteren Reflexionsschicht.
Die Erfindung erstreckt sich weiter auf eine Projektionsanordnung, welche eine erfindungsgemäße Verbundscheibe und eine der Reflexionsschicht zugeordnete Bildanzeigevorrichtung umfasst. Die Bildanzeigevorrichtung umfasst eine auf die Reflexionsschicht gerichtete Bildanzeige, deren Bild von der Reflexionsschicht reflektiert wird und diese anschließend vorzugsweise über die Innenseite der Innenscheibe die erfindungsgemäße Verbundscheibe verlässt, wobei zumindest der Bereich der Reflexionsschicht von der Bildanzeigevorrichtung bestrahlt wird, welcher in Überlappung mit dem elektrochromen Funktionselement ist. Falls mehrere Reflexionsschichten in ihrer
Erstreckung voneinander versetzt angeordnet sind, kann eine entsprechende Anzahl von Bildanzeigevorrichtungen vorgesehen sein.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Projektionsanordnung kann die Bildanzeige, welche auch als Display bezeichnet werden kann, als Liqiud-crystal- (LCD-) Display, Thin-Film-Transistor- (TFT-) Display, Light-Emitting-Diode- (LED-) Display, Organic-Light-Emitting-Diode- (OLED-) Display, Electroluminescent- (EL-) Display, microLED-Display, ein auf Lichtfeldtechnik basierendes Display oder dergleichen, bevorzugt als LCD-Display, ausgebildet sein. Aufgrund der hohen Reflexion von p-polarisierten Licht sind energieintensive Projektoren, wie sie meist bei Head-Up-Display-Anwendungen eingesetzt werden, nicht notwendig. Es genügen die genannten Displayvarianten und andere ähnlich energiesparsame Bildanzeigevorrichtungen. Dies hat zur Folge, dass der Energieverbrauch und die Wärmeabstrahlung reduziert werden können.
Ferner erstreckt sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Verbundscheibe. Das Verfahren umfasst die in der angegebenen Reihenfolge folgenden Verfahrensschritte:
(a) Die Außenscheibe, die thermoplastische Zwischenschicht, das elektrochrome Funktionselements, die Reflexionsschicht und die Innenscheibe werden zu einem Schichtstapel angeordnet.
Die thermoplastische Zwischenschicht und das elektrochrome Funktionselement werden hierbei zwischen der Außenscheibe und der Innenscheibe angeordnet.
Die Reflexionsschicht wird in Blickrichtung von der Innenscheibe zur Außenscheibe räumlich vor dem elektrochromen Funktionselement angeordnet und überlappt zumindest in einem Bereich mit dem elektrochromen Funktionselement.
(b) Der Schichtstapel wird zu einer Verbundscheibe laminiert.
Die Laminierung des Schichtstapels erfolgt unter Einwirkung von Hitze, Vakuum und/oder Druck, wobei die einzelnen Schichten durch mindestens eine thermoplastische Zwischenschicht miteinander verbunden (laminiert) werden. Es können an sich bekannte Verfahren zur Herstellung einer Verbundscheibe verwendet werden. Es können beispielsweise sogenannte Autoklav-Verfahren bei einem erhöhten Druck von etwa 10 bar bis 15 bar und Temperaturen von 130 °C bis 145 °C über etwa 2 Stunden durchgeführt werden. An sich bekannte Vakuumsack- oder Vakuumringverfahren arbeiten beispielsweise bei etwa 200 mbar und 130 °C bis 145 °C. Die Außenscheibe, die Innenscheibe und die
thermoplastische Zwischenschicht können auch in einem Kalander zwischen mindestens einem Walzenpaar zu einer Verbundscheibe gepresst werden. Anlagen dieser Art sind zur Herstellung von Verbundscheiben bekannt und verfügen normalerweise über mindestens einen Heiztunnel vor einem Presswerk. Die Temperatur während des Pressvorgangs beträgt beispielsweise von 40 °C bis 150 °C. Kombinationen von Kalander- und Autoklavverfahren haben sich in der Praxis besonders bewährt. Alternativ können Vakuumlaminatoren eingesetzt werden. Diese bestehen aus einer oder mehreren beheizbaren und evakuierbaren Kammern, in denen die Außenscheibe und die Innenscheibe innerhalb von beispielsweise etwa 60 Minuten bei verminderten Drücken von 0,01 mbar bis 800 mbar und Temperaturen von 80°C bis 170°C laminiert werden können.
Weiterhin erstreckt sich die Erfindung auf die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbundscheibe in Fortbewegungsmitteln für den Verkehr auf dem Lande, in der Luft oder zu Wasser, insbesondere in Kraftfahrzeugen, wobei die Verbundscheibe beispielsweise als Windschutzscheibe, Heckscheibe, Seitenscheiben und/oder Glasdach, bevorzugt als Windschutzscheibe verwendet werden kann. Bevorzugt ist die Verwendung der Verbundscheibe als Fahrzeug-Windschutzscheibe. Die erfindungsgemäße Verbundscheibe kann auch als funktionales und/oder dekoratives Einzelstück und als Einbauteil in Möbeln, Geräten und Gebäuden verwendet werden.
Die verschiedenen Ausgestaltungen der Erfindung können einzeln oder in beliebigen Kombinationen realisiert sein. Insbesondere sind die vorstehend genannten und nachstehend zu erläuternden Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung einsetzbar, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert, wobei Bezug auf die beigefügten Figuren genommen wird. Es zeigen in vereinfachter, nicht maßstabsgetreuer Darstellung:
Figur 1 eine Draufsicht auf eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Verbundscheibe,
Figur 1a eine Querschnittansicht einer erfindungsgemäßen Projektionsanordnung mit der Verbundscheibe aus Figur 1,
Figur 2 eine weitere Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Projektionsanordnung in der Querschnittansicht und
Figur 3-8 vergrößerte Querschnittansichten verschiedener Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Projektionsanordnung.
Figur 1 zeigt eine Draufsicht auf eine Ausführungsform der Verbundscheibe 1 in einem Fahrzeug in einer stark vereinfachten, schematischen Darstellung. Figur 1a zeigt eine Querschnittansicht auf das Ausführungsbeispiel aus Figur 1 in der erfindungsgemäßen Projektionsanordnung 100. Die Querschnittansicht von Figur 1a entspricht der Schnittlinie vom A-A‘ der Verbundscheibe 1 , wie in Figur 1 angedeutet.
Die Verbundscheibe 1 umfasst eine Außenscheibe 2 und eine Innenscheibe 3 mit einer thermoplastischen Zwischenschicht 4, welche zwischen der Außen- und Innenscheibe 2, 3 angeordnet ist. Die Verbundscheibe 1 ist beispielsweise in ein Fahrzeug eingebaut und trennt einen Fahrzeuginnenraum 13 von einer äußeren Umgebung 14 ab. Beispielsweise ist die Verbundscheibe 1 die Windschutzscheibe eines Kraftfahrzeugs.
Die Außenscheibe 2 und die Innenscheibe 3 bestehen jeweils aus Glas, vorzugsweise thermisch vorgespanntem Kalk-Natron-Glas und sind für sichtbares Licht transparent. Die thermoplastische Zwischenschicht 4 besteht aus einem thermoplastischen Kunststoff, vorzugsweise Polyvinylbutyral (PVB), Ethylenvinylacetat (EVA) und/oder Polyethylenterephthalat (PET).
Die Außenseite I der Außenscheibe 2 ist von der thermoplastischen Zwischenschicht 4 abgewandt und ist gleichzeitig die Außenfläche der Verbundscheibe 1. Die Innenseite II der Außenscheibe 2 sowie die Außenseite III der Innenscheibe 3 sind jeweils der Zwischenschicht 4 zugewandt. Die Innenseite IV der Innenscheibe 3 ist von der thermoplastischen Zwischenschicht 4 abgewandt und ist gleichzeitig die Innenseite der Verbundscheibe 1. Es versteht sich, dass die Verbundscheibe 1 jede beliebige geeignete geometrische Form und/oder Krümmung aufweisen kann. Als Verbundscheibe 1 weist sie typischer Weise eine konvexe Wölbung auf. Die Verbundscheibe 1 weist außerdem eine in Einbaulage oben befindliche Oberkante und eine in Einbaulage unten befindliche Unterkante sowie zwei links und rechts befindliche Seitenkanten auf.
In einem Randbereich 12 der Verbundscheibe 1 befindet sich auf der Innenseite II der Außenscheibe 2 ein rahmenförmig umlaufender erster Maskierungsstreifen 6. Der erste Maskierungsstreifen 6 ist opak und verhindert die Sicht auf innenseitig der Verbundscheibe 1 angeordnete Strukturen, beispielsweise eine Kleberaupe zum Einkleben der Verbundscheibe 1 in eine Fahrzeugkarosserie. Der erste Maskierungsstreifen 6 ist vorzugsweise schwarz. Der erste Maskierungsstreifen 6 besteht aus einem herkömmlicherweise für Maskierungsstreifen verwendetem, elektrisch nichtleitendem Material, beispielsweise eine schwarz eingefärbte Siebdruckfarbe, die eingebrannt ist.
Weiterhin weist, wie in Figur 1a gezeigt, die Verbundscheibe 1 im Randbereich 12 auf der Innenseite IV der Innenscheibe 3 einen zweiten Maskierungsstreifen 7 auf. Der zweite Maskierungsstreifen 7 ist rahmenförmig umlaufend ausgebildet. Wie der erste Maskierungsstreifen 6 besteht der zweite Maskierungsstreifen 7 aus einem herkömmlicherweise für Maskierungsstreifen verwendeten, elektrisch nichtleitendem Material, beispielsweise eine schwarz eingefärbte Siebdruckfarbe, die eingebrannt ist.
Ein elektrochromes Funktionselement 5 ist bereichsweise auf der Innenseite II der Außenscheibe 2 angeordnet. Das elektrochrome Funktionselement 5 ist innerhalb des durch den ersten und zweiten Maskierungsstreifen 6, 7 ausgebildeten Rahmen angeordnet. Das elektrochrome Funktionselement 5 ist also bereichsweise auf der innerhalb des ausgebildeten Rahmens befindlichen Innenseite II der Außenscheibe 2 angeordnet. Das elektrochrome Funktionselement 5 überlappt nicht mit dem ersten und zweiten Maskierungsstreifen 6, 7, allerdings grenzt es im unteren (motorseitigen) Abschnitt 12‘ (näher zur Unterkante als zur Oberkante der Verbundscheibe 1) an den ersten Maskierungsstreifen 6. Das elektrochrome
Funktionselement 5 grenzt bereichsweise im unteren Abschnitt auch an den Abschnitt des ersten Maskierungsstreifen 6. Der Maskierungsstreifen läuft entlang der linken und der rechten Seitenkante der Verbundscheibe 1.
Eine Reflexionsschicht 10 ist deckungsgleich auf der Fläche des elektrochromen Funktionselementes 5 angeordnet, welche der thermoplastischen Zwischenschicht 4 zugewandt ist. Das bedeutet die Reflexionsschicht 10 weist keinen Abschnitt auf, der nicht in Überdeckung zum elektrochromen Funktionselement 5 ist. Die Reflexionsschicht 10 ist beispielsweise mittels des PVD-Verfahrens aufgedampft. Die Reflexionsschicht 10 kann alternativ auch nur bereichsweise auf dem elektrochromen Funktionselement 5 aufgebracht sein. Das elektrochrome Funktionselement 5 und die Reflexionsschicht 10 überlappen in Durchsicht durch die Verbundscheibe 1 nicht mit den ersten und zweiten Maskierungsstreifen 6, 7.
Die Reflexionsschicht 10 ist beispielsweise eine Metallbeschichtung, welche mindestens einen Dünnschichtstapel enthält mit mindestens einer Silberschicht und einer dielektrischen Schicht mit eine Gesamtschichtdicke von beispielsweise 25 pm. Die Reflexionsschicht ist teilweise lichtdurchlässig und sichtbares Licht transmittiert zu beispielsweise 70% durch die Reflexionsschicht. Das elektrochrome Funktionselement 5 umfasst beispielsweise eine Arbeitselektrode aus Wolframoxid, welche mit einer ersten Flächenelektrode und einem ionenleitfähigen Elektrolyten in räumlichem Kontakt steht. Darüber hinaus enthält das elektrochrome Funktionselement 5 eine Gegenelektrode welche beispielsweise auf Basis von Nickeloxid aufgebaut ist und welche mit dem ionenleitfähigen Elektrolyten und mit einer zweiten Flächenelektrode in Kontakt steht. Die Arbeits- und Gegenelektrode können reversibel Kationen einlagern. Die Flächenelektroden sind mit einer Spannungsquelle verbunden (Hier nicht gezeigt). Die Flächenelektroden sind beispielsweise dünne Schichten eines elektrisch leitfähigen Materials, welche Indium-Zinnoxid enthalten. Der ionenleitfähige Elektrolyt ist beispielsweise auf Basis einer Schicht von hydratisiertem Tantaloxid und einer Schicht von hydratisiertem Antimonoxid aufgebaut. Die Gesamtdicke aller Schichten des elektrochromen Funktionselement 5 beträgt beispielsweise 1 pm. Wird eine elektrische Spannung an das elektrochrome Funktionselement 5 angelegt, findet eine elektrochemische Redoxreaktion statt, bei der sich die Oxidationszustände der Arbeits- und Gegenelektrode ändern. Es werden zudem Kationen in der Arbeitselektrode eingelagert, wodurch sich Farbgebung des elektrochromen Funktionselement 5 verändert. Das elektrochrome Funktionselement 5 kann durch diese Anwendung zwischen verschiedenen Stufen der
Lichtundurchlässigkeit und Transparenz wechseln. Das elektrochrome Funktionselement 5 kann somit auch opak oder transparent sein.
Die Reflexionsschicht 10 und das elektrochrome Funktionselement 5 sind in Figur 1 und 1a nur im unteren (motorseitigen) Abschnitt 12' des Randbereichs 12 der Verbundscheibe 1 angeordnet. Möglich wäre aber auch, das elektrochrome Funktionselement 5 mit der Reflexionsschicht 10 im oberen (dachseitigen) Abschnitt 12" oder in einem seitlichen Abschnitt des Randbereichs 12 anzuordnen. Des Weiteren könnten mehrere elektrochrome Funktionselemente 5 mit Reflexionsschichten 10 vorgesehen sein, die beispielweise im unteren (motorseitigen) Abschnitt 12' und im oberen (dachseitigen) Abschnitt 12" des Randbereichs 12 angeordnet sind. Beispielsweise könnten sie so angeordnet sein, dass ein (teilweise) umlaufendes Bild erzeugt wird.
Die Projektionsanordnung 100 weist weiterhin eine im Armaturenbrett 8 angeordnete Bildanzeigevorrichtung 9 als Bildgeber auf. Die Bildanzeigevorrichtung 9 dient zur Erzeugung von Licht 11 (Bildinformationen), das auf die Reflexionsschicht 10 gerichtet wird und durch die Reflexionsschicht 10 als reflektiertes Licht 11 ' in den Fahrzeuginnenraum 13 zu beispielsweise 25% reflektiert wird. Dort kann das Licht 1 T von einem Betrachter, z.B. Fahrer, gesehen werden. Die Reflexionsschicht 10 ist zur Reflexion des Lichts 11 der Bildanzeigevorrichtung 9, d.h. eines Bilds der Bildanzeigevorrichtung 9, geeignet ausgebildet. Das Licht 11 der Bildanzeigevorrichtung 9 trifft bevorzugt mit einem Einfallswinkel von 50° bis 80°, insbesondere von 60° bis 70° auf die Verbundscheibe 1, typischerweise etwa 65°, wie es bei HUD-Projektionsanordnungen üblich ist. Möglich wäre beispielsweise auch, die Bildanzeigevorrichtung 9 in der A-Säule eines Kraftfahrzeugs oder am Dach (jeweils fahrzeuginnenraumseitig) anzuordnen, falls die Reflexionsschicht 10 hierzu in geeigneter Weise positioniert ist. Wenn mehrere Reflexionsschichten 10 vorgesehen sind, kann jeder Reflexionsschicht 10 eine separate Bildanzeigevorrichtung 9 zugeordnet sein, d.h. es können mehrere Bildanzeigevorrichtungen 9 angeordnet sein. Die Bildanzeigevorrichtung 9 ist beispielsweise ein Display, wie ein LCD-Display, OLED-Display, EL-Display oder pLED- Display. Möglich wäre beispielsweise auch, dass es sich bei der Verbundscheibe 1 um eine Dachscheibe, Seiten- oder Heckscheibe handelt.
Das in Figur 1 und 1a dargestellte erfindungsgemäße Ausführungsbeispiel ermöglicht somit, zwischen der kontrastreichen Bildreflexion an der Reflexionsschicht 10 und der Möglichkeit der Durchsicht durch die Verbundscheibe 1 im Bereich des elektrochromen
Funktionselements 5 für einen Insassen des Fahrzeugs zu wechseln. Dieser Vorteil wird durch das elektrochrome Funktionselement 5 ermöglicht, welches zwischen verschiedenen Abstufungen der Lichtundurchlässigkeit und Transparenz wechseln kann.
Die in Figur 2 gezeigte Variante entspricht im Wesentlichen der Variante aus den Figuren 1 und 1a, sodass hier nur auf die Unterschiede eingegangen wird und ansonsten auf die Beschreibung zu den Figuren 1 und 1a verwiesen wird.
Anders als in den Figuren 1 und 1a dargestellt überdeckt die Reflexionsschicht 10 in Durchsicht durch die Verbundscheibe 1 mit der gesamten Innenseite II der Außenscheibe 2. Die Reflexionsschicht 10 überdeckt somit in Durchsicht durch die Verbundscheibe 1 vollständig den ersten Maskierungsstreifen 6 und das elektrochromen Funktionselement 5. Mit anderen Worten: die orthogonale Projektion von dem ersten Maskierungsstreifen 6 und dem elektrochromen Funktionselement 5 zur Flächenebene der Reflexionsschicht 10 ist vollständig innerhalb der Reflexionsschicht 10 angeordnet. Die Reflexionsschicht 10 ist beispielsweise als metallfreie, reflektierende Folie ausgebildet. Die Reflexionsschicht 10 ist innerhalb der thermoplastischen Zwischenschicht 4, also zwei thermoplastischen Zwischenschichten 4', 4" angeordnet. Es ist jedoch genauso möglich, dass die gesamte Reflexionsschicht 10 als Beschichtung auf der Innenseite IV der Innenscheibe 3 oder der Außenseite III der Innenscheibe 3 aufgebracht ist (In der Figur 2 nicht dargestellt). Dadurch, dass die Reflexionsschicht 10 sich über die gesamte Innenseite II der Außenscheibe 2 erstreckt, kann nicht nur der mit dem ersten elektrochromen Funktionselement 5 überdeckte Bereich zur Reflexion eines Bildes genutzt werden. Es ist möglich, weitere Bildanzeigevorrichtungen zu verwenden, welche beispielsweise Bereiche der Reflexionsschicht 10 bestrahlen, die nicht mit dem elektrochromen Funktionselement 5 in Überlappung sind, sich also im Durchsichtbereich der Verbundscheibe 1 befinden. Hierdurch kann die Funktion eines Head-Up-Displays genutzt werden. Das elektrochrome Funktionselement 5 ist anders als in Figur 1 und Figur 1a gezeigt mit einem Abschnitt bereichsweise auf dem ersten Maskierungsstreifen 6 im unteren Randbereich 12‘ angeordnet ein zweiter Abschnitt des elektrochromen Funktionselements 5 ist bereichsweise auf der Innenseite II der Außenscheibe 2 angeordnet.
Es wird nun Bezug auf die Figuren 3 bis 8 genommen, worin vergrößerte Querschnittansichten verschiedener Ausgestaltungen der Verbundscheibe 1 gezeigt sind. Die Querschnittansichten
der Figuren 3 bis 8 entsprechen der Schnittlinie A-A' im unteren Abschnitt 12' des Randbereichs 12 der Verbundscheibe 1 , wie in Figur 1a angedeutet ist.
In der in Figur 3 gezeigten Variante der Verbundscheibe 1 , befindet sich das elektrochrome Funktionselement 5 auf der Innenseite II der Außenscheibe 2. Die Reflexionsschicht 10 ist auf dem elektrochromen Funktionselement 5 unmittelbar aufgebracht. Die thermoplastische Zwischenschicht 4 ist zwischen der Reflexionsschicht 10 und der Außenseite III der Innenscheibe 3 angeordnet. Das Licht 11 von der Bildanzeigevorrichtung 9 wird von der Reflexionsschicht 10 als reflektiertes Licht 11 ' in den Fahrzeuginnenraum 13 reflektiert. Das Licht 11 , 1 T kann eine s- und/oder p-Polarisation aufweisen. Aufgrund des Einfallswinkel des Lichtes 11 auf der Verbundscheibe 1 nahe des Brewster-Winkels wird der p-polarisierte Anteil des Lichtes 11 kaum an der Transmission durch die Innenscheibe 3 gehindert. Diese Variante hat den Vorteil, dass ein relativ großer Anteil des einfallenden, p-polarisierten Lichts 11 reflektiert wird und anschließend, aufgrund der Tatsache, dass der Einfallswinkel gleich der Ausfallswinkel (In den Figuren 3 bis 8 durch a gezeigt) ist, weitestgehend ungehindert durch die Innenscheibe 3 in den Fahrzeuginnenraum 13 transmittiert. Das Bild wird außerdem vor dem Hintergrund der (opaken) ersten Maskierungsschicht 5 mit hohem Kontrast gut erkennbar.
Die in den Figuren 4 bis 7 gezeigten Varianten entsprechen im Wesentlichen der Variante aus den Figuren 1, 1a und Figur 3, sodass hier nur auf die Unterschiede eingegangen wird und ansonsten auf die Beschreibung zu den Figuren 1, 1a und 3 verwiesen wird.
Anders als in Figur 3 gezeigt ist in Figur 4 die Reflexionsschicht 10 nicht auf dem elektrochromen Funktionselement 5, sondern auf der Innenseite IV der Innenscheibe 3 aufgebracht. Diese Variante hat den Vorteil, dass das einfallende Licht 11 nicht durch die Transmission durch die Innenscheibe 3 gehindert wird. Es bietet sich zudem auch bevorzugt für Licht 11 mit einem hohen s-polarisierten Anteil an, da es zu weniger Doppelbildern durch die Reflexion an der Innenscheibe 3 kommt.
Anders als in Figur 3 gezeigt ist in Figur 5 die Reflexionsschicht 10 nicht auf dem elektrochromen Funktionselement 5, sondern auf der Außenseite III der Innenscheibe 3 aufgebracht. Diese Variante bietet sich insbesondere dann an, wenn das elektrochrome Funktionselement 5 nicht mit der Reflexionsschicht 10 beschichtet werden kann oder sich die
zweistufige Anordnung von zuerst des elektrochromen Funktionselement 5 und zweitens der Reflexionsschicht 10 nicht anbietet.
Die in Figur 6 gezeigte Variante der Verbundscheibe 1 unterscheidet sich von der Variante von Figur 3 dadurch, dass die Reflexionsschicht 10 als eine teilweise lichtdurchlässige reflektierende Folie ausgebildet ist, die 25% des auf die Reflexionsschicht 10 auftreffenden Lichtes 11 in den Fahrzeuginnenraum 13 reflektiert. Diese Variante stellt eine gangbare Alternative zu der in Figur 3, 4 und 5 dargestellten Reflexionsschicht 10 dar, welche beispielsweise über die PVD-Technik aufgedampft wird.
Als weiterer Unterschied zur Variante von Figur 3 wird die Reflexionsschicht 10 in Figur 6 zwischen zwei thermoplastische Zwischenschichten 4', 4" (z.B. PVB-Folien) in die Verbundscheibe 1 einlaminiert. Um durch die Reflexionsschicht 10 bedingte Höhenunterschiede (Dickensprung) zum restlichen Teil der Verbundscheibe 1 auszugleichen, ist es vorteilhaft, wenn die thermoplastischen Zwischenschichten 4', 4" eine entsprechend geringere Dicke haben als außerhalb des Bereichs, wo die Reflexionsschicht 10 nicht vorgesehen ist. Für den Fall, dass die Reflexionsschicht 10 nicht über die gesamte Flächen- Erstreckung der Verbundscheibe 1 angeordnet ist. Hierdurch kann ein gleichmäßiger Abstand (d.h. konstante Gesamtdicke) zwischen der Außenscheibe 2 und der Innenscheibe 3 erzielt werden, so dass etwaiger Glasbruch beim Laminieren zuverlässig und sicher vermieden wird. Bei Verwendung von z.B. PVB-Folien haben diese im Bereich der Reflexionsschicht 10 eine geringere Dicke als dort, wo keine Reflexionsschicht 10 vorgesehen ist. Zudem ist das Bild vor dem Hintergrund des zwischen Transparenz und Lichtundurchlässigkeit schaltbaren elektrochromen Funktionselement 5 bei Bedarf mit hohem Kontrast gut erkennbar. Die Reflexionsschicht 10 ist im Innern der Verbundscheibe 1 vor äußeren Einflüssen gut geschützt.
Die in Figur 7 gezeigte Variante der Verbundscheibe 1 unterscheidet sich von der Variante von Figur 3 dadurch, dass eine hochbrechende Beschichtung 15 auf der Innenseite IV der Innenscheibe 3 angeordnet ist. Die hochbrechende Beschichtung 15 ist beispielsweise mittels des Sol-Gel-Verfahren aufgebracht und besteht aus einer Titanoxid-Beschichtung. Die Reflexionsschicht 10 ist außerdem nicht auf dem elektrochromen Funktionselement 5, sondern auf der Außenseite III der Innenscheibe 3 aufgebracht. Als weiterer Unterschied zur Variante von Figur 3 wird das elektrochrome Funktionselement 5 in Figur 7 zwischen zwei thermoplastische Zwischenschichten 4', 4" (z.B. PVB-Folien) in die Verbundscheibe 1
einlaminiert. Das elektrochrome Funktionselement 5 umfasst in diesem Ausführungsbeispiel in folgender Reihenfolge: eine erste PET-Folie, eine erste Flächenelektrode, eine Arbeitselektrode, einen Elektrolyten, eine Gegenelektrode, eine zweite Flächenelektrode und eine zweite PET-Folie. Die Flächenelektroden sind mit einer Spannungsquelle verbunden (Hier nicht gezeigt). Die Flächenelektroden sind beispielsweise dünne Schichten eines elektrisch leitfähigen Materials, welche Indium-Zinnoxid enthalten. Der ionenleitfähige Elektrolyt ist beispielsweise auf Basis einer Schicht von hydratisiertem Tantaloxid und einer Schicht von hydratisiertem Antimonoxid aufgebaut. Die Arbeitselektrode und die Gegenelektrode sind beispielsweise auf Basis eines organischen Polymers aufgebaut. Die Gesamtdicke aller Schichten des elektrochromen Funktionselement 5 beträgt beispielsweise 1 pm. Um durch das elektrochrome Funktionselement 5 bedingte Höhenunterschiede (Dickensprung) zum restlichen Teil der Verbundscheibe 1 auszugleichen, ist es vorteilhaft, wenn die thermoplastischen Zwischenschichten 4', 4" eine entsprechend geringere Dicke haben als außerhalb des Bereichs, wo das elektrochrome Funktionselement 5 nicht vorgesehen ist. Hierdurch kann ein gleichmäßiger Abstand (d.h. konstante Gesamtdicke) zwischen der Außenscheibe 2 und der Innenscheibe 3 erzielt werden, so dass etwaiger Glasbruch beim Laminieren zuverlässig und sicher vermieden wird. Bei Verwendung von z.B. PVB-Folien haben diese im Bereich des elektrochromen Funktionselementes 5 eine geringere Dicke als dort, wo kein elektrochromes Funktionselement 5 vorgesehen ist. Aufgrund des höheren Brechungsindex (beispielsweise 1 ,7) der hochbrechenden Beschichtung 15 im Vergleich zur Innenscheibe 3 kann der normalerweise bei ca. 56,5° liegende Brewster- Winkel (Für Kalk-Natron-Glas) verändert werden, was die Anwendung vereinfacht und den Effekt störender Doppelbilder durch die Reflexion an der Innenseite IV der Innenscheibe 3 reduziert.
Die in Figur 8 gezeigte Variante entsprechen im Wesentlichen der Variante aus der Figur 7, sodass hier nur auf die Unterschiede eingegangen wird und ansonsten auf die Beschreibung zu der Figur 7 verwiesen wird.
Die in Figur 7 gezeigte Variante der Verbundscheibe 1 unterscheidet sich von der Variante von Figur 3 dadurch, dass eine weitere Reflexionsschicht 10" auf der Innenseite IV der Innenscheibe 3 zusätzlich zu der ersten Reflexionsschicht 10' auf der Außenseite III der Innenscheibe 3 angeordnet ist. Außerdem ist die hochbrechende Beschichtung 15 auf der weiteren Reflexionsschicht 10" angeordnet. Diese Anordnung bietet dann große Vorteile, wenn die Reflexionsschichten 10', 10" jeweils für sich alleine genommen geringere Anteile (<10%) des einfallenden Lichtes 11 reflektieren. Durch die Anordnung auf sowohl der
Außenseite III als auch der Innenseite IV der Innenscheibe 3 wird die Gesamtreflexion des einfallenden Lichtes 11 verbessert.
In allen Ausführungsbeispielen der Figuren 3 bis 8 ist die ganzflächige Überlappung der Reflexionsschicht 10, 10', 10" mit dem elektrochromen Funktionselement 5 dargestellt. Es wäre allerdings auch eine bereichsweise Überlappung der Reflexionsschicht 10, 10', 10" mit dem elektrochromen Funktionselement 5 möglich. Die Reflexionsschicht 10 kann außerdem auch bereichsweise mit dem ersten Maskierungsstreifen 6 überlappen.
Bezugszeichenliste
1 Verbundscheibe
2 Außenscheibe
3 Innenscheibe
4, 4', 4" thermoplastische Zwischenschicht
5 elektrochromes Funktionselement
6 erster Maskierungsstreifen
7 zweiter Maskierungsstreifen
8 Armaturenbrett 9 Bildanzeigevorrichtung
10, 10', 10" Reflexionsschicht 11, 11' Licht
12, 12', 12" Randbereich
13 Fahrzeuginnenraum
14 äußere Umgebung
15 hochbrechende Beschichtung 100 Projektionsanordnung
Außenseite der Außenscheibe 2
Innenseite der Außenscheibe 2
III Außenseite der Innenscheibe 3
IV Innenseite der Innenscheibe 3
A-A’ Querschnitt durch die Verbundscheibe 1 aus Figur 1