Medizinprodukt, Funktionsteil für ein Medizinprodukt und Verfahren zum Sterilisieren und/oder zum Herstellen von Sterilisationsbeständigkeit eines Medizinprodukts oder Funktionsteils
ANWENDUNGSGEBIET UND STAND DER TECHNIK
Die Erfindung betrifft ein Medizinprodukt, das ein elastisch deformierbares Funktionsteil mit einer öffnungsfähigen Schlitzanordnung aufweist, ein entsprechendes Funktionsteil für ein Medizinprodukt sowie ein Verfahren zum Sterilisieren und/oder zum Herstellen von
Sterilisationsbeständigkeit eines solchen Medizinprodukts oder Funktionsteils.
Gamma-Bestrahlung stellt ein gängiges Sterilisationsverfahren für Medizinprodukte dar. Weisen die Medizinprodukte ein strahlenvernetzbares Material, wie beispielsweise Silikonelastomere, auf, reagieren diese Materialien bei Einwirkung energiereicher Strahlung mit
Vernetzungsreaktionen. Im Falle von Schlitzventilen kann dies zu einem unerwünschten Zuwachsen der Schlitze, auch als Heilen bezeichnet, führen.
Um ein solches Heilen von Schlitzen zu verhindern, werden üblicherweise Additive, zugesetzt. Nachteilig ist, dass eine solche Additivierung in der Regel zu opaken Materialien führt. Für viele Anwendungen, beispielsweise Verbindungseinrichtungen im Bereich der medizinischen Infusionstherapie, ist jedoch der Erhalt von Transparenz einzelner Funktionsteile, wie beispielsweise Ventilkörper, für den bestimmungsgemäßen Gebrauch unbedingt erforderlich. Ferner ist problematisch, dass der Zusatz fester Additive grundlegende Änderungen von Materialeigenschaften bewirken kann.
Neben festen Additiven kommen auch flüssige Additive zum Einsatz. Diese müssen jedoch eine ausreichende Benetzbarkeit und insbesondere Ortsbeständigkeit aufweisen, um ihre Funktion ausüben zu können. Strahlensterilisation, Alterungsprozesse sowie Transportvorgänge bringen in der Regel erhöhte Temperaturen mit sich, wodurch sich die Trennwirkung flüssiger Trennmittel über die Zeit häufig als zu gering erweist. Hinzu kommt, dass manche flüssige Trennmittel, wie beispielsweise Silikonöle, ebenfalls auf eine Strahlensterilisation reagieren, wodurch die Trennwirkung zusätzlich geschmälert werden kann.
AUFGABE UND LÖSUNG
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Medizinprodukt sowie ein Funktionsteil für ein Medizinprodukt bereitzustellen, das im Zusammenhang von gattungsgemäßen Medizinprodukten bzw. Funktionsteilen bekannte Nachteile, insbesondere
ein Zuwachsen von Schlitzen und/oder Verlust von Transparenz, teilweise oder vollständig verhindert. Weiter liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Sterilisieren und/oder zum Herstellen von Sterilisationsbeständigkeit eines Medizinprodukts oder Funktionsteils für ein Medizinprodukt bereitzustellen, das die eingangs genannten Nachteile teilweise oder vollständig umgeht.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Medizinprodukt gemäß unabhängigem Anspruch 1, durch ein Funktionsteil gemäß Anspruch 14 sowie durch ein Verfahren gemäß Anspruch 15. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen sowie in der Beschreibung definiert. Der Wortlaut sämtlicher Ansprüche wird hiermit durch ausdrückliche Bezugnahme zum Inhalt der vorliegenden Beschreibung gemacht.
Gemäß einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung ein Medizinprodukt.
Das Medizinprodukt weist ein elastisch deformierbares Funktionsteil mit einer öffnungsfähigen Schlitzanordnung auf, wobei sich die Schlitzanordnung bei einer elastischen Deformation des elastisch deformierbaren Funktionsteils aufweitet, öffnet oder aufklappt und bei Wegfall der elastischen Deformation wieder schließt. Vorzugsweise weitet sich die Schlitzanordnung bei der elastischen Deformation des elastisch deformierbaren Funktionsteils derart auf oder öffnet sich die Schlitzanordnung bei der elastischen Deformation des elastisch deformierbaren Funktionsteils derart, dass sie einen Durchfluss eines Fluids, insbesondere einer Flüssigkeit, bevorzugt medizinischen Lösung, oder eines Gases, durch das elastisch deformierbare Funktionsteil hindurch freigibt. Eine elastische Deformation des elastisch deformierbaren Funktionsteils kann beispielsweise beim Konnektieren des Medizinprodukts mit einer Infusionsspritze, einem Schlauch oder Schlauchsystem oder Ähnlichem, insbesondere eines medizinischen Infusionssystems, erfolgen.
Das Medizinprodukt zeichnet sich besonders dadurch aus, dass Schlitzwandungsflächen der Schlitzanordnung ein Trennmittel aufweisen oder mit einem Trennmittel versehen sind, das einen Feststoff, vorzugsweise bioverträglichen Feststoff, aufweist oder aus einem Feststoff, vorzugsweise bioverträglichen Feststoff, besteht. Vorzugsweise sind die Schlitzwandungsflächen, insbesondere nur die Schlitzwandungsflächen, der Schlitzanordnung wenigstens teilweise, insbesondere nur teilweise oder vollständig, d.h. vollflächig bzw. durchgehend, mit dem Trennmittel beschichtet.
Die Schlitzwandungsflächen sind in einer Schließstellung der Schlitzanordnung vorzugsweise wenigstens abschnittsweise, insbesondere nur abschnittsweise oder, was bevorzugt ist,
durchgehend, insbesondere entlang einer Fluiddurchtrittsachse, insbesondere Mittellängsachse, des elastisch deformierbaren Formteils aneinanderliegend angeordnet oder positioniert. In einer Öffnungsstellung der Schlitzanordnung sind die Schlitzwandungsflächen oder Schlitzwandungen vorzugsweise auseinandergedrückt, beispielsweise durch eine Infusionsspritze, einen Schlauch oder ein Schlauchsystem oder Ähnliches, insbesondere eines medizinischen Infusionssystems.
Unter dem Ausdruck „Funktionsteil“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung eine Komponente oder ein Bauteil oder ein Bauteilelement des Medizinprodukts verstanden werden.
Unter dem Ausdruck „Schlitzwandungsflächen“ sollen im Sinne der vorliegenden Erfindung Flächen oder Oberflächen von Wandungen, die einen Schlitz bilden oder definieren oder an der Ausbildung eines Schlitzes beteiligt sind, verstanden werden.
Unter dem Ausdruck „Trennmittel“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung eine Substanz verstanden werden, die in der Lage ist, ein Zuwachsen, insbesondere strahleninduziertes Zuwachsen, von Schlitzen zu reduzieren oder (vollständig) zu vermeiden.
Unter dem Ausdruck „bioverträglicher Feststoff“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung ein Feststoff verstanden werden, der auf dem Gebiet der Medizin, insbesondere auf medizinischen Gebieten mit direktem oder indirektem Patientenkontakt, ohne gesundheitliche Bedenken oder Risiken verwendet werden kann.
Die Erfindung beruht auf dem überraschenden Befund, dass sich Feststoffe, vorzugsweise bioverträgliche Feststoffe, als Trennmittel zur Verhinderung von Heilungsphänomenen, d.h. eines Zuwachsens von Schlitzen, bei elastisch deformierbaren Funktionsteilen sowie Medizinprodukten, die derartige Funktionsteile aufweisen, eignen. Bei Einwirkung von Strahlung, insbesondere Gamma-Strahlung, Beta-Strahlung, Röntgen-Strahlung oder Elektronenstrahl-Strahlung (e-beam-Strahlung), ist somit ein besserer Schutz vor strahlungsinduzierten Vernetzungsphänomenen erzielbar. Insbesondere von Vorteil ist dabei, dass die Erfindung die Durchführung einer Strahlensterilisation, insbesondere Gammastrahlensterilisation, mit einer Strahlendosis von wenigstens 32kGy ohne (nennenswertes) Zuwachsen von Schlitzen ermöglicht. Von Vorteil ist ferner, dass durch die Erfindung eine Erhöhung der Alterungsresistenz erzielbar ist.
Das Trennmittel ist vorzugsweise flüssigkeitsfrei, d.h. frei von Flüssigkeiten. Dadurch können die einleitend im Zusammenhang von flüssigen Additiven beschriebenen Nachteile vermieden werden.
In Ausgestaltung der Erfindung ist das Funktionsteil wenigstens abschnittsweise, insbesondere nur abschnittsweise oder vollständig, transparent, d.h. lichtdurchlässig, gestaltet. Unter dem Ausdruck „transparent“ bzw. „lichtdurchlässig“ soll im Sinne der vorliegenden Erfindung die Fähigkeit von Materie, elektromagnetische Wellen mit einer Wellenlänge von 380 nm bis 780 nm hindurchzulassen (Transmission), verstanden werden. Insoweit beruht die Erfindung auf der weiteren überraschenden Erkenntnis, dass die erfindungsgemäß vorgesehene Trennmittel- Additivierung im Falle eines transparenten Funktionsteils nicht zu einer opaken Veränderung des Funktionsteils führt. Vielmehr bleibt die Transparenz des elastisch deformierbaren Funktionsteils vorteilhafterweise erhalten.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist das elastisch deformierbare Funktionsteil ein elastisch deformierbares Material, insbesondere ein transparentes, d.h. lichtdurchlässiges, elastisch deformierbares Material, auf oder ist das elastisch deformierbare Funktionsteil, insbesondere einteilig, aus einem elastisch deformierbaren Material, insbesondere transparenten, d.h. lichtdurchlässigen, elastisch deformierbaren Material, gefertigt.
Bei dem elastisch deformierbaren Material handelt es sich vorzugsweise um ein Elastomer und/oder thermoplastisches Elastomer.
Das Elastomer kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Silikonelastomer wie Silikonkautschuk, Acrylnitril-Butadien-Kautschuk, hydrierter Acrylnitril- Butadien-Kautschuk und Mischungen von wenigstens zwei der vorgenannten Elastomere. Alternativ oder in Kombination kann es sich bei dem Elastomer um ein anderes Polymer handeln, das vernetzungsfähig ist oder in dem Vernetzungsreaktionen überwiegen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Schlitzwandungsflächen, insbesondere nur die Schlitzwandungsflächen, der Schlitzanordnung wenigstens teilweise, insbesondere nur teilweise oder vollständig, d.h. durchgehend oder vollflächig, mit dem Trennmittel beschichtet, insbesondere bepulvert oder benetzt. Vorzugsweise ist das elastisch deformierbare Funktionsteil abgesehen von den Schlitzwandungsflächen der Schlitzanordnung frei von dem Trennmittel. Insbesondere liegt das Trennmittel nicht innerhalb des elastisch deformierbaren Funktionsteils, insbesondere dispergiert oder verteilt, vor. Stattdessen befindet sich das Trennmittel vorzugsweise ausschließlich auf den Schlitzwandungsflächen der
Schlitzanordnung. Dadurch kann vorteilhafterweise das Risiko, dass sich Materialeigenschaften, wie insbesondere Transparenz und/oder mechanische Eigenschaften, des Funktionsteils verändern, zusätzlich reduziert werden.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung liegt der Feststoff in Form eines Pulvers vor. Dadurch kann das Trennmittel, beispielsweise mittels Druckluft, komplikationsfrei auf die Schlitzwandungsflächen bzw. zwischen die Schlitzwandungsflächen der Schlitzanordnung auf- bzw. eingebracht werden. Dies wiederum trägt zu einer optimalen Trennwirkung des Trennmittels bei.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist der Feststoff, insbesondere das Pulver, eine Korngröße oder einen mittleren Partikeldurchmesser von < (gesprochen: kleiner) 400 pm, insbesondere 1 pm bis 50 pm, vorzugsweise 0,1 pm bis 10 pm, auf. Dadurch kann ein Aufbringen zusätzlich optimiert werden.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Feststoff ein Salz. Insbesondere kann es sich bei dem Feststoff, insbesondere Salz, um ein Alkalimetallsalz, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Alkalimetallchlorid, Alkalimetallbromid, Alkalimetalliodid und Mischungen von wenigstens zwei der vorgenannten Alkalimetallsalze, handeln.
Das Alkalimetallchlorid kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Lithiumchlorid, Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Mischungen von wenigstens zwei der vorgenannten Alkalimetallchloride.
Das Alkalimetallbromid kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Lithiumbromid, Natriumbromid, Kaliumbromid und Mischungen von wenigstens zwei der vorgenannten Alkalimetallbromide.
Das Alkalimetalliodid kann insbesondere ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Lithiumiodid, Natriumiodid, Kaliumiodid und Mischungen von wenigstens zwei der vorgenannten Alkalimetalliodide.
Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem Feststoff um Natriumchlorid.
Bei Verwendung vorgenannter Salze, insbesondere von Natriumchlorid, lassen sich die erfindungsgemäßen Vorteile besonders gut realisieren.
ln weiterer Ausgestaltung der Erfindung handelt es sich bei dem Feststoff um ein Saccharid. Bei dem Saccharid kann es sich grundsätzlich um ein Monosaccharid, Oligosaccharid, wie beispielsweise Disaccharid, oder Polysaccharid oder um eine Mischung von wenigstens zwei der vorgenannten Saccharide handeln.
Bevorzugt handelt es sich bei dem Feststoff, insbesondere Saccharid, um Glucose.
Bei Verwendung eines Saccharids, insbesondere von Glucose, sind die erfindungsgemäßen Vorteile (ebenfalls) stark ausgeprägt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Feststoff ein Vitamin, insbesondere Ascorbinsäure, vorzugsweise L-(+)-Ascorbinsäure, d.h. Vitamin C. Die erfindungsgemäßen Vorteile sind (auch) bei Verwendung von Ascorbinsäure, vorzugsweise L-(+)-Ascorbinsäure bzw. Vitamin C, besonders gut realisierbar.
Weiter kann es bevorzugt sein, dass der Feststoff in Form eines Gemisches vorliegt. Das Gemisch weist vorzugsweise wenigstens zwei Stoffe auf oder besteht aus wenigstens zwei Stoffen, die ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Salze, Saccharide, Vitamine und Mischungen von wenigstens zwei der vorgenannten Stoffe. Besonders bevorzugt kann das Gemisch wenigstens zwei Stoffe aufweisen oder aus wenigstens zwei Stoffen bestehen, die ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Natriumchlorid, Glucose und L-(+)- Ascorbinsäure (Vitamin C). Demnach kann das Gemisch beispielsweise Natriumchlorid und Glucose aufweisen oder aus Natriumchlorid und Glucose bestehen. Alternativ kann das Gemisch beispielsweise Natriumchlorid und L-(+)-Ascorbinsäure aufweisen oder aus Natriumchlorid und L-(+)-Ascorbinsäure bestehen. Alternativ kann das Gemisch beispielsweise Glucose und L-(+)-Ascorbinsäure aufweisen oder aus Glucose und L-(+)-Ascorbinsäure bestehen. Alternativ kann das Gemisch beispielsweise Natriumchlorid, Glucose und L-(+)- Ascorbinsäure aufweisen oder aus Natriumchlorid, Glucose und L-(+)-Ascorbinsäure bestehen.
Ferner kann das Trennmittel neben dem Feststoff eine Flüssigkeit aufweisen. Dadurch kann vorteilhafterweise die Benetzbarkeit der Schlitzwandungsflächen der Schlitzanordnung und obendrein auch die Anhaftung des Trennmittels auf den Schlitzwandungsflächen der Schlitzanordnung verbessert werden. Insbesondere kann der Feststoff hierzu mit einer entsprechenden Flüssigkeit benetzt sein. Die Flüssigkeit kann zum Beispiel ein Öl oder eine Mischung von Ölen sein.
ln weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Schlitzanordnung als Längsschlitzanordnung, d.h. lineare Schlitzanordnung, gestaltet.
Alternativ kann die Schlitzanordnung hiervon abweichend, beispielsweise kreuzförmig, d.h. als sogenannte Kreuzschlitzanordnung, gestaltet sein.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist das elastisch deformierbare Funktionsteil als Ventilkörper gestaltet.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist das elastisch deformierbare Funktionsteil, insbesondere der Ventilkörper, einen Kopfbereich, insbesondere einen deckelförmigen Kopfbereich, auf. Die Schlitzanordnung ist bevorzugt entlang einer Quererstreckung, d.h. quer zu einer Längserstreckung, des Kopfbereiches ausgebildet. Besonders bevorzugt erstreckt sich die Schlitzanordnung, insbesondere mittig, längs einer Längsachse oder Fluiddurchtrittsachse, insbesondere Mittellängsachse, durch den Kopfbereich hindurch. Vorzugsweise schließt sich an den Kopfbereich, insbesondere unmittelbar, ein Mantel des elastisch deformierbaren Funktionsteils an. Ist das elastisch deformierbare Funktionsteil als Ventilkörper gestaltet, was erfindungsgemäß bevorzugt ist, schließt sich an den Kopfbereich, insbesondere unmittelbar, ein Ventilmantel an. Der Ventilmantel weist vorzugsweise einen radialen Querschnitt auf, der bevorzugt eine größere Längserstreckung als Quererstreckung besitzt. Der radiale Querschnitt des Ventilmantels ist bezogen auf eine Längsachse oder Fluiddurchtrittsachse des Ventilkörpers, die vorzugsweise einer Mittellängsachse des Ventilkörpers entspricht. Der Kopfbereich und/oder Mantel, beispielsweise nur der Kopfbereich oder nur der Mantel, des elastisch deformierbaren Funktionsteils, insbesondere Ventilkörpers, können transparent gestaltet sein, d.h. ein transparentes, elastisch deformierbares Material, vorzugsweise ein Elastomer, insbesondere Silikon-Elastomer, und/oder thermoplastisches Elastomer, aufweisen oder aus einem solchen Material gefertigt sein. Bezüglich weiterer geeigneter Materialien sei auf die vorangegangene Beschreibung verwiesen.
Vorzugsweise wird das elastisch deformierbare Funktionsteil für eine Verbindungseinrichtung eines medizinischen Infusionssystems verwendet. Eine entsprechende Verbindungseinrichtung ist beispielsweise aus der EP 3 216 486 A1 bekannt. Die dort in Bezug auf die Verbindungseinrichtung beschriebenen Merkmale und Vorteile werden durch ausdrückliche Bezugnahme zum Inhalt der vorliegenden Beschreibung gemacht.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung handelt es sich bei dem Medizinprodukt um ein Medizinprodukt für die Infusionstherapie. Insbesondere bevorzugt handelt es sich bei dem
Medizinprodukt um eine Verbindungseinrichtung, insbesondere eines medizinischen Infusionssystems. Das Medizinprodukt, insbesondere die Verbindungseinrichtung, kann beispielsweise als Einwegehahn, Zweiwegehahn, Dreiwegehahn, Vierwegehahn oder als Hahnbank, d.h. als eine Einheit oder ein System mit oder aus hintereinander, d.h. in Reihe angeordneter oder geschalteter, Einwegehähne, gestaltet sein. Vorzugsweise ist das Medizinprodukt, insbesondere die Verbindungseinrichtung, als Zweiwegehahn, Dreiwegehahn, Vierwegehahn oder als Hahnbank gestaltet.
Bevorzugt liegt das Medizinprodukt in sterilisierter, insbesondere strahlensterilisierter, vorzugsweise gammastrahlensterilisierter, betastrahlensterilisierter, röntgenstrahlensterilisierter oder elektronenstrahlensterilisierter, Form vor. Vorzugsweise ist das Medizinprodukt durch Bestrahlung, vorzugsweise Gamma-Bestrahlung, Beta-Bestrahlung, Röntgen- Bestrahlung oder Elektronenstrahl-Bestrahlung (e-beam-Bestrahlung), insbesondere mit einer Strahlendosis von wenigstens32 kGy, insbesondere 32 kGy bis 100 kGy, insbesondere 32 kGy bis 45 kGy, sterilisiert.
Alternativ kann das Medizinprodukt in nicht sterilisierter Form vorliegen.
Gemäß einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung ein elastisch deformierbares Funktionsteil für ein Medizinprodukt.
Das elastisch deformierbare Funktionsteil weist eine öffnungsfähige Schlitzanordnung auf, die sich bei einer elastischen Deformation des elastisch deformierbaren Funktionsteils aufweitet, öffnet oder aufklappt und bei Wegfall der elastischen Deformation wieder schließt. Schlitzwandungsflächen der Schlitzanordnung weisen ein Trennmittel auf, das einen Feststoff, vorzugsweise bioverträglichen Feststoff, aufweist oder aus einem Feststoff, vorzugsweise bioverträglichen Feststoff, besteht.
Bezüglich weiterer Merkmale und Vorteile des elastisch deformierbaren Funktionsteils, insbesondere der Schlitzanordnung sowie des Trennmittels, sowie des Medizinprodukts wird vollständig auf die entsprechenden, unter dem ersten Erfindungsaspekt gemachten Ausführungen Bezug genommen. Die dort insoweit beschriebenen Merkmale und Vorteile gelten sinngemäß auch für das elastisch deformierbare Funktionsteil gemäß zweitem Erfindungsaspekt.
Gemäß einem dritten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Sterilisieren und/oder zum Herstellen von Sterilisationsbeständigkeit eines Medizinprodukts gemäß erstem
Erfindungsaspekt oder eines elastisch deformierbaren Funktionsteils gemäß zweitem Erfindungsaspekt. Das Verfahren weist in zeitlicher Reihenfolge nachfolgende Schritte auf: a) Beschichten oder Beaufschlagen, insbesondere Bepulvern oder Benetzen, der Schlitzwandungsflächen der Schlitzanordnung mit dem Trennmittel, das einen Feststoff, vorzugsweise bioverträglichen Feststoff, aufweist oder aus einem Feststoff, vorzugsweise bioverträglichen Feststoff, besteht, und b) Sterilisieren des Medizinprodukts oder elastisch deformierbaren Funktionsteils, insbesondere durch Einwirkung von Strahlung, vorzugsweise Gamma-Strahlung, Röntgen-Strahlung, Beta-Strahlung oder Elektronenstrahl-Strahlung (e-beam-Strahlung).
Das Verfahren gemäß drittem Erfindungsaspekt zeichnet sich somit dadurch aus, dass Schritt b) zeitlich nach dem Schritt a) durchgeführt wird.
Die Schlitzwandungsflächen der Schlitzanordnung können nur teilweise oder vollständig, d.h. durchgehend bzw. vollflächig, mit dem Trennmittel beschichtet oder beaufschlagt, insbesondere bepulvert oder benetzt, werden.
Weiter kann der Schritt a) mittels Druckluft, die das Trennmittel zu den Schlitzwandungsflächen der Schlitzanordnung befördert, durchgeführt werden. Dabei kann der Schritt a) unter einem Luftdruck von 0,1 bar bis 7 bar, vorzugsweise 0,5 bar bis 3 bar, durchgeführt werden. Weiter kann der Schritt a) mit einer Luftvolumenstromzeit von 1 ms (0,001 s) bis 5 s, vorzugsweise 50 ms (0,05 s) bis 1 s, durchgeführt werden.
Vorzugsweise wird als Feststoff ein Salz, insbesondere ein Alkalimetallsalz, bevorzugt ein Alkalimetallchlorid, besonders bevorzugt Natriumchlorid, verwendet. Bezüglich weiterer infrage kommender Salze wird auf die entsprechenden, unter dem ersten Erfindungsaspekt offenbarten Salze Bezug genommen. Die dort zusätzlich beschriebenen Salze können im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens ebenfalls verwendet werden.
Alternativ wird als Feststoff bevorzugt ein Saccharid, insbesondere Monosaccharid, Oligosaccharid (wie Disaccharid) oder Polysaccharid, verwendet. Besonders bevorzugt wird als bioverträglicher Feststoff Glucose verwendet.
Alternativ wird als Feststoff bevorzugt ein Vitamin, insbesondere Ascorbinsäure, besonders bevorzugt L-(+)-Ascorbinsäure (Vitamin C), verwendet.
Weiter kann der Schritt b) mit einer Strahlendosis von wenigstens 32 kGy, insbesondere 32 kGy bis 100 kGy, insbesondere 32 kGy bis 45 kGy, durchgeführt werden.
Bezüglich weiterer Merkmale und Vorteile des Verfahrens wird vollständig auf die entsprechenden, unter dem ersten sowie zweiten Erfindungsaspekt gemachten Ausführungen Bezug genommen. Die dort insbesondere in Bezug auf das elastisch deformierbare Funktionsteil sowie das Medizinprodukt beschriebenen Merkmale und Vorteile gelten sinngemäß auch für das Verfahren gemäß drittem Erfindungsaspekt.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen anhand von Figuren, Figurenbeschreibungen sowie von Unteransprüchen. Dabei können einzelne Merkmale der Erfindung für sich alleine oder zu mehreren in Kombination miteinander verwirklicht sein. Die bevorzugten Ausführungsformen dienen lediglich der Erläuterung der Erfindung, die in keiner Weise darauf beschränkt sein soll.
FIGURENKURZBESCHREIBUNGEN
Fig. 1 zeigt in einer Draufsicht eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts in Form einer Verbindungseinrichtung,
Fig. 2 einen Schnitt durch das Medizinprodukt nach Fig. 1 entlang der Schnittlinie ll-ll in Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht von unten eines als Ventilkörper gestalteten Funktionsteils des Medizinprodukts gemäß Fig. 2,
Fig. 4 einen Längsschnitt durch den Ventilkörper nach Fig. 3 entlang der Schnittlinie IV- IV in Fig. 3,
Fig. 5 einen weiteren Längsschnitt durch die Ventilkörper längs der Schnittlinie V-V in Fig. 3,
Fig. 6 eine Draufsicht auf den Ventilkörper nach den Fig. 3 bis 5,
Fig. 7 bis 9 in Schnittdarstellungen verschiedene Schritte bei einer Konnektierung einer Komponente an das Medizinprodukt nach Fig. 2 sowie
Fig. 10a, b zeigen eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
AUSFÜHRLICHE FIGURENBESCHREIBUNGEN
Fig. 1 zeigt schematisch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Medizinprodukts in Form einer Verbindungseinrichtung 1 eines medizinischen Infusionssystems. Die Verbindungseinrichtung 1 kann beispielsweise, wie in Fig. 1 gezeigt, als Dreiwegehahn gestaltet sein. Es versteht sich jedoch, dass die Verbindungseinrichtung 1 hiervon abweichend, insbesondere als Einwege- oder Zweiwegehahn oder als Hahnbank, d.h. als eine Einheit oder ein System mit oder aus in Reihe, d.h. hintereinander, geschalteter Einwegehähne, gestaltet sein kann.
Die Verbindungseinrichtung 1 weist ein Gehäuse 2, einen Anschlussstutzen 3 sowie zwei Anschlussbereiche 4, 5 auf. In dem Gehäuse 2 ist ein Stellglied 6 drehbeweglich gelagert. In dem Gehäuse 2 sind ferner insgesamt drei Verbindungskanäle vorgesehen, die je nach Stellung des Stellglieds 6 abgesperrt oder miteinander verbunden werden. Ein Verbindungskanal des Gehäuses 2 führt zu dem Anschlussstutzen 3. Ein weiterer, rechtwinklig angeordneter Verbindungskanal führt zu dem Anschlussbereich 4 und gegenüberliegend hierzu ein dritter Verbindungskanal zu dem Anschlussbereich 5. Einer der beiden Anschlussbereiche 4, 5 ist für den Anschluss einer Patientenleitung vorgesehen. Der andere Anschlussbereich 4, 5 dient dazu, eine Verbindungsleitung zu einem Fluidbehältnis anzuschließen.
Der Anschlussstutzen 3 ist vorzugsweise zum zeitweisen Konnektieren einer Komponente des medizinischen Infusionssystems, wie insbesondere einer Spritze, vorgesehen, um der Patientenleitung beispielsweise (zusätzliche) Medikamente oder Ähnliches zuzuführen. Zusätzlich oder alternativ kann der Anschlussstutzen 3 für eine Konnektion, insbesondere dauerhafte Konnektion (Dauerkonnektion), einer zusätzlichen Leitung vorgesehen sein.
Der Anschlussstutzen 3 wird anhand der nachfolgenden Fig. 3 bis 5 näher erläutert.
Der Anschlussstutzen 3 kann eine formstabile Kappe 8 aufweisen, die an ihrer dem Gehäuse 2 zugewandten Stirnseite mit einem formstabilen Bodenabschnitt 7 des Gehäuses 2 verbunden ist, vorzugsweise fest. Die Kappe 8 ist hülsenförmig gestaltet und weist auf der dem Bodenabschnitt 7 zugewandten Seite einen verdickten Randbereich auf, der mit dem Bodenabschnitt 7, beispielsweise durch Verschweißung, fest verbunden ist. Der Bodenabschnitt 7 ist tellerförmig ausgeführt und ragt relativ zu einer Mittellängsachse L des Anschlussstutzens
3 radial nach außen ab. Der Bodenabschnitt 7 umgibt einen sich zu einem Inneren des Gehäuses 2 konisch verjüngenden Kanalabschnitt.
Die Kappe 8 ist an ihrem zu dem Bodenabschnitt 7 abliegenden Stirnbereich mit einem Durchtritt 10 versehen, der durch einen nachfolgend näher beschriebenen Ventilkörper 11 der Verbindungseinrichtung 1 verschließbar ist. Der Durchtritt 10 wird von einem verdickten Randbereich umschlossen, der mit Verbindungsprofilierungen 9 in Form von Luer-Lock- Profilierungen versehen ist.
Der Ventilkörper 11 ist vorzugsweise becher- oder glockenartig gestaltet und insbesondere einstückig aus einem elastisch deformierbaren Material gefertigt. Bei dem elastisch deformierbaren Material handelt es sich vorzugsweise um ein Elastomer oder thermoplastisches Elastomer. Besonders bevorzugt handelt es sich bei dem elastisch deformierbaren Material um ein Silikonelastomer, wie beispielsweise Silikon-Kautschuk. Vorzugsweise ist das elastisch deformierbare Material zudem transparent, d.h. lichtdurchlässig.
Der Ventilkörper 11 weist bevorzugt eine Außenkontur auf, die in einem unbelasteten, d.h. nicht deformierten, Ausgangszustand über eine gesamte Höhe der Kappe 8 bündig und flächig an der Innenkontur der Kappe 8 anliegt. Der Ventilkörper 11 weist einen Kopfbereich, insbesondere deckelförmigen Kopfbereich, 12 auf. Der Kopfbereich 12 kann eine rotationssymmetrische, insbesondere kreisförmige, oder, wie dargestellt, eine rotationsunsymmetrische, insbesondere ovale, Grundfläche aufweisen (siehe insbesondere Figuren 3 und 6). Der Ventilkörper 11 weist ferner einen Ventilmantel 15 auf. Der Ventilmantel 15 schließt an den Kopfbereich 12 an, vorzugsweise unmittelbar. Vorzugsweise ist der Ventilmantel 15 an einem unteren Stirnendbereich mit einem Bodenring 16 versehen. Der Kopfbereich 12 ist mit einer Schlitzanordnung 14 versehen. Eine Oberfläche 13 des Kopfbereichs 12 ist vorzugsweise glatt und eben gestaltet.
Anhand der Fig. 7 ist erkennbar, dass die Oberfläche 13 des Kopfbereichs 12 in einem unbelasteten Ausgangszustand des Ventilkörpers 11 in der Kappe 8 mit einer Randkante des Durchtritts 10 bündig abschließen kann. Von dieser Randkante des Durchtritts 10 aus erstreckt sich eine schräge Anfasung nach außen bis zu einer Stirnfläche des den Durchtritt 10 definierenden Randbereichs der Kappe 8. In dem unbelasteten Ausgangszustand des Ventilkörpers 11 kann demzufolge die Stirnfläche des Randbereichs der Kappe 8 einschließlich der Oberfläche 13 des Kopfbereichs 12 des Ventilkörpers 11 in einfacher Weise, beispielsweise mittels eines Desinfektionstuchs oder Ähnlichem, durch medizinisches Personal gereinigt und desinfiziert werden.
Der Ventilmantel 15 des Ventilkörpers 11 ist relativ zu der Mittellängsachse L vorzugsweise rotationssymmetrisch ausgeführt. Bevorzugt weist der Ventilmantel 15 eine Wandung auf, die sich ausgehend von dem Kopfbereich 12 bis zu dem Bodenbereich 16 hin verdickt. Die Verdickung kann dabei unstetig und nicht linear erfolgen, wie anhand der beiden dargestellten sichtbaren Kanten erkennbar ist. Die Kanten sind vorzugsweise ringförmig umlaufend. Dabei kann der Ventilmantel 15 einen an den Kopfbereich 12 anschließenden, sich kegelstumpfartig erweiternden ersten Wandungsabschnitt mit gleichbleibender Dicke aufweisen. An diesen ersten Wandungsabschnitt kann in Richtung des Bodenrings 16 ein zweiter Wandungsabschnitt anschließen, dessen Innenwandung zylindrisch und koaxial zur Mittellängsachse L verläuft und dessen Außenwandung zum Bodenring 16 hin weiter nach außen gewölbt verläuft. An diesen, insbesondere mittleren, Wandungsabschnitt kann sich ein bodenseitiger Wandungsabschnitt anschließen. Vorzugsweise umfasst der bodenseitige Wandungsabschnitt den Bodenring 16. Bevorzugt verläuft in diesem Bereich die Innenwandung ausgehend von dem zylindrischen Mittelbereich zum Bodenabschnitt hin verjüngt zu, wodurch sich ein konisch nach unten verjüngt zulaufender Innenwandungsabschnitt ergibt.
Zur Stirnseite des Bodenrings 16 hin kann sich die Innenwandung wieder konisch unter Bildung einer Aufstandsfläche 18 erweitern. Über die Höhe des Ventilmantels 15 kann sich demzufolge eine eiförmige oder O-förmige Innenkontur 17 ergeben (siehe Fig. 4 und 5).
Eine in das Innere des Ventilmantels 15 weisende Innenfläche des Kopfbereichs 12 kann, wie in Fig. 5 dargestellt, als domartige Kontur 19 gestaltet sein.
Der Durchtritt 10 der Kappe 8 kann rotationssymmetrisch oder rotationsunsymmetrisch gestaltet sein. Bei einem rotationsunsymmetrischen Kopfbereich 12 ist vorzugsweise auch der Durchtritt 10 in komplementärer Weise rotationsunsymmetrisch gestaltet.
Wie anhand der Fig. 2 und 7 bis 9 erkennbar ist, ist der konischen Aufstandsfläche 18 des Bodenrings 16 des Ventilkörpers 11 im Bereich des Bodenabschnitts 7 eine komplementär konische Stützfläche 20 zugeordnet, wodurch sich der Ventilkörper 11 im Bereich des Bodenrings 16 über seine gesamte radiale Breite flächig auf dem Bodenabschnitt 7 abstützt.
Die Schlitzanordnung 14 ist quer zu einer Längserstreckung des Kopfbereichs 12 ausgerichtet, wie anhand der Fig. 4 bis 6 erkennbar ist. Die Schlitzanordnung 14 erstreckt sich vorzugsweise mittig längs der Mittellängsachse L durch den Kopfbereich 12 hindurch. Die Schlitzanordnung 14 weist zwei Schlitzwandungsflächen 21, 22 auf, die die Schlitzanordnung 14 in einem unbelasteten Ausgangszustand des Ventilkörpers 11 verschließen, vorzugsweise dicht.
Die Schlitzwandungsflächen 21, 22 der Schlitzanordnung 14 sind mit einem Trennmittel 23 versehen. Die Schlitzwandungsflächen 21, 22 können dabei nur teilweise oder vollständig, d.h. vollflächig, mit dem Trennmittel 23 versehen, insbesondere beschichtet, sein.
Vorzugsweise befindet sich das Trennmittel 23 nur auf den Schlitzwandungsflächen 21, 22 der Schlitzanordnung 14. Mit anderen Worten ist insbesondere der Kopfbereich 12 im Übrigen sowie der Ventilmantel 15 bevorzugt trennmittelfrei, d.h. frei von dem Trennmittel
Durch das Trennmittel 23 lässt sich vorteilhafterweise eine strahleninduzierte Vernetzung des elastisch deformierbaren Materials des Ventilkörpers 11, beispielsweise während einer Gamma- Sterilisierung, Beta-Sterilisierung, Röntgen-Sterilisierung oder Elektronenstrahl-Sterilisierung (e- beam-Sterilisierung) der Verbindungseinrichtung 1, verhindern. Dadurch kann das Risiko eines Zuwachsens der Schlitzanordnung 14 signifikant reduziert oder sogar vollständig vermieden werden.
Das Trennmittel 23 weist einen Feststoff, vorzugsweise bioverträglichen Feststoff, auf oder besteht aus einem Feststoff, vorzugsweise bioverträglichen Feststoff. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Feststoff um ein Salz, besonders bevorzugt Natriumchlorid.
Alternativ oder in Kombination kann es sich bei dem Feststoff vorzugsweise um ein Saccharid, besonders bevorzugt Glucose, handeln.
Alternativ oder in Kombination kann es sich bei dem Feststoff um ein Vitamin, besonders bevorzugt Vitamin C, handeln.
Vorgenannte Stoffe haben sich im Hinblick auf die Vermeidung eines Zuwachsens bzw. Heilens der Schlitzanordnung 14 während einer Strahlensterilisierung, wie insbesondere Gammastrahlensterilisierung, als besonders geeignet herausgestellt. Ein weiterer Vorteil dieser Stoffe besteht insbesondere darin, dass sie eine etwaige Transparenz des Ventilkörpers 11 nicht beeinträchtigen. Obendrein können die vorgenannten Stoffe vorteilhafterweise zu einer Erhöhung der Alterungsresistenz des Ventilkörpers 11 beitragen.
Sobald eine Spitze einer mit dem Anschlussstutzen 3 zu Annektierenden Komponente K von außen her an den Anschlussstutzen 3 herangeführt wird, kommt die Spitze flächig mit der Außenfläche des Kopfbereichs 12 in Kontakt und drückt den Kopfbereich 12 in das Innere der Kappe 8 hinein. Dabei weitet sich die Schlitzanordnung 14, und elastisch deformierte Abschnitte des Kopfbereichs 12 legen sich bei einem weiteren Eindringen der Spitze der Komponente K
außen an die Spitze an. Bei einem Dekonnektieren und einem daraus resultierenden Entfernen der Spitze nach außen stellt sich der Kopfbereich 12 wieder in die Ausgangslage gemäß Fig. 7 zurück.
Die Figuren 10a und b zeigen schematisch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
Bei dem Verfahren werden zunächst die Schlitzwandungsflächen 21, 22 der Schlitzanordnung 14 mit einem pulverförmigen Feststoff als Trennmittel beschichtet. Hierzu wird ein Ventilkörper 11 in eine Aufnahme oder unmittelbar auf eine Düse 24 platziert. Dabei kann die Düse 24 mit einem Niederhalter und/oder einer Kompressionsauflage angefahren werden, bis der Ventilkörper 11 komprimiert wird. Ferner kann der Ventilkörper 11, wie in den Fig. 10a und b dargestellt, gegen eine luerähnliche oder zylindrische Komponente 25 gedrückt werden, wobei ein wenigstens teilweises Öffnen des Ventilkörpers 11 bewirkt wird. Dabei kann die Komponente 25, wie in Fig. 10b dargestellt, etwas einfahren.
Die Applikation des pulverförmigen Feststoffes erfolgt vorzugsweise durch einen Luftstrom, der durch den teilweise oder vollständig geöffneten Ventilkörper 11 derart durchgeführt wird, dass der Luftstrom mit dem pulverförmigen Feststoff die Schlitzwandungsflächen 21, 22 der Schlitzanordnung 14 beflutet. Die Beförderung des pulverförmigen Feststoffes durch den Luftstrom erfolgt dabei in Pfeilrichtung (siehe Fig. 10b).
Der Luftdruck zum Befördern des pulverförmigen Feststoffes zu den Schlitzwandungsflächen 21, 22 der Schlitzanordnung 14 kann von 0,1 bar bis 7 bar, vorzugsweise 0,5 bar bis 3 bar, gewählt werden. Ferner kann eine Volumenstromzeit von 1 ms bis 5 s, insbesondere 50 ms bis 1 s, gewählt werden.
Vorzugsweise wird der Ventilkörper 11 derart komprimiert und mithin geöffnet, dass das Innenlumen des Ventilkörpers 11 nicht bepulvert wird.