Verfahren zur Detektion von fehlerhaften Messsignalausgaben eines Feldgeräts, Detektionssystem und Feldgerät
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Detektion von fehlerhaften Messsignalausgaben eines Feldgeräts. Die Erfindung betrifft ferner ein Detektionssystem zur Erkennung von fehlerhaften Messsignalausgaben eines Feldgeräts. Außerdem betrifft die Erfindung ein Feldgerät.
Unter dem Begriff Feldgerät werden verschiedene technische Einrichtungen sub- summiert, die mit einem Produktionsprozess in direkter Beziehung stehen. „Feld" bezeichnet dabei den Bereich außerhalb von Leitwarten. Feldgeräte können damit insbesondere Aktoren, Sensoren und Messumformer sein.
In der Prozessautomatisierungstechnik werden vielfach Feldgeräte eingesetzt, die zur Erfassung und/oder Beeinflussung von Prozessvariablen dienen. Beispiele für derartige Feldgeräte sind Füllstandmessgeräte, Grenzstandmessgeräte und Druckmessgeräte mit Sensoren, die die entsprechenden Prozessvariablen Füllstand, Grenzstand oder Druck erfassen. Typische Anwendungsszenarien für solche Feldgeräte umfassen Bereiche wie die Hochwasservorhersage, Lagerbestandsverwaltung oder auch andere dezentral verteilte Messaufgaben. Bekannte Feldgeräte der vorgenannten Art ermöglichen es, Messwerte zu übermitteln, sodass eine übergeordnete Einheit basierend auf dem ermittelten Messwert eine vorbestimmte Aktion auslöst. Beispielsweise kann basierend auf dem Messwert eines Füllstandmessgerätes bei Überschreiten eines Grenzwertes ein Zulauf geschlossen, oder ein Ablauf geöffnet werden.
Feldgeräte sind unmittelbar an der Messstelle zu platzieren. Ihre Energieversorgung erfolgt in der Regel kabelgebunden. Ein Messwert kann zum Beispiel als ein analoges Stromsignal zwischen 4 mA und 20 mA übertragen werden. Diese Art der Signalübertragung ist in DIN IEC 60381-1 (analoge Signale für Regel- und Steueranlagen; analoge Gleichstromsignale) normiert. Gleichwohl können Messwerte auch als Spannungssignale übertragen werden. Eine Gegenstelle kann die analogen Spannungssignale empfangen und daraus Messwerte ermitteln.
Die kabelgebundene analoge Übertragung von Messwerten ist sehr einfach und weist weitere Vorteile auf. So kann beispielsweise über ein Zweileiter-System eine
Energieversorgung eines Feldgeräts erfolgen, das Zweileiter-System kann gleichzeitig aber auch zur Übertragung von Messwerten dienen. Kommt es bei der Übertragung der Messwerte jedoch zu einem Fehler, so kann dies schwerwiegende Folgen haben. Viele Fehlerfälle lassen sich aufgrund der analogen Anbindung des Feldgeräts nicht aus der Ferne feststellen. Dies gilt insbesondere für Messwertabweichungen.
Die Druckschrift EP 1 864 268 Bl beschreibt eine Schnittstelle eines Feldgeräts zu einem Zweileiter-System. Die Schnittstelle regelt eine ausgegebene Stromstärke. Zur Feststellung von Ausgabefehlern ist die Schnittstelle mit einer Überprüfungsschaltung ausgestattet. Die Überprüfungsschaltung misst eine Stromstärke in dem Zweileiter-System und kann so ermitteln, ob das Zweileiter-System mit einer gewünschten Stromstärke beaufschlagt wird. Falls dies nicht der Fall ist, kann ein Kalibriervorgang ausgelöst werden. Auf diese Weise können Fehler direkt im Feldgerät detektiert und behoben werden. Das Feldgerät weist aufgrund der notwendigen Überprüfungsschaltung jedoch einen aufwändigeren Aufbau auf. Eine Überprüfung des Feldgeräts aus der Ferne ist nicht möglich.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren anzugeben, das eine Detektion von fehlerhaften Messsignalausgaben eines Feldgeräts aus der Ferne erlaubt. Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein Detektionssystem bereitzustellen, das eine Detektion von fehlerhaften Messsignalausgaben eines Feldgeräts aus der Ferne ermöglicht. Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein Feldgerät anzugeben, dessen Messsignalausgaben aus der Ferne überprüft werden können. Die Aufgaben werden gelöst durch ein Verfahren zur Detektion von fehlerhaften Messsignalausgaben eines Feldgeräts gemäß Anspruch 1, durch ein Detektionssystem gemäß Anspruch 20 und durch ein Feldgerät gemäß Anspruch 21.
Die Unteransprüche betreffen verschiedene voneinander unabhängige, vorteilhafte Weiterbildungen der vorliegenden Erfindung, deren Merkmale vom Fachmann im Rahmen des technisch Sinnvollen frei miteinander kombiniert werden können. Dies gilt insbesondere auch über die Grenzen der verschiedenen Anspruchskategorien hinaus.
Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zur Detektion von fehlerhaften Messsignalausgaben eines Feldgeräts vorgeschlagen, umfassend die Schritte: Ausgabe eines Messwerts durch das Feldgerät als ein erstes Messsignal, Ausgabe des Messwerts durch das Feldgerät als ein zweites Messsignal, Empfang des ersten Messsignals und des zweiten Messsignals oder daraus abgeleiteter Werte durch ein Detektionssystem, Ermittlung einer Messsignalabweichung zwischen dem ersten Messsignal und dem zweiten Messsignal durch das Detektionssystem und Prüfung durch das Detektionssystem, ob ein Fehlerfall vorliegt, unter Berücksichtigung der Messsignalabweichung und optional unter Berücksichtigung mindestens einer weiteren Fehlerbedingung.
Dies hat den Vorteil, dass eine externe Fehlererkennung möglich ist. Im Feldgerät selbst müssen keine teuren Bauteile zum Rücklesen des ersten Messsignals verbaut werden. Mittels des Detektionssystems kann prinzipiell eine Vielzahl von Feldgeräten überwacht werden. Die funktionale Sicherheit des Feldgeräts wird erhöht: Fehlerhafte Betriebszustände, beispielsweise bedingt durch eine Beschädigung o- der eine Manipulation des Feldgeräts, können erkannt werden.
Das erste Messsignal und das zweite Messsignal geben bevorzugt einen von einem Sensor oder von Sensoren des Feldgeräts ermittelten Messwert wieder. Das Detektionssystem kann das erste und das zweite Messsignal unmittelbar empfangen. Es ist aber auch möglich, dass das Detektionssystem lediglich Werte empfängt, die von dem ersten Messsignal und/oder dem zweiten Messsignal abgeleitet sind. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn eine Zwischenstelle das erste Messsignal empfängt, das erste Messsignal einer Analog-Digital-Wandlung unterzieht und das somit digitalisierte Messsignal anschließend in Form eines Messdatenpakets an das Detektionssystem weiterleitet.
Das erste und das zweite Messsignal können erfindungsgemäß mittels unterschiedlicher Kommunikationsschnittstellen des Feldgeräts ausgegeben werden. Es ist alternativ aber auch möglich, dass das erste Messsignal und das zweite Messsignal über dieselbe Kommunikationsschnittstelle des Feldgeräts ausgegeben werden. Es ist maßgeblich, dass aufgrund der zweifachen Ausgabe des Messwerts überprüft werden kann, ob dieser korrekt übermittelt wurde.
Es ist vorteilhaft, wenn die Ausgabe des ersten Messsignals über eine kabelgebundene Schnittstelle des Feldgeräts erfolgt und die Ausgabe des zweiten Messsignals über eine Funkschnittstelle des Feldgeräts erfolgt. Somit wird eine Redundanz mittels einer Funkübertragung hergestellt. Als Funk-Übertragungstechnologie kann beispielsweise Bluetooth, LoRaWAN (Long Range Wide Area Network), NB-IoT (NarrowBand-IoT), LTE-M (Long-Term-Evolution) oder eine beliebige andere Funk- Übertragungstechnologie eingesetzt werden. Alternativ kann die Ausgabe des ersten Messsignals über eine kabelgebundene Schnittstelle des Feldgeräts erfolgen und die Ausgabe des zweiten Messsignals kann ebenfalls über eine kabelgebundene Schnittstelle des Feldgeräts erfolgen. Eine Redundanz wird folglich mittels einer Übertragung über zwei unterschiedliche Datenkabel sichergestellt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das erste Messsignal ein analoges Messsignal und das zweite Messsignal ist ein digitales Messsignal. So kann gemäß einer Variante der Erfindung eine analoge kabelgebundene Ausgabe des ersten Messsignals erfolgen und eine digitale Funkübertragung des zweiten Messsignals. Gemäß einer anderen Variante der Erfindung werden sowohl das erste Messsignal als auch das zweite Messsignal kabelgebunden übertragen, beispielsweise über zwei separate Datenkabel. In diesem Fall könnte das zweite Messsignal zum Beispiel mittels eines Standards wie Ethernet, Profibus oder IO-Link übertragen werden. Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden das erste Messsignal und das zweite Messsignal über dasselbe Datenkabel übertragen, wobei das erste Messsignal ein analoges Messsignal ist und das zweite Messsignal ein digitales Messsignal ist. Dies könnte erfindungsgemäß durch eine Aufmodulation des zweiten Messsignals digitaler Form auf das erste Messsignal analoger Form verwirklicht werden. Dies ist zum Beispiel mittels des Feldbus-Protokolls HART (Highway Addressable Remote Transducer) möglich.
Bei der Ermittlung der Messsignalabweichung zwischen dem analogen Messsignal und dem digitalen Messsignal durch das Detektionssystem wird vorzugsweise überprüft, ob das analoge Messsignal und das digitale Messsignal einander entsprechen. Tun sie dies nicht, dann beruht dies in der Regel darauf, dass entweder das analoge Messsignal oder das digitale Messsignal verfälscht ist. Aufgrund der Robustheit der digitalen Signalübertragung sowie dabei anwendbarer Methoden zur Fehlererkennung und -korrektur ist davon auszugehen, dass im Falle einer Abweichung zwischen dem analogen Messsignal und dem digitalen Messsignal in
einem überwiegenden Anteil der Fälle eine Verfälschung der analogen Messsignale vorliegt. Die Verfälschung kann beispielsweise auf einem Hardwarefehler des Feldgeräts beruhen, kann aber auch durch eine Beschädigung oder Störung einer kabelgebundenen Kommunikationsstrecke bedingt sein. Es versteht sich, dass zur Ermittlung der Messsignalabweichung das Feldgerät nicht unbedingt das analoge Messsignal und das digitale Messsignal unmittelbar verarbeiten muss, sondern dazu auch mit davon abgeleiteten Werten arbeiten kann. Bei der Prüfung durch das Detektionssystem, ob ein Fehlerfall vorliegt, können diverse Kriterien angelegt werden. Insbesondere muss nicht nur ein Ergebnis der Ermittlung der Messsignalabweichung ausgewertet werden, sondern es können auch sonstige Parameter und/oder Systemzustände ausgewertet werden.
Es ist bevorzugt, wenn zur Ermittlung der Messsignalabweichung das analoge Messsignal und das digitale Messsignal auf eine übereinstimmende Einheit normiert werden, sodass sich normierte Werte ergeben, und anschließend eine Differenz zwischen den normierten Werten gebildet wird. Unter der Normierung soll ein Schritt verstanden werden, der die analogen Messsignale mit den digitalen Messsignalen vergleichbar macht. Zum Zweck der Normierung können das analoge Messsignal und/oder das digitale Messsignal in eine andere Einheit konvertiert werden.
Es ist vorteilhaft, wenn die Ermittlung der Messsignalabweichung die folgenden Schritte umfasst: Bereitstellung eines Analog-Soll-Messwerts durch Konvertierung des digitalen Messsignals in eine analoge Einheit, Bereitstellung eines Analog-Ist- Messwerts auf Grundlage des analogen Messsignals und Berechnung einer Differenz zwischen dem Analog-Soll-Messwert und dem Analog-Ist-Messwert. Der Ana- log-Soll-Wert beruht auf dem digitalen Messsignal und gibt beispielsweise einen erwarteten Strom oder eine erwartete Spannung an. Um den Analog-Soll-Wert mit dem analogen Messsignal vergleichen zu können, muss der Analog-Ist-Wert bereitgestellt werden. Dazu kann das Detektionssystem erfindungsgemäß das analoge Messsignal durch Analog-Digital-Wandlung in ein digitales Format umwandeln. Gegebenenfalls liegt dem Detektionssystem der Analog-Ist-Wert in digitaler Form bereits vor, da eine zwischen dem Feldgerät und dem Detektionssystem angeordnete Erfassungseinheit das analoge Messsignal aufgenommen, entsprechend umgewandelt und in Form eines Messdatenpakets an das Detektionssystem weitergeleitet hat. Nun kann geprüft werden, ob der Analog-Soll-Wert dem Analog-
Ist-Wert entspricht. Dazu wird die Differenz des Analog-Soll-Werts und des Ana- log-Ist-Werts gebildet. Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung kann es sich bei dem analogen Messsignal um eine Stromstärke handeln. In diesem Fall wird folglich geprüft, ob eine Stromstärke des analogen Messsignals einer auf Grundlage des digitalen Messsignals erwarteten Stromstärke entspricht.
Der vorhergehend beschriebene Vergleich des analogen Messsignals mit dem digitalen Messsignal kann alternativ jedoch auch auf andere Weise implementiert werden. So werden gemäß einer möglichen Ausführungsform der Erfindung das analoge Messsignal und das digitale Messsignal in einen Messwert konvertiert, zum Beispiel in einen von dem Feldgerät gemessenen Druck. Hierbei ergeben sich zwei Druckwerte. Die Druckwerte können anschließend miteinander verglichen werden. Der Vergleich des analogen Messsignals mit dem digitalen Messsignal ist jedoch erfindungsgemäß auch mittels anderweitiger Berechnungsverfahren möglich.
Vorzugsweise umfasst das Verfahren die Ausgabe eines Konfigurationsdatensatzes des Feldgeräts durch das Feldgerät und den Empfang des Konfigurationsdatensatzes durch das Detektionssystem. Der Konfigurationsdatensatz enthält bevorzugt Konfigurationsdaten des Feldgeräts. Insbesondere kann der Konfigurationsdatensatz Konfigurationsdaten erhalten, die kennzeichnen, in welchem Verhältnis der von dem Feldgerät gemessene Messwert zu dem analogen Messsignal steht. Zu diesem Zweck kann der Konfigurationsdatensatz erfindungsgemäß mindestens einen Umrechnungsfaktor und/oder einen Offset-Wert enthalten. Beispielsweise könnte das Feldgerät so konfiguriert sein, dass es bei Messung eines Drucks von 1 Bar einen Strom von 4 mA als das analoge Messsignal ausgibt und bei einem Druck von 2 bar einen Strom von 20 mA. Der Konfigurationsdatensatz enthält Informationen, die es einer Gegenstelle erlauben, auf Grundlage eines gemessenen Stroms von z.B. 12 mA zu berechnen, dass das Feldgerät einen Druck von 1,5 Bar gemessen hat.
Es ist vorteilhaft, wenn das Detektionssystem bei der Ermittlung der Messsignalabweichung den Konfigurationsdatensatz nutzt, um das analoge Messsignal und das digitale Messsignal auf die übereinstimmende Einheit zu normieren. Erst durch die Normierung der Messsignale werden diese miteinander vergleichbar. Im Übrigen sind aber auch Varianten der Erfindung möglich, bei denen Konfigurationsdaten, die kennzeichnen, in welchem Verhältnis der von dem Feldgerät gemessene
Messwert zu dem analogen Messsignal steht, händisch in das Detektionssystem eingegeben werden.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens nimmt eine Erfassungseinheit das analoge Messsignal auf, wobei die Erfassungseinheit eine Analog-Digital-Wandlung des analogen Messsignals in ein Messdatenpaket durchführt und wobei die Erfassungseinheit das Messdatenpaket an das Detektionssystem übermittelt. Bei der Erfassungseinheit handelt sich bevorzugt um ein Gerät zur Steuerung des Feldgeräts und/oder zur Auswertung der von dem Feldgerät aufgenommenen Messwerte. Die Erfassungseinheit ist häufig räumlich nah zu dem Feldgerät angeordnet und kann auch zu dessen Energieversorgung dienen. Die Erfassungseinheit kann das analoge Messsignal erfassen und an das Detektionssystem weiterleiten, zum Beispiel in Form eines Messdatenpakets, das das analoge Messsignal in digitalisierter Form beinhaltet. Die Erfassungseinheit kann beispielsweise eine Funkschnittstelle aufweisen, um mit dem Detektionssystem kommunizieren zu können. Gemäß anderer Ausführungsformen ist aber auch eine Kommunikation mit dem Detektionssystem auf andere Weise möglich, beispielsweise über ein Kommunikationsnetzwerk wie das Internet. Es sind ferner Ausführungsformen der Erfindung möglich, bei denen die Erfassungseinheit und das Detektionssystem miteinander kombiniert sind. So kann beispielsweise das Detektionssystem in die Erfassungseinheit integriert sein.
Es ist erfindungsgemäß möglich, dass die Erfassungseinheit das Messdatenpaket mit einem Zeitstempel versieht. Der Zeitstempel kennzeichnet vorzugsweise einen Zeitpunkt, zu dem die Erfassungseinheit das analoge Messsignal empfangen hat. Dies erlaubt eine Prüfung durch das Detektionssystem, ob das analoge Messsignal und das digitale Messsignal zeitnah zueinander von dem Detektionssystem ausgegeben worden sind.
Gemäß vorteilhafter Varianten des erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verfahrens kann es vorgesehen sein, dass das erste Messsignal und das zweite Messsignal zeitlich voneinander beabstandet durch das Feldgerät ausgegeben werden. Die miteinander verglichenen Messsignale sind somit zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgegeben worden, beispielsweise an unterschiedlichen Tagen, aber auch kürzere oder längere Zeitabstände sind möglich. Dies ist insbesondere dann zulässig, wenn sich die von dem Feldgerät erfassten Messwerte nicht sehr schnell ändern. Ändern
sich die von dem Feldgerät erfassten Messwerte hingegen relativ schnell, dann müssen das erste Messsignal und das zweite Messsignal hingegen in einem hinreichend kurzen Zeitraum von dem Feldgerät ausgegeben worden sein. Erfindungsgemäß kann eine Größe eines Zeitfensters vorgegeben sein, aus dem das erste und das zweite Messsignal stammen dürfen, damit sie gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren miteinander verglichen werden können. Wird ein vergleichsweise großes Zeitfenster gesetzt, dann muss das zweite Messsignal über die Funkschnittstelle nur vergleichsweise selten übertragen werden. Es wird somit weniger Energie zum Versenden der zweiten Messsignale benötigt.
Um überprüfen zu können, dass die Messsignale zeitlich voneinander nicht zu weit beabstandet sind, versieht das Feldgerät das zweite Messsignal vorzugsweise mit einem Zeitstempel. Dies lässt sich insbesondere dann umsetzen, wenn es sich bei dem zweiten Messsignal um ein digitales Messsignal handelt. Es ist erfindungsgemäß ferner möglich, dass das Detektionssystem Zeitpunkte, zu denen das erste Messsignal, das zweite Messsignal oder aus diesen abgeleiteten Werte bei dem Detektionssystem eingehen, protokolliert. Daraus lassen sich entsprechend zeitliche Abstände ermitteln.
Es ist bevorzugt, wenn bei der Prüfung, ob ein Fehlerfall vorliegt, das Detektionssystem ermittelt, ob ein für die Messsignalabweichung vordefinierter Schwellenwert überschritten wird. Ist auf Grundlage des zweiten Messsignals beispielsweise zu erwarten, dass das Feldgerät als das erste Messsignal einen Strom von 6 mA ausgibt, und es ist ein Schwellenwert von 1 mA vorgesehen, dann sind auch von dem Feldgerät ausgegebene erste Messsignale von 5,1 mA oder 6,5 mA zulässig, ein Messsignal von 7,5 mA hingegen nicht. Geringfügige Abweichungen des ersten Messsignals, die den Messwert nicht zu stark verfälschen, können somit ignoriert werden.
Es ist besonders bevorzugt, wenn bei der Prüfung, ob der Fehlerfall vorliegt, das Detektionssystem mehrere Paare aus ersten und zweiten Messsignalen berücksichtigt, wobei die Paare aus den ersten und den zweiten Messsignalen zeitlich voneinander beabstandet durch das Feldgerät ausgegeben worden sind. Es werden folglich mehrere Messsignalvergleiche durchgeführt, gemäß vorteilhaften Ausführungsformen auch über einen längeren Zeitraum hinweg. Ergebnisse der Messsignalvergleiche können beispielsweise gemittelt werden. Somit wird eine temporäre
Störung oder eine kurzfristige Abweichung der Messsignale nicht notwendigerweise als ein Fehlerfall eingestuft.
Es ist vorteilhaft, wenn bei der Prüfung, ob der Fehlerfall vorliegt, das Detektionssystem eine Zeitspanne seit dem Erhalt eines letzten zweiten Messsignals oder eines daraus abgeleiteten Werts misst und den Fehlerfall feststellt, wenn die gemessene Zeitspanne eine vordefinierte maximale Zeitspanne überschreitet. Es wird somit geprüft, dass zweite Messsignale beziehungsweise daraus abgeleitete Werte nicht in zu großer zeitlicher Beabstandung von dem Detektionssystem empfangen werden. Trifft dies nicht zu, dann können fehlerhafte Messsignalausgaben des Feldgeräts nicht mehr identifiziert werden. Gemäß dieser Ausführungsform der Erfindung wird dies als ein Fehlerfall eingestuft.
Es handelt sich bei dem ersten Messsignal vorzugsweise um ein Stromsignal. Somit wird eine Stromstärke ausgegeben, die einen von dem Feldgerät gemessenen Messwert repräsentiert. Alternativ kann es sich beim dem ersten Messsignal um ein Spannungssignal handeln, oder um ein Signal sonstiger Art.
Es ist bevorzugt, wenn das Feldgerät das erste Messsignal über ein Zweileiter- System ausgibt. Das Zweileiter-System weist vorzugsweise einen Hinleiter und einen Rückleiter auf. Das Zweileiter-System ist zur Stromversorgung des Feldgeräts geeignet. Über das Zweileiter-System werden ferner Daten in analoger Form übertragen, vorliegend das erste Messsignal. Somit ist eine einfache und kompakte Umsetzung sowohl der Energieversorgung und als auch der Gerätekommunikation gegeben. Dies ist bei der Messwerterfassung insbesondere an schwer zugänglichen Stellen sehr vorteilhaft.
Die Übertragung von Daten über die Funkschnittstelle des Feldgeräts erfolgt bevorzugt verschlüsselt. Über die Funkschnittstelle übertragene Daten werden von dem Detektionssystem bevorzugt auf Fehler durch Abgleich einer Checksumme wie eines CRC-Codes oder dergleichen geprüft. Bevorzugt erfolgt die Übertragung über die Funkschnittstelle in regelmäßigen zeitlichen Abständen. Es ist erfindungsgemäß ferner möglich, dass der vorangehend erwähnte Konfigurationsdatensatz mittels der Funkschnittstelle an das Detektionssystem übertragen wird. Das zweite Messsignal wird durch das Detektionssystem entweder unmittelbar empfangen o- der erreicht dieses auf indirektem Weg gegebenenfalls durch Weiterleitung über
diverse Knotenpunkte. Es kann sich bei dem Detektionssystem prinzipiell um einen Rechner oder auch um einen Verbund aus mehreren Rechnern handeln, wobei der Rechner beziehungsweise der Verbund von Rechnern mit Kommunikationsschnittstellen verschiedener Art ausgestattet sein kann. Das Detektionssystem kann insbesondere durch ein Cloud-System implementiert sein, in dem eine Software zur Überwachung von Feldgeräten läuft.
Das Detektionssystem gibt vorzugsweise bei der Feststellung des Fehlerfalls ein Fehlersignal aus. Unter dem Fehlersignal ist ein Signal zu verstehen, das dazu dient, eine Gegenstelle darüber zu benachrichtigen, dass das Feldgerät möglicherweise nicht mehr funktionstüchtig ist, dass gegebenenfalls die Kommunikation mit dem Feldgerät nicht mehr funktioniert oder dass ein sonstiger Fehlerfall aufgetreten ist. So ist es beispielsweise möglich, dass das Detektionssystem einen Verantwortlichen per E-Mail, per SMS, mittels einer Push-Nachricht in einer App oder auf sonstige Weise über den Fehlerfall informiert. Daraufhin kann der Verantwortliche geeignete Maßnahmen ergreifen, um Folgeschäden durch das vermutlich defekte Feldgerät zu vermeiden oder zu minimieren.
Es ist vorteilhaft, wenn das Detektionssystem, falls der Fehlerfall vorliegt, einen Befehl zum Versetzen des Feldgeräts in einen sicheren Zustand an das Feldgerät übermittelt. Bei einem Feldgerät, das die Messwerte als analoge Stromsignale ausgibt, werden anschließend beispielsweise nur noch Werte kleiner 3,6 mA oder größer 21 mA ausgegeben, bei denen es sich nicht um gültige Messsignale handelt. Es ist ferner denkbar, das Feldgerät durch einen externen Befehl herunterzufahren. Es ist erfindungsgemäß auch möglich, dass das Detektionssystem, falls der Fehlerfall vorliegt, einen Befehl zum Neustart des Feldgeräts an das Feldgerät übermittelt. Es ist erfindungsgemäß ferner möglich, dass der Verantwortliche an das Feldgerät einen Befehl zum Versetzen des Feldgeräts in einen sicheren Zustand, zum Herunterfahren des Feldgeräts oder zum Neustarten des Feldgeräts übermittelt.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Detektionssystem zur Erkennung von fehlerhaften Messsignalausgaben eines Feldgeräts vorgeschlagen, das dazu eingerichtet ist, die folgenden Schritte auszuführen: Empfang eines ersten Messsignals, Empfang eines zweiten Messsignals, Ermittlung einer Messsignalabweichung zwischen dem ersten Messsignal und dem zweiten Messsignal und
Prüfung, ob ein Fehlerfall vorliegt, unter Berücksichtigung der Messsignalabweichung und optional unter Berücksichtigung mindestens einer weiteren Fehlerbedingung. Das Detektionssystem weist bevorzugt eine Funkschnittstelle auf und ist dazu eingerichtet, die zweiten Messsignale über die Funkschnittstelle zu empfangen. Es ist außerdem vorteilhaft, wenn das Detektionssystem eine kabelgebundene Schnittstelle aufweist und dazu eingerichtet ist, die ersten Messsignale über die kabelgebundene Schnittstelle zu empfangen. Die Funkschnittstelle bildet bevorzugt einen Teil des Detektionssystems. Das Detektionssystem wird bevorzugt durch ein System aus verteilten, miteinander vernetzten Rechnern implementiert. Das Detektionssystem ist vorzugsweise zur Ausführung des vorangehend beschriebenen Verfahrens geeignet und weist dazu notwendige Merkmale auf.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Feldgerät vorgeschlagen, das mindestens eine Sensoreinheit zur Erfassung eines Messwerts aufweist, wobei das Feldgerät dazu eingerichtet ist, den Messwert als ein erstes Messsignal und als ein zweites Messsignal auszugeben. Es ist bevorzugt, wenn das Feldgerät eine kabelgebundene Schnittstelle und eine Funkschnittstelle aufweist, wobei das Feldgerät dazu eingerichtet ist, das erste Messsignal über die kabelgebundene Schnittstelle und das zweite Messsignal über die Funkschnittstelle auszugeben. Unabhängig von der Art der verwendeten Schnittstellen ist das erste Messsignal bevorzugt ein analoges Messsignal und das zweite Messsignal ein digitales Messsignal. Bei dem Feldgerät handelt es sich bevorzugt um ein Füllstandmessgerät, ein Grenzstandmessgerät oder ein Druckmessgerät. So kann es sich beispielsweise bei der Sensoreinheit um eine kapazitive Druckmesszelle handeln, aber je nach Anwendungsgebiet auch um eine Sensoreinheit sonstiger Art. Das Feldgerät ist vorzugsweise zur Ausführung des vorangehend beschriebenen Verfahrens geeignet und weist dazu notwendige Merkmale auf.
Es ist vorteilhaft, wenn das Feldgerät über die Funkschnittstelle keine Daten empfangen kann oder über die Funkschnittstelle empfangene Daten nicht als Befehle verarbeiten kann. Somit wird verhindert, dass das Feldgerät durch externe Befehle manipuliert werden kann. Gemäß einer alternativen Ausführungsform der Erfindung erlaubt die Funkschnittstelle einen Empfang von Daten. Ein Feldgerät nach dieser Ausführungsform ist vorzugsweise so eingerichtet, dass es mittels eines externen Befehls in einen sicheren Betriebszustand versetzt werden und/oder ausgeschaltet werden kann.
Aspekte der Erfindung werden anhand der Figuren beispielhaft erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Rechnertopologie mit einem Feldgerät, mit einer Erfassungseinheit und mit einem Detektionssystem,
Fig. 2 ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Detektion von fehlerhaften Messsignalausgaben und
Fig. 3 ein Ablaufdiagramm, das Teilschritte des erfindungsgemäßen Verfahrens näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Rechnertopologie mit einem Feldgerät 1, mit einer Erfassungseinheit 2 und mit einem Detektionssystem 3. Das Feldgerät 1 weist eine Sensoreinheit 4 auf, bei der es sich um eine kapazitive Druckmesszelle handelt. Mittels dieser lässt sich beispielsweise ein Druck eines umgebenden Fluids messen. Das Feldgerät 1 weist eine kabelgebundene Schnittstelle 5 zur Ausgabe eines Messwerts auf. Die kabelgebundene Schnittstelle 5 erlaubt es, Stromsignale über ein Zweileiter-System 6 auszugeben. Das Zweileiter- System 6 dient ferner zur Energieversorgung des Feldgeräts 1. Das Feldgerät 1 ist über das Zweileiter-System 6 mit der Erfassungseinheit 2 verbunden. Die Erfassungseinheit 2 versorgt das Feldgerät 1 über das Zweileiter-System 6 mit Strom. Die Erfassungseinheit 2 liest erste Messsignale ein, die das Feldgerät 1 über das Zweileiter-System 6 ausgibt. Es handelt sich bei den ersten Messsignalen um analoge Messsignale. Die Erfassungseinheit wandelt die analogen Messsignale in eine digitale Form um und verschickt sie als Messdatenpakete über ein Kommunikationsnetzwerk 7 an das Detektionssystem 3. Das Feldgerät 1 weist ferner eine Funkschnittstelle 8 auf, die zweite Messsignale ausgibt. Die Funkschnittstelle 8 versendet die zweiten Messsignale als Funksignale 9, die den Messwert in digitaler Form wiedergeben. Es handelt sich bei den zweiten Messsignalen also um digitale Messsignale. Die Funksignale 9 werden von einer weiteren Funkschnittstelle 8 empfangen, die dem Detektionssystem 3 zugehörig ist. Bei dem Detektionssystem 3 handelt es sich um ein Cloud-Rechnernetz, das ein Computerprogramm zur Überwachung von Feldgeräten 1 ausführt.
Fig. 2 zeigt ein Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Detektion von fehlerhaften Messsignalausgaben. In einem Messschritt 10 misst das vorhergehend beschriebene Feldgerät einen Druck. Der Druck wird in einem Ausgabeschritt 11 über die kabelgebundene Schnittstelle des Feldgeräts und über die Funkschnittstelle des Feldgeräts als das erste beziehungsweise das zweite Messsignal ausgegeben. Das Feldgerät gibt dabei den Messwert als eine Stromstärke über das Zweileiter-System aus und versendet den Messwert außerdem in digitaler Form über seinen Funksender. In einem Empfangsschritt 12 empfängt das Detektionssystem ein von dem ersten Messsignal abgeleitetes Messdatenpaket und das zweite Messsignal. Dem Empfangsschritt 12 geht voraus, dass die Erfassungseinheit die Stromstärke des ersten Messsignals misst, diese in ein digitales Format umwandelt, daraus das Messdatenpaket erzeugt und das Messdatenpaket an das Detektionssystem überträgt.
In einem Ermittlungsschritt 13 wird eine Messsignalabweichung zwischen dem ersten Messsignal und dem zweiten Messsignal ermittelt. Wenn das erste Messsignal nicht mit dem zweiten Messsignal übereinstimmt, dann kann ein Fehler vorliegen. Der Fehler kann durch einen Fehler des Feldgeräts oder durch einen Kommunikationsfehler bedingt sein. In einem Prüfschritt 14 prüft das Detektionssystem, ob ein Fehlerfall vorliegt. Dies ist zum Beispiel dann gegeben, wenn die Messsignalabweichung einen vordefinierten Wert überschreitet. Das Detektionssystem prüft aber außerdem, ob es regelmäßig zweite Messsignale erhält. Ist dies nicht mehr der Fall, dann weist dies auf einen Fehler im Feldgerät hin. Auf den Prüfschritt folgt im Fehlerfall ein Informationsschritt 15. Bei dem Informationsschritt wird ein Verantwortlicher von dem Detektionssystem mittels einer E-Mail oder mittels einer Push-Nachricht in einer App darüber informiert, dass das Feldgerät nicht mehr einwandfrei arbeitet. Liegt kein Fehlerfall vor, dann speichert das Detektionssystem in einem Proto ko II sch ritt 16 lediglich die ermittelte Messsignalabweichung ab.
Fig. 3 zeigt ein Ablaufdiagramm, das Teilschritte des erfindungsgemäßen Verfahrens näher erläutert. Die Teilschritte werden bei dem vorangehend beschriebenen Ermittlungsschritt durchgeführt. In einem Konfigurationsschritt 17 übermittelt das Feldgerät einen Konfigurationsdatensatz des Feldgeräts über seine Funkschnittstelle an das Detektionssystem. Der Konfigurationsdatensatz enthält Informationen, die eine Berechnung des ersten Messsignals aus dem zweiten Messsignal erlauben. In einem Normierungsschritt 18 normiert das Detektionssystem das erste
Messsignal und das zweite Messsignal auf eine übereinstimmende Einheit. Bei der übereinstimmenden Einheit handelt es sich vorliegend um die Einheit des ersten Messsignals, hier eine Stromstärke in mA. Das von dem ersten Messsignal abgeleitete Messdatenpaket, das dem Detektionssystem vorliegt, gibt den Strom be- reits in mA an. Somit muss lediglich das zweite Messsignal in die Einheit mA umgewandelt werden. Die erfolgt unter Zuhilfenahme des Konfigurationsdatensatzes. In einem Differenzschritt 19 wird schließlich die Differenz der normierten Messsignale gebildet. Eine große Differenz weist daraufhin, dass das analoge Messsignal den tatsächlichen Messwert nicht korrekt wiedergibt.
Bezugszeichenliste
Feldgerät
Erfassungseinheit
Detektionssystem Sensoreinheit Kabelgebundene Schnittstelle Zweileiter-System
Kommunikationsnetzwerk Funkschnittstelle
Funksignal
Messschritt
Ausgabeschritt Empfangsschritt Ermittlungsschritt Prüfschritt
Informationsschritt
Protokollschritt
Konfigurationsschritt Normierungsschritt Differenzschritt