Vorrichtung und Verfahren zur Erstellung von Trainingsdaten für zweidimensionale Scans eines Bodenradar-Systems
Besch r ei bung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erstellung von Trainingsdaten für zweidimensionale Scans eines Bodenradar-Systems,
Speziell betrifft die Erfindung unter anderem eine Bildverarbeitungstechnik zur Erstellung von Trainingsdaten für zweidimensionale Scans eines Bodenradar-Systems (engl. Ground Penetrating Radar GPR), die beispielsweise zum Trainieren von Machine Learning (ML) - Algorithmen genutzt werden können.
ML-Verfahren erfreuen sich einer in den letzten Jahren stetig wachsenden Berücksichtigung in verschiedenen Anwendungsbereichen. Speziell die sogenannten Convolutional Neural Networks (CNNs) als Sonderform der Neuronalen Netze (NNs) unterliegen einem hohen Interesse im Themengebiet der digitalen Bildverarbeitung. Damit derartige Netze robuste Analyseergebnisse berechnen können, müssen in der Regel sehr umfangreiche Datensätze zum Training bereitstehen, Verfügbare Netze dienen zur Analyse von Bilddaten, die mit elektrooptischen Sensoren aufgenommen wurden. Für derartige Eingabedaten existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Trainingsdatensätze, die zum Beispiel für Klassifikationsaufgaben genutzt werden können. Für GPR-Daten wiederum existieren bis heute, nach aktuellem Wissensstand, keine derartigen Trainingsdaten,
Der Stand der Technik weicht deshalb teils auf Transfer Learning (TL) Strategien aus, die mit kleineren Datenbasen auskommen. Im Falle einer Neukonstruktion eines Netzes ohne Rückgriff auf TL-Methoden ist man demzufolge darauf angewiesen, beispielsweise durch aufwändige Messkampagnen geeignete Trainingsdaten zu akquirieren. Die hier beschriebene Erfindung bietet hierzu eine alternative Vorgehensweise, um den damit verbundenen Aufwand deutlich zu verringern.
Zur verarbeitenden Analyse von GPR-Bllddaten existieren nur sehr wenige bis keine frei verfügbaren Datensätze, die zum Training von CNNs genutzt werden können, Daraus folgt, dass häufig Methoden wie das TL zum Einsatz kommen, um bereits vortrainierte Netze auf den jeweiligen GPR-Datensatz anzupassen. Hierfür ist eine relativ geringe Anzahl an GPR- Daten erforderlich. Wichtige Probleme dabei sind, dass die dem vortrainierten Netz zugrundeliegenden Daten bezüglich Dimension, Grauwertspektrum und Objektsignatur der
GPR-Daten nicht übereinstimmen und entsprechend angepasst werden müssen, was wiederum häufig mit Qualitätseinbußen hinsichtlich der Ergebnisse verbunden ist.
Der alternative Weg, die Erstellung und das Testen GPR-spezifischer Netzstrukturen von Grund auf, ist wiederum ohne Trainingsdaten in umfangreicher Anzahl nur bei gleichzeitigen Qualitätseinbußen bei den Ergebnissen umsetzbar.
Neben dem TL werden auch Data Augmentation-Methoden verwendet, um den Bestand an Trainingsdaten zu vergrößern. Hierbei werden in den Bilddaten abgebildete Artefakte beziehungsweise Störungen erkannt, extrahiert und Innerhalb des Bilds an verschiedene Stellen beispielsweise verschoben. Skalierungen oder Rotationen sind ebenfalls möglich, Die hier beschriebene Erfindung beinhaltet eine entsprechende Vorgehensweise.
Eine Vorrichtung nach Anspruch 1 , ein Verfahren nach Anspruch 24 und ein Computerprogramm nach Anspruch 25 werden bereitgestellt.
Eine Vorrichtung zur Erstellung von Trainingsdaten für zweidimensionale Scans eines Bodenradar-Systems wird bereitgestellt. Die Vorrichtung Ist ausgebildet, für jedes GPR Bild von ein oder mehreren ersten GPR Bildern einen Vordergrundbereich und einen Hintergrundbereich des GPR Bildes zu bestimmen, und ein oder mehrere Störobjekten in dem Vordergrundbereich des GPR Bildes zu bestimmen. Des Weiteren ist die Vorrichtung ausgebildet, für jedes GPR Bild der ein oder mehreren ersten GPR Bilder ein oder mehrere zweite GPR Bilder abhängig von wenigstens einem Störobjekt der ein oder mehreren Störobjekte des GPR Bildes zu erzeugen, um die Trainingsdaten zu erzeugen.
Des Weiteren wird ein Verfahren zur Erstellung von Trainingsdaten für zweidimensionale Scans eines Bodenradar-Systems bereitgestellt. Das Verfahren umfasst:
Für jedes GPR Bild von ein oder mehreren ersten GPR Bildern, Bestimmen eines Vordergrundbereichs und eines Hintergrundbereichs des GPR Bildes, und Bestimmen von ein oder mehreren Störobjekten in dem Vordergrundbereich des GPR Bildes. Und:
- Für jedes GPR Bild der ein oder mehreren ersten GPR Bilder, Erzeugen von ein oder mehreren zweiten GPR Bildern abhängig von wenigstens einem Störobjekt der ein oder mehreren Störobjekte des GPR Bildes zur Erzeugung der Trainingsdaten.
Ferner wird ein Computerprogramm mit einem Programmcode zur Durchführung des oben beschriebenen Verfahrens bereitgestellt.
Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben.
In den Zeichnungen ist dargestellt:
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung zur Erstellung von Trainingsdaten für zweidimensionale Scans eines Bodenradar-Systems gemäß einer Ausführungsform.
Fig. 2 zeigt eine Vorrichtung zur Erstellung von Trainingsdaten für zweidimensionale nradar-Systems gemäß einer weiteren Ausführungsform.
Fig. 3 zeigt ein Ablaufdiagramm mit Modulen einer Vorrichtung gemäß einer Ausführungsform.
Fig. 4 zeigt eine RPCA-basierte Trennung von Bildvorder- und Bildhintergrund nach Eingabe einer GPR-Datensequenz gemäß einer Ausführungsform.
Fig. 5 zeigt eine bildliche Darstellung der zentralen Schrite des in Fig.3 visualisierten Arbeitsablaufs gemäß einer Ausführungsform.
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 100 zur Erstellung von Trainingsdaten für zweidimensionale Scans eines Bodenradar-Systems gemäß einer Ausführungsform.
Die Vorrichtung 100 ist ausgebildet, für jedes GPR Bild von ein oder mehreren ersten GPR Bildern einen Vordergrundbereich und einen Hintergrundbereich des GPR Bildes zu bestimmen, und ein oder mehrere Störobjekten in dem Vordergrundbereich des GPR Bildes zu bestimmen.
Des Weiteren ist die Vorrichtung 100 ausgebildet, für jedes GPR Bild der ein oder mehreren ersten GPR Bilder ein oder mehrere zweite GPR Bilder abhängig von wenigstens einem Störobjekt der ein oder mehreren Störobjekte des GPR Bildes zu erzeugen, um die Trainingsdaten zu erzeugen.
Gemäß einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, das wenigstens eine Störobjekt und/oder eine Position des wenigstens einen Störobjekts in dem GPR Bild zu verändern, um die ein oder mehreren zweiten GPR Bilder zu erzeugen.
In einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, eine Skalierung des wenigstens einen Störobjekts in dem GPR Bild zu verändern, um die ein oder mehreren zweiten GPR Bilder zu erzeugen.
Gemäß einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, eine Grauwertintensität des wenigstens einen Störobjekts in dem GPR Bild zu verändern, um die ein oder mehreren zweiten GPR Bilder zu erzeugen.
In einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, die Position des wenigstens einen Störobjekts in dem GPR Bild zu verändern, um die ein oder mehreren zweiten GPR Bilder zu erzeugen.
Gemäß einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, für jedes GPR Bild der ein oder mehreren ersten GPR Bilder den Vordergrundbereich und den Hintergrundbereich des GPR Bildes zu bestimmen, indem der Vordergrundbereich und der Hintergrundbereich voneinander separiert werden, indem die Vorrichtung 100 das GPR Bild in eine Mehrzahl von Bildbereichen unterteilt, die sich nicht überschneiden, wobei die Vorrichtung 100 jeden der Mehrzahl der Bildbereiche entweder dem Vordergrundbereich zuordnet oder aber dem Hintergrundbereich zuordnet.
In einer Ausführungsform kann es sich bei den ein oder mehreren ersten GPR Bildern z.B, um ein oder mehrere zweidimensionale GPR Bilder handeln.
Fig. 2 zeigt eine Vorrichtung 100 zur Erstellung von Trainingsdaten für zweidimensionale Scans eines Bodenradar-Systems gemäß einer weiteren Ausführungsform.
Die Vorrichtung der Fig. 2 kann dabei z.B. ein optionales GPR System 210, einen Zero- Offset-Korrektor 220, einen (robusten) Hauptkomponentenanalysator 230, einen Maskenselektor 240, einen Daten Augmentator 250 und einen Ergebnisbilderzeuger 260 umfassen.
Gemäß einer Ausführungsform können die ein oder mehreren ersten GPR Bilder z.B. eine Mehrzahl von ersten GPR Bildern sein.
In einer Ausführungsform kann es sich z.B, bei der Mehrzahl der ersten GPR Bilder um eine Mehrzahl von zeitlich aufeinanderfolgenden GPR Bildern handeln, die aus einer Sequenz von einer Mehrzahl von aufgenommenen GPR Bildern erzeugt wurden.
Gemäß einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ein GPR System 210 zur Datenaufnahme aufweisen, um die Sequenz der Mehrzahl der aufgenommenen GPR Bilder aufzunehmen.
In einer Ausführungsform kann es sich bei dem GPR System 210 zur Datenaufnahme z.B. um ein mehrkanaliges Bodenradar handeln. Dabei kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, das mehrkanalige Bodenradar einzusetzen, um die Sequenz der Mehrzahl der aufgenommenen GPR Bilder aufzunehmen.
Gemäß einer Ausführungsform kann es sich bei dem GPR System 210 z.B. um ein einkanaliges System handelt, das parallel zueinander angeordnete Messbahnen aufweist. Dabei kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, das einkanalige System einzusetzen, um die Sequenz der Mehrzahl der aufgenommenen GPR Bilder aufzunehmen.
In einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, einen in der Sequenz der Mehrzahl der aufgenommenen GPR Bilder variierenden Abstand zwischen Sensor und Bodenoberfläche auszugleichen, um die Mehrzahl der ersten GPR Bilder zu erzeugen.
Gemäß einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, einen in der Sequenz der Mehrzahl der aufgenommenen GPR Bilder variierende Bodensignatur zu normieren, um die Mehrzahl der ersten GPR Bilder zu erzeugen.
In einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. einen Zero-Offset Korrektor 220 aufweisen, der z.B. ausgebildet sein kann, eine Zero-Offset-Korrektur bezüglich der Sequenz der Mehrzahl der aufgenommenen GPR Bilder vorzunehmen, um die Mehrzahl der ersten GPR Bilder zu erzeugen.
Gemäß einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. einen Hauptkomponentenanalysator 230 aufweisen, der z.B. ausgebildet sein kann, eine robuste Hauptkomponentenanalyse durchzuführen, um den Vordergrundbereich für jedes GPR Bild der Mehrzahl der ersten GPR Bildern zu bestimmen.
In einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, zur Bestimmung der ein oder mehreren Störobjekten in dem Vordergrundbereich jedes GPR Bildes der Mehrzahl der ersten GPR Bilder Bildinformation des GPR Bildes in eine Matrix niederen Rangs und in eine schwach besetzte Matrix aufzuteilen.
Gemäß einer Ausführungsform kann die schwach besetzte Matrix z.B. von dem Hintergrundbereich des GPR Bildes abhängen, und die Matrix niederen Rangs kann z.B. von dem Vordergrundbereich des GPR Bildes und von den ein oder mehreren Störobjekten des GPR Bildes abhängen.
In einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, die ein oder mehreren Störobjekte des Vordergrundbereichs in jedem GPR Bild der Mehrzahl der ersten GPR Bilder mittels einer Maske zu maskieren und zu extrapolieren.
In einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. einen Maskenselektor 240 aufweisen, der z.B. ausgebildet sein kann, die Maske mittels eines Schwellwertdetektionsverfahrens und/oder mittels eines Kantendetektionsverfahrens zu bestimmen.
Gemäß einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. ausgebildet sein, einen Daten Augmentator 250 aufweisen, der z.B. ausgebildet sein kann, das Störobjekt unter Verwendung der Maske zu verschieben und/oder zu skalieren.
Gemäß einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B, einen Berechnungs- Ergebnisbilderzeuger 260 aufweisen, der z.B. ausgebildet sein kann, für jedes Bildpixel einer Mehrzahl von Bildpixeln in einem Bereich des Störobjekts in dem GPR Bild, der mittels der Maske maskiert ist, einen Mitelwert aus dem Vordergrundbild und/oder dem Hintergrundbild des GPR Bildes zu berechnen, um den Mittelwert als Pixelwert für eine Bildkoordinate eines der ein oder mehreren zweiten GPR Bilder zu bestimmen.
In einer Ausführungsform kann die Vorrichtung 100 z.B. einen Einsetz- Ergebnisbilderzeuger 260 aufweisen, der z.B. ausgebildet sein kann, eines der ein oder mehreren Störobjekte eines GPR Bildes der Mehrzahl der ersten GPR Bilder in ein anderes GPR Bild der Mehrzahl der ersten GPR Bilder einzusetzen, um eines der ein oder mehreren zweiten GPR Bilder zu erzeugen.
Nachfolgend werden weitere, spezielle Ausführungsbeispiele der Erfindung beschrieben.
Zur Erstellung beziehungsweise zur Vergrößerung eines Trainingsdatenbestands aus GPR-Bilddaten kommt eine Bildverarbeitungstechnik zum Einsatz, die darauf abzielt, den Bildvorder- vom Bildhintergrund zu separieren. Hauptaugenmerk dieser Separierung sind sogenannte Störobjekte, die sich in der vorliegenden Beschreibung im Bildvordergrund befinden, Im Anschluss an die Separierung können neue GPR-Bilder durch beliebige Variation des Störobjekts hinsichtlich Ort, Skalierung und Grauwertintensität künstlich erzeugt werden (Data Augmentation, siehe oben). Der Arbeitsablauf ist in Fig. 3 dargesteiit. Nachfolgend wird dieser schritweise erläutert.
So zeigt Fig, 3 ein Ablaufdiagramm mit Modulen einer Vorrichtung gemäß einer Ausführungsform. Die Parallelogramme stellen dabei Daten; die Rechtecke Module zur Durchführung von Arbeitsschriten (oder die Arbeitsschrite als solche dar).
Als Datengrundlage werden Sequenzen aus zeitlich aufeinanderfolgenden GPR-Bilddaten verwendet. Die Zweidimensionalität der Daten wird durch Nutzung eines mehrkanaligen Bodenradars erreicht, das bei jeder Messung ein Bild aufzeichnet, mit n Bildspalten orthogonal zur Bewegungsrichtung des Sensors. Alternativ lassen sich zweidimensionale GPR-Bilddaten auch durch parallel zueinander angeordnete Messbahnen eines einkanaligen Systems erstellen. Die Anzahl m der Bildzeilen repräsentiert die durch sensorbezogene Parameterfestgelegte Anzahl der Tiefenpunkte, Durch Fortbewegung des Sensors entlang einer Messstrecke entsteht aus p GPR-Bildern ein dreidimensionaler Datenkubus der Größe m x n x p,
Auf Basis der Bilddatensequenz wird zunächst eine so genannte Zero-Offset-Korrektur (Korrektur des Nulldurchgangs des Signals) durchgeführt, die einerseits zum Ziel hat, einen über die Sequenz variierenden Abstand zwischen Sensor und Bodenoberfläche auszugleichen und andererseits eine variierende Bodensignatur zu normieren, Dieser Vorverarbeitungsschrit den weiteren Verarbeitungsschriten vorangestellt, die darauf abzielen, den Hintergrund eines GPR-Bilds in robuster Weise zu schätzen. Die korrigierte Bilddatensequenz ist die Grundlage für die Extraktion von Störobjekten.
Zur Extraktion von Störobjekten als Bildvordergrund kommt die robuste Hauptkomponentenanalyse (Robust Principal Component Analysis, RPCA) zum Einsatz. Diese wurde entwickelt, um die konventionelle und weit verbreitete Hauptkomponentenanalyse (Principal Component Analysis, PCA) gegenüber statistischen Ausreißern innerhalb der Datenpunkte unanfälliger zu gestalten [De la Torre et al., 2001], Im Themengebiet der GPR-Bildverarbeitung wird die RPCA als ein sogenanntes Pre- Screening-Verfahren beschrieben, das zur Detektion von Artefakten verwendet wird
[Masarik et al., 2015], Die Abgrenzung des Störobjekts vom ungestörten Bildhintergrund erfolgt durch Aufteilung der Bildinformation in eine Matrix niederen Rangs und eine schwach besetzte Matrix, Die Matrix niederen Rangs enthält den Bildhintergrund, der sich über das betrachtete Bodenradarbild und die benachbarten Bilder der selben Sequenz wenig verändert. Hierzu zählt auch die Bodensignatur nach Durchführung einer Zero-Offset- Korrektur. Im Gegensatz dazu enthält die schwach besetzte Matrix enthält Informationen über lokale Variationen des Bildinhalts, wie sie durch Störobjekte hervorgerufen werden.
Fig. 4 zeigt eine RPCA-basierte Trennung von Bildvorder- und Bildhintergrund nach Eingabe einer GPR-Datensequenz gemäß einer Ausführungsform.
So ist in Fig. 4 eine RPCA-basierte Trennung in Bildvorder- und -Hintergrund bildlich dargestellt, Entlang der Zeit t sind hier einzelne B-Scans der Datensequenz visualisiert.
In einem darauffolgenden Verarbeitungsschritt wird im Bild manuell das Störobjekt maskiert und dann extrahiert. Die Maske dient dazu, das Störobjekt losgelöst von seiner ursprünglichen Lage im Bild zu verschieben oder zu skalieren (Data Augmentation). Auf diese Weise kann eine weitaus größere Anzahl synthetischer Bodenradarbilder mit
Störobjekten in variierendem Bildhintergrund erstellt werden. Weiterhin ist es möglich, das extrahierte Störobjekt in andere, zum Beispiel störungsfreie GPR-Bilder mit vergleichbarer Statistik des Bildhintergrunds einzusetzen. Der manuell durchzuführende Schrit zur Maskenselektion ist potentiell automatisierbar, beispielsweise durch Anwendung unüberwachter Schwellwert- oder Kantendetektionsverfahren.
Im letzten Verarbeitungsschrit wird im maskierten Bereich für jedes Bildpixel der Mitelwert aus Vorder- oder Hintergrundbild berechnet. Diese Werte werden danach vorzeichengetreu im Ergebnisbild an die entsprechenden Bildkoordinaten eingetragen.
Fig. 5 zeigt eine bildliche Darstellung der zentralen Schritte des in Fig.3 visualisierten Arbeitsablaufs gemäß einer Ausführungsform. Von links nach rechts zeigt Fig. 5 einen ungestörten und einen gestörten B-Scan der eingegebenen Datensequenz nach Anwendung der RPCA vorliegender Bildhinter- und Bildvordergrund, sowie einen Vordergrund mit selektierter Maske; drei exemplarische Ergebnisbilder mit selektiertem Störobjekt, platziert an unterschiedlichen Stellen des B-Scans.
So sind in Fig. 5 die in Fig. 3 gegebenen Arbeitsschritte von links nach rechts bildlich dargestellt. Auf der linken Seite der Fig. 5 sind zwei B-Scans der eingegebenen
Datensequenz zu sehen. Diese repräsentieren einerseits den ungestörten Zustand ohne Störobjekte (links) und andererseits den gestörten Zustand, hier mit zwei Störobjekten (rechts). Die in Fig. 5 mitig dargestellten drei Bilder zeigen den nach Anwendung der RPCA resultierenden Bildhinter- (links), -Vordergrund (Mite) und die Maskenselektion für ein Störobjekt von Interesse (rechts). Auf der rechten Seite der Fig. 5 befinden sich exemplarisch drei Ergebnisbilder nach Platzierung des selektierten Störobjektes an unterschiedlichen Stellen des B-Scans.
Einer der Vorteile der Konzepte gemäß Ausführungsformen, ist die sehr schnelle Vergrößerung des Trainingsdatenbestands unter Einsatz einer geringen Anzahl an GPR- Bilddaten. Dadurch ist eine massive Reduktion des Aufwands bei der Datenakquisition möglich. Voraussetzung für das RPCA-Verfahren ist die Existenz einer ungestörten Sequenz räumlich aufeinanderfolgender Bodenradarbilder (Einschwingvorgang). Als manueller Verarbeitungsschrit verbleibt die Maskenselektion um ein potentielles Störobjekt. Manuell deshalb, da in einem GPR-Bild mehrere Störobjekte unterschiedlichen Typs und Ausprägung enthalten sein können und so eine gezielte Selektion des gewünschten Objekts durchgeführt wird. Alle weiteren Schritte, wie beispielsweise die Skalierung oder die Translationen, erfolgen automatisiert, wodurch eine gute Bedienbarkeit und Nutzerfreundlichkeit der Methode gegeben ist.
Die hier beschriebenen Konzepte sind u.a, darauf ausgelegt, basierend auf Bodenradar- Bilddaten mit relativ geringem Aufwand eine große Anzahl geeigneter Trainingsdaten für Machine Learning Anwendungen zu schaffen.
Obwohl manche Aspekte im Zusammenhang mit einer Vorrichtung beschrieben wurden, versteht es sich, dass diese Aspekte auch eine Beschreibung des entsprechenden Verfahrens darstellen, sodass ein Block oder ein Bauelement einer Vorrichtung auch als ein entsprechender Verfahrensschritt oder als ein Merkmal eines Verfahrensschrittes zu verstehen ist. Analog dazu stellen Aspekte, die im Zusammenhang mit einem oder als ein Verfahrensschrit beschrieben wurden, auch eine Beschreibung eines entsprechenden Blocks oder Details oder Merkmals einer entsprechenden Vorrichtung dar. Einige oder alle der Verfahrensschrite können durch einen Hardware-Apparat (oder unter Verwendung eines Hardware-Apparats), wie zum Beispiel einen Mikroprozessor, einen programmierbaren Computer oder einer elektronischen Schaltung durchgeführt werden. Bei einigen Ausführungsbeispielen können einige oder mehrere der wichtigsten Verfahrensschritte durch einen solchen Apparat ausgeführt werden.
Je nach bestimmten Implementierungsanforderungen können Ausführungsbeispiele der Erfindung in Hardware oder in Software oder zumindest teilweise in Hardware oder zumindest teilweise in Software implementiert sein. Die Implementierung kann unter Verwendung eines digitalen Speichermediums, beispielsweise einer Floppy-Disk, einer DVD, einer BluRay Disc, einer CD, eines ROM, eines PROM, eines EPROM, eines EEPROM oder eines FLASH-Speichers, einer Festplatte oder eines anderen magnetischen oder optischen Speichers durchgeführt werden, auf dem elektronisch lesbare Steuersignale gespeichert sind, die mit einem programmierbaren Computersystem derart Zusammenwirken können oder Zusammenwirken, dass das jeweilige Verfahren durchgeführt wird. Deshalb kann das digitale Speichermedium computerlesbar sein.
Manche Ausführungsbeispiele gemäß der Erfindung umfassen also einen Datenträger, der elektronisch lesbare Steuersignale aufweist, die in der Lage sind, mit einem programmierbaren Computersystem derart zusammenzuwirken, dass eines der hierin beschriebenen Verfahren durchgeführt wird.
Allgemein können Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung als Computerprogrammprodukt mit einem Programmcode implementiert sein, wobei der Programmcode dahin gehend wirksam ist, eines der Verfahren durchzuführen, wenn das Computerprogrammprodukt auf einem Computer abläuft.
Der Programmcode kann beispielsweise auch auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert sein.
Andere Ausführungsbeispiele umfassen das Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren, wobei das Computerprogramm auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert ist. Mit anderen Worten ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens somit ein Computerprogramm, das einen Programmcode zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren aufweist, wenn das Computerprogramm auf einem Computer abläuft.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Verfahren ist somit ein Datenträger (oder ein digitales Speichermedium oder ein computerlesbares Medium), auf dem das Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren aufgezeichnet ist. Der Datenträger oder das digitale Speichermedium oder das computerlesbare Medium sind typischerweise greifbar und/oder nicht flüchtig.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens ist somit em Datenstrom oder eine Sequenz von Signalen, der bzw. die das Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren darstellt bzw. darstellen. Der Datenstrom oder die Sequenz von Signalen kann bzw. können beispielsweise dahin gehend konfiguriert sein, über eine Datenkommunikationsverbindung, beispielsweise über das Internet, transferiert zu werden.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel umfasst eine Verarbeitungseinrichtung, beispielsweise einen Computer oder ein programmierbares Logikbauelement, die dahin gehend konfiguriert oder angepasst ist, eines der hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel umfasst einen Computer, auf dem das Computerprogramm zum Durchführen eines der hierin beschriebenen Verfahren installiert ist.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel gemäß der Erfindung umfasst eine Vorrichtung oder ein System, die bzw. das ausgelegt ist, um ein Computerprogramm zur Durchführung zumindest eines der hierin beschriebenen Verfahren zu einem Empfänger zu übertragen. Die Übertragung kann beispielsweise elektronisch oder optisch erfolgen, Der Empfänger kann beispielsweise ein Computer, ein Mobilgerät, ein Speichergerät oder eine ähnliche Vorrichtung sein. Die Vorrichtung oder das System kann beispielsweise einen Datei-Server zur Übertragung des Computerprogramms zu dem Empfänger umfassen.
Bei manchen Ausführungsbeispielen kann ein programmierbares Logikbauelement (beispielsweise ein feldprogrammierbares Gatterarray, ein FPGA) dazu verwendet werden, manche oder alle Funktionalitäten der hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen. Bei manchen Ausführungsbeispielen kann ein feldprogrammierbares Gaterarray mit einem Mikroprozessor Zusammenwirken, um eines der hierin beschriebenen Verfahren durchzuführen. Allgemein werden die Verfahren bei einigen Ausführungsbeispielen seitens einer beliebigen Hardwarevorrichtung durchgeführt. Diese kann eine universell einsetzbare Hardware wie ein Computerprozessor (CPU) sein oder für das Verfahren spezifische Hardware, wie beispielsweise ein ASIC.
Die oben beschriebenen Ausführungsbeispiele stellen lediglich eine Veranschaulichung der Prinzipien der vorliegenden Erfindung dar. Es versteht sich, dass Modifikationen und Variationen der hierin beschriebenen Anordnungen und Einzelheiten anderen Fachleuten einleuchten werden, Deshalb ist beabsichtigt, dass die Erfindung lediglich durch den Schutzumfang der nachstehenden Patentansprüche und nicht durch die spezifischen
Einzelheiten, die anhand der Beschreibung und der Erläuterung der Ausführungsbeispiele hierin präsentiert wurden, beschränkt sei.
Literatur
De la Torre, F., Black, M, J. (2001); Robust Principal Component Analysis for Computer Vision, Proceedings of International Conference on Computer Vision (ICCV), 8 Selten.
Masarik, M. P,, Burns, J., Thelen, B. T., Kelly, J., Havens, T., C. (2015): GPR Anomaly Detection with Robust Principal Component Analysis, Proceedings of SPIE, Detection and Sensing of Mines, Explosive Objects, and Obscured Targets XX, Bd. 9454, S. 945414-1 - 945414-11.