Berechtigungsmanagement mittels UWB-Tokens
B e s c h r e i b u n g
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise, ein UWB-Token zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise, ein Verfahren zum Prüfen eines abgeleiteten Berechtigungsnachweises sowie ein UWB-Überwachungssystem zum Prüfen eines abgeleiteten Berechtigungsnachweises.
Für eine Überwachung und Kontrolle von Zugangsberechtigungen, etwa an Zugängen zu Gebäuden, werden beispielsweise Zugangskarten bzw. Schlüsselkarten verwendet. Diese Zugangskarten bzw. Schlüsselkarten dienen ihren Nutzern als Nachweis für eine Berechti gung, beispielsweise das entsprechende Gebäude zu betreten. Zu diesem Zweck wird im Zuge einer Personalisierung der Zugangskarten bzw. Schlüsselkarten, etwa durch einen
zentralen technischen Administrator, einmalig ein entsprechender berechtigungsnachweis aufgespielt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren bereitzustellen, welches ein ver bessertes Berechtigungsmanagement schafft.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird jeweils mit den Merkmalen der unab hängigen Patentansprüche gelöst. Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängi gen Patentansprüchen angegeben.
Ausführungsformen umfassen ein Verfahren zum Ausstellen eines abgeleiteten Berechti gungsnachweises unter Verwendung eines ersten UWB-Tokens. Das erste UWB-Token ver fügt über einen in einem Speicher des ersten UWB-Tokens gespeicherten ersten Berechti gungsnachweis, welcher eine erste Zugriffsberechtigung eines dem ersten UWB-Token zu geordneten ersten Nutzers und ferner eine Ausstellberechtigung des ersten Nutzers zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise umfasst. In dem Speicher des ersten UWB- Tokens ist ferner ein erster Identifikator des ersten UWB-Tokens gespeichert.
Das Verfahren umfasst:
• Empfangen einer Ausstellanfrage durch das erste UWB-Token zum Ausstellen eines von dem ersten Berechtigungsnachweis abgeleiteten zweiten Berechtigungsnach weises für einen zweiten Nutzer eines zweiten UWB-Tokens, wobei die Ausstellan frage einen zweiten Identifikator des zweiten UWB-Tokens umfasst,
• Ermitteln von Positionsdaten des ersten UWB-Tokens und des zweiten UWB-Tokens,
• Prüfen durch das erste UWB-Token unter Verwendung der Positionsdaten, ob eine erste Position des ersten UWB-Tokens und zweite Position des zweiten UWB-Tokens ein erstes positionsbezogenes Kriterium erfüllen,
• Ausstellen des abgeleiteten zweiten Berechtigungsnachweises durch das erste UWB-Token, wobei der zweite Berechtigungsnachweis eine zweite aus der ersten Zugriffsberechtigung abgeleitete Zugriffsberechtigung für den zweiten Nutzer des zweiten UWB-Tokens umfasst und den ersten Berechtigungsnachweis identifiziert, wobei eine erste Voraussetzung für das Ausstellen des zweiten Berechtigungsnach weises ist, dass das erste positionsbezogene Kriterium erfüllt ist,
• Senden des zweiten Berechtigungsnachweises durch das erste UWB-Token an das zweite UWB-Token.
Nach Ausführungsformen sind zum Ausstellen des abgeleiteten Berechtigungsnachweises zumindest das erste und das zweite UWB-Token notwendig. Nach Ausführungsformen kön nen ein oder mehrere weitere UWB-Token als Anker, Bestätiger und/oder Mittler des Aus-
stellens anwesend sein. Nach Ausführungsformen wird ein UWB-Überwachungssystem be reitgestellt zur Überwachung der UWB-Token. Dieses UWB-Überwachungssystem kann als übergeordnetes System dienen, welches eine Infrastruktur beispielsweise als Anker, Bestä tiger und/oder Mittler des Ausstellens bereitstellt.
Nach Ausführungsformen legt das erste positionsbezogene Kriterium fest, dass ein Abstand zwischen der ersten und zweiten Position kleiner gleich einem für ein Ausstellen von Be rechtigungsnachweisen zulässigen Maximalabstand ist. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass das für ein Ausstellen von Berechtigungsnachweisen sowohl der aus stellende UWB-Token als auch der den ausgestellten Berechtigungsnachweis empfangende UWB-Token anwesend sein müssen. Somit können Manipulations- und Täuschungsversu che effektiv unterbunden werden. Die Anwesenheit kann beispielsweise durch Austausch von UWB-Signalen zwischen den beiden UWB-Token im Zuge des Ermittelns der Positions daten sichergestellt werden. Beispielsweise wird die Anwesenheit in einem von einem UWB-Überwachungssystem überwachten räumlichen Bereich erfasst, womit sichergestellt werden kann, dass das Ausstellen des Berechtigungsnachweises in einem durch das Über wachungssystem gesicherten Bereich erfolgt. Beispielsweise kann es sich bei dem zulässi gen Maximalabstand um wenige Zentimeter handeln, sodass die beiden UWB-Token für das Ausstellen aufeinander oder nebeneinanderlegt werden müssen, um das entsprechende positionsbezogene Kriterium zu erfüllen. Beispielsweise umfassen das erste und/oder das zweite UWB-Token jeweils eine Ausgabevorrichtung, etwa eine Anzeigenvorrichtung in Form eines Displays, welche basierend auf den ersten und zweiten Positionsdaten den Ab stand zwischen den beiden UWB-Token anzeigt. Insbesondere kann das erste UWB-Token dazu konfiguriert sein anzuzeigen, wann der Abstand zum zweiten UWB-Token den zulässi gen Maximalabstand erreicht und/oder unterschreitet und ein Ausstellen des abgeleiteten Berechtigungsnachweises möglich wird.
Nach Ausführungsformen umfasst das Ermitteln der Positionsdaten ein Bestimmen des Ab stands zwischen der ersten und zweiten Position unter Verwendung einer Laufzeitmessung von UWB-Signalen zwischen dem ersten UWB-Token und dem zweiten UWB-Token.
Nach Ausführungsformen befindet sich das erste UWB-Token in einem räumlichen Bereich, welcher von einem UWB-Überwachungssystem überwacht wird. Das UWB- Überwachungssystem umfasst eine Mehrzahl von UWB-Sensoren, die in dem räumlichen Bereich verteilt angeordnet sind, Die UWB-Sensoren sind für eine Kommunikation mittels UWB konfiguriert. Die Mehrzahl von UWB-Sensoren umfasst eine Mehrzahl von UWB- Lokalisierungssensoren zum Bestimmen von Positionsdaten von UWB-Token innerhalb des räumlichen Bereiches. Das Bestimmen der Positionsdaten erfolgt unter Verwendung einer Laufzeitmessung von UWB-Signalen zwischen den UWB-Lokalisierungssensoren und dem
jeweiligen UWB-Token. Die Positionsdaten umfassen erste Positionsdaten der ersten Posi tion des ersten UWB-Tokens innerhalb des räumlichen Bereichs, welche durch das erste UWB-Token unter Verwendung der UWB-Lokalisierungssensoren des UWB- Überwachungssystems bestimmt werden. Ferner umfassen die Positionsdaten zweite Posi tionsdaten der zweiten Position des zweiten UWB-Tokens innerhalb des räumlichen Be reichs, welche durch das erste UWB-Token unter Verwendung der UWB- Lokalisierungssensoren des UWB-Überwachungssystems empfangen werden.
Nach Ausführungsformen legt das erste positionsbezogene Kriterium fest, dass sich die ers te und zweite Position innerhalb eines vordefinierten Abschnitts des räumlichen Bereichs befinden. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass für ein Ausstellen beide UWB-Token beispielsweise in demselben Raum befinden müssen.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass sie ein dezentrales Berechtigungsma nagement mittels UWB-Tokens ermöglichen. Ein Nutzer, der über einen Berechtigungs nachweis verfügt, welcher ihm neben einer Zugriffsberechtigung eine Berechtigung zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise gewährt, kann für andere Nutzer von UWB-Token abgeleitete Zugriffsberechtigungsnachweise ausstellen. Diese abgeleitete Be rechtigungsnachweise gewähren ihren Nutzern dieselbe Zugriffsberechtigung, welche der zum Ableiten verwendete Berechtigungsnachweis seinem Nutzer gewährt. Falls der abge leitete Berechtigungsnachweis seinem Nutzer überdies ebenfalls eine Ausstellberechtigung zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise gewährt, können so Berechtigungen über Berechtigungsketten verteilt werden. Insbesondere können durch solche Berechti gungsketten hierarchische Strukturen von Rechtezuweisungen implementiert werden. Eine Berechtigungskette, welche einen abgeleiteten Berechtigungsnachweis bereitstellt, umfasst beispielsweise eine Historie der Ableitung. Diese Historie gibt beispielsweise Datum, Zeit und Ursprung des Berechtigungsnachweises bzw. der Ableitung an.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass sie eine Implementierung eines Rechtemanagement unter Verwendung von UWB-Token ermögliche. Beispielsweise kann ein Erstellen, Verteilen oder Entziehen von Rechten basierend auf einem örtlichen Zusam mentreffen mehrere UWB-Token, welche jeweils einem Nutzer zugeordnet sind und somit Identitäten repräsentieren. Auf diese Weise kann eine Weitergabe von Berechtigungen eines in einem Netzwerk registrierten UWB-Token an einen benachbarten UWB-Token oh ne ein Eingreifen einer zentralen Verwaltung erfolgen. Das UWB-Überwachungssystem trägt beispielsweise lediglich zur Lokalisierung, d.h. Positionsbestimmung, der UWB-Token bei. Beispielsweise senden die UWB-Lokalisierungssensoren UWB-Lokalisierungssignale, etwa mit einer Positions- und Zeitangabe des sendenden UWB-Lokalisierungssensors, aus welcher das UWB-Token seine Position triangulieren und ggf. an andere UWB-Token
und/oder das UWB-Überwachungssystem weitergeben kann. Alternativ sendet das UWB- Token ein UWB-Lokalisierungssignal, aus welchem das UWB-Überwachungssystem mittels der UWB-Lokalisierungssensoren die Position des UWB-Tokens triangulieren und ggf. an andere UWB-Token weitergeben kann. Beispielsweise handelt es sich bei der Zugriffsbe rechtigung um ein Zutrittsrecht zum Passieren einer Zutrittskontrolleinrichtung, wie etwa eine Tür, Drehkreuz, Schranke oder Schleuse. Das Erteilen dieses Zutrittsrecht erlaubt dem Nutzer beispielsweise eine unbeaufsichtigte spätere Nutzung dieses Rechtes.
Ein Verwalten von Identitäten, etwa von Personen, Objekte, Daten, findet im Allgemeinen stets in einem definierten Kontext statt. Dieser Kontext kann beispielsweise ein Gebäude oder ein Unternehmen, d.h. ein räumlicher Bereich, sein. Darauf setzen beispielsweise eine Dienste- oder Rechtefreigabe, ebenfalls in diesem Kontext, auf. Da eine Vereinheitlichung notwendig wird, wenn zwei oder mehrere Kontexte migriert werden, kann eine Identität auch zwei oder mehr Identitätsbezeichner haben. Wenn nun eine physische Identität (Per son, Objekt) lokalisierbar ist, etwa durch Lokalisierung eines der entsprechenden Person zugeordneten UWB-Token, können die Identitäten aus mehreren Systemen migriert wer den, da der Kontext „Ort" identisch ist. Da die physische Identität (Person, Objekt) über einen, vom UWB Tag repräsentierten Identitätsbezeichner verfügt, kann dieser auch die entsprechenden oder sogar alle ihn betreffenden Rechte, z.B. in Form von Zertifikaten, mit führen. Andere physische oder logische Identitäten (Daten) können demnach ihre Zertifika te nicht nur von einem zentralen System erhalten, sondern auch von einem anderen UWB Tag, wenn dieser das Recht hat, ein neues Recht, d.h. Zertifikat, zu auszustellen.
Nach Ausführungsformen bilden die abgeleiteten Berechtigungsnachweise Berechtigungs ketten, wobei die abgeleiteten Rechte beispielsweise nur unter der Voraussetzung gültig sind, dass die Berechtigungskette gültig ist. Nach Ausführungsformen setzt eine Gültigkeit der Berechtigungskette voraus, dass die von der Berechtigungskette umfassten abgeleite ten Berechtigungsnachweise gültig sind. Abgeleitete Rechte können beispielsweise dadurch entzogen werden, dass einer der abgeleiteten Berechtigungsnachweise entzogen bzw. re- voziert wird. Dadurch werden beispielsweise alle in der Berechtigungskette nachfolgenden abgeleiteten Berechtigungsnachweise ungültig.
Bei dem Berechtigungsnachweis kann es sich beispielsweise um ein Zertifikat, genauer ge sagt ein Berechtigungszertifikat handeln. Unter einem "Zertifikat" wird hier im Folgenden ein digitales Zertifikat verstanden. Ein Zertifikat ist ein digitaler Datensatz, der bestimmte Eigenschaften von Nutzern oder anderen Objekten bestätigt und dessen Authentizität und Integrität durch kryptografische Verfahren geprüft werden kann. Ein Berechtigungszertifi kat bestätigt eine Berechtigung eines Nutzers, wie etwa eine Zugriffsberechtigung oder Ausstellberechtigung. Das digitale Zertifikat enthält die zu seiner Prüfung erforderlichen
Daten entweder selbst oder ist mit zertifikatsbezogenen Metadaten verknüpft gespeichert, sodass die zu seiner Prüfung erforderlichen Daten aus den Metadaten bezogen werden können. Die Ausstellung des Zertifikats erfolgt vorzugsweise durch eine offizielle Zertifizie rungsstelle, die Certification Authority (CA). Beispielsweise kann das Zertifikat als Zahlen wert ausgebildet sein, welchem in der ID-Datenbank Metadaten zugeordnet sind. Die Ver wendung von Zahlwerten kann vorteilhaft sein, da diese sich gut indexieren lassen und nicht einer Variation durch leicht modifizierte Metadaten unterworfen sind. Vorzugsweise sind die Zugriffs-Zertifikate einzelner Nutzer als Attributzertifikate, insbesondere als Zahl werte ausgebildet. Attributzertifikate enthalten keinen öffentlichen Schlüssel, sondern verweisen auf ein Public-Key-Zertifikat und legen dessen Geltungsbereich genauer fest. Alternativ dazu kann ein Zertifikat auch nach dem Standard X.509 ausgebildet sein, also einen öffentlichen Schlüssel beinhalten und die Identität des Inhabers sowie weitere Eigen schaften des öffentlichen kryptographischen Schlüssels des Zertifikats bestätigen. Ein Zerti fikat kann sich, muss sich aber nicht notwendigerweise auf einen kryptographischen Schlüs sel beziehen, sondern kann allgemein Daten zur Prüfung einer elektronischen Signatur ent halten oder mit diesen Daten verknüpft gespeichert sein.
Ein abgeleiteter Berechtigungsnachweis ist ein Berechtigungsnachweis, dessen Validität von der Validität eines Berechtigungsnachweis abhängt, aus welchem er abgeleitet ist. Bei spielsweise handelt es sich bei einem abgeleiteten Berechtigungsnachweis um ein abgelei tetes Berechtigungszertifikat, dessen Validität von der Validität eines Berechtigungszertifi kats abhängt, von welchem es abgeleitet ist. Beispielsweise ist das abgeleitete Berechti gungszertifikat mit einem Signaturschlüssel signiert, dessen Validität von dem Berechti gungszertifikat bestätigt wird, von welchem das abgeleitete Berechtigungszertifikat abgelei tet ist. Beispielsweise sind einem abgeleiteten Berechtigungsnachweis die gleichen oder reduzierte Rechte zugeordnet im Verhältnis zu den Rechten, welche dem Berechtigungs nachweis zugeordnet sind, aus welchem der abgeleitete Berechtigungsnachweis abgeleitet ist.
Nach Ausführungsformen ist der räumliche Bereich beispielsweise ein zugangsbeschränkter räumlicher Bereich, etwa ein zugangsbeschränkten Sicherheitsbereich. Der zugangsbe schränkte räumliche Bereich ist beispielsweise gegenüber der Umgebung abgegrenzt und bestimmungsgemäß nur über ein oder mehrere Ein- bzw. Ausgänge betretbar. Beispiels weise handelt es sich bei dem zugangsbeschränkten räumlichen Bereich um einen Indoor- Bereich bzw. Innenbereich.
UWB („Ultra Wideband") bezeichnet eine drahtlose Übertragung elektromagnetischer im pulsförmiger Signale über eine Mehrzahl paralleler Funkkanäle mit kleiner Sendeleistungen, z.B. bis maximal 1 mW. Hierbei werden beispielsweise Frequenzbereiche mit einer Band-
breite von mindestens 500 MHz und/oder von mindestens 20 % des arithmetischen Mittel wertes von unterer und oberer Grenzfrequenz des genutzten Frequenzbandes verwendet.
UWB basiert auf einer Erzeugung von Impulsen mit einer möglichst kurzen Pulsdauer, wes halb das über UWB-Antenne abgestrahlt bzw. empfangen Spektrum entsprechend den Ge setzen der Fourier-Transformation umso größer bzw. breiter ist, je kürzer die Pulsdauer ist.
Dabei ist das Produkt aus zeitlicher und spektraler Breite des Impulses konstant. Die gesam te Sendeleistung von wenigen Milliwatt oder weniger wird auf einen so großen Frequenz bereich verteilt, dass für den Funkbetrieb schmalbandiger Übertragungsverfahren keine Störungen zu erwarten sind. Mithin ist es nicht oder nur schwer erkennbar, dass überhaupt eine Übertragung mit UWB stattfindet. Für einen schmalbandigen Empfänger erscheint ein UWB-Signal vielmehr wie ein Rauschen. Mithin wird eine kaum ortbare Kommunikation ermöglicht, welche im gleichen Frequenzbereich wie herkömmliche Übertragungsverfahren eingesetzt werden kann.
UWB verwendet keine feste Trägerfrequenz, welche moduliert wird. Eine Datenübertra gung erfolgt vielmehr beispielsweise basierend auf einer Pulsphasenmodulation bzw. Puls positionsmodulation („Pulse-Position Modulation"/PPM) unter Verwendung einer Mehr zahl von Einzelimpulsen. Weitere Möglichkeit zur Datenübertragung mittels UWB bietet eine Modulation von Polarität und/oder Amplitude der Impulse. Falls sich die Zeitpunkte der Einzelimpulse ausreichend unterscheiden, können mehrere UWB-Übertragungskanäle im gleichen Raumgebiet ohne gegenseitige Störung betrieben werden.
Mit zunehmender Bandbreite steigt die Übertragungskapazität, womit UWB-Systeme bei spielsweise Nutzbitraten bis hin zum GBit/s-Bereich bereitstellen können. Reichweiten von UWB-Übertragungen können beispielsweise im Bereich von einigen wenigen Metern bis hin zu hundert Metern liegen.
Die UWB-Technologie ermöglicht zudem ein Implementieren eines Radarverfahrens unter Verwendung von UWB-Radarsensoren. Dabei wird, wie bei der UWB-Datenübertragung, ein elektromagnetisches Wechselfeld großer Bandbreite generiert, dessen Feldstärken klein sind. Je nach Beschaffenheit von Objekten im Ausbreitungsbereich des elektromagneti schen Wechselfeldes, wird dies das Wechselfeld deformieren. Das resultierende Feld kann von einem UWB-Sensor erfasst werden. Bei Kenntnis sowohl des Ausgangsfeldes als auch das resultierenden Feldes kennt, kann auf die Ursache der erfassten Deformation und mit hin auf die Art und Geometrie des oder der Objekte im Ausbreitungsbereich des elektro magnetischen Wechselfeldes geschlossen werden.
UWB-Radarsensoren arbeiten beispielsweise auf Frequenzen zwischen BO MHz und 12,4 GHz. Je nach Anwendung können beispielsweise Auflösungen von Zentimetern bis hin zu einigen Millimetern bei Arbeitsbandbreiten von 5 GHz erreicht werden.
Bei einem Radarverfahren werden kurze Impulse ausgesandt und mit den von dem oder den Objekten reflektierten Impulsverläufen verglichen. Damit lassen sich geometrische Größen wie beispielsweise Abstand, Dicke, Länge, Position, Körperform, Bewegung und/oder Geschwindigkeit bestimmen. Auch können Gegenstände durch Kleidung und Wände hindurch, detektiert werden. Hierbei werden die Eigenschaften des Ausbreitungs mediums für die elektromagnetischen Felder als bekannt vorausgesetzt.
UWB kann ein Tracking von mobilen Geräten verhindern, da über UWB kommunizierende Geräte, wie etwa UWB-Token, ohne Kenntnis der verwendeten UWB-Kodierung nicht loka lisierbar sind. Ferner stellt die verhältnismäßig kurze Reichweite von UWB sicher, dass ein Tracking und/oder Abhören aus der Ferne effektiv unterbunden werden kann. Zudem bie tet die UWB-Kodierung eine eigenständige, instantane Verschlüsselung der übertragenen Daten, welche damit gegen ein Abhören abgesichert werden. Darüber hinaus weist UWB aufgrund des breiten Frequenzbandes eine hohe Resistenz gegenüber Störsignalen („Jam ming") auf. Aufgrund dieser speziellen, für Sicherheitsapplikationen vorteilhafter techni scher Eigenschaften, kann unter Verwendung von UWB ein Überwachungssystem imple mentiert werden, welches einen hohen Schutz der Prozesse als auch der darin befindlichen bzw. verwendeten Sensordaten, insbesondere aber auch im Zusammenhang mit personen bezogenen Sensordaten von Beteiligten, gewährleisten kann. Insbesondere kann eine hohe Sicherheit der Datenübertragung mittels UWB sichergestellt werden.
Da die UWB-Technik auch höhere Datenraten zulässt, kann es insbesondere vorteilhaft für eine Übertragung von Sensordaten in Form von Videodaten, Tondaten und oder anderen umfangreichen sensorischen Messwerten sein.
Unter einem UWB-Token wird ein Hardwaretoken in Form eines mobilen tragbaren elekt ronischen Geräts verstanden, welches zu einer kabellosen Kommunikation mittels UWB konfiguriert ist. Ein UWB-Token kann zudem zu einer Bestimmung von Positionsdaten an hand einer Laufzeitmessung und Triangulation von UWB-Signalen konfiguriert sein, welche es von Lokalisierungssensoren des UWB-Überwachungssystems empfängt. Beispielsweise kann das UWB-Token als ein Dokument ausgestaltet sein, insbesondere ein Wert- oder Si cherheitsdokument. Unter einem „Dokument" werden papierbasierte und/oder kunststoff basierte Dokumente verstanden, wie zum Beispiel elektronische Ausweisdokumente, ins besondere Reisepässe, Personalausweise, Visa sowie Führerscheine, Fahrzeugscheine, Fahrzeugbriefe, Firmenausweise, Gesundheitskarten oder andere ID-Dokumente sowie
auch Chipkarten, Zahlungsmittel, insbesondere Banknoten, Bankkarten und Kreditkarten, Frachtbriefe oder sonstige Berechtigungsnachweise. In einem Speicher eines solchen Do kuments sind beispielsweise ein oder mehrere Attribute eines dem Dokument zugeordne ten Nutzers oder Gegenstands gespeichert.
Unter einem UWB-Sensor wird ein Sensor oder Anker verstanden, welcher zum Übertragen von erfassten Daten, z.B. Sensordaten, mittels UWB konfiguriert ist. Ferner kann ein UWB- Sensor, wie beispielsweise ein UWB-Radarsensor oder ein UWB-Lokalisierungssensor, dazu konfiguriert Sensordaten mittels UWB zu erfassen. Alternative kann ein UWB-Sensor dazu konfiguriert die Sensordaten mittels eines UWB-unabhängigen Verfahrens, etwa einem optischen, akustischen, chemischen, thermischen, elektromagnetischen und/oder vibrati onsbasierten Verfahren. Nach Ausführungsformen sind die UWB-Sensoren für eine Daten übertragung ausschließlich mittels UWB konfiguriert. Nach Ausführungsformen können ein oder mehrere der UWB-Sensoren zusätzlich zum Übertragen von erfassten Daten mittels einer kabelgebundenen Datenverbindung konfiguriert sein. Nach Ausführungsformen ist ein Teil der UWB-Sensoren des UWB-Überwachungssystems zum Übertragen von erfassten Daten mittels einer kabelgebundenen Datenverbindung konfiguriert. Nach Ausführungs formen sind alle der UWB-Sensoren des UWB-Überwachungssystems zum Übertragen von erfassten Daten mittels einer kabelgebundenen Datenverbindung konfiguriert.
Unter Sensordaten werden mittels eines der UWB-Sensoren erfasste Daten verstanden, d.h. beispielsweise optische, akustische, chemische, thermische, elektromagnetische und/oder vibrationsbasierte Daten. Die Sensordaten werden von den erfassenden UWB- Sensoren innerhalb des UWB-Überwachungssystems mittels UWB übertragen. Nach Aus führungsformen können ein oder mehrere der UWB-Sensoren zusätzlich zum Übertragen von erfassten Daten mittels einer kabelgebundenen Datenverbindung konfiguriert sein. Bei den Sensordaten kann es sich ferner um Daten handeln, welche von den UWB-Sensoren mittels UWB erfasst wurden. Beispielsweise handelt es sich bei den Sensordaten um Sens ordaten eines UWB-Radarsensors oder eines UWB-Lokalisierungssensors.
Nach Ausführungsformen gewährt die zweite Zugriffsberechtigung dem zweiten Nutzer dieselben Zugriffsrechte, welche die erste Zugriffsberechtigung dem ersten Nutzer gewährt. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass der erste Nutzer so seine Zugriffsrech te an andere Nutzer weitergeben bzw. diese daran teilhaben lassen kann. Bei der Zugriffs berechtigung kann es sich beispielsweise um eine Zugangsberechtigung zu einem Abschnitt eines räumlichen Bereichs, wie etwa einem Raum handeln. Ein solcher Raum kann bei spielsweise als Aufenthalts- und/oder Besprechungsraum für eine Nutzung durch eine Mehrzahl von Nutzern vorgesehen sein, welchen auf diese Weise jeweils ein Zugangsrecht gewährt werden kann. Bei einem solchen Raum kann es sich aber auch um einen Raum
handeln, dessen Nutzung dem ersten Nutzer Vorbehalten ist, wie etwa ein Büro oder ein privates Aufenthaltszimmer. Dem ersten Nutzer wird so ermöglicht anderen Nutzern eben falls ein Zugangsrecht zu gewähren. Ferner kann es sich bei den Zugriffsrechten um Zugriff rechte auf elektronische Infrastruktur, etwa in Form von Nutzungsrechten, oder auf digitale Dateien handeln. Die Zugriffrechte können beispielsweise festlegen, in welcher Form und Umfang die elektronische Infrastruktur, wie etwa Computersysteme genutzt werden dür fen, bzw. welche Aktionen der Nutzer an diesen ausführen darf. Beispielsweise können die Zugriffsrechte festlegen, auf welche Dateien ein Nutzer zugreifen darf und welche Aktionen er ausführen darf. So kann ihm das Zugriffsrecht beispielweise ein Lesezugriffsrecht, ein Schreibzugriffsrecht und/oder ein Indexzugriffsrecht gewähren. Ein Lesezugriffsrecht auf eine erlaubt es einem Nutzer die entsprechende Datei zu lesen, ein Schreibzugriffsrecht auf eine Datei erlaubt es dem Nutzer in der Datei zu schreiben, d.h. die zu verändern, ein In dexzugriffsrecht auf einen Index erlaubt es einem Nutzer den entsprechenden Index zu durchsuchen. Ein solches Indexzugriffsrecht erlaubt es einem Nutzer beispielsweise einen Index nach indizierten Bergriffen zu durchsuchen, er erhält jedoch keinen Zugriff auf die zugrundeliegenden Dateien. Somit erhält der Nutzer vielmehr statistische Ergebnisse ob und/oder wie oft ein Begriff in den entsprechen Dateien vorkommt. Anhand dieser statisti schen Ergebnisse kann der Nutzer jedoch beispielsweise nicht ablesen, in welchen Dateien und/oder in welchem Kontext die entsprechenden Begriffe auftauchen.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass anderen Nutzern nur solche Rechte gewährt werden können, welche dem gewährenden Nutzer zuvor selbst gewährt wurden. Rechte können somit nur innerhalb des eigenen Kompetenzbereichs gewährt werden.
Nach Ausführungsformen gewährt die zweite Zugriffsberechtigung dem zweiten Nutzer Zugriffrechte, welche im Verhältnis zu den Zugriffsrechten, die die erste Zugriffsberechti gung dem ersten Nutzer gewährt, reduziert sind. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass der erste Nutzer für den zweiten Nutzer einen zweiten Berechtigungsnachweis mit reduzierten Zugriffsrechten ableiten kann. Der erste Nutzer muss dem zweiten Nutzer mithin nicht dieselben Zugriffsrechte gewähren, welche er selbst besitzt. Beispielsweise können die Zugriffsrechte des ersten Nutzers Zugangsrechte zu einer Mehrzahl von Räumen umfassen, von denen der erste Nutzer ein oder mehr Räume individuell auswählt, zu wel chen er dem zweiten Nutzer Zugangsrechte gewährt. Beispielsweise kann der erste Nutzer dem zweiten Nutzer beschränkte Zugriffrechte auf einen Teilbereich einer elektronischen Infrastruktur, wie etwa ein Computersystem, gewähren, auf die der erste Nutzer Zugriffs rechte besitzt. Beispielsweise besitzt der erste Nutzer Lese-, Schreib- und Indexzugriffsrech te für eine digitale Datei und kann dem zweiten Nutzer Lese- und/oder Indexzugriffsrechte auf diese Datei gewähren. Der zweite Nutzer kann die Datei mithin lesen und/oder stati-
sches Indexsuchen unter Berücksichtigung des Inhalts der entsprechenden Datei ausführen. Verändern kann der zweite Nutzer die entsprechende Datei aber nicht.
Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungsnachweis zum Identifizieren des ersten Berechtigungsnachweises den ersten Berechtigungsnachweis. Ausführungsfor men können den Vorteil haben, dass aus dem zweite Berechtigungsnachweis der zugrunde liegende Berechtigungsnachweis, aus welchem dieser abgeleitet ist, entnehmbar ist. Somit kann im Falle einer Mehrzahl von sukzessiven Ableitungen der resultierende Berechti gungsnachweis eine Ableitungskette aller vorangehender Berechtigungsnachweise umfas sen. Mithin kann anhand eines entsprechenden Berechtigungsnachweises nachvollzogen werden, über welche Nutzer ausgehende von einem Ursprungsnutzer, etwa einem Rootadministrator eines elektronischen Systems oder einem Autor einer digitalen Datei, ein vorliegender Berechtigungsnachweis abgeleitet wurde. Somit kann ausgehen von einem Ursprungsnutzer ein sich verzweigende hierarchische Berechtigungsstruktur entstehen. Beispielsweise weist jeder Nutzer dieser Berechtigungsstruktur als seinen individuellen Be rechtigungsnachweis eine Ableitungskette von Berechtigungsnachweisen ausgehend von dem Ursprungsnutzer bis zu sich vor. Nach Ausführungsformen können ein oder mehrere Berechtigungsnachweise von zwei Nutzer unter Verwendung zweier UWB-Token für einen dritten Nutzer bzw. dessen UWB-Token ausgestellt werden.
Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungsnachweis eine Signatur des ersten Nutzers. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass anhand der Signatur die Validität des Berechtigungsnachweises geprüft werden kann. Beispielsweise signiert der erste Nutzer mit einem ihm zugeordneten Signaturschlüssel, welcher etwa in einem ge schützten Speicherbereich des ersten UWB-Tokens gespeichert ist, die dem zweiten Nutzer gewährten Berechtigungen. Dies kann eine Zugriffsberechtigung und/oder eine Ausstellbe rechtigung sein. Ferner können der zweite Identifikator des zweiten UWB-Tokens und/oder der erste Berechtigungsnachweis signiert werden.
Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungsnachweis die ersten Positions daten des ersten UWB-Tokens. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass Aus stellungsort als Validitätskriterium des abgeleiteten Berechtigungsnachweises berücksich tigt und nachprüfbar wird. Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungs nachweis ferner die zweiten Positionsdaten des zweiten UWB-Tokens.
Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungsnachweis keine Ausstellberech tigung des zweiten Nutzers zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise. Ausfüh rungsformen können den Vorteil haben, dass dem zweiten Nutzer Rechte zugeteilt werden
können, ohne dass dieser die entsprechenden Rechte weitergeben kann. Die Verfügungs hoheit über die erteilten Rechte verbleibt somit bei dem erteilenden ersten Nutzer.
Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungsnachweis eine Ausstellberech tigung des zweiten Nutzers zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise. Ausfüh rungsformen können den Vorteil haben, dass dem zweiten Nutzer selbst das Recht gewährt wird Berechtigungsnachweise abzuteilen und somit anderen Nutzern basierend auf seinem eigenen Zugriffsrecht ebenfalls identische oder reduzierte Zugriffsrecht zu gewähren.
Nach Ausführungsformen ist eine zweite Voraussetzung für das Ausstellen des zweiten Be rechtigungsnachweises eine Zustimmungsbestätigung des ersten Nutzers des ersten UWB- Tokens. Das Verfahren umfasst ferner:
• Anzeigen einer Zustimmungsanfrage auf einer Ausgabevorrichtung einer Nutzer schnittstelle des ersten UWB-Tokens,
• Empfangen der Zustimmungsbestätigung des ersten Nutzers über eine Eingabevor richtung des Nutzerschnittstelle des ersten UWB-Tokens.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass eine bewusste Zustimmung des ersten Nutzers zu dem Ausstellen des zweiten Berechtigungsnachweises notwendig ist. Mithin können Täuschungsversuche beim Ausstellen des zweiten Berechtigungsnachweises effek tiv unterbunden werden. Beispielsweise Umfasst die Zustimmungsanfrage Angeben zu der Zugriffsberechtigung und ggf. der Ausstellberechtigung, welche erteilt werden sollen. Fer ner kann die Zustimmungsanfrage den Identifikator des zweiten UWB-Tokens und/oder weitere Angaben zu dem zweiten Nutzer umfassen. Die Zustimmungsanfrage wird bei spielsweise auf einer Ausgabevorrichtung, wie etwa einem Display des ersten UWB-Tokens, angezeigt. Die Zustimmungsbestätigung wird beispielsweise über eine Eingabevorrichtung in Form eines Touchdisplays, einer Tastatur, eines Tasters oder Positionieren des ersten UWB-Tokens, etwa einem Auflegen auf das zweite UWB-Token, empfangen.
Nach Ausführungsformen ist eine dritte Voraussetzung für das Ausstellen des zweiten Be rechtigungsnachweises ein erfolgreiches Authentifizieren des ersten Nutzers durch das ers te UWB-Token. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass das Ausstellen tatsäch lich von dem ersten Nutzer und/oder mit seiner Zustimmung vorgenommen wird. Nach Ausführungsformen umfasst das erste UWB-Token einen Authentifizierungssensor zum Erfassen von Authentifizierungsdaten des ersten Nutzers. Ferner besitzt das erste UWB- Token Zugriff auf einen Referenzwert für die Authentifizierungsdaten des Nutzers zum Vali dieren der erfassten Authentifizierungsdaten. Voraussetzung für eine erfolgreiche Authen- tifizierung ist beispielsweise eine ausreichende Übereinstimmung der erfassten Authentifi zierungsdaten mit dem entsprechenden Referenzwert. Nach Ausführungsformen ist der
Referenzwert in einem Speicher des UWB-Tokens gespeichert. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass der Referenzwert nur lokal auf dem UWB-Token gespeichert wird und somit in der Verfügungshoheit des zugeordneten Nutzers verbleibt. Beispielsweise ist der Referenzwert in einem in einem geschützten Speicherbereich des Speichers des mobi len tragbaren UWB-Tokens gespeichert. Unter einem „geschützten Speicherbereich" wird hier ein Bereich eines elektronischen Speichers verstanden, auf den ein Zugriff, beispiels weise ein Lesezugriff oder ein Schreibzugriff, ausschließlich über einen mit dem Speicher gekoppelten Prozessor möglich. Der mit dem Speicher gekoppelten Prozessor ermöglicht einen Zugriff auf geschützten Speicherbereich beispielsweise nur dann, wenn eine hierfür erforderliche Bedingung erfüllt ist. Bei dieser Bedingung kann es sich zum Beispiel um eine kryptografische Bedingung, insbesondere eine erfolgreiche Authentisierung und/oder eine erfolgreiche Berechtigungsprüfung, handeln. Beispielsweise ist ein Zugriff auf bestimmte kryptographische Programme und/oder Dienstanwendungen beschränkt.
Nach Ausführungsformen ist der Referenzwert in verschlüsselter Form in dem Speicher des UWB-Tokens gespeichert. Nach Ausführungsformen wird der verschlüsselte Referenzwert zum Validieren der erfassten Authentifizierungsdaten entschlüsselt. Nach Ausführungsfor men werden die erfassten Authentifizierungsdaten verschlüsselt zum Validieren unter Ver wendung des verschlüsselten Referenzwerts.
Nach Ausführungsformen umfassen die Authentifizierungsdaten biometrische Daten des Nutzers, welche unter Verwendung eines biometrischen Sensors erfasst werden. Biometri sche Daten können beispielsweise umfassen: DNA-Daten, Fingerabdruckdaten, Körpergeo- metriedaten/Anthropometriedaten, wie etwa Gesichts-, Hand-, Ohrgeometriedaten, Hand linienstrukturdaten, Venenstrukturdaten, wie etwa Handvenenstrukturdaten, Irisdaten, Retinadaten, Stimmerkennungsdaten, Nagelbettmuster, Zahnmusterdaten.
Nach Ausführungsformen umfassen die Authentifizierungsdaten verhaltensbasierte Daten des Nutzers. Verhaltensbasiert Daten sind Daten, welche auf einem intrinsischen Verhalten des Nutzers beruhen und können beispielsweise umfassen: Bewegungsmuster, Gangmus ter, Arm-, Hand-, Fingerbewegungsmuster, Lippenbewegungsmuster. Ein Verwenden von verhaltensbasierten Daten zum Authentifizieren des Nutzers kann den Vorteil haben, dass der Nutzer zum Zwecke des Authentifizierens sein übliches, für ihn charakteristisches Ver halten fortsetzen kann, ohne dass für ihn untypische zusätzliche Handlungen notwendig sind. Insbesondere muss der Nutzer sein übliches Verhalten nicht unterbrechen.
Zum Erfassen der verhaltensbasierten Daten wird ein Sensor zum Erfassen verhaltensba sierter Daten verwendet. Bei den verhaltensbasierten Daten handelt es sich beispielsweise um Bewegungsdaten, welche unter Verwendung eines als Bewegungssensor konfigurierten
Authentifizierungssensor erfasst werden. Der Bewegungssensor kann beispielsweise einen Beschleunigungssensor umfassen. Eine Bewegung kann beispielsweise durch Integration über Beschleunigungsmesswerte, welche der Beschleunigungssensor erfasst, berechnet werden. Der Bewegungssensor kann beispielsweise zudem seine Lage im Raum und/oder Veränderungen der Lage detektieren. Beispielsweise umfasst der Bewegungssensor ein Gyroskop. Bei den durch den Bewegungssensor erfassten Bewegungsdaten handelt es sich beispielsweise um Beschleunigungs-, Neigungs- und/oder Positionsdaten.
Bei erfassten Bewegungsdaten handelt es sich beispielsweise um Daten von Bewegungen des UWB-Tokens, welche dadurch verursacht werden, dass der Nutzer das UWB-Token mit sich führt, beispielsweise am Körper trägt. Durch die charakteristischen Bewegungen des Nutzers wird das UWB-Token in einer für den Nutzer charakteristischer Weise mitbewegt. Dies ist selbst dann der Fall, wenn der Nutzer nicht aktive mit dem UWB-Token interagiert, z.B. keine Benutzerschnittstelle des UWB-Tokens, wie etwa eine Taste, eine Tastatur, einen Touchscreen, ein Mikrophon, nutzt.
Nach Ausführungsformen umfasst das UWB-Token ein Klassifikationsmodul, welches zum Erkennen eines oder mehrerer generischer Bewegungsmuster unter Verwendung von Be wegungsdaten konfiguriert ist. Bei den Bewegungsmustern kann es sich beispielweise um grob- und/oder feinmotorische Bewegungen des UWB-Tokens handeln, wie sie für eine Nutzung des UWB-Tokens, etwa ein Mitführen und/oder Tragen am Körper, durch einen individuellen Nutzer charakteristisch sind. Beispielsweise ist das Klassifikationsmodul zum Erkennen der generischen Bewegungsmuster unter Verwendung von Trainingsdatensätzen mit Bewegungsdaten einer Nutzerkohorte vortrainiert.
Nach Ausführungsformen wird der Nutzer im Zuge einer Einlernphase als Nutzer des UWB- Tokens registriert. Nach Ausführungsformen umfasst die Einlernphase ein Erfassen von Be wegungsdaten des Nutzers durch einen Authentifizierungssensor in Form eines Bewe gungssensors des UWB-Tokens und Extrahieren von ein oder mehreren für den zu registrie renden Nutzer charakteristischen Referenzwerten.
Nach Ausführungsformen umfasst ein verhaltensbasiertes Authentifizieren eines Nutzers unter Verwendung des UWB-Tokens die folgenden Schritte:
• Erfassen von Bewegungsdaten durch einen Authentifizierungssensor in Form eines Bewegungssensors des UWB-Tokens,
• Eingeben der erfassten Bewegungsdaten in das Klassifikationsmodul,
• Generieren eines Klassifikationsergebnisses durch das Klassifikationsmodul, ob der aktuelle Nutzer ein in dem UWB-Token registrierte Nutzer ist,
• Erzeugen eines Authentifizierungssignals, falls das Klassifikationsergebnis ein Prü fungskriterium erfüllt, wobei das Authentifizierungssignal eine erfolgreiche Authen- tifizierung des aktuellen Nutzers signalisiert.
Das Prüfkriterium kann beispielsweise umfassen, dass eine ausreichen hohe Übereinstim mung zwischen den erfassten Bewegungsdaten und einem oder mehreren für den re gistrierten Nutzer hinterlegten Referenzwerten vorliegt. Ferner kann das Prüfkriterium um fassen, dass die erfassten Bewegungsdaten und/oder die verwendeten ein oder mehreren Referenzwerte ein maximales Alter nicht überschreiten.
Nach Ausführungsformen werden die vorgenannten Schritte des Erfassens der Bewegungs daten, des Eingebens der Bewegungsdaten und des Generierens des Klassifikationsergeb nisses wiederholt nacheinander ausgeführt. Ferner wird zusätzliche zum Schritt des Gene rierens des Klassifikationsergebnisse jeweils der Schritt ausgeführt:
• Speichern des Klassifikationsergebnisses in dem Speicher des UWB-Tokens.
Das Erzeugen eines Authentifizierungssignals umfasst beispielsweise: auf eine Authentifizierungsanfrage hin, Zugreifen auf den Speicher des UWB-Tokens zum Auslesen des gespeicherten Klassifikationsergebnisses, beispielsweise des zuletzt ge speicherten Klassifikationsergebnisses,
Auslesen und Auswerten des Klassifikationsergebnisses gemäß dem Prüfungskriterium.
Nach Ausführungsformen können erfasste Bewegungsdaten im Falle einer erfolgreichen Authentifizierung des Nutzers zum Anpassen und/oder Verbessern der für den entspre chenden Nutzer hinterlegten Referenzwerte verwendet werden.
Nach Ausführungsformen ist die Authentifizierung wissensbasiert. Beispielsweise umfassen die Authentifizierungsdaten ein persönliches Passwort des Nutzers. Bei dem Passwort kann es sich beispielsweise um eine alphanumerische Zeichenfolge handeln.
Nach Ausführungsformen ist die Authentifizierung besitzbasiert. Nach Ausführungsformen umfassen die Authentifizierungsdaten signierte Daten eines oder mehrere weiterer dem Nutzer zugeordneter elektronischer Geräte, insbesondere mobile tragbare elektronische Geräte. Bei den entsprechenden elektronischen Geräten handelt es sich beispielsweise um Smart Devices, welche der Nutzer mit sich führt, etwa wie Smartphone, Smartwatch, Smartglasses, Phablets, Tablets, Smart band, Smart Keychain, Smartcard etc. Diese elektro nischen Geräte senden ein reichweitenbeschränktes Signal, welches ihre Anwesenheit sig nalisiert. Beispielsweise umfasst das Signal eine ID des entsprechenden elektronischen Ge rätes. Beispielsweise ist das Signal mit einem kryptographischen Signaturschlüssel des ent-
sprechenden elektronischen Gerätes signiert. Bei dem Signal kann es sich beispielsweise um ein Bluetooth oder ein UWB-Signal handeln. Im Falle einer Nutzung eines UWB-Signals, handelt es sich bei der Mehrzahl von elektronischen Geräten um eine Mehrzahl von UWB- Token. Für ein erfolgreiches Authentifizieren des Nutzers kann es notwendig sein, dass die ser eine bestimmte Anzahl an ihm zugeordneten elektronischen Geräten mit sich führt. Ein elektronisches Gerät mag gestohlen werden, je höher jedoch die Anzahl der für das erfolg reiche Authentifizieren notwendigen elektronischen Geräten ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese von einem anderen Nutzer als dem registrierten Nutzer mit geführt werden, beispielsweise infolge eines Diebstahls.
Nach Ausführungsformen werden durch die Zugriffberechtigung Zugangsrechte zu und/oder Aufenthaltsrechte in dem räumlichen Bereich des dem UWB-Token zugeordneten Nutzer nachgewiesen.
Nach Ausführungsformen ist eine vierte Voraussetzung für das Ausstellen des zweiten Be rechtigungsnachweises ein Empfangen einer Authentifizierungsbestätigung eines erfolgrei chen Authentifizierens des zweiten Nutzers durch den zweiten UWB-Token. Ausführungs formen können den Vorteil haben, dass somit sichergestellt werden kann, dass sich das zweite UWB-Token im Zuge des Ausstellens des zweiten Berechtigungsnachweises in der Verfügungsgewalt des zweiten Nutzers befindet. Somit kann davon ausgegangen werden, dass der zweite Nutzer dem Ausstellen des zweiten Berechtigungsnachweises zumindest implizit zugestimmt hat bzw. zustimmt. Nach Ausführungsformen umfasst das zweite UWB- Token ebenfalls einen Authentifizierungssensor zum Erfassen von Authentifizierungsdaten des zweiten Nutzers. Die Authentifizierung kann dabei in gleicher Weise wie im Falle des ersten UWB-Tokens erfolgen, d.h. das zweite UWB-Token in gleicher Weise für eine Nut- zerauthentifizierung konfiguriert sein.
Nach Ausführungsformen wird die Ausstellungsanfrage von dem zweiten UWB-Token ge sendet. Nach Ausführungsformen umfasst die Ausstellungsanfrage die Authentifizierungs bestätigung eines erfolgreichen Authentifizierens des zweiten Nutzers durch den zweiten UWB-Token. Nach Ausführungsformen umfasst die Ausstellungsanfrage ferner eine Zu stimmungsbestätigung des zweiten Nutzers des zweiten UWB-Tokens zur Ausstellunganfra ge und mithin zum Ausstellen des zweiten Berechtigungsnachweises.
Nach Ausführungsformen ist eine fünfte Voraussetzung für das Ausstellen des zweiten Be rechtigungsnachweises eine Ausstellbestätigung eines dritten UWB-Tokens. Das Verfahren umfasst ferner:
• Empfangen der Ausstellbestätigung des dritten UWB-Tokens durch das erste UWB- Token, wobei die Ausstellbestätigung des dritten UWB-Tokens einen dritten Berechti-
gungsnachweis eines dem dritten UWB-Token zugeordneten dritten Nutzers umfasst, wobei der dritte Berechtigungsnachweis eine dritte Zugriffsberechtigung und eine Aus stellberechtigung des dritten Nutzers zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnach weise umfasst,
• Ermitteln dritter Positionsdaten einer dritten Position des dritten UWB-Tokens durch das erste UWB-Token,
• Prüfen durch das erste UWB-Token unter Verwendung der ersten und dritten Positi onsdaten, ob die erste und dritte Position ein zweites positionsbezogenes Kriterium er füllen, wobei eine sechste Voraussetzung für das Ausstellen des zweiten Berechtigungsnach weises ein erfüllen des zweiten positionsbezogenen Kriteriums ist, wobei der zweite Berechtigungsnachweis den dritten Berechtigungsnachweis identifi ziert.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass für ein Ausstellen des abgeleiteten Berechtigungsnachweis eine Bestätigung bzw. Zustimmung eines oder mehrerer weiterer Nutzer erfordert. Somit kann ein höheres Maß an Sicherheit in Form eines 4-Augen - Prinzips implementiert werden. Dies kann insbesondere dann von vorteilsein, wenn es sich bei der Zugriffberechtigung des abgeleiteten Berechtigungsnachweises um eine Zugriffsbe rechtigung auf sicherheitsrelevante Infrastruktur und/oder Daten handelt. Durch das Prü fen der Positionsdaten kann ferner sichergestellt werden, dass der dritte Nutzer bei dem Ausstellen tatsächlich zugegen ist.
Nach Ausführungsformen gewährt die dritte Zugriffsberechtigung dem dritten Nutzer im Verhältnis zu der auszustellenden zweiten Zugriffsberechtigung dieselben oder weiterrei chende Zugriffsrechte. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass der dritte Nut zer zumindest dieselben oder weitreichendere Zugriffsrechte wie die, welche dem zweiten Nutzer durch den abgeleiteten Berechtigungsnachweis erteilt werden, besitzen muss. Somit können von einem Nutzer nur Zugriffsrechte erteilt werden, welche dieser auch selbst be sitzt.
Nach Ausführungsformen legt das zweite positionsbezogene Kriterium fest, dass ein Ab stand zwischen der ersten und dritten Position kleiner gleich einem für ein Ausstellen von Berechtigungsnachweisen zulässigen Maximalabstand ist.
Nach Ausführungsformen umfasst das Ermitteln der dritten Positionsdaten ein Bestimmen des Abstands zwischen der ersten und dritten Position unter Verwendung einer Laufzeit messung von UWB-Signalen zwischen dem ersten UWB-Token und dem dritten UWB- Token.
Nach Ausführungsformen sind die dritten Positionsdaten Positionsdaten der dritten Positi on des dritten UWB-Tokens innerhalb des räumlichen Bereichs, welche durch das erste UWB-Token empfangen werden und unter Verwendung der UWB-Lokalisierungssensoren des UWB-Überwachungssystems erfasst wurden
Nach Ausführungsformen legt das zweite positionsbezogene Kriterium fest, dass sich die erste und dritte Position innerhalb des vordefinierten Abschnitts des räumlichen Bereichs befinden. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass sichergestellt werden kann, dass sich der dritte UWB-Token bei Ausstellen in der Nähe, beispielsweise in der unmittel baren Nähe, wie etwa innerhalb eines Maximalabstands von einem Meter von dem ersten UWB-Token, oder in demselben Raum wie der erste UWB-Token befindet.
Nach Ausführungsformen ist eine siebte Voraussetzung für das Ausstellen des zweiten Be rechtigungsnachweises ein Empfangen einer Authentifizierungsbestätigung eines erfolgrei chen Authentifizierens des dritten Nutzers durch das zweite UWB-Token. Ausführungsfor men können den Vorteil haben, dass somit sichergestellt werden kann, dass sich das dritte UWB-Token im Zuge des Ausstellens des zweiten Berechtigungsnachweises in der Verfü gungsgewalt des dritten Nutzers befindet. Somit kann davon ausgegangen werden, dass der dritte Nutzer einem Erstellen und Senden der empfangenen Ausstellbestätigung implizit zugestimmt hat. Nach Ausführungsformen umfasst das dritte UWB-Token ebenfalls einen Authentifizierungssensor zum Erfassen von Authentifizierungsdaten des dritten Nutzers.
Die Authentifizierung kann dabei in gleicher Weise wie im Falle des ersten UWB-Tokens erfolgen, d.h. das zweite UWB-Token in gleicher Weise für eine Nutzerauthentifizierung konfiguriert sein.
Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungsnachweis zum Identifizieren des dritten Berechtigungsnachweises den dritten Berechtigungsnachweis. Ausführungsfor men können den Vorteil haben, dass aus dem zweite Berechtigungsnachweis die zugrunde liegende Berechtigungsnachweise, aus welchen dieser abgeleitet ist, entnehmbar sind. So mit kann im Falle einer Mehrzahl von sukzessiven Ableitungen der resultierende Berechti gungsnachweis mehrere Ableitungskette aller vorangehender Berechtigungsnachweise um fassen, welche denjenigen Nutzern zugeordnet sind, die den abgeleiteten Berechtigungs nachweis erteilen bzw. die entsprechende Zugriffsberechtigung gewähren.
Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungsnachweis eine Signatur des dritten Nutzers. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass anhand der Signatur die Validität des Berechtigungsnachweises geprüft werden kann. Beispielsweise signiert der dritte Nutzer mit einem ihm zugeordneten Signaturschlüssel, welcher etwa in einem ge-
schützten Speicherbereich des ersten UWB-Tokens gespeichert ist, die dem zweiten Nutzer gewährten Berechtigungen. Dies kann eine Zugriffsberechtigung und/oder eine Ausstellbe rechtigung sein. Ferner können der dritte Identifikator des dritten UWB-Tokens und/oder der dritte Berechtigungsnachweis signiert werden. Nach Ausführungsformen wird ein von dem dritten UWB-Token bereitgestellter kryptographischer Schlüssel, welcher dem dritten UWB-Token zugeordnet ist, mit einem kryptographischen Schlüssel des ersten UWB-Tokens kombiniert und der resultierende Schlüssel als Signaturschlüssel zum Signieren des zweite Berechtigungsnachweises verwendet.
Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungsnachweis die dritten Positions daten des dritten UWB-Tokens. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass Aus stellungsort bzw. die Anwesenheit der Austeller, inklusive des dritten Nutzers, als Validi tätskriterium des abgeleiteten Berechtigungsnachweises berücksichtigt und nachprüfbar wird.
Nach Ausführungsformen wird die Ausstellbestätigung des dritten UWB-Tokens in Antwort auf ein Senden einer Anfrage zum Bestätigen des Ausstellens durch das erste UWB-Token an das dritte UWB-Token empfangen. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass das zweite UWB-Token die Teilnahme des dritten UWB. -Tokens an dem Ausstellungspro zess initiieren kann.
Nach Ausführungsformen umfasst das Verfahren ferner:
• ein Empfangen einer Liste von dem UWB-Überwachungssystem durch das erste UWB-Token, wobei die Liste ein oder mehrere UWB-Token identifiziert, welche sich innerhalb eines vordefinierten Abstands von dem ersten UWB-Token befinden und über einen Berechtigungsnachweis mit einer Zugriffsberechtigung, welche dem ent sprechenden Nutzer im Verhältnis zu der auszustellenden zweiten Zugriffsberechti gung dieselben oder weiterreichende Zugriffsrechte gewährt, und einer Ausstellbe rechtigung zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise verfügen,
• Auswählen des dritten UWB-Tokens durch das erste UWB-Token aus der Liste.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass dem zweiten UWB-Token für ein Aus stellen des zweiten Berechtigungsnachweises mitgeteilt wird, falls weitere bzw. welche weiteren UWB-Token für das Ausstellen des zweiten Berechtigungsnachweises zur Verfü gung stehen und die notwendigen Voraussetzungen für einen Beitrag zum Ausstellen vor weisen.
Nach Ausführungsformen umfasst der zweite Berechtigungsnachweis eine oder mehrere der folgenden Begrenzungen seiner Gültigkeit: eine zeitliche Gültigkeitsbegrenzung, eine
örtliche Gültigkeitsbegrenzung, eine Begrenzung der maximalen Anzahl von Nutzungen des zweiten Berechtigungsnachweises zum Nachweis der zweiten Zugriffsberechtigung, ein Bestätigungserfordernis zur Bestätigung des zweiten Zugriffsrechts durch ein weiteres UWB-Token.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass die Gültigkeit der abgeleiteten Berech tigungsnachweise effizient begrenzt werden kann. Beispielsweise kann ein Gültigkeitszeit raum festgelegt werden, an dessen Ende der Berechtigungsnachweise erneuert bzw. er setzt werden muss. Die Gültigkeit kann örtlich begrenzt werden, d.h. der Berechtigungs nachweise kann nur an bestimmten Orten eingesetzt werden. Dies kann beispielsweise mittels des UWB-Überwachungssystems überwacht werden. Ferner kann die maximale Anzahl von Nutzungen des Berechtigungsnachweises durch einen Zähler, beispielsweise des UWB-Überwachungssystems, begrenzt werden. Zudem oder alternativ kann für einen Nut zung des abgeleiteten Berechtigungsnachweises eine Zustimmung eines weiteren, anwe senden UWB-Tokens notwendig sein. Dies kann sowohl für eine Nutzung einer Zugriffsbe rechtigung als auch einer Ausstellberechtigung des abgeleiteten Berechtigungsnachweises gelten.
Eine Herausforderung kann darin, eine erteilte Berechtigung wieder zurückzuziehen oder ungültig zu setzen. Dies kann wie zuvor beschrieben eine Frist, etwa einen Ablaufzeitpunkt des eines Zertifikates oder Rechtes, eine Gültigkeitseinschränkung, etwa eine maximale Anzahl der Nutzungen des Zertifikates oder Rechtes, ein Erfordern eines 4-Augen-Prinzip, d.h. eine Anwesenheit und Zustimmung mindestens eines weiteren UWB-Tokens, oder eine Bindung an einen bestimmten Standort, welcher beispielsweise eine bestimmte Position innerhalb des räumlichen Bereiches, insbesondere eines Indoor- bzw. Innenbereiches, oder ein Vorhandensein bestimmter weiterer UWB-Geräte, wie etwa UWB-Sensoren, d.h. einen bestimmten Mesh-Kontext, festsetzt. Ebenso sind Kombinationen der zuvor genannten Begrenzungen denkbar.
Auch ist es denkbar, dass eine andere physische Identität (Person, Objekt) zu einem späte ren Zeitpunkt das Recht erhält, Schlüssel oder Regellisten in Systemkomponenten des UWB-Überwachungssystems zu ersetzen. Damit werden zwar ursprüngliche valide Zertifi kate nicht ungültig, jedoch unwirksam. So können etwa die Anforderungen an Zertifikate, welche ein Zutrittsrecht zu einem Raum gewähren, in einer Zugangskontrollvorrichtung zu dem Raum verändert bzw. ersetzt werden. Dies kann bei einem Büro beispielsweise von dem Inhaber des Büros vorgenommen werden, z.B. bei einem Bürowechsel.
Ausführungsformen umfassen ferner ein UWB-Token zum Ausstellen eines abgeleiteten Berechtigungsnachweises. Das UWB-Token verfügt über einen in einem Speicher des UWB-
Tokens gespeicherten ersten Berechtigungsnachweis, welcher eine erste Zugriffsberechti gung eines dem UWB-Token zugeordneten ersten Nutzers und ferner eine Ausstellberech tigung des ersten Nutzers zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise umfasst. In dem Speicher des UWB-Tokens ist ferner ein erster Identifikator des UWB-Tokens gespei chert.
Das UWB-Token umfasst ferner eine UWB-Antenne und einen Prozessor. Die UWB-Antenne ist für eine UWB-Kommunikation konfiguriert. Der Prozessor ist dazu konfiguriert in dem Speicher des UWB-Tokens gespeicherte Programminformationen auszuführen. Ein Ausfüh ren der Programminstruktionen durch den Prozessor veranlasst das UWB-Token zum:
• Empfangen einer Ausstellanfrage zum Ausstellen eines von dem ersten Berechti gungsnachweis abgeleiteten zweiten Berechtigungsnachweises für einen zweiten Nutzer eines weiteren UWB-Tokens, wobei die Ausstellanfrage einen zweiten Identi fikator des weiteren UWB-Tokens umfasst,
• Ermitteln von Positionsdaten des UWB-Tokens und eines weiteren UWB-Tokens,
• Prüfen unter Verwendung der Positionsdaten, ob eine erste Position des ersten UWB-Tokens und eine zweite Position des zweiten UWB-Tokens ein erstes positi onsbezogenes Kriterium erfüllen,
• Ausstellen des abgeleiteten zweiten Berechtigungsnachweises, wobei der zweite Berechtigungsnachweis eine zweite aus der ersten Zugriffsberechtigung abgeleitete Zugriffsberechtigung für den zweiten Nutzer des weiteren UWB-Tokens umfasst und den ersten Berechtigungsnachweis identifiziert, wobei eine erste Voraussetzung für das Ausstellen des zweiten Berechtigungsnachweises ist, dass das erste positionsbe zogene Kriterium erfüllt ist,
• Senden des zweiten Berechtigungsnachweises an das weitere UWB-Token.
Nach Ausführungsformen umfasst das Ermitteln der Positionsdaten ein Bestimmen erster Positionsdaten der ersten Position des UWB-Tokens innerhalb eines räumlichen Bereiches unter Verwendung von UWB-Lokalisierungssensoren eines den räumlichen Bereich über wachenden UWB-Überwachungssystems, wobei die UWB-Lokalisierungssensoren zum Be stimmen von Positionsdaten von UWB-Token innerhalb des räumlichen Bereiches unter Verwendung einer Laufzeitmessung von UWB-Signalen zwischen den UWB- Lokalisierungssensoren und dem jeweiligen UWB-Token konfiguriert sind. Ferner umfasst das Ermitteln der Positionsdaten ein Empfangen zweiter Positionsdaten einer zweiten Posi tion des weiteren UWB-Tokens innerhalb des räumlichen Bereichs, welche unter Verwen dung der UWB-Lokalisierungssensoren des UWB-Überwachungssystems erfasst wurden.
Nach Ausführungsformen ist das UWB-Token dazu konfiguriert, jede der zuvor beschrieben Ausführungsformen des Verfahrens zum Ausstellen eines abgeleiteten Berechtigungsnach weises auszuführen.
Ausführungsformen umfassen ferner ein Verfahren zum Prüfen eines abgeleiteten Berech tigungsnachweises eines einem UWB-Token zugeordneten Nutzers durch ein Prüfmodul eines UWB-Überwachungssystems zum Überwachen eines räumlichen Bereichs. Das UWB- Überwachungssystem umfasst eine Mehrzahl von UWB-Sensoren, die in dem räumlichen Bereich verteilt angeordnet sind, wobei die UWB-Sensoren für eine Kommunikation mittels UWB konfiguriert sind.
Die Mehrzahl von UWB-Sensoren umfasst eine Mehrzahl von UWB-Lokalisierungssensoren zum Bestimmen von Positionsdaten von UWB-Token innerhalb des räumlichen Bereiches. Das Bestimmen der Positionsdaten erfolgt unter Verwendung einer Laufzeitmessung von UWB-Signalen zwischen den UWB-Lokalisierungssensoren und dem jeweiligen UWB-Token.
Das Verfahren zum Prüfen des abgeleiteten Berechtigungsnachweises umfasst:
• Senden einer Berechtigungsanfrage an den dem Nutzer zugeordneten UWB-Token,
• Empfangen des abgeleiteten Berechtigungsnachweises,
• Prüfen des empfangenen abgeleiteten Berechtigungsnachweises,
• Bestimmen von Positionsdaten einer Position des UWB-Tokens innerhalb des räum lichen Bereichs unter Verwendung der UWB-Lokalisierungssensoren des UWB- Überwachungssystems,
• Erzeugen eines Zugriffsfreigabesignals, wobei Voraussetzungen des Erzeugens des Zugriffsfreigabesignals eine Gültigkeit des abgeleiteten Berechtigungsnachweises für eine Freigabe eines Zugriffs und ein Erfüllen eines positionsbezogenen Kriteri ums durch die Position des UWB-Tokens, wobei eine Gültigkeit des abgeleiteten Be rechtigungsnachweises eine Zugriffsberechtigung und eine Ausstellberechtigung ei nes Berechtigungsnachweises, aus welchem der abgeleitete Berechtigungsnachweis abgeleitet wurde, zum Ausstellen von Berechtigungsnachweisen erfordert.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass ein Verfahren für eine effektive Prü fung abgeleiteter Berechtigungsnachweise unter Verwendung eines UWB- Überwachungssystems bereitgestellt wird, welche unter Verwendung einer der zuvor be schrieben Ausführungsformen des Verfahrens zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungs nachweise ausgestellt wurden.
Nach Ausführungsformen ist eine weitere Voraussetzung des Erzeugens des Zugriffsfrei gabesignals ein Empfangen einer Authentifizierungsbestätigung eines erfolgreichen Au-
thentifizierens des Nutzers des UWB-Tokens durch das UWB-Token. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass sichergestellt werden kann, dass das UWB-Token, welchem der Zugriff gewährt wird, tatsächlich von dem ihm zugeordneten Nutzer verwendet wird.
Nach Ausführungsformen legt das positionsbezogene Kriterium fest, dass sich die Position des UBW-Tokens innerhalb des vordefinierten Abschnitts des räumlichen Bereichs befin den. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass der Zugriff nur erteilt wird, wenn sich das UWB-Token innerhalb eines dafür zulässigen Abschnitts des räumlichen Bereichs befindet, d.h. die Nutzung des UWB-Tokens kann örtlich begrenzt sein. Ferner kann geprüft werden, ob ein Gültigkeitszeitraum für den abgeleitete Berechtigungsnachweis noch nicht abgelaufen ist, ob eine maximale Anzahl an erlaubten Nutzungen noch nicht erreicht ist und/oder ob eine erforderliche Zustimmung zur Nutzung des abgeleitete Berechtigungs nachweis durch einen weiteren UWB-Token vorliegt.
Ausführungsformen umfassen ferner ein UWB-Überwachungssystem, welches ein Prüfmo dul zum Prüfen eines abgeleiteten Berechtigungsnachweises eines einem UWB-Token zu geordneten Nutzers umfasst. Das UWB-Überwachungssystem zum Überwachen eines räumlichen Bereichs umfasst ferner eine Mehrzahl von UWB-Sensoren umfasst, die in dem räumlichen Bereich verteilt angeordnet sind. Die UWB-Sensoren sind für eine Kommunika tion mittels UWB konfiguriert.
Die Mehrzahl von UWB-Sensoren umfasst eine Mehrzahl von UWB-Lokalisierungssensoren zum Bestimmen von Positionsdaten von UWB-Token innerhalb des räumlichen Bereiches. Das Bestimmen der Positionsdaten erfolgt unter Verwendung einer Laufzeitmessung von UWB-Signalen zwischen den UWB-Lokalisierungssensoren und dem jeweiligen UWB-Token.
Das Prüfmodul ist konfiguriert zum
• Senden einer Berechtigungsanfrage an den dem Nutzer zugeordneten UWB-Token,
• Empfangen des abgeleiteten Berechtigungsnachweises,
• Prüfen des empfangenen abgeleiteten Berechtigungsnachweises,
• Bestimmen von Positionsdaten einer Position des UWB-Tokens innerhalb des räum lichen Bereichs unter Verwendung der UWB-Lokalisierungssensoren des UWB- Überwachungssystems,
• Erzeugen eines Zugriffsfreigabesignals, wobei Voraussetzungen des Erzeugens des Zugriffsfreigabesignals eine Gültigkeit des abgeleiteten Berechtigungsnachweises für eine Freigabe eines Zugriffs und ein Erfüllen eines positionsbezogenen Kriteri ums durch die Position des UWB-Tokens, wobei eine Gültigkeit des abgeleiteten Be rechtigungsnachweises eine Zugriffsberechtigung und eine Ausstellberechtigung ei-
nes Berechtigungsnachweises, aus welchem der abgeleitete Berechtigungsnachweis abgeleitet wurde, zum Ausstellen von Berechtigungsnachweisen erfordert.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass das UWB-Überwachungssystem eine effektive Prüfung bereitstellt für abgeleitete Berechtigungsnachweise, welche unter Ver wendung einer der zuvor beschrieben Ausführungsformen des Verfahrens zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise ausgestellt wurden. Nach Ausführungsformen um fasst das Überwachungssystem das UWB-Token. Nach Ausführungsformen ist das Überwa chungssystem dazu konfiguriert jede der zuvor beschrieben Ausführungsformen des Ver fahrens zum Prüfen abgeleiteter Berechtigungsnachweise auszuführen.
Nach Ausführungsformen umfasst die Mehrzahl von UWB-Sensoren Sensoren zum Erfassen optischer, akustischer, chemischer, thermischer, elektromagnetischer und/oder vibrations basierter Sensordaten. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass unter Verwen dung der entsprechenden Sensoren eine Vielzahl unterschiedlicher Sensordaten erfasst und somit eine Vielzahl unterschiedlicher Situationen bzw. Gegebenheiten innerhalb des räum lichen Bereiches erkannt werden können. Die UWB-Sensoren umfassen beispielsweise ein oder mehrere UWB-Radarsensoren, Glasbruchsensoren, Trittschallsensoren, Gassensoren, Bewegungsmelder, Videosensoren, Infrarotsensoren, Temperatursensoren und/oder Rauchsensoren.
Positionsdaten der UWB-Token werden beispielsweise mittels der Lokalisierungssensoren erfasst. Sensordaten, welche indikativ für eine Anwesenheit einer Person sind, können bei spielsweise unter Verwendung von UWB-Radar, Hochfrequenzstrahlung, Mikrowellenstrah lung, Dopplerradar, Laser, Ultraschall, Infraschall, Infrarotstrahlung, Vibrationsmessungen oder Gaskonzentrationsmessungen erfasst werden. Hält sich eine Person im Erfassungsbe reich eines Sensors auf, reflektiert, streut oder unterbricht diese beispielsweise von dem Sensor ausgesandte Strahlung oder Wellen, wie UWB-Radar, Hochfrequenzstrahlung, Mik rowellenstrahlung, Dopplerradar, Laserstrahlen, Ultraschall, oder erzeugt messbare Strah lung, Wellen oder anderweitige Einflüsse, wie Infrarotstrahlung, Vibrationen, z.B. Tritt schall, Infraschall oder Gaskonzentrationsänderungen, z.B. eine Erhöhung der Kohlenstoff dioxidkonzentration.
Nach Ausführungsformen umfassen die erfassten Sensordaten personenbezogene Sensor daten und das UWB-Überwachungssystem ist konfiguriert zum
• Filtern der erfassten Sensordaten unter Verwendung eines Anonymisierungsfilters, wobei der Anonymisierungsfilter dazu konfiguriert ist, die personenbezogenen Sen sordaten zu anonymisieren,
• Auswerten der erfassten Sensordaten zum Detektieren eines Ausnahmeereignisses,
• auf das Detektieren des Ausnahmeereignisses hin, zeitlich begrenzten Aussetzen des Anonymisierens der personenbezogene Sensordaten.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass sichergestellt werden kann, dass per sonenbezogene Sensordaten, soweit diese von den UWB-Sensoren erfasst werden, in Folge der Anonymisierung nicht oder nur in einer solchen Form zur Verfügung gestellt werden, dass keine Rückschlüsse auf die Identität der Personen ermöglicht werden, auf welche die personenbezogenen Daten bezogen sind. Nach Ausführungsformen umfasst das Anonymi sieren insbesondere ein Verändern personenbezogener Sensordaten derart, dass Einzelan gaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse nicht mehr oder nur mit einem unver hältnismäßig großen Aufwand an Zeit, Kosten und Arbeitskraft einer bestimmten oder be stimmbaren natürlichen Person zugeordnet werden können. Das Verändern umfasst bei spielsweise ein inhaltliches Umgestalten erfasster personenbezogener Sensordaten bis hin zum Löschen derselben. Ein Löschen bezeichnet dabei beispielsweise ein Unkenntlichma chen personenbezogener Sensordaten bis hin zu einem vollständigen Entfernen der ent sprechenden personenbezogenen Sensordaten von einem Speicher zum Speichern erfass ter Sensordaten. Bei dem Speicher kann es sich beispielsweise um einen lokalen oder einen zentralen Speicher des UWB-Überwachungssystems handeln.
Ein Anonymisierungsfilter ist dazu konfiguriert selektiv personenbezogene Daten zu ano nymisieren. Beispielsweise kann der Anonymisierungsfilter dazu konfiguriert sein Sensorda ten, welche von bestimmten UWB-Sensoren bzw. einer bestimmten Art von UWB-Sensoren des UWB-Überwachungssystems erfasst werden, zu anonymisieren. Dabei handelt es sich beispielsweise um Video- und/oder Bilddaten, welche etwa unter Verwendung einer Über wachungskamera erfasst werden und auf denen individuelle Personen erkennbar sind.
Ein Ausnahmeereignis bezeichnet eine Anomalie in den erfassten Sensordaten, d.h. eine Datenkonstellation, welche unter vordefinierten Betriebsbedingungen nicht zu erwarten ist. Insbesondere kann es sich bei der Anomalie um eine Notfallsituation, wie etwa ein Feu er oder ein unerlaubtes Eindringen in den und/oder Bewegen innerhalb des räumlichen Bereiches.
Nach Ausführungsformen umfasst das Ausnahmeereignis ein erfolgloses Prüfen des abge leiteten Berechtigungsnachweises. Ein erfolgloses Prüfen weist darauf hin, dass ein UWB- Token unzulässig eingesetzt werden soll und/oder von dem ihm zugeordneten Nutzer mit geführt wird. Durch ein Aussetzen des Anonymisierens kann erfasst werden, wer das UWB- Token tatsächlich mitführt, was genau versucht wird und/oder wo der zugeordnete Nutzer sich aufhält.
Nach Ausführungsformen handelt es sich bei den Authentifizierungsdaten um personenbe zogenen Sensordaten. Personenbezogene Sensordaten bezeichnen Sensordaten, welche eine Identifikation einer Person ermöglichen oder einer Person zuordenbar sind, auf welche die personenbezogene Sensordaten bezogen sind. Insbesondere sind personenbezogene Sensordaten beispielsweise mittels eines der UWB-Sensoren erfasste Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person. Beispielsweise umfassen die personenbezogene Sensordaten visuelle Sensordaten, wie etwa Video- und/oder Fotodaten, anhand derer eine Person erkannt werden kann. Dies ist insbesondere der Fall, wenn anhand der Video- und/oder Fotodaten ein Gesicht einer Person erkannt werden kann.
Nach Ausführungsformen ist das Aussetzen des Anonymisierens auf personenbezogene Sensordaten beschränkt, welche von UWB-Sensoren erfasst werden, die einen vordefinier ten Bezug zu dem detektierten Ausnahmeereignis aufweisen. Beispielsweise besteht ein vordefinierter Bezug darin, dass die UWB-Sensoren, für deren personenbezogene Sensor daten das Anonymisieren ausgesetzt wird, einem selben räumlichen Abschnitt des räumli chen Bereiches zugeordnet sind wie der oder die UWB-Sensoren, in deren erfassten Sens ordaten das Ausnahmeereignis detektiert wird. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass das Aussetzen des Anonymisierens nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich begrenzt wird. Mithin kann ein unnötiges Aussetzen des Anonymisierens, z.B. für perso nenbezogene Daten, welche nichts mit dem Ausnahmeereignis zu tun haben, vermieden werden. Nach Ausführungsformen besteht der vordefinierte Bezug zusätzlich oder alterna tiv darin, dass UWB-Sensoren, für deren personenbezogene Sensordaten das Anonymisie ren ausgesetzt wird, vordefinierten räumlichen Abschnitt des räumlichen Bereiches zuge ordnet sind. Bei den entsprechenden räumlichen Abschnitten handelt es sich beispielsweise um Zu- und Ausgänge eines zugangsbeschränkten Bereiches. Im Falle eines möglichen un berechtigten Eindringens in den zugangsbeschränkten räumlichen Bereich oder bei einem möglichen Notfall, wie etwa einem Feueralarm, kann es von Vorteil sein zu erfassen, wer den zugangsbeschränkten räumlichen Bereich betritt und/oder verlässt oder wer versucht den zugangsbeschränkten räumlichen Bereich zu betreten und/oder zu verlassen.
Nach Ausführungsformen wird das Anonymisieren aller durch das UWB- Überwachungssystem erfasster personenbezogener Sensordaten zeitlich begrenzt ausge setzt. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass sichergestellt werden kann, dass keine für eine Handhabung und/oder Behebung des Ausnahmeereignisses relevanten und/oder notwendigen personenbezogener Sensordaten aufgrund der Anonymisierung fehlen.
Nach Ausführungsformen umfasst das Anonymisieren durch den Anonymisierungsfilter ein Löschen zumindest eines Teils der personenbezogenen Sensordaten. Das zeitlich begrenzte Aussetzen des Anonymisierens umfasst ein Speichern der personenbezogenen Sensorda ten, welche innerhalb eines begrenzten Zeitfensters erfasst werden.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass im Falle eines Löschens, d.h. eines voll ständigen Entfernens personenbezogener Sensordaten von lokalen und/oder zentralen Speichern des UWB-Überwachungssystems, sichergestellt werden kann, dass niemand Zu griff auf diese Daten erlangen kann. Tritt jedoch ein Ausnahmeereignis auf, so werden nur für diesen speziellen Fall zeitlich begrenzt personenbezogener Sensordaten, wie etwa Vi deo- und/oder Bilddaten, gespeichert. Nach Ausführungsformen werden die gespeicherten Daten zum Zwecke einer Datenanalyse bereitgestellt, insbesondere zum Zwecke einer Iden tifikation von Personen, auf welche die gespeicherten personenbezogenen Sensordaten bezogen sind.
Nach Ausführungsformen handelt es sich bei dem Speichern um ein zeitlich begrenztes Speichern. Beispielsweise werden die gespeicherten personenbezogenen Sensordaten nach ihrer Auswertung und/oder auf eine Beendigung der Ausnahmesituation hin wieder ge löscht. Nach Ausführungsformen handelt es sich bei dem Speichern um ein dauerhaftes Speichern.
Nach Ausführungsformen beginnt das begrenzte Zeitfenster mit dem Detektieren des Aus nahmeereignisses. Nach Ausführungsformen endet das begrenzte Zeitfenster mit Ablauf einer vorbestimmten Zeitspanne oder einem Enden des Detektierens des Ausnahmeereig nisses.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass das Speichern der personenbezogenen Sensordaten zeitlich auf ein Zeitfenster begrenzt bleibt, welches in Bezug zu dem Detektier- ten Ausnahmeereignis steht. Es kann beispielsweise davon ausgegangen werden, dass le diglich in diesem Zeitfenster erfasste personenbezogene Sensordaten im Kontext des de- tektierten Ausnahmeereignis von Relevanz sind. Nach Ausführungsformen endet das be grenzte Zeitfenster beispielsweise, wenn das Ausnahmeereignis nicht mehr detektiert wird bzw. nicht mehr detektierbar ist. Im Falle eines möglichen Feuers als Ausnahmeereignis kann das Ausnahmeereignis beispielsweise in Form eines Detektierens von Rauch durch einen als Rauchmelder ausgestalteten UWB-Sensor des Überwachungssystems detektiert werden. Wird das Ausnahmeereignis nicht mehr detektiert, d.h. kein Rauch mehr detek tiert, wird beispielsweise das Aussetzen des Anonymisierens beendet. Nach Ausführungs formen wird am Ende der vorbestimmten Zeitspanne geprüft, ob das Ausnahmeereignis noch detektierbar ist und/oder ob weitere Voraussetzungen erfüllt sind. Ist das Ausnahme-
ereignis nicht mehr detektierbar ist und sind gegebenenfalls die weiteren Voraussetzungen erfüllt, wird das Aussetzen des Anonymisierens beendet. Andernfalls wird das Aussetzen nochmals um die vorbestimmte Zeitspanne wiederholt bzw. fortgesetzt. Weitere Voraus setzungen umfassen beispielsweise ein Protokollieren einer Bestätigung in dem UWB- Überwachungssystem, dass das Ausnahmeereignis überprüft wurde und keine weiteren Maßnahmen notwendig sind bzw. alle notwendigen Maßnahmen ergriffen wurden. Alter native oder zusätzlich können die weiteren Voraussetzungen beispielsweise ein Protokollie ren einer Bestätigung in dem UWB-Überwachungssystem umfassen, dass das Aussetzen des Anonymisierens nicht und/oder nicht mehr notwendig ist. Die vorbestimmte Zeitspanne kann beispielsweise eine Länge von Sekunden und/oder Minuten aufweisen.
Nach Ausführungsformen erfolgt das Löschen der personenbezogenen Sensordaten jeweils durch den die zu löschenden personenbezogenen Sensordaten erfassenden UWB-Sensor. Nach Ausführungsformen umfasst das Speichern der personenbezogenen Sensordaten je weils ein Übertragen der personenbezogenen Sensordaten durch den die zu speichernden personenbezogenen Sensordaten erfassenden UWB-Sensor zumindest teilweise und/oder vollständig mittels UWB an ein Speichermodul des UWB-Überwachungssystems. Nach Aus führungsformen umfasst das Speichern der personenbezogenen Sensordaten jeweils ein Übertragen der personenbezogenen Sensordaten durch den die zu speichernden perso nenbezogenen Sensordaten erfassenden UWB-Sensor zumindest teilweise und/oder voll ständig mittels einer kabelgebundenen Datenverbindung an ein Speichermodul des UWB- Überwachungssystems.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass bei einem direkten Löschen durch den erfassenden UWB-Sensor sichergestellt werden kann, dass die zu löschenden personenbe zogenen Sensordaten innerhalb des Überwachungssystems nicht über den erfassenden UWB-Sensor hinausgelangen. Mithin kann effektiv verhindert werden, dass sich jemand auf unerlaubte Weise Zugriff auf die personenbezogenen Sensordaten verschaffen kann. Aus führungsformen können ferner den Vorteil haben, dass die in dem Speichermodul gespei cherten personenbezogenen Sensordaten im Bedarfsfall zum Handhaben und/oder Behe ben des Ausnahmeereignisses herangezogen werden können. Beispielsweise können die gespeicherten personenbezogenen Sensordaten analysiert werden, um zu bestimmen wel che Personen in das Ausnahmeereignis involviert sind und/oder involviert sein könnten. Bei dem Speichermodul kann es sich um ein lokales Speichermodul einer Mehrzahl von dezent ral über das UWB-Überwachungssystem verteilten Speichermodulen oder um ein zentrales Speichermodul des UWB-Überwachungssystems handeln.
Nach Ausführungsformen umfasst das Anonymisieren durch den Anonymisierungsfilter ein Verschlüsseln zumindest eines Teils der personenbezogenen Sensordaten. Nach Ausfüh-
rungsformen umfasst das zeitlich begrenzte Aussetzen des Anonymisierens ein zeitlich be grenztes Bereitstellen der entsprechenden personenbezogenen Sensordaten in unver schlüsselter Form.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass durch ein Verschlüsseln der personen bezogenen Sensordaten Zugriffe auf die personenbezogenen Sensordaten effektiv verhin dert werden können. Andererseits kann im Falle eines Ausnahmeereignisses ein Zugriff auf bereits erfasste personenbezogenen Sensordaten mittels eines Entschlüsselns ermöglicht werden. Beispielsweise werden die personenbezogenen Sensordaten in entschlüsselter Form nur zeitlich begrenzt zur Verfügung gestellt.
Nach Ausführungsformen erfolgt das Verschlüsseln der personenbezogenen Sensordaten jeweils durch den die zu verschlüsselnden personenbezogenen Sensordaten erfassenden UWB-Sensor.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass die personenbezogenen Sensordaten direkt bei ihrer Erfassung verschlüsselt werden und indem UWB-Überwachungssystem nur in verschlüsselter Form weiterverarbeitet werden. Eine Verschlüsselung kann beispielswei se mit einem öffentlichen kryptographischen Schlüssel eines asymmetrischen Schlüssel paars erfolgen, sodass es von einem Besitzer des zugehörigen geheimen kryptographischen Schlüssels des entsprechenden asymmetrischen Schlüsselpaars entschlüsselt werden kann. Bei dem entsprechenden Besitzer handelt es sich beispielsweise um ein zentrales oder de zentrales Steuermodul des UWB-Überwachungssystems. Die geheimen kryptographischen Schlüssel werden beispielsweise in einem geschützten Speicherbereich eines Speichermo duls gespeichert, welcher dem entsprechenden Steuermodul zugeordnet ist. Nach Ausfüh rungsformen stellt das Steuermodul allen UWB-Sensoren oder zumindest allen zum Erfas sen personenbezogenen Sensordaten konfigurierten UWB-Sensoren einen einheitlichen öffentlichen kryptographischen Schlüssel zum Verschlüsseln zur Verfügung. Nach Ausfüh rungsformen stellt das Steuermodul allen UWB-Sensoren oder zumindest allen zum Erfas sen personenbezogenen Sensordaten konfigurierten UWB-Sensoren jeweils einen individu ellen, dem entsprechenden UWB-Sensoren zugeordneten öffentlichen kryptographischen Schlüssel zum Verschlüsseln zur Verfügung. Nach Ausführungsformen stellt das Steuermo dul den UWB-Sensoren oder zumindest den zum Erfassen personenbezogenen Sensordaten konfigurierten UWB-Sensoren jeweils gruppenweise einen individuellen, der entsprechen den Gruppe zugeordneten einheitlichen öffentlichen kryptographischen Schlüssel zum Ver schlüsseln zur Verfügung. Die Gruppen können dabei so eingeteilt sein, dass sie jeweils UWB-Sensoren umfassen, welche demselben räumlichen Abschnitt des räumlichen Berei ches zugeordnet sind, bei welchen es sich um dieselbe Art von UWB-Sensor handelt oder welche zum Erfassen derselben Art von personenbezogenen Sensordaten konfiguriert sind.
Nach Ausführungsformen umfasst das Bereitstellen der personenbezogenen Sensordaten in unverschlüsselter Form ein Aussetzen des Verschlüsselns der personenbezogenen Sensor daten, welche innerhalb eines begrenzten Zeitfensters erfasst werden. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass der Aufwand für ein Entschlüsseln der entsprechenden personenbezogenen Sensordaten vermieden werden kann und diese personenbezogenen Sensordaten zudem unverschlüsselt bleiben. Nach Ausführungsformen umfasst das Bereit stellen der personenbezogenen Sensordaten in unverschlüsselter Form ein Entschlüsseln verschlüsselter personenbezogenen Sensordaten, welche innerhalb des begrenzten Zeit fensters erfasst werden. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass die personen bezogenen Sensordaten selbst im Falle eines Ausnahmeereignisses ausschließlich in ver schlüsselter Form gespeichert werden. Ein Bereitstellen der personenbezogenen Sensorda ten in unverschlüsselter Form kann somit effektiv zeitlich beschränkt werden.
Nach Ausführungsformen beginnt das begrenzte Zeitfenster eine vorbestimmte Zeitspanne vor dem Detektieren des Ausnahmeereignisses oder mit dem Detektieren des Ausnahme ereignisses. Nach Ausführungsformen endet das begrenzte Zeitfenster mit Ablauf einer vorbestimmten Zeitspanne nach dem Detektieren des Ausnahmeereignisses oder mit ei nem Enden des Detektierens des Ausnahmeereignisses.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass das Bereitstellen der personenbezoge nen Sensordaten in unverschlüsselter Form zeitlich auf ein Zeitfenster begrenzt bleibt, wel ches in Bezug zu dem Detektierten Ausnahmeereignis steht. Es kann beispielsweise davon ausgegangen werden, dass lediglich in diesem Zeitfenster erfasste personenbezogene Sen sordaten im Kontext des detektierten Ausnahmeereignis von Relevanz sind. Nach Ausfüh rungsformen endet das begrenzte Zeitfenster beispielsweise, wenn das Ausnahmeereignis nicht mehr detektiert wird bzw. nicht mehr detektierbar ist. Im Falle eines möglichen Feu ers als Ausnahmeereignis kann das Ausnahmeereignis beispielsweise in Form eines Detek tierens von Rauch durch einen als Rauchmelder ausgestalteten UWB-Sensor des Überwa chungssystems detektiert werden. Wird das Ausnahmeereignis nicht mehr detektiert, d.h. kein Rauch mehr detektiert, wird beispielsweise das Aussetzen des Verschlüsselns beendet. Nach Ausführungsformen wird am Ende der vorbestimmten Zeitspanne geprüft, ob das Ausnahmeereignis noch detektierbar ist und/oder ob weitere Voraussetzungen erfüllt sind. Ist das Ausnahmeereignis nicht mehr detektierbar ist und sind gegebenenfalls die weiteren Voraussetzungen erfüllt, wird das Aussetzen des Verschlüsselns beendet. Andernfalls wird das Aussetzen nochmals um die vorbestimmte Zeitspanne wiederholt bzw. fortgesetzt. Weitere Voraussetzungen umfassen beispielsweise ein Protokollieren einer Bestätigung in dem UWB-Überwachungssystem, dass das Ausnahmeereignis überprüft wurde und keine weiteren Maßnahmen notwendig sind bzw. alle notwendigen Maßnahmen ergriffen wur-
Bl den. Alternative oder zusätzlich können die weiteren Voraussetzungen beispielsweise ein Protokollieren einer Bestätigung in dem UWB-Überwachungssystem umfassen, dass das Aussetzen des Verschlüsselns nicht und/oder nicht mehr notwendig ist. Die vorbestimmte Zeitspanne kann beispielsweise eine Länge von Sekunden und/oder Minuten aufweisen. Ein Beginn des begrenzten Zeitfensters eine vorbestimmte Zeitspanne vor dem Detektieren des Ausnahmeereignisses kann den Vorteil haben, dass auch relevante personenbezogene Sen sordaten, welche im Vorfeld des Ausnahmeereignisses erfasst wurden in unverschlüsselter Form bereitgestellt werden können.
Nach Ausführungsformen ist das UWB-Überwachungssystem ferner konfiguriert zum
• Empfangen einer Anfrage zum Freigeben von erfassten Sensordaten,
• Prüfen eines von der Anfrage umfassten Berechtigungsnachweises zum Zugriff auf die angefragte Sensordaten,
• auf eine erfolgreiche Prüfung des Berechtigungsnachweises hin, Freigeben des Zu griffs auf die angefragten Sensordaten.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass erfasste Sensordaten, insbesondere personenbezogene Sensordaten, nur dazu berechtigten Personen zur Verfügung gestellt werden. Eine Freigabe von Sensordaten, wie etwa Daten der Position und/oder anderer Daten, erfolgt beispielsweise gemäß eines Berechtigungsprofiles des Anfragenden. Somit kann ein effektiver Datenschutzlayer in das UWB-Überwachungssystem integriert werden. Ein Berechtigungsnachweis kann beispielsweise in Form eines Berechtigungszertifikats er bracht werden. Nach Ausführungsformen wird die Anfrage beispielsweise von einem de zentralen oder zentralen Steuermodul des UWB-Überwachungssystems empfangen und geprüft. Im Falle einer erfolgreichen Prüfung erfolgt beispielsweise auch die Freigabe durch das entsprechende Steuermodul. Beispielsweise werden die angefragte Sensordaten in Antwort auf die Anfrage an den Sender der Anfrage gesendet oder auf einer Anzeigevor richtung des UWB-Überwachungssystems angezeigt. Die Übertragung der angefragte Sens ordaten erfolgt beispielsweise in verschlüsselter Form, insbesondere kann sie unter Ver wendung einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erfolgen.
Nach Ausführungsformen werden die erfassten Sensordaten in Kategorien eingeteilt und das Prüfen des Berechtigungsnachweises umfasst ein Prüfen, ob der Berechtigungsnach weis zu einem Zugriff auf Sensordaten der Kategorie berechtigt, welcher die angefragten Sensordaten zugeordnet sind.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass Berechtigungen kategorieweise ge währt werden können, sodass Berechtigungsnachweise auf ein oder mehrere der Katego rien beschränkt werden können.
Nach Ausführungsformen werden die erfassten personenbezogenen Sensordaten in Kate gorien eingeteilt und das Aussetzen der Anonymisierung erfolgt, beispielsweise in Abhän gigkeit von der Art des detektierten Ausnaheereignisses, selektiv nur für ein oder mehrere ausgewählte Kategorien.
Nach Ausführungsformen wird die Zugriffsberechtigung des Berechtigungsnachweises auf das Detektieren des Ausnahmeereignisses hin zeitlich beschränkt erweitert. Eine Erweite rung des Berechtigungsnachweises bedeutet, das mit einem gegebenen Berechtigungs nachweis im Falle eines Detektierens eines Ausnahmeereignisses mehr Kategorien eingese hen werden dürfen, als wenn kein Ausnahmeereignis detektiert wird. Nach Ausführungs formen ist der Umfang der Erweiterung abhängig von der Art des detektierten Ausnahme ereignisses. Nach Ausführungsformen wird die Zugriffsberechtigung im Falle eines Detektie rens eines Ausnahmeereignisses für alle gültigen Berechtigungsnachweise zum Zugriff auf zumindest eine Kategorie von Sensordaten auf alle Kategorien von Sensordaten zeitlich beschränkt erweitert.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass beispielsweise in Abhängigkeit der Sensibilität der Sensordaten unterschiedliche Berechtigungsnachweise für einen Zugriff auf die entsprechenden Sensordaten notwendig sind und somit gesteuert werden kann, wer in welchem Umfang Zugriffsrechte auf die erfassten Sensordaten des UWB- Überwachungssystems gewährt bekommt. Somit kann eine Anpassung der Datenfreigabe beispielsweise durch das Berechtigungsprofil des Anfragenden an die aktuelle Gefahrensi tuation implementiert werden.
Nach Ausführungsformen werden den erfassten Sensordaten jeweils Ursprungs-IDs zuge ordnet. Eine Voraussetzung für die erfolgreiche Prüfung des Berechtigungsnachweises um fasst eine gültige Bestätigung des Berechtigungsnachweises zum Zugriff auf die angefragten Sensordaten durch ein oder mehrere den Ursprungs-IDs der angefragten Sensordaten zu geordnete Instanzen.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, das für einen Zugriff auf die erfassten Sens ordaten eine Freigabe durch ein oder mehrere den Ursprungs-IDs, d.h. dem Ursprung, der angefragten Sensordaten zugeordnete Instanzen notwendig ist. Nach Ausführungsformen identifizieren die Ursprung-IDs jeweils den UWB-Sensor, welcher die entsprechenden Sens ordaten erfasst hat, und/oder das UWB-Token, welches durch die entsprechenden Sensor daten sensiert wurde. Nach Ausführungsformen handelt es sich bei den entsprechenden Instanzen jeweils um die entsprechenden UWB-Sensoren, UWB-Token oder Nutzer bzw.
Administratoren, welche den entsprechenden UWB-Sensoren oder UWB-Token zugeordnet sind.
Beispielsweise wird jeder lokalisierten Position, d.h. erfassten Sensordaten zur Lokalisation von UWB-Token, eine abgesicherte Information des UWB Token aufgeprägt, so dass stets Ursprung und Eigentümer der entsprechenden Sensordaten bekannt sind. Anfragen bezüg lich einer Position oder Daten eines UWB-Tokens müssen in diesem Fall beispielsweise zu erst immer durch das betroffene UWB-Token oder einen Träger und/oder Vertreter dessel ben freigegeben werden.
Nach Ausführungsformen werden im Falle des Freigebens der angefragten Sensordaten Art, Zeit, Ort, Empfänger und/oder Verwendung der freigegebenen Sensordaten protokolliert.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass anhand der entsprechenden Protokol le genau nachvollziehbar ist, was mit den erfassten Sensordaten geschieht, insbesondere wer Zugriff auf diese erhält. Nach Ausführungsformen erfolgt das Protokollieren in einer Blockchain. Eine Blockchain kann den Vorteil haben, dass diese eine fälschungssichere Spei cherstruktur zum Speichern der zu protokollierenden Daten bereitstellt.
Nach Ausführungsformen umfasst das UWB-Überwachungssystem ein oder mehrere vor trainierte Maschinenlernmodule, welche jeweils dazu trainiert sind anhand von Anomalien in den erfassten Sensordaten Ausnahmeereignisse zu erkennen. Ausführungsformen kön nen den Vorteil haben, dass ein automatisiertes Detektieren von Ausnahmeereignisse er möglicht wird.
Nach Ausführungsformen umfasst die Mehrzahl von UWB-Sensoren eine Mehrzahl von Lo kalisierungssensoren, welche zur Positionsbestimmung von UWB-Token innerhalb des räumlichen Bereiches konfiguriert sind. Die Positionsbestimmung erfolgt unter Verwen dung von Laufzeitmessungen von UWB-Signalen zwischen UWB-Token und/oder Lokalisie rungssensoren.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, das unter Verwendung der UWB-Token effektiv überwacht werden kann, wo sich berechtigte Personen innerhalb des räumlichen Bereiches aufhalten. Beispielsweise erhält jede Peron, welche den räumlichen Bereich, et wa einen zugangsbeschränkten räumlichen Bereich, betritt einen entsprechenden UWB- Token. Wenn Daten zu einer Zuordnung einerToken-ID einer bestimmten Person nicht oder kryptographisch gesichert, z.B. in verschlüsselter Form, gespeichert werden, wird durch die Überwachung der UWB-Token eine anonymisierte Überwachung derTräger der
UWB-Token ermöglicht. Beispielsweise ist eine notwendige Voraussetzung für ein Ent schlüsseln der Daten zur Zuordnung ein Detektieren eines Ausnahmeereignisses.
Eine Lokalisierung von UWB-Token erfolgt beispielsweise mittel Triangulation unter Ver wendung zumindest zwei oder drei Lokalisierungssensoren in Form von UWB-Antennen. Dabei können die Triangulationssignale von dem UWB-Token und/oder von den UWB- Antennen gesendet werden. Eine Auswertung der Triangulationssignale kann durch das UWB-Token und/oder die UWB-Antennen und/oder einem Auswertemodul des Überwa chungssystems erfolgen.
Nach Ausführungsformen sendet das UWB-Überwachungssystem einen Aktivierungscode. Die UWB-Token werden jeweils bei Eintritt in eine Sendereichweite des UWB- Überwachungssystems auf ein Empfangen des Aktivierungscodes hin aktiviert und bei Ver lassen der Sendereichweite des UWB-Überwachungssystems auf ein Ausbleiben des Emp fangs des Aktivierungscodes hin deaktiviert.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass das UWB-Token nur innerhalb des räumlichen Bereiches bzw. innerhalb der Sendereichweite des UWB-Überwachungssystems aktiv Signale unter Verwendung von UWB sendet und somit überhaupt detektierbar ist.
Nach Ausführungsformen umfasst das Aktivieren der UWB-Token jeweils ein Aktivieren eines Sendens von UWB-Signalen durch den jeweiligen UWB-Token, insbesondere das Akti vieren des Sendens von UWB-Signalen an das Überwachungssystem. Durch das Aktivieren wird der entsprechende UWB-Token für das Überwachungssystem sichtbar. Nach Ausfüh rungsformen umfasst das Deaktivieren der UWB-Token jeweils ein Deaktivieren des Sen dens von UWB-Signalen durch den jeweiligen UWB-Token, insbesondere das Deaktivieren des Sendens von UWB-Signalen an das Überwachungssystem. Durch das Deaktivieren wird der entsprechende UWB-Token für das Überwachungssystem unsichtbar.
Nach Ausführungsformen umfasst das Detektieren des Ausnahmeereignisses ein Erfassen einer Anzahl von Personen in dem räumlichen Bereich, etwa einem zugangsbeschränkten räumlichen Bereich, unter Verwendung der UWB-Sensoren, welche zumindest lokal von der Anzahl der unter Verwendung der UWB-Token in dem räumlichen Bereich erfassten Anzahl von zugangsberechtigten Personen abweicht.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass Versuche sich ohne Zugangsberechti gung Zugang zu dem zugangsbeschränkten räumlichen Bereich oder Abschnitten desselben zu verschaffen und/oder Versuche sich der Bewegungsüberwachung durch das UWB-
Überwachungssystem innerhalb des zugangsbeschränkten räumlichen Bereiches effektiv detektiert werden können.
Nach Ausführungsformen ist jedes der UWB-Token jeweils einem Nutzer zugeordnet. In den UWB-Token sind jeweils ein oder mehrere Referenzwerte für personenbezogenen Sen sordaten zum Authentifizieren des zugeordneten Nutzers gespeichert. Der Nachweis einer Zugangsberechtigung und/oder Aufenthaltsberechtigung mittels Berechtigungsnachweis unter Verwendung eines der UWB-Token umfasst ein Bestätigen eines Authentifizierens des dem entsprechenden UWB-Token zugeordneten Nutzers durch das UWB-Token. Das Authentifizieren durch das UWB-Token umfasst ein lokales Validieren von personenbezo genen Sensordaten durch das UWB-Token unter Verwendung der in dem UWB-Token ge speicherten ein oder mehreren Referenzwerten.
Detektieren ein oder mehrere UWB-Sensoren, etwa Trittschallsensoren, Bewegungsmelder, Lichtschranken oder Gasdetektoren, eine Anwesenheit einer Person in einem räumlichen Abschnitt des räumlichen Bereiches, in welchem kein UWB-Token detektiert wird, so ist dies ein Hinweis auf einen Versuch eines unerlaubten Eindringens. Ebenso können Unter schiede in Bewegungsmustern von UWB-Token und detektierten Personen auf unberech tigte Aktivitäten hindeuten, etwa falls ein UWB-Token an einer Stelle ruht, während anhand der erfassten Sensordaten Bewegungen einer Person detektiert werden.
Nach Ausführungsformen umfasst ein Ausnahmeereignis beispielsweise ein Erfassen einer Anzahl von Personen, welche die Anzahl der erfassten zugangsberechtigten Personen bzw. der erfassten UWB-Token zumindest lokal überschreitet.
Nach Ausführungsformen umfasst das Detektieren des Ausnahmeereignisses ein Erfassen eines UWB-Tokens in einem räumlichen Abschnitt des räumlichen Bereiches, etwa eines zugangsbeschränkten räumlichen Bereiches, für welchen der entsprechende UWB-Token keine Zugangsberechtigung besitzt.
Nach Ausführungsformen umfasst das Detektieren des Ausnahmeereignisses ein Erfassen von nicht personenbezogenen Sensordaten, welche einen vordefinierten Schwellenwert überschreiten.
Ausführungsformen können den Vorteil haben insbesondere Notfallsituationen effektiv erkannt werden können, wie etwa ein Feuer unter Verwendung eines als Rauchmelder kon figurierten UWB-Sensors oder ein Einbruch unter Verwendung eines als Glasbruch konfigu rierten UWB-Sensors. So kann beispielsweise erhöhte Bewegungsaktivität und ein gleichzei-
tiger Temperaturanstieg zunächst als unklares Ausnahmeereignis bis hin zur Gefahrensitua tion interpretiert werden.
Nach Ausführungsformen umfasst das UWB-Überwachungssystem ein digitales Funknetz werk mit einer Mesh-Topologie, welches zum Übertragen der erfassten Sensordaten unter Verwendung von UWB konfiguriert ist.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass erfassten Sensordaten effektiv über das UWB-Überwachungssystem übertragen werden können. Ferner bietet eine Mesh- Topologie eine hohe Ausfallsicherheit, da bei einem Ausfall einzelner Komponenten der Mesh-Topologie weiterhin eine Datenübertragung über alternative Routen möglich ist. Zu dem kann bei einem Ausfall eines Teilbereichs der Mesh-Topologie ein Betrieb mit dem verbleibenden Teil der Mesh-Topologie aufrechterhalten werden.
Nach Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass in dem auf UWB basierenden Funknetzwerk mit einer Mesh-Topologie Positionsdaten für mehrere und/oder alle Netz werknoten, d.h. UWB-Sensoren und/oder UWB-Token breitgestellt werden bzw. bestimmt werden können. Eine Bestimmung von Positionsdaten kann beispielsweise unter Verwen dung eines auf Laufzeitmessungen von UWB-Signalen basierenden Triangulationsverfah rens erfolgen. Bei den Positionsdaten kann es sich um relative und/oder absolute Positi onsdaten handeln. Zum bestimmen absoluter Positionsdaten müssen Positionsdaten zu mindest ein oder mehrere stationärer Referenzpunkte bekannt sein. Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass für eine zielgerichtete Weiterleitung von Daten in dem UWB-basierten Funknetzwerk mit Mesh-Topologie ein positionsbasiertes Routingverfahren genutzt werden kann, um unter Verwendung der mittels UWB bestimmten Positionsdaten jeweils einen kürzesten oder anderweitig besten Pfad zwischen einem Quellknoten und einem Zielknoten innerhalb des Funknetzwerks zu bestimmen.
Nach Ausführungsformen sind ein oder mehrere der UWB-Sensoren als UWB-Transceiver zum Weiterleiten von UWB-Übertragungssignalen konfiguriert. Nach Ausführungsformen umfasst das UWB-Überwachungssystem zusätzlich zu den UWB-Sensoren ein oder mehrere UWB-Transceiver, welche zum Weiterleiten der UWB-Übertragungssignale konfiguriert sind.
Ausführungsformen können den Vorteil haben, dass ein Weiterleiten von Daten mittels UWB in effektiver Weise unter Verwendung der UWB-Sensoren und/oder zusätzlicher UWB-Transceiver implementiert werden kann.
Ausführungsformen umfassen ferner ein Verfahren zum Steuern eines UWB- Überwachungssystems zur Überwachung eines räumlichen Bereiches. Das UWB- Überwachungssystem umfasst eine Mehrzahl von UWB-Sensoren, die in dem räumlichen Bereich verteilt angeordnet sind. Die UWB-Sensoren sind für eine Kommunikation mittels UWB konfiguriert. Die Kommunikation umfasst ein Übertragen der erfassten Sensordaten.
Die Mehrzahl von UWB-Sensoren umfasst eine Mehrzahl von Lokalisierungssensoren zum Bestimmen von Positionsdaten eines mobilen tragbaren UWB-Tokens innerhalb des räumli chen Bereiches. Das Bestimmen der Positionsdaten erfolgt unter Verwendung einer Lauf zeitmessung von UWB-Signalen zwischen den Lokalisierungssensoren und dem UWB- Token.
Das UWB-Überwachungssystem ist konfiguriert zum Überwachen der Anwesenheit des UWB-Tokens an einem dem UWB-Token zugeordneten Nutzer. Das UWB- Überwachungssystem umfasst eine Authentifizierungsvorrichtung mit einem Authentifizie- rungssensor zum lokalen Erfassen von Authentifizierungsdaten zum Authentifizieren des Nutzers des UWB-Tokens. Die Authentifizierungsvorrichtung besitzt Zugriff auf einen Refe renzwert für die Authentifizierungsdaten des Nutzers zum Validieren der erfassten Authen tifizierungsdaten. Ein erfolgreiches Validieren der erfassten Authentifizierungsdaten zeigt die Anwesenheit des UWB-Tokens an dem Nutzer an.
Das Verfahren zum Steuern des UWB-Überwachungssystems zur Überwachen der Anwe senheit des UWB-Tokens an dem zugeordneten Nutzer umfasst:
• wiederholtes Bestimmen der Positionsdaten des UWB-Tokens innerhalb des räumli chen Bereiches unter Verwendung der Lokalisierungssensoren,
• Senden einer Authentifizierungsanfrage an die Authentifizierungsvorrichtung zum Prüfen der Anwesenheit des UWB-Tokens an dem zugeordneten Nutzer, wobei die Positionsdaten der Authentifizierungsvorrichtung innerhalb des räumlichen Berei ches bekannt sind,
• Empfangen einer Authentifizierungsbestätigung des Authentifizierens des Nutzers von der Authentifizierungsvorrichtung, wobei die Authentifizierungsbestätigung ein erfolgreiches Validieren der erfassten Authentifizierungsdaten des Nutzers bestä tigt, welches die Anwesenheit des UWB-Tokens an dem Nutzer anzeigt, wobei das erfolgreiche Validieren voraussetzt, dass sich die Positionsdaten des UWB-Tokens während des Authentifizierens innerhalb eines Erfassungsbereichs relative zu den bekannten Positionsdaten der Authentifizierungsvorrichtung befinden und eine aus reichende Übereinstimmung der erfassten Authentifizierungsdaten mit dem Refe renzwert vorliegt.
Nach Ausführungsformen ist das Verfahren zum Steuern des UWB-Überwachungssystems dazu konfiguriert jede der zuvor beschrieben Ausführungsformen des UWB- Überwachungssystems zu steuern.
Nach Ausführungsformen umfasst das Verfahren zum Steuern des UWB- Überwachungssystems zur Überwachen der Anwesenheit des UWB-Tokens an dem zuge ordneten Nutzer ferner:
• Erfassen von Sensordaten in dem räumlichen Bereich unter Verwendung der UWB- Sensoren, wobei die erfassten Sensordaten personenbezogene Sensordaten umfas sen,
• Filtern der erfassten Sensordaten unter Verwendung eines Anonymisierungsfilters, wobei der Anonymisierungsfilter dazu konfiguriert ist, die personenbezogenen Sen sordaten zu anonymisieren,
• Auswerten der erfassten Sensordaten zum Detektieren eines Ausnahmeereignisses,
• auf das Detektieren des Ausnahmeereignisses hin, zeitlich begrenzten Aussetzen des Anonymisierens der personenbezogene Sensordaten.
Im Weiteren werden Ausführungsformen der Erfindung mit Bezugnahme auf die Zeichnun gen näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 ein schematisches Diagramm eines exemplarischen UWB-Tokens,
Figur 2 ein Flussdiagramm eines exemplarischen Verfahrens zum Ausstellen eines abge leiteten Berechtigungsnachweises,
Figur 3 ein Flussdiagramm eines exemplarischen Verfahrens zum Ausstellen eines abge leiteten Berechtigungsnachweises,
Figur 4 ein schematisches Diagramm eines exemplarischen UWB- Überwachungssystems,
Figur 5 ein schematisches Diagramm eines exemplarischen UWB- Überwachungssystems,
Figur 7 ein schematisches Diagramm eines exemplarischen UWB-Sensors,
Figur 8 ein schematisches Diagramm einer exemplarischen Prüfmoduls,
Figur 9 ein Flussdiagramm eines exemplarischen Verfahrens zum Prüfen eines abgelei teten Berechtigungsnachweises,
Figur 10 ein Flussdiagramm eines exemplarischen Verfahrens zum Steuern eines UWB- Überwachungssystems und
Figur 11 ein Flussdiagramm eines exemplarischen Verfahrens zum Steuern eines UWB- Überwachungssystems.
Elemente der nachfolgenden Ausführungsformen, die einander entsprechen, werden mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet.
Figur 1 zeigt einen exemplarischen UBW-Token 112, welcher einen Prozessor 130, einen Speicher 132 und eine UWB-Antenne 134 umfasst. Der Prozessor 130 ist dazu konfiguriert durch Ausführen von Programminstruktionen, welche beispielsweise in dem Speicher 132 gespeichert sind, den UBW-Token 112 zu steuern. In dem Speicher 132 ist ein Berechti gungsnachweis 133 gespeichert, welcher eine Zugriffsberechtigung eines dem ersten UWB- Token zugeordneten ersten Nutzers sowie eine Ausstellberechtigung des ersten Nutzers zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise umfasst. Beispielsweise handelt es sich bei dem Berechtigungsnachweis 133 um ein digitales Zertifikat. Ferner ist in dem Spei cher 132 beispielweise ein Identifikator des UWB-Tokens 112, etwa eine Token-ID, gespei chert ist. Zum Lokalisieren und/oder Identifizieren des UWB-Tokens 112, sendet dieser UWB-Signale, welche einen Zeitstempel und/oder die Token-ID umfassen. Anhand dieser UWB-Signale des UBW-Tokens 112 oder UWB-Signalen von UWB-Antennen bzw. UWB- Sensoren des UWB-Überwachungssystems kann der UBW-Token 112 durch das UWB- Überwachungssystem lokalisiert und/oder identifiziert werden. Alternative kann der UBW- Token 112 selbst die Lokalisierung anhand einer Triangulation von UWB- Lokalisierungssignalen vornehmen, welche der UBW-Token 112 von UWB- Lokalisierungssensoren des UWB-Überwachungssystems empfängt. Zur Abstandsmessung eines Abstands zu einem weiteren UWB-Token, beispielsweise ein UWB-Token für welches ein abgeleiteter Berechtigungsnachweis auszustellen ist, kann eine Laufzeitmessung von ein oder mehreren UWB-Signalen verwendet werden, welche zwischen dem UBW-Token 112 und dem weiteren UWB-Token ausgetauscht werden.
Bei einem Ausführen der Programminstruktionen steuert der Prozessor das UWB-Token 112 einen aus seinem Berechtigungsnachweis 133 abgeleiteten Berechtigungsnachweis für einen Nutzer eines weiteren UWB-Tokens auszustellen. Hierzu kann der UBW-Token 112 eine Nutzerschnittstelle 136 umfassen mittels derer der Nutzer mit dem UBW-Token 112 interagieren kann. Die Nutzerschnittstelle 136 umfasst beispielsweise eine Eingabevorrich-
tung sowie eine Ausgabevorrichtung, etwa eine Tastatur und ein Display oder ein Touch- Display. So kann dem Nutzer des UWB-Tokens 112 mittels der Ausgabevorrichtung der aus zustellende Berechtigungsnachweis angezeigt werden und eine Zustimmung des Nutzers über die Eingabevorrichtung empfangen werden. Das Ausstellen des abgeleiteten Berechti gungsnachweises kann ferner ein Authentifizieren des Nutzers des UWB-Tokens 112 erfor dern. Hierzu kann das UWB-Token 112 eine Authentifizierungsvorrichtung 138 umfassen, welche einen Authentifizierungssensorelement 139 zum Erfassen von Authentifizierungsda- ten des Nutzers aufweist. Die Authentifizierung kann beispielsweise unter Verwendung von biometrischen und/oder verhaltensbasierten Authentifizierungsdaten des Nutzers erfolgen.
Figur 2 zeigt ein exemplarisches Verfahren zum Ausstellen eines abgeleiteten Berechti gungsnachweises unter Verwendung eines ersten UWB-Tokens. In Block 400 empfängt das erste UWB-Token eine Ausstellanfrage zum Ausstellen eines von einem ersten Berechti gungsnachweis des ersten UWB-Tokens abgeleiteten zweiten Berechtigungsnachweises für einen zweiten Nutzer eines zweiten UWB-Tokens. In Block 402 werden erste Positionsdaten einer ersten Position des ersten UWB-Tokens innerhalb eines räumlichen Bereichs durch unter Verwendung der UWB-Lokalisierungssensoren des UWB-Überwachungssystems be stimmt. Die Bestimmung erfolgt beispielsweise durch das erste UWB-Token mittels Triangu lation von UWB-Lokalisierungssignalen oder durch das Überwachungssystem, welches das Ergebnis einer Triangulation von UWB-Lokalisierungssignalen, d.h. die ersten Positionsda ten, an das erste UWB-Token sendet. In Block 404 empfängt das erste UWB-Token zweite Positionsdaten einer zweiten Position des zweiten UWB-Tokens innerhalb des räumlichen Bereichs durch das erste UWB-Token. Diese zweite Positionsdaten werden unter Verwen dung der UWB-Lokalisierungssensoren des UWB-Überwachungssystems durch das zweite UWB-Token oder das UWB-Überwachungssystem bestimmt und an den ersten UWB-Token gesendet. Beispielsweise können die zweiten Positionsdaten auch mit der Ausstellanfrage in Block 400 mitempfangen werden. Nach Ausführungsformen können die Schritte 402 und 404 auch zu einem einzigen Schritt eines Ermittelns von Positionsdaten der beiden UWB- Token zusammengefasst werden. Bei den Positionsdaten kann es sich beispielsweise um einen Abstand zwischen den beiden UWB-Token handeln, welcher mittels einer Laufzeit messung eines UWB-Signals zwischen den beiden UWB-Token bestimmt wird. In diesem Fall ist beispielsweise kein UBW-Überwachungssystem notwendig. Vielmehr können bereits die beiden UWB-Token für sich hinreichend sein. Nach Ausführungsformen können ein oder mehrere weitere UWB-Token anwesend sein und beispielsweise zur Bestimmung der Posi tionsdaten beitragen, etwa im Zuge einer Triangulation. In Block 406 wird unter Verwen dung der ersten und zweiten Positionsdaten geprüft, ob die erste und zweite Position ein positionsbezogenes Kriterium erfüllen. Dieses positionsbezogene Kriterium legt beispiels weise fest, dass ein Abstand zwischen der ersten und zweiten Position kleiner gleich einem für ein Ausstellen von Berechtigungsnachweisen zulässigen Maximalabstand ist und/oder
dass sich die erste und zweite Position innerhalb eines vordefinierten Abschnitts des räum lichen Bereichs befinden. In Block 408 wird der abgeleiteten zweiten Berechtigungsnach weis durch das erste UWB-Token ausgestellt, falls positionsbezogenen Kriterium erfüllt ist. Der abgeleitete zweite Berechtigungsnachweis umfasst eine Zugriffsberechtigung für den zweiten Nutzer des zweiten UWB-Tokens umfasst. In Block 410 wird der abgeleitete zweite Berechtigungsnachweise an das zweite UWB-Token.
Ferner kann das Verfahren beispielsweise ein Anzeigen einer Zustimmungsanfrage auf einer Ausgabevorrichtung einer Nutzerschnittstelle des ersten UWB-Tokens umfassen, wobei das Ausstellen des abgeleiteten zweiten Berechtigungsnachweises erst auf ein Empfangen einer Zustimmungsbestätigung des ersten Nutzers über eine Eingabevorrichtung des Nutzer schnittstelle des ersten UWB-Tokens erfolgt. Ferner kann das Verfahren ein Authentifizie ren des Nutzers des ersten UWB-Tokens unter Verwendung eines Authentifizierungs- sensors des UWB-Tokens umfassen. Hierzu erfasst der erste UWB-Token beispielsweise biometrische, verhaltensbasiertem, wissensbasierte oder besitzbasierte Authentifizie- rungsdaten des Nutzers und prüft diese unter Verwendung von Referenzwerten.
Figur 3 zeigt ein exemplarisches Verfahren zum Ausstellen eines abgeleiteten Berechti gungsnachweises unter Verwendung zweier UWB-Token. Zusätzlich zu dem ersten UWB- Token wird ein weiterer (dritter) UWB-Token benötigt, um ein 4-Augen-Prinzip beim Aus stellen des Berechtigungsnachweises zu implementieren. Die Blöcke 420 bis 426 der Figur 3 entsprechen den Blöcken 400 bis 406 der Figur 2. Zusätzlich sendet der erste UWB-Token in Block 428 eine Anfrage zum Bestätigen des Ausstellens des abgeleiteten Berechtigungs nachweis an das dritte UWB-Token. Beispielsweise ist der dritte UWB-Token vorgegeben oder das erste UWB-Token empfängt eine Liste von dem UWB-Überwachungssystem, wel che ein oder mehrere UWB-Token identifiziert, die sich innerhalb eines vordefinierten Ab stands von dem ersten UWB-Token befinden und zum bestätigen des Ausstellens geeignet ist, Beispielsweise verfügen diese UWB-Token gemäß der Liste über einen Berechtigungs nachweis mit der Zugriffsberechtigung und einer Ausstellberechtigung zum Ausstellen ab geleiteter Berechtigungsnachweise. Aus dieser Liste wählt das erste UWB-Token das dritte UWB-Token beispielsweise aus. In Block 430 wird eine Ausstellbestätigung des dritten UWB-Tokens empfangen, welche beispielsweise einen dritten Berechtigungsnachweis eines dem dritten UWB-Token zugeordneten dritten Nutzers umfasst. Der dritte Berechtigungs nachweis umfasst eine Zugriffsberechtigung sowie eine Ausstellberechtigung des dritten Nutzers zum Ausstellen abgeleiteter Berechtigungsnachweise. In Schritt 432 werden dritte Positionsdaten einer dritten Position des dritten UWB-Tokens innerhalb des räumlichen Bereichs empfangen, welche unter Verwendung der UWB-Lokalisierungssensoren des UWB-Überwachungssystems erfasst wurden. Alternativ können dritten Positionsdaten ei nen Abstand zwischen dem dritten UWB-Token und dem ersten und/oder zweiten UWB-
Token umfassen. Dieser Abstand kann durch Laufzeitmessung von zwischen den UWB- Token ausgetauschten UWB-Signalen bestimmt werden, ohne dass dazu ein UWB- Überwachungssystem notwendig ist. Die dritten Positionsdaten können von dem dritten UWB-Token, zum Beispiel zusammen mit der Ausstellbestätigung in Block 430, oder von dem UWB-Überwachungssystem empfangen werden. In Block 434 prüft das erste UWB- Token unter Verwendung der ersten und dritten Positionsdaten, ob die erste und dritte Position ebenfalls das positionsbezogene Kriterium erfüllen. Falls das positionsbezogene Kriterium erfüllt ist, wird das Verfahren mit Block 436 fortgesetzt. Die Blöcke 436 bis 438 der Figur 3 entsprechen schließlich wieder den Blöcken 408 bis 410 der Figur 2.
Figur 4 zeigt ein exemplarisches UWB-Überwachungssystem 100 zur Überwachung eines räumlichen Bereiches 102, etwa eines zugangsbeschränkten räumlichen Bereiches. Handelt es sich bei dem räumlichen Bereich 102 um einen zugangsbeschränkten räumlichen Be reich, ist dieser zugangsbeschränkte räumliche Bereich beispielsweise gegenüber der Um gebung abgegrenzt und bestimmungsgemäß nur über ein oder mehrere Ein- bzw. Ausgänge 104 betretbar. Beispielsweise handelt es sich bei dem räumlichen Bereich um einen Indoor- Bereich bzw. Innenbereich innerhalb eines Gebäudes. Alternativ oder zusätzlich kann der räumliche Bereich auch einen Outdoor-Bereich bzw. Außenbereich außerhalb eines Gebäu des umfassen. Beispielsweise kann dieser Outdoor-Bereich ein zugangsbeschränkter Be reich sein, welcher eingefriedet ist. Eine Einfriedung kann beispielsweise einen Zaun, eine Mauer und/oder eine Hecke umfassen. Ein zugangsbeschränkte räumliche Bereich 102 kann beispielsweise in eine Mehrzahl räumlicher Abschnitte 106 unterteilt sein, welche selbst jeweils bestimmungsgemäß nur über ein oder mehrere Ein- bzw. Ausgänge 108 bet retbar sind.
Das UWB-Überwachungssystem 100 umfasst eine Mehrzahl von über den räumlichen Be reich 102 verteilten UWB-Sensoren 110. Die UWB-Sensoren 110 sind für ein Erfassen von Sensordaten, wie etwa Positionsdaten, Bewegungsdaten, Bilddaten, Tondaten, Vibrations daten, Temperaturdaten, Strukturdaten, Gaskonzentrationsdaten, Partikelkonzentrations daten etc. konfiguriert. Ferner sind die UWB-Sensoren 110 für ein Übertragen der erfassten Sensordaten mittels UWB, d.h. über ein von dem UWB-Überwachungssystem 100 bereitge stellten UWB-Netzwerk, konfiguriert. Hierbei können die UWB-Sensoren 110 als UWB- Transceiver zum Weiterleiten von UWB-Übertragungssignalen innerhalb des Überwa chungssystem 100 konfiguriert. Ferner kann das UWB-Überwachungssystem 100 zusätzlich zu den UWB-Sensoren 110 ein oder mehrere UWB-Transceiver 111 umfassen, welche zum Weiterleiten der UWB-Übertragungssignale konfiguriert sind. Das von dem Überwachungs system 100 implementierte UWB-Netzwerk ist beispielsweise ein digitales Funknetzwerk mit einer Mesh-Topologie, welches zum Übertragen der erfassten Sensordaten unter Ver wendung von UWB konfiguriert ist. Beispielsweise erfolgt eine Übertragung von Sensorda-
ten innerhalb des UWB-basierten Funknetzwerks mit Mesh-Topologie unter Verwendung eines positionsbasierten Routingverfahrens. Nach Ausführungsformen erfolgt eine Daten übertragung der UWB-Sensoren 110 ausschließlich mittels UWB. Nach Ausführungsformen sind ein oder mehrere der UWB-Sensoren 110 zusätzlich für eine zumindest teilweise und/oder vollständig kabelgebundene Übertragen der erfassten Sensordaten konfiguriert. Nach Ausführungsformen sind alle UWB-Sensoren 110 zusätzlich für eine zumindest teil weise und/oder vollständig kabelgebundene Übertragen der erfassten Sensordaten konfi guriert. Beispielsweise kann auch eine UWB-Radarfunktionalität für die Detektion von Per sonen eingebunden und/oder implementiert werden, welche keinen UWB-Token tragen.
Die UWB-Sensoren 110 umfassen beispielsweise Anonymisierungsfilter, welche dazu konfi guriert sind, die erfassten Sensordaten zu filtern. Im Zuge des Filterns werden personenbe zogene Sensordaten anonymisiert. Personenbezogene Sensordaten umfassen beispielswei se Bilddaten, auf welche Personen identifizierbar sind. Die gefilterten Sensordaten werden beispielweise über das UWB-Netzwerk an ein Steuermodul 116 übertragen. Bei dem Steu ermodul 116 kann es sich um ein zentrales Steuermodul oder ein dezentrales Steuermodul handeln. Das Steuermodul 116 ist beispielsweise dazu konfiguriert die von den UWB- Sensoren 110 erfassten Sensordaten auszuwerten zum Detektieren von Ausnahmeereignis sen, wie etwa einer Gefahrensituation oder einem unberechtigten Zutritt zu dem räumli chen Bereich 102. Auf das Detektieren eines Ausnahmeereignisses hin, wird das Anonymi- sierens der personenbezogene Sensordaten zeitlich begrenzt ausgesetzt.
Das Steuermodul 116 ist beispielsweise ferner dazu konfiguriert Anfragen nach erfassten Sensordaten zu empfangen, Berechtigungsnachweise zum Zugriff auf die entsprechenden Sensordaten zu prüfen und im Falle einer erfolgreichen Prüfung Zugriff auf die angefragten Sensordaten zu gewähren. Im Falle eines detektierten Ausnahmeereignisses wird bei spielsweise auch ein Zugriff auf personenbezogene Sensordaten gewährt, deren Anonymi sierung vorübergehend ausgesetzt ist. Die Berechtigungsnachweise können beispielsweise auf Berechtigungszertifikaten und/oder Berechtigungsprofilen der Anfragenden basieren, welche Zugriffsberechtigungen der Anfragenden definieren. In einem Nutzer und/oder UWB-Token zugeordneten Berechtigungsprofil sind beispielsweise sämtliche einem und/oder UWB-Token zugeordneten Zugriffsberechtigungen gespeichert. Der Umfang der gewährten Zugriffsberechtigung kann nach Ausführungsformen beispielsweise davon ab- hängen, ob eine Ausnahmesituation detektiert wird.
Das Überwachungssystem 100 kann ferner dazu konfiguriert sein unter Verwendung von UWB-Sensoren UWB-Token 112, 113 innerhalb des räumlichen Bereiches 102 zu lokalisie ren. Hierzu werden beispielsweise UBW-Lokalisierungssignale 107 verwendet, welche von den UWB-Antennen 110 an die entsprechenden UWB-Token 112, 113 gesendet werden
und umgekehrt. Anhand von Laufzeitunterschieden der übertragenen Signale können bei spielsweise mittels Triangulation die relativen Positionen der UBW-Token 112, 113 zu den festinstallierten UWB-Antennen 110 und somit die Positionen der UBW-Token 112, 113 in dem räumlichen Bereich 102 präzise bestimmt werden. Da die übertragenen UBW- Lokalisierungssignale 107 ohne Kenntnis der verwendeten UWB-Kodierung kaum von Hin tergrundrauschen zu unterscheiden sind und somit effektiv obfuskiert werden, können Ver suche einer unberechtigten Lokalisierung der UWB-Token 112, 113 im Zuge von unerlaub ten Ausspähversuchen effektiv verhindert werden. Dies wird zusätzlich unterstützt durch die verhältnismäßig kurze Reichweite der UWB-Signale, welche Ausspähversuche aus der Ferne effektiv kontern. Die UWB-Token 112 kennzeichnen beispielsweise Nutzer bzw. Trä ger mit Zugriffsberechtigungen, welche Zugangsrechte zu dem räumlichen Bereich 102 ge währen, falls es sich bei diesem um einen zugangsbeschränkten räumlichen Bereich han delt. Ferner können die UWB-Token 112 Zugriffsberechtigungen mit trägerspezifische Zu gangsrechten definieren, falls für einzelne räumliche Abschnitte des räumlichen Bereiches 102 unterschiedliche Zugangsberechtigungen notwendig sind. Anhand der UWB-Token 112 kann somit bestimmt werden, wo sich zugangsberechtigte Personen aufhalten. Falls Perso nen detektiert werden, welchen kein UWB-Token 112 zugeordnet werden kann, ist dies ein Hinweis auf einen Versuch eines unberechtigten Eindringens, welcher beispielsweise als ein Ausnahmeereignis detektiert wird. Die UWB-Token 112 können ferner dazu konfiguriert sein für andere UWB-Token 113 abgeleitete Berechtigungsnachweise auszustellen und UWB-Token 113 damit ebenfalls Zugriffsberechtigungen mit Zugangsrechten zu räumlichen Abschnitten des räumlichen Bereiches 102 zu gewähren.
Die UWB-Token 112, 133 umfassen ferner beispielsweise Authentifizierungssensoren zum Erfassen von Authentifizierungsdaten der Nutzer dieser UWB-Token 112, 113. Anhand der erfassten Authentifizierungsdaten können die Nutzer der UWB-Token 112, 113 authentifi ziert werden. Im Falle eines erfolgreichen Authentifizierens handelt es sich bei dem Nutzer des UWB-Tokens 112 um den dem UWB-Token 112, 113 zugordneten Nutzer. Mithin kön nen als Positionsdaten des entsprechenden Nutzers die Positionsdaten des UWB-Tokens 112 verwendet werden. Im Falle eines erfolglosen Authentifizierens handelt es sich bei dem Nutzer des UWB-Tokens 112 nicht um den zugeordneten Nutzer. Mithin liegt ein Manipula tionsversuch vor, welcher auf diese Weise effektiv erkannt werden kann. Ferner kann si chergestellt werden, welche Nutzer tatsächlich an dem Ausstellen der abgeleiteten berech- tigungsnachweise teilnehmen.
Figur 5 zeigt eine Ausführungsform des Überwachungssystem 100 aus Figur 1, welche zu sätzlich stationäre Prüfmodule 140 umfasst. Die stationäre Prüfmodule 140 sind beispiels weise über den räumlichen Bereich 102 verteilt an strategisch relevanten und/oder vorteil haften Positionen angeordnet und zum Prüfen abgeleiteter Berechtigungsnachweise konfi-
guriert. Beispielsweise sind die stationären Prüfmodule 140 an Ein- bzw. Ausgänge 108 an geordnet, über welche die einzelnen und/oder sicherheitskritische räumliche Abschnitte 106 des räumlichen Bereiches 102 betreten bzw. verlassen werden können.
Figur 6 zeigt ein exemplarisches UWB-Überwachungssystem 100 zur Überwachung eines räumlichen Bereiches 102. Das gezeigte UWB-Überwachungssystem entspricht weitestge hend dem Figur 1 gezeigten UWB-Überwachungssystem, allerdings erfolgt eine Kommuni kation innerhalb des UWB-Überwachungssystems 100 kabelgebunden unter Verwendung eine LAN-Netzwerkes. Nach Ausführungsformen können eine Verwendung von UWB und LAN auch miteinander kombiniert werden. Beispielsweise wird beides simultan verwendet oder eine UWB-Kommunikation ist als Ausfallschutz für den Fall eines Versagens des Lan- Metzwerks implementiert. Das UWB-Überwachungssystem 100 umfasst eine Mehrzahl von über den räumlichen Bereich 102 verteilten UWB-Sensoren 110. Die UWB-Sensoren 110 sind für ein Erfassen von Sensordaten, wie etwa Positionsdaten, Bewegungsdaten, Bildda ten, Tondaten, Vibrationsdaten, Temperaturdaten, Strukturdaten, Gaskonzentrationsdaten, Partikelkonzentrationsdaten etc. konfiguriert. Die UWB-Sensoren 110 sind mittels LAN- Verbindungen 115 zur Übertragung erfasster Sensordaten an ein lokales kabelgebundenes Netzwerk mit einem Steuerungsmodul 116 zum Steuern des Betriebs des UWB- Überwachungssystems 100 angeschlossen. Das Steuerungsmodul 116 ist zur Steuerung des UWB-Überwachungssystems 100 konfiguriert. Einige UWB-Sensoren der Mehrzahl von UWB-Sensoren 110 umfassen ein Steuermodul mit einer Notfunktion. Die Notfunktion um fasst Steuerungsfunktionen zumindest zum lokalen Betrieb eines Teils des UWB- Überwachungssystems 100 unter Verwendung eines UWB-Mesh-Netzwerks. Nach Ausfüh rungsformen können beispielsweise auch nur die UWB-Sensoren 110 mit Steuermodul mit tels LAN-Verbindungen 115 an das lokale kabelgebundene Netzwerk angeschlossen sein.
Die weiteren UWB-Sensoren 110 können in diesem Fall beispielsweise mittels UWB- Verbindungen über die UWB-Sensoren 110 mit Steuermodul mit dem Steuerungsmodul 116 verbunden sein.
Das Überwachungssystem 100 kann ferner dazu konfiguriert sein unter Verwendung der UWB-Sensoren 110 UWB-Token 112 innerhalb des räumlichen Bereiches 102 zu lokalisie ren. Hierzu werden beispielsweise UBW-Lokalisierungssignale 107 verwendet, welche von als Lokalisierungssensoren konfigurierten UWB-Sensoren 110 an die entsprechenden UWB- Token 112 gesendet werden und umgekehrt. Anhand von Laufzeitunterschieden der über tragenen Signale können beispielsweise mittels Triangulation die relativen Positionen der UBW-Token 112 zu den UWB-Antennen der festinstallierten UWB-Sensoren 110 und somit die Positionen der UBW-Token 112 in dem räumlichen Bereich 102 präzise bestimmt wer den. Das lokale kabelgebundene Netzwerk kann eine beliebige Netzwerktopologie aufwei- sen.
Die UWB-Token 112 können als Authentifizierungsvorrichtungen konfiguriert sein. Alterna tive und/oder zusätzlich können stationäre Authentifizierungsvorrichtungen vorgesehen sein, wie etwa im Falle des UWB-Überwachungssystems 110 der Figur 2.
Figur 7 zeigt einen exemplarischen UBW-Sensor 110. Dieser UBW-Sensor 110 umfasst einen Prozessor 120, welcher Programminstruktionen ausführt, die beispielsweise in einem Spei cher 124 des UBW-Sensor 110 gespeichert sind, und den UBW-Sensor 110 gemäß den Pro gramminstruktionen steuert. Der UBW-Sensor 110 umfasst ferner ein Sensorelement 122, welches beispielsweise zum Erfassen optischer, akustischer, chemischer, thermischer, elektromagnetischer und/oder vibrationsbasierter Sensordaten konfiguriert ist. Die erfass ten Sensordaten können beispielsweise in Abhängigkeit des verwendeten Sensorelements 122 personenbezogene Sensordaten umfassen. Falls der UWB-Sensor 110 zum Erfassen personenbezogene Sensordaten konfiguriert ist, umfasst der UWB-Sensor 110 ferner einen Anonymisierungsfilter zum Anonymisieren der personenbezogene Sensordaten, andernfalls nicht. Das Anonymisieren kann beispielsweise ein Löschen der erfassten personenbezogene Sensordaten von dem Speicher 124 umfassen. Ferner kann das Anonymisieren beispiels weise ein Verschlüsseln der erfassten personenbezogene Sensordaten umfassen. Schließ lich umfasst der UWB-Sensor 110 eine UWB-Antenne 126 zum Senden und Empfangen von Daten mittels UWB. Insbesondere kann der UBW-Sensor 110 als UWB-Lokalisierungssensor konfiguriert sein, d.h. zum Senden eines UWB-Lokalisierungssignals und/oder zum Empfan gen und Auswerten von UWB-Lokalisierungssignalen basierend auf einer Laufzeitmessung der entsprechenden UWB-Lokalisierungssignale. Nach Ausführungsformen kann der UWB- Sensor 110 beispielsweise zusätzlich eine Kommunikationsschnittstelle für eine kabelge bundene Datenübertragung umfassen.
Figur 8 zeigt ein exemplarisches Prüfmodul 140, welche einen Prozessor 142 und einen Speicher 144 umfasst. In dem Speicher 144 sich Programminstruktionen gespeichert, deren Ausführung durch den Prozessor 142 diesen dazu veranlasst, einen abgeleitetes Berechti gungsnachweis zu prüfen. Hierzu umfasst das Prüfmodul 140 beispielsweise eine Nutzer schnittstelle 146 mittels derer der Nutzer mit der Prüfmodul 140 interagieren kann. Die Nutzerschnittstelle 146 umfasst beispielsweise eine Eingabevorrichtung sowie eine Ausga bevorrichtung, etwa eine Tastatur und ein Display oder ein Touch-Display. Eine Antenne 148, z.B. eine UWB-Antenne, zum Empfangen des zu prüfenden Berechtigungsnachweises sowie von Positionsdaten des UWB-Tokens, der den entsprechenden Berechtigungsnach weis vorweist. Beispielsweise ist das Prüfmodul 140 in eine Zutrittskontrollvorrichtung inte griert, welche den Zutritt zu einem Abschnitt eines überwachten räumlichen Bereichs kon trolliert, wie etwa einer Tür, Drehkreuz, Schranke oder Schleuse.
Figur 9 zeigt ein exemplarisches Verfahren zum Prüfen eines abgeleiteten Berechtigungs nachweises eines einem UWB-Token zugeordneten Nutzers durch ein Prüfmodul eines UWB-Überwachungssystems zum Überwachen eines räumlichen Bereichs. In Block 440 wird eine Berechtigungsanfrage an das UWB-Token gesendet. In Block 442 wird der zu prü fende abgeleitete Berechtigungsnachweis empfangen. Ferner werden in Block 444 Positi onsdaten einer Position des UWB-Tokens innerhalb des räumlichen Bereichs unter Ver wendung der UWB-Lokalisierungssensoren des UWB-Überwachungssystems empfangen und/oder bestimmt. Die Positionsdaten werden beispielsweise entweder durch das UWB- Überwachungssystem bestimmt und dem Prüfmodul zur Verfügung gestellt oder die Positi onsdaten können von dem UWB-Token bestimmt und an das Prüfmodul gesendet werden. In Block 446 wird die Gültigkeit des empfangenen abgeleiteten Berechtigungsnachweises geprüft. Eine Gültigkeit des abgeleiteten Berechtigungsnachweises erfordert beispielsweise eine Zugriffsberechtigung und eine Ausstellberechtigung eines Berechtigungsnachweises, aus welchem der abgeleitete Berechtigungsnachweis abgeleitet wurde. Ferner wird bei spielsweise ein Erfüllen eines positionsbezogenen Kriteriums durch die Position des UWB- Tokens geprüft. Ist die Prüfung des Berechtigungsnachweises erfolgreich folgt in Block 448 ein Erzeugen eines Zugriffsfreigabesignals, welches eine Freigabe eines Zugriffs bestätigt.
Figur 10 zeigt ein exemplarisches Verfahren zum Steuern eines UWB- Überwachungssystems. In Block 200 werden Sensordaten in einem räumlichen Bereich durch UWB-Sensoren des UWB-Überwachungssystems erfasst. Die erfassten Sensordaten können personenbezogene Sensordaten umfassen. In Block 202 werden die erfassten Sen sordaten unter Verwendung von Anonymisierungsfiltern der UWB-Sensoren gefiltert. Dabei werden personenbezogene Sensordaten anonymisiert. Ein solches Anonymisieren umfasst beispielsweise ein Löschen oder Verschlüsseln der zu anonymisierenden Sensordaten. In Block 204 werden die erfassten und gefilterten Sensordaten zum Detektieren eines Aus nahmeereignisses ausgewertet. Dies erfolgt beispielsweise durch ein zentrales oder dezent rales Steuermodul des UWB-Überwachungssystems. In Block 206 wird auf ein Detektieren eines Ausnahmeereignisses hin, ein zeitlich begrenztes Aussetzen des Anonymisierens der personenbezogene Sensordaten beispielsweise durch das Steuermodul veranlasst.
Figur 11 zeigt ein exemplarisches Verfahren zum Steuern eines UWB- Überwachungssystems. In Block 300 empfängt das UWB-Überwachungssystem, beispiels weise ein Steuermodul des UWB-Überwachungssystems, eine Anfrage zum Freigeben von erfassten Sensordaten. In Block 302 wird, beispielsweise durch das Steuermodul, eine von der Anfrage umfasster Berechtigungsnachweis zum Zugriff auf die angefragte Sensordaten geprüft. Bei dem Berechtigungsnachweis kann es sich beispielsweise um ein Berechtigungs zertifikat handeln oder um einen Identifikator eines hinterlegten Berechtigungsprofils des Anfragenden. In Block 304 wird auf eine erfolgreiche Prüfung des Berechtigungsnachweises
hin, ein Zugriff auf die angefragten Sensordaten freigegeben. Beispielsweise werden die angefragten Sensordaten an den Anfragenden gesendet oder auf einer lokalen Anzeigevor richtung des Überwachungssystems angezeigt.
Bezugszeichenliste
100 UWB-Überwachungssystem
102 räumlicher Bereich
104 Zugang/Ausgang
106 räumlicher Abschnitt
108 Zugang/Ausgang
107 UWB-Lokalisierungssignal
110 UWB-Sensor
111 UWB-Transceiver
112 UWB-Token
113 UWB-Token
114 UWB-Verbindung
115 LAN-Verbindung
116 Steuermodul
120 Prozessor
122 Sensorelement
123 Filter
124 Speicher
126 UWB-Antenne
130 Prozessor
132 Speicher
133 Berechtigungsnachweis
134 UWB-Antenne
136 Nutzerschnittstelle
138 Authentifizierungsvorrichtung
139 Authentifizierungssensor
140 Prüfmodul
142 Prozessor
144 Speicher
146 Nutzerschnittstelle
148 Antenne