Zusammensetzung mit probiotischen Bakterien und Protektor-Stämmen
Die vorliegende Erfindung betrifft eine kosmetische oder dermatologische Zusammenset zung, die mindestens einen probiotisch wirksamen Bakterienstamm, der bei Ansiedlung auf der Haut die Hautgesundheit positiv beeinflusst, einen Protektor-Stamm der Gattung Lacto bacillus und mindestens einen kosmetischen Hilfsstoff umfasst. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur kosmetischen oder dermatologischen Behandlung der Haut, bei dem man die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung auf die Haut aufträgt. Die Erfindung be trifft ferner auch ein Verfahren zur Herstellung der kosmetischen oder dermatologischen Zu sammensetzung der vorliegenden Erfindung.
Der Wunsch, schön und attraktiv auszusehen, ist von Natur aus im Menschen verwurzelt. Auch wenn das Schönheitsideal im Laufe der Zeit Wandlungen erfahren hat, so ist das Stre ben nach einem makellosen Äußeren immer das Ziel der Menschen gewesen, da ein sympa thisches Erscheinungsbild ihr Selbstwertgefühl und die Anziehungskraft auf ihre Mitmen schen erhöht. Einen wesentlichen Anteil an einem schönen und attraktiven Äußeren hat da bei der Zustand und das Aussehen der Haut.
Kosmetische und dermatologische Zusammensetzungen zur Verbesserung der Hautge sundheit sind im Stand der Technik umfangreich beschrieben. In den vergangenen Jahren ist zunehmend spekuliert worden, dass Störungen der Hautgesundheit, die durch Infektionen, Stress, falsche Ernährung, Medikamente, Umweltfaktoren oder ähnliches ausgelöst werden, auf unerwünschte Veränderungen des natürlichen Hautmikrobioms zurückzuführen sein könnten.
Es wurden daher Behandlungsansätze vorgeschlagen, bei denen das Hautmikrobiom durch die gezielte Ansiedlung von metabolisch aktiven, probiotisch wirksamen Bakterienstämmen zu verbessern, indem die Mikrobiom-Homöostase wiederhergestellt oder aufrecht erhalten wird. US 2018/0104283 A1 beschreibt ein Verfahren, bei dem natürlich auf der Haut vor kommende Bakterienstämme der Haut zugeführt werden, um potenziell pathogene Mikroor ganismen zu verdrängen. WO 2016/172196 A1 beschreibt ein Verfahren zur Behandlung von Akne bei einem Patienten, bei denen lebende C. acnes- Stämme auf die Haut des Pati enten angesiedelt werden.
Allerdings hat es sich wiederholt als schwierig erwiesen, eine ausreichende Menge der metabolisch aktiven Bakterienstämme auf der Haut anzusiedeln. Da die Haut von Bakterien dicht besiedelt ist, müssen sich Bakterien, die auf die Haut aufgetragen werden, zunächst im Mikrobiom etablieren, was aufgrund der begrenzten Nährstoffe und der komplexen Interakti onen innerhalb der verschiedenen Bakterien im Mikrobiom schwierig ist.
Dies führt regelmäßig dazu, dass auf die Haut aufgetragene Bakterien von den Mikroorga nismen der bestehenden Hautflora verdrängt werden. Aus diesem Grund ist versucht wor den, den auf die Haut aufgetragenen Bakterien ein Wachstum zu ermöglichen, indem zu nächst die bestehende Hautflora mit einem desinfizierenden Mittel oder mit einem Antibioti kum zurückgedrängt wird. Allerdings stellen solche Maßnahmen einen verhältnismäßig schweren Eingriff in das Mikrobiom dar, aus dem sich nachhaltig unerwünschte oder sogar pathologische Verschiebungen im Mikrobiom ergeben können.
Es war daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Zusammensetzungen und Verfahren bereitzustellen, mit denen probiotisch wirksame Bakterienstämme, die die Hautgesundheit positiv beeinflussen, in ausreichender Menge auf der Haut angesiedelt und in das Mikrobiom integriert werden können.
Überraschend gelöst wird die Aufgabe durch eine kosmetische Zusammensetzung, die min destens die folgenden Bestandteile umfasst oder aus diesen besteht: a) mindestens einen probiotisch wirksamen Bakterienstamm, der bei Ansiedlung auf der Haut die Hautgesundheit positiv beeinflusst; b) mindestens einen Protektor-Stamm der Gattung Lactobacillus, der die Ansiedlung des probiotisch wirksamen Bakterienstamms fördert; und c) mindestens einen kosmetischen Hilfsstoff.
Es konnte festgestellt werden, dass die gleichzeitige Verabreichung von probiotisch wirksa men Bakterienstämmen mit Lactobacillus- Stämmen dazu führt, dass die probiotischen Bak terienstämme sich signifikant besser in das bestehende Hautmikrobiom integrieren lassen.
Es wird vermutet, dass Lactobacillus- Stämme die probiotischen Bakterienstämmen nach ihrer Aufbringung auf die Haut vor einer Verdrängung durch die bestehenden Mikroorganis men auf der Haut schützen. Aus diesem Grund werden die Lactobacillus- Stämme vorliegend als "Protektor-Stämme" bezeichnet.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung umfasst, wie oben aufgeführt, als ersten Bestand teil einen probiotisch wirksamen Bakterienstamm, der bei Ansiedlung auf der Haut die Haut-
gesundheit positiv beeinflusst. Wie vorliegend verwendet bedeutet "probiotisch wirksam", dass der betreffende Bakterienstamm bei Verabreichung an den Menschen in ausreichender Menge gesundheitsfördernde Wirkungen vermittelt. Im vorliegenden Fall wird der Begriff im Zusammenhang mit solchen Bakterienstämmen verwendet, die sich nach Verabreichung an die Haut auf dieser ansiedeln, d.h. durch Zellteilung vermehren, und durch ihre Anwesenheit in der Hautflora die Hautgesundheit positiv beeinflussen.
Als probiotisch wirksame Bakterienstämme kommen im Rahmen der vorliegenden Erfindung insbesondere Bakterien der Gattung Staphylococcus und Cutibacterium in Betracht. Bei die sen Gattungen handelt es sich um solche, die in einer normalen Hautflora des Menschen regelmäßig vertreten sind. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform gehört der min destens eine probiotisch wirksame Bakterienstamm zu einer Spezies, die ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Staphylococcus epidermidis, Staphylococcus hominis und Cutibacterium acnes.
Staphylococcus epidermidis und Staphylococcus hominis sind Koagulase-negative, fakultativ pathogene, grampositive Bakterien, welche die Haut und Schleimhäute des Menschen besie delt. Vorzugsweise handelt es sich bei dem mindestens einen S. epidermidis- Stamm und/oder dem mindestens einen S. hominis-Sta nicht um einen A nti b i oti ka- res i ste nte n Stamm. Es sind S. epidermidis- Stämme und S. hominis-Stämme bekannt, die gegen herkömmliche An tibiotika wie Penicillin Resistenzen entwickelt haben und daher mit entsprechenden Präpara ten nicht behandelt werden können. Es ist in der Literatur beschrieben worden, dass S. epidermidis- Stämme und S. hominis-Stämme in der natürlichen Hautflora aktiv an der Kon trolle des Wachstums von pathogenen Erregern wie S. aureus- Stämmen beteiligt sind. Aus diesem Grund führt die Etablierung von Nicht-pathogenen S. epidermidis- Stämmen zur Ver besserung der Hautgesundheit.
Die Spezies C. acnes bezeichnet grampositive, anaerobe, stäbchenförmige Bakterien, die bis 2016 taxonomisch nur als Propionibacterium acnes zusammengefasst wurden. Die Spe zies umfasst pathogene und nicht-pathogene Vertreter. Pathogene Vertreter dieser Spezies C. acnes tragen nach heutigen Erkenntnissen maßgeblich zur Entwicklung von Akne beim Menschen bei während nicht-pathogene Stämme für die Erhaltung einer stabilen Mikrobiom- Zusammensetzung wichtig sind. Die Spezies lässt sich in drei phylogenetisch unterscheidba re Typen einteilen, die vorliegend als Typen I, II und III bezeichnet werden. Die Bakterien vom Typ I werden weiter in die Subtypen IA, IB und IC unterteilt. Subtyp 1A wird weiter in die Untergruppen 1A1 und 1A2 unterteilt. Viele nicht-pathogene Stämme von C. acnes gehören zum (a) Typ I, Subtyp IA, Untergruppe IA2, (b) Typ I, Subtyp IB, oder (c) Typ II.
Es ist daher bevorzugt, dass die erfindungsgemäße Zusammensetzung mindestens einen Stamm der Spezies C. acnes umfasst, wobei dieser Stamm vorzugsweise zum (a) Typ I, Subtyp IA, Untergruppe IA2, (b) Typ I, Subtyp IB, oder (c) Typ II gehört. In einer besonderen Ausführungsform umfasst die Zusammensetzung einen oder mehrere C. acnes Stämme vom Typ I, Subtyp IA, Untergruppe IA2. In einerweiteren besonderen Ausführungsform umfasst die Zusammensetzung einen oder mehrere C. acnes Stämme vom Typ I, Subtyp IB. In einer weiteren besonderen Ausführungsform umfasst die Zusammensetzung einen oder mehrere C. acnes Stämme vom Typ II.
In einerweiteren besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst die erfindungsgemäße Zusammensetzung jeweils mindestens einen Stamm vom Typ I, Subtyp IA, Untergruppe IA2, mindestens einen Stamm vom Typ I, Subtyp IB, sowie mindestens einen Stamm vom Typ II. Besonders bevorzugt ist es, dass die erfindungsgemäße Zusammensetzung mehrere Stäm me vom Typ I, Subtyp IA, Untergruppe IA2, in Kombination mit mehreren Stämmen vom Typ I, Subtyp IB, sowie mehreren Stämmen vom Typ II umfasst.
Es ist bevorzugt, dass die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung eine Gesamtmen ge an probiotisch wirksamen Bakterien im Bereich von 104-1011 CFU/ml, und stärker bevor zugt im Bereich von 107-101° CFU/ml umfasst.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung umfasst als zweiten Bestandteil mindestens ei nen Protektor-Stamm der Gattung Lactobacillus, der die Ansiedlung des probiotisch wirksa men Bakterienstamms fördert. Bakterien der Gattung Lactobacillus sind grampositive, mikroaerophile oder anaerobe Bakterien, die taxonomisch der Familie der Lactobacillaceae zuzuordnen sind. Es handelt sich um grampositive, in der Regel stäbchenförmige Bakterien, die Zucker und Kohlenhydrate zu Milchsäuren vergären. Bakterien der Gattung Lactobacillus sind insbesondere aus der Lebensmittelindustrie hinreichend bekannt, wo sie häufig als Star terkulturen bei der Herstellung von Milchprodukten verwendet werden. Die Gattung umfasst verschiedene Spezies, die ohne Einschränkung im Rahmen der vorliegenden Erfindung Verwendung finden können.
Geeignete Spezies, die in den Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung als Protek tor-Stämme dienen können, umfassen Lactobacillus delbrueckii, Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus, Lactobacillus delbrueckii subsp. delbrueckii, Lactobacillus delbrueckii subsp. lactis , Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus amylolyticus, Lactobacillus amylovorus, Lactobacillus aviaries, Lactobacillus bifermentans, Lactobacillus brevis, Lacto-
bacillus casei, Lactobacillus coryniformis, Lactobacillus crispatus, Lactobacillus crustorum, Lactobacillus curvatus, Lactobacillus dextrinicus, Lactobacillus fermentum, Lactobacillus gasseri, Lactobacillus helveticus, Lactobacillus hilgardii, Lactobacillus iners, Lactobacillus jensenii, Lactobacillus mali, Lactobacillus oryzae, Lactobacillus panis, Lactobacillus para- buchneri, Lactobacillus paracasei, Lactobacillus paralimentarius, Lactobacillus plantarum, Lactobacillus reuteri, Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus ruminis, Lactobacillus salivarius, Lactobacillus selangorensis.
In einerweiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Zusammensetzung der vorlie genden Erfindung zwei oder mehr Protektor-Stämme, wie beispielsweise 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 oder 10 Lactobacillus- Stämme. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem mindestens einen Protektor-Stamm, der der erfindungsgemäßen Zusammen setzung beigefügt wird, um einen Stamm der Spezies Lactobacillus plantarum oder Lactoba cillus rhamnosus. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst die erfindungs gemäße Zusammensetzung mindestens einen Stamm der Spezies Lactobacillus plantarum sowie einen Stamm der Spezies Lactobacillus rhamnosus. In einerweiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die erfindungsgemäße Zusammensetzung mehrere Stämme der Spezies Lactobacillus plantarum sowie mehrere Stämme der Spezies Lactobacillus rhamnosus.
Erfindungsgemäß bevorzugt ist es, dass der mindestens eine Protektor-Stamm eine antibio tisch wirksame Substanz produziert. Bei der antibiotisch wirksamen Substanz kann es sich um ein Bacteriocin handeln, das vom Lactobacillus produziert und an das umgebende Medi um sezerniert wird. Vorzugsweise produziert der Protektor-Stamm ein Bacteriocin, das aus gewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Nisin, Mersacidin, Lactocin, Acidocin B, und Entereocin P. In einerweiteren bevorzugten Ausführungsform produziert der in der erfin dungsgemäßen Zusammensetzung enthaltene Protektor-Stamm 2 oder mehrere der ge nannten Bacteriocine.
Es ist bevorzugt, dass der oder die Protektor-Stämme in Bezug auf Art und Menge so ge wählt werden, dass es zu einer Ansiedlung des mindestens einen probiotisch wirksamen Bakterienstamms kommt, die mindestens 2-fach höher ist als die entsprechende Ansiedlung des Bakterienstamms in Abwesenheit des Protektor-Stamms. Noch stärker bevorzugt ist es, dass die Ansiedlung des mindestens einen probiotisch wirksamen Bakterienstamms mindes tens 5-fach, mindestens 10-fach, mindestens 20-fach, mindestens 30-fach, mindestens 40- fach, mindestens 50-fach, mindestens 75-fach, mindestens 100-fach, mindestens 500-fach
oder mindestens 1000-fach höher ist als die entsprechende Ansiedlung des Bakterien stamms in Abwesenheit des Protektor-Stamms.
Die Wirkung der Protektor-Stämme kann in einfachen Assays gemessen werden, bei denen die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung, die mindestens einen probiotisch wirk samen Bakterienstamm, mindestens einen Lactobacillus- Stamm, und mindestens einen kosmetischen Hilfsstoff umfasst, mit einer Negativkontrolle verglichen wird. Als Negativkon trolle dient vorzugsweise eine Zusammensetzung die der zu untersuchenden Zusammenset zung weitestgehend gleicht, jedoch keinen Lactobacillus- Stamm umfasst.
Es ist bevorzugt, dass die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung eine Gesamtmen ge an Bakterien der Gattung Lactobacillus im Bereich von 104-109 CFU/ml, und stärker be vorzugt im Bereich von 106-108 CFU/ml umfasst. Dies bedeutet, dass die Protektor-Stämme im Vergleich zu den probiotisch wirksamen Stämmen in weitaus geringeren Mengen in der Zusammensetzung enthalten sein können. Da die Protektor-Stämme den probiotisch wirk samen Stämmen lediglich in der frühen Phase der Besiedelung der Haut einen Wachstums vorteil verschaffen müssen, ist ihre dauerhafte Ansiedlung nicht erforderlich. Entsprechend können die Protektor-Stämme in deutlich geringeren Inokulationdichten auf die Haut aufge bracht werden.
In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kommt es nach Aufbringung der erfin dungsgemäßen Zusammensetzung nicht zu einer dauerhaften Etablierung des mindestens einen Protektor-Stamms in der Hautflora des Subjekts, an den die Zusammensetzung verab reicht wird. Dies bedeutet, dass der mindestens eine Protektor-Stamm sich nicht oder nur unzureichend auf der Haut des Subjekts vermehrt. Es ist bevorzugt, dass der mindestens eine Protektor-Stamm nach 24 Stunden, vorzugsweise nach 48 Stunden und stärker bevor zugt nach 72 Stunden nicht mehr oder nur noch in einer geringen Menge auf der Haut des Subjekts nachzuweisen ist.
Neben den probiotischen Bakterienstämmen und den Protektor-Stämmen umfasst die erfin dungsgemäße Zusammensetzung ferner auch mindestens einen kosmetischen Hilfsstoff. Bei diesem kosmetischen Hilfsstoff kann es sich um solche Substanzen handeln, die regelmäßig in kosmetischen oder dermatologischen Produkten als Hilfsstoff verwendet werden. Zu die sen Substanzen zählen Antioxidantien, Löslichkeitsvermittler, Vitamine, Farbstoffe, Träger stoffe, Füllmittel, Emulgatoren, Befeuchtungsmittel und ähnliches. In einer bevorzugten Aus führungsform handelt es sich bei dem kosmetischen Hilfsstoff um Glycerin, Panthenol, Ubichinon Q10 oder Hyaluronsäure.
Da die erfindungsgemäße Zusammensetzung zur Verwendung auf der Haut formuliert ist, wird diese einen pH-Wert aufweisen, der im neutralen bis leicht sauren Bereich liegt. Somit ist es bevorzugt, dass die Zusammensetzung einen pH-Wert von 4-8, und vorzugsweise von 5-7 aufweist.
Bei der erfindungsgemäßen Zusammensetzung handelt es sich vorzugsweise um eine Emulsion. Diese kann in Form einer ÖI-in-Wasser-Emulsion oder einer Wasser-in-ÖI- Emulsion vorliegen.
In einer anderen Ausführungsform beträgt der Wasseranteil in der Zusammensetzung weni ger als 5%, weniger als 4%, weniger als 3%, weniger als 2%, weniger als 1%, und beson ders bevorzugt weniger als 0,5% (Gew./Gew.). In einer besonders bevorzugten Ausfüh rungsform handelt es sich bei der erfindungsgemäßen Zusammensetzung um eine wasser freie Zusammensetzung.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung liegt vorzugsweise in Form eines Gels, einer Creme, einer Salbe oder einer Lotion vor.
Vorzugsweise umfasst die erfindungsgemäße Zusammensetzung kein Silikonöl, Mineralöl oder Polyethylenglycol.
Üblicherweise enthalten kosmetische und dermatologische Zusammensetzungen ein oder mehrere Konservierungsmittel. Im vorliegenden Fall ist es besonders vorteilhaft, Milchsäure als Konservierungsmittel zu verwenden. Da Bakterien der Gattung Lactobacillus Zucker und Kohlenhydrate zu Milchsäure verkehren, sind diese im gewissen Umfang unempfindlich ge genüber Milchsäure. Folglich führt der Zusatz von Milchsäure nicht zu einer Hemmung der metabolischen Aktivität des mindestens einen Protektor-Stamms. In einer besonders bevor zugten Ausführungsform umfasst die Zusammensetzung der Erfindung neben Milchsäure kein weiteres Konservierungsmittel.
Die vorliegende Erfindung betrifft in einem weiteren Aspekt ein Verfahren zur Herstellung einer wie oben beschriebenen kosmetischen oder dermatologischen Zusammensetzung, Das Verfahren umfasst dabei Schritte, bei denen man zunächst eine Suspension oder ein Lyophilisat der jeweiligen Bakterienstämme herstellt.
Sofern es sich um eine Suspension handelt, können zunächst zwei getrennte Suspensionen hergestellt werden, die anschließend miteinander vermischt werden. Die erste Suspension enthält dabei den mindestens einen probiotisch wirksamen Bakterienstamm, und die zweite Suspension enthält den mindestens einen Lactobacillus-Stamm. Beide Suspensionen kön nen durch Inokulation von Zellmaterial in Wasser oder einen geeigneten Puffer hergestellt werden. Anschließend können beide Suspension miteinander vermischt und mit den weite ren Bestandteilen der kosmetischen oder dermatologischen Zusammensetzung vereinigt werden.
Sofern die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung mit Lyophilisaten der Bakterien stämme hergestellt wird, kann zunächst ein Lyophilisat hergestellt werden, das den mindes tens einen probiotisch wirksamen Bakterienstamm umfasst, sowie getrennt davon ein zwei tes Lyophilisat, das den mindestens einen Lactobacillus- Stamm umfasst. Die beiden Lyophilisate können anschließend entweder miteinander vermischt werden und anschlie ßend mit dem mindestens einen kosmetischen Hilfsstoff in Kontakt gebracht werden, oder getrennt voneinander mit dem kosmetischen Hilfsstoff vermengt werden.
Es ist jedoch aus ökonomischen Gesichtspunkten besonders bevorzugt, dass zunächst Sus pensionen der Bakterienstämme miteinander vermischt werden, die dann einer Gefriertrock nung unterzogen werden, sodass ein Lyophilisat erhalten wird, welches alle Bakterienstäm me enthält, die in die kosmetische oder dermatologische Zusammensetzung der vorliegen den Erfindung eingebracht werden sollen. Dieses Lyophilisat, welches sowohl den mindes tens einen probiotisch wirksamen Bakterienstamm als auch den mindestens einen Lactoba cillus-Stamm enthält, wird anschließend mit dem mindestens einen kosmetischen Hilfsstoff, und vorzugsweise mit mehreren kosmetischen Hilfsstoffen, vermischt, um die erfindungsge mäße Zusammensetzung bereitzustellen.
Geeignete Verfahren zur Gefriertrocknung oder Lyophilisation sind dem Fachmann hinläng lich bekannt. Die Gefriertrocknung umfasst das Einfrieren eines Produkts, wie beispielsweise einer Bakteriensuspension unter verringertem Druck und Zufuhr von Wärme, sodass das gefrorene Wasser im Produkt durch Sublimieren entfernt werden kann. Die meisten Produkte können auf 1-5% Restfeuchte getrocknet werden. Für die Gefriertrocknung können erfin dungsgemäß kommerziell erhältliche Geräte verwendet werden, wie beispielsweise die Lyovac™-Geräte von GEA (Berlin, Deutschland), der Gamma 2-20 Gefriertrockner LCM-1 von Christ (Osterode am Harz, Deutschland) oder der Christ Martin™ Alpha 1-2 Gefrier trockner von Fisher Scientific GmbH (Schwerte, Deutschland).
In einem noch weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur kosmetischen oder dermatologischen Behandlung der Haut, das Schritte umfasst, bei denen die oben beschrie bene kosmetische oder dermatologische Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung auf die Haut eines Subjekts, vorzugsweise eines Menschen, aufgetragen wird.
In einer besonderen bevorzugten Ausführungsform wurde die Hautpartie, auf die die Erfin dungsmessezusammensetzung aufgetragen wird, zuvor sorgsam gereinigt. Eine solche Rei nigung kann mit einem Tensid-haltigen Reinigungsmittel erfolgen. Besonders geeignet für diesen Zweck sind Reinigungsmittel, die Benzoylperoxid umfassen, wobei jedoch auch ande re Substanzen in diesem Zusammenhang zum Einsatz gelangen können.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei der Zusammensetzung um eine wasserfreie Zusammensetzung. In einer solchen Zusammensetzung können die Bakterienstämme in Form eines Lyophilisats in einer Ölphase vorliegen. Erst nach Aufträgen der Zusammensetzung auf die Haut kommt das Lyophilisat mit Wasser in Kontakt, was zur Aktivierung des Wachstums und der metabolischen Aktivität der Bakterien führt
Die Ölphase kann auf dem Gebiet der Kosmetik übliche Öle umfassen, wie beispielsweise Lecithine, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Jojobaöl, Sojaöl, Erdnussöl, Rapsöl, Mandelöl, Palmöl, Kokosöl und Rizinusöl.
In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei der Zu sammensetzung um eine wasserhaltige Zusammensetzungen. Dies bedeutet, dass die Zu sammensetzung zumindest eine wässrige Phase enthält, in der die Bakterienstämme bei geeigneten Bedingungen aktiviert werden können.
Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können in Form einer kosmetischen Zubereitung vorliegen, die als Maske verwendet wird. Vorzugsweise basiert die Maskenzu sammensetzung der vorliegenden Erfindung auf einem wasserfreien Pulver, welches min destens ein Alginat, mindestens ein Calicumsalz sowie mindestens ein Öl umfasst. Die Bak terien können dabei wie oben beschrieben als Lyophilisat in der Ölphase vorliegen.