Energieversorgungsanlage mit einer Koppeleinrichtung
Die Erfindung bezieht sich auf eine lokale Energieversorgungsanlage zur wahlweisen Versorgung von Verbrauchern aus einem angeschlossenen Energieversorgungsnetz oder einer Anordnung von Energiespeichern.
Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betrieb einer lokalen Energieversorgungsanlage.
Im spezielleren betrifft die Erfindung sogenannte Notstrom-, Ersatzstrom oder Backup-Systeme, die netzgekoppelte Energieversorgungsanlagen bei Netzausfall absichern, d.h. zumindest einen Teil der angeschlossenen Lasten, beispielsweise nach vorgegebenen Prioritäten, weiter versorgen zu können. Dazu sind eine Reihe an Schalthandlungen auszuführen, beispielsweise die Netztrennung, das Aufstarten eines Netzbildners, dessen Aufschaltung auf die Versorgungsleitungen. Des Weiteren muss der Zustand des Netzes überwacht werden, um beispielsweise bei Rückkehr des Netzes eine Synchronisation der lokalen Erzeuger einzuleiten und um die Anlage wieder mit dem Netz verbinden zu können. Diese und viele weitere Anforderung sind zu erfüllen, und deren Erfüllung ist in verschiedenen Ländern mit unterschiedlichsten Richtlinien, Normen und Standards belegt.
Speziell die Erfüllung der Anforderungen an den zentralen Netz- und Anlagenschutz im Zusammenhang mit solchen Notstromanlagen ist aufwändig und kostenintensiv. So ist beispielsweise in einigen Ländern eine allpolige Trennung der Versorgungsleitungen vor Umschaltung auf einen Notbetrieb gefordert, während in anderen die Trennung des Neutralleiters absolut verboten ist. Daraus erwächst für einen Anbieter von Notstromanlagen das Problem einer riesigen Variantenvielfalt und der damit verbundenen Kosten. Eine Vereinheitlichung, oder zumindest eine modulartige Austauschbarkeit von Komponenten je nach Land und Anforderungen, wäre wünschenswert.
Im Stand der Technik werden zumeist gemeinsame Netztrennstellen für Verbrauch und Backup-Anlage beschrieben, so zeigt die EP 266870581 B1 in Fig. 1 eine Trenneinrichtung, mittels welcher die Übertragungsleitung in zwei voneinander elektrisch isolierte Abschnitte, einen Zuleitungsabschnitt und einen Ableitungsabschnitt unterteilbar ist. Ein Netzbildner ist im Ableitungsabschnitt zum
Aufbau eines lokalen Energieversorgungsnetzes zur Versorgung einer Anordnung von Verbrauchern vorgesehen, nachdem durch die Trenneinrichtung eine Trennung vom Netz stattgefunden hat. Nachteilig ist hier, dass sowohl der Netzbildner (umfassend eine Batterie und einen Wechselrichter) als auch die Verbraucher sich in demselben Ableitungsabschnitt befinden, wodurch die Trenneinrichtung deutlich größer dimensioniert werden muss, da sie für die gesamte maximal mögliche Leistung ausgelegt werden muss.
Die DE 102012 113016 B4 zeigt in Fig. 1 einen PV-Generator, dessen Energie über den PV-Wechselrichter und die Netztrenneinrichtung in ein übergeordnetes Energieversorgungsnetz eingespeist werden kann. Bei Netzausfall wird das lokale Energieverteilungsnetz vom übergeordneten Energieversorgungsnetz getrennt und die Netzersatzanlage baut ein lokales Netz auf, in das der PV-Wechselrichter weiterhin einspeisen kann. Auch hier sind Verbraucher, Erzeuger und Backup- Anlage in derselben Zuleitung angeordnet. Da in vielen Ländern für Einspeiser engere Grenzen bezüglich der erlaubten Netzparameter (Spannung, Frequenz) gelten als für Verbraucher, muss hier gegebenenfalls eine Trennung vom Netz stattfinden, obwohl der Netzzustand den Betrieb der Verbraucher noch ermöglichen würde. Dies ist nachteilig.
Es ist Aufgabe der Erfindung, oben beschriebene Nachteile zu überwinden, die Erfüllung weiter oben beschriebener Anforderungen zu vereinfachen und damit eine lokale Energieversorgungsanlage anzugeben, die leichter an die jeweiligen örtlichen Vorschriften und Gegebenheiten angepasst werden kann und in der Folge kostengünstiger zu produzierende Backup-Systeme möglich macht.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine lokale Energieversorgungsanlage, die über einen Netzübergabepunkt an ein Energieversorgungsnetz angeschlossen ist und eine erste Übertragungsleitung zur Übertragung elektrischer Energie zu einer Anordnung von Verbrauchern und eine zweite Übertragungsleitung zur Übertragung elektrischer Energie von und zu einer Anordnung von Energiespeichern und dem Energieversorgungsnetz aufweist. Dabei ist die erste Übertragungsleitung angeordnet zwischen dem Netzübergabepunkt und einem ersten Anschluss, an den die Anordnung von Verbrauchern anschließbar ist. Eine erste Trennstelle befindet sich in der ersten Übertragungsleitung zwischen dem Netzübergabepunkt und dem ersten Anschluss. Die zweite Übertragungsleitung ist angeordnet zwischen dem
Netzübergabepunkt und einem zweiten Anschluss an den eine Anordnung von Energiespeichern anschließbar ist. Eine zweite Trennstelle befindet sich in der zweiten Übertragungsleitung zwischen dem Netzübergabepunkt und dem zweiten Anschluss. Des Weiteren weist die lokale Energieversorgungsanlage eine Koppeleinrichtung auf, die mit dem ersten Anschluss und dem zweiten Anschluss elektrisch verbunden ist. Die Koppeleinrichtung weist einen ersten Schalter und einen dazu in Reihe geschalteten zweiten Schalter auf.
Zwischen den beiden in Reihe geschalteten Schaltern ist ein Koppelelement geschaltet, das mindestens ein Element aus einer Gruppe von Vorrichtungen aufweist. Diese Gruppe von Vorrichtungen umfasst eine Erdungsvorrichtung, eine Phasenverbindungsvorrichtung, eine Neutralleiterverbindungsvorrichtung, eine Verbindungsvorrichtung zu einem Dieselgenerator und eine Vorrichtung zur Generierung eines Neutralleiterpotentials. Bei der Erfindung wird die im Stand der Technik übliche zentrale Trennstelle aufgeteilt in eine Trennstelle für Energiespeicher und eine Trennstelle für Lasten. Möglich wird dies durch die Trennung der gemeinsamen Übertragungsleitung in je eine Übertragungsleitung zu diesen beiden Anordnungen. Dies ist vorteilhaft, da für eine Trennstelle für Speicher oft andere Anforderungen gelten als für eine Trennstelle für Lasten, wie weiter oben bereits ausgeführt wurde. Trotzdem ist es im Normalbetrieb möglich, sowohl die Verbraucher aus dem Netz zu versorgen, als auch eine lokale Energiezufuhr aus der Anordnung von Energiespeichern, nämlich über beide Übertragungsleitungen, zu realisieren.
Grundsätzlich ist die erfindungsgemäße lokale Energieversorgungsanlage geeignet an beliebige Energieversorgungsnetz angeschlossen zu werden. Hier seien beispielhaft einphasige oder dreiphasige Netze, mit oder ohne Neutralleiter, sowie sogenannte Split-Phase-Netze genannt. Um eine Netzstörung oder einen Netzausfall zu detektieren, kann das Energieversorgungsnetz an einem Punkt jenseits der Trennstellen, beispielsweise am Netzübergabepunkt, mittels Sensoren überwacht werden. Die von der Netzüberwachung ermittelten Werte können an eine zentrale Steuereinheit gesendet werden, die sich in der lokalen Energieversorgungsanlage befinden kann. Die zentrale Steuereinheit kann sich aber auch als Teil der zu den Energiespeichern gehörenden Konvertern/Wechselrichtern ausgeführt sein. Wird eine Netzstörung/Netzausfall detektiert, werden die erste und die zweite Übertragungsleitung mittels der ersten und der zweiten Trennstelle aufgetrennt, was
bedeutet, dass die Anordnung von Verbrauchern und die Anordnung von Energiespeichern vom Energieversorgungsnetz getrennt sind. Die Ansteuerung der jeweiligen Schalter kann ebenfalls durch die zentrale Steuereinheit erfolgen. Die Trennung vom Energieversorgungsnetz ist Voraussetzung dafür, dass seitens der Anordnung von Energiespeichern ein lokales eigenständiges Netz aufgebaut werden kann. Dazu werden der erste Schalter und zweite Schalter der Koppeleinrichtung geschlossen, so dass ein lokales Netz entsteht und die Anordnung von Verbrauchern über die Koppeleinrichtung von der Anordnung von Energiespeichern versorgt wird. Um ein lokales Netz aufbauen zu können, kann beispielsweise der Batterie- Wechselrichter als Netzbildner ausgebildet sein, d.h. er ist in der Lage, selbständig ein Inselnetz aufzubauen, hier auch Backup-Betrieb genannt.
Grundsätzlich kann die Anordnung von Energiespeichern aus einem oder mehreren Energiespeichern bestehen, ebenso kann auch die Anordnung von Verbrauchern aus einem oder mehreren Verbrauchern bestehen.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist die Koppeleinrichtung zwischen den beiden Schaltern eine Erdungsvorrichtung auf. In den meisten Energieversorgungsnetzen sind geerdete Neutralleiter vorgeschrieben (Sternpunkterdung). Je nachdem, wo die Erdung des Neutralleiters für den Normalbetrieb vorgenommen wurde, kann die Erdungsverbindung für den Backup- Betrieb durch die Trennung vom Netz verloren gehen. Dann muss im Backup-Betrieb eine Erdung des Neutralleiters realisiert werden. Diese Erdung des Neutralleiters wird in einer bevorzugten Ausführungsform vom Koppelelement bereitgestellt, d.h. das Koppelelement kann eine feste Verbindung vom Neutralleiter zu Erde (PE) enthalten.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst die lokale Energieversorgungsanlage die Anordnung von Energiespeichern. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn die Anordnung von Energiespeichern auch die zentrale Steuereinheit aufweist oder die in der lokalen Energieversorgungsanlage vorhandene zentrale Steuereinheit auch die Funktionen der Anordnung von Energiespeichern mitsteuert.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung umfasst die Anordnung von Energiespeichern weitere Energieerzeuger, die sich -besonders bevorzugt- aus erneuerbaren Energiequellen speisen können. Es kann sich dabei
beispielsweise um Photovoltaik-, Windkraft- oder Biogasanlagen handeln. Vorteilhaft ist hierbei, dass eine Versorgung der Verbraucher auch aus lokal erzeugter Energie möglich ist, und dies sowohl im Normalbetrieb (parallel zum Energieversorgungsnetz) als auch im Backup-Betrieb (also z.B. bei Netzausfall). Bei längerem Netzausfall können die Verbraucher länger mit Energie versorgt werden, und bei Energieüberschuss kann auch die Batterie aus der lokalen Energieerzeugungsanlage geladen werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der erste Schalter der Koppeleinrichtung zwischen dem ersten Anschluss und dem Koppelelement angeschlossen und der zweite Schalter der Koppeleinrichtung zwischen dem zweiten Anschluss und dem Koppelelement. Weist die erste Übertragungsleitung eine erste Anzahl Außenleiter auf, -beispielweise drei- kann der erste Schalter eine entsprechende erste Anzahl Schaltkontakte, sowie einen Schaltkontakt für den Neutralleiter aufweisen, im Beispiel würde der erste Schalter also vier Kontakte aufweisen. Diese allpolige Trennung ist im einigen Ländern vorgeschrieben. in einer anderen vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist die erste Übertragungsleitung eine erste Anzahl Außenleiter, der erste Schalter eine entsprechende erste Anzahl Schaltkontakte auf, und der Neutralleiter wird nicht vom ersten Schalter geschaltet. Da es in einigen Ländern Nordamerikas normativ verboten ist, den Neutralleiter zu trennen, würde hier der erste Schalter beispielsweise in einem dort üblichen „split-phase“ Netz mit zwei Schaltkontakten auskommen, der Neutralleiter kann durchgeschleift werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist die zweiten Übertragungsleitung eine zweite Anzahl Außenleiter auf, und der zweite Schalter weist eine entsprechende zweite Anzahl Schaltkontakte, sowie einen Schaltkontakt für den Neutralleiter auf.
Ist die erste Anzahl größer ist als die zweite Anzahl, kann das Koppelelement eine Phasenverbindungsvorrichtung aufweisen, die mehrere Außenleiter der ersten Übertragungsleitung mit einem Außenleiter der zweiten Übertragungsleitung verbindet. So können einphasige Verbraucher, die an eine -beispielsweise dreiphasige- erste Übertragungsleitungsleitung angeschlossen sind, trotzdem aus einer beispielsweise einphasigen Anordnung von Energiespeichern versorgt werden:
die drei Außenleiter der ersten Übertragungsleitung werden von dem Koppelelement mit dem einen Außenleiter der zweiten Übertragungsleitung verbunden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist das Koppelelement eine Erdungsvorrichtung auf, die eine Verbindung zwischen dem Neutralleiter N und Erde herstellt. Im Backup-Betrieb kann durch die Trennung vom Netz durch die beiden Trennstellen der Erdbezug des Neutralleiters verloren gehen. In diesem Fall ist meist gewünscht oder vorgeschrieben, dass die Verbindung des Neutralleiters zur Erde wiederhergestellt wird, damit Schutzmaßnahmen wie beispielsweise RCD (Fl-Schalter) greifen können, insbesondere dass die Schutzmaßnahmen, die im Netzbetrieb vorhanden sind, im Backup-Fall weiterhin verwendet werden können.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die erste Übertragungsleitung als ein Einphasen-Dreileiternetz („Split-Phase“) ausgeführt, und das Koppelelement weist eine Vorrichtung zur Generierung eines Neutralleiterpotentials als induktiven Spannungsteiler in Form eines Spartransformators („Autotransformer“) auf. Auf diese Weise kann eine Anordnung von Energiespeichern mit einem zweiphasigen Außenleiteranschluss ohne Neutralleiter mit einer „Split-Phase“-Übertragungsleitung zur Versorgung der einphasigen Verbraucher gekoppelt werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist das Koppelelement eine Verbindungsvorrichtung zu einem Dieselgenerator auf. Dies ermöglicht eine Einbindung des Dieselgenerators in die Stromversorgung der Verbraucher im Backup-Fall. Die Verbindungsvorrichtung kann weitere Schalter zur bedarfsweisen Ankopplung des Generators enthalten. Der Begriff Dieselgenerator soll hier stellvertretend für Generatoren verstanden werden, die durch Verbrennungsmaschinen angetriebene Rotoren Wechselspannungen erzeugen können.
Dieselgeneratoren werden oft in Notstrom- oder Backupsysteme integriert, wenn große Energiemengen im Backup-Fall benötigt werden, insbesondere um für länger andauernde Netzausfälle gerüstet zu sein, wenn beispielsweise die Versorgung mit Energie aus regenerativen Quellen nicht immer ausreichend sichergestellt ist. Der Generator wird dann bei Bedarf (üblicherweise abhängig vom Ladezustand der Batterie des Batteriewechselrichters) gestartet und mit dem System synchronisiert
und verbunden. Wenn die Batterie wieder einen ausreichenden Ladezustand hat, kann der Generator wieder gestoppt und getrennt werden.
Vorteilhaft ermöglicht es diese Ausführungsform, dass bei ausgefallenem Netz und abgeschaltetem oder ausgefallenem Batteriesystem und/oder Ausfall der gesamten Betriebssteuerung der Energieversorgungsanlage durch Ansteuerung des ersten Schalters mit der am Koppelelement anliegenden Generatorspannung, die Lasten direkt zu versorgen, wenn der Generator beispielsweise von Hand gestartet wurde. Auch die zentrale Neutralleitererdung kann im Notbetrieb erfolgreich umgesetzt werden und die Sicherheitsmaßnahmen zur elektrischen Sicherheit der Verbraucher (z.B. Einsatz von Fehlerstromschutzschaltern) bleiben funktionsfähig.
Diese Ausführungsform ermöglicht weiterhin, dass beispielsweise die Verbraucher mit Leistung aus dem Generator zu versorgt werden können, während die Energiespeicher von einem in die Anordnung von Energiespeichern integrierten regenerativen Erzeuger aufgeladen wird, indem der zweite Schalter geöffnet und der erste geschlossen wird.
Durch den modulartigen Aufbau der Koppeleinrichtung mit erstem und zweitem Schalter sowie Koppelelement lässt sich die erfindungsgemäße lokale Energieversorgungsanlage leicht durch Anpassung des Koppelelements an regionale Gegebenheiten und Vorschriften anpassen.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weisen die erste Trennstelle, die zweite Trennstelle, der erste Schalter und der zweite Schalter jeweils Hilfskontakte auf, mittels derer eine elektromechanische Verriegelung dergestalt aufgebaut wird, so dass auch bei Ausfall einer zentralen Steuereinheit geforderte Sicherheitsfunktionen gewährleistet sind. Grundsätzlich gilt es, die Netztrennstellen und die Verbindung über die Koppeleinrichtung gegeneinanderzu verriegeln, d.h. die Netztrennstellen müssen offen sein, wenn über die Koppeleinrichtung die Verbraucher mit der Anordnung von Energiespeichern verbunden werden. Dies kann auf prinzipiell bekannte Art und Weise durch eine Ansteuerung des einen Relais über die Hilfskontakte der jeweils zur Verriegelung nötigen „Gegenspieler“-Relais realisiert werden.
Verriegelt werden jeweils der erste Schalter und die erste Trennstelle gegeneinander sowie der zweite Schalter und die zweite Trennstelle gegeneinander. Dies kann so
ausgeführt werden, dass z.B. die Trennstellen mit Netzspannung über den jeweiligen Ansteuerkontakt und den jeweiligen Hilfskontakt (Signalkontakt) des zugehörigen Schalters geführt wird. Diese Hilfskontakte sind so ausgeführt, so dass die Trennstelle nur geschlossen werden kann, wenn Netzspannung vorliegt, der Koppelschalter geöffnet und damit der Hilfskontakt geschlossen ist. Gleiches gilt umgekehrt: Hier wird der Koppelschalter mit der Inselnetzspannung (Backup-Fall) angesteuert, wenn gleichzeitig die zugehörige Trennstelle geöffnet ist, der Hilfskontakt damit geschlossen und natürlich das Ansteuersignal aktiviert ist. Hierdurch wird gewährleistet, dass nur jeweils die Trennstelle oder der Koppelschalter geschlossen sind, nicht beide gleichzeitig.
Hierdurch ist es auch möglich, bei abgeschaltetem Backup-System und Vorhandensein von Netzspannung das Netz über die erste Trennstelle auf die Verbraucher zu schalten.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist das Koppelelement einen Anschluss für einen Generator auf. Hierdurch wird der Generator nur im Backup- Betrieb eingebunden. Besonders vorteilhaft ist dies im Zusammenhang mit der oben beschriebenen elektromechanischen Verriegelung. So kann bei abgeschaltetem Backup-System ohne vorhandenes Energieversorgungsnetz ein Generator beispielsweise manuell gestartet werden und dieser dann über eine entsprechende Verschaltung mit den Verbrauchern verbunden werden. Nun muss aber sichergestellt werden, dass diese Umschaltung auf den Generator nicht bei vorhandenem Energieversorgungsnetz automatisch wieder getrennt wird, da es sonst zu Phasensprüngen (nicht synchronisierte Umschaltung) an den Verbrauchern kommt, die diese beschädigen oder zerstören könnte. Durch eine elektromechanische Verriegelung kann sichergestellt werden, dass zunächst der Generator gestoppt werden muss und dann das Energieversorgungsnetz wieder mit den Verbrauchern verbunden wird.
In einerweiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung mit einphasig ausgeführtem Lastanschluss, d.h. die Anordnung von Verbrauchern ist an einem Außenleiter und den Neutralleiter angeschlossen, und einem einphasigen Anschluss der Anordnung von Energiespeichern können die Schalter der Koppeleinrichtung und der beiden Trennstellen als zwei Schaltkomponenten ausgeführt sein, beispielsweise als zwei Schütze mit jeweils 4 Kontakten (2 Öffner und 2 Schließer). So kann die
erste Trennstelle und der erste Schalter der Koppeleinrichtung gemeinsam in einem solchen Schütz aufgebaut werden und die zweite Trennstelle zusammen mit dem zweiten Schalter der Koppeleinrichtung ebenso.
Zur Lösung der weiter oben beschriebenen Aufgabe gibt die Erfindung auch ein Verfahren zum Betrieb einer lokalen Energieversorgungsanlage an. Die lokale Energieversorgungsanlage weist dabei eine erste Übertragungsleitung zur Übertragung elektrischer Energie von einem Netzübergabepunkt zu einem ersten Anschluss, an dem eine Anordnung von Verbrauchern anschließbar ist und eine zweite Übertragungsleitung zur Übertragung elektrischer Energie zwischen dem Netzübergabepunkt zu einem zweiten Anschluss, an den eine Anordnung von Energiespeichern anschließbar ist, auf. In der ersten Übertragungsleitung befindet sich eine erste Trennstelle zwischen dem Netzübergabepunkt und dem ersten Anschluss. In der zweiten Übertragungsleitung befindet sich eine zweite Trennstelle zwischen dem Netzübergabepunkt und dem zweiten Anschluss. Die lokale Energieversorgungsanlage weist weiter eine Koppeleinrichtung auf, die elektrisch verbunden ist mit dem ersten Anschluss und dem zweiten Anschluss, wobei die Koppeleinrichtung einen ersten Schalter und einen dazu in Reihe geschalteten zweiten Schalter aufweist und zwischen den beiden in Reihe geschalteten Schaltern ein Koppelelement angeordnet ist. Die lokale Energieversorgungsanlage weist weiter eine zentrale Steuereinheit auf. Das Verfahren umfasst folgende Schritte: für einen Normalbetrieb werden durch die zentrale Steuereinheit die erste und die zweite Trennstelle geschlossen und die beiden Schalter der Koppeleinrichtung geöffnet und für einen Backup-Betrieb werden durch die zentrale Steuereinheit die erste und die zweite Trennstelle geöffnet und die beiden Schalter der Koppeleinrichtung geschlossen, wodurch das Koppelelement aktiviert wird. Die Aktivierung des Koppelelementes löst das technische Problem der unterschiedlichen normativen Anforderungen zwischen Normalbetrieb und Backup-Betrieb, wie weiter oben im Einzelnen beschrieben.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Methode werden die erste und die zweite Trennstelle und die beiden in Reihe geschalteten Schalter gleichzeitig geschaltet. Hierdurch kann eine unterbrechungsfreie Energieversorgung der Verbraucher realisiert werden.
In einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens werden Netzparameter eines Energieversorgungsnetzes an dem Netzübergabepunkt gemessen und an die zentrale Steuereinheit übermittelt. Die zentrale Steuereinheit steuert das Öffnen und Schließen der ersten und zweiten Trennstelle, sowie der beiden Schalter der Koppeleinrichtung entsprechend der gemessenen Netzparameter.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Heranziehung von Zeichnungen beschrieben, aus denen sich, in Zusammenschau mit den Merkmalen der Ansprüche, weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der Erfindung ergeben.
Es zeigen:
Fig.1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen lokalen
Energieversorgungsanlage mit daran angeschlossenen Einheiten
Fig. 2 eine beispielhafte Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen
Energieversorgungsanlage
Fig. 3 eine beispielhafte Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen
Koppelelementes
Fig. 4 eine weitere beispielhafte Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Koppelelementes
Figur 1 zeigt schematisch eine lokale Energieversorgungsanlage 1, die über einen Netzübergabepunkt 4 an ein Energieversorgungsnetz 5 angeschlossen ist. Eine erste Übertragungsleitung 2 zur Übertragung elektrischer Energie führt von dem Netzübergabepunkt 4 zu einem ersten Anschluss 16. An den ersten Anschluss 16 kann eine Anordnung von Verbrauchern 6 angeschlossen werden. Eine erste Trennstelle 7 befindet sich in der ersten Übertragungsleitung 2 zwischen dem Netzübergabepunkt 4 und dem ersten Anschluss 16. Eine zweite Übertragungsleitung 3 verläuft zwischen dem Netzübergabepunkt 4 und einem zweiten Anschluss 18. An den Anschluss 18 kann eine Anordnung von Energiespeichern 8 angeschlossen werden. Über die zweite Übertragungsleitung 3 kann bidirektional Energie zwischen dem Energieversorgungsnetz 5 und der Anordnung von Energiespeichern 8 ausgetauscht werden. Eine zweite Trennstelle 9
befindet sich in der zweiten Übertragungsleitung 3 zwischen dem Netzübergabepunkt 4 und dem zweiten Anschluss 18. Eine Koppeleinrichtung 10 ist elektrisch verbunden mit dem ersten Anschluss 16 und dem zweiten Anschluss 18. Die Koppeleinrichtung 10 weist einen ersten Schalter 11 und einen dazu in Reihe geschalteten zweiten Schalter 13 auf. Zwischen den beiden in Reihe geschalteten Schaltern 11, 13 ist ein Koppelelement 12 angeordnet. Die Koppeleinrichtung 10 ist an die erste Übertragungsleitung 2 zwischen der ersten Trennstelle 7 und dem ersten Anschluss 16 und an die zweite Übertragungsleitung 3 zwischen der zweiten Trennstelle 9 und dem zweiten Anschluss 18 angebunden.
Figur 2 zeigt eine lokale Energieversorgungsanlage 1 entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform. Hier ist das Energieversorgungsnetz 5 als dreiphasiges Netz mit Außenleiter L1, L2, L3 und Neutralleiter N ausgeführt. Im Normalbetrieb sind die Trennstellen 7 und 9 geschlossen, Schalter 11 und 13 sind geöffnet, das Koppelelement 12 ist in diesem Betriebszustand unwirksam. Die Anordnung von Verbrauchern 6 wird aus dem Energieversorgungsnetz 5 versorgt.
Die Anordnung von Energiespeichern 8 kann aus dem Energieversorgungsnetz 5 geladen werden oder ins Energieversorgungsnetz 5 einspeisen, beispielsweise um Netzdienstleistungen zu erbringen. In einer Ausführungsform der Erfindung umfasst die Anordnung von Energiespeichern 8 eine Batterie 20 und Erzeuger 21. Bevorzugt können die Erzeuger 21 regenerative Energiequellen umfassen. Die Erzeuger 21 und die Batterie 20 können jeweils eigenständige Konverter 25 aufweisen oder mit gemeinsamem Konverter 25 betrieben werden. Es können auch Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung, beispielsweise mit Biogas betrieben, in der Anordnung von Energiespeichern 8 als Erzeuger 21 eingebunden werden, diese benötigen dann gegebenenfalls keinen Konverter.
Ist das Energieversorgungsnetz 5 gestört, liegt beispielsweise eine Netzfrequenz oberhalb einer für Erzeuger und Batterie zulässigen Grenze, wird die Trennstelle 9 geöffnet, um die Anordnung von Energiespeichern 8 vom Energieversorgungsnetz 5 zu trennen. Die Anordnung von Verbrauchern 6 kann in der Regel weiter am Energieversorgungsnetz 5 betrieben werden. Daher kann die Trennstelle 7 geschlossen bleiben. Trotz der Trennung vom Energieversorgungsnetz 5 kann innerhalb der Anordnung von Energiespeichern 8 die Batterie 20 durch die Erzeuger 21 geladen werden.
Ist das Energieversorgungsnetz 5 ausgefallen, sinkt beispielsweise die Netzspannung unter eine zulässige Grenze, kann zusätzlich zur Trennstelle 9 auch die Trennstelle 7 geöffnet werden, um den Backup-Betrieb einzuleiten. Nach dem Öffnen von Trennstelle 7 kann zunächst der zweite Schalter 13 der Koppeleinrichtung 10 geschlossen werden, um das Koppelelement 12, welches in dieser Ausführungsform als Erdungsvorrichtung 22 ausgeführt ist, mit der Anordnung von Energiespeichern 8 zu verbinden. Hierdurch kann eine Sternpunkterdung für die Anordnung von Energiespeichern 8 hergestellt werden, die die Verwendung von Schutzeinrichtungen für die Anordnung von Verbrauchern 6 nach dem Schließen des ersten Schalters 11 zulässt. Dies kann regional so vorgeschrieben sein. Nach dem Schließen des ersten Schalters 11 kann die Anordnung von Verbrauchern 6 aus der Anordnung von Energiespeichern 8 mit Energie versorgt werden. Die Anordnung von Energiespeichern 8 enthält mindestens einen Netzbildner (nicht gezeigt), beispielsweise kann diese Funktion vom Konverter 25 der Batterie 20 übernommen werden. Dies bedeutet, dass der Konverter 25 selbständig ein Inselnetz aufbauen kann.
Der Netzzustand wird am Netzübergabepunkt 4 durch Sensoren erfasst und an eine zentrale Steuerung (nicht gezeigt) übermittelt. Diese Steuerung kann sich im Netzbildner befinden oder auch Teil der lokalen Energieversorgungsanlage 1 sein.
Ist das Energieversorgungsnetz 5 wieder in einen Zustand zurückgekehrt, der eine Versorgung der Anordnung von Verbrauchern 6 zulässt, kann eine Rückführung in den Normalzustand eingeleitet werden. Hierzu wird der Netzbildner auf Frequenz, Phasenlage und Spannung des Netzes 5 synchronisiert. Dazu können die übermittelten Werte der Sensoren verwendet werden. Nun kann die Trennstelle 7 geschlossen und gleichzeitig oder davor der erste Schalter 11 geöffnet werden, um die Anordnung von Verbrauchern 6 aus dem Energieversorgungsnetz 5 zu versorgen.
Wenn auch die Bedingungen für die Betrieb der Anordnung von Energiespeichern 8 erfüllt sind, kann auch der zweite Schalter 13 geöffnet und danach oder gleichzeitig Trennstelle 9 geschlossen werden. Diese Bedingung können Grenzen bezüglich Netzspannung und -Frequenz umfassen, die innerhalb festgelegter Zeiträume eingehalten werden müssen. Für eine unterbrechungsfreie Umschaltung können
auch alternativ alle oben beschriebenen Schalter gleichzeitig in der beschriebenen Weise geschaltet werden.
Bisher bekannte lokale Energieversorgungsanlagen sind oft mit einem Schalter in der Verbindung zwischen Neutralleiter N und Erde ausgeführt. Dieser muss aufwändig überwacht werden oder ist aufwändig ausgeführt. Durch die Verwendung des Koppelelements 12 wird dies vereinfacht, da die Verbindung zwischen Neutralleiter N und Erde fest installiert ist und bei der Verbindungsprozedur zum Backup-Betrieb automatisch richtig mitverbunden wird. Ein zusätzlicher Nutzen ergibt sich durch die Möglichkeit, die Anordnung von Verbrauchern 6 mit dem Energieversorgungsnetz 5 zu verbinden und aus diesem zu versorgen, auch wenn die Bedingungen an die Verbindung der Speicheranordnung 8 nicht oder noch nicht erfüllt sind.
Figur 3 zeigt eine erfindungsgemäße Ausgestaltung einer Koppeleinrichtung 10. Hierbei ist die erste Übertragungsleitung 2 mit drei Außenleitern L1, L2, L3 und einem Neutralleiter N ausgestattet. Die zweite Übertragungsleitung 3 und damit auch der Anschluss 18, über den die Anordnung von Energiespeichern 8 in die lokale Energieversorgungsanlage einspeisen, ist einphasig ausgeführt (hier beispielhaft an L3 angeschlossen). Das Koppelelement 12 weist in dieser Ausführungsform eine Phasenverbindungsvorrichtung 23 auf. Bei Netzausfall können die auf die Außenleiter L1 , L2, L3 aufgeteilten Verbraucher bei Verbindung über den ersten und zweiten Schalter 11, 13 und die Phasenverbindungsvorrichtung 23 von der einphasigen Anordnung von Energiespeichern 8 versorgt werden.
Figur 4 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung einer Koppeleinrichtung 10. In dieser Ausgestaltung weist das Koppelelement 12 eine Vorrichtung 24 zur Generierung eines Neutralleiterpotentials in Form eines Autotransformers oder auch Spartransformators auf. Die erste Übertragungsleitung 2 ist mit zwei Außenleitern L1 , L2 und einem Neutralleiter N für ein Einphasen-Dreileiternetz ausgeführt. Die zweite Übertragungsleitung 3 und damit auch der Anschluss 18, über den die Anordnung von Energiespeichern 8 in die lokale Energieversorgungsanlage 1 einspeisen kann, ist hierbei zweiphasig ohne Neutralleiter N ausgeführt. Daher muss im Backup- Betrieb ein Neutralleiterpotential durch die Vorrichtung 24 generiert werden. Dies wird zum Anschluss von einphasigen Verbrauchern zwischen einer Phase und dem Neutralleiter N benötigt. Im Beispiel ist des Weiteren angenommen, dass ein
Schalten des Neutralleiters N regulatorisch verboten ist, weshalb der ersten Schalter 11 nur mit zwei Schaltkontakten für die zwei Außenleiter L1 , L2 ausgestattet ist.
Bezugszeichenliste
1 Energieversorgungsanlage
2, 3 Übertragungsleitung
4 Netzübergabepunkt
5 Energieversorgungsnetz
6 Anordnung von Verbrauchern
7, 9 Trennstelle
8 Anordnung von Energiespeichern
10 Koppeleinrichtung
11 , 13 Schalter 12 Koppelelement 20 Batterie 21 Erzeuger 22 Erdungsvorrichtung
23 Phasenverbindungsvorrichtung
24 Vorrichtung zur Generierung eines Neutralleiterpotentials
25 Konverter