System und Verfahren zum Verschweißen von zwei thermoplastischen
Werkstücken
Die Erfindung betrifft ein System und ein Verfahren zum Verschweißen von zwei thermoplastischen Werkstücken. Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, dass zwei thermoplastische Werkstücke durch Ultraschall miteinander verschweißt werden können. Dazu wird ein Ultraschallwerkzeug auf die einander gegenüberliegend angeordneten Werkstücke gedrückt, sodass Ultraschall in Form von hochfrequenten, mechanischen Schwingungen auf die thermoplastischen Werkstücke einwirkt. Bei ausreichender Dauer und/oder einer geeigneten Amplitude der mechanischen Schwingungen kommt es zwischen den Werkstücken zur Erwärmung durch Molekular- und Grenzflächenreibung. Dadurch entsteht eine Fügezone zwischen den beiden thermoplastischen Werkstücken. Oftmals ist es wünschenswert, dass die thermoplastischen Werkstücke nicht allein an einer einzigen Stelle miteinander verschweißt werden. Vielmehr ist es nicht selten vorgesehen, dass das Ultraschallwerkzeug langsam auf einem der beiden Werkstücke entlang bewegt wird, sodass sich die Fügezone, in der die beiden Werkstücke derart stark erwärmt sind, dass sie sich miteinander verbinden, mit der Bewegung des Ultraschallwerkzeugs mitbewegt. Die mechanischen Schwingungen können sich jedoch auch in einen Bereich erstrecken, der seitlich zu der Fügezone ist. Um zu verhindern, dass ein bereits verschweißter aber noch sehr warmer Bereich der Werkstücke aufgrund der Auswirkungen der mechanischen Schwingungen wieder getrennt wird, sind aus dem Stand der Technik Haltewerkzeuge bekannt, die die Werkstücke unmittelbar nach dem Zusammenschweißen und fortlaufend mit der Bewegung des Ultraschallwerkzeugs Zusammenhalten, sodass das sich bewegende Ultraschallwerkzeug nicht zu einem Wiederauftrennen der zuvor verschweißten Abschnitte der Werkstücke führt.
In der Praxis wurde jedoch festgestellt, dass die Haltewerkzeuge kontinuierlich mit einem geringen Abstand zu dem Ultraschallwerkzeug mitgeführt werden müssen, um jeweils in einem unmittelbar benachbarten Abschnitt zu der Fügezone an den Werkstücken anzugreifen. Dieses Nachführen der Haltewerkzeuge ist technisch sehr aufwändig und bedarf oftmals einer individuellen Anpassung an die zu verschweißenden Werkstücke.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine einfache Möglichkeit zum Verschweißen von zwei thermoplastischen Werkstücken mittels Ultraschall bereitzustellen, sodass eine Schweißnaht zwischen den beiden Werkstücken herstellbar ist, ohne dass beim Ultraschallverschweißen von einem Abschnitt der Schweißnaht ein bereits zuvor verschweißter Abschnitt zerstört wird oder mechanisch stark beeinträchtigt wird. Insbesondere sollte verhindert werden, dass das Einbringen von Ultraschall an einer Fügezone zwischen den beiden Werkstücken dazu führt, dass eine benachbarte kurz zuvor erstellte Schweißstelle aufgehoben und/oder zerstört wird, was ein Auftrennen der beiden Werkstücke nach sich ziehen könnte.
Gelöst wird die Aufgabe gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung durch ein System mit den Merkmalen des Anspruchs l. Vorgesehen ist also ein System zum Verschweißen von zwei thermoplastischen Werkstücken. Das System weist ein Ultraschallwerkzeug, eine Stütze und eine Kühleinheit auf. Das Ultraschallwerkzeug ist zur Erzeugung von mechanischen Schwingungen mit einer Frequenz zwischen 20 kHz und 100 kHz ausgebildet. Ein Kopf des Ultraschallwerkzeugs ist derart gegenüber der Stütze angeordnet, sodass ein Aufnahmebereich für die Werkstücke zwischen dem Kopf des Ultraschallwerkzeugs und der Stütze gebildet ist. Das System ist ausgebildet, die Werkstücke mittels des Ultraschallwerkzeugs und der Stütze im Aufnahmebereich zusammenzuklemmen, wenn zumindest ein Befestigungsabschnitt der Werkstücke einander gegenüberliegend im Aufnahmebereich angeordnet ist. Das Ultraschallwerkzeug ist ausgebildet, die mechanischen Schwingungen in den Befestigungsabschnitt der Werkstücke einzuleiten, um die Werkstücke in einer Fügezone zu verschweißen. Die Kühleinheit ist ausgebildet, zumindest einen Teil des Befestigungsabschnitts der Werkstücke und/oder einen an den Befestigungsabschnitt unmittelbar angrenzenden Kühlabschnitt der Werkstücke mit Kühlflüssigkeit zu kühlen.
Um die Werkstücke im Aufnahmebereich anzuordnen, ist zunächst das eine Werkstück gegenüberliegend zu dem anderen Werkstück anzuordnen, wobei zwischen den beiden Werkstücken ein Zusatzkörper, insbesondere ausgestaltet als eine thermoplastische Zusatzplatte, angeordnet sein kann. Daraus entsteht eine Sandwich-Anordnung der beiden Werkstücke und dem Zusatzkörper. Es ist jedoch grundsätzlich auch möglich, dass die beiden Werkstücke unmittelbar und in direktem Berührungskontakt gegenüberliegend zueinander angeordnet sind. Wenn im Folgenden auf die Zusatzplatte Bezug genommen wird, soll damit in analoger Weise der Zusatzkörper gemein sein können.
Die gegenüberliegend angeordneten Werkstücke werden, insbesondere mit der dazwischen angeordneten, thermoplastischen Zusatzplatte, in den Aufnahmebereich gebracht, um anschließend von dem Ultraschallwerkzeug und der Stütze eingeklemmt zu werden. Dazu kann das Ultraschallwerkzeug in Richtung der Stütze oder aber die Stütze in Richtung des Ultraschallwerkzeugs bewegt werden. Es ist auch möglich, dass das Ultraschallwerkzeug und die Stütze aufeinander zubewegt werden. Dadurch entsteht die mechanische Klemmverbindung zwischen dem Ultraschallwerkzeug, den Werkstücken und der Stütze. Der Befestigungsabschnitt der Werkstücke umfasst jeweils einen Teil von beiden Werkstücken und kann außerdem einen Teil der Zusatzplatte umfassen. Der Befestigungsabschnitt wird in dem Aufnahmebereich angeordnet. Der Befestigungsabschnitt kann also die gleiche Größe wie der Aufnahmebereich aufweisen. Es ist jedoch auch möglich, dass der Befestigungsabschnitt größer als der Aufnahmebereich ist und sich somit seitlich über den Aufnahmebereich hinaus erstreckt. Die Fügezone ist vorzugsweise zumindest der Teil des Befestigungsabschnitts, in den die mechanischen Schwingungen eingeleitet werden. Dies ist vorzugsweise der Bereich des Befestigungsabschnitts, der unmittelbar zwischen dem Ultraschallwerkzeug und der Stütze ist. In Bezug auf die Werkstücke kann sich also die Fügezone verschieben, wenn die Werkstücke relativ zum Ultraschallwerkzeug seitlich bewegt werden und somit fortlaufend ein neuer Abschnitt der Werkstücke in den Aufnahmebereich geschoben wird. Daraus resultiert, dass eine Schweißnaht zwischen den Werkstücken entsteht, die fortlaufend aus der Fügezone herausgeschoben werden kann. Die Schweißnaht kann dabei zumindest abschnittsweise noch im Befestigungsabschnitt sein oder wenn sie seitlich aus dem Befestigungsabschnitt der Werkstücke herausgeschoben wird in den Kühlabschnitt der Werkstücke gelangen.
Die Kühleinheit des Systems ist dazu ausgebildet, zumindest einen Teil des Kühlabschnitts und/oder zumindest einen Teil des Befestigungsabschnitts mit Kühlflüssigkeit zu kühlen. Wie zuvor erwähnt, kann die Fügezone einen Teil des Befestigungsabschnitts bilden. Die Fügezone ist jedoch nicht notwendigerweise der gesamte Befestigungsabschnitt. Die Kühlung mit Kühlflüssigkeit kann deshalb auch in einem Teil des Befestigungsabschnitts der Werkstücke stattünden. Durch die Kühlung zumindest eines Teils des Befestigungsabschnitts und/oder des Kühlabschnitts der Werkstücke mit Kühlflüssigkeit kann besonders einfach und effizient gewährleistet werden, dass die aus der Fügezone herausgeschobene Schweißnaht schnell und sicher abgekühlt wird. Dadurch erhöht sich die Festigkeit der Schweißnaht und der daraus resultierenden stoffflüssigen Verbindung zwischen den Werkstücken. Die über die Fügezone hinaus auftretenden, mechanischen
Schwingungen führen deshalb nicht dazu, dass die aus der Fügezone herausgeschobene Schweißnaht aufgetrennt wird und/oder mechanisch derart geschwächt wird, dass nur eine schlechte Verbindung zwischen den Werkstücken erreicht wird. Darüber hinaus bietet die Kühleinheit den Vorteil, dass diese besonders einfach an unterschiedliche Werkstücke angepasst werden kann, um den jeweiligen Teil des Befestigungsabschnitts der Werkstücke und/oder den Kühlabschnitt der Werkstücke mit Kühlflüssigkeit zu kühlen. Denn die verwendete Kühlflüssigkeit kann sich besonders einfach an unterschiedlichste geometrische Ausgestaltungen der Werkstücke anpassen. Dadurch kann ein Kühleffekt auch bei geometrisch sehr komplexen Werkstücken effizient gewährleistet werden.
Jedes oder eines der beiden thermoplastischen Werkstücke kann ausschließlich aus thermoplastischem Material bestehen. Dies ist jedoch nicht zwingen notwendig. Vielmehr kann es vorgesehen sein, dass ein thermoplastisches Werkstück ein thermoplastisches Grundmaterial aufweist, in das Fasern eingebettet sind. Unter einem thermoplastischen Werkstück soll deshalb auch ein faserverstärktes, thermoplastisches Werkstück verstanden werden können. Die Fasern zur Verstärkung können beispielsweise aus Glasfasern, Kohlenstofffasern, Aramidfasern und/oder Textilfasern gebildet sein. Die Fasern sind vorzugsweise sogenannte Endlosfasern. Diese Fasern weisen vorzugsweise eine mittlere Länge von mindestens 5 cm, mindestens 10 cm oder mindestens 20 cm auf. Es kann auch möglich sein, dass die Fasern eine mittlere Länge aufweisen, die zwischen 70 % und 100 % einer Kantenlänge des jeweiligen Werkstücks entspricht. Die Fasern können aber auch von Langfasern oder Kurzfasern gebildet sein. Die Fasern können aus Glasfasern, Kohlenstofffasern, Aramidfasern und/oder Textilfasern gebildet sein. Matrixwerkstoff kann von PEKK, PEEK, LMPAEK, PEI, PPS und/oder PA gebildet sein. Ein Volumengehalt der Fasern kann zwischen 1% und 70%, vorzugsweise zwischen 40% und 60%, am jeweiligen Werkstück sein.
Außerdem kann es vorgesehen sein, mindestens eins der thermoplastischen Werkstücke mit sogenanntem Lighting Strike Protection (LSP) versehen sein kann. Dabei handelt sich es vorzugsweise um ein Kupfer ECF (Expanded Copper Foil) oder Kupfer PCF (Perforated Copper Foil). Das LSP kann auf der Oberfläche des jeweiligen Werkstücks während der Herstellung des jeweiligen Werkstücks aufgebracht werden oder aufgebracht worden sein..
Insbesondere wenn mindestens eins der thermoplastischen Werkstücke aus einem faserverstärkten, thermoplastischen Material besteht, wurde festgestellt, dass die Fasern
unter einer Vorspannung, insbesondere einer Zugvorspannung, stehen können. Diese Vorspannung auch zumindest teilweise aufrechterhalten bleiben, wenn eine aus der Fügezone herausgeschobene Schweißnaht gebildet ist. Dieser Teil der Schweißnaht kann deshalb unter einer mechanischen Vorspannung, insbesondere Zugvorspannung, stehen, was zu einem Auftrennen der Schweißnaht führen kann, wenn die ohnehin unter Zugspannung stehende Schweißnaht von mechanischen Schwingungen beeinflusst ist, die in unmittelbarer Nähe in die Fügezone mittels des Ultraschallwerkzeugs eingeleitet werden. Das Auftrennen der Schweißnaht kann effektiv verhindert werden, wenn die Festigkeit der Schweißnaht nach dem Austritt aus der Fügezone möglichst schnell und/oder in unmittelbarer Nähe zu der Fügezone erhöht wird. Dies kann mittels der von der Kühleinheit zur Verfügung gestellten Kühlflüssigkeit zum Abkühlen des Befestigungsbereichs und somit zum Abkühlen der Schweißnaht gewährleistet werden. Denn die Kühleinheit leitet die Kühlflüssigkeit zu zumindest einem Teil des Befestigungsabschnitts der Werkstücke und/oder einem Kühlabschnitt der Werkstücke.
Die vorangegangenen Erläuterungen gelten in analogerweise, wenn beide thermoplastischen Werkstücke jeweils von faserverstärktem, thermoplastischen Werkstoffmaterial gebildet sind. Es ist jedoch auch möglich, dass das jeweilige Werkstück nur teilweise von thermoplastischem Material und/oder nur teilweise von faserverstärktem, thermoplastischem Material gebildet ist. Denn in diesem Fall ist es relevant, dass der thermoplastische Anteil bzw. faserverstärkte, thermoplastische Anteil des jeweiligen Werkstücks dazu verwendet wird, um mit dem jeweils anderen Werkstück einen Befestigungsabschnitt zu bilden, der in dem Aufnahmebereich angeordnet werden kann, um anschließend das Verschweißen der Werkstücke durch Ultraschall auszuführen.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass ein Zusatzkörper im Befestigungsbereich zwischen dem ersten Werkstück und dem zweiten Werkstück angeordnet ist, wenn die Werkstücke im Aufnahmebereich zusammenzuklemmen sind, wobei die beiden Werkstücke mittels des Zusatzkörpers in der Fügezone verschweißbar sind. Der Zusatzkörper kann eine beliebige Form aufweisen. Der Zusatzkörper ist vorzugsweise als ein thermoplastischer Zusatzkörper ausgebildet. Der Zusatzkörper kann also vollständig oder zumindest teilweise aus thermoplastischem Material gebildet sein. Bevorzugt ist der Zusatzkörper als eine thermoplastische Zusatzplatte ausgebildet. Wenn im Folgenden auf die Zusatzplatte Bezug genommen wird, kann damit in analoger Weise der Zusatzkörper, insbesondere in einer beliebigen Form, gemeint sein. Zumindest im
Befestigungsabschnitt kann die thermoplastische Zusatzplatte zwischen dem ersten und zweiten Werkstück angeordnet sein. Daraus ergibt sich eine Sandwich-Anordnung. Diese kann in dem Aufnahmebereich angeordnet werden, sodass die beiden Werkstücke und die dazwischen angeordnete Zusatzplatte im Aufnahmebereich mittels des Ultraschallwerkzeugs und der Stütze zusammengeklemmt werden können, um mechanische Schwingungen in den Befestigungsabschnitt der Werkstücke mittels des Ultraschallwerkzeugs einzuleiten und die Werkstücke zumindest teilweise mittels der Zusatzplatte in der Fügezone zu verschweißen. Denn die Zusatzplatte kann dadurch ebenfalls in der Fügezone sein. Die Zusatzplatte ist vollständig aus einem thermoplastischen Material oder beispielsweise aus einem faserverstärkten, thermoplastischen Material hergestellt. Durch den thermoplastischen Materialanteil findet aufgrund des Einleitens der mechanischen Schwingungen eine Erwärmung zwischen jedem der Werkstücke und der Zusatzplatte statt, und zwar durch Molekular- und/oder Grenzflächenreibung. Dadurch kommt es zum Verschweißen der Zusatzplatte mit jedem der beiden Werkstücke, sodass die Zusatzplatte als Verbindungsmittel zwischen den beiden Werkstücken wirkt. Es kann deshalb auch davon gesprochen werden, dass die beiden Werkstücke mittels der Zusatzplatte verschweißt sind oder verschweißt werden können. Als vorteilhaft hat es sich herausgestellt, wenn die Zusatzplatte eine geringere Steifigkeit als jede der beiden Werkstücke aufweist. Dadurch kann eine besonders widerstandsfähige und zugleich feste Verbindung zwischen den Werkstücken aufgrund des Verschweißens erreicht werden. Darüber hinaus hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Zusatzplatte zumindest im Wesentlichen nur entlang der geplanten Schweißnaht zwischen den Werkstücken angeordnet ist, sodass aufgrund der Form der Zusatzplatte zumindest mitbestimmt werden kann, wo das Verschweißen zwischen der Zusatzplatte und den beiden Werkstücken stattfindet.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass die Kühlflüssigkeit Wasser ist oder zumindest Wasser aufweist. So kann die Kühlflüssigkeit beispielsweise zu mindestens 70 % von Wasser gebildet sein. Die Kühlflüssigkeit kann somit auch zu einem Großteil auf Wasser basieren. Die Verwendung von Wasser als Kühlflüssigkeit hat sich in der Praxis als besonders vorteilhaft herausgestellt. Die in der Fügezone auftretende Erwärmung durch Molekular- und/oder Grenzflächenreibung führt zu einer Temperatur in der Fügezone, die größer als ioo°C, vorzugsweise größer als 140°C ist. Aufgrund der genannten Temperatur in der Fügezone kann gewährleistet werden, dass in Richtung der Fügezone vordringende Kühlflüssigkeit vor Erreichen der Fügezone verdampft
und damit verhindert wird, dass die Kühlflüssigkeit tatsächlich bis in die Fügezone vordringt. Die Fügezone ist somit frei von Kühlflüssigkeit.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass die Kühleinheit ausgebildet ist, die Kühlflüssigkeit zu dem Befestigungsabschnitt und/oder Kühlabschnitt zu fördern, sodass die dorthin geförderte Kühlflüssigkeit über den Befestigungsabschnitt und/oder Kühlabschnitt der Werkstücke fließt, um die Werkstücke zu kühlen. Indem die Kühlflüssigkeit auf den Befestigungsabschnitt und/oder Kühlabschnitt der Werkstücke fließt, findet eine Abkühlung der Werkstücke in unmittelbarer Nähe zur Fügezone statt. Damit kann gewährleistet werden, dass eine aus der Fügezone herausgeschobene Schweißnaht schnell und/oder in unmittelbarer Nähe zu der Fügezone abgekühlt wird. Damit wird gewährleistet, dass die aus der Fügezone herausgeschobene Schweißnaht die entsprechende Festigkeit aufweist, um bei mechanischen Schwingungen zerstörungsfrei und/oder ohne wesentliche nachteilige Beeinflussung bestehen zu bleiben, selbst wenn derartige mechanische Schwingungen aus der Fügezone heraus über das Material der Werkstücke weitergeleitet sein können. Indem die Kühlflüssigkeit von der Kühleinheit gefördert wird, kann besonders einfach gewährleistet werden, dass die Kühlflüssigkeit eine Temperatur aufweist, die in einem gewünschten und/oder vorbestimmten Temperaturbereich ist. Denn insbesondere kann die Kühlflüssigkeit vor dem Fördern auf eine gewünschte Temperatur gebracht worden sein, sodass die Kühlflüssigkeit mit einer vorbekannten Temperatur zu dem Befestigungsabschnitt und/oder Kühlabschnitt der Werkstücke fließt. Dadurch kann besonders sicher und einfach vorhersagbar sein, wie die Kühlung des Werkstücks erfolgt.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass die Kühleinheit einen Flüssigkeitstank, eine Pumpe und einen Rohrleitungsstrang aufweist, wobei die Kühleinheit ausgebildet ist, Kühlflüssigkeit aus dem Flüssigkeitstank mittels der Pumpe durch den Rohrleitungsstrang zu einem Leitungsende des Rohrleitungsstrangs zu fördern, sodass die am Leitungsende austretende Kühlflüssigkeit auf den Befestigungsabschnitt und/oder Kühlabschnitt der Werkstücke gelangt. Insbesondere die Verwendung des Rohrleitungsstrangs bietet die Möglichkeit, dass das Leitungsende an einer gewünschten Stelle platziert ist, sodass die Kühlflüssigkeit auf den Befestigungsabschnitt und/oder Kühlabschnitt der Werkstücke gelangt. Die Anordnung des Leitungsendes kann somit besonders einfach und individuell an die jeweils zu verschweißenden Werkstücke angepasst werden. Dadurch ist das System besonders anpassbar an die zu verschweißenden
Werkstücke. Insbesondere können auch besonders kleine Werkstücke oder besonders große Werkstücke miteinander verschweißt werden. Denn die Größe der zu verschweißenden Werkstücke hat bei dieser Ausgestaltung des Systems nur einen allenfalls geringen Einfluss. Außerdem ist es möglich, dass der Flüssigkeitstank von dem Ultraschallwerkzeug entfernt angeordnet ist. Denn ist es möglich, dass sich nur der Rohrleitungsstrang bis in die Nähe zum Ultraschallwerkzeug erstreckt. So kann das Leitungsende des Rohrleitungsstrangs seitlich neben dem Ultraschallwerkzeug, vorzugsweise in einem Abstand von weniger als io cm, angeordnet sein.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass die Stütze durch einen Amboss, einen Tisch oder ein Gestell gebildet ist. Die Stütze kann vorzugsweise von einem festen und/oder stabilen Körper gebildet sein. Dies bietet den Vorteil, dass die Werkstücke, vorzugsweise mit der dazwischen angeordneten Zusatzplatte, zwischen der Stütze und dem Ultraschallwerkzeug im Aufnahmebereich angeordnet werden können, sodass die Werkstücke, vorzugsweise mit der dazwischen angeordneten Zusatzplatte, eingeklemmt werden können. Dazu können Kräfte von dem Ultraschallwerkzeug in Richtung der Stütze, oder umgekehrt, ausgeübt werden, sodass eine Klemmkraft auf die Werkstücke wirkt. Durch die während des Verschweißens wirkende Klemmkraft wird gewährleistet, dass eine stoffflüssige Verbindung zwischen dem thermoplastischen Material der Werkstücke untereinander und/oder dem thermoplastischen Material der Zusatzplatte entsteht. Aufgrund der vorangegangenen Erläuterung wird jedoch auch ersichtlich, dass es zwar von Vorteil ist, wenn zumindest eines der Werkstücke unmittelbar auf der Stütze angeordnet ist, um das Zusammenklemmen der Werkstücke zu erreichen. Es ist jedoch nicht zwingend erforderlich, dass eines der beiden Werkstücke unmittelbar und direkt auf der Stütze angeordnet ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass die Kühleinheit einen Flüssigkeitsbehälter aufweist, dessen Innenraum zumindest teilweise mit Kühlflüssigkeit gefüllt ist, wobei der Flüssigkeitsbehälter auf der Stütze angeordnet ist und/oder der Boden des Flüssigkeitsbehälters zumindest teilweise von der Stütze gebildet ist, wobei der Kopf des Ultraschallwerkzeugs in die Kühlflüssigkeit im Innenraum des Flüssigkeitsbehälters eintaucht, sodass der Aufnahmeraum innerhalb des mit Kühlflüssigkeit gefüllten Innenraums des Flüssigkeitsbehälters ist. Die Werkstücke müssen also in die Flüssigkeit im Innenraum des Flüssigkeitsbehälters gebracht werden, um im Aufnahmeraum angeordnet zu werden. Die dort angeordneten Werkstücke können somit unter Flüssigkeit
bzw. unter Wasser in der Fügezone verschweißt werden. Genau genommen findet das Verschweißen als Solches jedoch nicht in der Kühlflüssigkeit statt, da die Kühlflüssigkeit nicht bis in der Fügezone vordringt sondern kurz vor der Fügezone aufgrund der Erwärmung der Werkstücke verdampft. Jedoch wird der Bereich um die Fügezone herum mit Kühlflüssigkeit, insbesondere mit Wasser, gut und schnell gekühlt. Dadurch kann eine besonders einfache und effiziente Kühlung zumindest eines Teils des Befestigungsbereichs und/oder des Kühlbereichs der Werkstücke gewährleistet werden. Der Flüssigkeitsbehälter kann nach Art einer Schale ausgebildet sein. Die Schale kann auf der Stütze angeordnet sein und/oder der Boden der Schale kann von der Stütze zumindest teilweise gebildet sein. Aber selbst wenn die Schale auf der Stütze angeordnet ist, kann ein Zusammenklemmen der Werkstücke, insbesondere mit der dazwischen angeordneten Zwischenplatte, gewährleistet werden, indem eine Klemmkraft zwischen dem Ultraschallwerkzeug und der Stütze hervorgerufen wird, die aufgrund der Anordnung auch auf die zuvor genannten Werkstücke wirkt. Zwar wirkt in diesem Fall auch die Klemmkraft auf die Schale, jedoch hat dies keinen negativen Einfluss. Vorzugsweise ist der Flüssigkeitsbehälter, insbesondere in Form einer Schale, aus Metall. Die Stütze kann ebenfalls aus Metall sein. Dadurch wird effektiv verhindert, dass es zu einem Verschweißen zwischen einem der Werkstücke und dem Flüssigkeitsbehälter und/oder einem Verschweißen zwischen dem Werkstück und der Stütze kommt.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass das Ultraschallwerkzeug derart ausgebildet ist, sodass die von dem Ultraschallwerkzeug erzeugten, mechanischen Schwingungen eine Amplitude und/oder Frequenz aufweisen, die bewirkt, dass die mechanischen Schwingungen zumindest im Wesentlichen auf die Werkstücke, und hier besonders bevorzugt im Wesentlichen auf die Grenzflächen der Werkstücke, wirkt. Außerdem ist das Ultraschallwerkzeug vorzugsweise derart ausgebildet, dass die mechanischen Schwingungen zumindest im Wesentlichen nur im Aufnahmebereich wirken. Die Fügezone ist im Aufnahmebereich.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass das System eine erste Handhabungseinheit aufweist, an der das Ultraschallwerkzeug befestigt ist, wobei das System ausgebildet ist, die erste Handhabungseinheit derart zu steuern, um das Ultraschallwerkzeug entlang eines vorbestimmten Bewegungspfads relativ zu der Stütze und/oder der Werkstücke zu bewegen. So kann es beispielsweise vorgesehen sein, dass die Stütze die Werkstücke über eine größere Fläche abstützt. In diesem Fall kann die erste
Handhabungseinheit derart gesteuert werden, dass das Ultraschallwerkzeug entlang des vorbestimmten Bewegungspfads über die Werkstücke geführt wird, sodass die Fügezone mit der Bewegung des Ultraschallwerkzeugs wandert bzw. mitbewegt wird. Die Kühlflüssigkeit bewirkt, dass die durch die Bewegung der Fügezone hervorgerufene Schweißnaht in unmittelbarer Nähe zu der Fügezone abgekühlt wird. Dadurch kann effektiv verhindert werden, dass die von dem bewegten Ultraschallwerkzeug verursachten mechanischen Schwingungen auf eine aus der Fügezone herausbewegten Schweißnaht derart Einfluss nehmen, dass die Schweißnaht davon zerstört und/oder mechanisch negativ beeinflusst wird. Die erste Handhabungseinheit kann einen Roboter mit einem steuerbaren Roboterarm umfassen und/oder davon gebildet sein. So kann das Ultraschallwerkzeug beispielsweise an einem Armende des Roboterarms angeordnet sein. Der Roboter kann außerdem derart gesteuert sein, dass der Roboterarm den Kopf des Ultraschallwerkzeugs entlang des vorbestimmten Bewegungspfads über eines der Werkstücke bewegt, und dabei die Werkstücke ununterbrochen und/ oder unaufhörlich zusammenklemmt.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass das System einen Antrieb aufweist, der derart mit der Stütze gekoppelt ist, um die Stütze entlang eines vorbestimmten Antriebspfads, insbesondere relativ zu dem Ultraschallwerkzeug, zu bewegen. Der Antrieb kann als ein Linearantrieb ausgebildet sein, mit dem die Stütze in einer Ebene bewegt werden kann. Der Linearantrieb kann als ein mehrachsiger Linearantrieb ausgebildet sein, sodass die Stütze in der Ebene entlang eines beliebigen, insbesondere kurvenförmigen, Antriebspfads bewegt werden kann. Vorzugsweise ist die Stütze zum Halten der Werkstücke ausgebildet, sodass die Werkstücke gehalten von der Stütze und mit der Stütze entlang des vorbestimmten Antriebspfads bewegt werden. Das Ultraschallwerkzeug kann ortsfest angeordnet sein. Durch die Bewegung der Stütze, insbesondere zusammen mit den Werkstücken, erfolgt eine Relativbewegung zwischen der Stütze bzw. den Werkstücken und dem Ultraschallwerkzeug. Dadurch kann eine Schweißnaht zwischen den Werkstücken erreicht werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems zeichnet sich dadurch aus, dass das System eine Halteeinheit aufweist, die zum Halten der Werkstücke und zum Anordnen der Werkstücke ausgebildet ist, sodass die Werkstücke im Befestigungsabschnitt einander gegenüberliegend angeordnet sind und der Befestigungsabschnitt der Werkstücke im Aufnahmebereich angeordnet ist. Zwischen den Werkstücken kann die Zusatzplatte angeordnet sein. Diese kann ebenfalls von der Halteeinheit mit den Werkstücken gehalten
und angeordnet sein. Außerdem weist das System vorzugsweise eine oder die erste Handhabungseinheit auf, an der das Ultraschallwerkzeug befestigt ist. Das System ist außerdem vorzugsweise ausgebildet, die erste Handhabungseinheit derart zu steuern, um das Ultraschallwerkzeug entlang eines vorbestimmten Bewegungspfads entlang der Werkstücke zu bewegen. Außerdem ist es bevorzugt vorgesehen, dass das System eine zweite Handhabungseinheit aufweist, an der die Stütze befestigt ist, wobei das System ausgebildet ist, die zweite Handhabungseinheit derart zu steuern, um die Stütze parallel zu dem Ultraschallwerkzeug zu bewegen. Während der Bewegung des Ultraschallwerkzeugs und der Stütze mittels der ersten bzw. zweiten Handhabungseinheit werden die Werkstücke zwischen dem Ultraschallwerkzeug und der Stütze kontinuierlich eingeklemmt. Das Ultraschallwerkzeug wird parallel zur Stütze bewegt, sodass eine Schweißnaht entlang des vorbestimmten Bewegungspfads zwischen den Werkstücken bzw. zwischen der Zusatzplatte und den Werkstücken entsteht. Auch dies soll als eine Verschweißung der Werkstücke aufgefasst sein. Die Werkstücke werden also entlang des Bewegungspfads verschweißt. Die Halteeinheit kann die Werkstücke ortsfest halten. Es findet somit zum Verschweißen der Werkstücke keine Bewegung der Werkstücke statt. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Werkstücke sehr groß sind.
Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird die eingangs genannte Aufgabe gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs io. Vorgesehen ist also ein Verfahren zum Verschweißen von zwei thermoplastischen Werkstücken, wobei das Verfahren die folgenden Schritte aufweist: a) Anordnen von einem Befestigungsabschnitt der einander gegenüberliegenden Werkstücke in einem Aufnahmebereich zwischen einem Kopf eines Ultraschallwerkezugs und einer Stütze, wobei das Ultraschallwerkzeug zur Erzeugung von mechanischen Schwingungen mit einer Frequenz zwischen 20 kHz und tookHz ausgebildet ist; b) Zusammenklemmen der im Befestigungsabschnitt einander gegenüberliegenden Werkstücke mittels des Ultraschallwerkzeugs und der Stütze; c) Einleiten von mechanischen Schwingungen in den Befestigungsabschnitt der Werkstücke mittels des Ultraschallwerkzeugs, so dass die Werkstücke in einer Fügezone verschweißt werden; und
d) Kühlen mit Kühlflüssigkeit von zumindest einem Teil des Befestigungsabschnitts der Werkstücke und/oder einem an den Befestigungsabschnitt unmittelbar angrenzenden Kühlabschnitt der Werkstücke mittels einer Kühleinheit.
Bezüglich des Verfahrens wird auf die vorangegangenen Erläuterungen, bevorzugten Merkmale, Effekte und/oder Vorteile Bezug genommen, wie sie in analoger Weise für das System gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung und/oder einer der zugehörigen Ausgestaltungen erläutert worden sind. Entsprechendes gilt für jede der im Folgenden angegebenen, vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens. Auf Wiederholungen wird deshalb verzichtet.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass in Schritt a) eine thermoplastische Zusatzplatte im Befestigungsabschnitt zwischen den Werkstücken angeordnet ist, und wobei in Schritt c) die beiden Werkstücke in der Fügezone mittels der Zusatzplatte verschweißt werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass die Kühlflüssigkeit Wasser ist oder zumindest Wasser aufweist.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass Schritte b), c) und d) gleichzeitig ausgeführt werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass die Werkstücke in einer Fügezone in Schritt c) auf eine Temperatur von mindestens 150 °C erwärmt werden, die um mindestens 20°C höher als eine Siedetemperatur der Kühlflüssigkeit ist. Die Kühlflüssigkeit kann somit in unmittelbarer Nähe zur Fügezone verdampft werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Kühlflüssigkeit Wasser ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass die Kühlflüssigkeit in Schritt d) zu dem Befestigungsabschnitt und/oder Kühlabschnitt mittels der Kühleinheit gefördert wird, so dass die dorthin geförderte Kühlflüssigkeit über den Befestigungsabschnitt und/oder Kühlabschnitt der Werkstücke fließt, um die Werkstücke zu kühlen.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass die Kühleinheit einen Flüssigkeitstank, eine Pumpe und einen Rohrleitungsstrang aufweist, wobei die Kühlflüssigkeit in Schritt d) aus dem Flüssigkeitstank mittels der Pumpe durch
den Rohrleitungsstrang zu einem Leitungsende des Rohrleitungsstrangs gefördert wird, so dass die am Leitungsende austretende Kühlflüssigkeit auf den Befestigungsabschnitt und/oder Kühlabschnitt der Werkstücke gelangt.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass die Kühleinheit einen Flüssigkeitsbehälter aufweist, dessen Innenraum zumindest teilweise mit Kühlflüssigkeit gefüllt ist, wobei der Flüssigkeitsbehälter auf der Stütze angeordnet ist und/oder der Boden des Flüssigkeitsbehälter zumindest teilweise von der Stütze gebildet ist, wobei der Kopf des Ultraschallwerkzeugs während Schritt c) in die Kühlflüssigkeit im Innenraum des Flüssigkeitsbehälters eintaucht, so dass der Aufnahmeraum innerhalb des mit Kühlflüssigkeit gefüllten Innenraums des Flüssigkeitsbehälters ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, dass das Ultraschallwerkzeug und die Stütze während Schritt c) relative zueinander mittels einer ersten Handhabungseinheit und/oder eines Antriebs bewegt werden.
Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele und den Figuren. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich und in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung auch unabhängig von ihrer Zusammensetzung in den einzelnen Ansprüchen oder deren Rückbezügen. In den Figuren stehen weiterhin gleiche Bezugszeichen für gleiche oder ähnliche Objekte.
Figuren l bis 5 zeigen jeweils eine vorteilhafte Ausgestaltung des Systems in einer schematischen Darstellung.
Figur 6 zeigt einen Ablaufplan einer vorteilhaften Ausgestaltung des
Verfahrens in einer schematischen Darstellung.
In der Figur l ist eine vorteilhafte Ausgestaltung des Systems 2 schematisch dargestellt. Das System 2 dient zum Verschweißen von zwei thermoplastischen Werkstücken 4, 6. Mit dem System 2 kann also das erste Werkstück 4 mit dem zweiten Werkstück 6 verschweißt werden. Jedes der beiden Werkstücke 4, 6 ist ein thermoplastisches Werkstück. Dabei kann jedes der beiden Werkstücke 4, 6 aus thermoplastischem Material bestehen oder zumindest thermoplastisches Material aufweisen. Jedes der beiden Werkstücke 4, 6 kann Verstärkungsfasern aufweisen, die in das thermoplastische Material des jeweiligen Werkstücks 4, 6 eingebettet sind. Wenn im Folgenden von einem Verschweißen der beiden
Werkstücke 4, 6 gesprochen wird, kann darunter ein direktes Verschweißen des thermoplastischen Materials des ersten Werkstücks 4 mit dem thermoplastischen Material des zweiten Werkstücks 6 verstanden werden. Unter dem Verschweißen der beiden Werkstücke 4, 6 kann jedoch auch verstanden werden, dass die beiden Werkstücke 4, 6 mittels weiterem thermoplastischen Material verschweißt werden, das vor dem Verschweißen zwischen den beiden Werkstücken 4, 6 angeordnet wird. So kann beispielsweise eine thermoplastische Zusatzplatte 26 zwischen dem ersten Werkstück 4 und dem zweiten Werkstück 6 angeordnet werden, bevor das tatsächliche Verschweißen der beiden Werkstücke 4, 6 mittels des thermoplastischen Materials der Zusatzplatte 26 erfolgt. Das zwischen den beiden Werkstücken 4, 6 angeordnete, zusätzliche, thermoplastische Material kann auch als sogenanntes Energielenkelement oder als sogenannter„Energy Director“ verstanden werden. Das Verschweißen der beiden Werkstücke 4, 6 erfolgt durch Ultraschallschweißen. Das Verschweißen kann somit auch als ein Ultraschallverschweißen verstanden werden. Das Verschweißen wird durch mechanische Schwingungen mit einer Frequenz zwischen 20 kHz und 100 kHz erreicht, welche zwischen den Werkstücken 4, 6 oder zwischen der Zusatzplatte 26 und den Werkstücken 4, 6 zu einer Erwärmung des thermoplastischen Materials durch Molekular- und/oder Grenzflächenreibung führt, die eine Temperatur erreicht, bei der das thermoplastische Material erweicht und/ oder schmilzt. Es ist jedoch bevorzugt vorgesehen, dass die Erwärmung auf eine Temperatur begrenzt ist, bei der das thermoplastische Material die beiden Werkstücke 4, 6 und vorzugsweise auch das thermoplastische Material der Zusatzplatte 26 in ein plastisches Fließen übergeht, ohne dass jedoch das Einschmelzen des thermoplastischen Materials erfolgt. Das Fließen ist ausreichend, sodass eine stoffflüssige Verbindung zwischen dem thermoplastischen Material der Zusatzplatte 26 und dem thermoplastischen Material jeder der beiden Werkstücke 4, 6 entsteht. Sofern das Verschweißen direkt zwischen den beiden Werkstücken 4, 6 erfolgen soll, führt das plastische Fließen des thermoplastischen Materials der beiden Werkstücke 4, 6 zu einer stoffflüssigen Verbindung zwischen den beiden Werkstücken 4, 6.
Um die mechanischen Schwingungen zum Verschweißen der beiden thermoplastischen Werkstücke 4, 6 hervorzurufen, weist das System 2 ein Ultraschallwerkzeug 8 auf. Ein Kopf des Ultraschallwerkzeugs 8 drückt direkt auf eines der beiden Werkstücke 4, 6, um die mechanischen Schwingungen zu übertragen und um die Klemmkraft hervorzurufen. Das Ultraschallwerkzeug 8 kann einen sogenannten Konverter 48, einen Booster 50 und eine Sonotrode 52 aufweisen. Der Konverter 48, der Booster 50 und die Sonotrode 52 sind vorzugsweise in einer mechanischen Reihenschaltung hintereinander angeordnet und
mechanisch miteinander gekoppelt. Der Konverter 48 kann dazu ausgebildet sein, um ein elektrisches Signal in mechanische Schwingungen umzusetzen. Von dem Konverter 48 können also mechanische Schwingungen verursacht sein. Der Konverter 48 kann dazu beispielsweise Piezoelemente aufweisen, die durch ein elektrisches Signal angesteuert werden können, was zu mechanischen Schwingungen führt, insofern das elektrische Signal ein Wechselsignal ist. Der Booster 50 ist vorzugsweise derart ausgebildet, um die Amplitude der mechanischen Schwingungen, die vom Konverter 48 erzeugt werden, in der Amplitudenhöhe und/ oder -frequenz zu verändern. So kann der Booster 50 beispielsweise derart ausgebildet sein, sodass der Booster 50 in mechanische Schwingung nur im Frequenzbereich zwischen 20 kHz und 100 kHz gebracht werden kann. Die Sonotrode 52 ist mechanisch mit dem Booster 50 gekoppelt. Die Sonotrode 52 weist einen Kopf 14 auf, der dazu ausgebildet ist, um in unmittelbarem Kontakt mit einem der beiden Werkstücke 4, 6 gebracht zu werden, um das Verschweißen zu erreichen. Der Kopf 14 der Sonotrode 52 kann auch den Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 bilden. Um das Ultraschallwerkzeug 8 in mechanische Schwingungen zu versetzen, kann das Ultraschallwerkzeug 8 über eine elektrische Verbindungsleitung mit einer Steuereinheit 46 gekoppelt sein, die zum Erzeugen und Übertragen eines elektrischen Signals über die Verbindungsleitung an das Ultraschallwerkzeug 8 ausgebildet ist, sodass das Ultraschallwerkzeug 8 aufgrund des elektrischen Signals in mechanische Schwingungen versetzt wird. Die Steuereinheit 46 kein einen Teil des Systems 2 bilden. Das Ultraschallwerkzeug 8 ist zur Erzeugung von mechanischen Schwingungen mit einer Frequenz zwischen 20 kHz und 100 kHz, vorzugsweise zwischen 20 kHz und 40 kHz, ausgebildet.
Das System 2 weist außerdem eine Stütze 10 auf. Die Stütze 10 ist in der Figur 1 beispielhaft und schematisch dargestellt. Die Stütze 10 kann nach Art eines Ambosses oder als ein Tisch ausgebildet sein. Die Stütze 10 kann aber auch durch ein Gestell oder einen anderen festen Körper gebildet sein. Die Stütze 10 ist oftmals deutlich größer als die Sonotrode 52. Denn die Stütze 10 kann auch zum stützenden Halten und/oder Befestigen der Werkstücke 4, 6 ausgebildet sein. Insbesondere kann die Stütze 10 zum lösbaren Halten der Werkstücke 4, 6 ausgebildet sein, was jedoch in der Figur 1 nicht schematisch dargestellt ist.
Der Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 ist derart gegenüber der Stütze 10 angeordnet, sodass ein Aufnahmebereich 16 für die Werkstücke 4, 6 zwischen dem Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 und der Stütze 10 gebildet ist. Die Werkstücke 4, 6 können also zwischen dem Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 und der Stütze 10 angeordnet werden,
sodass ein Befestigungsabschnitt 18 der beiden Werkstücke 4, 6 zwischen dem Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 und der Stütze 10 angeordnet ist. Zumindest einen Teil des Befestigungsabschnitts 18 der beiden Werkstücke 4, 6 ist in diesem Fall in dem Aufnahmebereich 16 zwischen dem Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 und der Stütze 10 angeordnet. Das System 2 ist außerdem dazu ausgebildet, die Werkstücke 4, 6 mittels des Ultraschallwerkzeugs 8 und der Stütze 10 im Aufnahmebereich 16 zusammenzuklemmen. Dazu kann das Ultraschallwerkzeug 8 an einer Handhabungseinheit 42 befestigt sein, wie es schematisch aus der Figur 4 zu entnehmen ist. Mittels der Handhabungseinheit 42 kann der Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 auf eines der beiden Werkstücke 4, 6 drücken, sodass die beiden Werkstücke 4, 6 zwischen dem Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 und der Stütze 10 eingeklemmt sind. Der Aufnahmebereich 16 ist vorzugsweise durch die Kontaktfläche zwischen dem Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 und die Längsaxialrichtung des Ultraschallwerkzeugs 8 bestimmt. Denn das Ultraschallwerkzeug 8 ist vorzugsweise dazu ausgebildet, um die mechanischen Schwingungen in Längsaxialrichtung des Ultraschallwerkzeugs 8 in die zusammengeklemmten Werkstücke 4, 6 einzuleiten. Dies erfolgt vorzugsweise über die gesamte Kontaktfläche zwischen dem Kopf 14 und dem einen der beiden Werkstücke 4, 6. Außerhalb des Aufnahmebereichs 16 werden die mechanischen Schwingungen nur zu einem geringeren Maß auftreten, sodass ein Verschweißen der Werkstücke 4, 6 gezielt im Aufnahmebereich 16 erfolgen kann. Das Ultraschallwerkzeug 8 ist deshalb dazu ausgebildet, die mechanischen Schwingungen in den mit dem Aufnahmebereich 16 überlappenden Teil des Befestigungsabschnitts 18 der Werkstücke 4, 6 einzuleiten, um die Werkstücke 4, 6 in einer Fügezone 20 zu verschweißen. Die Fügezone 20 ist vorzugsweise innerhalb des Aufnahmebereichs 16. Werden die beiden Werkstücke 4, 6 mittels der Zusatzplatte 26 verschweißt, die zwischen den beiden Werkstücken 4, 6 angeordnet ist, so wird die Fügezone 20 jeweils an den Grenzschichten zwischen der Zusatzplatte 26 und den Werkstücken 4, 6 innerhalb des Aufnahmebereichs 16 sein. Denn gerade an den Übergangsbereichen von der Zusatzplatte 26 zu dem jeweiligen Werkstück 4, 6 tritt die Molekular- und Grenzflächenreibung aufgrund der mechanischen Schwingungen auf, was zu der gewünschten Erwärmung des thermoplastischen Materials der Zusatzplatte 26 bzw. des jeweiligen Werkstücks 4, 6 führt. In der Fügezone 20 findet also das Ultraschallschweißen statt.
Das Ultraschallwerkzeug kann entlang eines vorbestimmten Bewegungspfads relativ zu der Stütze 10 und/oder dem Werkstück 4, 6 bewegt werden. Mit dem Bewegen des Ultraschallwerkzeugs 8 verschieben sich synchron der Aufnahmebereich 16 und die
Fügezone 20. Der aus dem Aufnahmebereich 16 herausgeschobene Teil der verschweißten Werkstücke 4, 6 kann an der Schweißnaht jedoch noch eine hohe Wärme aufweisen. Um zu verhindern, dass diese noch sehr warme Schweißnaht aufgrund der nach außen getragenen mechanischen Schwingungen zerstört und/ oder mechanisch negativ beeinflusst wird, weist das System 2 eine Kühleinheit 12 auf. Die Kühleinheit 12 ist ausbildet, zumindest einen Teil des Befestigungsabschnitts 18 der Werkstücke 4, 6 und/oder einen an den Befestigungsabschnitt 18 unmittelbar angrenzenden Kühlabschnitt 24 der Werkstücke 4, 6 mit Kühlflüssigkeit 22 zu kühlen. Der Teil des Befestigungsabschnitts 18, der mit Kühlflüssigkeit 22 gekühlt werden kann, ist vorzugsweise außenseitig um den Aufnahmebereich 16, insbesondere ringförmig, angeordnet. Wiederum außenseitig zu dem Befestigungsabschnitt 18, und zwar vorzugsweise auch ringförmig, kann der Kühlabschnitt 24 angeordnet sein.
In der Figur 1 ist eine vorteilhafte Ausgestaltung der Kühleinheit 12 dargestellt. Die Kühleinheit 12 kann dazu beispielsweise einen Flüssigkeitstank 28, eine Pumpe 30 und einen Rohrleitungsstrang 32 aufweisen. Der Rohrleitungsstrang 32 erstreckt sich vorzugsweise von dem Flüssigkeitstank 28 bis zu einem Leitungsende 34, wobei in dem Rohrleitungsstrang 32 die Pumpe 30 integriert ist. Mittels der Pumpe 30 kann somit Kühlflüssigkeit 22 aus dem Flüssigkeitsbehälter 36 zu dem Leitungsende 34 gefördert werden. Das Leitungsende 34 ist vorzugsweise derart angeordnet, sodass die am Leitungsende 34 austretende Kühlflüssigkeit 22 auf den Befestigungsabschnitt 18 und/ oder Kühlabschnitt 24 der Werkstücke 4, 6 gelangt. Das System 2 kann auch mehrere Kühleinheiten 12 aufweisen. Dies ist beispielhaft in der Figur 1 dargestellt. Durch die Kühlflüssigkeit 22 wird der Teil des Befestigungsabschnitts 18, der außenseitig zu dem Aufnahmebereich 16 ist, besonders schnell und effizient abgekühlt. Darüber hinaus wird auch der Kühlabschnitt 24 der Werkstücke 4, 6 mittels der Kühlflüssigkeit 22 effizient abgekühlt.
Wird die Sonotrode 52 verwendet, um eine Schweißnaht herzustellen, sodass die Sonotrode 52 entlang des vorbestimmten Bewegungspfads relativ zu der Stütze 10 und/oder der Werkstücke 4, 6 bewegt wird, wird die dabei aus der Fügezone 20 kontinuierlich herausgeschobene Schweißnaht schnell und effizient aufgrund der Kühlung mit der Kühlflüssigkeit 22 abgekühlt. Mechanische Schwingungen, die aus dem Aufnahmebereich 16 nach außen in den zuvor genannten Teil des Befestigungsabschnitts 18 oder sogar in den Kühlabschnitt 24 übertragen werden, können deshalb nicht zu einer Zerstörung der zuvor
genannten Schweißnaht führen. Denn durch das Abkühlen der Schweißnaht erstarrt diese und erhält dadurch eine höhere Festigkeit. Diese höhere Festigkeit verhindert, dass die zuvor genannten mechanischen Schwingungen nicht zu einer Zerstörung und/oder mechanischen, negativen Beeinflussung der Schweißnaht führen.
In der Figur 3 ist eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems 2 schematisch dargestellt. Bis auf die Stütze 10 entspricht das System 2 dem zuvor im Zusammenhang mit Figur 1 erläuterten System 2. Auf die entsprechenden Erläuterungen wird deshalb in analogerweise Bezug genommen.
Die Stütze 10 für das in Figur 2 dargestellte System 2 ist kleiner ausgestaltet, das die Stütze 10, wie sie zuvor verwendet wurde. Insbesondere kann die Stütze 10 eine Grundfläche aufweisen, mit der die Stütze 10 gegen das zweite Werkstück 6 drückt. Die Sonotrode 52 kann mit einer gleichen Grundfläche gegen das erste Werkstück 4 drücken. Die Stütze 10 und die Sonotrode 52 können gegenüberliegend zueinander angeordnet sein, so dass der fluchtende Abschnitt zwischen den Grundflächen den Aufnahmebereich 16 bestimmt.
In der Figur 3 ist eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems 2 schematisch dargestellt. Bis auf die Kühleinheit 12 entspricht das System 2 dem zuvor im Zusammenhang mit Figur 1 erläuterten System 2. Auf die entsprechenden Erläuterungen wird deshalb in analogerweise Bezug genommen.
Die Kühleinheit 12 des Systems 2, wie es in Figur 3 schematisch dargestellt ist, weist einen Flüssigkeitsbehälter 36 auf, dessen Innenraum 38 zumindest teilweise mit der Kühlflüssigkeit 22 gefüllt ist. Der Flüssigkeitsbehälter 36 ist auf der Stütze 10 angeordnet. Außerdem ist der Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 in die Kühlflüssigkeit 22 im Innenraum 38 des Flüssigkeitsbehälters 36 eingetaucht, sodass der Aufnahmebereich 16 innerhalb des mit Kühlflüssigkeit 22 gefüllten Innenraums 38 des Flüssigkeitsbehälters 36 ist. Die Werkstücke 4, 6 sowie die vorzugsweise dazwischen angeordnete Zusatzplatte 26 sind ebenfalls in die Kühlflüssigkeit 22 eingetaucht, sodass der Befestigungsabschnitt 18 sowie die Kühlabschnitte 24 innerhalb des mit Kühlflüssigkeit 22 gefüllten Innenraums 38 des Flüssigkeitsbehälters 36 sind. Mit anderen Worten ist es bevorzugt vorgesehen, dass der Aufnahmebereich 16 sowie der Befestigungsabschnitt 18 und der Kühlabschnitt 24 unterhalb der Oberfläche der Kühlflüssigkeit 22 ist. Der Boden 40 des Flüssigkeitsbehälters 36 ist
zwischen der Stütze io und den Werkstücken 4, 6 angeordnet. Dies ist jedoch nicht nachteilig, da die Werkstücke 4, 6 und vorzugsweise auch die dazwischen angeordnete, thermoplastische Zusatzplatte 26 zwischen dem Ultraschallwerkzeug 8 und der Stütze 10 im Aufnahmebereich 16 eingeklemmt werden können. In einer nicht in Figur 3 dargestellten Ausgestaltungsvariante kann der Boden 40 des Flüssigkeitsbehälters 36 von der Stütze 10 gebildet sein.
Werden mittels des Ultraschallwerkzeugs 8 mechanische Schwingungen in den Aufnahmebereich 16 eingeleitet, so entsteht die Fügezone 20 zwischen den eingeklemmten Werkstücken 4,6. Die Kühlflüssigkeit 22 verdampft aufgrund der starken Erhitzung in der Fügezone 20 oder verdampft vor dem Erreichen der Fügezone 20, sodass das Schweißen in der Fügezone 20 von der Kühlflüssigkeit 22 nicht negativ beeinflusst ist. Die Kühlflüssigkeit 22 ist vorzugsweise Wasser oder weist zumindest Wasser auf. So kann die Kühlflüssigkeit 22 beispielsweise basierend auf Wasser mit zusätzlichen Stoffen gebildet sein. In der Fügezone 20 entsteht aufgrund der Erwärmung eine Temperatur, die oftmals größer als 150°C ist. Dies verursacht die Verdampfung der Kühlflüssigkeit 22, insbesondere wenn die Kühlflüssigkeit 22 Wasser ist oder auf Wasser basiert.
Indem der um die Fügezone 20 herum angeordnete Teil des Befestigungsabschnitts 18 und der Kühlabschnitt 24 in der Kühlflüssigkeit 22 angeordnet sind, wird hier auch eine besonders schnelle und effiziente Abkühlung erfolgen. Dies wiederum hat zur Folge, dass eine aus der Fügezone 20 herausgeschobene Schweißnaht besonders effizient und schnell abkühlt, sodass die Schweißnaht vor mechanischen Beeinflussungen oder einer mechanischen Zerstörung durch mechanische Schwingungen geschützt ist.
In der Figur 4 ist eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems 2 dargestellt. Das System 2 entspricht zumindest im Wesentlichen dem im Zusammenhang mit Figur 3 erläuterten System 2. Jedoch weist das System 2 aus Figur 4 eine erste Handhabungseinheit 42 auf, an der das Ultraschallwerkzeug 8 befestigt ist. Die erste Handhabungseinheit 42 kann als ein Roboter mit einem Roboterarm 54 ausgebildet sein. An einem Armende 56 des Roboterarms 54 ist das Ultraschallwerkzeug 8 befestigt. Die erste Handhabungseinheit 42 ist zum Bewegen des Ultraschallwerkzeugs 8 im Raum ausgebildet. Außerdem kann das Ultraschallwerkzeug 8 mittels der ersten Handhabungseinheit 42 derart auf die Werkstücke 4, 6 drücken, sodass die Werkstücke 4, 6, und insbesondere auch die dazwischen angeordnete Zusatzplatte 26, zwischen dem Kopf 14 des Ultraschallwerkzeugs 8 und der
Stütze io eingeklemmt sind. Darüber hinaus ist das System 2 ausgebildet, die erste Handhabungseinheit 42 derart zu steuern, um das Ultraschallwerkzeug 8 entlang eines vorbestimmten Bewegungspfads relativ zu der Stütze 10 und den Werkstücken 4, 6 zu bewegen. Die erste Handhabungseinheit 42 kann dazu über eine Steuerleitung mit der Steuereinheit 46 gekoppelt sein. Somit kann das System 2 die erste Handhabungseinheit 42mittels der Steuereinheit 46 derart steuern, um das Ultraschallwerkzeug 8 entlang des genannten, vorbestimmten Bewegungspfads zu bewegen. Dabei bleibt der Kontakt zwischen dem Kopf 14 und den Werkstücken 4, 6 aufrechterhalten. Während der Bewegung des Ultraschallwerkzeugs 8 werden die Werkstücke 4, 6 also weiterhin zusammengepresst. Durch die Bewegung des Ultraschallwerkzeugs 8 entsteht eine Schweißnaht zur Verbindung der Werkstücke 4, 6, insbesondere mithilfe der Zusatzplatte 26. Dabei können die Werkstücke 4, 6 direkt oder indirekt an der Stütze 10 lösbar gehalten sein, um ein Verrutschen der Werkstücke 4, 6 bei der Bewegung des Ultraschallwerkzeugs 8 zu verhindern.
In der Figur 5 ist eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Systems 2 dargestellt. Das in Figur 5 dargestellte System 2 entspricht im Wesentlichen dem System 2, wie es im Zusammenhang mit Figur 3 erläutert worden ist. Auf die entsprechenden Erläuterungen wird in analogerweise Bezug genommen. Das in Figur 5 dargestellte System 2 weist jedoch einen Antrieb 44 auf, der derart mit der Stütze 10 gekoppelt ist, um die Stütze 10 entlang eines vorbestimmten Antriebspfads, vorzugsweise relativ zu dem Ultraschallwerkzeug 8, zu bewegen. Der Antrieb 44 ist vorzugsweise als ein Linearantrieb 44 ausgebildet. Somit kann die Stütze 10 beispielsweise in einer Ebene mittels des Linearantriebs 44 bewegt werden. Der Antrieb 44 kann von der Steuereinheit 46 gesteuert sein. Dazu kann die Steuereinheit 46 über eine (nicht dargestellte) Signalsteuerleitung mit dem Antrieb 44 gekoppelt sein. Während die Stütze 10 mittels des Antriebs 44 bewegt wird, kann das Ultraschallwerkzeug 8 ortsfest angeordnet und/oder gehalten sein. Dazu kann eine Haltevorrichtung (nicht dargestellt) vorgesehen sein, mittels der das Ultraschallwerkzeug 8 ortsfest gehalten wird. Außerdem kann es vorgesehen sein, dass die Werkstücke 4, 6 direkt oder indirekt von der Stütze 10 und/oder im Flüssigkeitsbehälter 36 gehalten sind, um ein Verrutschen der Werkstücke 4, 6 während der Bewegung der Stütze 10 mittels des Antriebs 44 zu verhindern. Die Bewegung der Stütze 10 mittels des Antriebs 44 führt deshalb auch zu einer analogen Bewegung der Werkstücke 4, 6, und zwar vorzugsweise relativ zu dem Ultraschallwerkzeug 8. Dadurch kann eine Schweißnaht zwischen den Werkstücken 4, 6, insbesondere mittels der Zusatzplatte 26, erreicht werden.
In der Figur 6 ist ein Ablaufplan einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens schematisch dargestellt. Das Verfahren dient zum Verschweißen der thermoplastischen Werkstücke 4, 6. Dabei weist das Verfahren die folgenden Schritte a) bis d) auf: a) Anordnen von einem Befestigungsabschnitt 18 der einander gegenüberliegenden Werkstücke 4, 6 und einem Aufnahmebereich 16 zwischen einem Kopf 14 eines Ultraschallwerkzeugs 8 und einer Stütze 10, wobei das Ultraschallwerkzeug 8 zur Erzeugung von mechanischen Schwingungen mit einer Frequenz zwischen 20 kHz und 100 kHz ausgebildet ist. b) Zusammenklemmen der im Befestigungsabschnitt 18 einander gegenüberliegenden Werkstücke 4, 6 mittels des Ultraschallwerkzeugs 8 und der Stütze 10. c) Einleiten von mechanischen Schwingungen in den Befestigungsabschnitt 18 der Werkstücke 4, 6 mittels des Ultraschallwerkzeugs 8, sodass die Werkstücke 4, 6 in einer Fügezone 20 verschweißt werden. d) Kühlen mit einer Kühlflüssigkeit 22 von zumindest einem Teil des Befestigungsabschnitts 18 der Werkstücke 4, 6 und/oder einem an den Befestigungsabschnitt 18 unmittelbar angrenzenden Kühlabschnitt 24 der Werkstücke 4, 6 mit einer Kühleinheit 12.
Mit dem erläuterten Verfahren werden die analogen Vorteile und/oder Effekte erreicht, wie sie im Zusammenhang mit dem System 2 bereits erläutert worden sind. Auch die vorteilhaften Erläuterungen, bevorzugten Merkmale, Effekte und/oder Vorteile, wie sie in Zusammenhang mit dem System 2 erläutert worden sind, wird für das Verfahren in analogerweise Bezug genommen.
Die Schritte b), c) und d) werden vorzugsweise gleichzeitig ausgeführt. Dadurch erfolgt das Verschweißen der Werkstücke 4, 6 in der Fügezone 20, während die Werkstücke 4, 6 in dem Befestigungsabschnitt 18 mittels des Ultraschallwerkzeugs 8 und der Stütze 10 zusammengeklemmt werden. Außerdem erfolgt gleichzeitig das Abkühlen mittels der Kühlflüssigkeit 22.
Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass„aufweisend“ keine anderen Elemente oder Schritte ausschließt und„ein“,„eine“,„erste“ und„zweite“ keine Vielzahl ausschließt. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale, die mit Verweis auf eines der obigen
Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.