ABGASREINIGUNGSANLAGE SOWIE VERFAHREN UND DATENVERARBEITUNGSSYSTEM ZUR ÜBERWACHUNG ZUMINDEST EINER ABGASREINIGUNGSANLAGE
Die vorliegende Erfindung betrifft die Überwachung von Abgasreinigungsanlagen. Insbeson dere bezieht sich die vorliegende Erfindung auf ein computerimplementiertes Verfahren und ein Datenverarbeitungssystem zur Überwachung zumindest einer Abgasreinigungsanlage so wie auf eine Abgasreinigungsanlage selbst.
Abgasreinigungsanlagen werden verwendet, um einen Abgasstrom bzw. einen Abluftstrom zu reinigen. Während des Betriebs einer Abgasreinigungsanlage wird von der Abgasreini gungsanlage selbst eine Vielzahl an Datenpunkten erhoben bzw. erzeugt. Um eine Überwa chung bzw. Charakterisierung der Abgasreinigungsanlage zu ermöglichen, werden diese Da tenpunkte analysiert bzw. ausgewertet. Dazu werden die Daten konventionell auf einem mit der Abgasreinigungsanlage gekoppelten lokalen Speichermedium (z.B. Speicherkarte, trag bare Festplatte oder USB-Stick) gespeichert und anschließend von Fachpersonal manuell aus gewertet. Beispielsweise können mittels spezieller Software aufgezeichnete Messdaten durch das Fachpersonal visualisiert werden oder mittels zum Teil aufwendiger Berechnungen inte ressierende Größen berechnet bzw. abgeschätzt werden.
Die bisherige Auswertung der von der Abgasreinigungsanlage erzeugten Datenpunkte be schränkt die Bestimmung des Anlagenzustands im Wesentlichen auf den momentanen und/o der zeitlich zurückliegenden Zustand. Ebenso ist die Auswertung der Datenpunkte nur mit entsprechenden Fachkenntnissen und unter erheblichem Zeitaufwand möglich. Auch sind die Datenpunkte gewöhnlich nur lokal an der Anlage verfügbar, so dass ein unmittelbarer Zugang zur Anlage für das auswertende Fachpersonal nötig ist.
Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Möglichkeit zur Überwachung von Abgasreinigungsanlagen bereitzustellen.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein computerimplementiertes Verfahren und ein Datenverarbeitungssystem zur Überwachung zumindest einer Abgasreinigungsanlage sowie eine Abgasreinigungsanlage gemäß den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Weitere Aspekte
sowie Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen, der folgenden Be schreibung sowie in den Figuren beschrieben.
Gemäß einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung ein computerimplementiertes Verfahren zur Überwachung zumindest einer Abgasreinigungsanlage. Eine Abgasreinigungsanlage ist eine Anlage, die Verunreinigungen bzw. einen oder mehrere Schadstoffe aus einem zugeführ ten Abgasstrom bzw. Abluftstrom entfernt, so dass ein gereinigter Abgasstrom von der Ab gasreinigungsanlage fortgeleitet werden kann. Das von der Abgasreinigungsanlage fortgelei tete, gereinigte Abgas wird vielfach auch als Reingas bezeichnet. Der zu reinigende Ab gasstrom bzw. Abluftstrom, der der Abgasreinigungsanlage zugeführt wird, kann beispiels weise von einer Industrieanlage oder einem industriellen Prozess etwa der chemischen, pet- rochemischen, pharmazeutischen oder lösemittelverarbeitenden Industrie stammen. Ein Schadstoff kann dabei als ein Stoff verstanden werden, der beim Auftreten in einer gewissen Menge bzw. Konzentration (z.B. definiert als Masse des Schadstoffs pro Volumen im Ab gasstrom bzw. Abluftstrom oder als Anzahl an Schadstoffpartikeln pro Volumen im Ab gasstrom bzw. Abluftstrom) Pflanzen, Tieren, Menschen und/oder der Umwelt schadet. Ent sprechend kann die Reinigung des Abgas- bzw. Abluftstroms z.B. eine Entgiftung, eine Ent- stickung, eine Entsäuerung, eine Entschwefelung, eine Entstaubung oder eine Kombination davon umfassen. Beispielsweise können durch die Abgasreinigungsanlage organische und/o- der anorganische Schadstoffe aus dem Abgas- bzw. Abluftstrom entfernt werden. Mittels ei ner Abgasreinigungsanlage können z.B. Lösemittel, Stickoxide (NOx), Schwefeloxide (SOx), Fluorwasserstoff (HF), Ammoniak (NH3), Chlorwasserstoff (HCl), Dioxine, Furane bzw. Schadstoffe der Grundstruktur CxHyOz (C bezeichnet Kohlenstoff; H bezeichnet Wasserstoff; O bezeichnet Sauerstoff; x, y und z sind natürliche Zahlen) aus dem Abgas- bzw. Abluftstrom entfernt werden.
Zur Reinigung des Abgas- bzw. Abluftstroms kann die Abgasreinigungsanlage verschiedene Verfahren benutzen. Beispielsweise kann die Abgasreinigungsanlage an sich bekannte Auf konzentrationsverfahren (z.B. mittels Absorption, Adsorption oder Membranen), Kondensa tionsverfahren, katalytische Verfahren, nichtkatalytisch-chemische Verfahren, Verfahren un ter Verwendung eines nicht-thermischen Plasmas (kalte Oxidation), biologische Verfahren (z.B. Biowäscher, Biofilter), mechanische Verfahren, elektromechanische Verfahren, thermi sche Verfahren oder eine Kombination mehrerer der vorgenannten Verfahren nutzen. Auf-
konzentrationsverfahren können dabei mit einem weiteren Verfahren, insbesondere zur Ab gasreinigung, in Kombination verwendet werden. Beispielsweise können Aufkonzentrations verfahren zusammen mit einem Kondensationsverfahren (beispielsweise zur Lösemittelrück gewinnung) und/oder einem oxidativen Verfahren zur Schadstoffumsetzung (beispielsweise thermisch und/oder katalytische Oxidation zur Schadstoffentsorgung) verwendet werden. Eine Abgasreinigungsanlage, die ein katalytisches Verfahren nutzt, kann z.B. monolythische Katalysatorelemente und/oder katalytisch aktivierte Filterelemente (z.B. keramische Filter kerzen oder Tuchfilter) für die Reinigung des Abgas- bzw. Abluftstroms aufweisen. Eine Ab gasreinigungsanlage, die ein thermisches Verfahren nutzt, kann den Abgas- bzw. Abluftstrom z.B. über rekuperativ-thermische Nachverbrennung (TNV), regenerativ-thermische Nachver brennung (RNV; engl regenerative thermal Oxidation, RTO), thermische Nachverbrennung als direkte Feuerung mit anschließender Abwärmenutzung oder mittels Substitution der Ver brennungsluft einer Prozesswärmeerzeugungseinrichtung durch den Abgas- bzw. Abluft strom reinigen. Alternativ oder ergänzend kann die Abgasreinigungsanlage zur (weiteren) Abgasreinigung auch Abscheideprozesse in Zyklonabscheidern, Filtervorrichtungen, Elekt rofiltern und/oder Wäschern nutzen.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst ein Abrufen von Anlagendaten der Abgasreini gungsanlage aus einer Datenwolke (engl cloud storage bzw. cloud computing). Eine Daten wolke bezeichnet die Bereitstellung von IT-Infrastruktur wie beispielsweise Speicherplatz, Rechenleistung oder Anwendungssoftware als gehostete Dienste über das Internet und/oder zumindest ein Intranet. Die Datenwolke kann dabei gemäß Ausführungsbeispielen auch aus mehreren Instanzen von (Sub-)Datenwolken aufgebaut sein bzw. mehrere Instanzen von (Sub-)Datenwolken umfassen. Beispielsweise kann die Datenwolke eine Intranet-Daten wolke am Standort der Abgasreinigungsanlage oder eine standortübergreifende Intranet-Da- tenwolke eines Betreibers der Abgasreinigungsanlage umfassen sowie eine weitere Daten wolke im Internet (in die z.B. auch ein Hersteller der Abgasreinigungsanlage Daten einpfle gen kann).
Die in der Datenwolke gespeicherten Anlagendaten wurden zumindest teilweise zuvor durch die Datenwolke von der Abgasreinigungsanlage empfangen. Beispielsweise kann die Abgas reinigungsanlage kontinuierlich, periodisch (z.B. stündlich oder täglich) oder ereignisgetrie ben (engl event-triggered) die Anlagendaten über das Internet an die Datenwolke übertragen. In einigen Ausführungsbeispielen können Teilmengen der Anlagendaten z.B. auch manuell
von etwa einem Betreiber oder Hersteller der Abgasreinigungsanlage in die Datenwolke ein gepflegt worden sein. Ebenso können Teilmengen der Anlagendaten auch von sonstigen An lagen (z.B. zur überwachten Abgasreinigungsanlage ähnliche oder identische Abgasreini- gungsanlage(n); Industrieanlagen und/oder weitere Abgasreinigungsanlagen, die mit der überwachten Abgasreinigungsanlage gekoppelt sind) durch die Datenwolke empfangen wor den sein.
Die Anlagendaten betreffen wenigstens Messdaten zumindest eines Sensors der Abgasreini gungsanlage und/oder Daten über zumindest einen einstellbaren Parameter der Abgasreini gungsanlage. Die Anlagendaten können grundsätzlich sämtlich von der Abgasreinigungsan lage erfassten Daten bzw. von der Abgasreinigungsanlage aus den erfassten Daten abgeleitete Daten umfassen. Ebenso können die Anlagendaten z.B. Messdaten zumindest eines Sensors der Industrieanlage(n), deren Abgas bzw. Abluft die Abgasreinigungsanlage reinigt, umfas sen. Messdaten von Sensoren der Industrieanlage(n) werden mitunter zumindest teilweise an die angeschlossenen Abgasreinigungsanlagen weitergeleitet, so dass auch diese an der Ab gasreinigungsanlage vorliegen und als von der Abgasreinigungsanlage erfasste Daten aufge fasst werden können. Beispielsweise können die die Messdaten des zumindest einen Sensors betreffenden Anlagendaten die tatsächlichen Messdaten des Sensors oder davon durch die Abgasreinigungsanlage abgeleitete Daten sein. Entsprechend können die den zumindest einen einstellbaren Parameter der Abgasreinigungsanlage betreffenden Anlagendaten z.B. ein Wert des einstellbaren Parameters oder davon durch die Abgasreinigungsanlage abgeleitete Daten sein. Die in der Datenwolke gespeicherten Anlagendaten können in einigen Ausführungsbei spielen identisch zu den von der Abgasreinigungsanlage empfangenen Daten sein. Mit ande ren Worten: In einigen Ausführungsbeispielen werden die Anlagendaten in der Datenwolke nicht weiterverarbeitet bevor sie dem erfindungsgemäßen Verfahren zugeführt werden. In al ternativen Ausführungsbeispielen können die von der Abgasreinigungsanlage empfangenen Daten auch durch die Datenwolke modifiziert werden vor dem Speichern. So kann beispiels weise das Datenformat von empfangenen Anlagendaten vor dem Speichern geändert werden. Um Speicherplatz zu sparen können z.B. kontinuierlich durch die Datenwolke empfangene Daten (etwa ein Parameter der Abgasreinigungsanlage) nur gespeichert werden, wenn sich die Daten ändern (z.B. Parameter der Abgasreinigungsanlage ändert sich), oder es können nur Informationen bzgl. der Änderung der Daten gespeichert werden (z.B. um welchen Wert sich ein Parameter der Abgasreinigungsanlage geändert hat).
Weiterhin können die Anlagendaten auch ergänzende Daten aus weiteren Quellen (siehe obige Beispiele) umfassen. Beispielsweise können die ergänzenden Daten die Abgasreini gungsanlage charakterisierende Daten, Daten aus einer Betriebshistorie der Abgasreinigungs anlage, Daten identischer oder ähnlicher Abgasreinigungsanlagen - insbesondere auch Daten zu oder über deren Betriebshistorie und/oder Betriebszustände, Daten von Anlagen im selben Emissionsstrang (z.B. bei einer Kaskade von verschiedenen Abgasreinigungsanlagen am Ende zumindest eines Produktionsprozesses), etc. sein.
Mit anderen Worten: Die in der Datenwolke gespeicherten Anlagendaten der Abgasreini gungsanlage können sowohl unprozessierte Rohdaten der insbesondere Abgasreinigungsan lage, von der der Abgasreinigungsanlage vorprozessierte Daten, ergänzende Daten aus wei teren Quellen oder eine Kombination daraus umfassen.
Die Art als auch die Anzahl der an der Abgasreinigungsanlage gemessenen Größen kann ab hängig von der Art der Abgasreinigungsanlage variieren. Beispielsweise können an einer Ab gasreinigungsanlage, die nach dem Prinzip der TNV arbeitet, andere Größen gemessen wer den als an einer Abgasreinigungsanlage, die elektromechanische Verfahren zur Abgasreini gung nutzt. Nachfolgend sind einige mögliche Messgrößen aufgezählt, wobei zu berücksich tigen ist, dass diese rein beispielhaft gewählt sind und gemäß Ausführungsbeispielen der Er findung auch andere und/oder weitere (physikalische) Größen an der Abgasreinigungsanlage gemessen werden können.
Ein Sensor der Abgasreinigungsanlage kann beispielsweise eine Temperatur wie etwa eine Temperatur einer Brennkammer oder eines Abgas- bzw. Abluftstroms messen. Auch kann z.B. eine Stellung einer Klappe der Abgasreinigungsanlage gemessen werden. Beispielsweise kann binär eine Auf- bzw. Zu-Stellung oder ein relativer Öffnungsgrad der Klappe gemessen werden. Ebenso können z.B. ein Volumenstrom eines Abgas- bzw. Abluftstroms, ein Druck eines Abgas- bzw. Abluftstroms oder eine momentane Frequenz eines Frequenzumformers eines Ventilators, der einen Abgas- bzw. Abluftstrom antreibt, gemessen werden. Auch kön nen an der Anlage ein oder mehrere Massenströme gemessen werden. Beispielsweise kann der Massenstrom des zur Nachverbrennung verwendeten Erdgases über einen Gaszähler ge messen werden. In einigen Ausführungsbeispielen kann z.B. der Massenstrom einer Druckluft oder auch der Massenstrom eines Wärmeträgermediums (z.B. Wasser, Druckwasser, Ther malöl oder Salzschmelze) gemessen werden. Auch können z.B. Konzentrationen eines oder
mehrerer Stoffe gemessen werden. Die Konzentrationsmessung kann beispielsweise direkt mittels eines Flammenionisationsdetektors oder über ein Explosimeter, das eine Konzentra tion potenziell explosionsfähiger Gase misst, erfolgen. Beispielsweise kann die Konzentration an Kohlenstoffdioxid (CO2) in einem zu reinigenden Abgasstrom und/oder einem gereinigten Abgasstrom gemessen werden. Auch kann in einigen Ausführungsbeispielen z.B. der spezi fische Heizwert eines Lösemittels, das in einem zu reinigenden Abgasstrom enthalten ist, ge messen werden. In Abgasreinigungsanlagen, die Filterverfahren nutzen, können beispiels weise Partikelzahlen in einem zu reinigenden Abgasstrom und/oder einem gereinigten Ab gasstrom gemessen werden. Ebenso können Ein-Aus-Informationen, welche den Ein- bzw. Aus-Zustand eines Elements der Abgasreinigungsanlage beschreiben, gemessen werden. Bei spielsweise kann an einer Abgasreinigungsanlage, die nach dem Prinzip der RNV arbeitet, gemessen werden, ob Erdgas in den Brennraum eingedüst wird oder nicht. Ein- Aus-Informa tionen können z.B. speicherplatzsparend als Digitalwerte bzw. Binärwerte (z.B. 0/1) erhoben bzw. gespeichert werden.
Ebenso können die Daten über den zumindest einen einstellbaren Parameter der Abgasreini gungsanlage abhängig von der Art der Abgasreinigungsanlage variieren. Beispielsweise kön nen die Daten über den zumindest einen einstellbaren Parameter der Abgasreinigungsanlage Informationen über einen Betriebsmodus, in dem die Abgasreinigungsanlage momentanen oder auch in der Vergangenheit betrieben wird bzw. wurde, umfassen. Die Daten über den zumindest einen einstellbaren Parameter der Abgasreinigungsanlage können beispielsweise auch Soll-Stellungen für eine Klappe der Abgasreinigungsanlage, Soll-Temperaturen in ei nem Brennraum der Abgasreinigungsanlage, Soll-Temperaturen eines (z.B. gereinigten) Ab gas- bzw. Abluftstroms, Soll-Volumenströme eines (z.B. gereinigten) Abgas- bzw. Abluft stroms oder auch Abweichungen eines Ist-Werts von einem Soll-Wert des einstellbaren Pa rameters umfassen. Die vorangehend aufgeführten Beispiele für den einstellbaren Parameter einer Abgasreinigungsanlage sind wiederum rein beispielhaft gewählt. Gemäß Ausführungs beispielen der Erfindung können auch andere und/oder weitere einstellbare Parameter der Abgasreinigungsanlage erfasst werden.
Neben dem Abrufen der Anlagendaten der Abgasreinigungsanlage aus der Datenwolke um fasst das erfindungsgemäße Verfahren ferner ein Bestimmen zumindest einer die Abgasreini gungsanlage charakterisierenden Größe basierend auf den abgerufenen Anlagendaten. Die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe beschreibt eine Betriebscharakteristik der
Abgasreinigungsanlage. Die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe kann so wohl eine momentane Charakteristik der Abgasreinigungsanlage als auch eine Charakteristik der Abgasreinigungsanlage über einen längeren Zeitraum beschreiben. Die die Abgasreini gungsanlage charakterisierende Größe kann vielfältig sein und z.B. von der Art der Abgasrei nigungsanlage abhängen. Es versteht sich von selbst, dass gemäß Ausführungsbeispielen nicht nur eine einzige die Abgasreinigungsanlage charakterisierenden Größe aus den Anla gendaten bestimmt werden kann, sondern (parallel oder sequenziell) auch eine Vielzahl an die Abgasreinigungsanlage charakterisierenden Größe bestimmt werden kann. Beispielsweise können gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren mehrere der nachfolgend beschriebenen die Abgasreinigungsanlage charakterisierenden Größen parallel oder sequenziell bestimmt werden.
Die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe kann z.B. ein Status der Abgasrei nigungsanlage sein. Beispielsweise kann aus den Anlagendaten bestimmt werden, ob der tat sächliche Betrieb der Anlage von einem vorgegebenen bzw. vorbestimmten Soll-Betrieb ab weicht. Ebenso kann die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe z.B. eine ener getische Kennzahl (z.B. Energieverbrauch, Brennstoffverbrauch etc.) oder eine stoffliche Kennzahl (z.B. Schadstoffbilanz, Menge an prozessiertem Abgas etc.) sein, welche einen mo mentanen Betrieb der Abgasreinigungsanlage oder den Betrieb der Abgasreinigungsanlage über einen längeren Zeitraum beschreibt. Auch kann die die Abgasreinigungsanlage charak terisierende Größe einen Trend bzw. eine Entwicklung der Abgasreinigungsanlage beschrei ben (z.B. ein Betriebsparameter oder Messparameter der Abgasreinigungsanlage verändert sich über einen längeren Zeitraum hinweg).
Die automatisierte Bestimmung der die Abgasreinigungsanlage charakterisierenden Größe gemäß dem erfindungsgemäßen computerimplementierten Verfahren kann eine automati sierte, zeiteffiziente und somit weniger aufwendige Überwachung der Abgasreinigungsanlage ermöglichen. Berechnungsroutinen bzw. -algorithmen müssen nur einmal hinterlegt werden und können anschließend die zentral in der Datenwolke hinterlegten Anlagendaten auswerten. Eine hündische Auswertung der Anlagendaten durch entsprechend qualifiziertes Fachperso nal kann somit unterbleiben. Die Überwachung der Abgasreinigungsanlage kann somit auch kostengünstiger erfolgen. Beispielsweise können für einen Nutzer oder Betreiber der Abgas reinigungsanlage eine oder mehrere die Abgasreinigungsanlage charakterisierenden Größe ermittelt werden und mittels des erfindungsgemäßen computerimplementierten Verfahrens
automatisiert aus den Anlagendaten bestimmt bzw. abgeleitet werden. Neben Größen, die z.B. durch die Art der Abgasreinigungsanlage (z.B. RTO oder TNV) bedingt sind, können mittels des erfindungsgemäßen computerimplementierten Verfahrens z.B. auch individuell interes sierende Größen für den Nutzer oder Betreiber automatisiert bestimmt werden.
Aufgrund der Speicherung der Anlagendaten in der Datenwolke kann von beliebigen Orten und zu beliebigen Zeiten auf die Anlagendaten zugegriffen werden. Die Auswertung der An lagendaten bzw. die Bestimmung der die Abgasreinigungsanlage charakterisierenden Größe kann somit z.B. in der Datenwolke selbst erfolgen oder in einer mit der Datenwolke gekop pelten Datenverarbeitungsanlage. Beispielsweise kann ein Betreiber oder ein Hersteller der Abgasreinigungsanlage eine Datenverarbeitungsanlage Vorhalten, um die Anlagendaten aus der Datenwolke abzurufen und lokal in der Datenverarbeitungsanlage auszuwerten.
Im Vergleich zu konventionellen Datensammlungsansätzen für Abgasreinigungsanlagen kann aufgrund der Datenspeicherung in der Datenwolke nicht nur auf aktuelle Anlagendaten, sondern auf Anlagendaten eines beliebigen Zeitpunkts bzw. Zeitraums zurückgegriffen wer den. Entsprechend kann nicht nur eine Charakterisierung der Abgasreinigungsanlage anhand aktueller Anlagendaten erfolgen, sondern es können im Wesentlichen beliebige Zeitpunkte bzw. Zeiträume ausgewertet werden. Aufgrund der Speicherung der Anlagendaten in der Da tenwolke erfolgt zudem eine redundante Datenspeicherung, so dass die Gefahr von Datenver lust im Vergleich zu konventionellen Datensammlungsansätzen für Abgasreinigungsanlagen reduziert ist.
Einem Betreiber oder Hersteller der Abgasreinigungsanlage kann es mit dem erfindungsge- mäßen computerimplementierten Verfahren ermöglicht werden, über ein zentrales Mittel den Betrieb der Abgasreinigungsanlage einfacher zu überwachen und die Funktion der Abgasrei nigungsanlage nachzuverfolgen.
Gemäß einigen Ausführungsbeispielen umfasst das computerimplementierte Verfahren zu dem ein Bereitstellen von Informationen über die die Abgasreinigungsanlage charakterisie rende Größe für den Abruf durch eine auf einem Endgerät eines Benutzers ausgeführte Ap plikation. Derart kann der Benutzer über die Applikation auf einfache Weise die Informatio nen über die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe abrufen und den Betrieb
der Abgasreinigungsanlage überwachen bzw. nachverfolgen. Bei dem Endgerät des Benut zers kann es sich z.B. um ein mobiles Endgerät wie etwa ein Smartphone, einen Tablet-Com- puter oder einen Laptop-Computer handeln oder um ein stationäres Endgerät wie etwa einen Computer handeln. Bei der Applikation kann es sich z.B. um eine speziell für die Überwa chung der Abgasreinigungsanlage bereitgestellte Applikation handeln. Alternativ kann es sich bei der Applikation auch um eine Universalanwendung (z.B. einen Internetbrowser) handeln. Die Informationen über die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe können z.B. als durch die Applikation abrufbarer Wert bzw. abrufbare Wertereihen oder als durch die Applikation abrufbare Grafik bereitgestellt sein. Entsprechend können die Informationen über die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe in einem für den Benutzer leicht verständlichen Format bereitgestellt werden.
In einigen Ausführungsbeispielen sind die Informationen über die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe auf einer Webseite mit einem auf einen vorbestimmten Benutzer kreis beschränkten Zugriff bereitgestellt. Die Bereitstellung der Informationen über die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe auf einer Webseite ermöglicht dem Benut zer einen örtlich als auch zeitlich flexiblen Zugriff auf die die Abgasreinigungsanlage charak terisierende Größe und somit eine flexible Überwachung der Abgasreinigungsanlage. Die Ausgabe der Informationen über eine Webseite kann es dem Benutzer z.B. auch ermöglichen, individuelle Anzeigen über entsprechende Konfigurationsoptionen auf der Webseite zu er stellen. Die Zugriffsbeschränkung ermöglicht zudem eine Sicherung der Anlagenüberwa chung gegenüber dem Zugriff unberechtigter Dritter. Die Zugriffsbeschränkung kann bei spielsweise über ein Passwort, ein Sicherheitszertifikat oder lokale Zugriffsbeschränkungen erfolgen.
Neben den Anlagendaten kann gemäß einiger Ausführungsbeispiele auch die die Abgasreini gungsanlage charakterisierende Größe in der Datenwolke gespeichert werden. Mit anderen Worten: Das computerimplementierte Verfahren kann ferner ein Speichern von Informatio nen über die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe in der Datenwolke umfas sen. Derart können auch die Informationen über die die Abgasreinigungsanlage charakterisie rende Größe redundant in der Datenwolke gespeichert werden, so dass bei minimiertem Da tenverlustrisiko zeitlich und örtlich flexibel auf die Informationen über die die Abgasreini gungsanlage charakterisierende Größe zugegriffen werden kann.
Das Bestimmen der zumindest einen die Abgasreinigungsanlage charakterisierenden Größe erfolgt in einigen Ausführungsbeispielen kontinuierlich. Das heißt, die die Abgasreinigungs anlage charakterisierende Größe wird durch das computerimplementierte Verfahren bestän dig (andauernd) bestimmt. Derart können einem Benutzer dauerhaft aktuelle Werte für die charakterisierende Größe zum Abruf bereitgestellt werden. Die kontinuierliche Bestimmung der charakterisierenden Größe ermöglicht zudem die Bestimmung zeitlicher Verläufe bzw. zeitlicher Änderungen der charakterisierenden Größe, welche wiederum selbst die Abgasrei nigungsanlage bzw. deren Betriebsverhalten charakterisieren können.
In alternativen Ausführungsbeispielen wird die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe diskontinuierlich bestimmt - beispielsweise periodisch oder in Folge des Auftretens bzw. Feststellens des Auftretens eines vorbestimmten Ereignisses. Wird eine bestimmte die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe beispielsweise nur einmal jährlich zur An fertigung eines gesetzlich vorgeschriebenen Berichts benötigt, kann es ausreichend sein, diese Größe nur einmal jährlich aus den Anlagendaten zu bestimmen. Derart kann Rechenaufwand für unnötige Bestimmungen (z.B. Berechnungen) der die Abgasreinigungsanlage charakteri sierende Größe gespart werden.
Die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe ist gemäß einiger Ausführungsbei spiele eine an der Abgasreinigungsanlage direkt messbare Größe, die jedoch (in der Realität) nicht an der Abgasreinigungsanlage gemessen wird. Der Begriff„direkt messbar“ ist dabei so zu verstehen, dass die betrachtete Größe (theoretisch) direkt an dem jeweiligen Element der Abgasreinigungsanlage über einen entsprechend ausgebildeten Sensor messbar wäre, wenn ein entsprechender Sensor an der Abgasreinigungsanlage verbaut wäre oder ein an der Ab gasreinigungsanlage verbauter Sensor z.B. funktionstüchtig oder kalibriert wäre. Beispiels weise könnte der in die Abgasreinigungsanlage einlaufende Volumenstrom an Abgas unmit telbar über einen Volumenstromsensor am Einlass der Abgasreinigungsanlage gemessen wer den. Die direkte Erfassung einer die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe mittels eines dedizierten Sensors an der Abgasreinigungsanlage kann aufgrund der mitunter hohen Anschaffungskosten für den Sensor sehr kostenintensiv sein. Vielfach ist die Ableitung einer die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe aus anderen ebenso erfassten Messdaten möglich. Beispielsweise kann eine die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe mit tels thermodynamischer Zusammenhänge oder Verbrennungsrechnung aus anderen erfassten Messdaten abgeleitet werden. So kann beispielsweise der Volumenstrom in obigem Beispiel
aus der Differenz von entlang des Abgasstroms gemessener Drücke berechnet bzw. bestimmt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren kann somit ohne direkte Messung und unter Ver zicht auf mitunter hochpreisige Sensoren die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Grö ßen bestimmen. Dies ist in nachfolgendem Beispiel nochmals verdeutlicht.
Eine interessierende Größe kann beispielsweise der Wirkungsgrad der Abgasreinigungsan lage sein, der angibt, welcher Anteil eines oder mehrerer der Abgasreinigungsanlage zuge führten Schadstoffe von der Abgasreinigungsanlage aus dem Abgas- bzw. Abluftstrom ent fernt wird. Der Wirkungsgrad rjSChad kann wie folgt definiert werden: cEintritt cAustritt c Austritt
Vschad —
cEintritt cEintritt (i)
Im mathematischen Ausdruck (1) bezeichnet cEintritt die Konzentration des zumindest einen Schadstoffs im zu reinigenden Abgasstrom, der in die Abgasreinigungsanlage einläuft, und (-Austritt die Konzentration des zumindest einen Schadstoffs im gereinigten Abgasstrom, der von der Abgasreinigungsanlage abgeführt wird. Die beiden die Abgasreinigungsanlage cha rakterisierenden Schadstoffkonzentrationen könnten über entsprechende Sensoren kontinu ierlich und direkt (unmittelbar) im zu reinigenden bzw. im gereinigten Abgasstrom gemessen werden. Jedoch sind entsprechende Sensoren hochpreisig, weshalb es wünschenswert ist, möglichst wenige bzw. keine derartigen Sensoren in der Abgasreinigungsanlage zu verbauen. Anstatt der Konzentration des Schadstoffs in den Abgasströmen kann alternativ z.B. auch die jeweilige Partikelzahl des Schadstoffs im zu reinigenden Abgasstrom als auch im gereinigten Abgasstrom gemessen werden. Der Grad der Partikelab Scheidung und somit der Wirkungs grad rjschad der Abgasreinigungsanlage kann dann analog zu obigem mathematischem Aus druck (1) aus der Partikelzahl im zu reinigenden Abgasstrom und der Partikelzahl im gerei nigten Abgasstrom bestimmt werden.
Vorliegend kann die Konzentration des zumindest einen Schadstoffes im zu reinigenden Ab gasstrom, der der Abgasreinigungsanlage zugeführt wird, erfindungsgemäß als die die Ab gasreinigungsanlage charakterisierende Größe aus den Anlagendaten bestimmt werden. Dazu sind verschiedene Ansätze möglich, wobei nachfolgend rein beispielhaft drei Ansätze be schrieben sind.
Beispielsweise kann auf den Schadstoffsensor zur direkten Messung der Konzentration des zumindest einen Schadstoffes im zu reinigenden Abgasstrom verzichtet werden und die Kon zentration aus Messwerten eines bereits vorhandenen Kohlenstoffdioxid-Sensors der Abgas reinigungsanlage bestimmt werden, der eine Kohlenstoffdioxid-Konzentration in einem ge reinigten Abgasstrom, der von der Abgasreinigungsanlage fortgeleitet wird, misst. Die Koh- lenstoffdioxid-Konzentration im gereinigten Abgasstrom entspricht der Summe des in dem zu reinigenden Abgasstrom enthaltenen Kohlenstoffdioxids sowie dem bei der Umsetzung des Schadstoffs erzeugten Kohlenstoffdioxids (z.B. durch TNV). Die Konzentration des zu mindest einen Schadstoffes (z.B. gemessen als organisch gebundener Kohlenstoff mittels ei nes Flammenionisationsdetektors) korreliert mit der in Kohlenstoffdioxid umgewandelten Menge.
Bei der Bestimmung der Konzentration des zumindest einen Schadstoffes in dem zu reinigen den Abgasstrom kann optional auch berücksichtigt werden, dass sich z.B. durch die Verbren nung des zu reinigenden Abgasstroms unterschiedliche Volumenströme für den in die Abgas reinigungsanlage einlaufenden bzw. den aus der Abgasreinigungsanlage abgeführten Ab gasstrom ergeben. Solche Verdünnungseffekte können z.B. über einen oder mehrere Korrek turterme (gleicher oder unterschiedlicher Ordnung) berücksichtigt werden.
Alternativ kann die Konzentration des zumindest einen Schadstoffes in dem zu reinigenden Abgasstrom beispielsweise auch aus Messwerten eines Explosimeters der Abgasreinigungs anlage, das eine Konzentration potenziell explosionsfähiger Gase in dem zu reinigenden Ab gasstrom misst, bestimmt werden. Solche auch als UEG (untere Explosionsgrenze) -Sensoren bezeichneten Konzentrationsmesser sind teilweise aus sicherheitstechnischen Gründen be reits an der Abgasreinigungsanlage vorhanden (z.B. im Sammler am Einlass der Abgasreini gungsanlage). Aus den Messwerten des Explosimeters kann dann unter Berücksichtigung der Kalibrierung des Explosimeters die Konzentration des zumindest einen Schadstoffes in dem zu reinigenden Abgasstrom bestimmt werden.
Ebenso kann die Konzentration des zumindest einen Schadstoffes in dem zu reinigenden Ab gasstrom beispielsweise aus Messwerten eines Massenstromsensors der Abgasreinigungsan lage, der einen Massenstrom eines für eine thermische Verbrennung des zu reinigenden Ab gasstroms eingesetzten Brennstoffes misst, bestimmt werden. Eine höhere Konzentration des
zumindest einen Schadstoffs in dem zu reinigenden Abgasstrom korreliert mit einem gerin geren Bedarf an Brennstoff, da eine Substitution des Brennstoffs durch den erhöhten Schad stoffanteil in dem zu reinigenden Abgasstrom erfolgt.
Die Konzentration des zumindest einen Schadstoffs im gereinigten Abgasstrom kann bei spielsweise einmalig bei Inbetriebnahme oder bei periodisch wiederkehrenden gesetzlichen Messungen (z.B. gemäß §28 Bundes-Immissionsschutzgesetz in Deutschland) in einem re präsentativen Betriebsmodus der Abgasreinigungsanlage gemessen und als im Wesentlichen konstant angenommen werden. Der Messwert für die Konzentration des zumindest einen Schadstoffs im gereinigten Abgasstrom kann z.B. automatisiert durch die Abgasreinigungs anlage an die Datenwolke gesendet oder manuell etwa von einem Betreiber der Abgasreini gungsanlage in die Datenwolke eingepflegt werden.
In einigen Ausführungsbeispielen kann das erfindungsgemäße computerimplementierte Ver fahren ferner ein Bestimmen einer Schadstoffbilanz der Abgasreinigungsanlage für einen vor bestimmten Zeitraum basierend auf der bestimmten Konzentration des zumindest einen Schadstoffes in dem zu reinigenden Abgasstrom umfassen. Die Schadstoffbilanz der Abgas reinigungsanlage bilanziert, welche Menge des zumindest einen Schadstoffs in die Abgasrei nigungsanlage eingebracht wurde und welche Mengen des zumindest einen Schadstoffs die Abgasreinigungsanlage wieder verlassen haben. Mit anderen Worten: Die Schadstoffbilanz der Abgasreinigungsanlage gibt an, welcher Massenstrom des zumindest einen Schadstoffs durch die Abgasreinigungsanlage entsorgt wurde und welcher Massenstrom des zumindest einen Schadstoffs als Reingasemission in die Atmosphäre abgeleitet wurde in dem vorbe stimmten Zeitraum. Die Menge der im vorbestimmten Zeitraum in die Abgasreinigungsan lage eingebrachten Schadstoffe ergibt sich aus den Daten des Volumenstroms des zur Abgas reinigungsanlage geführten Abgases sowie der zugehörigen Konzentration des zumindest ei nen Schadstoffs.
Die Schadstoffbilanz kann ferner auf einem von den abgerufenen Anlagendaten umfassten Einzelmesswert der Konzentration des zumindest einen Schadstoffs in dem gereinigten Ab gasstrom, der von der Abgasreinigungsanlage fortgeleitet wird, basieren. Wie bereits oben dargelegt, kann die Konzentration des zumindest einen Schadstoffs in dem gereinigten Ab gasstrom im Wesentlichen als konstant angenommen werden, so dass z.B. dieser Wert über die in dem vorbestimmten Zeitraum in die Abgasreinigungsanlage eingeleitete Abgasmenge
bilanziert werden kann, um die Menge der in dem vorbestimmten Zeitraum von der Abgas reinigungsanlage in die Atmosphäre ausgestoßenen Schadstoffe zu bestimmen. Mit anderen Worten: Der Einzelmesswert kann als ein nur einmal gemessener Referenzmesswert angese hen werden.
Bezogen auf obiges Ausführungsbeispiel kann z.B. ebenso der Wirkungsgrad der Abgasrei nigungsanlage über die in dem vorbestimmten Zeitraum in die Abgasreinigungsanlage einge leitete Abgasmenge gebildet werden, um die Menge der in dem vorbestimmten Zeitraum in der Abgasreinigungsanlage detoxifizierten Schadstoffe zu bestimmen.
Die Schadstoffbilanzierung hinsichtlich der Abgasreinigungsanlage kann es einem Nutzer er möglichen, eine ordnungsgemäße Funktion der Abgasreinigungsanlage zu überwachen. Zu dem kann die Schadstoffbilanzierung hinsichtlich der Abgasreinigungsanlage dem Nutzer die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften bzw. Berichtspflichten vereinfachen.
Beispielsweise kann der zumindest eine Schadstoff ein oder mehrere organische oder anor ganische Lösemittel sein. In Deutschland sind Verwender von Lösemitteln gemäß Bundes- Immissionsschutzgesetz verpflichtet, eine jährliche Lösemittelbilanz zu erstellen. Der Ver wender führt in der Bilanz die eingesetzten Lösemittelmassen sowie deren Verbleib (Wieder gewinnung, Verbleib in Produkten, Entsorgung, diffuse Emissionen) auf.
Beispielsweise weist der Verwender über seine Bestandverwaltung nach, dass im Jahr 500 t an Ethylacetat als Lösemittel zur Bedruckung der flexiblen Verpackungen eingesetzt werden. Weiterhin kann über Messungen und/oder Abschätzungen bestimmt werden, dass die Abluft vor der Abgasreinigung 4 g an Ethylacetat pro m3 enthält. Die Abluftreinigungsanlage wird beispielsweise an 3.500 h pro Jahr mit einem Volumenstrom von 30.000 m3/h betrieben (ent spricht 420 t/a). Die Abgasreinigungsanlage erreicht eine Abreinigung auf 20 mg/m3 (z.B. aus Einzelmessung bekannt). Dies entspricht dann rund 2 t/a an Emissionen von Lösemittel in die Atmosphäre. Damit ergibt sich ein Bilanzdefizit von 80 t/a. Der Verwender kann ausschließen (z.B. Postulat für den Beispielfall), dass Lösemittel im Produkt verbleibt. Weiterhin werden in diesem Beispiel keine Lösemittel aus der Abluft zurückgewonnen, so dass der Rest als sogenannte„diffuse Emissionen aus nicht gefassten Quellen“ die Produktion verlässt (hier ist z.B. die Hallenbelüftung zu nennen).
Die Lösemittel, die der Abluftreinigungsanlage zugefiihrt werden, stellen in der Regel keinen konstanten Massenstrom dar. Die Konzentration in der Abluft sowie der Abluftvolumenstrom schwanken teilweise erheblich.
Eine kontinuierliche Erfassung der Konzentrationen vor und nach der Abgasreinigungsan lage, wie sie für eine genaue Bilanzierung notwendig wäre, ist vielfach nicht gegeben auf grund der hohen damit verbundenen Kosten. Während die Reingaswerte eher weniger schwanken (siehe oben), stellen die Werte der Lösemittelkonzentration in dem zu reinigenden Abgasstrom und der Abgasvolumenstrom eine erhebliche rechnerische (bilanzielle) Unsi cherheit dar. Mittels der oben beschriebenen indirekten Bestimmung der Konzentration des zumindest einen Schadstoffes in dem zu reinigenden Abgasstrom sowie des Volumenstroms aus den Anlagendaten der Abgasreinigungsanlage können die für die Bilanzierung notwendi gen Größen mit geringem Aufwand und automatisiert bestimmt werden. Für einen Benutzer ergibt sich somit eine deutliche Vereinfachung als auch eine Zeit- und somit Kostenersparnis.
Gemäß einigen Ausführungsbeispielen kann die die Abgasreinigungsanlage charakterisie rende Größe beispielsweise auch ein Energieverbrauch der Abgasreinigungsanlage für einen vorbestimmten Zeitraum und/oder einen vorbestimmten Betriebsmodus der Abgasreinigungs anlage sein. Entsprechend kann mittels des erfindungsgemäßen computerimplementierten Verfahrens der Energieverbrauch der Abgasreinigungsanlage erfasst werden. Der Energiever brauch der Abgasreinigungsanlage kann dabei sowohl der Gesamtenergieverbrauch der Ab gasreinigungsanlage sein als auch ein Energieverbrauch bezogen auf einen bestimmten Ener gieträger bzw. eine bestimmte Energieart. Beispielsweise kann die von der Abgasreinigungs anlage verbrauchte elektrische Energie oder die von der Abgasreinigungsanlage verbrauchte Energie in Form von Brennstoffen (z.B. Erdgas oder Biogas) aus den Anlagendaten bestimmt werden. Die ermittelten Energieverbräuche können z.B. hinsichtlich Energiesparpotenzialen analysiert und somit zur Steigerung der Energieeffizienz der Abgasreinigungsanlage genutzt werden. Ebenso kann der automatisiert ermittelte Energieverbrauch die Einhaltung von Be richtspflichten (z.B. DIN EN ISO 50001) erleichtern, da auf eine aufwendige und arbeitsin tensive manuelle Datenauswertung seitens Fachpersonal im Wesentlichen verzichtet werden kann. Aus den Energieverbräuchen kann ebenso auf einen ordnungsgemäßen Betrieb der Ab gasreinigungsanlage geschlossen werden.
Der Energieverbrauch kann aus verschiedenen an der Abgasreinigungsanlage gemessenen Größen abgeleitet werden. Beispielsweise kann die verbrauchte Menge an Brennstoff (z.B. Erdgas), ein Volumenstrom des zu reinigenden Abgasstroms (z.B. inkl. Lösemitteln), die ver brauchte elektrische Energie zum Antrieb von Ventilatoren und Pumpen oder die verbrauchte elektrische Energie zur Drucklufterzeugung bzw. -leitung gemessen werden und daraus der Energieverbrauch der Abgasreinigungsanlage bestimmt werden. Ebenso können beispiels weise Abgasverluste, von der Abgasreinigungsanlage erzeugte Prozesswärme oder Transmis sionswärmeverluste berücksichtigt werden. Dabei ist wiederum zu beachten, dass die voran gehend genannten Größen rein beispielhaft gewählt sind und auch andere bzw. mehr oder weniger Größen betrachtet werden können.
Erfindungsgemäß kann für einen vorbestimmten Zeitraum und/oder einen vorbestimmten Be triebsmodus der Abgasreinigungsanlage beispielsweise die für die Reinigung bzw. Behand lung eines vorbestimmten Volumens an Abgas bzw. Abluft nötige Energiemenge bestimmt werden. Ist die bei der Herstellung eines Produkts erzeugte Menge an Abgas bzw. Abluft bekannt, kann entsprechend z.B. auch die für die Herstellung einer bestimmten Menge bzw. eines bestimmten Volumens des Produkts nötige Energiemenge für die Abgas- bzw. Abluft reinigung bestimmt werden. Falls die Abgasreinigungsanlage Prozesswärme zur Verfügung stellt, kann beispielsweise auch die für die Erzeugung bzw. Bereitstellung einer vorbestimm ten Menge an Prozesswärme nötige Energiemenge bestimmt werden. Einem Betreiber oder Hersteller der Abgasreinigungsanlage kann somit eine vielfältige Charakterisierung der Ab gasreinigungsanlage hinsichtlich des Energieverbrauchs ermöglicht werden.
Der bestimmte Energieverbrauch der Abgasreinigungsanlage kann in einigen Ausführungs beispielen des erfindungsgemäßen Verfahrens auch mit einem oder mehreren geplanten Ener- gieverbräuchen verglichen werden. Beispielsweise kann so ein Ist-Verbrauch mit einem Soll- Verbrauch verglichen werden. Ebenso kann auf diese Weise beispielsweise einem Betreiber der Abgasreinigungsanlage aufgezeigt werden, wie viel der verbrauchten Energie für den Grundbetrieb der Abgasreinigungsanlage (z.B. Anlage betriebsbereit aber im Leerlauf) ver braucht wurde und wie viel Energie lastabhängig verbraucht wurde. Derart lassen sich z.B. Energieverbräuche zwischen mehreren Jahren vergleichen - unabhängig von der Produkti- onstonage, d.h. der tatsächlich behandelten Menge an Abgas bzw. Abluft.
Beim Bestimmen des Energieverbrauchs kann wiederum auch auf aus den Anlagendaten ab geleitete Größen anstatt auf direkt gemessene Größen zurückgegriffen werden. Beispiels weise kann das Bestimmen des Energieverbrauchs ein Ableiten aus zumindest einem Teil der abgerufenen Anlagendaten einer an der Abgasreinigungsanlage direkt messbaren Größe, die nicht an der Abgasreinigungsanlage gemessen wird, umfassen. Beispielsweise kann ein Vo lumenstrom gemäß den oben beschriebenen Grundsätzen aus vorhandenen Druckmessungen abgeleitet werden anstatt direkt an der Abgasreinigungsanlage direkt gemessen zu werden. Das Bestimmen des Energieverbrauchs umfasst dann entsprechend ein Bestimmen des Ener gieverbrauchs basierend auf der abgeleiteten Größe. Wie bereits oben allgemein beschrieben kann so die Bestimmung des Energieverbrauchs ohne den Einsatz von mitunter hochpreisigen Sensoren erfolgen. Die Überwachung der Abgasreinigungsanlage hinsichtlich ihres Energie verbrauchs kann somit kostengünstiger erfolgen.
Aus den Anlagendaten kann neben dem Energieverbrauch gemäß einigen Ausführungsbei spielen auch eine Energiebilanz der Abgasreinigungsanlage bestimmt werden, die angibt, wieviel Energie der Abgasreinigungsanlage zugeführt wurde und welche Energiemenge von der Abgasreinigungsanlage wieder abgegeben wurde.
In einigen Ausführungsbeispielen kann die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe beispielsweise auch eine von der Abgasreinigungsanlage in einem vorbestimmten Zeit raum erzeugte oder erzeugbare Menge an Prozesswärme sein. Die Bestimmung der erzeugten oder erzeugbaren Menge an Prozesswärme kann es einem Betreiber der Abgasreinigungsan lage ermöglichen, die Abgasreinigungsanlage hinsichtlich seines Energiemanagementkon zepts besser einordnen zu können. Ebenso kann eine Überwachung der Abgasreinigungsan lage dahingehend erfolgen, ob von der Abgasreinigungsanlage geplante Mengen an Prozess wärme tatsächlich bereitgestellt wurden.
Die erzeugte oder erzeugbare Menge an Prozesswärme kann aus verschiedenen an der Ab gasreinigungsanlage gemessenen Größen abgeleitet werden. Nachfolgend sind einige Bei spiele näher ausgeführt.
Die erzeugbare Menge an Prozesswärme kann z.B. für eine Abgasreinigungsanlage für RTO mit heißem Bypass im überautothermen Betrieb (ohne Wärmenutzung) aus der gemessenen
Stellung der Heißgasklappe (als Abschätzung für den Volumenstrom des gereinigten Abga ses) und der gemessenen oder vorgegebenen Temperatur (einstellbarer Parameter) des Wär meträgermediums bestimmt werden.
Mit dem gleichen Ansatz kann bei eine Abgasreinigungsanlage, die nach dem Prinzip der RTO mit Wärmenutzung arbeitet, im überautothermen Betrieb auch die Menge an tatsächlich erzeugter Prozesswärme bestimmt bzw. abgeschätzt werden. Alternativ kann die tatsächlich erzeugte Prozesswärme beispielsweise auch aus der gemessenen Durchflussmenge des Wär meträgermediums durch den Wärmeübertragungsapparat sowie der zugehörigen Temperatur differenz (zwischen Austritt und Eintritt des Wärmeträgermediums in/aus dem Wärmeüber tragungsapparat) bestimmt werden.
Einem Betreiber der Abgasreinigungsanlage kann somit die aus dem Abgas bzw. der Abluft zurückgewonnene Wärmemenge, die im Betrieb wieder eingesetzt werden konnte, dargestellt werden. Beispielsweise kann so weiterhin bestimmt werden, welche Menge an Prozesswärme unter Einsatz welcher Menge an Lösemittel im überautothermen Betrieb der Abgasreini gungsanlage erzeugt wurde. Der Betreiber der Abgasreinigungsanlage kann die Abgasreini gungsanlage derart besser charakterisieren und in sein Energiemanagementkonzept einbin den. Ebenso kann der Betreiber der Abgasreinigungsanlage überprüfen, ob die Abgasreini gungsanlage sollgemäß Prozesswärme erzeugt (z.B. gemäß Auslegung).
Die Erzeugung von Prozesswärme kann in der Abgasreinigungsanlage unabhängig vom Be triebsmodus beispielsweise auch bei gleichzeitigem Erdgaseinsatz in der Brennkammer ener getisch vorteilhaft sein. Dabei kann z.B. berücksichtigt werden, welche Menge an Lösemittel bis zum autothermen Betriebspunkt der Abgasreinigungsanlage benötigt wurde und welche Menge an Lösemittel in dem zu reinigenden Abgas- bzw. Abluftstrom darüber hinaus genutzt werden kann. Einem Betreiber der Abgasreinigungsanlage kann derart bilanziert werden, wel che Menge an Prozesswärme unter Einsatz welcher Mengen an Lösemittel und Brennstoff erzeugt wurde. Der Betreiber der Abgasreinigungsanlage kann die Abgasreinigungsanlage derart besser charakterisieren und in sein Energiemanagementkonzept einbinden. Ebenso kann der Betreiber der Abgasreinigungsanlage überprüfen, ob die Abgasreinigungsanlage sollgemäß Prozesswärme erzeugt (z.B. gemäß Auslegung).
Beim Bestimmen der erzeugten oder erzeugbaren Menge an Prozesswärme kann wiederum auch auf aus den Anlagendaten abgeleitete Größen anstatt auf direkt gemessene Größen zu rückgegriffen werden. Beispielsweise kann das Bestimmen der erzeugten oder erzeugbaren Menge an Prozesswärme ein Ableiten aus zumindest einem Teil der abgerufenen Anlagenda ten einer an der Abgasreinigungsanlage direkt messbaren Größe, die nicht an der Abgasreini gungsanlage gemessen wird, umfassen. Beispielsweise kann ein Volumenstrom gemäß den oben beschriebenen Grundsätzen aus vorhandenen Druckmessungen abgeleitet werden an statt direkt an der Abgasreinigungsanlage direkt gemessen zu werden. Das Bestimmen der erzeugten oder erzeugbaren Menge an Prozesswärme umfasst dann entsprechend ein Bestim men der erzeugten oder erzeugbaren Menge an Prozesswärme basierend auf der abgeleiteten Größe. Wie bereits oben allgemein beschrieben kann so die erzeugte oder erzeugbare Menge an Prozesswärme ohne den Einsatz von mitunter hochpreisigen Sensoren bestimmt werden.
In einigen Ausführungsbeispielen kann die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe beispielsweise einen in einem vorbestimmten Zeitraum und/oder einem vorbestimmten Betriebsmodus verbrauchte Menge eines Betriebsstoffes sein. Derart kann auf einfache Weise der Verbrauch an Betriebsstoffen durch die Abgasreinigungsanlage überwacht werden. Bei spielsweise kann die Menge an verbrauchtem Erdgas bei einer Abgasreinigungsanlage, die nach dem Prinzip der TNV arbeitet, oder eine Menge an eingedüstem Harnstoff in einer DeNOx-Stufe oder eine Menge an verwendeter Säure bzw. Lauge in einem Wäscher über wacht werden.
Wie bereits oben angedeutet, können Abgasreinigungsanlagen auch eine oder mehrere Ab scheidevorrichtungen (z.B. Zyklonabscheider, Filtervorrichtung, nasser oder trockener Elekt rofilter) zur Abscheidung zumindest eines in dem zu reinigenden Abgasstrom enthaltenen Schadstoffes umfassen. Entsprechend kann die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe gemäß Ausführungsbeispielen eine den Ab scheideprozess in der Abgasreinigungsan lage charakterisierende Größe sein. Die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe kann beispielsweise ein elektrischer Energiebedarf eines Elektrofilters in Abhängigkeit von Eigenschaften des zu reinigenden Abgasstroms (d.h. den Rohgaseigenschaften) oder eine für den Elektrofilter eingesetzte Energie in Abhängigkeit von einem Wirkungsgrad des Elektro filters sein. Die den Abscheideprozess in der Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe kann z.B. aus Messdaten zumindest eines Sensors der Abgasreinigungsanlage, welcher
eine Eigenschaft des zu reinigenden Abgasstroms misst, eines Sensors der Abgasreinigungs anlage, welcher eine Eigenschaft des gereinigten Abgasstroms misst, und/oder Steuerdaten für die zumindest eine Abscheidevorrichtung (z.B. Daten über einen einstellbaren Parameter der Ab Scheidevorrichtung oder einen Betriebsparameter der Abscheidevorrichtung) bestimmt werden.
Ebenso oder alternativ können Abgasreinigungsanlagen auch eine oder mehrere Aufkonzent rationsvorrichtungen zur Erhöhung einer Konzentration zumindest eines in dem zu reinigen den Abgasstrom enthaltenen Schadstoffs umfassen. Entsprechend kann die die Abgasreini gungsanlage charakterisierende Größe in einigen Ausführungsbeispielen eine den Aufkon zentrationsprozess in der Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe sein. Die die Ab gasreinigungsanlage charakterisierende Größe kann beispielsweise auch eine Konzentration des Schadstoffs in dem zu reinigenden oder in dem gereinigten Abgasstrom in Abhängigkeit von der Drehgeschwindigkeit eines Adsorptionsrads der Abgasreinigungsanlage sein.
Auch können Abgasreinigungsanlagen (z.B. zusammen mit zumindest einer Aufkonzentrati onsvorrichtung) eine oder mehrere Kondensationsvorrichtungen zur Kondensation zumindest eines in dem zu reinigenden Abgasstrom enthaltenen (und ggf. aufkonzentrierten) Schadstoffs umfassen. Entsprechend kann die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe in ei nigen Ausführungsbeispielen eine den Kondensationsprozess charakterisierende Größe sein. Die den Kondensationsprozess charakterisierende Größe kann beispielsweise ein elektrischer Energieeinsatz pro Menge an rückgewonnenem Schadstoff (z.B. ein Lösemittel) oder eine Kenngröße (z.B. Temperatur) einer von mehreren Kondensationsstufen der Kondensations vorrichtung in Abhängigkeit von einer Zusammensetzung des erhaltenen Kondensats sein.
Wie bereits in den oben diskutierten Beispielen angedeutet, können aus den die Abgasreini gungsanlage charakterisierenden Größen auch weitere Kenngrößen bzw. Kennzahlen abge leitet werden. In einigen Ausführungsbeispielen umfasst das erfmdungsgemäße computerim plementierte Verfahren daher ferner ein Bestimmen einer Kenngröße der Abgasreinigungs anlage basierend auf der die Abgasreinigungsanlage charakterisierenden Größe.
Das erfmdungsgemäße computerimplementierte Verfahren umfasst in einigen Ausführungs beispielen ferner ein Ausgeben einer Meldung an zumindest ein Endgerät eines Benutzers,
wenn die die Abgasreinigungsanlage charakterisierenden Größe außerhalb eines vorbestimm ten Wertebereichs liegt. Entsprechend kann der Benutzer auf einen Betrieb der Abgasreini gungsanlage außerhalb vorgegebener Spezifikationen hingewiesen werden, so dass der Be nutzer entsprechend reagieren kann. Beispielsweise kann eine Nachricht oder eine E-Mail an das zumindest eine Endgerät des Benutzers gesendet werden. Entsprechend kann das erfin dungsgemäße computerimplementierte Verfahren auch ein Ausgeben einer Meldung an ein Endgerät eines Benutzers, wenn die von den Anlagendaten umfassten Messdaten des zumin dest einen Sensors der Abgasreinigungsanlage außerhalb eines vorbestimmten Wertebereichs liegen.
Erfindungsgemäße kann das computerimplementierte Verfahren auch verwendet werden, um mehrere mit der Datenwolke gekoppelte Abgasreinigungsanlagen zu überwachen. Beispiels weise könne mehrere Abgasreinigungsanlagen miteinander verglichen werden. Entsprechend umfasst das erfindungsgemäße computerimplementierte Verfahren gemäß einigen Ausfüh rungsbeispielen ein Abrufen von Anlagendaten einer weiteren Abgasreinigungsanlage aus der Datenwolke. Die Anlagendaten aller Abgasreinigungsanlagen sind hinsichtlich ihrer Art bzw. Strukturierung gleich. Gemäß den oben beschriebenen Grundsätzen umfasst das Verfahren ferner ein Bestimmen der charakterisierenden Größe für die weitere Abgasreinigungsanlage basierend auf den abgerufenen Anlagendaten der weiteren Abgasreinigungsanlage. Zudem umfasst das Verfahren ein Bestimmen von Vergleichsinformationen basierend auf der cha rakterisierenden Größe für die Abgasreinigungsanlage und der charakterisierenden Größe für die weitere Abgasreinigungsanlage. Die Vergleichsinformationen beschreiben eine Relation bzw. ein Verhältnis zwischen der charakterisierenden Größe für die Abgasreinigungsanlage und der charakterisierenden Größe für die weitere Abgasreinigungsanlage. Beispielsweise können die Vergleichsinformationen ein Verhältnis der charakterisierenden Größe oder eine graphische Gegenüberstellung der charakterisierenden Größe für beide Abgasreinigungsan lagen sein. Einem Benutzer kann somit ein direkter Vergleich der Abgasreinigungsanlagen ermöglicht werden. Aus dem Vergleich kann der Benutzer z.B. Rückschlüsse auf die Leis tungsfähigkeit oder nötige Änderungen an der einen Abgasreinigungsanlage im Vergleich zur anderen Abgasreinigungsanlage erkennen. Durch das erfindungsgemäße computerimplemen tierte Verfahren kann somit z.B. einem Betreiber oder einem Hersteller der Abgasreinigungs anlagen eine vereinfachte Überwachung mehrerer Abgasreinigungsanlagen ermöglicht wer den.
Ausführungsbeispiele der Erfindung betreffen ferner noch ein nicht-flüchtiges maschinenles bares Medium, auf dem ein Programm gespeichert ist mit einem Programmcode zum Aus führen des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Überwachung zumindest einer Abgasreini gungsanlage, wenn das Programm auf einem Prozessor oder einer programmierbaren Hard warekomponente ausgeführt wird. Das nicht-flüchtige maschinenlesbare Medium kann bei spielsweise als ROM, PROM, EPROM, EEPROM, FLASH- Speicher oder als ein anderer magnetischer, elektrischer oder optischer Speicher ausgeführt werden, auf dem elektronisch lesbare Kontrollsignale gespeichert sind, die mit dem Prozessor oder der programmierbaren Hardwarekomponente derart Zusammenwirken können oder Zusammenwirken, dass das je weilige Verfahren durchgeführt wird. Eine programmierbare Hardwarekomponente kann z.B. durch einen Prozessor, einen Computerprozessor (CPU = Central Processing Unit), einen an wendungsspezifischen integrierten Schaltkreis (ASIC = Application-Specific Integrated Cir cuit), einen integrierten Schaltkreis (IC = Integrated Circuit), ein Ein-Chip-System (SOC = System on Chip), ein programmierbares Logikelement, ein feldprogrammierbares Gatterarray mit einem Mikroprozessor (FPGA = Field Programmable Gate Array), ein Back-End oder eine Datenwolke gebildet sein. Der Programmcode kann unter anderem als Quellcode, Ma schinencode oder Bytecode sowie als anderer Zwischencode vorliegen.
Zudem betreffen Ausführungsbeispiele der Erfindung noch ein Programm mit einem Pro grammcode zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Überwachung zumindest einer Abgasreinigungsanlage, wenn das Programm auf einem Prozessor oder einer program mierbaren Hardwarekomponente ausgeführt wird.
Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung weiterhin ein Datenverarbeitungssystem zur Zustandsüberwachung zumindest einer Abgasreinigungsanlage (z.B. zur Reinigung eines Abgasstroms einer Industrieanlage oder eines industriellen Prozesses). Das Datenverarbei tungssystem umfasst zumindest einen Prozessor, der eingerichtet ist, Anlagendaten der Ab gasreinigungsanlage aus einer Datenwolke abzurufen. Die in der Datenwolke gespeicherten Anlagendaten wurden zumindest teilweise zuvor durch die Datenwolke von der Abgasreini gungsanlage empfangen. Die Anlagendaten betreffen wenigstens Messdaten zumindest eines Sensors der Abgasreinigungsanlage und/oder Daten über zumindest einen einstellbaren Para meter der Abgasreinigungsanlage. Ergänzend können die Anlagendaten eine oder mehrere der oben genannten weiteren Teilmengen an Anlagendaten umfassen. Der zumindest eine
Prozessor ist zudem eingerichtet, eine die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe basierend auf den abgerufenen Anlagendaten zu bestimmen.
Wie bereits oben in Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen computerimplementierten Verfahren beschrieben kann es auch das erfindungsgemäße Datenverarbeitungssystem er möglichen, einfach und zentral den Betrieb der Abgasreinigungsanlage zu überwachen und die Funktion der Abgasreinigungsanlage nachzuverfolgen.
Beispielsweise kann das Datenverarbeitungssystem Bestandteil der Datenwolke sein und der zumindest eine Prozessor somit ein virtueller oder physikalischer Prozessor der Datenwolke sein. Entsprechend kann die gesamte Überwachung der Abgasreinigungsanlage in der Daten wolke stattfinden, so dass ein lokales Vorhalten eines entsprechend leistungsfähigen Daten verarbeitungssystems durch z.B. einen Betreiber oder einen Hersteller der Abgasreinigungs anlage unnötig ist. In einfacher Weise kann stattdessen als Dienst auf die Anlagenüberwa chung in der Datenwolke zugegriffen werden. Mit anderen Worten: Die hierin beschriebenen Schritte des erfindungsgemäßen computerimplementierten Verfahrens können allesamt in der Datenwolke bzw. durch die Datenwolke ausgeführt werden.
In einigen Ausführungsbeispielen kann es sich bei dem Datenverarbeitungssystem alternativ z.B. auch um einen Computer, einen Server, ein Server-System bzw. ein Back-End handeln, der/das auf die Datenwolke zugreifen und beispielsweise von einem Betreiber oder einem Hersteller der Abgasreinigungsanlage betrieben werden kann. Gemäß weiterer Ausführungs beispiele kann es sich bei dem Datenverarbeitungssystem ferner um ein Endgerät eines Be nutzers, das auf die Datenwolke zugreifen kann, handeln.
In einem Aspekt betrifft die Erfindung zudem noch eine Abgasreinigungsanlage zur Reini gung eines zu reinigenden Abgasstroms einer Industrieanlage oder eines industriellen Prozes ses (z.B. der chemischen oder pharmazeutischen Industrie). Die erfindungsgemäße Abgasrei nigungsanlage umfasst zumindest einen Einlass zur Einleitung des zu reinigenden Ab gasstroms in die Abgasreinigungsanlage sowie einen Auslass zur Ableitung eines gereinigten Abgasstroms aus der Abgasreinigungsanlage. Ferner umfasst die erfindungsgemäße Abgas reinigungsanlage eine Kommunikationsschnittstelle, die eingerichtet ist, in der Abgasreini gungsanlage erzeugte Anlagendaten an eine Datenwolke zu senden, wobei die Anlagendaten
wenigstens Messdaten zumindest eines Sensors der Abgasreinigungsanlage und Daten über zumindest einen einstellbaren Parameter der Abgasreinigungsanlage betreffen.
Die erfindungsgemäße Abgasreinigungsanlage kann eine redundante Speicherung der Anla gendaten in der Datenwolke ermöglichen, so dass die Gefahr von Datenverlust im Vergleich zu konventionellen Datensammlungsansätzen für Abgasreinigungsanlagen reduziert ist. Auf grund der Speicherung der Anlagendaten in der Datenwolke kann zudem von beliebigen Or ten und zu beliebigen Zeiten auf die Anlagendaten zugegriffen werden.
Die Kommunikationsschnittstelle kann z.B. drahtgebunden oder drahtlos über das Internet oder ein lokales Netzwerk mit der Datenwolke gekoppelt sein. Gemäß Ausführungsbeispielen kann nicht nur ein Datentransfer von der Abgasreinigungsanlage hin zur Datenwolke erfol gen, sondern auch umgekehrt. Beispielsweise kann die Kommunikationsschnittstelle einge richtet sein, Konfigurationsdaten oder Softwareaktualisierungen für die Abgasreinigungsan lage aus der Datenwolke zu empfangen. Entsprechend kann eine programmierbare Hardware komponente der Abgasreinigungsanlage ausgebildet sein, die Konfigurationsdaten oder Soft wareaktualisierungen zu verarbeiten.
Die an die Datenwolke gesendeten Anlagendaten der Abgasreinigungsanlage können sowohl unprozessierte Rohdaten der Abgasreinigungsanlage, von der der Abgasreinigungsanlage vorprozessierte Daten oder eine Kombination daraus umfassen.
Die Abgasreinigungsanlage kann abhängig von der Art der Behandlung (z.B. katalytisch, me chanisch oder katalytisch) des zu reinigenden Abgasstroms eine oder mehrere Reinigungs vorrichtungen zur Reinigung des zu reinigenden Abgasstroms aufweisen (z.B. Brennkammer, Filter etc.). Beispielsweise kann die Abgasreinigungsanlage eine Aufkonzentrationsvorrich- tung, die eingerichtet ist, eine Konzentration zumindest eines in dem zu reinigenden Ab gasstrom enthaltenen Schadstoffs zu erhöhen, umfassen. Alternativ oder ergänzend kann die Abgasreinigungsanlage eine Kondensationsvorrichtung, die eingerichtet ist, zumindest einen in dem zu reinigenden Abgasstrom enthaltenen Schadstoff zu kondensieren, umfassen. Auch kann die Abgasreinigungsanlage gemäß Ausführungsbeispielen eine Ab Scheideeinrichtung, die eingerichtet ist, zumindest einen in dem zu reinigenden Abgasstrom enthaltenen Schad stoff abzuscheiden, umfassen.
Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend, Bezug nehmend auf die beigefugten Figuren, näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 schematisch ein Überwachungssystem für eine Abgasreinigungsanlage;
Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel einer graphischen Benutzerschnittstelle, in der verschiedene eine Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größen dargestellt sind;
Fig. 3 ein Ausführungsbeispiel für Betriebsmodi einer Abgasreinigungsanlage;
Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer überwachten Abgasreinigungsanlage mit einer Ab scheidevorrichtung; und
Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer überwachten Abgasreinigungsanlage mit einer Aufkonzentrationsvorrichtung sowie einer Kondensationsvorrichtung.
Fig. 1 zeigt ein Überwachungssystem 100 für eine schematisch und stark vereinfacht darge stellte Abgasreinigungsanlage 110. Die Abgasreinigungsanlage 110 umfasst einen Einlass 111 zur Einleitung eines zu reinigenden Abgasstroms 101 einer Industrieanlage wie etwa ei ner Druckmaschine (nicht dargestellt). Ferner umfasst die Abgasreinigungsanlage 110 zumin dest eine Reinigungsvorrichtung 114 zur Reinigung des Abgasstroms 101. Beispielsweise kann die Reinigungsvorrichtung 114 den Abgasstrom 101 gemäß einem der oben beschriebe nen Verfahren reinigen. Die Abgasreinigungsanlage 110 umfasst weiterhin einen Auslass 112 zur Ableitung eines gereinigten Abgasstroms 102 aus der Abgasreinigungsanlage 110. Auch umfasst die Abgasreinigungsanlage 110 zumindest einen Sensor 115, um eine interessierende Größe (z.B. einen Druck oder eine Konzentration eines oder mehrerer Stoffe) an einem Ele ment der Abgasreinigungsanlage 110 zu messen.
Weiterhin umfasst die Abgasreinigungsanlage 110 eine (drahtlose oder drahtgebundene) Kommunikationsschnittstelle 113 zur Anbindung der Abgasreinigungsanlage 110 an eine Da tenwolke 120. Über die Kommunikationsschnittstelle 113 kann die Abgasreinigungsanlage 110 Daten mit der Datenwolke 120 austauschen. Insbesondere ist die Kommunikations schnittstelle 113 eingerichtet, in der Abgasreinigungsanlage erzeugte Anlagendaten an die
Datenwolke 120 zu senden. Dabei kann die Kommunikationsschnittstelle 113 die Anlagen daten beispielsweise kontinuierlich, periodisch oder ereignisgetrieben an die Datenwolke 120 senden. Die Anlagendaten können sowohl unprozessierte Rohdaten der Abgasreinigungsan lage 110 als auch vorprozessierte Daten der Abgasreinigungsanlage 110 umfassen.
Die Anlagendaten werden in einem Speichermittel 122 der Datenwolke 120 (z.B. eine oder mehrere Festplatten) gespeichert, so dass lokal und zeitlich flexibel auf die Anlagendaten zu gegriffen werden kann. Ebenso kann aufgrund der Datenspeicherung in der Datenwolke 120 einem Datenverlust vorgegriffen werden. Ferner können weitere Anlagendaten z.B. manuell in die Datenwolke 120 eingepflegt werden oder von weiteren Anlagen (z.B. zur Abgasreini gungsanlage 120 identische oder ähnliche Abgasreinigungsanlage - nicht dargestellt) emp fangen werden.
Weiterhin umfasst die Datenwolke 120 zumindest einen (virtuellen oder physikalischen) Pro zessor 121, der die erfindungsgemäße Analyse der Anlagendaten zur Überwachung der Ab gasreinigungsanlage 110 ausführt.
Dazu ist der Prozessor 121 eingerichtet, die Anlagendaten der Abgasreinigungsanlage 110 aus dem Speichermittel 122 der Datenwolke 120 abzurufen und die die Abgasreinigungsan lage 110 charakterisierende Größe basierend auf den abgerufenen Anlagendaten zu bestim men.
Anhand der die Abgasreinigungsanlage 110 charakterisierende Größe kann der momentane oder ein vergangener Zustand bzw. das Verhalten der Anlage beschrieben und somit einem Betreiber oder Hersteller der Abgasreinigungsanlage 110 dargestellt werden. Ebenso können aus der die Abgasreinigungsanlage 110 charakterisierenden Größe durch den Prozessor 121 weitere Kenngrößen der Abgasreinigungsanlage 110 abgeleitet werden. Die Bestimmung ei ner oder mehrerer die Abgasreinigungsanlage 110 charakterisierender Größe bzw. Kenngrö ßen daraus erfolgt gemäß den vorangehend beschriebenen Grundsätzen. Beispielsweise kann der Prozessor 121 eingerichtet sein, gemäß den vorangehend beschriebenen Grundsätzen ei nen Energieverbrauch oder eine Lösemittelbilanz der Abgasreinigungsanlage 110 zu bestim- men.
Die Informationen über die die Abgasreinigungsanlage 110 charakterisierende Größe können ebenso in der Datenwolke 120 gespeichert werden.
Informationen über die die Abgasreinigungsanlage charakterisierende Größe(n) können ei nem Benutzer beispielsweise über eine von dem Prozessor 121 erzeugte graphische Benut zerschnittstelle angezeigt werden, die der Benutzer über ein Endgerät 130 (z.B. ein Smart- phone oder ein Tablet-Computer) aufrufen kann. Ein Beispiel einer graphischen Benutzer schnittstelle 200 ist in Fig. 2 gezeigt. Die graphische Benutzerschnittstelle 200 kann z.B. über eine dedizierte Applikation oder als Webseite auf dem Endgerät 130 des Benutzers ausgege ben werden.
Im rechten, oberen Bereich der graphischen Benutzerschnittstelle 200 werden gemessene Temperaturen der Abgasreinigungsanlage 110, wie z.B. die Temperaturen des zu reinigenden Abgasstroms, des gereinigten Abgasstroms, eines Betts (z.B. Unterbett) der Abgasreinigungs anlage 110 oder der Brennkammer als Balken oder Säulendiagramme dargestellt. Alternativ können auch andere an der Abgasreinigungsanlage 110 gemessenen Größe oder der Verlauf einer die Abgasreinigungsanlage 110 charakterisierenden Größe, die aus den Anlagendaten abgeleiteten ist, dargestellt werden. Beispielsweise können Volumenströme (direkt gemessen oder z.B. aus Umrichterfrequenz eines Ventilators bestimmt), Stellungen von Klappen (z.B. Heißgas-Klappe), Messwerte von UEG-Sensoren bzw. Beladungszustände oder der Zustand einer Brennstoffeindüsung angezeigt werden.
Unterhalb ist eine Trendanzeige für interessierende Größen der Abgasreinigungsanlage 110 in die graphische Benutzerschnittstelle 200 integriert. Hier kann z.B. der Verlauf einer an der Abgasreinigungsanlage 110 gemessenen Größe oder der Verlauf einer die Abgasreinigungs anlage 110 charakterisierenden Größe, die aus den Anlagendaten abgeleiteten ist, dargestellt werden.
Im unteren Bereich ist ferner eine Darstellung der Betriebs stunden der Abgasreinigungsan lage 110 für die einzelnen Betriebsmodi in die graphische Benutzerschnittstelle 200 integriert.
Die graphische Benutzerschnittstelle 200 kann beispielsweise nutzerindividuell konfiguriert sein. Derart können je nach Sensorausstattung der Abgasreinigungsanlage 110 verschiedene
die Abgasreinigungsanlage 110 charakterisierende Größen bzw. Parameter aus den Anlagen daten automatisiert bestimmt bzw. berechnet und dem Benutzer angezeigt werden. Ebenso können diese Größen bzw. Parameter für z.B. erforderliche Berichte von dem Benutzer über nommen werden. Die Ausgabe der jeweiligen Größen bzw. Werte für Berichte erfolgt auf grund der hinterlegten Berechnungsroutinen automatisiert und somit zeiteffizient.
Im linken, oberen Bereich der graphischen Benutzerschnittstelle 200 ist ferner noch eine Er eignisliste betreffend die verschiedenen möglichen Betriebsmodi der Abgasreinigungsanlage 110 dargestellt. Die Betriebszustände der Abgasreinigungsanlage 110 können aus den analy sierten Anlagedaten der Abgasreinigungsanlage 110 bestimmt werden.
Ein Beispiel für eine hierarchische Gliederung einer Mehrzahl an Betriebsmodi einer Abgas reinigungsanlage zur RTO ist in Fig. 3 dargestellt. Die Abgasreinigungsanlage kann sich ge nerell entweder in einem Aus-Betriebsmodus 300, einem An-Betriebsmodus 305 oder einem Störungsmodus 310 befinden.
Während sich die Abgasreinigungsanlage im An-Betriebsmodus 305 befindet, kann sich die Abgasreinigungsanlage in einem Anfahr-Betriebsmodus 315, in dem die Abgasreinigungsan lage aufheizt, befinden oder in einem Abfahr-Betriebsmodus 325, in dem die Abgasreini gungsanlage„normal“ ausgeschaltet wird und mit Frischluft gespült wird (Modus 326) oder nach einem Störfall gekühlt wird (Modus 327). Auch kann sich die Abgasreinigungsanlage während des An-Betriebsmodus 305 in einem Reinigungs-Betriebsmodus 330, in dem die Abgasreinigungsanlage gereinigt wird, oder einem Normal-Betriebsmodus 320, in dem die Reinigung des Abgasstroms erfolgt, befinden.
Im Normal-Betriebsmodus 320 kann die Abgasreinigungsanlage sich in einem Unterau- totherm-Betriebsmodus 335 befinden, in dem das Abgas mittels RTO gereinigt wird unter Eindüsung eines Brennstoffs zur Sicherstellung einer minimalen Brennkammertemperatur. Alternativ kann sich die die Abgasreinigungsanlage im Unterautothermen-Betriebsmodus 335 auch in einem Stand-by-Modus befinden, in dem die Brennkammertemperatur bei mini maler Luftzufuhr über einer Mindesttemperatur gehalten wird.
Ebenso kann die Abgasreinigungsanlage im Normal-Betriebsmodus 320 sich in einem Au- totherm-Betriebsmodus 340 befinden, in dem das Abgas mittels RTO gereinigt wird ohne
Zugabe weiteren Brennstoffs, jedoch noch kein Heißgas zur Prozesswärmegewinnung ausge schleust werden kann.
Im Überautotherm-Betriebsmodus 345 wird das Abgas mittels RTO ohne Zugabe weiteren Brennstoffs gereinigt und die Heißgasklappe in der Abgasreinigungsanlage so gestellt, dass Heißgas über einen heißen Bypass zur Prozesswärmegewinnung ausgeschleust wird.
Im Zwangskühlung-Betriebsmodus 350 wird das Abgas mittels RTO ohne Zugabe weiteren Brennstoffs gereinigt und die maximale Menge an Heißgas zur Prozesswärmegewinnung aus geschleust. Um die Abgasreinigungsanlage vor zu hohen Verbrennungstemperaturen auf grund der Exothermie der in dem Abgas befindlichen Lösemittel zu schützen wird zusätzlich kalte Luft in die Brennkammer geleitet.
Im Bewusste- Auskopplung-Betriebsmodus 355 wird das Abgas mittels RTO unter Eindüsung eines Brennstoffs gereinigt. Gleichzeitig erfolgt eine Auskopplung von Wärme durch den hei ßen Bypass der Abgasreinigungsanlage (geregelt über die Stellung der Heißgasklappe).
In der nachfolgenden Tabelle ist eine Übersicht über Vorgaben für verschiedene einstellbare Parameter in einigen der oben genannten Betriebsmodi gezeigt. Die tatsächlichen Werte der Parameter können über Sensoren der Abgasreinigungsanlage gemessen werden. Die Mess werte als auch die Soll-Werte werden von der Abgasreinigungsanlage in der Datenwolke ge speichert und stehen so für die erfindungsgemäße Überwachung der Abgasreinigungsanlage zur Verfügung.
Entsprechend kann erfindungsgemäß aus den Anlagendaten z.B. bestimmt werden, ob die Anlage sich gemäß den Vorgaben für die einzelnen Parameter während des Betriebs verhält.
Somit kann eine automatisierte und effiziente Überwachung der Abgasreinigungsanlage er folgen.
Fig. 4 zeigt die Überwachung einer Abgasreinigungsanlage 400 mit einer Abscheidevorrich- tung in Form eines Elektrofilters 410 (auch als elektrischer Abscheider, Elektroabscheider oder elektrostatischer Abscheider bezeichnet). Dabei ist zu beachten, dass der Elektrofilter 410 rein beispielhaft zur Veranschaulichung einer Ab Scheidevorrichtung zur Abscheidung von Partikeln aus einem Abgasstrom bzw. Abluftstrom dient. Alternativ zu dem Elektrofilter 410 können z.B. ein Zyklonabscheider oder eine sonstige Filtervorrichtung als Abscheidevor richtung verwendet werden.
Die Abgasreinigungsanlage 400 umfasst einen Einlass zur Einleitung eines zu reinigenden Abgasstroms 401 einer Industrieanlage. Zur Reinigung des Abgasstroms 401 wird der Elekt rofilter 410 genutzt. Nach der Reinigung durch den Elektrofilter 410 wird der gereinigte Ab gasstrom 402 über einen Auslass aus der Abgasreinigungsanlage 400 abgeleitet.
Der Elektrofilter 410 dient zur Abscheidung von Partikeln (d.h. einer zusammenhängenden Masse aus fester oder flüssiger Materie) z.B. eines Schadstoffs aus dem zu reinigenden Ab gasstroms 401. Die Funktionsweise eines Elektrofilters ist an sich bekannt und z.B. in der Richtlinie VDI 3678 Blatt 1 des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) beschrieben. Zum bes seren Verständnis werden nachfolgend einige Aspekte der Abgas- bzw. Abluftreinigung mit tels Elektrofilter nochmals hervorgehoben.
Der Elektrofilter 410 umfasst eine sogenannte Sprühelektrode, welche in dem zu reinigenden Abgasstrom 401 mittels Koronaentladung Gasionen erzeugt. Die in dem zu reinigenden Ab gasstrom 401 enthaltenen Schadstoffpartikel werden durch die ionisierten Gasbestandteile aufgeladen und führen deshalb eine gerichtete Bewegung im elektrischen Feld des Elektrofil ters 410 hin zu einer oder mehreren Niederschlagselektroden (Abscheideelektroden) des Elektrofilters 410 aus. Mit anderen Worten: Die aufgeladenen Schadstoffpartikel„wandern“ zu der oder den Niederschlagselektroden. Die Niederschlagselektrode(n) wird bzw. werden gereinigt und die Schadstoffpartikel so aus dem Abgasstrom ausgetragen.
Bei einem trockenen Elektrofilter 410 erfolgt die Reinigung der Niederschlagselektrode(n) durch (z.B. periodische) mechanische Klopfschläge auf die Niederschlagselektrode(n), so
dass die auf der bzw. den Niederschlagselektrode(n) gebildete Partikelschicht abgeklopft wird. Bei einem Nasselektrofilter laufen die abgeschiedenen Tropfen quasi-kontinuierlich hinunter (ggf. unterstützt durch eine Spülung mit einer Flüssigkeit).
Grundsätzlich sind verschiedene Aufbauten des Elektrofilters 410 möglich. Beispielsweise kann der Elektrofilter 410 als Plattenelektrofilter oder als Röhrenelektrofilter ausgebildet sein.
Die Effektivität der Abscheidung (d.h. der Abscheidegrad) im Elektrofilter 410 kann über eine Vielzahl an Parametern eingestellt bzw. beeinflusst werden. Neben der Konstruktion bzw. Bauform des Elektrofilters 410 und der Regelung des elektrischen Felds kann z.B. auch ein Volumenstrom des zu reinigenden Abgasstroms 401, eine Zusammensetzung des zu rei nigenden Abgasstroms 401 (z.B. abhängig vom Wasser- bzw. Säuretaupunkt), eine Tempe ratur des zu reinigenden Abgasstroms 401, ein Druck des zu reinigenden Abgasstroms 401, eine Partikelkonzentration im zu reinigenden Abgasstrom 401 (z.B. eine Rohgasstaubkon zentration), ein spezifischer Widerstand der Partikel (z.B. ein spezifischer Staubwiderstand), eine Korngrößenverteilung der Partikel im zu reinigenden Abgasstrom 401, eine Partikelan zahl im zu reinigenden Abgasstrom 401, eine Zusammensetzung der Partikel im zu reinigen den Abgasstrom 401 (z.B. eine Staubzusammensetzung) oder eine zu erreichende Partikel konzentration im gereinigten Abgasstrom 402 die Effektivität der Abscheidung beeinflussen.
Das dem Abscheider in Form des Elektrofilters 410 zugeführte Rohgas 401 wird wie voran gehend beschrieben gereinigt (d.h. die Partikelfracht wird verringert), so dass das ausreichend gereinigte Reingas 402 fortgeleitet werden kann.
Durch zumindest einen Sensor 420 der Abgasreinigungsanlage 400 können (z.B. kontinuier lich, diskontinuierlich oder zeitlich aggregiert) Daten bzgl. des zu reinigenden Abgasstroms 401 erhoben werden, welche für den Ab scheideprozess relevant sind. Rein beispielhaft kann der Sensor 420 z.B. einen der vorgenannten Parameter des zu reinigenden Abgasstroms 401 messen.
Zusätzlich können Daten bzgl. des gereinigten Abgasstroms 402 durch zumindest einen wei teren Sensor 430 erhoben werden. Die zweite Messstelle in Form des zumindest einen weite ren Sensors 430 ist optional.
Die Messdaten der Sensoren 420 und 430 werden von der Abgasreinigungsanlage 400 als Anlagendaten an die Datenwolke 440 gesendet und dort erfmdungsgemäß analysiert. Werden durch die Sensoren 420 und 430 z.B. Partikelanzahlen im zu reinigenden Abgasstrom 401 und im gereinigten Abgasstrom 402 bestimmt, kann in der Datenwolke 440 daraus z.B. der Wirkungsgrad des Elektrofilters 410 bestimmt werden. Ein Nutzer kann über ein Endgerät 450 auf die Daten bzw. die Analyse (z.B. mittels der in Fig. 2 dargestellten graphischen Be nutzerschnittstelle) zugreifen.
Weitere Daten, welche von der Abgasreinigungsanlage 400 als Anlagendaten an die Daten wolke 440 gesendet werden können, sind in einer Steuerung 460 (z.B. eine SpeicherProgram- mierbare Steuerung, SPS) der Abgasreinigungsanlage 400 vorliegende Daten. Entsprechend können auch diese Daten für die Charakterisierung des Abscheideprozesses im Elektrofilter 410 genutzt werden. Die weiteren Daten der Steuerung 460 können z.B. eine Häufigkeit der Reinigung der Niederschlagselektrode(n) sein (z.B. eine Häufigkeit des„Klopfens“ bei einem trockenen Elektrofilter 410), eine Menge bzw. Masse der abgeschiedenen Partikel (kann z.B. aus einem Sensormesswert abgeleitet bzw. bestimmt sein), ein elektrischer Energiebedarf ein zelner Komponenten oder aggregiert auf komplette Baugruppen, eine Menge bzw. Masse ei ner eingesetzten Reinigungsflüssigkeit für die Reinigung der Niederschlagselektrode(n) bei einem nassen Elektrofilter, eine Menge bzw. Masse der abgeschiedenen Tropfen bei einem nassen Elektrofilter (kann z.B. aus einem Sensormesswert abgeleitet bzw. bestimmt sein) oder eine Anzahl an Überschlägen im Elektrofilter anzeigen. Es ist zu beachten, dass die vorge nannten Kenngrößen rein beispielhaft gewählt sind und der Illustration dienen. Gemäß Aus führungsbeispielen können die weiteren Daten auch zusätzliche, weniger oder andere Kenn größen anzeigen.
Einige oder mehrere der Anlagendaten werden nach ihrem Empfang von der Datenwolke 440 für die Überwachung der Abgasreinigungsanlage 400 bzw. die Analyse des Abscheidepro zesses in dem Elektrofilter 410 genutzt. Dazu können durch die Datenwolke 440 eine oder mehrere den Ab scheideprozess charakterisierende Größen bestimmt werden. Beispielsweise kann eine eingesetzte Energie für den Elektrofilter 410 in Abhängigkeit von einem Wirkungs grad des Elektrofilters 410, ein Abklopfmtervall der Niederschlagselektrode(n) des Elektro filters 410 in Abhängigkeit von einem Wirkungsgrad des Elektrofilters 410, ein elektrischer Energiebedarf des Elektrofilters 410 in Abhängigkeit von Eigenschaften des zu reinigenden Abgasstroms 401, ein Stromfluss im Elektrofilter 410 in Abhängigkeit von Eigenschaften des
zu reinigenden Abgasstroms 401 (z.B. Tracking eines zeitlichen Veränderungstrends) oder eine Anpassung bzw. Nachjustierung für die Feldstärkenregelung des elektrischen Felds im Elektrofilter 410 zur Vermeidung von Überschlägen bestimmt werden. Die vorgenannten, den Ab scheideprozess charakterisierende Größen sind rein beispielhaft gewählt sind und dienen der Illustration. Gemäß Ausführungsbeispielen können auch zusätzliche, weniger oder andere charakterisierende Größen in der Datenwolke 440 auf Basis der von der Abgasreinigungsan lage 400 empfangenen Anlagendaten bestimmt werden.
Fig. 5 zeigt die Überwachung einer Abgasreinigungsanlage 500 mit Lösungsmittelrückge winnung. Lösemittel (z.B. organische Lösemittel wie Ethylacetat, Ethanol oder Isopropanol) werden in verschiedenen Produktionsprozessen eingesetzt. Die Lösemittel stellen mitunter einen erheblichen Wertstoff dar (Kosten teilweise deutlich größer 1€/kg), so dass eine Löse mittelrückgewinnung technisch und wirtschaftlich sinnvoll sein kann.
In Fig. 5 ist dazu beispielhaft und stark vereinfacht ein industrielle Produktionsanlage 560 gezeigt (z.B. eine Bedruckungsanlage oder eine Beschichtungsanlage). Neben dem zu bear beiten (z.B. zu bedruckenden oder zu beschichtenden) Material wird der Produktionsanlage 560 auch Lösemittel zugeführt (z.B. gebunden in einer Druckfarbe). Der Lösemitteleintrag in die Produktionsanlage 560 kann z.B. aus Messwerten eines Sensor 545 (der z.B. die Menge der Farbe, in welcher das Lösemittel gebunden ist, misst) bestimmt werden. Zusätzlich kön nen über einen oder mehrere weitere Sensoren 547 an der Produktionsanlage 560 selbst, In formationen bzgl. der Lösemittel oder anderer relevanter Anlagenparameter gesammelt wer den. In einer Druckanlage wird beim Applizieren der Farbe, jedoch spätestens bei der Trock nung, die Lösemittel freigesetzt und mit dem Abgasstrom 501 fortgeleitet. Aus z.B. immissi onsschutzrechtlichen Gründen ist eine Freisetzung der Lösemittel in die Umwelt nicht zuläs sig. Es erfolgt daher eine Abgasreinigung mittels der industriellen Abgasreinigungsanlage 500.
Wie in Fig. 5 dargestellt, kann die Lösemittelrückgewinnung über verschiedene verfahrens technische Schritte erfolgen. Beispielsweise kann der zu reinigende Abgasstrom 501 zunächst einem Aufkonzentrationsprozess und anschließend einem Desorptionsprozess (z.B. mittels Wasserdampfs, Heißgas oder Inertgas) unterzogen werden, bevor das so erzeugte Desorbat (d.h. der aufkonzentrierte Abgasstrom) einem Kondensationsprozess zugeführt wird, um das
Lösemittel mittels Kondensation aus dem Abgasstrom abzuscheiden. Diese Form der Löse mittelrückgewinnung ist in Fig. 5 durch die Aufkonzentrationsvorrichtung 520 und die Kon densationsvorrichtung 510 dargestellt. Der zu reinigende Abgasstrom 501 wird zunächst der Aufkonzentrationsvorrichtung 520 zugeführt, welche mittels eines Aufkonzentrationsverfah- rens (z.B. Adsorption, Absorption oder Membranen) die Konzentration zumindest eines in dem zu reinigenden Abgasstrom 501 enthaltenen Schadstoffs erhöht. Das so erzeugte Desor- bat 521 wird anschließend einer Kondensationsvorrichtung 510 zugeführt, welche den zumin dest einen Schadstoff kondensiert und so aus dem Desorbat 521 entfernt. Entsprechend wird sowohl durch die Aufkonzentrationsvorrichtung 520 als auch durch die Kondensationsvor richtung 510 jeweils ein gereinigter Abgasstrom 502 bzw. 502‘ bereitgestellt.
Die Aufkonzentration kann beispielsweise mittels eines Bettadsorbers oder eines Aufkonzent- rationsrads (z.B. mit Zeolith und/oder Aktivkohle) erfolgen.
Alternativ kann die Kondensation auch ohne vorherige Aufkonzentration durch die Aufkon zentrationsvorrichtung 520 erfolgen. Wie in Fig. 5 angedeutet, kann der zu reinigende Ab gasstrom 501 auch direkt der Kondensationsvorrichtung 510 zugeführt werden. Beispiels weise kann ein Schadstoff in dem zu reinigenden Abgasstrom 501 eines Trockners auch direkt durch die Kondensationsvorrichtung 510 kondensiert werden (eine Aufkonzentration des Schadstoffs in dem zu reinigenden Abgasstrom 501 kann z.B. bereits durch eine Umluftfahr weise im Trockner selbst realisiert werden). In der Kondensationsvorrichtung 510 kann bei spielsweise auch eine Kondensation des zu reinigenden Abgasstroms 501 mit anschließender adsorptiver Aufkonzentration der Restfracht erfolgen, um die gewünschte bzw. nötige maxi male Schadstoffbeladung des gereinigten Abgasstroms 502‘ zu erreichen.
Wie die vorangehenden Ausführungen gezeigt haben, kann die Lösemittelrückgewinnung über verschiedene Ansätze erfolgen, die z.B. abhängig von Prozessanforderungen und der Art des bzw. der Lösemittel gewählt werden können.
Die in der Kondensationsvorrichtung 510 gewonnen Lösemittel können anschließend optio nal noch in einer Lösemittelaufbereitungsvorrichtung 530 aufbereitet und dem Produktions prozess bzw. der Produktionsanlage 560 wieder zugeführt werden. Die Aufbereitung kann gemäß Ausführungsbeispielen auch entfallen. Alternativ können die rückgewonnen Lösemit tel auch gesammelt und extern weiterverarbeitet werden (d.h. sie werden nicht unmittelbar
dem Produktionsprozess bzw. der Produktionsanlage 560 wieder zugeführt). Der bzw. die gereinigten Abgasströme 502 und 502‘ können in die Umwelt abgeleitet oder dem Produkti onsprozess bzw. der Produktionsanlage 560 wieder zugeführt werden.
Über einen oder mehrere Sensoren 540, 541, 542, 543, 544 bzw. 546 können Daten bzgl. der einzelnen Abgasströme bzw. Lösemittelströme erhoben werden. Die Messdaten der Sensoren 540, 541, 542, 543, 544 bzw. 546 werden von der Abgasreinigungsanlage 500 als Anlagen daten an eine Datenwolke 550 gesendet und dort erfmdungsgemäß analysiert. Wie in Fig. 5 angedeutet, können ferner auch Daten von einem oder mehreren der Sensoren 545 und 547 der industriellen Produktionsanlage 560 durch die Datenwolke 550 empfangen und in die Analyse einbezogen werden. Dabei ist zu beachten, dass die in Fig. 5 dargestellten Sensoren lediglich beispielhaft gewählt sind und der Illustration dienen. Gemäß Ausführungsbeispielen können auch mehr, weniger oder anders platzierte Sensoren genutzt werden.
Durch geeignete Sensoren bzw. die Erfassung geeignete Parameter bzw. Kenngrößen kann durch die Datenwolke 550 eine Analyse, Bewertung bzw. Bilanzierung des Gesamtsystems oder ausgewählter Teilprozesse erfolgen. Da die Abluftreinigung mit der Zielstellung der Rückgewinnung erfolgt, ist eine direkte Kopplung der Abgasreinigungsanlage 500 mit dem Produktionsprozess gegeben.
Wie auch in den vorherigen Ausführungsbeispielen können Sensorinformationen vor und/o der nach einem Prozessschritt bzw. einem Teilschritt (Volumenstrom, Druck, Temperatur, Konzentration - z.B. UEG-Konzentration, Feuchtegehalt, etc.) alleine oder zusammen mit Informationen aus dem jeweiligen Prozess in der Datenwolke 550 ausgewertet bzw. kombi niert werden, um eine oder mehrere charakterisierende Größen der Abgasreinigungsanlage 500 zu bestimmen und für den Abruf durch ein Endgerät 570 eines Nutzers bereitzustellen.
Für den Teilprozess der Aufkonzentrierung kann aus den übermittelten Anlagendaten z.B. eine Konzentration eines oder mehrere Schadstoffe in dem zu reinigen Abgasstrom 501, in dem gereinigten Abgasstrom 502 oder im Desorbat 521 in Abhängigkeit von der Drehge schwindigkeit eines Adsorptionsrades oder in Abhängigkeit von einer Eintrittstemperatur des zu reinigen Abgasstroms 501 bzw. der Desorptionstemperatur bestimmt werden.
Im Teilprozess der Kondensation kann eine Umschaltzeit bei einer 2-Strang-Kondensation in Abhängigkeit von Betriebstemperatur und Gaseigenschaften am Einlass der Kondensations vorrichtung bestimmt werden.„2-Strang“ bedeutet dabei eine Redundanz der Aggregate, da bei der Kondensation immer ein Strang einfriert, während der andere Strang auftaut. Ebenso können Kennzahlen zu einzelnen Kondensationsstufen (z.B. Temperaturen) in Abhängigkeit von der Kondensatzusammensetzung als charakterisierende Größe bestimmt werden. Eine Kondensation in mehreren Stufen bedeutet dabei, dass verschieden angereicherte Fraktionen getrennt abgeschieden werden, so dass eine nachfolgende Aufbereitung vereinfacht wird. Ge mäß einigen Ausführungsbeispielen kann als charakterisierende Größe z.B. auch eine jewei- lige Pumpleistung für einzelne Kondensationsniveaus zur Überwachung (Bilanzierung) ein zelner Fraktionen (z.B. Menge der gepumpten Kondensatmenge in Abhängigkeit von Ein gangsgrößen) bestimmt werden.
Ebenso kann in der Datenwolke 550 eine Bilanzierung des Gesamtsystems (Produktion und Abgasreinigung = Lösemittelrückgewinnung) hinsichtlich des Lösemitteleinsatzes oder ein Tracking einer Anreicherung von Lösemitteln in einem Verfahrensschritt (zur Vermeidung der Kondensationsgefahr) erfolgen. Auch kann als charakterisierende Größe z.B. ein elektri scher Energieeinsatz je Masseneinheit rückgewonnenen Lösemittels bestimmt werden. Somit kann eine automatisierte, effiziente und gezielte Überwachung der Abgasreinigungs anlage erfolgen.