Antriebsstranq und Verfahren zum Betrieb eines Antriebsstrangs
Die Erfindung betrifft einen Antriebsstrang für ein Kraftfahrzeug sowie ein Verfahren zum Betrieb eines Antriebsstrangs, mit deren Hilfe ein in einem Verbrennungsmotor erzeugtes Drehmoment an ein Kraftfahrzeuggetriebe übertragen werden kann.
Ein Antriebsstrang für ein Kraftfahrzeug weist einen Verbrennungsmotor mit mehreren Verbrennungszylindern auf, die eine Kurbelwelle antreiben. Die Kurbelwelle kann ein von den Verbrennungszylindern durch eine Verbrennung eines Kraftstoffgemischs erzeugtes Drehmoment an ein Kraftfahrzeuggetriebe übertragen. Durch die motorische Verbrennung in den jeweiligen Verbrennungszylindern können im erzeugten Drehmoment Drehmomentspitzen und Drehmomenttäler auftreten, die zu Drehungleichförmigkeiten bei der Kurbelwelle führen. Um die durch die motorische Verbrennung in dem Verbrennungsmotor auftretenden Drehungleichförmigkeiten zu reduzieren, ist es bekannt die Anzahl der Verbrennungszylinder zu erhöhen, wodurch sich jedoch die Größe des Verbrennungsmotors erhöht, oder Drehschwingungsdämpfer vorzusehen, deren Dämpfungsvermögen bauartbedingt jedoch begrenzt ist.
Es ist die Aufgabe der Erfindung Maßnahmen anzugeben, die bei einer kompakten Bauweise eine Dämpfung von Drehungleichförmigkeiten bei einem von einem Verbrennungsmotor erzeugten Drehmoment ermöglichen.
Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch einen Antriebsstrang mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Betrieb eines Antriebsstrangs mit den Merkmalen des Anspruchs 10. Bevorzugt Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Erfindungsgemäß ist ein Antriebsstrang für ein Kraftfahrzeug vorgesehen mit einem mindestens einen Verbrennungszylinder aufweisenden Verbrennungsmotor zur Erzeugung eines Antriebsmoments, wobei das Antriebsmoment durch eine Verbrennung in dem mindestens einen Verbrennungszylinder verursachte Drehungleichförmigkeiten aufweist, einer von dem mindestens einen Verbrennungszylinder antreibbaren Kurbelwelle zur Weiterleitung des Antriebsmoments und einem mit der Kurbelwelle gekoppelten mit einem Energiespeichersystem zusammenwirkenden unbefeuerten Dämpfungszylinder zur Kompensation der Dreh-
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ungleichförmigkeiten, wobei bei durch die Drehungleichförmigkeit verursachten Drehmomentspitzen des Antriebsmoments über den Dämpfungszylinder mechanische Energie in dem Energiespeichersystem speicherbar ist und bei durch die Drehungleichförmigkeit verursachten Drehmomenttälern des Antriebsmoments über den Dämpfungszylinder mechanische Energie von dem Energiespeichersystem abgebbar ist.
Die bewegbaren Teile des Dämpfungszylinders können von dem Verbrennungszylinder mittelbar oder unmittelbar über die Kurbelwelle mitgeschleppt werden, so dass es möglich ist durch die motorischen Verbrennung in dem jeweiligen Verbrennungszylinder verursachte Drehmomentschwankungen der Kurbelwelle über den Dämpfungszylinder mit Hilfe des Energiespeichersystems zu dämpfen. Die bei Drehmomentspitzen der durch die motorische Verbrennung verursachten Drehungleichförmigkeit im Vergleich zu einem gemittelten Mittelwert zusätzlich erzeugte mechanische Energie kann ganz oder teilweise mit Hilfe des Energiespeichersystems, beispielsweise durch Komprimierung einer mechanischen Feder oder Gasfeder, gespeichert werden und zu einem Zeitpunkt ganz oder teilweise abgegeben werden, wenn bei einem Drehmomenttal der Drehungleichförmigkeit das an der Kurbelwelle anliegende Drehmoment unterhalb des gemittelten Mittelwerts fällt. Bei einer gegebenen Motorleistung des Verbrennungsmotors entspricht ein Drehmomenttal des aktuellen Drehmoments einer Drehzahlspitze der aktuellen Drehzahl, während eine Drehmomentspitze des aktuellen Drehmoments einem Drehzahltal der aktuellen Drehzahl entspricht. Der Dämpfungszylinder kann vergleichbar, insbesondere identisch, zum Verbrennungszylinder aufgebaut sein, so dass es möglich ist mit Hilfe einer geeigneten Steuerung die Funktion des Dämpfungszylinders durch den Verbrennungszylinder bereitzustellen und/oder die Funktion des Verbrennungszylinders durch den Dämpfungszylinder bereitzustellen. Insbesondere ist es möglich den Verbrennungsmotor mit besonders wenigen Verbrennungszylindern auszustatten und/oder einen Teil der Verbrennungszylinder bei Teillast abzuschalten, ohne dass die durch die befeuerten Verbrennungszylinder verursachten Drehungleichförmigkeiten den Fahrkomfort signifikant beeinträchtigen können. Dies ermöglicht bei einer kompakten Bauweise eine Dämpfung von Drehungleichförmigkeiten bei einem von einem Verbrennungsmotor erzeugten Drehmoment.
Der Dämpfungszylinder ist unbefeuert, das heißt eine Verbrennung eines Kraftstoffgemischs findet in dem Dämpfungszylinder nicht statt. Der Dämpfungszylinder kann jedoch vergleichbar zu einem befeuerten Verbrennungszylinder, in dem eine Verbrennung eines Kraftstoffgemischs stattfindet, ein Fluid komprimieren und entspannen, um Energie zu speichern beziehungsweise abzugeben. Ferner kann der Dämpfungszylinder Ladungswechselarbeit leisten, beispielsweise um einen als Gasfeder wirkenden Gasspeicher zu füllen und bei einem Entlee-
ren des Gasspeichers die gespeicherte Energie an die Kurbelwelle abzugeben. Hierzu können insbesondere Gasdruckkräfte innerhalb oder außerhalb des Dämpfungszylinders genutzt werden. Der Dämpfungszylinder kann insbesondere derart dimensioniert sein, dass auch bei hochaufgeladenen Verbrennungsmotoren eine ausreichende Dämpfung erreichbar ist. Mit Hilfe einer geeigneten Ventilsteuerung können die Ventile für den Verbrennungszylinder und/oder für den Dämpfungszylinder unabhängig voneinander betätigt werden, um eine Kompensation der Drehungleichförmigkeiten zu erreichen. Beispielsweise kann der Dämpfungszylinder für bereits vorhandene Antriebsstrang konzepte verwendet werden, um für den Verbrennungsmotor ein Zylinderdownsizing beispielsweise von vier Verbrennungszylindern auf drei oder zwei Verbrennungszylinder und/oder eine zeitweilige Zylinderabschaltung zu ermöglichen ohne unnötige Komforteinbussen hinnehmen zu müssen. Hierzu kann der Dämpfungszylinder insbesondere in bereits bestehende Motorengehäuse von Verbrennungsmotoren integriert werden ohne zusätzlichen Bauraum beanspruchen zu müssen.
Insbesondere ist der Verbrennungszylinder nach dem Viertaktverfahren und der Dämpfungszylinder nach dem Zweitaktverfahren betreibbar. Dies ermöglicht es insbesondere mit Hilfe nur eines Dämpfungszylinders die Drehungleichförmigkeiten von zwei Verbrennungszylindern zu dämpfen, die um zwei Arbeitstakte versetzt arbeiten. Der Dämpfungszylinder kann im Verdichtungstakt des ersten Verbrennungszylinders gespeicherte Energie angeben und im Verbrennungstakt des ersten Verbrennungszylinders Energie speichern, während der zweite Verbrennungszylinder den Ausstoßtakt und den Ansaugtakt durchläuft. Anschließend kann der Dämpfungszylinder im Verdichtungstakt des zweiten Verbrennungszylinders gespeicherte Energie angeben und im Verbrennungstakt des zweiten Verbrennungszylinders Energie speichern, während der erste Verbrennungszylinder den Ausstoßtakt und den Ansaugtakt durchläuft. Vorzugsweise kann der Verbrennungsmotor als Zwei-Zylinder-Viertaktmotor betrieben werden, wobei ein Großteil der auftretenden Drehungleichförmigkeiten durch den entsprechend dimensionierten mit dem Energiespeichersystem zusammenwirkenden Dämpfungszylinder gedämpft werden kann. Insbesondere kann der Dämpfungszylinder Drehschwingungen mit im Wesentlichen der doppelten Frequenz als die von dem jeweilige Verbrennungszylinder erzeugten Drehschwingungen erzeugen, so dass die Drehschwingungen von zwei mit einer Phasenverschiebung von im Wesentlichen 360° betriebene Verbrennungszylinder von dem Dämpfungszylinder gedämpft werden können.
Vorzugsweise ist der Dämpfungszylinder ein abgeschalteter Verbrennungszylinder eines mehrere Verbrennungszylinder aufweisenden Verbrennungsmotors. Dadurch ist es möglich bei dem Verbrennungsmotor einen Teil der Verbrennungszylinder bei Teillast abzuschalten,
ohne dass die durch die befeuerten Verbrennungszylinder verursachten Drehungleichförmig- keiten den Fahrkomfort signifikant beeinträchtigen können. Der Verbrennungsmotor kann dadurch näher am optimalen Betriebspunkt betrieben werden, ohne dass die Abschaltung der Verbrennungsmotoren, indem in dem abgeschalteten Verbrennungszylinder kein Kraftstoffgemisch mehr verbrannt wird, zu signifikanten Komforteinbussen führt. Der Dämpfungszylinder kann einen in einem Gehäuse geführten Kolben aufweisen, der ein in einer zwischen Kolben und Gehäuse ausgebildeten Verbrennungskammer angeordnetes Kraftstoffgemisch oder ein anderes Fluid, beispielsweise Luft, vergleichbar zu einem als Gasfeder ausgestalteten Energiespeichersystem komprimieren kann, um mechanische Energie zu speichern.
Besonders bevorzugt ist der Dämpfungszylinder mit der selben Kurbelwelle verbunden, mit welcher der Verbrennungszylinder verbunden ist, oder der Dämpfungszylinder ist über eine Koppelungseinheit, insbesondere ein Koppelgetriebe vorzugsweise mit einer 1 :1- Übersetzung, mit der Kurbelwelle gekoppelt, mit welcher der Verbrennungszylinder verbunden ist. Dadurch kann die Frequenz, mit welcher der Dämpfungszylinder über das Energiespeichersystem Energie aufnehmen und abgeben kann, mechanisch mit der Frequenz gekoppelt werden, mit welcher der jeweilige Verbrennungszylinder Drehungleichförmigkeiten erzeugt. Eine unbeabsichtigte Phasenverschiebung der Drehungleichförmigkeiten zwischen dem Dämpfungszylinder und dem Verbrennungszylinder kann dadurch vermieden werden. Gegebenenfalls kann über das Koppelgetriebe eine von einer 1 :1 -Übersetzung verschiedene Übersetzung eingestellt werden, um mit Hilfe des Dämpfungszylinders auch Drehungleichförmigkeiten einer höheren Motorordnung und/oder höheren Anzahl von zueinander phasenverschoben betriebenen Verbrennungszylindern dämpfen zu können.
Insbesondere weist das Energiespeichersystem einen Federspeicher, insbesondere eine mechanische Feder oder eine Gasfeder, zur Speicherung und/oder Abgabe von mechanischer Energie auf. Der Federspeicher kann im Vergleich zu anderen Speichersystemen einen höheren Wirkungsgrad aufweisen, so dass Leistungsverluste durch das Mitschleppen der bewegbaren Bauteile des Dämpfungszylinders und dem Betrieb des Energiespeichersystems klein gehalten werden können.
Vorzugsweise ist eine Federvorspannung des Federspeichers einstellbar, wobei insbesondere die Federvorspannung durch eine Federsteuerungseinheit zur Einstellung der Federvorspannung an verschiedene Lastzustände des Verbrennungsmotors einstellbar ist. Über die Federvorspannung kann der Federspeicher auf eine sich ändernde Amplitude der Drehmomentspit-
zen und/oder Drehmomenttäler reagieren, so dass eine zu geringe und/oder eine zu hohe Kompensation der von dem Verbrennungszylinder erzeugten Drehungleichförmigkeiten vermieden oder zumindest reduziert werden kann. Ferner kann durch eine insbesondere oszillierend Änderung der Federvorspannung mit im Wesentlichen der Frequenz der Drehungleichförmigkeiten eine Phasenverschiebung zwischen den Drehschwingungen des Dämpfungszylinders und den Drehschwingungen des Verbrennungszylinders erreicht werden, beispielsweise um lastabhängige Phasenverschiebungen zu kompensieren. Die Federsteuereinheit kann insbesondere mit einer Motorsteuerung verbunden sein, um Informationen über einen sich ändernden Lastzustand des Verbrennungsmotors und/oder eine beabsichtigte Abschaltung eines befeuerten Verbrennungszylinders und/oder beabsichtigte Zuschaltung eines unbefeu- erten Verbrennungszylinders frühzeitig berücksichtigen zu können. Besonders bevorzugt ist der Federspeicher an einem Ende mit einem Kolben des Dämpfungszylinders und an einem insbesondere in radialer Richtung der mit dem Dämpfungszylinder zusammenwirkenden Kurbelwelle gegenüberliegenden Ende mit einem Gegenlager gekoppelt, wobei das Gegenlager zur Einstellung der Federvorspannung insbesondere in radialer Richtung der mit dem Dämpfungszylinder zusammenwirkenden Kurbelwelle verschoben werden kann. Das Gegenlager kann mit einem verschiebbaren Teil eines Zylinderkopfes des Dämpfungszylinders und/oder des Verbrennungsmotors verbunden sein.
Besonders bevorzugt ist das Energiespeichersystem zumindest teilweise durch eine mit dem Verbrennungsmotor verbundene Fluidleitung zur Zufuhr und/oder Abfuhr von Fluid für den Verbrennungsmotor ausgebildet. Ein in einer zum Verbrennungsmotor führenden Ansaugleitung und/oder in einer vom Verbrennungsmotor wegführenden Abgasleitung eingeschlossenes Fluid, insbesondere Luft oder Abgas, kann vergleichbar zu einer Gasfeder als Energiespeichersystem verwendet werden. Mit Hilfe einer geeigneten Ventilsteuerung können die Ventile für den Verbrennungszylinder und/oder für den Dämpfungszylinder unabhängig voneinander betätigt werden, um eine Kompensation der Drehungleichförmigkeiten zu erreichen. Dadurch ist es nicht erforderlich zusätzlichen Bauraum für das Energiespeichersystem vorzuhalten.
Insbesondere ist mit der Kurbelwelle ein nicht-aktiver Dämpfer, insbesondere Schwungrad und/oder Zweimassenschwungrad, gekoppelt, wobei insbesondere zwischen dem Verbrennungsmotor und einem Kraftfahrzeuggetriebe zur Schwingungsdämpfung der Kurbelwelle ausschließlich der mindestens eine nicht-aktive Dämpfer vorgesehen ist. Durch den Dämpfungszylinder können die durch die motorische Verbrennung erzeugten Drehungleichförmigkeiten so weit gedämpft werden, dass ein nicht-aktiver Drehschwingungsdämpfer ausreicht,
um das von der Kurbelwelle abgegebene Drehmoment hinreichend zu vergleichmäßigen. Eine aktive Steuerungseinrichtung, um in Abhängigkeit aktuell auftretender Drehungleichförmigkei- ten einen aktiven Dämpfer zur Schwingungsdämpfung der Kurbelwelle anzusteuern ist nicht erforderlich, so dass der entsprechende Bauraum eingespart werden kann.
Vorzugsweise ist der Verbrennungszylinder und/oder der Dämpfungszylinder als Hubkolbenmaschine ausgestaltet. Dadurch können der Verbrennungszylinder und/oder der Dämpfungszylinder direkt mechanisch mit der Kurbelwelle mit einem definierten Phasenverhältnis gekoppelt werden.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Betrieb eines Antriebsstrangs, der insbesondere wie vorstehend beschrieben aus- und weitergebildet sein kann, für ein Kraftfahrzeug, bei dem mit Hilfe eines befeuerten Verbrennungszylinders eines Verbrennungsmotors ein Antriebsmoment mit Drehungleichförmigkeiten erzeugt wird und mit Hilfe eines mit einem Energiespeichersystem zusammenwirkenden unbefeuerten Dämpfungszylinders ein Dämpfungsmoment zum Dämpfen der Drehungleichförmigkeiten erzeugt wird. Dies ermöglicht bei einer kompakten Bauweise eine Dämpfung von Drehungleichförmigkeiten bei einem von einem Verbrennungsmotor erzeugten Drehmoment. Das Verfahren kann insbesondere wie vorstehend anhand des Antriebsstrangs erläutert aus- und weitergebildet sein.
Insbesondere werden in einem Normal betrieb mehrere Verbrennungszylinder befeuert, wobei in einem Zylinderabschaltungsbetrieb mindestens ein Verbrennungszylinder unbefeuert betrieben und als Dämpfungszylinder verwendet wird. Dadurch ist es nicht erforderlich einen separaten Dämpfungszylinder vorzusehen, sondern in dem Fall mindestens eines abgeschalteten Verbrennungszylinders den abgeschalteten Verbrennungszylinder die Funktion des Dämpfungszylinders ausführen zu lassen. Der Zylinderabschaltungsbetrieb wird insbesondere bei Teillast des Verbrennungsmotors durchgeführt, so dass die verbliebenen befeuerten Verbrennungszylinder näher am optimalen Betriebspunkt betrieben werden können. Insbesondere bei hoher Last, beispielsweise bei Volllast des Verbrennungsmotors, wird der Normalbetrieb durchgeführt, wobei verschiedene Verbrennungszylinder bezüglich Ihres Arbeitstaktes phasenverschoben betrieben werden können, um auch ohne als Dämpfungszylinder betriebenen Verbrennungszylinder eine ausreichende Vergleichmäßigung des erzeugten Drehmoments erreichen zu können.
Vorzugsweise weist das Dämpfungsmoment Drehschwingungen mit einer Frequenz auf, die im Wesentlichen doppelt so hoch wie die Drehschwingungen des Antriebsmoments ist. Der Dämpfungszylinder kann Drehschwingungen mit im Wesentlichen der doppelten Frequenz als die von dem jeweilige Verbrennungszylinder erzeugten Drehschwingungen erzeugen, so dass die Drehschwingungen von zwei mit einer Phasenverschiebung von im Wesentlichen 360° betriebene Verbrennungszylinder von dem Dämpfungszylinder gedämpft werden können. Die Drehungleichförmigkeiten des Antriebsmoments von mehr als einem Verbrennungszylinder können durch das Dämpfungsmoment eines einzelnen Dämpfungszylinders gedämpft werden.
Besonders bevorzugt wird das Dämpfermoment durch eine Variation einer durch das
Energiespeichersystem bereitgestellten Federvorspannung an einen Lastzustand des Verbrennungsmotors angepasst. Über die Federvorspannung kann auf eine sich ändernde Amplitude der Drehmomentspitzen und/oder Drehmomenttäler des Antriebsmoments reagiert werden, so dass eine zu geringe und/oder eine zu hohe Kompensation der Drehschwingungen des Antriebsmoments durch das Dämpfungsmoment vermieden oder zumindest reduziert werden kann. Ferner kann durch eine insbesondere oszillierend Änderung der Federvorspannung mit im Wesentlichen der Frequenz der Drehungleichförmigkeiten des Antriebsmoments eine Phasenverschiebung zwischen dem Antriebsmoment und dem Dämpfungsmoment erreicht werden, beispielsweise um lastabhängige Phasenverschiebungen zu kompensieren.
Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele exemplarisch erläutert, wobei die nachfolgend dargestellten Merkmale sowohl jeweils einzeln als auch in Kombination einen Aspekt der Erfindung darstellen können. Es zeigen:
Fig. 1 : eine schematische Prinzipdarstellung eines Antriebsstrangs mit einem Zweizylinder- Verbrennungsmotor,
Fig. 2: eine schematische Prinzipdarstellung eines Antriebsstrangs mit einem Vierzylinder- Verbrennungsmotor in einem Normalbetrieb und
Fig. 3: eine schematische Prinzipdarstellung des Antriebsstrangs aus Fig. 2 in einem
Zylinderabschaltungsbetrieb.
Der in Fig. 1 dargestellte Antriebsstrang 10 weist einen Verbrennungsmotor 12 auf, der im dargestellten Ausführungsbeispiel zwei befeuerte Verbrennungszylinder 14 aufweist. Die Verbrennungszylinder 14 erzeugen durch eine Verbrennung eines Kraftstoffgemischs ein Antriebsmoment, das an eine mit den Verbrennungszylinders 14 mechanisch gekoppelte Kurbelwelle 16 abgegeben wird. Zur Erzeugung des Antriebsmoments durchläuft der jeweilige befeuerte Verbrennungszylinder 14 zunächst einen Ansaugtakt An, in dem Luft oder ein Kraftstoff/Luft-Gemisch angesaugt wird, einen Verdichtungstakt V, in dem das Kraftstoff/Luft- Gemisch komprimiert wird, einen Verbrennungstakt Z, in dem das gezündete Kraftstoff/Luft- Gemisch verbrannt und Arbeit an die Kurbelwelle abgegeben wird, und einen Ausstoßtakt Aus, in dem die Verbrennungsprodukte des verbrannten Kraftstoff/Luft-Gemischs als Abgas aus dem Verbrennungszylinder 14 ausgestoßen werden. Durch diese motorische Verbrennung werden in dem Antriebsmoment Drehungleichförmigkeiten erzeugt, die mit Hilfe eines mit der Kurbelwelle 16 verbundenen nicht-aktiven Dämpfers 18 in Form eines Schwungrads sowie mit einem mit der Kurbelwelle 16 zusammenwirkenden Dämpfungszylinders 20 gedämpft werden können.
Der Dämpfungszylinder 20 ist mit der Kurbelwelle 16 und mit einem Energiespeichersystem 22 in Form einer Feder, beispielsweise mechanische Feder oder Gasfeder, verbunden, um mechanische Energie der Kurbelwelle 16 in dem Energiespeichersystem 22 speichern und abgeben zu können. Das Energiespeichersystem 22 ist in radialer Richtung gegenüberliegend zur Kurbelwelle 16 an einem Gegenlager 24 abgestützt, das zur Veränderung der Federvorspannung des Energiespeichersystems 22 in radialer Richtung verschoben werden kann. Das Energiespeichersystem 22 ist über den Dämpfungszylinder 20 derart mit der Kurbelwelle 16 verbunden, dass in den Verbrennungstakten Z der Verbrennungszylinder 14 Energie aufgenommen und in den Verdichtungstakten V der Verbrennungszylinder 14 Energie abgegeben wird. Die Verbrennungszylinder 14 sind hierfür bezogen auf den Drehwinkel der Kurbelwelle 16 zueinander um 360° phasenverschoben, so dass sich zu jedem Takt immer nur ein Verbrennungszylinder 14 im Verdichtungstakt V oder im Verbrennungstakt Z befindet.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten Antriebsstrang 10 im Normalbetrieb weist der Verbrennungsmotor 12 im Vergleich zu dem in Fig. 1 dargestellten Antriebstrang 10 insgesamt vier jeweils um 180° zueinander phasenverschobene befeuerte Verbrennungszylinder 14 auf. Das mit dem Gegenlager 24 verbundene Energiespeichersystem 22 ist soweit nach radial außen von der Kurbelwelle 16 weg verschoben, dass das Energiespeichersystem 22 nicht mit einem der Verbrennungszylinder 14 zusammenwirken kann. Bei dem in Fig. 2 dargestellten Antriebsstrang 10 im Zylinderabschaltungsbetrieb sind im Vergleich zu dem in Fig. 2 dargestellten
Normalbetrieb zwei Verbrennungszylinder 14 abgeschaltet und nicht befeuert, so dass vergleichbar zu dem in Fig. 1 dargestellten Antriebsstrang nur zwei um 360° zueinander phasenverschobene Verbrennungszylinder 14 befeuert werden. Gleichzeitig ist das Gegenlager 24 soweit auf die Kurbelwelle 16 zu verschoben, dass der Energiespeicher 22 Energie von der Kurbelwelle 16 aufnehmen und an die Kurbelwelle 16 abgeben kann. Dies führt dazu, dass einer der abgeschalteten Verbrennungszylinder 26 als Dämpfungszylinder 20 verwendet wird, während der andere abgeschaltete Verbrennungszylinder 26 keine weitere Funktion übernimmt. Dieser in Fig. 3 dargestellte Zylinderabschaltungsbetrieb entspricht im wesentlichen der Betriebsweise des in Fig. 1 dargestellten Antriebsstrangs. Erforderlichenfalls kann zusätzlich der abgeschaltete Verbrennungszylinder 26 ebenfalls mit einem Energiespeichersystem 22 zusammenwirken, so dass das Dämpfermoment von mehr als einem Dämpferzylinder 20 bereitgestellt werden kann.
Bezugszeichenliste
10 Antriebsstrang
12 Verbrennungsmotor
14 befeuerter Verbrennungszylinder
16 Kurbelwelle
18 nicht-aktiver Dämpfer
20 Dämpfungszylinder
22 Energiespeichersystem
24 Gegenlager
26 abgeschalteter Verbrennungszylinder
An Ansaugtakt
V Verdichtungstakt
Z Verbrennungstakt
Aus Ausstoßtakt