Einrichtung zur Detektion eines Wellenbruchs an einer Gasturbine sowie Gasturbine
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Detektion eines Wellenbruchs an einer Gasturbine, insbesondere an einem Gasturbinenflugtriebwerk. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Gasturbine.
Als Flugtriebwerke ausgebildete Gasturbinen verfügen über mindestens einen Verdichter, mindestens eine Brennkammer sowie mindestens eine Turbine. Aus dem Stand der Technik sind Flugtriebwerke bekannt, die einerseits drei stromaufwärts der Brennkammer positionierte Verdichter sowie drei stromabwärts der Brennkammer positionierte Turbinen aufweisen. Bei den drei Verdichtern handelt es sich um einen Niederdruckverdichter, einen Mitteldruckverdichter sowie einen Hochdruckverdichter. Bei den drei Turbinen handelt es sich um eine Hochdruckturbine, eine Mitteldruckturbine sowie eine Niederdruckturbine. Nach dem Stand der Technik sind die Rotoren von Hochdruckverdichter und Hochdruckturbine, von Mitteldruckverdichter und Mitteldruckturbine sowie von Niederdruckverdichter und Niederdruckturbine durch jeweils eine Welle miteinander verbunden, wobei die drei Wellen einander konzentrisch umschließen und demnach ineinander verschachtelt sind.
Bricht zum Beispiel die den Mitteldruckverdichter sowie die Mitteldruckturbine verbindende Welle, so kann der Mitteldruckverdichter der Mitteldruckturbine keine Arbeit bzw. Leistung mehr entnehmen, wodurch sich dann eine Überdrehzahl an der Mitteldruckturbine einstellen kann. Ein solches Durchdrehen der Mitteldruckturbine muss vermieden werden, da hierdurch das gesamte Flugtriebwerk beschädigt werden kann.
Aus Sicherheitsgründen muss demnach ein Wellenbruch an einer Gasturbine sicher detek- tierbar sein, um bei Auftreten eines Wellenbruchs eine Brennstoffzufuhr zur Brennkammer zu unterbrechen. Eine derartige Detektion eines Wellenbruchs bereitet insbesondere dann Schwierigkeiten, wenn die Gasturbine, wie oben beschrieben, drei sich konzentrisch umschließende und damit ineinander verschachtelte Wellen aufweist. In diesem Fall bereitet
vor allem die Detektion eines Wellenbruchs der mittleren Welle, welche die Mitteldruckturbine mit dem Mitteldruckverdichter koppelt, Schwierigkeiten. Eine ähnliche Problematik stellt sich auch bei stationären Gasturbinen.
Aus der DE 10 2004 026 366 Al ist eine Einrichtung zur Detektion eines Wellenbruchs an einer Gasturbine bekannt, bei welcher zwischen dem in Strömungsrichtung gesehen letzten, rotorseitigen Laufschaufelkranz einer ersten Turbine und einem in Strömungsrichtung gesehen ersten, statorseitigen Leitschaufelkranz einer zweiten Turbine radial innen ein Betätigungselement angeordnet ist, welches mit einem Übertragungselement zusammenwirkt, welches sich in radialer Richtung durch den in Strömungsrichtung gesehen ersten, statorseitigen Leitschaufelkranz der zweiten Turbine erstreckt. Im Falle eines Wellenbruchs trifft der in Strömungsrichtung gesehen letzte, rotorseitige Laufschaufelkranz der ersten Turbine auf das Betätigungselement auf, wobei dieses Auftreffen auf das Betätigungselement über das Übertragungselement auf ein Schaltelement übertragen wird, welches radial außen an einem Gehäuse der Gasturbine angeordnet ist.
Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung das Problem zu Grunde, eine neuartige Einrichtung zur Detektion eines Wellenbruchs an einer Gasturbine zu schaffen. Dieses Problem wird durch eine Einrichtung zur Detektion eines Wellenbruchs an einer Gasturbine im Sinne von Anspruch 1 gelöst. Im Sinne der Erfindung wird eine Einrichtung zur Detektion eines Wellenbruchs an einem Rotor einer Turbine einer Gasturbine vorgeschlagen, wobei stromabwärts der Turbine mindestens ein statorseitiges Sensorelement positioniert ist, und wobei bei einem Wellenbruch des Rotors der Turbine ein radial innenliegender Abschnitt eines in Strömungsrichtung gesehen letzten, rotorseitigen Laufschaufelkranzes der Turbine mit dem oder jedem Sensorelement direkt bzw. unmittelbar zusammenwirkt, um ein dem Wellenbruch entsprechendes, elektrisches Signal zu generieren. Mit der hier vorliegenden Erfindung wird eine effektive sowie konstruktiv relativ einfache Lösung vorgeschlagen, um einen Wellenbruch einer eine Turbine mit einem Verdichter verbindenden Welle zu detektieren.
Vorzugsweise verläuft der Abschnitt des oder jedes Sensorelements, mit welchen bei einem Wellenbrach der radial innenliegende Abschnitt des in Strömungsrichtung gesehen letzten, rotorseitigen Laufschaufelkranzes der Turbine zusammenwirkt, in einem radial innenliegenden Bereich eines Strömungskanals zwischen dem in Strömungsrichtung gesehen letzten, rotorseitigen Laufschaufelkranzes der Turbine und dem Stator unummantelt bzw. ungeschützt, wobei ein sich an diesen Abschnitt radial innen anschließender Abschnitt sowie ein sich an diesen Abschnitt radial außen anschließender Abschnitt des jeweiligen Sensorelements in einer Ausnehmung des Stators angeordnet und damit vom Stator ummantelt bzw. geschützt sind.
Die erfindungsgemäße Gasturbine ist in Patentanspruch 9 definiert.
Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird, ohne hierauf beschränkt zu sein, an Hand der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1 einen Ausschnitt aus einer erfmdungsgemäßen Gasturbine mit einer erfindungsgemäßen Einrichtung zur Detektion eines Wellenbruchs an einer Gasturbine nach einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer erfmdungsgemäßen Gasturbine, nämlich einem Flugtriebwerk, zwischen einem Rotor einer Mitteldruckturbine 10 und einem Stator einer Niederdruckturbine 11. Vom Rotor der Mitteldruckturbine 10 ist ein stromabwärtiger Abschnitt einer Laufschaufel 12 des in Strömungsrichtung (Pfeil 13) gesehen letzten Laufschaufelkranzes der Mitteldruckturbine 10 dargestellt. Vom Stator der Niederdruckturbine 11 ist ein eine Leitschaufel 14 des in Strömungsrichtung (Pfeil 13) gesehen ersten Leitschaufelkranzes der Niederdruckturbine 11 und ein Gehäuseabschnitt 15 gezeigt. Der in Strömungsrichtung gesehen erste bzw. vorderste Leitschaufelkranz der Niederdruckturbine 11 grenzt demnach an den in Strömungsrichtung gesehen letzten bzw. hintersten Laufschaufelkranz der Mitteldruckturbine 10 an. Stromaufwärts der Mitteldruckturbine 10 ist eine Hochdruckturbine positioniert.
Wie bereits erwähnt, sind bei derartigen Gasturbinen, die drei Turbinen sowie drei Verdichter aufweisen, die Rotoren von Hochdruckturbine sowie Hochdruckverdichter, Mitteldruckturbine sowie Mitteldruckverdichter sowie Niederdruckturbine und Niederdruckverdichter durch jeweils eine Welle miteinander verbunden, wobei diese drei Wellen sich einander konzentrisch umschließen und damit ineinander verschachtelt sind. Es liegt nun im Sinne der hier vorliegenden Erfindung, eine Einrichtung zur Detektion eines Wellenbruchs an einer Gasturbine bereitzustellen, die sich insbesondere zur Detektion eines Wellenbruchs der den Mitteldruckturbinenrotor mit dem Mitteldruckverdichterrotor verbindenden Welle eignet. Bricht nämlich diese Welle, so kann der Mitteldruckverdichter der Mitteldruckturbine keine Arbeit bzw. Leistung mehr entnehmen, was zu einem Überdrehen der Mitteldruckturbine fuhren kann. Da ein derartiges Überdrehen der Turbine zu schweren Beschädigungen des Flugtriebwerks fuhren kann, muss ein Wellenbruch sicher detektiert werden.
Im Bereich des in Strömungsrichtung gesehen ersten, statorseitigen Leitschaufelkranzes der Niederdruckturbine 11 ist mindestens ein Sensorelement 16 positioniert. Das oder jedes Sensorelement 16 wirkt zur Detektion eines Wellenbruchs mit einem radial innenliegenden Abschnitt 17 des in Strömungsrichtung (Pfeil 13) gesehen, letzten rotorseitigen Laufschaufelkranzes der Mitteldruckturbine 10 derart zusammen, dass bei einem Wellenbruch der in Strömungsrichtung gesehen hinterste bzw. letzte Laufschaufelkranz der Mitteldruckturbine 10 mit dem radial innenliegenden Abschnitt 17 das Sensorelement 16 direkt bzw. unmittelbar kontaktiert.
Das oder jedes Sensorelement 16 ist vorzugsweise als elektrischer Leiter ausgebildet, der bei einem Wellenbruch von dem radial innenliegenden Abschnitt 17 des in Strömungsrichtung gesehen letzten Laufschaufelkranzes der Mitteldruckturbine 10 durchtrennt wird, um so ein dem Wellenbruch entsprechendes elektrisches Signal zu generieren und an ein nicht- dargestelltes Schaltelement zu übertragen. In Folge der Druckverhältnisse in einer Turbine wird nämlich bei einem Wellenbruch der die Mitteldruckturbine 10 mit dem nicht- dargestellten Mitteldruckverdichter verbindenden Welle der Rotor der Mitteldruckturbine
10 in Strömungsrichtung (Pfeil 13) und damit in Richtung auf den ersten Leitschaufelkranz der Niederdruckturbine 11 bewegt. Das oder jedes als Leiter ausgebildete Sensorelement 16 wird dabei von dem radial innenliegenden Abschnitt 17 des in Strömungsrichtung gesehen letzten Laufschaufelkranzes der Mitteldruckturbine 10 durchtrennt. Der Abschnitt 17 ist als ein in Strömungsrichtung vorstehenden Vorsprung einer Schaufelplattform 18 der Laufschaufeln 12 des in Strömungsrichtung gesehen letzten Laufschaufelkranzes der Mitteldruckturbine 10 ausgebildet.
Das in Fig. 1 dargestellte Sensorelement 16 ist in einer als Bohrung ausgebildeten Ausnehmung 19 einer statorseitigen Leitschaufel 14 des in Strömungsrichtung gesehen vordersten Leitschaufelkranzes der Niederdruckturbine 11 geführt, wobei die Bohrung 19 sich im Wesentlichen in radialer Richtung der Leitschaufel 14 erstreckt und die Leitschaufel 14 geradlinig durchdringt. Der Sensor 16 ist von außen in die Bohrung 19 der Leitschaufel 14 einführbar sowie zu Wartungszwecken bzw. Reinigungszwecken aus der Bohrung 19 herausführbar. Das Sensorelement 16 bildet demnach eine Line Replaceable Unit, die ohne Demontage der Gasturbine zu Wartungsarbeiten von der Gasturbine deinstalliert sowie anschließend wieder installiert werden kann.
Gemäß Fig. 1 erstreckt sich das Sensorelement 16 in einen radial innen liegenden Bereich eines Strömungskanals hinein, der zwischen dem in Strömungsrichtung gesehen letzten, ro- torseitigen Laufschaufelkranz der Mitteldruckturbine 10 und dem in Strömungsrichtung gesehen ersten Leitschaufelkranz der Niederdruckturbine 11 ausgebildet ist. Ein Abschnitt 20 des Sensorelements 16, der bei einem Wellenbruch von dem radial innenliegenden Abschnitt 17 des in Strömungsrichtung gesehen letzten, rotorseitigen Laufschaufelkranzes der Mitteldruckturbine 10 direkt bzw. unmittelbar kontaktiert und dabei vorzugsweise durchtrennt wird, ist dabei im Strömungskanal unummantelt und damit ungeschützt einem möglichen Kontakt durch den Abschnitt 17 ausgesetzt.
Ein sich an diesen Abschnitt 20 des Sensorelements 16 radial innen anschließender Abschnitt 21 sowie ein sich an diesen Abschnitt 20 des Sensorelements 16 radial außen anschließender Abschnitt 22 sind hingegen in der Bohrung 19 der Leitschaufel 14 geführt und
demnach von der Leitschaufel 14 ummantelt und damit geschützt. Hierdurch wird gewährleistet, dass dann, wenn bei einem Wellenbruch der Abschnitt 17 der Laufschaufel 12 auf den Abschnitt 20 des Sensorelements 16 auftrifft, dieser Abschnitt 20 des Sensorelements 16 nicht lediglich abgeknickt sondern vom Abschnitt 17 der Laufschaufel 12 durchtrennt wird.
Wie bereits erwähnt, ist das oder jedes Sensorelement 16 vorzugsweise als elektrischer Leiter ausgeführt, wobei nach einer besonders bevorzugten Weiterbildung der hier vorliegenden Erfindung das oder jedes Sensorelement 16 als Thermoelement ausgebildet ist. Derartige Thermoelemente sind oxidationsbeständig, was insbesondere im Hinblick auf den Abschnitt 20 des Sensorelements 16, der im Strömungskanal unummantelt bzw. ungeschützt ist, vorteilhaft ist.
Wie bereits erwähnt, kann mit Hilfe des oder jedes Sensorelements 16 ein Wellenbruch insbesondere einer Niederdruckturbine dadurch detektiert werden, dass dann, wenn ein derartiger Wellenbruch stattfindet, der in Strömungsrichtung gesehen letzte, rotorseitige Laufschaufelkranz der Mitteldruckturbine 10 über den in Strömungsrichtung vorstehenden Abschnitt 17 den Abschnitt 20 des Sensorelements 16 durchtrennt. Ein entsprechendes, auf einen Wellenbruch hinweisendes Signal wird von dem Sensorelement 16 an eine nicht- dargestellte Steuerungseinrichtung übertragen, die abhängig hiervon eine Brennstoffzufuhr zu einer Brennkammer der Gasturbine unterbricht.
Mit der hier vorliegenden Erfindung wird eine Einrichtung zur Detektion eines Wellenbruchs an einem Rotor einer Gasturbine vorgeschlagen, wobei ein radial innenliegender Abschnitt eines in Strömungsrichtung gesehen letzten Laufschaufelkranzes der Turbine, die mit der hinsichtlich des Wellenbruchs zu überwachenden Welle verbunden ist, mit mindestens einem Sensorelement zusammenwirkt, welches einem Stator, insbesondere einem in Strömungsrichtung gesehen ersten Leitschaufelkranz einer stromabwärts positionierten Turbine, zugeordnet ist. Das oder jedes Sensorelement wird bei einem Wellenbruch von dem in Strömungsrichtung vorstehenden Abschnitt des in Strömungsrichtung gesehen letz-
ten Laufschaufelkranzes der Turbine, die mit der hinsichtlich des Wellenbruchs zu überwachenden Welle verbunden ist, durchschlagen bzw. durchtrennt.
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