Verfahren und Vorrichtung zum Erzeugen eines mehrkanaligen Beugungsbildes
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Erzeugen eines mehrkanaligen Beugungsbildes mit betrachtungsrichtungsabhängiger Zusatzinformation sowie einen mit einem derartigen Beugungsbild ausgestatteten Wertgegenstand.
Wertgegenstände, wie etwa Markenartikel oder Wertdokumente, werden zur Absicherung oft mit Sicherheitselementen versehen, die eine Überprüfung der Echtheit des Wertgegenstands gestatten und die zugleich als Schutz vor unerlaubter Reproduktion dienen. Wertgegenstände im Sinne der vorliegenden Erfindung sind insbesondere Banknoten, Aktien, Anleihen, Urkunden, Gutscheine, Schecks, hochwertige Eintrittskarten, aber auch andere fäl- schungsgefährdete Papiere, wie Pässe und sonstige Ausweisdokumente, sowie Produktsicherungselemente, wie Etiketten, Siegel, Verpackungen und dergleichen. Der Begriff „Wertgegenstand" schließt im Folgenden alle derartigen Gegenstände, Dokumente und Produktsicherungsmittel ein.
Aufgrund der leichten Verfügbarkeit und hohen Qualität der Reproduktionen, die mit modernen Farbkopiergeräten oder hochauflösenden Scannern in Verbindung mit guten Farbdruckern erstellt werden können, besteht ein Bedürfnis, die Fälschungssicherheit der betreffenden Sicherheitselemente zu erhöhen. Vielfach werden daher als Sicherheitselemente optisch variable Elemente eingesetzt, die dem Betrachter unter unterschiedlichen Betrachtungswinkeln einen unterschiedlichen Bildeindruck, beispielsweise einen unterschiedlichen Farbeindruck, vermitteln. Oft kommen auch Sicherheitselemente mit optischen Beugungsstrukturen, wie Hologrammen, ho- lographischen Gitterbildern und anderen hologrammähnlichen Beugungsstrukturen, zum Einsatz, die unter unterschiedlichen Betrachtungswinkeln
unterschiedliche Bilder rekonstruieren. Derartige betrachtungswinkelabhängige Effekte können mit normalen Kopier- oder Drucktechniken nicht reproduziert werden.
Die Druckschrift EP 1 197350 A2 zeigt und beschreibt ein spezielles Ausführungsbeispiel eines solchen beugungsoptischen Sicherheitselements, nämlich ein optisches Element für Wertdokumente, das ein zweikanaliges Hologramm zur Rekonstruktion holographischer Bilder aus verschiedenen Blickrichtungen aufweist. Jedes holographisch reproduzierte Bild, das nur unter einer Blickrichtung visuell zu erkennen ist, entspricht dabei einem Kanal. Den einzelnen Kanälen sind jeweils verschiedene Flächenbereiche des Hologramms zugeordnet. Der einem Kanal entsprechende Bereich des Hologramms kann in eine Vielzahl von Teilbereichen unterteilt sein. Diese Teilbereiche sind beispielsweise als schmale Streifen ausgeführt. Die zu verschie- denen Kanälen gehörenden Streifen werden dabei vorzugsweise alternierend angeordnet. Obgleich die jeweils zusammengehörenden Teilbereiche eines beugungsoptischen Bildes voneinander beabstandet sind, erzeugen sie unter dem vorgegebenen definierten Betrachtungswinkel für den Betrachter ein gemeinsames Beugungsbild. In den streifenförmigen Teilbereichen werden vorzugsweise mithilfe eines Lasers Unterbereiche so verändert, dass sie an der Bildrekonstruktion nicht mehr teilnehmen und vor dem holographischen Hintergrund eine erste oder zweite Information darstellen.
Um einen solchen Effekt zu erzielen, ist es erforderlich, die mit dem Laser erzeugten Informationen sehr exakt in die jeweils zu einem Kanal gehörenden Teilbereiche bzw. Streifen einzubringen. Dies bedeutet, dass während des Laserbeschriftungsverfahrens zunächst festgestellt werden muss, zu welchem der Kanäle der aktuell zur Beschriftung anstehende Streifen gehört. Dies geschieht durch Überprüfen der Richtung, in welche einfallendes Licht
gebeugt und damit ein holographisches Bild rekonstruiert wird. Die Überprüfung erfolgt beispielsweise mittels fokussierter Leuchtdioden als Lichtquellen und optischen Detektoren, wie etwa einer Kamera, zur Bestimmung des zugehörigen Betrachtungswinkels. Ein derartiges Verfahren ist sehr auf- wändig, wobei der apparative Aufwand und die erforderliche Präzision zudem mit der Feinheit der Teilbereiche, in die die einzelnen Kanäle räumlich aufgelöst werden, zunimmt. Für die Herstellung großer Stückzahlen ist dieses Verfahren daher nur wenig geeignet.
Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Verfahren bzw. eine gattungsgemäße Vorrichtung anzugeben, die die Nachteile des Stands der Technik vermeiden. Insbesondere sollen die betrachtungsrichtungsabhängigen Zusatzinformationen zuverlässig und mit vertretbarem apparativem Aufwand in ein mehrkanaliges Beugungsbild ein- geschrieben werden können.
Diese Aufgabe wird durch das Verfahren mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst. Eine zugehörige Vorrichtung sowie ein mit einem mehrkana- ligen Beugungsbild ausgestatteter Wertgegenstand sind in den nebengeord- neten Ansprüchen angegeben. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Gemäß der Erfindung enthält ein Verfahren zum Erzeugen eines mehrkana- ligen Beugungsbildes mit betrachtungsrichtungsabhängiger Zusatzinforma- tion die Verfahrensschritte:
a) Bereitstellen eines mehrkanaligen Beugungsbildes, das unter bestimmten Beobachtungsbedingungen beugungsoptische Bilder in verschiedene Betrachtungsrichtungen rekonstruiert, und bei dem die beu-
gungsoptischen Informationen für die verschiedenen Betrachtungsrichtungen in verschiedenen, dem jeweiligen Kanal zugeordneten Bildbereichen des Beugungsbildes abgelegt sind,
b) Einbringen betrachtungsrichtungsabhängiger Zusatzinformation mit einem Schreiblaserstrahl eines Beschriftungslasers in zumindest einen Kanal des mehrkanaligen Beugungsbildes durch lokale laserinduzierte Veränderung der optischen Eigenschaften des Beugungsbildes in den Bildbereichen, die dem mit der Zusatzinformation zu beschriften- den Kanal zugeordnet sind, wobei
c) die Erkennung der dem zu beschriftenden Kanal zugeordneten Bildbereiche durch einen Erkennungslaserstrahl im Strahlengang des Beschriftungslasers vorgenommen wird.
Indem der Schreiblaserstrahl und der Erkennungslaserstrahl im selben Strahlengang geführt werden, ist sichergestellt, dass stets der aktuell zu beschreibende Bildbereich vom Erkennungslaserstrahl erfasst wird. Eine Dejustie- rung von Erkennungs- und Schreibstrahl ist nicht möglich. Auf eine aufwän- dige Identifizierung des zu beschreibenden Bildbereichs mittels spezieller Kameraeinheiten kann verzichtet werden, so dass sich ein besonders einfaches Erkennungsverfahren ergibt.
Bevorzugt werden mit dem Erkennungslaserstrahl die lokalen Refraktionsei- genschaften des mehrkanaligen Beugungsbildes abgefragt. Auf Grundlage der abgefragten Eigenschaften kann dann festgestellt werden, zu welchem Kanal der vom Beschriftungslaser aktuell erfasste Bildbereich gehört und ob für diesen Kanal einzuschreibende Zusatzinformation vorgesehen ist.
Die von dem Beugungsbild abgelenkte Erkennungslaserstrahlung wird vorteilhaft mit einem oder mehreren in den Betrachtungsrichtungen des Beugungsbildes angeordneten Detektoren erfasst.
In einer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass die Bildbereiche des mehrkanaligen Beugungsbilds mit dem Erkennungslaserstrahl abgerastert und erkannt werden, und dass diejenigen Bildbereiche, die einem zu beschriftenden Kanal zugeordnet sind, mit dem Schreiblaserstrahl mit der entsprechenden betrachtungsrichtungsabhängigen Zusatzinformation versehen werden.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird die Beschriftung mit der Zusatzinformation mit gepulster Schreiblaserstrahlung durchgeführt. Dabei wird ein zwischen zwei Laserpulsen des Beschriftungslasers emittierter Restlaserstrahl kleiner Intensität als Erkennungslaserstrahl zur Erkennung der dem zu beschriftenden Kanal zugeordneten Bildbereiche verwendet. Die betrachtungsrichtungsabhängige Zusatzinformation liegt vorzugsweise als Rasterbild aus einer Mehrzahl von Bildpunkten vor, wobei die Bildpunkte des Rasterbilds durch den gepulsten Schreiblaserstahl in die Bildbereiche des zu beschriftenden Kanals eingebracht werden.
Das Verhältnis des zeitlichen Abstands der Laserpulse zur Pulsdauer ist zweckmäßig größer als 5:1, bevorzugt größer als 10:1, besonders bevorzugt größer als 100:1 oder sogar größer als 500:1. Zwischen aufeinander folgenden Laserpulsen steht dann ein großes Zeitfenster zur Verfügung, in dem nur der Erkennungslaserstrahl emittiert wird. Dadurch ist selbst nach einer erfolgten Sättigung der Detektoren, die zur Vereinfachung des Systemaufbaus möglichst immer offen bleiben sollten, ausreichend Zeit zum Abklingen eventuell erzeugter Störsignale in den Detektoren gegeben.
Der Beschriftungslaser wird vorzugsweise gütegeschaltet betrieben. Insbesondere kann mit Vorteil eine analoge Güteschaltungssteuerung zur präzisen Kontrolle des Restlaserstrahls zum Einsatz kommen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens sind Maßnahmen vorgesehen, um die durch den Intensitätsunterschied zwischen Schreiblaserstrahl und Erkennungslaserstrahl in den Detektoren hervorgerufenen Signalunterschiede korrekt zu berücksichtigen. Insbesondere können der Intensitätsunterschied zwischen Schreiblaserstrahl und Erkennungslaserstrahl, das Ver- hältnis des zeitlichen Abstands der Laserpulse zur Pulsdauer und die Auslegung der Detektoren so aufeinander abgestimmt werden, dass die Detektoren während des Betriebs nicht in den Sättigungsbereich gelangen. In diesem Fall kann ein Differenzsignal von zwei oder mehr Detektoren zur Auswertung kommen, was eine sehr feine Unterscheidung der Art des im Fokus des Erkennungslaserstrahls liegenden Bildbereichs ermöglicht.
In manchen Verfahrensvarianten kann es vorteilhaft sein, wenn der Erkennungslaserstrahl polarisiert, vorzugsweise linear polarisiert ist. Oft wird dadurch ein höheres Signal-Rausch- Verhältnis erzielt. Bei geeigneten Beu- gungsbildern können jedoch, insbesondere wenn das Differenzsignal von zwei Detektoren ausgewertet werden kann, auch ohne Polarisierung ausreichend hohe Signal-Rausch- Verhältnisse erreicht werden.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass der Erken- nungslaserstrahl Datensätze für die einzubringende Zusatzinformation zuordnet und entsprechende Schreibimpulse steuert.
In einer vorteilhaften Erfindungsvariante wird die Strahlung des Beschriftungslasers zum Einbringen der Zusatzinformation in einer oder zwei Di-
mensionen abgelenkt, vorzugsweise mittels eines Polygonrads oder eines Galvanospiegels. Wird die Strahlung in zwei Dimensionen abgelenkt, kann das Beugungsbild ohne weitere Transportbewegungen des Datenträgers vollständig erf asst und beschrieben werden.
Eine besonders einfache Verfahrensführung ergibt sich, wenn die Bildbereiche des Beugungsbilds in Form nebeneinander liegender Streifen vorliegen, und das Beugungsbild zur Beschriftung senkrecht zur Streifenausdehnung transportiert wird. Um die zweite Raumrichtung abzudecken, kann die Strahlung des Beschriftungslasers in diesem Fall in Streifenausdehnung abgelenkt werden, vorzugsweise mittels eines Polygonrads oder eines Galvanospiegels. Die Streifen des Beugungsbildes weisen bei dieser Variante zweckmäßig eine Breite zwischen 10 und 500 μm, bevorzugt zwischen 20 und 100 μm auf. Die Aufteilung des Beugungsbildes in parallele Streifen stellt allerdings nur eine von vielen möglichen Geometrien dar.
In einer konkreten Ausgestaltung weist das Beugungsbild zwei durch alternierend angeordnete Streifengruppen gebildete Kanäle auf, die zwei beugungsoptische Bilder in zwei senkrecht zur Streifenausdehnung liegende Betrachtungsrichtungen rekonstruiert. Vorzugsweise sind die beiden Betrachtungsrichtungen symmetrisch zur Flächennormalen des Beugungsbildes angeordnet.
Wird die Strahlung des Beschriftungslasers polarisiert, so bietet sich an, die Polarisationsrichtung des Erkennungslaserstrahls senkrecht zur Streifenausdehnung zu wählen.
Die Erfindung umfasst auch einen Wertgegenstand, insbesondere einen Datenträger oder ein Sicherheitselement, zum Aufbringen auf einen Datenträ-
ger, mit einem nach einem oben beschriebenen Verfahren erzeugten mehr- kanaligen Beugungsbild. Vorzugsweise liegen die Bildbereiche des Beugungsbilds dabei in Form nebeneinander liegender Streifen vor, die insbesondere eine Breite zwischen 10 und 500 μm, bevorzugt zwischen 20 und 100 μm aufweisen. Die betrachtungsrichtungsabhängige Zusatzinformation liegt mit Vorteil als Rasterbild aus einer Mehrzahl von Bildpunkten vor, wobei die Rasterbilder für die verschiedenen Betrachtungsrichtungen zweckmäßig dieselbe Größe in Bildpunkten aufweisen.
Die Erfindung stellt auch eine Vorrichtung zur Durchführung der oben beschriebenen Verfahren bereit. Eine derartige Vorrichtung enthält einen Beschriftungslaser zum Einbringen der Zusatzinformation mit einem Schreiblaserstrahl des Beschriftungslasers in zumindest einen Kanal des mehrkanali- gen Beugungsbildes sowie Erkennungsmittel zur Erkennung der dem zu be- schriftenden Kanal zugeordneten Bildbereiche mithilfe eines im Strahlengang des Beschriftungslasers geführten Erkennungslaserstrahls.
Die Erkennungsmittel umfassen mit Vorteil einen oder mehrere Detektoren zur Erfassung der vom Beugungsbild abgelenkten Laserstrahlung, die in ei- ner oder mehreren der Betrachtungsrichtungen des Beugungsbildes angeordnet sind.
Als Beschriftungslaser wird bevorzugt ein gepulster Laser eingesetzt, der zwischen zwei als Schreiblaserstrahlung verwendeten Laserpulsen einen Restlaserstrahl kleiner Intensität als Erkennungslaserstrahl emittiert. Das Verhältnis des zeitlichen Abstands der Laserpulse zur Pulsdauer ist vorzugsweise größer als 5:1, bevorzugt größer als 10:1, besonders bevorzugt größer als 100:1 oder sogar größer als 500:1. Der Beschriftungslaser ist vorzugsweise gütegeschaltet und zur präzisen Kontrolle des Restlaserstrahls mit
einer analogen Güteschaltungssteuerung ausgestattet. Um mit polarisierter Laserstrahlung zu arbeiten, kann weiter ein Polarisationsfilter vorgesehen sein. Darüber hinaus kann die Beschriftungsvorrichtung ein Polygonrad oder einen Galvano-Spiegel zur Ablenkung der Laserstrahlung des Beschriftungs- lasers enthalten.
Weitere Ausführungsbeispiele sowie Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand der Figuren erläutert, bei deren Darstellung auf eine maß- stabs- und proportionsgetreue Wiedergabe verzichtet wurde, um die An- schaulichkeit zu erhöhen.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Banknote mit einem mehr- kanaligen Beugungsbild nach einem Ausführungsbeispiel der
Erfindung,
Fig. 2 einen Ausschnitt des mehrkanaligen Beugungsbilds von Fig. 1 in Aufsicht,
Fig. 3 ein zweikanaliges Beugungsbild, das unter einer erfindungsgemäßen Beschriftungsvorrichtung zum Einbringen betrach- tungsrichtungsabhängiger Zusatzinformationen geführt wird,
Fig. 4 in (a) bis (e) schematisch die zeitlichen Signalverläufe an der
Übergangsstelle zweier unterschiedlicher Bildbereiche beim Einbringen der Zusatzinformationen, und
Fig. 5 eine gegenüber der Ansicht von Fig. 2 um 90° gedrehte Detaildarstellung des mehrkanaligen Beugungsbilds von Fig. 1 in Aufsicht.
Die Erfindung wird nun am Beispiel einer Banknote erläutert. Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Banknote 10, die auf ihrer Vorderseite mit einem erfindungsgemäßen mehrkanaligen Beugungsbild 12 versehen ist.
Wie nachfolgend genauer erläutert, rekonstruiert das Beugungsbild 12 zwei typischerweise unterschiedliche beugungsoptische Bilder in zwei verschiedene Betrachtungsrichtungen, weist also zwei Betrachtungskanäle auf. Die Richtungen, aus denen die beiden beugungsoptischen Bilder bei senkrechtem Lichteinfall erkennbar sind, sind in Fig. 1 mit L (links) und R (rechts) bezeichnet. Vom Betrachter werden die beiden Bilder typischerweise bei feststehendem Betrachtungspunkt durch Kippen der Banknote 10 abwechselnd sichtbar gemacht. Es versteht sich, dass das Beugungsbild 12 auch für andere als die gezeigten Betrachtungsrichtungen ausgelegt sein kann oder dass mehr als zwei Betrachtungskanäle vorgesehen sein können.
In jedes der rekonstruierten Bilder ist zusätzlich zu dem holographischen Grundmotiv nachträglich eine weitere Information eingebracht, die wie das Grundmotiv nur aus der jeweiligen Betrachtungsrichtung L oder R erkennbar ist. Die Zusatzinformation kann insondere eine die Banknote 10 oder die Banknotenserie individualisierende Kennung darstellen. Beispielsweise kann es sich bei den Zusatzinformationen um eine banknotenspezifische Seriennummer für die Betrachtungsrichtungen L und um ein serienspezifisches Bildmotiv für die Betrachtungsrichtungen R handeln.
Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt des Beugungsbilds 12 von Fig. 1 in schemati- scher Darstellung in Aufsicht. Das Beugungsbild 12 enthält einen ersten Hologrammbereich 20, der bei Betrachtung aus der Betrachtungsrichtung L das erste beugungsoptische Bild rekonstruiert und einen zweiten Hologrammbe- reich 22, der das zweite beugungsoptische Bild bei Betrachtung aus der Betrachtungsrichtung R rekonstruiert. Die Hologrammbereiche 20 und 22 sind jeweils durch eine Mehrzahl alternierend angeordneter schmaler Streifen 24 bzw. 26 gebildet, die im Ausführungsbeispiel lediglich eine Breite von etwa 50 μm aufweisen und somit mit bloßem Auge nicht aufgelöst werden kön- nen.
Bei schräger Betrachtung von links (aus Richtung L) tragen nur die Streifen 24 zur Rekonstruktion eines beugungsoptischen Bildes bei und der Betrachter nimmt das erste Hologramm 20 war. Bei schräger Betrachtung von rechts (aus Richtung R) tragen dagegen nur die Streifen 26 zur Rekonstruktion eines beugungsoptischen Bildes bei, so dass der der Betrachter das zweite Hologramm 22 wahrnimmt. Aufgrund der geringen Breite der Streifen 24, 26 und ihres geringen Abstands treten die beiden Hologramme 20, 22 für den Betrachter jeweils ohne Unterbrechung in Erscheinung.
Zusätzlich zu den Hologrammen 20 und 22 enthält das Beugungsbild 12 be- trachtungsrichtungsabhängige Zusatzinformationen 30 und 32, die jeweils nur aus der Betrachtungsrichtung L oder R des zugehörigen Hologramms erkennbar sind. Die Zusatzinformationen 30 und 32 sind durch in den jewei- ligen Streifen 24 bzw. 26 angeordnete Gebiete 34 bzw. 36 gebildet, in denen die optischen Eigenschaften des Beugungsbilds 12 durch Lasereinwirkung lokal verändert sind, so dass sich die Gebiete 34, 36 bei Betrachtung aus Richtung L oder R vor dem Hintergrund der Hologramme 20 bzw. 22 visuell abheben.
Im Ausführungsbeispiel sind die Gebiete 34, 36 durch eine lokale laserinduzierte Modifikation der Metallisierungsschicht der Hologramme 20, 22 erzeugt. Die Modifikation kann beispielsweise in einem lokalen Materialabtrag der Metallisierungsschicht oder in einer lokalen Umwandlung der Metallisie- rungsschicht in eine transparente Modifikation bestehen. Es ist auch eine Farbveränderung bis hin zur lokalen Schwärzung des Folienmaterials möglich. Die Gebiete 34, 36 tragen dann zur Bildrekonstruktion in die Betrachtungsrichtung der Hologramme 20 bzw. 22 nicht mehr bei und bilden so Fehlstellen in den rekonstruierten Hologrammen.
Der Informationsgehalt der Gebiete 34, 36 tritt für den Betrachter als kontrastierende, dunkel erscheinende Zusatzinformation 30 bzw. 32 vor dem Hintergrund der hellen Hologrammbilder hervor. Im Ausführungsbeispiel, in dem die Metallschicht mit dem Laser entfernt bzw. transparent gemacht wird, enthält das Beugungsbild 12 unterhalb der Metallisierungsschicht der Hologramme 20, 22 eine weitere Metallschicht, vorzugsweise mit derselben Farbe bzw. mit demselben optischen Erscheinungsbild. Bei Betrachtung des Beugungsbilds 12 aus einer anderen Richtung als den ausgezeichneten Betrachtungsrichtungen L und R erscheinen dann die Metallisierungsschicht der Hologramme und die durch die ausgesparten oder transparenten Gebiete 34, 36 hindurch sichtbare weitere Metallschicht als homogene und strukturlose, metallisch glänzende Fläche, so dass die Zusatzinformationen 30 und 32 nicht zu erkennen sind.
Um die Gebiete 34 und 36 in die zugehörigen Streifen 24 bzw. 26 einbringen zu können, muss beim Beschreiben des Beugungsbilds 12 mit der Zusatzinformation festgestellt werden, ob der aktuell zu beschreibende Streifen zum links rekonstruierenden Hologramm 20 oder zum rechts rekonstruierenden Hologramm 22 gehört. Diese Streifenerkennung erfolgt erfindungsgemäß mit
dem nachfolgend mit Bezug auf die Figuren 3 und 4 beschriebenen Verfahren.
Fig. 3 zeigt ein noch auf einem Bogen angeordnetes zweikanaliges Beu- gungsbild 40, das in Transportrichtung 42 unter einer Beschriftungsvorrichtung 50 zum Einbringen der betrachtungsrichtungsabhängigen Zusatzinformation entlanggeführt wird. Das Beugungsbild 40 enthält wie das oben beschriebene Beugungsbild 12 zwei Hologramme, die von alternierend angeordneten Streifen 46, 48 in eine Betrachtungsrichtung L (Links) bzw. eine Be- trachtungsrichtung R (Rechts) rekonstruiert werden.
Die beiden Hologramme des Beugungsbilds 40 sollen mit zwei betrachtungs- richtungsabhängigen Zusatzinformationen 66 und 68 versehen werden und zwar dergestalt, dass die erste Zusatzinformation 66, im Ausführungsbei- spiel die Kennungsnummer „2718", nur in dem aus der Betrachtungsrichtung L sichtbaren Hologramm und die zweite Zusatzinformation 68, im Ausführungsbeispiel ein stilisiertes Portrait, nur in dem aus der Betrachtungsrichtung R sichtbaren Hologramm erkennbar ist. Die beiden Zusatzinformationen liegen im Ausführungsbeispiel als Rasterbilder aus einer Mehrzahl von Bildpunkten vor, wobei die Größe der beiden Rasterbilder in Bildpunkten identisch ist.
Zum Einbringen der Zusatzinformationen 66, 68 erzeugt ein gütegeschalteter Beschriftungslaser 52 gepulste Laserstrahlung, im Ausführungsbeispiel mit einer Pulsbreite W zwischen 20 und 60 ns und einer Wiederholfrequenz von 20 kHz, wie in Fig. 4(a) schematisch dargestellt. Durch eine analoge Gütesteuerung, die in die Steuereinheit 54 der Beschriftungsvorrichtung 50 integriert ist, kann erreicht werden, dass die Laserleistung des Beschriftungslasers 52 zwischen den einzelnen Laserpulsen 70 nicht auf Null zurückgeht, son-
dern dass eine präzise kontrollierbare Restlaserstrahlung 72 emittiert wird, wie in Fig. 4(a) gezeigt. Das Verhältnis des zeitlichen Abstands der Laserpulse ΔT zur Pulsdauer W beträgt bei den oben angegebenen Parametern etwa 1000 : 1, so dass zwischen aufeinander folgenden Laserpulsen 70 jeweils ein großes Zeitfenster zur Verfügung steht, in dem nur die Restlaserstrahlung 72 emittiert wird.
Wieder mit Bezug auf Fig. 3 wird die Laserstrahlung 56 des Beschriftungslasers 52 über eine Umlenk- und Ablenkeinheit 58, die der Ablenkung des La- serstrahls senkrecht zur Transportrichtung 42 des Bogens dient, auf die Oberfläche des Beugungsbilds 40 fokussiert und die vom Beugungsbild 40 zurückgeworfene Strahlung mit zwei in den Betrachtungsrichtungen L und R des Beugungsbildes angeordneten Detektoren 60 und 62 erfasst.
Die von den Detektoren 60, 62 erfassten Signale werden der Steuereinheit 54 zugeführt, die auf Grundlage der zugeführten Signale feststellt, ob gegenwärtig ein Streifen 46 des links rekonstruierenden Hologramms oder ein Streifen 48 des rechts rekonstruierenden Hologramms im Fokus des Beschriftungslasers 52 liegt.
Fig. 4 zeigt dazu schematisch die Detektorsignale des Detektors 60 für die Betrachtungsrichtung L (Fig. 4(b)) und des Detektors 62 für die Betrachtungsrichtung R (Fig. 4(c)). Beim Auftreffen eines Laserpulses 70 auf dem Beugungsbild 40 registrieren beide Detektoren starke Reflexionssignale 74. Auch unmittelbar nach einem Laserpuls sind noch „elektrische Verschmutzungen" 76 der Detektorsignale zu beobachten. Diese Signalkomponenten können zum einen von der Erholungszeit der Detektoren nach dem Erfassen des intensiven Laserpulsreflexes herrühren, aber auch durch Einkopplungen aus der Steuerungselektronik verursacht sein. In den Figuren 4(b) und (c) ist
die Wirkung dieser Effekte zur Illustration übertrieben dargestellt. Insbesondere durch geeignete Auslegung der Beschriftungsvorrichtung 50 kann der störende Einfluss der genannten Effekte gering gehalten werden.
Die Detektorantwort geht auch in dem Zeitfenster ΔT zwischen benachbarten Laserpulsen nicht auf Null zurück, da in diesem Zeitraum die als Erkennungslaserstrahl emittierte Restlaserstrahlung 72 von dem Beugungsbild 40 reflektiert wird und zu Ruhesignalen 78 der Detektoren 60, 62 führt. Die Größe dieser Ruhesignale 78 ändert sich beim Übergang von einem Streifen 48 auf einen Streifen 46 oder umgekehrt (beispielsweise zum Zeitpunkt fe in Fig. 4) jeweils signifikant, da sich die Beugungseffizienz der beiden Streifenarten in die Betrachtungsrichtungen L bzw. R aufgrund der Auslegung des Beugungsbildes 40 deutlich unterscheidet.
Der Änderung der Ruhesignale 78, der jeweiligen Ruhepegel oder die Differenz der Ruhepegel kann von der Steuereinheit 54 verwendet werden, um die Art des gegenwärtig im Fokus liegenden Streifens zu bestimmen. Im Ausführungsbeispiel werden die Detektorsignale jeweils in einem Auswertungszeitfenster 80 (Fig. 4(d)) ausgewertet, das jeweils kurz vor die Erzeu- gung des nachfolgenden Laserpulses gelegt wird. Dadurch ist sichergestellt, dass das Detektorsignal zum einen möglichst wenig von den oben angesprochenen Störungen beeinflusst wird, und dass zum anderen die vorliegende Streifenart für den nachfolgenden Laserpuls korrekt bestimmt ist.
Nach der Auswertung der Detektorsignale wählt die Steuereinheit 54 schließlich auf Grundlage der ermittelten Streifenart den passenden Datensatz der beiden Zusatzinformationen 66 oder 68 sowie die aktuell zu schreibende Bildinformation aus und steuert die Pulsleistung des Beschriftungslasers 52 für den nächsten Laserpuls entsprechend an.
Beispielsweise wird in dem in Fig. 4 gezeigten Zeitausschnitt mit dem ersten Laserpuls 70 zum Zeitpunkt to ein Bildpunkt der Zusatzinformation 68 für das rechts rekonstruierende Hologramm in einen Streifen 48 geschrieben, der Status der Beschriftungssteuerung steht auf „Zusatzinformation rechts" (Fig. 4(e), Bezugszeichen 82).
Nach dem Abklingen eventueller Störsignale 76 werden zu einem Zeitpunkt ti die Detektoren 60 und 62 abgefragt. Die Auswertung der Detektorantwort ergibt keine Änderung der Streifenart, so dass der Status der Beschriftungs- Steuerung auf „Zusatzinformation rechts" verbleibt und der nächste Laserpuls 70 zum Zeitpunkt t2 einen weiteren Bildpunkt der Zusatzinformation 68 schreibt.
Zum Zeitpunkt te wechselt, wie oben beschrieben, der Fokus des Laserstrahls von einem Streifen 48 des rechts rekonstruierenden Hologramms in einen Streifen 46 des links rekonstruierenden Hologramms. Diese Änderung wird im nächsten Auswertungszeitfenster (Zeitpunkt U) bei der Auswertung der Ruhepegel 78 der beiden Detektoren festgestellt und der Status der Beschriftungssteuerung entsprechend auf „Zusatzinformation links" umgeschaltet (Bezugszeichen 84 in Fig. 4(e)). Der nachfolgende Laserpuls 70 zum Zeitpunkt t5 schreibt dann einen Bildpunkt der Zusatzinformation 66 für das links rekonstruierende Hologramm in einen Streifen 46. Auch die weiteren Laserpulse schreiben jeweils Bildpunkte der Zusatzinformation 66, bis zu einem späteren Zeitpunkt ein Übergang in einen Streifen 48 erfasst wird, woraufhin der Status der Beschriftungssteuerung wieder auf „Zusatzinformation rechts" umgeschaltet wird.
In Fig. 4 ist ein Streifenübergang dargestellt, der etwa in der Mitte zwischen zwei Laserpulsen verläuft. In der Praxis kann der Übergang selbstverständ-
lich zu jedem Zeitpunkt erfolgen, also auch während eines Laserpulses 70. Eventuelle Fehler können dabei sehr klein gemacht oder ganz vermieden werden, wenn mehrere oder sogar viele Laserpulse pro Streifen vorgesehen sind und das Auswertungszeitfenster 80 möglichst nahe an den nachf olgen- den Laserpuls gelegt wird.
Um ein höheres Signal-Rausch- Verhältnis zu erhalten, kann die Laserstrahlung polarisiert werden, beispielsweise entlang der in Fig. 3 gezeigten Polarisationsrichtung 55. Die Polarisierung kann etwa durch einen in der Reso- nanzstrecke angeordneten Polfilter erfolgen.
Fig. 5 zeigt eine gegenüber der Ansicht von Fig. 2 um 90° gedrehte Detaildarstellung aus dem Beugungsbild 12, und stellt die einzelnen Bildpunkte 90 eines in einem Streifen 24 des links rekonstruierenden Hologramms 20 ange- ordneten Gebietes 34 dar. Die Pfeile 92 zeigen die Richtung der Ablenkung durch die Umlenk- und Ablenkeinheit 58 parallel zur Ausdehnung der Streifen 24 an, durch welche einzelne Scanzeilen aus einer Mehrzahl von Bildpunkten erzeugt werden.
Der Vorschub zwischen den einzelnen Scanzeilen in Richtung 94 erfolgt durch den Transport des Bogens, wie in Fig. 3 gezeigt. Es hat sich als günstig herausgestellt, wenn 5 bis 10 derartige Scanzeilen pro Streifen 24 bzw. 26 geschrieben werden. Während die Bildpunkte 90 in Fig. 5 alle schwarz dargestellt sind, versteht es sich, dass die Bildpunkte in der Praxis entsprechend der darzustellenden Zusatzinformation gesetzt sind. Dabei kommt sowohl eine reine Schwarz- Weiß-Darstellung, als auch eine Halbtondarstellung in Betracht, wie sie beispielsweise durch graduell geringere oder weitergehende Zerstörung oder Modifikation der Metallisierungsschicht des Beugungsbilds erreicht werden kann.
Versuche haben außerdem gezeigt, dass der Kontrast der mit dem Laser eingebrachten Informationen zunimmt, wenn die „Laserpunkte" den Streifen in der Breite bzw. Höhe voll ausfüllen. Im Zweifelsfall ist es besser, wenn die Nachbarstreifen im Grenzbereich noch mitbeschriftet werden, als wenn Restbereiche des betroffenen Streifens übrig bleiben.