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Vorrichtung zum Ausgeben von Heilmitteln mit einer Reihe von Behältern
für die verschiedenen zu benutzenden Heilmittel Die Selbstbehandlung von Krankheiten
hat sich in weiten Volkskreisen eingebürgert. Mag die dazu erwählte Heilweise noch
so gut sein, immer ist der erhoffte Erfolg von der richtigen Wahl der Heilmittel
und deren Verabreichung abhängig. Hier wirkt besonders erschwerend, daß die einschlägige
Literatur meistens versucht, die Heilmittelwahl nach Krankheitsnamen zu ermöglichen,
was aber voraussetzt, daß Krankheiten richtig erkannt und benannt werden. Man ist
auch schon dazu übergegangen, die Heilmittelwahl von den Erscheinungen, die jede
Krankheit begleiten, abzuleiten. Der umfangreiche Inhalt derartiger Literatur bringt
es aber mit sich, daß Krankheitserscheinungen übersehen werden und unberücksichtigt
bleiben.
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Zur Verabreichung von Heilmitteln gibt es schon Vorrichtungen verschiedener
Art, insbesondere auch solche mit einer Reihe von Behältern für die verschiedenen
zu benutzenden Heilmittel, z. B. Tabletten, aus denen letztere durch einen besonderen
Verteiler in richtiger Zahl und Reihenfolge abgegeben werden. Die bekannten Vorrichtungen
setzen jedoch eine bereits getroffene Mittelwahl voraus und ermöglichen auch nur
eine Art der Dosierung und Reihenfolge.
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Die Wahl der Heilmittel und deren Verabreichung den vorhandenen Krankheitserscheinungen
anzupassen, ist der Zweck des Erfindungsgegenstandes. Nach der Erfindung werden
die Austrittsöffnungen der Behälter für die zu benutzenden Heilmittel, welche zwecks
Mischung der Heilmittel in einen gemeinsamen Auslaufkanal münden, durch Einstellvorrichtungen
gesteuert, die an Hand von Tabellen bedient werden.
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Dem Ausführungsbeispiel ist als Heilweise die Biochemie zugrunde gelegt.
In den Darstellungen zeigen: Abb. t einen Aufriß der Vorrichtung bei geöffnet gedachter
Deckelwand a (unsichtbare Teile nur teilweise gezeichnet), Abb. z einen Grundriß
bei geöffnet Bedachter Deckelwand (unsichtbare Teile nur teilweise gezeichnet),
Abb.3 einen Schnitt nach derLinieA-B-C-D der Abb, a, wobei übersichtshalber nur
der geschnittene Heilmittelbehälter p1 ausgezeichnet ist, während von den im Vordergrund
sich zeigenden Heilmittelbehältern nur pll eingezeichnet ist.
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Abb. ¢ einen Schnitt durch den Einstellmechanismus :in vergrößerter
Darstellung. Beim Gebrauch wird der dargestellte Erfindungsgegenstand in eine solche
Lage gebracht, daß die schräge Deckelwand a dem Beschauer zugewendet ist. Diese
Deckelwand a wird am rechten Seitenteil a1 erfaßt und um den Drehpunkt b geschwenkt,
so daß sie in waagerechter Lage vor den Beschauer zu liegen kommt. Nun ist der Gegenstand
gebrauchsfertig; die Tabellenplatte c ist sichtbar, und die Drehknöpfe k1 bis k11
sind seitlich zugänglich. Hinter der Tabellenplatte c liegen
noch
weitere fünf Tabellenplatten d, e, f, g, h, die alle aufeinander in der durch
den Winkel n begrenzten Schräglage ruhen und einzeln um die Drehpunkte i auf die
geöffnete Deckelwand geklappt werden können. Alle sechs Tabellenplatten sind auf
der dem Beschauer zugewendeten Seite in elf gleiche Längsteile i bis i i unterteilt,
die den in vorliegendem Falle angenommenen elf wichtigsten biochemischen Heilmitteln
entsprechen. Zweckmäßig werden diese Längsteilungen in verschiedenen Farbtönungen
gehalten, um die Einprägung der einzelnen Wirkungen der Mittel zu erleichtern und
Verwechslungen der einzelnen Längsteilungen vorzubeugen. Die Farbtönung der Längsteilungen
ist bei allen sechs Tabellenplatten c, d, e, f, g, 1a gleich gewählt; es
ist also der Längsteil i auf allen Tabellenplatten (,es können natürlich auch mehr
oder weniger Tabellenplatten Verwendung finden) z. B. rot, der Längsteil a z. B.
auf allen Tabellenplatten gelb usw. In diesen farbigen Längsteilungen i bis i i
sind in übersichtlicher Schrift die Bezeichnungen der zahlreichen Krankheitserscheinungen
eingetragen, die zur Wahl der Heilmittel erforderlich sind, und zwar so, daß sich
die Eintragungen aller Längsteilungen i z.B. auf die Wirkungsweise des Mittels rot,
die aller Längsteilungen z z. B. auf die Wirkungsweise des Mittels gelb usw. beziehen.
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Den Tabellenlängsteilungen i bis i i sind die Drehknöpfe k1 bis k11
in den Führungen l zugeordnet; diese Drehknöpfe werden zweckmäßig ebenfalls in der
Farbe der zugehörigen Längsteilungen gehalten, damit ein Drehen am falschen Drehknopf
verhindert wird.
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Soll irgendeine Krankheitsstörung behandelt werden, so werden die
kurz und übersichtlich gehaltenen Inschriften der sechs Tabellenplatten nacheinander
durchgelesen; zu diesem Zweck können letztere um die Drehpunkte i gewendet werden.
Durch dieses Verfahren wird zwangsläufig auf alle Krankheitserscheinungen aufmerksam
gemacht, die man sonst teilweise übersehen oder als untergeordnet unberücksichtigt
lassen würde. Jede Heilweise muß aber auch die scheinbar unbedeutendste Krankheitserscheinung
in Betracht. ziehen, da dadurch viele Krankheiten schon im Keime erkannt und behandelt
werden können und schweren Schäden vorgebeugt wird. Die Rückseiten der verschiedenen
Tabellenplatten, die in umgewendeter, waagerechter Lage sichtbar werden, sind zweckmäßig
ausgenutzt mit Hinweisen, wie z. B.: passende Kost, Wasseranwendung, Teesorten,
Salbenanwendung, Fälle, die den Arzt erfordern, erste Hilfe bei Unglücksfällen,
Fieber-, Atmungs-, Puls-, Gewichtstabellen usw.
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Findet man in den Längsteilungen der Tabellenplatten eine Krankheitserscheinung
aufgeführt, die mit der zu behandelnden Krankheitserscheinung übereinstimmt, so
wird dies durch Drehung in bestimmter Richtung an dem Drehknopf k vermerkt, der
am Ende der betreffenden Längsteilung angebracht ist. Da jeder Drehknopf k1 bis
k11 mit einem entsprechend langen Gewindestück in fest verbunden ist, bewirkt jedeDrehung
einHervortreten des betreffenden Drehknopfes aus seiner Führung 1. So kann man in
Zweifelsfällen an dem Abstand o feststellen, an welchem Drehknopf während der Benutzung
am häufigsten gedreht wurde bzw. welches Heilmittel am häufigsten angezeigt war.
Dies ist in solchen Fällen von Vorteil, wo für eine Krankheitserscheinung mehrere
Mittel gleich gut angezeigt sind; von diesen wird man dann las Mittel wählen, welches
am häufigsten angezeigt ist.
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Die Abb. z und z zeigen den Erfindungsgegenstand nach der Heilmittelwahl;
die Drehknöpfe k2, 1a4, kc wurden verschieden oft benutzt, was an den Abständen
o erkennbar ist. Es würden in diesem Fall also drei Heilmittel benötigt, und zwar
in verschiedener Menge: Nun könnte man die Mittelverabreichung entsprechend dem
Stande der Verinerkvorrichtung einzeln oder durch Bandmischung vornehmen. Dies würde
in vielen Fällen die Errechnung der Gabengröße und Gabenfolge erfordern, weshalb
folgender Mechanismus zur selbsttätigen Regulierung des N2lengenverhältnisses und
zur Mischung mit der Vermerkvorrichtung verbunden ist: Die beim Ausführungsbeispiel
angenommenen elf wichtigsten biochemischen Heilmittel sind iti den elf Heilmittelbehältern
p1 bis p11 getrennt untergebracht. Jeder dieser Heilmittelbehälter hat einen besonderen
Mechanismus (Abb. 4.), mittels dessen er mit dem dazugehörenden Drehknopf k in Verbindung
steht. Wird ein Drehknopf 1a bei angezeigter Mittelwahl in bestimmter Richtung gedreht,
so entfernt sich das fest mit ihm verbundene Ge-@vindestück 7rz, das je nach Lage
des dazugehörigen Heilmittelbehälters verschieden lang ist, von dem Anschlagarm
q, welcher seinerseits wieder fest mit dein dazugehörenden Heilmittelbehälter p
verbunden ist. Die Feder s preßt den Anschlagarm q an das Gewindestück
na an. Jeder Heilmittelbehälter p
hat oben und unten je einen Führungskonus
t. Unten sitzt derselbe in der festen Führung it, während er oben in der federnden
Führung v gelagert ist. Die Federn w drücken die Druckhülsen x gegen den
oberen Konus t und übertragen so den Druck auf den unteren Konus t, welcher
sich dadurch gegen die untere Führung zt abdichtet. Die feste Verbindung des Anschlagarmes
q mit dem Heilmittelbehälter
p bewirkt, daß letzterer mit dem Anschlagarm
q in seiner oberen und unteren Konusführung eine kurze Drehung ausführt, wenn der
Anschlagarm q durch den Zug der Feder s dem zurückgeschraubten Gewindestück in folgt.
Durch eine solche Drehung des Heilmittelbehälters p, welche sich nach dem Abstand
r richtet, kommt die Auslauföffnung y des Heilmittelbehälters der Üffnung z der
unteren Konusführung it näher und läßt, je nach Stellung dieser Öffnungen zueinander,
mehr oder weniger Heilmittelflüssigkeit austreten. Je häufiger also ein Heilmittel
gewählt und mittels Drehknopfes k vermerkt wird, desto größer wird der Abstand r
und damit zwangsläufig die Öffnung y-z. Der obere Konus t des Heilmittelbehälters
p reguliert in gleicher Weise den Luftzutritt, um ein gleichmäßiges Austreten der
Heilmittelflüssigkeit zu gewährleisten. Waren, wie hier angenommen, drei Heilmittel
k', h4, kg, also p2, p4, pa, gewählt, so haben sich die Auslauföffnungen entsprechend
reguliert, und die Heilmittel fließen durch die schräg gelagerte Auslaufrinne r2
zur Abfangstelle 13 gebrauchsfertig gemischt im Verhältnis der festgestellten ILrankheitserscheinungen.
Man hat so ein Komplexmittel, das den Vorzug absolut individueller Art besitzt.
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Da nun beim Drehen an einem Drehknopf k sofort Heilmittelflüssigkeit
austreten würde, müssen sämtliche Heilmittelbehälter p1 bis p11 für die Dauer der
Mittelwahl außer Funktion gesetzt werden (in diesem Zustand ist der Erfindungsgegenstand
gezeichnet). Dies erfolgt mittels des Hebels 14, welcher sich um den Punkt 15
dreht und. mit dem Bolzen 16 an der Schiene 17 befestigt ist. Wird der Hebel
14 in die Rechtsstellung (Abb.2) gebracht, so wird die Schiene 17 ebenfalls nach
rechts verschoben; die daran befestigten Mitnehmer 18 greifen gleichmäßig an die
Mitnehmerstollen ig der einzelnen Heilmittelbehälter an und bringen letztere trotz
des Zugs der Feder s in gleichmäßige Rückwärtsbewegung, so daß sich die Ausschlagarme
q von den Gewindestücken in abheben. In dieser Stellung sind sich die Auslauföffnungen
y-z gegenseitig abgewendet und geschlossen, so daß trotz 1)relilcnopfdrehungen keinerlei
Heilmittelflüssigkeit austreten kann. Ist die Heilmittelwahl beendet, sind die Drehknöpfe
k also entsprechend eingestellt, so wird der Hebel 14 mit kurzer Bewegung nach links
gebracht. Dadurch werden die Heilmittelbehälter wieder frei, und die Federn s ziehen
die Anschlagarme q gegen die Gewindestücke m. Nachdem an der Abfangstelle
13 die gewünschte Menge Heilmittel abgefüllt ist, wird der Hebel 14 wieder in Rechtsstellung
gebracht; damit werden sämtliche Auslauföffnungen y-z geschlossen. Die etwa benutzten
Drehknöpfe k werden wieder in Nullstellung zurückgeschraubt; der Hebel 14 wird durch
den Seitenteilausscbnitt 2o in äußerste Lage gebracht, ohne daß jetzt noch Heilmittelflüssigkeit
austreten kann, da jede Austrittsöffnung y-z in Nullstellung geschlossen ist. Erst
wenn alle Drehknöpfe k in Nullstellung zurückgeschraubt sind, kann die Deckelwand
ca geschlossen werden.
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Der Erfindungsgegenstand kann auch so ausgebildet sein, daß statt
der flüssigen Heilmittel Heilmittel in Pulver-, Tabletten-, Streukügelchen-, Salben-
und ähnlicher Form verwendet werden, wie auch die aus den Drehknöpfen k bestehende
Vermerkvorrichtung und der anschließende Einstellmechanismus durch entsprechend
andere Konstruktionen ersetzt werden kann.
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Statt der dem Ausführungsbeispiel zugrunde gelegten biochemischen
Heilmittel können auch Heilmittel anderer Heilmethoden Verwendung finden; in solchem
Falle werden die Inschriften der Tabellen der Wirkungsweise der betreffenden Heilmittel
angepaßt. Dasselbe gilt bei Verwendung der Vorrichtung für die Tierheilkunde.