DE445604C - Verfahren zur Speicherung und Regelung stroemenden Wassers fuer Schiffahrt- und Kraftzwecke - Google Patents

Verfahren zur Speicherung und Regelung stroemenden Wassers fuer Schiffahrt- und Kraftzwecke

Info

Publication number
DE445604C
DE445604C DEH79215D DE445604DD DE445604C DE 445604 C DE445604 C DE 445604C DE H79215 D DEH79215 D DE H79215D DE 445604D D DE445604D D DE 445604DD DE 445604 C DE445604 C DE 445604C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
water
storage
power
plants
shipping
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEH79215D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Application granted granted Critical
Publication of DE445604C publication Critical patent/DE445604C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E02HYDRAULIC ENGINEERING; FOUNDATIONS; SOIL SHIFTING
    • E02BHYDRAULIC ENGINEERING
    • E02B9/00Water-power plants; Layout, construction or equipment, methods of, or apparatus for, making same
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02EREDUCTION OF GREENHOUSE GAS [GHG] EMISSIONS, RELATED TO ENERGY GENERATION, TRANSMISSION OR DISTRIBUTION
    • Y02E10/00Energy generation through renewable energy sources
    • Y02E10/20Hydro energy

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Civil Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Other Liquid Machine Or Engine Such As Wave Power Use (AREA)

Description

  • Verfahren zur Speicherung und Regelung strömenden Wassers für Schiffahrt-und Kraftzwecke. Es wird seit einiger Zeit angestrebt, Schifffahrtstraßen in Kanälen und Flüssen gleichzeitig der Wasserkraftausnutzung dienstbar zu machen.
  • Die Erfindung sucht die oft einander widerstrebenden Bedürfnisse des ungestörten Schiffsverkehrs und der dauernden Wasserkr aftausnutzung für die Erzeugung von elektrischem Strom in Übereinstimmung ztt brinen, indem sie einerseits allen wechseln-Z, den Anforderungen der Stromverbraucher ohne besondere Öl- und Dampfreserve, anderseits den Forderungen der -Schiffahrt nach möglichster Gleichförmigkeit der Wassergeschwindigkeit durch größtmögliche Staunutzung und Vergleichmäßigung des strömenden Wassers Rechnung trägt.
  • Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß drei verschiedene Kraftwerksarten,_ nämlich Speicherwerke, Ausgleichwerke und Verbrauchwerke, in einer Reihe von Kraftwerksgruppen so angeordnet und geregelt werden, daß sowohl innerhalb jeder Kraftwerksgruppe die stoßweise aus den Speicherwerken austretenden Wassermengen als auch innerhalb sämtlicher Kraftwerksgruppen die wechselnden Wassermengen der natürlichen Wasserführung aufgefangen, vergleichmäßigt und in Kraft umgesetzt werden, so daß einerseits im Kanal eine geregelte Wasserführung entsteht, die die Schiffahrt nicht stört, und anderseits der Höchstwert an Energieausbeute erreicht wird. Dabei werden die gleichartigen Kraftwerke zur Erzeugung und Abgabe von elektrischem Strom zusammengeschlossen.
  • Unter »Speicherwerken« werden solche Kraftwerke verstanden, die an größere Speicherbecken und Gefällstufen des Kanals anschließen und bei rasch wechselndem Strom zur Spitzendeckung dienen.
  • Als »Ausgleichwerk -e« werden die unmittelbar unterhalb der Speicherwerke liegenden Kraftwerke bezeichnet, weil sie, wie später gezeigt werden soll, die Aufgabe haben, einerseits innerhalb jeder einzelnen Gruppe die bei Spitzenbelastung schwallartig aus dem Speicherwerk austretenden Wassermassen, anderseits die natürlichen Wasserschwankungen in dem Urfließzustand des Wasserlaufes-innerhalb der Gesamtheit aller Gruppen auszugleichen.
  • Mit » Verbrauchwerken« werden die übrigen Kraftwerke bezeichnet, weil die an sie angeschlossenen Nutznießer in jedem Fa1-1 den im flberschuß erzeugten und angebotenen Strom verbrauchen müssen.
  • Es ist bereits vorgeschlagen worden (B a u i i, Z. d. V. D. I. igi9, Seite 856), am Ende einer Reihe von Speicherwerken ein Gegenbecken mit dahinterliegendem Kraftwerk anzuordnen, um das von den Speicherwerken ungleichmäßig dem Fluß entnommene Wasser gleichmäßig über den Tag verteilt in den Fluß zurückzugeben. Dazu ist nötig, daß (las Gegenbecken denselben Fassungsraum hatwie (las dem ersten Speicherwerk vorgelagerte Speicherbecken. Bei dieser Regelung bleibt der Urfließzustand des Flußlaufes hinter dem letzten Kraftwerk nach dem Zusammenmünden, des Flußlaufes durch den Kanal durchaus erhalten. Es tritt auch keine Aufbesserung des Niederwassers hinter dem letzten Kraftwerk ein. Die aus den einzelnen Speicherwerken bei jeder Belastungsspitze austretenden Schwallwellen laufen durch den ganzen Kanal. Infolgedessen ist Schiffahrtbetrieb auf einer derartigen Kanalstrecke nicht möglich, es sei denn, daß man einen Umführungskanal von oberhalb des Speicherbeckens bis vor das Gegenbecken führt. Bei dieser Art der Speicherung und Vergleichmäßigung des Wassers ist eine so weitgehende Staunutzung des Wassers nicht möglich, .daß Öl- und Dampfreserven entbehrlich werden. Diese Möglichkeit ist erst gegeben durch die vorstehend angegebene Dreiteilung der Kraftwerke; wie später gezeigt werden soll.
  • Auf der Zeichnung ist eine Ausführungsform einer Kraftanlage zur Ausführung des Verfahrens gemäß der Erfindung in Abb. i schematisch dargestellt.
  • Die Anlage umfaßt 14 Kraftwerke, a1 bis a14, die in dem schiffbaren Kanal oder Fluß A-B eingebaut sind. b1 bis b14 bezeichnen künstliche oder natürliche Speicherbecken, die auch durch den Stauinhalt der Kanalhaltungen selbst ersetzt sein können. Die Anlage ist in vier Kraftwerksgruppen unterteilt. Die erste Gruppe umfaßt die Kraftwerke a1 bis a5 und besteht aus einem Speicherwerk cal, einem Ausgleichwerk a2 und drei Verbrauchwerken as, a4, a5.
  • Die zweite Gruppe umfaßt die Kraftwerke 0 bis a8 und besteht aus einem Speicherwerk aE, einem Ausgleichwerk.a' und einem Verbrauchwerk a8.
  • Die dritte Gruppe umfaßt die Kraftwerke ag bis a1' und besteht aus einem Speicherwerk a9, einem Ausgleichwerk alo und einem Verbrauchwerk all.
  • Die vierte Gruppe umfaßt die Kraftwerke alt bis a14 und besteht aus einem Speicherwerk a12, einem Ausgleichwerk als und einem Verbrauchwerk a14.
  • Sämtliche Speicherwerke a1, as, as und all geben den erzeugten Strom an eine Leitung cl ab, sämtliche Ausgleichwerke a2, d', all, als an eine Leitung c2 und sämtliche Verbrauchwerke as, a4, a5, all, all und a14 an eine Leitung c3. Von diesen Leitungen wird der Strom zu der Hauptschaltanlage eines Kanalabschnittes s1, s2, s3 und von dort zu den Verbrauchstellen weitergeleitet. Diese drei verschiedenen Stromläufe werden nachstehend _ als »Ringe« bezeichnet.
  • Die Zahl der Kraftwerksgruppen richtet sich nach der Zahl der größeren natürlichen oder künstlichen Speicherbecken, umfaßt aber stets mehrere Gruppen. Die Zahl der Ausgleichwerke ist dieselbe wie die Zahl. der Speicherwerke. Die Zahl der Verbrauchwerke hinter dem Ausgleichwerk in jeder Gruppe ist beliebig. Unter Umständen kann in einer oder der anderen Gruppe das Verbrauchwerk fehlen und dafür in der benachharten Gruppe mehrfach vorhanden sein.
  • Der in den drei Ringen erzeugte Strom ist entweder »Bedarfstroin«, d. h. Strom, der unter allen Umständen zu jeder Tages- und Nachtzeit geliefert «-erden muß, oder »Verbrauehstrom«, d. h. Strom, der im über-. schuß erzeugt und in jedem Falle von den angeschlossenen Werken abgenommen werden muß. An den Ring der Speicher- und Ausgleichwerke sind daher in der Hauptsache Überlandzentralen, Eisenbahnen u. dgl. angeschlossen, während der Ring der Verbrauchwerke hauptsächlich an chemische Inrlustrien gelegt ist, beispielsweise Stickstoffwerke, Luftsalpeterwerke, denen man den Strom in großen Schwankungen jederzeit geben oder nehmen kann, ohne daß der Betrieb dadurch eine Störung erleidet.
  • Bei Bexlarfstrom ist zu unterscheiden zwischen sogenannten Spitzenstrom, der plötzlich in seiner Größenordnung wechselt und in den Turbinen des c'-Ringes erzeugt wird, und der allmählich veränderlichen Grundbelastung, die in der Hauptsache in den Kraftwerken des c2- und c3-Ringes erzeugt wird. In erster Linie wird die Grundbelastung durch den Ring der c2-Kraftwerke gedeckt, erst wenn diese nicht ausreichen, werden die c3 -Kraftwerke als Pufferwerk zur Deckung herangezogen. Von den drei verschiedenen Kraftwerkarten brauchen daher nur die Speicherwerke Regulierturbinen mit selbsttätig wirkenden empfindlichen Öldruckreglern zu erhalten, um augenblicklich bei Spitzenbelastung die entsprechend größere Wassermenge zur Verfügung zu haben (Regulierwerke). Dagegen können die Ausgleich- und Verbrauchwerke vorwiegend mit sogenannten Grundbelastungsturbinen ausgestattet werden, die entsprechend der allmählich sich ändernden Grundbelastung langsam geöffnet und geschlossen «-erden (Grundbelastungswerke). Durch die Teilung in Regulierwerke und Grundbelastungswerke wird die Gesamtanlage wesentlich verbilligt und im Betriebe wirtschaftlicher gestaltet.
  • Bei kleinster Wasserführung wird in der Regel überhaupt kein Verbrauchstrom zur Verfügung stehen, da dann die Verbrauchwerke zur Deckung des Bedarfstromes mit herangezogen werden müssen. Bei normaler Wasserführung wird je nach dem Verlangen an Bedarfstrom mehr oder weniger Verbrauchstrom zur Verfügung stehen. Bei übernormaler Wasserführung kann in der Regel viel Verbrauchstrom erzeugt und abgegeben «-erden. In diesem Falle kann die Erzeugung elektrischer Energie in den c2-und c3-Kraftwerken durch weiteres Öffnen der Turbinen so gesteigert «>erden, daß in der Regel die Kraftwerke des c2 -Ringes allein zur Deckung des Bedarfstromes genügen. Die c3-Kraftwerke stehen dann restlos zur Erzeugung von Verbrauchstrom zur Verfügung. In jedem Falle geht die Lieferung von Bedarfstrcm der von Verbrauchstrom vor. Die Verbrauchwerke stellen also die erforderliche Reserve für die Lieferung von Bedarfstrom dar.
  • Ist der Wasserzufluß gleich dem Wasserabfluß, so ist \ ormalbetrieb. Die Kraftwerke aller drei Ringe haben untereinander denselben mittleren Wasserverbrauch, und zwar die Kraftwerke des c2- und c3-Ringes den sekundlich gleichen Wasserverbrauch, die Kraftwerke des c'-Ringes sekundlich nach unten und oben stark schwankenden Wasserverbrauch, da sie Belastungsspitzen <lecken sollen. Auf den Ta.g als Einheit bezogen ist jedoch der Wasserverbrauch der c'-Kraftwerke der gleiche wie der Wasserverbrauch der c2- und c3-Kraftwerke. Normalbetrieb wird bei mittlerer Wasserführung des Flusses die Regel bilden, kann aber im Einzelfalle bei Hochwasserführung wie bei N iederwasserführung eintreten.
  • Reicht die der jeweiligen Wasserführung entsprechende Stromerzeugung zur Deckung des Bedarfes nicht aus, z. B. bei Nied`erwasser, so werden sämtliche Speicherbecken zur Deckung des 1Iehrstroniverbrauches herangezogen (Entleerungsbetrieb). In diesem Falle wird in der Regel Verbrauchstrom nicht abgegeben werden können.
  • Ist der Wasserzufluß größer, als die Erzeugung des Bedarfstromes erfordert, also in der Regel bei Hochwasser, so wird das Mehrwasser zum Teil zur Auffüllung der Speicher und Kanalhaltungen verwendet (Füllbetrieb), zum Teil in den Kraftwerken des c3-Ringes zur Erzeugung von Verbrauchstrom ausgenutzt. Die Auffüllung und Entleerung der Speicherbecken kann je nach Wahl von unten oder oben erfolgen.
  • Die dein Kanal sekundlich zufließende Wassermenge vor dem ersten Kraftwerk sei beispielsweise O'. Dem Gesamtgefälle der Kraftstufen a' bis all entsprechen daher beim restlosen Abarbeiten dieser Wassermenge O' eine Reihe von Einzelleistungen izl bis 7t''' der Kraftwerke, die sich zu einer Gesamtleistung N' zusammensetzen. Wird nun vorübergehend die zur Deckung des Stromverbrauchs erforderliche Gesamtleistung N sehr rasch größer als N', so ist der Mehrbetrag N-N' zunächst aus den Kraftwerken des Ringes c' zu decken, die zu -diesem Zweck die entsprechend größere Wassermenge 0 durch die Turbinenanlagen zum Abfluß bringen müssen. Die Mehrwassermenge 0-01 ist somit aus den vor den cl-Kraftwerken gelegenen Speicherbecken zu entnehmen und ihnen bei steigender Wasserführung oder bei vermindertem Stromverbrauch zum Zwecke der Auffüllung wieder zuzuführen.
  • Wenn nun die aus den cl-Kraftwerken austretenden Wassermengen ohne weiteres dem freien Durchfluß durch den Schiffahrtweg A-B überlassen würden, so würde der Wechsel von Größtwassermenge und Kleinstwassermenge zu einem regellosen Durcheinander der Wasserströmungen führen. An verschiedenen Stellen des Kanales würden die Schiffe auf Grund aufsitzen, und an den dazwischenliegenden Stellen würden die Fahrzeuge in wilder Strömung liegen, so daß eine regelrechte Schiffahrt ausgeschlossen wäre.
  • Nehmen wir z. B. den Fall an, daß die Turbinen des cl-Ringes Bahnstrom liefern, also starke sekundliche Schwankungen in der Stromabnahme vorhanden sind, so werden entsprechend jeder Stromschwankung im Ringe cl plötzliche Wassermengenschwankungen hinter jedem Speicherwerk auftreten, da die empfindlichen Öldruckregler augenblicklich auf jede Stromschwankung ansprechen und die Turbinen öffnen oder schließen. Die bei Belastungsspitzen aus den Speicherwerken austretenden Schwallwellen werden nun durch entsprechende Regelung der Turbinen der Ausgleichwerke so abgearbeitet, daß trotz der ungleichen Wasserführung der cl-Kraftwerke das Wasser auf die Zeiteinheit bezogen, vergleichmäßigt durch die Werke der Ringe c2 und c3 abfließt. Die Regelung der Ausgleichkraftwerke muß dabei nicht plötzlich, sondern kann allmählich erfolgen (siehe Abb. 2).
  • In Abb. 2 ist der Abfluß aus dem Speicherwerk mit e, der Abfluß aus dem Ausgleichwerk mit f bezeichnet. Die Zacken der Kurve stellen die Belastungsspitzen dar. Man ersieht aus den beiden Linienzügen ohne weiteres, wie die Schwallwellen nach dem Austritt aus dem Speicherwerk durch das Ausgleichwerk vollkommen vergleichmäßigt werden, so daß sie die Schiffahrt nicht stören.
  • Neben der Vergleichmäßigung der Schwallwellen haben die Ausgleichwerke noch die weitere Aufgabe, auch den Urfließzustand des Wasserlaufes von Gruppe zu Gruppe zu vergleichmäßigen, um Wasserverluste zu vermeiden und damit das Maximum an Energieausbeute zu erreichen.
  • Es sei z. B. der Fall angenommen, daß eine Hochwasserwelle durch die Schiffahrtsstraße fließt.
  • In Abb.2 sind die bei Spitzenbelastung auftretenden Schwallwellen auf eine Hochwasserwelle e aufgesetzt. Der Linienzug f stellt infolgedessen zugleich die Vergleichmäßigung der Hochwasserwelle innerhalb einer einzelnen Grappe dar. Diese Vergleichmäßigung ist noch verhältnismäßig gering. Sie kann jedoch in den nächsten Kraftwerkgruppen schrittweise weitergetrieben werden, so daß die Linie f in eine der Wagerechten sich nähernde Kurve übergeht.
  • In Abb.3 ist die schrittweise Vergleichmäßigung in den vier Kraftwerksgruppen der Abb. i durch die Linienzüge i, 2, 3, ¢ dargestellt. Die Abbildung läßt erkennen, daß die Kurve :2 des zweiten Ausgleiches dort ihren Wendepunkt 2- hat, wo die Ausgleichlinie i des ersten Ausgleiches ihren Höchstwert ihat und umgekehrt, daß die Ausgleichlinie 2 dort ihren Höchstwert 2'n hat, wo die Ausgleichlinie i ihren Wendepunkt i1° hat. Um diese Lage der Scheitel- und Wendepunkte der Kurve zu erreichen, werden die. Turbinen der Ausgleichwerke zwecks Aufnahme der Hochwasserwelle nicht so weit geöffnet, wie dies dem Steigen des Wasserspiegels vor dem Kraftwerk entspricht, d. h. daß die Höchstöffnung mit dem Höchstwasserspiegel zusammenfällt, sondern die, Turbinen stehen zum Zweck der Auffüllung des vorhandenen Stauraumes durch die Hochwasserwelle auch noch bei abnehmendem Wasserspiegel weiter offen und werden erst dann langsam wieder geschlossen,. wenn ein erneutes Steigen des Wasserspiegels gemeldet wird. Wenn beispielsweise im Ursprungsgebiet des Flusses eine Ge-witterhochwasserwelle abläuft, die in zwei bis drei Tagen durch die Kanalstrecke fließt, so können von der Kraftverteilungsstelle aus je nach der Stärke und Dauer der Hochwasserwelle rechtzeitig durch Strombelastung die entsprechenden Stauräume frei gemacht und durch die Hochwasserwelle wieder zur Füllung gebracht werden.
  • Die Kurve q. weicht von der Wagerechten nur wenig ab. Infolgedessen herrscht hinter der vierten Kraftwerksgruppe im Unterwasser trotz der aufgenommenen Hochwasserwelle gleichmäßige und sogar verbesserte Wasserführung. Als Grenzfall wird angestrebt, daß das Wasser hinter dem letzten Kraftwerk unabhängig von dem vor dem ersten Kraftwerk befindlichen wechselnden Urfließzustand völlig vergleichmäßigt das ganze Jahr über zum Abfluß kommt.
  • Durch diese Art der Staunutzung und Regelung wird im Endzweck erreicht, daß über die Wehranlagen der Kraftwerke kein Freiwasser nutzlos abfließt. Die Energieausbeute und Energiebereitschaft erreicht infolgedessen den höchstmöglichen Wert, so daß 01- und Dampfreserven entbehrlich werden. Die Kraftwerke des c3-Ringes sind die sonst durch Öl oder Dampf zu deckenden Reserven, die je nach der Wasserführung Beclarfstroin oder Verbrauchstrom abgeben.
  • Diese beiden Aufgaben der Ausgleichwerke, nämlich der Ausgleich der Schwallwellen innerhalb jeder Kraftwerksgruppe und die Vergleichmäßigung des natürlichen Fließzustandes innerhalb der Reihe der Kraftwerksgruppen, ergeben eine vollständige Bindung für die hydraulische Regelung der Ausgleichkraftwerke. Diese Werke haben daher keinen elektrischen Freiheitsgrad für die Stromversorgung. Außerdem sind aber die Speicherkraftwerke elektrisch gebunden und haben daher keinen hydraulischen Freiheitsgrad, da sie plötzliche Stromschwankungen durch entsprechend rasches Öffnen und Schließen der Turbinen aufzunehmen haben. Eine störungslose Stromversorgung mittels der Speicher- und Ausgleichkraftwerke allein ist daher unmöglich, wenn die Ausgleichkraftwerke gemäß Ahb.3 geregelt werden. Es müssen Kraftwerke vorhanden sein, deren Freiheitsgrad für die Stromversorgung nicht beschnitten ist. Das sind die Kraftwerke des c3-Ringes. Für diese Werke besteht keine elektrische und keine hydraulische Bindung, sondern umgekehrt völlige Freiheit der hydraulischen Regulierung und Stromabgabe, da die angeschlossenen chemischen Industrien gestatten, die Stromlieferung nach Belieben einzuschränken oder zu vergrößern. Wenn die Verbrauchwerke nicht vorhanden wären, könnten die Ausgleichwerke unmöglich gemäß Abb.3 geregelt werden, weil dann jeder Freiheitsgrad für die Stromversorgung wegfiele. Die Dreiteilung in Speicherwerke, Ausgleichwerke und Verbrauchwerke dient also dein Zweck, für die gesamte Anlage einen elektrischen und hydraulischen Freiheitsgrad zti schaffen, cler für Schiffahrts- und Kraftzwecke erforderlich ist.
  • Die Vergleichmäßigung der Wasserführung durch die Art der Regelung nach Abb. 3 dient nicht allein zur Erhöhung der Energieausbeute, sondern kommt auch der Schiffahrt zugute. Die Schiffe können durch die Haltungen hinter den Ausgleich- und den Verbratichwerken unmittelbar durchgeschleust werden. Umführungskanäle für die Schifffahrt sind lediglich um die Speicherwerke zu legen. Infolge der Vergleichmäßigung kommt das Wasser unabhängig von dem vor dem ersten Kraftwerk befindlichen Urfließzustand das ganze Jahr über mit erhöhtem Niederwasser zum Ab$uß. Die Sicherheit des Fahrbetriebes ist daher auch bei Flußstrecken mit stark schwankender Wasserführung gewährleistet.
  • Zusammenfassend kann gesagt werden, daß das Verfahren gemäß der Erfindung ermöglicht, die wechselnde Wasserführung eines Flusses aufzunehmen, zu vergleichmäßigen, in Kraft umzusetzen und die Kraft dem schwankenden Kraftbedarf angepaßt abzugeben, ohne die Schiffahrt zu stören. Dieser Erfolg wird erreicht durch die Dreiteilung der Kraftwerksgruppen und deren Verbindung und Regelung, die eine stetige und vergleichmäßigte Wasserführung im Kanal und im Unterwasser entstehen läßt, welche die Schiffahrt braucht, Öl- und Dampfreserven entbehrlich macht und die Möglichkeit gibt, den Hauptteil der Kraftwerke mit vereinfachter Regulierung, also als sogenannte Grundbelastungswerke, zu bauen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Speicherung und Regelung strömenden Wassers für Schiffahrt-und Kraftzwecke, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Wasserlauf (A-B) der Schiffahrtstraße Kraftwerke von dreierlei Art, nämlich Speicherwerke (a1, a6, a°, a122), Ausgleichwerke (a=, a', all', a1?) und Verbrauchwerke (a3, a4, a', a$, all, a14), in eine Reihe von Gruppen zusammengefaßt werden, die je aus einem Speicherwerk, einem darunterliegenden Ausgleichwerk und einem oder mehreren Barunterliegenden Verbrauchwerken bestehen und deren Werke, getrennt nach ihrer Art, zu drei Ringen (cl, c2, c3) verbunden werden, von denen der Speicherring (cl) über seine gewöhnliche Stromabgabe hinaus die Belastungsspitzen des Strombedarfs deckt und der Verbrauchring (c3) nach Drehung cles Bedarfstroms Verbrauchstrom abgibt.
DEH79215D 1919-12-05 1919-12-05 Verfahren zur Speicherung und Regelung stroemenden Wassers fuer Schiffahrt- und Kraftzwecke Expired DE445604C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE445604T 1919-12-05

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE445604C true DE445604C (de) 1927-06-15

Family

ID=33546483

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEH79215D Expired DE445604C (de) 1919-12-05 1919-12-05 Verfahren zur Speicherung und Regelung stroemenden Wassers fuer Schiffahrt- und Kraftzwecke

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE445604C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE102013112077B4 (de) Verfahren zum Betrieb einer Photovoltaikanlage mit Energiespeicher und bidirektionaler Wandler für den Anschluss eines Energiespeichers
DE102008048258B4 (de) Windpark und Verfahren zum Betreiben eines Windparks
DE102012204220A1 (de) Verfahren zum Steuern einer Anordnung zum Einspeisen elektrischen Stroms in ein Versorgungsnetz
DE102017215821A1 (de) Verfahren und system für einen systemwiederaufbau eines onshore-netzes
WO2001096736A1 (de) Wasserkraftwerk
WO2015018509A2 (de) System und verfahren zur regelung der frequenz- und/oder spannungshaltung aus dem verteilnetz
DE102010054233A1 (de) Energieversorgungsnetz mit Blindleistungsmanagement
DE102011106114A1 (de) Verfahren zur Verteilung von elektrischer Energie in einem Stromnetzwerk mit einer Vielzahl von Verteilungszellen
DE3382594T2 (de) Elektrische regelsysteme.
AT411485B (de) Verfahren und anlage zum regeln des pegelstandes einer stauanlage
DE445604C (de) Verfahren zur Speicherung und Regelung stroemenden Wassers fuer Schiffahrt- und Kraftzwecke
DE69511498T2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Steuerung einer Anlage zur Übertragung von Hochspannungsgleichstrom
DE102014007184A1 (de) Verfahren zur Nutzung staugeregelter Fließgewässer als Oberbecken für ein Pumpspeicherkraftwerk unter Tage
DE1588067B1 (de) Regelungseinrichtung einer Hochspannungs-Gleichstrom-UEbertragungsanlage fuer den Mehrpunktnetzbetrieb
DE102020206672A1 (de) Niederspannungsverteilnetz, Stromnetz, Verfahren zum Betreiben eines Niederspannungsverteilnetzes
EP3900091A1 (de) Energiesystem und verfahren zur druckanpassung in einem energiesystem
DE102008050389A1 (de) Verfahren zur Energiespeicherung in großflächigen Stromnetzen und dafür geeigneter Energiespeicher
WO2013156019A1 (de) Energiemanagementsystem zur pufferspeicherung von kälte- oder wärmeenergie und verfahren zum betreiben des energiemanagementsystems
DE202023100781U1 (de) Kleinspeicherkraftwerke zur Energiespeicherung
EP2599992A2 (de) Laufwasserkraftwerk und Verfahren zur Nutzung der potentiellen Energie zwischen zwei Fließgewässern
DE102011056454A1 (de) Energieversorgungssystem
DE102023134582B3 (de) Vorrichtung zum Regeln einer hydraulischen Maschine
EP3166196B1 (de) Kraftwerk, kraftwerkverbund mit einem kraftwerk sowie betriebsverfahren
EP2937636B1 (de) Anordnung von pufferspeichersystemen, dessen verwendung sowie eine verteilte pufferspeicheranlage
DE1484378A1 (de) Schliess- und/oder Regeleinrichtung fuer Fluessigkeiten