DE2819506A1 - Vorrichtung zum ermitteln des sedimentierungsbeginns der feststoffphase bei feststoff-fluessigkeitssuspensionen - Google Patents
Vorrichtung zum ermitteln des sedimentierungsbeginns der feststoffphase bei feststoff-fluessigkeitssuspensionenInfo
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Description
Vorrichtung zum Ermitteln des Sedimentierungsbegiilns
der Feststoffphase bei Feststoff-Flüssigkeitssuspensionen
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ermitteln des Sedimentierungsbeginns
der Feststoffphase in Feststoff-Flüssigkeitssuspensionen.
Bei der Betrachtung der Fördermethoden für in Wasser suspendierten Stoffen mit Hilfe einer Leitung ist
es insbesondere "wichtig, die sogenannte kritische Geschwindigkeit
zu ermitteln, die als die Geschwindigkeit definiert ist, die in Abhängigkeit von dem zu fördernden Stoff zur Bildung von
Ablagerungen oder Sedimentationen neigt.
Die Ermittlung der kritischen Geschwindigkeit oder besser gesagt, des Bewegungsablaufes und der Erscheinungen, die dieser
vorausgehen und diese begleiten, wenn die Strömungsgeschwindigkeit des Fördermittels allmählich abnimmt, bereitet infolge
der Eigenschaften von Flüssigkeitssuspensionen besondere Schwierigkeiten, da die Flüssigkeitssuspensionen in diesem Fall
Schleif Wirkungen hervorrufen und lichtundurchlässig werden. Die letztgenannte Eigenschaft von Suspensionen verhindert die
Anwendung von üblichen optischen Methoden, wie z.B. die unmittelbare Beobachtung oder die Verwendung von interferrometrischen
Methoden. Die Partikel in der Suspension verursachen zusätzliche Störungen bei den Sonden bzw. Fühleinrichtungen, die
zur Ermittlung der lokalen Geschwindigkeit dienen und beispielsweise von Pitot-Rohren und ähnlichen Einrichtungen gebildet
werden. Auch Meßverfahren, die Wärmemeßfühler verwenden, die beispielsweise von Heißfilmmeßfühlern gebildet werden, lassen
sich zu diesem Anwendungszweck nur schwerlich verwenden, da das Fühlelement einem beträchtlichen Abrieb ausgesetzt ist.
Positive Ergebnisse hat man bei der Verwendung von Einrichtun-
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-A-
gen erzielt, die die lokalen Geschwindigkeiten auf elektromagnetischer
Basis ermitteln. Nachteilig hierbei ist jedoch, daß diese Einrichtungen zusätzlich auf die magnetischen Eigenschaften
der* Leitung selbst und des beförderten Feststoffes
ansprechen, so daß Einrichtungen erforderlich sind, die äußerst kompliziert aufgebaut und teuer zu erwerben sind.
Die Erfindung zielt darauf ab, eine Vorrichtung zu schaffen, die die Eigenschaften von strömenden Massen ermitteln kann,
wenn sich die Suspension der kritischen Geschwindigkeit nähert.
Die Ermittlung erfolgt erfindungsgemäß mit Hilfe einer elektrischen
Fülleinrichtung, die sich dadurch auszeichnet, daß zwei Elektrodensätze vorgesehen sind, daß der erste der Elektrodensätze
die Aufgabe einer Polarisierung und der zweite die Aufgabe einer Ermittlungseinrichtung hat.
Im Hinblick auf die Funktionsweise einer derartigen Fülleinrichtung
sei beispielsweise auf T.Kazanskij: Friction Losses
and Macroturbulent Intensity in Two-Phase Pipe Flows, World Dredging and Marine Construction, September 1973, S. 23) verwiesen.
Hieraus ergibt sich, wenn diese Geschwindigkeiten zur Gewährleistung einer korrekten Förderung der Suspension bei niederen
Geschwindigkeiten in der Nähe der kritischen Geschwindigkeit durchlaufen werden, eine Intensitätszunahme der Makroturbulenz
und eine Frequenzabnahme bzw. eine Häufigkeitsabnahme der Wirbel auftreten. In einem adäquat kleinen Intervall,
in dessen Mitte die kritische Geschwindigkeit liegt, kann man das Phänomen von beweglichen Dünen oder Flugablagerungen feststellen,
das seine Ursache in der Bildung von instabilen Ablagerungen des Feststoffes auf dem Boden der Leitung hat, und
die Instabilität dieser Ablagerungen läßt sich in Pulsierungsbewegungen mit niedriger Frequenz ausdrücken.
Bei geringeren Geschwindigkeiten außerhalb des zuvor genannten
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Intervalls kann man die Bildung von ortsfesten Ablagerungen feststellen.
Die Ermittlung der kritischen Geschwindigkeit kann somit dadurch erfolgen, daß man die Strömung einer Suspension in der
Nähe der den Boden der Leitung bildenden Linie überwacht. Die Fühleinrichtung nach der Erfindung ermöglicht die Überwachung
und Ermittlung ,einer derartigen Strömung auf einfache, zuverlässige
und leicht einbaubare Art und Weise, wobei keinerlei Beschränkungen im Hinblick auf die vorhandene Leitungsabmessung
vorhanden sind. Die Fülleinrichtung kann insbesondere die Fluide ermitteln und überwachen, die im allgemeinen einen bestimmten
ionischen Dissoziationsgrad hatten, wie z.B. Suspensionen aus Feststoffen bzw Feststoffteilchen im reinen Wasser.
Der Disso iationsgrad ist bei der nachstehenden Beschreibung aus Vereinfachungsgründen, als konstant angenommen worden.
Ein bevorzugter Gedanke der Erfindung ist in einer elektrischen Vorrichtung zu sehen, die den Beginn der Sedimentation
der Feststoffphase einer Feststoff-Flüssigkeitssuspension eines strömenden Mediums ermittelt und anzeigt. Die Suspension
strömt in einer Leitung, die eine Beförderung des strömenden Mediums über große Entfernungen gestattet. Die Vorrichtung weist
im wesentlichen einen Satz Polarisierungselektroden und einen Satz Ermittlungselektroden auf. Die von der Vorrichtung abgegebenen
Signale werden nach der Verarbeitung entsprechend aufgezeigt, und charakteristische Strömungsbilder der strömenden
Suspension können an einem Oszilloskop betrachtet oder gewünschtenfalls graphisch aufgezeichnet werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnung an bevorzugten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Darin
zeigt:
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer Fühleinrichtung nach
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der Erfindung als Gesamtansicht; Fig. 2 eine Draufsicht auf die Fühleinrichtung;
Fig. 3 eine schematische Ansicht einer möglichen Anordnung
der Fühleinrichtung, der Ermittlungseinrichtung und der damit verbundenen Meßeinrichtung;
Fig. 4 Ausdrucke bzw. Diagramme von Signalen, die sich auf verschiedene Zustände beziehen.
Nach Fig. 1 umfaßt die Fühleinrichtung Elektroden 4,5 und 6, die durch ein dielektrisches Material 9 voneinander isoliert sind.
Die Elektroden bilden eine Polarisierungsgruppe, die die Elektroden 5 und 6 enthält, und eine Ermittlungsgruppe, die die Elektrode
4 enthält. Zwischen-den Elektroden 5 und 6 wird eine elektrisches
Potentialdifferenz mit Hilfe eines entsprechenden Gleichstromspannungsgenerators 8 aufrechterhalten, um eine Gesamtbewegung
der Ionen zu induzieren, die in der Suspension 2 vorhanden sind, die durch die Leitung 3 strömt. Die Strömungsrichtung ist mit Pfeilen angedeutet.
Die elektrische Potentialdifferenz könnte auch dadurch erzeugt werden, daß man sich den elektrochemischen Effekt zunutze macht,
indem man entsprechend gewählte Materialien für die Elektroden 5 und 6 vorsieht.
In dem Wechselwirkungsbereich der Elektroden 4,5 und 6 bildet sich eine Bewegungsform, die auf einer Verteilung und Konzentration
der elektrischen Ladungen basiert, die eine Funktion der elektrischen Feldstärke und der Geschwindigkeit der Suspension
ist. Die zweite Ermittlungs- und Meßeinrichtung umfaßt bei der dargestellten Ausführungsform die Elektrode 4, und sie
ist so angeordnet, daß sie die Bewegung der Ionen erfassen kann, die durch die erste Gruppe von Elektroden (5 und 6) er-
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zeugt wird. Sie wird demzufolge elektrisch auf ein Potential aufgeladen, das von dem Gleichgewichtszustand zwischen den
aufgenommenen und abgegebenen Ladungen
Somit kann man ein elektrisches Signal zwischen der Meßelektrode 4 und einer Bezugselektrode ableiten, die üblicherweise von
der Erdungselektrode 6 gebildet wird.In Anbetracht der vorstehenden
Beschreibung in bezug auf den Einfluß der Bewegung der Suspension auf die Bewegungsform, die Verteilung und Konzentration
der Ladungen im Wechselwirkungsbereich der Elektroden ergibt sich an der Meßelektrode 4 ein Signal, das sich in Abhängigkeit
von der Geschwindigkeitsänderung des Suspensionsstroms ändert.
Das Signal hat im allgemeinen zwei Komponenten, eine Gleichstromkomponente
und eine Wechselstromkomponente. Die Gleichstromkomponente bezieht sich auf die Gesamtbewegung der Suspension
als Ganzes, die aus Vereinfachungsgründen als konstant angenommen wird, sowie auf den Diisoziationsgrad. Die zweite
Komponente bezieht sich im wesentlichen auf das Phänomen der Makroturbulenz, und wenn diese fehlt, ist eine Sedimentierung
einer Materialschicht im Elektrodenbereich zu erwarten. Die Wechselstromkomponente läßt sich mit Hilfe von einfachen
Instrumenten, wie z.B. eines Voltmeters 7, erfassen, und dann kann sie entsprechend ermittelt und verarbeitet werden.
Demzufolge ist klar, daß die beiden Einheiten, die Polarisierungseinheit
und die Meßeinheit, jeweils nur eine einzige Elektrode aufweisen können. Bei dieser Ausführungsform sind
die Funktionen der beiden Einheiten derart kombiniert, daß die beiden Elektroden sowohl eine Polarisierungs- als auch eine
Ermittlungsfunktion haben.
Die Anordnung der Elektroden der beiden Einheiten kann unter
Bildung einer Axialsymmetrie erfolgen (beispielsweise bei
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konzentrischen zylindrischen Elektroden). Bei einer solchen Ausführungsform ist keine Empfindlichkeit auf die Bewegungsrichtung
der Suspension vorhanden, während man hingegen bei einer fehlenden axialen Symmetrie eine Empfindlichkeit auf die
Bewegungsrichtung der Suspension erhält.
Fig. 3 zeigt eine spezielle Anwendung einer Vorrichtung nach der Erfindung. Die Fühleinrichtung 1 ist im Bodenbereich der
Leitung 3 eingebaut, durch die eine Suspension strömt, die beispielsweise von in Wasser suspendierten Kohlepartikeln, Kalkpartikeln
und dergl. gebildet wird und über eine große Entfernung befördert wird. Wie in der Zeichnung dargestellt, sind
die Elektroden derart angeordnet, daß sie nicht in den Innenraum der Leitung ragen. Das von der Fühleinrichtung 1 gelieferte
Signal geht durch einen Filter 12 mit hohem Durchlässigkeitsbereich, das eine Grenzfrequenz in der Nähe von 0,1 Hz
hat. Dieses Filter eliminiert die Gleichstromkomponente des Signals. Das Signal wird dann mit Hilfe eines Verstärkers 13
verstärkt und kann als zeitabhängige Funktion auf einem Oszillographen 14 aufgezeichnet werden. Das verstärkte Signal wird
weiterverarbeitet, um eine bessere Aufzeichnung mit Hilfe eines Plotters 17 zu ermöglichen. Hierzu wird die Wechselstromkomponente
des Signals mit Hilfe einer mit 15 bezeichneten Leitungsschaltung gleichgerichtet und geht dann durch eine
Schaltung 16, die den Mittelwert des Signals mit einer Zeitkonstante von einigen Sekunden abgibt. Hierdurch wird der
Zweck erreicht, daß für den Schreibstift des Plotters 17 störende Schwingungen unterdrückt werden können.
Schließlich kann das Signal auch mit Hilfe der Quadraturmethode verarbeitet werden, um einen quadratischen Mittelwert
bzw. einen Effektivwert (RMS-Wert) zu erhalten, der kennzeichnend für die Bestimmung einer Turbulenzintensität ist.
Man kann auch die Methode der Fourrier-Analyse oder anderer Bestimmungsmethoden auf die Signale anwenden.
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Fig. 4 zeigt schematisch in Diagrammen einige Signaltrends auf, die typische Strömungszustände darstellen. Mit 18 ist ein
Signal bezeichnet, das kennzeichnend für eine schnelle Bewegung der Suspension ist. Das Diagramm 19 gibt den Trend des
Signals wieder, das sich auf eine langsamere Bewegung bezieht, die jedoch über der kritischen Geschwindigkeit liegt.
Das Diagramm bzw. der Ausdruck 20 zeigt den Trend eines Signals auf, der sich auf das "'Dümenphänomen bzw. die Flugablagerung
bezieht.
Die Aufzeichnung 21 gibt den Trend eines Signals wieder, das kennzeichnend für die Sedimentation des Strömungsmediums ist.
Bestimmungsgemäß kann die Vorrichtung nach der Erfindung zusätzlich
zu den zuvor genannten Anwendungsgebieten auch für Vorratsbehälter oder Behälter ganz allgemein bestimmt sein, in
denen die Bewegung des Inhalts überwacht werden soll, um eine homogene Suspension frei von Sedimentationen aufrecht zu erhalten
Auch kann die Vorrichtung nach der Erfindung unter entsprechender Abwandlung der elektrischen Einrichtungen bezüglich
der Ermittlungselektroden, ausgehend von der Fühleinrichtung nach der Erfindung, ganz allgemein zum Messen der Bewegung oder
der Bewegungslosigkeit von Fluiden ganz allgemein verwendet werden.
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Leerseite
Claims (5)
1.\ Vorrichtung zum Ermitteln des Sedimentierungsbeginns der
Feststoffphase einer Feststoff-Flüssigkeitssuspension "bei
sich über große Entfernungen erstreckenden Fördereinrichtungen für Fördermedien, dadurch gekennzeichnet,
daß eine aus zwei Elektrodensätzen (4,5» 6) gebildete Fühleinrichtung vorgesehen ist, daß eine der
Elektrodensätze (5,6) für die Polarisierung der in der Suspension vorhandenen Ionenverteilungen zuständig ist, die
in der Nähe der Elektroden strömt, und daß die andere für die Ermittlung eines Signals nach Maßgabe der Änderung der
Ionenverteilung zuständig ist, die durch die Bewegung der Suspension verursacht wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
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der für die Polarisierung zuständige Elektrodensatz wenigstens zwei Elektroden (5>6) umfaßt, von denen eine (6)
die Funktion einer Erdungsbezuggröße hat.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der für die Ermittlung zuständige Elektrodensatz wenigstens
eine Elektrode (4) aufweist, die die Aufgabe hat, das von der Gleichstromkomponente relativ zu der Gesamtbewegung der
Suspension und das von der Wechselstromkomponente gebildete Signal zu erfassen, das insbesondere kennzeichnend für die
Flugablagerung (die bewegliche Dünnenerscheinung) ist.
4". Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Polarisierungseleketroden (5,6) und die Ermittlungselektroden (4) eine Anordnung mit einer Axialsymmetrie bilden,
so daß sich eine Fühleinrichtung ergibt, die in bezug zu der Strömungsrichtung der Suspension unempfindlich ist
(Fig. 3).
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Polarisierungselektroden und die Ermittlungselektroden
eine Anordnung bilden, die keine axiale Symmetrie aufweist, so daß sich eine Fühleinrichtung bildet, die empfindlich
für die Strömungsrichtung der Suspension ist.
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